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CDL epochtimes
Vorbemerkungen zu diesen Richtigstellungen:
  • Wer Halb- bzw. Unwahrheiten verbreitet, der täuscht.
  • Wer Halb- bzw. Unwahrheiten zitiert verbreitet, täuscht auch.[Anm. 1]
  • Wer bewusst Halb- bzw. Unwahrheiten verbreitet, begeht den Tatbestand der bewussten Täuschung.[Anm. 2]

Inhaltsverzeichnis

Jürgen Klingelhöfer

Jürgen Klingelhöfer veröffentlichte in Neurophysiol. Lab. 31 (2009) 101–118 den Artikel "Hirntod". Darin heißt es auf Seite 103:

Bei postmortalen Organspendern sind dies vorwiegend Schädelhirntraumen (70%), daneben spontane intrakranielle Blutungen (18%), Hirninfarkte, Hirntumoren, Verschlusshydrozephalus (zusammen 5%) und sekundäre ischämisch-hypoxische Hirnschäden (7%).

Im öffentlich zugänglichen DSO-Jahresbericht 2008 sind die Todesursachen wie folgt angegeben: Intrakranielle Blutungen 58,2%, Schädelhirntraumen 18,7%, ischämisch-hypoxische Hirnschäden 11,0% und Hirninfakte 10,9%. Alle sonstigen Ursachen wie entzündliche Hirnschäden, primäre intrakranielle Tumore und Hydrocephalie sind in der Summe weniger als 2%. Diese Größenordnungen sind bis zum Jahresbericht 2015 stabil.

Stimme und Gegenstimme

Ausgabe 31/12

Auch das funktionsunfähige Gehirn ist durchblutet, nicht erkaltet, nicht in einen Verwesungsprozess übergegangen.

Das Gehirn löst sich mit Eintritt des Hirntodes auf bzw. mumifiziert sich, siehe: Autolyse

Da ein Schmerzempfinden mit letzter Sicherheit nicht ausgeschlossen werden kann, ist in der Schweiz inzwischen eine Vollnarkose bei der Organentnahme am 'Toten' vorgeschrieben ... Gescheut wird die Empfehlung einer Vollnarkose, da dies offensichtlich auch dem größten Laien offenbaren würde, dass der tote Organspender in Wirklichkeit noch gar nicht tot ist.

Die Schweizer Papiere selbst geben an, dass die Narkose zur Unterdrückung der spinalen Reflexe gegeben wird, nicht gegen vermeintlichen Schmerzen, siehe: Schmerzen

Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende aufklären, bekommen wie keine Organe mehr." Transplsntationsmedizin-Professor Rudolf Pichlmayr + (aus seiner Schrift "Organspende – Die verschwiegene Gefahr")

Google kennt keine Schrift "Organspende - Die verschwiegene Gefahr", aber "Organspende - Die verschwiegene Seite". Diese Schrift ist von der Gruppe KAO: xyz://www.initiative-kao.de/kao-organspende-die-verschwiegene-seite-2011.pdf]]

"Den Hirntod gibt es überhaupt nicht. Er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin." Franco Rest

Dies ist zwar ein Zitat von Franco Rest, aber der Inhalt ist falsch. Im Jahr 1967 wurde das erste Herz transplantiert, doch im Jahr 1960 wurde die erste Hirntoddiagnostik veröffentlicht, zum Zwecke der Beendigung einer sinnlos gewordenen Therapie, siehe: Wertheimer

Ausgabe 47/2016

Denn ein Herz oder eine Lunge können nur gespendet werden, wenn sie weiter durchblutet werden und bis zur Transplantation ihre Aufgabe im Körper erfüllen. 1968 wurde deshalb der Begriff des Hirntods eingeführt.

Im Jahr 1960 wurde die erste Hirntoddiagnostik veröffentlicht, zum Zwecke der Beendigung einer sinnlos gewordenen Therapie, siehe: Wertheimer

Hirntote Tiere werden geschützt – 'hirntote' Menschen nicht! ... Selbst Eingriffe am Tier, dessen Gehirn unwiderruflich durch die tiefe Narkose geschädigt wurde, dessen sonstige Organe aber noch funktionieren, sind ohne behördliche Genehmigung strafbar. ... Der hirntote Mensch wird nicht geschützt, sondern die Transplantationsmedizin zielt darauf ab, seine Organe für andere Menschen zu nutzen

Nach § 3 TPG muss zur Organentnahme neben dem Hirntod auch die Zustimmung zur Organentnahme vorliegen. Damit ist der Hirntote sehr wohl gesetzlich geschützt.

Hans Stolp

Hans Stolp sagte in einem Interview über den Hirntod:[Anm. 3]

Ein hirntoter Mensch atmet noch, sein Blut strömt, sein Herz klopft und sein Körper ist warm.

Hirntod und Eigenatmung schließen sich aus. Alle Hirntote müssen künstlich beatmet werden.

Es ist ein Mensch, der im Koma liegt, er ist aber nicht tot. Die Definition, dass ein Mensch, der in einem tiefen Koma liegt, hirntot sei, ist im letzten Jahrhundert in Amerika entstanden, als man Organe für Organtransplantationen brauchte.

Die Überlegung zum Hirntod reichen Jahrhunderte zurück. Die Definition hat primär nichts mit Organspende zu tun, sondern mit dem Ende einer sinnlos gewordenen Therapie. In Frankreich und in Deutschland hat man zuerst Hirntote als Tote angesehen. Vorlage:Zitate2 Kein Hirntoter atmet selber. Die Organe müssen durchblutet werden. Das Gehirn ist abgestorben. Daher sind Hirntote keine Komatöse, sondern Tote.

Es kommt also vor, dass hirntote Menschen wieder aufwachen.

Es ist noch nie ein Hirntoter wieder ins normale Leben zurückgekehrt. Siehe: Lebende Hirntote

Eine Frau gebar ein Kind und ein Mann bekam eine Erektion.

Dass bei schwangeren Hirntoten die Schwangerschaft bis zur Entbindung durch Kaiserschnitt (meist vor der 30. SSW) fortgesetzt wird und dass Männer eine Erektion haben können, widerspricht nicht dem Zustand Hirntod.

Wenn sich letzte Fragen stellen

Veronika Hackenbroch schrieb im "Der Spiegel" 10/2015 auf Seite 14 den Artikel "Wenn sich letzte Fragen stellen".

Der Hirntod ist kein natürlicher Zustand. Es gibt ihn medizinisch erst, seitdem wir Intensivstationen in Krankenhäusern haben, auf denen Beatmungsmaschinen die Patienten künstlich am Leben halten.

Richtig ist, dass der Hirntod kein natürlicher Zustand ist und dass es ihn erst seit dem Einzug der künstlichen Beatmung auf den Intensivstationen in den 1950er Jahren gibt. Damit werden die Patienten - wie auch die Hirntoten - künstlich beatmet. Dass sie "künstlich am Leben (ge)halten" werden, ist eine Interpretation. Wenn ein Hirntoter mit der künstlichen Beatmung künstlich am Leben gehalten wird, warum heißt es in der Richtlinie von 2015, dass mit der HTD "der Tod des Menschen festgestellt" (S.2) ist? Wenn Hirntote künstlich am Leben gehalten werden würde, dann dürfte die künstliche Beatmung bei Hirntoten nicht abgeschaltet werden.

So trug vor Jahren eine hirntote Schwangere ein Kind aus.

Etwa alle 5 bis 10 Jahre wird in Deutschland aus einer schwangeren Hirntoten ein lebendes Kind geboren.[Anm. 4] Siehe: Schwangere Hirntote

Der Ethikrat löst mit seiner Stellungnahme in Deutschland eine überfällige Debatte aus, die in Amerika bereits seit einigen Jahren geführt wird. Zudem sorgt er endlich für eine freie Diskussion über Gehirntod und Organspende.

Warum handelt es sich um eine in Deutschland "überfällige Debatte"? In den USA ist der Hirntod definiert als Hirnstammtod, in D/A/CH als Gesamthirntod. Das sind inhaltliche Unterschiede.

"Mit dem Hirntod ist naturwissenschaftlich-medizinisch der Tod des Menschen festgestellt", heißt es apodiktisch in den Richtlinien der Bundesärztekammer. ...

Damit ist es nun vorbei, dafür sorgt der Ethikrat. Nun liegt es an den Ärzten und Krankenkassen, Angehörige so aufzuklären, wie es der Rat empfiehlt. Sie müssen Ängste und Zweifel, die Menschen im existenziellen Grenzfall haben, ernst nehmen. Alle Beteiligten haben ein Recht auf Information. Erst dann können sie Entscheidungen über Leben und Tod treffen und auch darüber, ob sie Organe spenden wollen.

Dieses Zitat ist aus der 2. Seite der HTD des Jahres 1997. Es stellt sich die Frage, warum V.H. nicht die aktuelle Version genommen hat, die rund 6 Monate zuvor in Kraft getreten ist.[Anm. 5]
Die Stellungnahme des DER wurde am 24.2.2015 veröffentlicht. Am 30.3.2015 genehmigte das Bundesministerium für Gesundheit die von der BÄK ausgearbeiteten neuen Richtlinie zur HTD. Dieser Artikel erschien im Oktober 2015, somit 6 Monate später. In der neuen Richtlinie heißt es bereits in der Überschrift "Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 TPG für die Regeln zur Feststellung des Todes ..."
In der Richtlinie gibt es noch eine Reihe von Texten, die sich auf den Tod beziehen: "Ein spezielles Verfahren zur Feststellung des Todes ist die Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (sog. 'Hirntoddiagnostik') ... Gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 2 TPG ist Voraussetzung für die Zulässigkeit der Entnahme von Organen oder Geweben, dass der Tod des Organ- oder Gewebespenders nach Regeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist. ... und dass der irreversible Hirnfunktionsausfall und somit der Tod nach den Maßgaben der Richtlinie sicher und unzweifelhaft diagnostiziert werden kann." (S.1)
"Regeln zur Feststellung des Todes ... Mit der Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms (irreversibler Hirnfunktionsausfall) ist naturwissenschaftlich-medizinisch der Tod des Menschen festgestellt. ... Die in dieser Richtlinie dargestellten Verfahrensregeln zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, einschließlich der dazu jeweils erforderlichen ärztlichen Qualifikation, dienen der Todesfeststellung in der Intensivmedizin. ... Auf diesem Vorgehen beruht die Sicherheit der Todesfeststellung." (S.2)
Der Schlusssatz im Vorwort lautet: "Mit der Veröffentlichung dieser Vierten Fortschreibung der Richtlinie wird die Hoffnung verbunden, möglichen Unsicherheiten und Ängsten in diesem sensiblen Feld der Intensivmedizin auf verständliche und nachvollziehbare Weise entgegenzutreten und so das Vertrauen in die richtlinienkonform durchgeführte sichere Todesfeststellung weiter zu stärken." (S.2)
Daneben gibt es in dieser Richtlinie noch weitere Stellen, in denen der Hirntod als der Tod des Menschen genannt ist.
Entweder lag V.H. diese über das Internet öffentlich zugängliche neue Richtlinie beim Verfassen des Artikels nicht vor oder bei ihr wurden die "möglichen Unsicherheiten und Ängsten" nicht zerstreut und somit nicht "das Vertrauen in die richtlinienkonform durchgeführte sichere Todesfeststellung" gestärkt.

Organspenden: kaum Transparenz (2015)

Dr. Maria Macht veröffentlichte am 21.10.2015 in Oberpfalznet den Artikel "Organspenden: kaum Transparenz".

Kosten bei Weiterbehandlung

Bis heute habe ich noch in keinem Aufklärungs-Artikel einer Krankenkasse zum Thema Organspende oder durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO ) davon gehört, wie es mit der Bezahlung der weiteren Intensiv-Behandlungskosten für den Todkranken steht, wenn dieser in seinem Organspendeausweis oder wenn seine Angehörigen bei Befragung eine Organspende ablehnen, aber eine Weiterbehandlung trotz "Hirntoddiagnose" wünschen.

Dies mag stimmen, dass Dr. Maria Macht dies an den angegebenen Stellen noch nicht gelesen hat. Sie hätte jedoch auch bei der DSO oder Krankenkasse nachfragen können. Beide hätten ihr die gleiche Antwort gegeben: Wenn der Hirntod festgestellt ist, und weder eine Schwangerschaft noch eine Zustimmung zur Organspende vorliegt, und die Hinterbliebenen auf eine Fortsetzung der intensivmedizinischen Behandlung bestehen, zahlt der Auftraggeber, d.h. diese Hinterbliebenen.
Begründung: Mit Feststellung des Hirntods ist der Mensch medizinisch und juristisch tot. Daraus resultiert, dass das Versicherungsverhältnis zwischen Krankenkasse und Versicherten mit Feststellung des Hirntods erlischt, d.h. die Krankenkasse zahlt keine Weiterbehandlung des Hirntoten. Bestehen jedoch die Hinterbliebenen auf die Fortsetzung der Behandlung, sind sie die Auftraggeber und zahlen auch.[Anm. 6]
Ausnahmen: Liegt eine Zustimmung zur Organentnahme vor, zahlen diese die Krankenkassen der Organempfänger die Weiterbehandlung bis zur Organentnahme (meist 12 bis 18 Stunden). Liegt Schwangerschaft vor, zahlt die Krankenkasse der Hirntote die Weiterbehandlung bis zur Geburt des Kindes.
Es ist alles klar geregelt. Man muss nur nachfragen.

Hirntote könnten überleben

Der ärztlicherseits festgestellte "irreversible Hirnfunktionsausfall" eines Patienten wird in einer amtlichen Sterbeurkunde als Tod des Patienten dokumentiert. Ein Schwerstkranker mit irreversiblem Hirnfunktionsausfall kann aber ohne Organ-Explantation noch Stunden bis Wochen weiterleben (oder im Extremfall überleben). Werden in dieser Zeit pflegerische und ärztliche Maßnahmen beansprucht, haben deren Kosten der Sterbende/Verstorbene bzw. seine Angehörigen zu tragen. Das Bundesministerium für Gesundheit, die Krankenkassen, die DSO und die Bundesärztekammer schweigen über dieses Übereinkommen.

Zum "überleben" siehe: Alan Shewmon

Ich habe bei der DSO hierzu nachgefragt und erhielt o.g. Antwort.

Niemand würde durch Organmangel sterben

Organmangel ist ein strukturelles Problem. Mit Aussagen wie "wegen mangelnder Organspendebereitschaft sterben täglich drei Patienten, die auf ein Organ warten" wird moralischer Druck aufgebaut. Diese Patienten auf der Warteliste sterben primär, weil sie eben sterbenskrank sind.

Siehe: Ertrinkender

Warteliste würde immer länger sein als der Organbedarf

Die Warteliste wird aus allen diesen Gründen immer viel länger sein bzw. der Organbedarf größer, als die Zahl gespendeter Organe.

Spanien und Kroatien haben ein Mehr an Organen als sie selbst brauchen. Die "Sättigung des Marktes" ist damit keine Utopie, sondern durchaus Realität.

Aufklärung sähe anders aus

Aufklärung und Transparenz sehen anders aus als das, was die Krankenkassen und die DSO dazu anbieten.

Nach TPG sind die Krankenkassen und die BZgA für die Aufklärung zu Organspende zuständig, nicht die DSO. Man muss nur anfragen.

Organspende: Herz um Herz (2015)

pro-medienmagazin veröffentlichte am 9.7.2015 den Artikel "Organspende: Herz um Herz".

Der letzte Atemzug

Der Hirntote nimmt seinen letzten Atemzug nicht in seinem Krankenzimmer, umringt von Vater und Mutter, die ihn seit dem Unfall täglich besuchen und stundenlang seine Hand halten. Der Mann, der sieben Monate später Vater geworden wäre, haucht sein Leben im Operationssaal aus.

Der Hirntote nahm seinen letzten Atemzug vor seiner künstlichen Beatmung. Dies war Stunden vor Feststellung des Hirntodes.
Dass der Hirntote im OP gestorben sei, drückt aus, dass hier der Hirntod nicht als der Tod des Menschen angesehen wird, sondern dass nach wie vor am Herz-Lungen-Tod als Tod des Menschen festgehalten wird.

normale Reaktion bei der Organspende

Wahrscheinlich hat der Hirntote bei der Organentnahme gezuckt, vielleicht ist seine Herzfrequenz gestiegen, vielleicht hat sich sein Gesicht rötlich verfärbt.

Hier werden Vermutungen und Annahmen genannt.
Eine Studie belegt, dass der Anstieg der Herzfrequenz bei der Organentnahme bei rund 30% vorkommt. Siehe hierzu: Schmerzwahrnehmung

Das Nein zur Organspende

Manche Eltern meinen, dass sie über die Frage der Organentnahme bei ihren Hirntoten Kindern entscheiden dürfen.

Eltern haben nach § 2 TPG in diesen Fällen über die Frage der Organspende bei ihren hirntoten Kindern zu entscheiden:

  • wenn dieses Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  • wenn sich ihr 14- oder 15-jähriges Kind nicht gegen die Organspende ausgesprochen hat.
  • wenn sich ihr 16- oder 17-jähriges Kind nicht zur Organspende entschieden hat.

Hat das Kind das 18. Lebensjahr vollendet, gelten nach § 1a TPG die Regeln bei Erwachsenen. Danach gilt diese Reihenfolge: a) der Ehegatte oder der eingetragene Lebenspartner; b) die volljährigen Kinder; c) die Eltern oder entsprechender Sorgeinhaber; d) die volljährigen Geschwister; e) die Großeltern.
Ist das Kind verheiratet und hat bereits volljährige Kinder, so haben rein juristisch betrachtet zunächst vor den Eltern noch der Ehepartner und danach die volljährigen Kinder die Entscheidung zu treffen.[Anm. 7]
Wichtig: Ist der Hirntote volljährig, sollte seine Entscheidung gelten (Selbstbestimmungsrecht). D.h. wenn weder eine schriftliche noch eine mündliche Erklärung zur Frage der Organspende vorliegt, sollten sich die Hinterbliebenen darum bemühen, im Sinne des Hirntoten zu entscheiden. Nur wenn es keinen Anhaltspunkt für die Haltung des Hirntoten zur Organspende gibt, haben die Hinterbliebenen nach § 1a TPG stellvertretend für ihn zu entscheiden. Siehe hierzu auch: Zustimmung

Organspende: Nächstenliebe über den Tod hinaus? (2015)

Kath.net veröffentlichte am 4.3.15 eine eigene Zusammenfassung über das Positionspapier des DER.

Geeignetes Kriterium für die Organentnahme

Eine Organspende ist nur zulässig, wenn der Tod des möglichen Organspenders festgestellt ist. Eine Mehrheit im Deutschen Ethikrat erklärte Ende Februar, dass der Hirntod – das unumkehrbare Erlöschen aller Hirnfunktionen – dafür ein geeignetes Kriterium sei.

Die Mehrheit des DER - 19 von 26 - hält den Hirntod als den Tod des Menschen, die Minderheit - 7 von 26 - ist hier anderer Meinung. Mehrheit und Minderheit sehen jedoch den Hirntod als geeignetes Kriterium an, um Organentnahme vornehmen zu können, wenn hierzu die Zustimmung vorliegt.

Hirntod sei voraussichtliches Erlöschen

Der Hirntod sei mit Sicherheit nicht der Tod des Menschen. Er werde in Deutschland diagnostiziert, wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander das voraussichtlich Erlöschen aller Funktionen des Groß-, Klein- und Stammhirns feststellten.

Der Hirntod ist nicht das voraussichtliche Erlöschen aller Hirnfunktionen, sondern das bereits eingetretene Erlöschen aller Hirnfunktionen.

Sterben in Würde

Julia Wächter veröffentlichte am 29.1.15 in kath.net ein Interview mit Robert Spaemann.

Aufgabe des Arztes habe sich gewandelt

Damals holte man den Arzt also, um sicher zu sein, jemanden nicht vorzeitig zu töten. Und manchmal konnte er sagen: Moment, dieser Mensch ist noch nicht tot. Es gibt noch eine Spur von Atem beispielsweise. Jetzt aber ist es genau umgekehrt. Bei der künstlichen Lebensverlängerung, wenn ein Mensch an Apparate angeschlossen ist und nur durch deren Hilfe am Leben bleibt, wird heute oft davon gesprochen, der Mensch sehe nur lebendig aus, er atmet noch und hat noch eine rosige Gesichtsfarbe, aber das sei alles nur wegen der Maschinen. In Wirklichkeit aber sei er tot – ein Appell zur Organentnahme. Der Arzt spielt nun die umgekehrte Rolle. Früher war es die Rolle der Vorsicht, nicht zu früh jemanden zu begraben. Jetzt dient er dazu, die Skrupel beiseite zu räumen und zu sagen: Lass mal, der ist tot.

Nicht die Aufgabe des Arztes hat sich gewandelt, sondern die Feststellung des Todes. Noch immer stellt der Arzt den Tod fest, früher wie auch heute, ob bei Herz-Lungen-Tod oder bei Hirntod.

Bleibender Stachel im Fleisch (2015)

Gerd Felder veröffentlichte zum 18.1.2015 im Konradsblatt 3/2015 auf Seite 20-23 den Artikel "Bleibender Stachel im Fleisch. Das Hirntod-Konzept gerät immer mehr in die Diskussion".

Definition des Hirntods seit 1997

"In Deutschland definierte 1997 der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer den Hirntod wie folgt: Der Hirntod wird definiert als Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms." (S. 20)

1997 erfolgte die 3. Fortschreibung der "Richtlinie zur zur Feststellung des Hirntods". 1991 war die 2. Fortschreibung mit der Definition des "irreversiblen Erloschenseins der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms". 1982 wurde die 1. Fassung veröffentlicht, in der der Hirntod als "irreversiblen Verlust der Großhirn- und der Hirnstammfunktion gekennzeichnet" wurde.

schwangere Hirntote würden beweisen, dass sie leben

Heinz-Josef Algermissen: "Die Behandlung von schwangeren 'Hirntod'-Patientinnen, deren Kinder normal entwickelt geboren werden, beweist, dass solche Menschen zwar schwer krank, aber lebende Menschen sind." (S. 21)

Entweder sind es Patientinnen oder Tote. Beides ist nicht möglich.
Siehe hierzu: Schwangere Hirntote

Hirntote seien "Sterbende im Hirnversagen"

Heinz-Josef Algermissen: "Einen Sterbenden im Hirnversagen für tot zu erklären, um bei einer Organentnahme eine Tötung zu umgehen, stellt eine willkürliche Setzung dar, die mit Realität als Voraussetzung für jede ethische Betrachtung nicht zu vereinbaren ist." (S. 21)

Das Gehirn von Hirntoten hat nicht versagt, sondern ist biologisch tot. Da gibt es keinen Stoffwechsel. Das ist mehr als Hirnversagen.

Die Setzung der Definition Hirntod ist nicht willkürlich, sondern aus der Überlegung heraus, dass Wahrnehmung, Bewusstsein und Erinnerung erloschen sind.

Hirntote würden an Herz-Lungen-Maschine hängen

"... und der Gesamtkreislauf des Organismus bis zur Organentnahme durch eine Herz-Lungen-Maschine aufrechterhalten bleibt." (S. 20)

Das Kennzeichen jedes Hirntoten ist das schlagende Herz bei abgestorbenem Gehirn. Da die Atmung vom Hirnstamm ausgeht, ist bei Hirntoten die Eigenatmung erloschen. Daher bedarf es nur einer künstlichen Beatmung, keiner Herz-Lungen-Maschine.

Alan Shewmon

"Das widerspricht nun allerdings den Erfahrungen des amerikanischen Neurologen Alan Shewmon. Dieser hat zahlreiche Fälle hirntoter Patienten dokumentiert, deren Organismus trotz diagnostizierten Hirntods weiter funktionierte, etwa Wunden heilte, schwitzte, Ausscheidungen produzierte; schwangere Hirntote können sogar Kinder austragen." (S. 22)

Die Aufzählungen zeigen nur, dass bei Hirntoten durch künstliche Beatmung und künstliche Ernährung die Grundfunktionen des Körpers aufrecht erhalten bleiben, nicht dass der Hirntote lebt. Siehe: Alan Shewmon und Intermediäres Leben

Hirntote seien weder Lebende noch Leichen

Ralf Stoecker: "Hirntote sind weder klar Lebende noch klare Leichen ... Sie sind nicht schon tot, sondern noch sterbend und befinden sich in einem Zwischenzustand, den es eigentlich gar nicht geben kann." (S. 22)

Hirntod ist ein künstlicher Zustand, den es in der Natur nicht gibt. Ihn als "Zwischenzustand" zu definieren stellt die Frage auf, zwischen was? Leben ist definiert. Tod ist definiert. Dazwischen gibt es nichts.
Hirntod ist wie der biologische Tod eine Station des [[Sterbeprozess]es.

Für Hirntod ein Zwischenreich einführen

Ralf Stoecker: "Wir sollten einen dritten Zustand zwischen Leben und Tod, eine Art Zwischenreich einführen und die Hirntod-Debatte hinter uns lassen, ohne der Transplantationsmedizin die Grundlage zu entziehen." (S. 23)

Wozu einen dritten Zustand einführen? Tod ist ein definierter Schnitt im Sterbeprozess. Hilfreicher ist hierbei, den Hirntod zu verstehen.

Das Gehirn sei Steuerungszentrum

Gerhard Höver: Das Hirntod-Konzept "basiert auf der Annahme, dass das Gehirn der Sitz aller Mentalität oder Geistigkeit und zugleich auch das Steuerungszentrum aller körperlichen Prozesse ist. Dahinter steht die Vorstellung einer Dualität von Geist und Körper, wie sie schon zu Beginn der Neuzeit entwickelt worden ist. Aus dem Blick geraten ist der vermittelnde Begriff 'Leben'. Leben ist nicht einfach nur Geistigkeit und auch nicht einfach nur Körperlichkeit, sondern die leib-seelische Ganzheit, als die wir als Menschen konkret existent sind." (S. 22)

In Deutschland hat in der Entwicklung des Hirntod-Konzeptes kein Arzt behauptet, dass das Gehirn ein "Steuerungszentrum aller körperlicher Prozesse" sei. Diese Auffassung kommt aus den USA. Gegen diese Auffassung trat Alan Shewmon auf. - Dass Kinder länger aus der Todeszone geholt werden können, weiß man schon Jahre vor der Studie von Alan Shewmon, weswegen bei Erwachsenen bei Herzstillstand 30 Minuten bei Kindern 60 Minuten Herzdruckmassage ausgeführt wird, bevor man sie als erfolglos beendet. Dies schlägt sich auch in den Beobachtungszeiten der HTD nieder: 1986 und 1991 wurde für Kleinkinder bis 2. Lebensjahr 24 Stunden und für ein Neugeborenes 3 Tage Beobachtungszeit vorgeschrieben, bei Erwachsenen 12 Stunden.

Bei Hirntoten ist die "leib-seelische Ganzheit" zerbrochen. Daher sind Hirntote keine Lebende, sondern Tote.

1968 hätte auch das Rückenmark ausgefallen sein

Gerhard Höver: "Musste 1968 noch das gesamte Zentralnervensystem (inklusive Rückenmark) ausgefallensein, um einen Menschen für tot zu erklären, so reduzierte man den Katalog der so genannten kritischen Funktionen genau in dem Maße, wie man diese bei Menschen mit völligem Hirnversagen festgestellt hat." (S. 22f)

Organspende oder Raub? (2014)

Der Columban-Zweig Überlingen der Anthroposophischen Gesellschaft lud unter dem Titel "Organspende oder Raub?" zu einem Vortragsabend in den Kursaal ein. Andreas Zucker, Allgemeinmediziner aus Salem, und Annegret Kneer, Leiterin eines Hospizes in Wangen, sprachen über das Thema Organspende. Der Südkurier berichtete am 6.11.2014 unter der Überschrift "Kritischer Blick auf Organspende" hierüber.

"Organspende oder Raub?"

Es wurde zum Titel "Organspende oder Raub?" eingeladen.

Der Titel "Organspende oder Raub?" ist ein reißerischer Aufmacher. Der Inhalt des Artikel spiegelt zwar Organspende wieder, aber nichts von Raub.

Trennung des Pflegepersonals

"Bezeichnend sei auch die Tatsache, dass das Pflegepersonal vom Explantationsteam strikt getrennt ist und die Ausführenden vorher keinen Kontakt zu dem Patienten haben dürften."

Bei keiner Operation geht jemand von der Station oder Intensivstation mit in den OP, um dort zu assistieren. Warum sollte das dann bei einer Organentnahme sein? - Diese strikte Trennung hat nichts mit Organspende zu tun, sondern ist ein Standard in allen Kliniken in Europa.

Wir haben kein Recht auf Suizid

"'Wir haben kein Recht, Hand an uns zu legen', sagte sie im Hinblick auf die aktuelle politische Diskussion um Sterbehilfe. Sie befürchtet einen Trend zum assistierten Suizid, der zu einer gesellschaftlichen Pflicht werden könnte."

Organspende hat weder mit Sterbehilfe noch mit Suizid zu tun: Ist der Hirntod festgestellt, wird die künstliche Beatmung abgeschaltet (worauf nach wenigen Minuten das Herz stehen bleibt), es sei denn, es liegt eine Zustimmung zur Organentnahme vor.

Immunsuppressiva bewirken Zweitkrankheiten

"Die aufwändige Medikation nach einer Transplantation bewirke oft Zweitkrankheiten und ein erhöhtes Krebsrisiko, sagten die Referenten."

Die [Risiken der Immunsuppressiva] gibt es. Die Wahl dieser Patienten lautet jedoch: Mit TX weiterleben oder gleich auf den Friedhof. Diese Menschen haben sich für die TX entschieden. Andere Menschen haben entschieden, ihnen mit einer Organspende zu helfen. - Wer mag den einen oder den anderen es verwehren?

Unter Datei:OT Ergeb.pdf kann man einige Seiten aus einer noch nicht veröffentlichen Umfrage unter Transplantierten ansehen. Danach ist für rund 90% der Transplantierten die TX ein wahres Geschenk, 1% sehen es anders.

Die andere Seite der Organspende (2014)

Jürgen Gückel veröffentlichte am 20.10.2014 im Göttinger Tagblatt den Artikel "Die andere Seite der Organspende - Wer Spenderpass unterschreiben will, sollte alles wissen". Darin berichtet Gückel von der Gründung eines Initiativkreises, der "der Transplantationspraxis kritisch gegenüber steht".

Organe würden Sterbenden entnommen

"Beunruhigend sei auch, dass Organe, die Sterbenden entnommen werden, ehe sie endgültig tot sind, regelrecht zur Ware geworden seien."

Organe werden Hirntoten entnommen, keinen Sterbenden. Dies schreibt das TPG in den §§ 3, 9 und 16 ausdrücklich vor. "Hirntod" bezeichnet die besondere Form des Todes.[Anm. 8]

Entnommene Organe sind in Deutschland und allen zum Verbund von Eurotransplant gehörenden Ländern keine Wahre, da hier die Organe nicht gehandelt werden. In Deutschland verbietet § 17 TPG ausdrücklich den Organ- und Gewebehandel. In § 18 TPG sind die Straf- und Bußgeldvorschriften genannt, wer gegen § 17 TPG verstößt. In Absatz 3 heißt es: "Der Versuch ist strafbar."

Der Hirntod sei reversibel

"Wer sich entscheiden wolle, der müsse wissen, dass der Hirntod eben nur eine Station des Sterbeprozesses sei. Noch dazu, wie spektakuläre Fälle zeigten, nicht immer irreversibel."

Der Hirntod ist irreversibel. Jede anderslautende Aussage ist sachlich falsch.

Die "spektakuläre Fälle" sind leider nicht näher bezeichnet. Wie jedoch unter Lebende Hirntote aufgezeigt ist, handelt es sich weltweit in 5 Fällen um unkorrekt durchgeführte Hirntotdiagnostiken. In allen anderen Fällen waren die Menschen nicht hirntot, sondern wurden von den Berichterstattern oder Coautoren zu Hirntoten gemacht.

Akt der Nächstenliebe oder Tötung? (2014)

Hans-Joachim Türk veröffentlichte am 06.10.2014 im Bayerischen Rundfunk den Beitrag "Akt der Nächstenliebe oder Tötung?"[1]

Hirntod

Hirntod habe den Herztod abgelöst

"Der Hirntod, der als Feststellung des Todes den Herztod abgelöst hat, wird ohne Bedenken anerkannt."

Der Herztod begann Ende des 18. Jh. als sicheres Todeszeichen auszulaufen. Seit den ersten erfolgreichen Reanimationen gehört der Herzstillstand zu den unsicheren Todeszeichen. Erst Totenstarre und Totenflecken gehören zu den frühen sicheren Todeszeichen. Der Hirntod kam als weiteres sicheres Todeszeichen mit hinzu.

Organspende sei als Verstümelung angesehen worden

"Papst Johannes Paul II. bezeichnete 1995 die Organspende als Ausdruck vorbildlicher Nächstenliebe. Das stellt eine ziemliche Wende in der Haltung der katholischen Kirche beim Thema Organspende. Denn bis in die 50er Jahre sprach die katholische Kirche vom Verstümmelungsverbot."

Dass Organspende Verstümmelung sei, implementiert der Autor, aber nicht die kath. Kirche, denn Papst Pius XII. (1876-1958) sagte in einer Ansprache am 24.11.1957 auf die Frage um Weiterbeatmung eines schwer komatösen Patienten:[2]
""Wenn tiefe Bewusstlosigkeit für permanent befunden wird, dann sind außerordentliche Mittel zur Weiterbehandlung des Lebens nicht obligatorisch. Man kann sie einstellen und dem Patienten erlauben zu sterben."

Damals war der Hirntod noch nicht bekannt. Der Zustand wurde daher mit "tiefe Bewusstlosigkeit für permanent befunden" beschrieben. Auch deswegen die Formulierung von "erlauben zu sterben". Dabei ist beim Hirntod das Gehirn bereits abgestorben. Damit ist der Mensch als bewusst denkendes Wesen gestorben.

Bereits 1990 bezeichnete der Rat der Evangelischen Kirche Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz in ihrem ersten gemeinsamen Text die Organspende als "ein Akt der Nächstenliebe". die genannten 1995 sind somit 5 Jahre später.

Havard-Kommission hätte Gesamthirntod verabschiedet

"Seit der Erklärung der Havard-Kommission von 1968 gilt weltweit, dass der Hirntod als Tod von Großhirn, Hirnstamm und Kleinhirn dabei den Ausschlag gibt. "

Der genannte Gesamthirntod gilt in D/A/CH. In den USA, Großbritannien und Polen gilt der Hirnstammtod.

Komapatienten seien sonst keine Menschen

"Der Mensch ist nicht nur Gehirn, sonst wären Komapatienten und Gehirngeschädigte keine Menschen mehr."

Der Hirntote bleibt in gleicher Weise wie der Herztote auch in seinem Tod ein Mensch. Beides sind jedoch tote Menschen. Der Komapatient ist hingegen ein lebender Mensch, auch wenn er zu keiner Denkleistung fähig ist.

Ist es Organspende moralisch erlaubt?

"Sterben ist ein differenzierter Prozess, der sich hinzieht, so dass ein genauer Zeitpunkt des Todeseintritts nicht festgestellt werden kann. Erst im Nachhinein ist eine zuverlässige Aussage möglich. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob es moralisch erlaubt ist, sich als noch Lebender vor dem endgültigen Tod für eine Spende zur Verfügung zu stellen."

Das Sterben ist ein Prozess, der Tod eine Definition. Ob Herz-Lungen-Tod, Hirntod, biologischer Tod oder absoluter Tod, sie alle sind eine Definition.

Ob es moralisch erlaubt ist, dass Hirntote Organe spenden, haben die beiden großen Kirchen im Jahre 1990 mit ihrer gemeinsamen Erklärung bereits beantwortet: Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe.
Dabei wurde in diesem Papier der Hirntod sehr trefflich beschrieben: "Der Hirntod bedeutet ebenso wie der Herztod den Tod des Menschen. Mit dem Hirntod fehlt dem Menschen die unersetzbare und nicht wieder zu erlangende körperliche Grundlage für sein geistiges Dasein in dieser Welt. Der unter allen Lebewesen einzigartige menschliche Geist ist körperlich ausschließlich an das Gehirn gebunden. Ein hirntoter Mensch kann nie mehr eine Beobachtung oder Wahrnehmung machen, verarbeiten und beantworten, nie mehr einen Gedanken fassen, verfolgen und äußern, nie mehr eine Gefühlsregung empfinden und zeigen, nie mehr irgendetwas entscheiden. ... Hirntod bedeutet also etwas entscheidend anderes als nur eine bleibende Bewußtlosigkeit, die allein noch nicht den Tod des Menschen ausmacht."

Sonstiges

EKD und Organtransplantation

Der erste genannte Link am Ende des Beitrags lautet: "EKD und Organtransplantation [Papier der EKD zur Organtransplantation von 1990)".

Klickt man diesen Link an, kommt man zwar auf die Seite der EKD,[3] doch das Papier heißt "Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD, 1990, Bonn / Hannover". Damit hätte man in gleicher Weise auch schreiben können: "DBK und Organtransplantation [Papier der DBK zur Organtransplantation von 1990)" mit einem Link zu http://www.dbk-shop.de/media/files_public/yxugydsoujj/DBK_61.pdf - das wäre genauso falsch gewesen.

Eine korrekte Darstellung hätte gelautet: ""EKD und DBK zur Organtransplantation [Gemeinsames Papier zur Organtransplantation von 1990)".

kurzer Abriss über die Geschichte der Organspende

- 1962 wurde die erste Niere verpflanzt - 1967 in den USA die erste Leber übertragen - 1967 gelang Christiaan Bernard in Kapstadt die erste Herztransplantation - 1968 folgte die erste Lungenübertragung - 1987 war die erste Dünndarmtransplantation - 1967 wurde "Eurotransplant" zur Organisation der Transplantationen in Mitteleuropa gegründet - 1997 trat in Deutschland das Transplantationsgesetz in Kraft - 2012 kam der Organspendeskandal ins Rollen: An einigen Kliniken wurden Organe nicht nach medizinischen Kriterien verteilt

So wird die Geschichte der Organspende dargestellt, von den ersten Organtransplantationen über die Verabschiedung des TPG und 15 Jahre später der Organspendeskandal. - Ist es nicht vorbildlich, dass Organspende 15 Jahre lang ohne nennenswerte Skandale vorzüglich gelaufen ist?

Dazu im Vergleich der Straßenverkehr: Wie viele rote Ampeln werden täglich von Autofahrern missachtet? Wie viele Strafanzeigen erfolgen wegen massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen? Wie viele Menschen kommen täglich im Straßenverkehr zu Tode? - Und niemand ist da, der die Schließung von Autobahnen fordert.
Warum verhalten sich Menschen bei der Organspende so völlig anders?[Anm. 9]

TX müsse ersetzt werden (2014)

Alexandra Manzei gab für das Deutschlandradio ein Interview, das am 29.3.2014 unter der Überschrift "Die Transplantationsmedizin muss ersetzt werden" ins Internet gestellt wurde.[4]

Hirntod

Fehlerquote von 0,67 Prozent

Christopher Ricke, der das Interview führte, schreibt in seiner Einführung zu diesem Interview mit Prof. Alexandra Manzei: "Es gibt nämlich zu viele Fehler bei der Diagnose Hirntod. Das heißt, es werden offenbar Menschen Organe entnommen, die noch gar nicht hirntot sind. Die Deutsche Stiftung Organspende spricht da von 0,67 Prozent Fehlerquote. Das klingt nicht viel, wären aber umgerechnet immerhin sechs Patienten, bei denen im vergangenen Jahr der Hirntod fälschlich diagnostiziert wurde."

Wenn man hingegen die Informationen der DSO vom Februar 2014 liest, stellt sich das ganz anders dar: "In zwei Fällen ist es nach Information der DSO zu einer Organentnahme nach formal fehlerhafter Hirntoddiagnostik gekommen. In einem Fall hat eines der vier Hirntodprotokolle gefehlt und in dem anderen Fall sind die Untersuchungszeiten nicht korrekt eingehalten worden. Es wurde jedoch zweifelsfrei bestätigt, dass beide Spender vor der Organentnahme hirntot waren. In den weiteren Fällen wurde auf Intervention von Koordinatoren der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) die Hirntoddiagnostik korrekt wiederholt oder es hat bei weiterhin zweifelhafter Diagnose keine Organentnahme stattgefunden."[5]

Komapatienten würden als tot gelten

"Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Bedarf von Organen in der Transplantationsmedizin, und man hat dann in einer doppelten Bestimmung festgelegt, dass diese Komapatienten, die eben nicht mehr aufwachen, gleichzeitig als tot gelten."

Koma und Hirntod sind zwei deutlich voneinander zu trennende Begriffe.

  • Bei Komatösen funktioniert noch teilweise Großhirn, Kleinhirn oder Hirnstamm. Menschen im Apallischen Syndrom[Anm. 10] besitzen zwar keine oder sehr eingeschränkte Wahrnehmung, aber sie haben noch teilweise Hirnstammreflexe.
  • Bei Hirntoten mit ([Gesamthirntod]) funktioniert in Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm nichts mehr. Die Gehirnzellen sind abgestorben, sodass noch nicht mal mehr Hirnstammreflexe festzustellen sind.

Menschen, die wiederbelebt werden können, würden tot sein

"Und da muss man sich die Frage stellen, wie können wir bei einem Patienten, der sozusagen in der Lage ist, wiederbelebt zu werden, dann noch davon ausgehen, dass er tot ist."

Vorausgehend spricht Prof. Manzei von der Wiederbelebung nach dem Maastrichter Protokoll und damit von dem in Deutschland verbotenen DCD, um abschließend diese Aussage zu treffen. Diese wiederbelebten bzw. wiederzubelebenden Menschen sind in Deutschland keine Toten, es sei denn, es wird an ihnen der Hirntod festgestellt. Hirntod ist aber völlig unabhängig von DCD der Tod des Menschen, weil hier zwar der Körper aber nicht mehr der Mensch reanimiert werden kann.

Man würde den Menschen weismachen, dass "hirntote Patienten" Tote seien

"Eines der großen Dilemmata im Moment sehe ich darin, dass man den Menschen weismacht, dass es sich bei hirntoten Patienten um Tote handelt."[Anm. 11]

Der Ausdruck "hirntote Patienten" ist ein Widerspruch in sich. Entweder ein Mensch ist hirntot, dann ist er damit kein Patient mehr. Oder er ist Patient, aber damit kann er nicht hirntot sein. Denn nach Feststellung des Hirntods wird die Behandlung eingestellt, d.h. die künstliche Beatmung wird ausgeschaltet, wobei nach wenigen Minuten der Herzstillstand eintritt.

Mit dem Hirntod ist der Mensch tot.
Mit dem Herzstillstand ist der Körper tot.

Man muss "ganz ehrlich aufklären"

"Wenn wir von den Leuten erwarten, dass sie, wie ich es nennen würde, im Prozess des Sterbens ihre Organe spenden oder einer Organspende zustimmen, muss man sie ganz ehrlich aufklären."

Bei einem Wettkampf - z.B. einem Ultralauf von über 100 km -, bei dem sich nur 2 Sportler gemeldet haben dann zu sagen: Der eine wurde Vorletzter, während der anderen den siegreichen 2. Platz errungen hat, entspricht formal der Wahrheit, erweckt jedoch bei den Hörern bzw. Lesern einen irreführenden Eindruck. Der Sieger ist hierbei nicht der Vorletzte, sondern der Sieger. Der Verlierer in diesem Zweikampf ist nicht der Zweite, denn es gibt keinen Dritten. Er ist der Verlierer. - Ähnlich ist es im Umgang mit dem Hirntod. Die Worte stimmen formal, aber die damit transplantierte Botschaft ist irreführend. Das entspricht keiner "ganz ehrlichen" Aufklärung, wie sie von Kritikern gefordert wird, sondern entspricht juristisch einer Irreführung.

Mit dem Hirntod ist der Mensch tot, d.h. die biologische Grundlage für Wahrnehmung und Bewusstsein ist abgestorben. Da lässt sich nichts mehr reanimieren. Was noch stirbt, das ist der Körper. Er befindet sich noch in einem Sterbeprozess, er befindet sich in der Phase des intermediären Lebens, das auch noch Tage nach dem Herz-Lungen-Tod abläuft, selbst nach Totenflecken und Totenstarre.

Es gäbe jährlich in Deutschland offiziell 2.000 Hirntote

"Hirntote Patienten haben wir lediglich offiziell, nach DSO-Zahlen, um die 2.000."

Abgesehen von dem inneren Widerspruch, dass es keine "hirntoten Patienten" gibt: Diese Zahl von rund 2.000 ist die Zahl der potentiellen Organspender. Für die Gesamtzahl der jährlichen Hirntoten in Deutschland muss man jedoch noch alle die Hirntoten hinzuzählen, deren Organe so schlecht sind, dass sie für eine TX nicht in Frage kommen. Dies sind noch weitere rund 3.000 Hirntote.

Organtransplantation

Alternativen, wie sie Prof. Alexandra Manzei sieht

"Und zwar beginnend, sage ich mal, bei präventiven, also vorbeugenden Maßnahmen, die da ansetzen, dass erst gar keine Organschäden entstehen. ... Das kann sein, auf das Verhalten einzelner einzuwirken, dass wir weniger rauchen, trinken, essen et cetera, um gesund zu bleiben. Aber, und das ist dann meine Position, ich würde auch sehr breit bei technischen Verfahren, also alternativen technischen Verfahren ansetzen. Beispielsweise wird zurzeit klinisch erprobt in Frankreich, ein Kunstherz, das man einsetzen kann anstatt eines menschlichen Herzens."

Die Forderung nach Alternativen zur Organtransplantation ist sicherlich gerechtfertigt. Doch die Erfüllung von Wünschen scheitern oft an der Realität - und Realität ist die höchste Form von Autorität:

  • Gesunde Lebensweise
    Eine gesunde Lebensweise lässt sich nicht verordnen. Hierzu kann man nur gewisse Anreize schaffen. Doch auch diese werden dann sogleich kritisiert:
    • Verbot oder auch nur eine deutlich höhere Besteuerung von schädlichen Stoffen (z.B. Alkohol, Nikotin) lässt sich nicht gegen einen heftigen Aufschrei durchsetzen. Als mündiger Bürger will man auch das Recht haben, ungesund zu leben und damit bewusst sich gesundheitlich zu schädigen.
    • Punktabzug bei der Vermittlung von Organen ist aus zwei Gründen kaum durchzusetzen:
      • Wer entscheidet nach welchen Kriterien, was noch selbstverschuldet ist und was nicht? Außerdem ist mit einer Klageflut zu rechnen, wenn Patienten sich ungerechtfertigt zurückgesetzt fühlen.
      • Ob dieser Punktabzug durch alle Gremien gelangt, damit es schließlich auch umgesetzt werden kann, ist höchst fraglich. Man argumentiert in Deutschland sehr stark von der Solidargemeinschaft, die auch Menschen mitträgt, die sich wissentlich selbst gesundheitlich schädigen (Drogensüchtige, Alkoholiker, Raucher, Übergewichtige, ...).
  • Außerdem gibt es zahlreiche unverschuldete Ursachen, die am Ende eine TX notwendig machen. Hiergegen hilft keine noch so gesunde Lebensweise.
  • Das Kunstherz gibt es nicht nur in Frankreich, sondern wird auch in Deutschland bereits eingesetzt. Doch damit ist der Patient nicht geheilt. Er muss zwar keine Immunsuppressiva einnehmen, aber muss ständig mit einem Akkupack bei sich tragen, aus dem das Kunstherz mit Strom versorgt wird. Dazu hat die die Gefahr einer lebensgefährlichen Entzündung, die sich entlang der Stromkabel bis in das Körperinnere bewegen könnte. Heutige Kunstherzen sind somit eine Übergangslösung, aber kein wirklicher Ersatz für eine Herz-TX.

Über den aktuellen Stand kann man sich über Alternativen informieren.

Man solle stärker auf Alternativen setzen

"Also ähnlich, wie wir es beispielsweise, ich sag mal, in den 70er-Jahren es uns nicht vorstellen konnten, dass wir jemals auf Atomkraft verzichten würden, ist das sicherlich auch ein langer Weg, aber ich glaube, man muss zumindest mal drüber nachdenken, bei all den Problemen, die mit Organtransplantation verbunden sind, ob man nicht stärker auf Alternativen setzt."

Es wird bereits heute breit auf Alternativen gesetzt. Es wird versucht, die Zahl der Patienten möglichst gering zu halten, die eine TX benötigen. - Das gegenwärtige Problem ist jedoch: Heute haben wir die Patienten, die weiterleben wollen, die ihre Lebensqualität verbessert wissen wollen. Diese Menschen können wir nicht auf eine Zeit vertrösten, in denen uns bessere Alternativen zur Verfügung stehen. Wir müssen den heutigen Patienten mit den Mitteln helfen, die uns heute zur Verfügung stehen. TX ist zwar nicht das Optimale, aber es ist das Beste, was wir heute zur Verfügung haben.

Organspende - ein Akt der Nächstenliebe? (2013)

"Organspende - ein Akt der Nächstenliebe?" ist ein im Jahr 2013 erschienene Buch, das den Austausch zwischen zwei evangelischen Theologen wiedergibt. Susanne Krahe war bei der Drucklegung des Buches über 20 Jahre transplantiert, Eberhard Fincke seit 15 Jahren Dialysepatient. Als zwei vom Thema Organtransplantation persönlich betroffene Menschen veröffentlichten sie in dem o.g. Buch ihre Gedanken und Ansichten.[Anm. 12]

Ausgangspunkt dieses Schriftwechsels war ein von Eberhard Fincke verfasster Artikel, der im Publik-Forum (Ausgabe 13/2012) veröffentlicht wurde.

Organspende

Das Weltbild von Descartes

René Descartes (1596-1650) habe damit angefangen, den Leib als Maschine anzusehen. Damit habe "gerade im christlichen Abendland die naturwissenschaftliche Medizin einen ungeheuren Aufschwung erlebt." (Seite 5)

Leonardo da Vinci (1452-1519) und Andreas Vesalius (1514-1564) kommt diese Rolle zu. Indem sie entgegen bestehender Verbote Leichen untersuchten und die Anatomie des Körpers in Zeichnungen dokumentierten, trugen sie wesentlich zum anatomischen Verständnis des menschlichen Körpers bei. Dies war 100 bis 150 Jahre vor Descartes. - Daher ist in der Geschichte der Anatomie der Name Descartes nicht mal erwähnt. Dabei ist Antomie die Grundlage für die Organtransplantation.

Organspender wollen leben

Über das Verhältnis zwischen Organspender und Organempfänger: "Glücklicherweise wissen beide nichts voneinenader; denn der Erste will eigentlich leben und sein Organ behalten und der Andere braucht dieses Organ, weil er am Leben hängt. In solcher Beziehung zueinander kann von Liebe keine Rede sein, im Gegenteil." (Seite 11)

Jeder Mensch will leben, auch der Organspender. Daher bemühen sich die Ärzte um Rettung seines Lebens. Doch wenn am Ende aller Bemühungen der Hirntod festgestellt werden muss, wurde dieses Ziel nicht erreicht. Der Mensch ist tot. Es liegt nun ein Körper vor, der in seinem Grundfunktionen von der Intensivmedizin künstlich am Leben gehalten wird. Jetzt erst kommt die Frage um Organspende auf. - Warum soll ein Mensch für diesen Fall für sich nicht entscheiden, dass man seine Organe schwerkranken Menschen gibt, um damit deren Leben zu retten? Ist das nicht ein Akt der Nächstenliebe?

Organtransplantation

Benachteiligung von Menschen mit seltener Blutgruppe

"Ist es auch ungerecht, dass der Mensch eine seltenere Blutgruppe als der andere hat und deshalb länger auf der Warteliste steht?" (Seite 67)

Dies stimmt nur bedingt. In der Berechnung der Punkte für die Zuweisung der Organe erhalten Patienten mit seltener Blutgruppe Bonuspunkte, die diese natürliche Benachteiligung ausgleichen.

Wie tot darf ein Organspender sein? (2013)

Thomas Liesen veröffentlichte am 19.9.2013 im Deutschlandfund den Artikel "Wie tot darf ein Organspender sein?" Im Internet steht er unter: http://www.deutschlandfunk.de/wie-tot-darf-ein-organspender-sein.1148.de.html?dram:article_id=263202

Das Hirntodkonzept würde zusehends ins Wanken geraten

"Das Konzept des Hirntods ist in der Transplantationsmedizin fast ein Dogma, das zusehends in Wanken gerät."

Das hätten die Kritiker gerne, dass es ins Wanken gerät. Dem ist jedoch nicht so, wegen dem Gesamthirntod zumindest nicht D/A/CH.

Die HTD würde nur tiefes, irreversibles Koma belegen

"Die Tests belegten nur eines: Der Patient ist in einem tiefen, irreversiblen Koma."

Es gibt einen klaren Unterschied zwischen Koma und Hirntod: Beim Koma sind noch Reste von Hirnaktivität (d.h. Gehirnzellen mit Stoffwechsel feststellbar), beim Hirntod nicht mehr.

Unterstellte Schmerzwahrnehmung bei Hirntoten

"Tatsächlich gibt es irritierende Berichte über Reaktionen von Hirntoten. So konnten Ärzte bei einigen einen sprunghaften Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz bei der Organentnahme feststellen. Ob ein Schmerzempfinden oder reine Nervenreflexe die Ursache sind, bleibt unklar. In der Schweiz werden die Organspender jedenfalls vor der Explantation konsequent in Vollnarkose versetzt. In Deutschland hält man das für überflüssig."

Die irritierenden Berichte braucht man nur erklären, dann sind sie klar, so geschehen unter: Schmerzwahrnehmung. Dort steht auch mit Zitat und Quellenangabe, dass man in der Schweiz die Vollnarkose nicht gegen evtl. Schmerzen gibt, sondern damit die spinalen Reflexe (d.h. Zuckungen) unterdrückt werden.

Die Organentnahme würde den Tod herbei führen

"Ja, die Organentnahme führt den Tod herbei, der Tod tritt ein während des Prozesses der Organentnahme, davon bin ich überzeugt und wir müssen uns dann überlegen, ob wir das ethisch und rechtlich auf sichere Füße stellen können oder nicht."

Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. Mit dem Herzstillstand ist der Körper tot.
Aus diesem Grunde wird in D/A/CH bei keiner Organentnahme ein Mensch getötet. Der ist seit Eintritt des Hirntods bereits tot. Dies geschieht Stunden oder gar Tage vor der Feststellung des Hirntods.

Wenn Jürgen in der Schmitten sich fragt, "ob wir das ethisch und rechtlich auf sichere Füße stellen können", scheint er die Diskussion in den 90er Jahren vergessen oder verschlafen zu haben. Damals wurde dies umfassende diskutiert und auch ethisch wie auch rechtlich geprüft.

Forderung nach würdevollem Umgang mit den Organspendern

"Aber auf der anderen Seite brauchen wir auch ein Ethos der Organentnahme, das sicherstellt, dass mit dem Organspender nach dem Hirntod in würdiger Weise umgegangen wird."

Es ist so, als würde weder die genannten Professoren und Ärzte noch der Verfasser des Artikels das TPG kennen. Dort heißt es in Absatz 2 § 6 TPG: " Der Leichnam des Organ- oder Gewebespenders muss in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben werden. Zuvor ist dem nächsten Angehörigen Gelegenheit zu geben, den Leichnam zu sehen."
Wie genau muss dies noch formuliert werden?

Es solle geprüft werden, ob der Hirntod wissenschaftlich stichhaltig sei

""Wir sollten hier prüfen, ob die verwendete Hirntoddefinition wissenschaftlich stichhaltig ist und wenn wir merken, das ist nicht der Fall, dann sollte es eine politische Meinungsbildung geben."

D/A/CH haben den Hirntod als Gesamthirntod definiert. In Deutschland gilt die "Richtlinie zur Feststellung des Hirntods" seit 1997[Anm. 13] Seit Herbst 2013 wird sie überarbeitet. - Österreich hatte auch 1997 eine solche Richtlinie erlassen. Im Jahre 2005 und 2013 wurde sie aktualisiert. - In der Schweiz wurde 1996 eine solche Richtlinie erlassen. Sie wurde 2011 aktualisiert.
Betrachtet man nüchtern die Unterschiede in den drei Ländern und die Unterschiede in den einzelnen Fassungen, so sind diese geringfügig. - Mit anderen Worten: Auch heute, nach 15 Jahren medizinischen Fortschritts hat sich an der HTD kaum was verändert, weil es kaum was gibt, was man noch verändern könnte.

Nächstenliebe Mit Makel (2012)

In "pro" Christliches Medienmagazin 1/2012 ist auf der Seite 22 und 23 von Anna Wirth der Artikel "Nächstenliebe mir Makel". Darin wird der geplante Umstieg von der Zustimmungsregelung zur Erklärungsregelung beschrieben.[6]

Wesen des Hirntodes

Kaum etwas ist medizinisch so sicher festzustellen wie der Hirntod, die rechtliche Voraussetzung für eine Organspende. Es muss klar sein, dass das Herz des Menschen nur noch durch die Beatmung weiter schlägt. Das muss von zwei unabhängigen Ärzten zu mindestens zwei Zeitpunkten bestätigt werden.

Richtig ist: Der Hirntod ist die rechtliche Voraussetzung für eine Organentnahme. Er muss von zwei unabhängigen Ärzten festgestellt sein. Das schlagende Herz ist eine Folge der künstlichen Beatmung.
Falsch ist: Es muss nicht von den Ärzten festgestellt werden, dass das Herz noch schlägt, sondern dass das Gehirn abgestorben ist.[Anm. 14]

Umgang mit Hirntoten

Der Patient wird nach dem Hirntod erst gar nicht mehr durch Maschinen am Leben erhalten, sondern wird so behandelt, dass er möglichst wenig Schmerzen hat, aber eben auch einen möglichst natürlichen Tod erfährt.

Wenn der Hirntod festgestellt ist und keine Zustimmung zur Organspende vorliegt, wird die künstliche Beatmung abgeschaltet. Hierauf bleibt nach wenigen Minuten (meist 2 bis 3 Minuten) das Herz für immer stehen. Da interessiert keine Patientenverfügung, die 2 Sätze zuvor genannt ist.

Der menschliche Körper – ein Mittel zum Zweck? (o.J.)

Auf der Internetseite http://www.evangelischefrauen-deutschland.de/ethik/bio-und-medizinethik/969 der "Evangelischen Frauen in Deutschland e.V." (EFiD) steht der Artikel "Der menschliche Körper – ein Mittel zum Zweck?" (Zugriff 13.11.14)

Es würde das eigene Sterben und die Explantation verbergen

"Metaphern verbergen und heben hervor. Der Begriff der Spende hebt den altruistischen Akt hervor, verbirgt jedoch das damit unausweichlich verbundene eigene Sterben und den medizinischen Vorgang der Explantation der Organe." (Kristina Dronsch)

Kein Mensch stirbt, weil er Organe spendet. Vielmehr ist es so, dass die Organspende möglich ist, weil jemand in den Hirntod starb und zur Organspende Ja gesagt hat.

Haben wir keine Alternative zur TX?

"Müssen wir an dieser Königsdisziplin festhalten? Oder fördern wir nicht lieber eine Medizin, die nicht die Verwertung sterbender Menschen voraussetzt?" (Alexandra Manzei)

Als Gesundheitswissenschaftlerin, wie sie in dem Artikel vorgestellt wird, sollte Alexandra Manzei wissen, dass es aktuell und auch in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnte zur TX keine Alternative gibt. Sie bleibt auch mittelfristig die "Königsdisziplin", so gerne die Medizin es auch anders hätte.

Organspender sind keine sterbende Menschen, sondern Hirntote.

Menschen würden durch Gottes Atem leben

"Der Mensch wird als psychosomatische Einheit verstanden, er wird allein durch Gottes Atem belebt. Nimmt Gott seinen Atem zurück, tritt der Mensch in die Sphäre des Todes ein." (Ruth Poser)

Hirntoten ist vor Eintritt des Hirntods die Eigenatmung erloschen. Nichts wird diese wieder in Gang setzen. Man darf somit als Gläubiger sagen, dass Gott den Atem vom Hirntoten genommen hat. - Damit hat Ruth Poser ein theologisches Argument geliefert, dass Hirntote Tote sind.

Lebendigkeit an Hirnfunktionen zu knüpfen sei problematisch

"Menschliche Lebendigkeit an die Hirnfunktion zu binden, erscheint schöpfungstheologisch höchst problematisch." (Ruth Poser)

Mit dieser fast schon biblizistischer Aussage geht Ruth Poser theologisch rund 3.000 Jahre zurück. Das Einhauchen des Lebensatem (Gen 2) entspricht dem (theologischen) Wissen der Menschen um 1.000 v.C. Dies wird auch daran deutlich, dass Gott wie ein Töpfer die Menschen aus dem Ackerboden formte, eine Aussage, die nur Biblizisten heute vertreten.

Ethik des Sterbenlassens

"Wir haben daher nicht nur die Ethik des Lebensschutzes sondern neu auch eine Ethik des Sterbenlassens zu bedenken." (Harald Terpe)

Auch wenn man Hirntote als Sterbende ansieht - für die meisten Mediziner] in D/A/CH sind Hirntote Tote - ist es Faktum, dass jede Patientenverfügung im Sterbeprozess wesentlich früher greift. Mitunter wäre hier noch ein Leben als (schwerer) Pflegefall möglich, wo die Beendigung der Therapie gewünscht wird. Hier wird auf das Recht der Selbstbestimmung gepocht, bei Hirntoten von einer "Ethik des Sterbenlassens" gesprochen. - Was ist es dann bei der Patientenverfügung?

Die deutsche HTD sei nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft

"Terpe übte aber zugleich Kritik an den Richtlinien der Bundesärztekammer bezüglich der Feststellung des Hirntodes. 'Die Richtlinien sind 13 Jahre alt, sie entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Wissenschaft.'"

Stimmt, die deutsche Richtlinie zur Feststellung des Hirntods wurde 1997 festgelegt. Seit 2013 ist die [[BÄK]] an der Überarbeitung dieser Richtlinie. Der [[D/A/CH#Synoptischer_Vergleich_der_HTD|Synoptische Vergleich der HTD]] zeigt jedoch, dass die deutsche HTD auch im Jahre 2014 durchaus noch als aktuell bezeichnet werden kann.

Frauen würden bei der TX benachteiligt werden

"Anhand ihrer Forschungsergebnisse zeigte die Professorin für Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herz-Kreiskauf-Erkrankungen, dass Frauen bei der Organtransplantation massiv benachteiligt werden. Sie würden überhaupt erst als Transplantationskandidatinnen in Betracht gezogen, wenn ihre Erkrankung im Vergleich zur männlichen Kohorte deutlich weiter fortgeschritten sei und sie stärkere Erkrankungssymptome zeigten als Männer. Sind sie, bei schwerer Erkrankung, dann doch auf die Warteliste zur Organtransplantation gelangt, so zeigen sich für Frauen längere Wartezeiten bis zur Transplantation, zumindest bei Nierenerkrankungen. Bei Nierenerkrankungen im Endstadium werden Frauen darüber hinaus seltener transplantiert als Männer."

Und worauf führt die Gendermedizinerin Vera Regitz-Zagrosek dies zurück, da es bei der Zuweisung der Organe keine Unterscheidung der Geschlechter gibt?

Männern würde ein höherer Wert zugemessen

"Für die Internistin ist daher die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, dass Männern noch immer ein höherer Wert beigemessen wird."

Wie kommt Vera Regitz-Zagrosek zu dieser Aussage, da es bei der Zuweisung der Organe keine Unterscheidung der Geschlechter gibt?

Sind Nahtod-Erfahrungen Bilder aus dem Jenseits? (2001)

Marianne Diehl veröffentlichte o.g. Artikel in Bild der Wissenschaft. Im Internet steht er unter: http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/62660 (Zugriff am 20.10.2014)

Hirntote werden mit Nahtoderfahrung in Verbindung gebracht

Diehl bringt in ihrem Artikel Nahtoderfahrung und Hirntod zusammen. Alleine damit wird suggeriert, dass Hirntod noch nicht Tod sei.

Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. Da ändert auch sein schlagendes Herz nichts. Diese Verbindung zwischen Nahtoderfahrung und Hirntod ist ein klarer Beweis, dass der Hirntod nicht verstanden wurde.

1968 sei das endgültige Koma in Hirntod umbenannt worden

"Auch in den USA waren Herztransplantationen durchgeführt worden, und so entschloss eine Ad-hoc-Kommission der 'Harvard Medical School' 1968 das endgültige Koma in Hirntod umzubenennen."

Zwischen Hirntod und Koma gibt es einen klaren Unterschied, auch gegenüber einem endgültigen Koma. Daher kann das endgültige Koma nicht zum Hirntod umbenannt werden.

Hirntote könnten Schmerzen empfinden

"Und selbst Transplantationsmediziner räumen ein, dass für hirntot erklärte Patienten möglicherweise doch über Schmerzempfinden oder Wahrnehmungsvermögen verfügen können."

In D/A/CH wird es kaum einen Transplantationsmediziner geben, der das Schmerzempfinden der Hirntoten auch nur in Betracht zieht.

Hirntod ist keine Diagnose

Dr. Maria Macht verfasste den am 9.5.2015 veröffentlichten Leserbrief in Der neue Tag.

"Als der Bericht vom Abbruch einer 'Organspende-Operation' erschienen ist, dachte ich blauäugig, das sei nun der Super-GAU für die Transplantationsmedizin. Bei jener Operation zeigte der organspendende 'Hirntote' auf nicht berichtete Weise seine Lebendigkeit."

Es mag in den Medien von einem Abbruch der Organspende berichtet worden sein, aber dies ist eine Falschaussage. - Vor der Organentnahme wurden die Papiere überprüft. Dabei sollen Ungereimtheiten festgestellt worden sein. Hierauf habe man gar nicht mit der Organentnahme begonnen. Wie spätere Untersuchungen zeigte, war die Person hirntot. Daher kann hier nicht von "seiner Lebendigkeit" geschrieben werden.

"Ein Professor stellte einmal lapidar fest, dass der Hirntodbefund eine Prognose, aber keine Diagnose sei. Unterlässt man nach einer Hirntod-Feststellung die apparative Unterstützung des Schwerstkranken, so wird dieser in den meisten Fällen binnen einigen Stunden bis Tagen versterben."

Der Hirntod ist keine Prognose, sondern wie ein geplatzter Blinddarm ein Befund. Der Zustand Hirntod kann von jedem auf dem Gebiet erfahrenen Arzt festgestellt werden.
Den Hirntod als Prognose für den baldigen Herz-Lungen-Tod zu bezeichnen, drückt aus, dass der Hirntod nicht als Tod des Menschen anerkannt wird.

"Es gibt aber auch Fälle, in denen der "Hirntote" weiterlebt. In unserem Orwell'schen 'Neusprech' wird nach wie vor von der postmortalen Organspende gesprochen, obwohl der 'Hirntote' noch lebt und nicht einmal das Gehirn völlig seine Funktionen eingestellt hat."

Es ist bedauerlich, dass hier weder die lebenden Hirntoten noch die Gehirnfunktionen eines Hirntoten genannt sind. So kann die Aussage nicht konkret korrigiert werden.
Alan Shewmon zeigt in seiner Studie auf, dass keiner der 175 von ihm recherchierten Hirntoten trotz aller intensivmedizinischer Behandlung je aus diesem Zustand herausgekommen ist, selbst nicht nach Wochen und Monaten. Sie alle verblieben in diesem Zustand des Hirntodes und erlitten schließlich einen Herzstillstand.
In D/A/CH gilt der Gesamthirntod, d.h. Großhirn, Kleinhirn und der Hirnstamm müssen abgestorben sein. Da gibt es nichts mehr im Gehirn, was noch funktionieren könnte.

"Bestimmte Regulations-Vorgänge, die beim 'Hirntoten' noch erfolgen oder auch das Fortbestehen einer Schwangerschaft bei 'hirntoten' Frauen (siehe z. B. das 'Erlanger Baby'), wären nicht möglich, wenn ein Ganzhirn-Versagen vorläge."

Schwangerschaften können trotz Hirntod dank der intensivmedizinischen Versorgung fortgesetzt werden. Dies belegt auch die Studie von Alan Shewmon.

"Es 'zerfallen' auch keine Gehirnzellen, wie es fälschlich in einem Bericht stand."

Nach Tagen des Hirntods löst sich das Gehirn auf, da beim Hirntoten ein dreistufiger Prozess abläuft:

  1. Tod der Gehirnzellen
    Die Gehirnzellen sterben ab. Damit weisen sie keinen Stoffwechsel auf.
  2. Hirnödem (Hirnschwellung)
    Tote Gehirnzellen saugen sich mit Flüssigkeit voll. Dadurch werden sie prall und brauchen mehr Platz. Dies führt zu dem Hirnödem.
  3. Selbstauflösung des Gehirns
    Die Membran der prallen Gehirnzellen hält diese mechanische Belastung nicht tagelang stand. Die Gehirnzellen platzen auf. Das Gehirn löst sich somit auf.
"Die Amerikanische Akademie der Neurologie hat 41 Leichen obduzieren lassen, bei denen nach dem Hirntodbefund Organe explantiert worden waren. Der Befund damals: nur leichte Hirnschäden und kein einziger Fall von irreversibler Zerstörung des Gehirns."

In Amerika gilt der Hirnstammtod, d.h. Großhirn und Kleinhirn muss für den Hirntod nicht abgestorben sein. Daher ist es durchaus möglich, dass das Gehirn nicht völlig zerstört ist. - Außerdem ist die Selbstauflösung des Gehirns erst nach Tagen des Hirntods zu beobachten. Es stellt sich die Frage, wie rasch in den USA der Hintod festgestellt ist und wir rasch mit der Organentnahme begonnen wird.

"Der Hirntote ist kein Toter. Deshalb müsste er nach unserem Grundgesetz und dem 4. Gebot im Juden- und Christentum nicht explantiert werden dürfen."

Die Minderheit des von Dr. Maria Macht genannten Deutsche Ethikrats (DER) betont auf Seite 99: "In dieser Situation erscheint es unangemessen, die auf der Grundlage einer informierten Einwilligung erfolgende Organentnahme als Tötung im Sinne einer verwerflichen Integritätsverletzung zu bezeichnen."
Mit ihrer Meinung stellt sich Dr. Maria Macht gegen die Minderheit des DER, die den Hirntod nicht als Tod des Menschen anerkennt, jedoch es für zulässig ansieht, wenn Hirntoten bei Zustimmung Organe entnommen werden.

Einzelne Aussagen

Sterben, um zu leben (2014)

Am 15.10.2014 stellte Marko Völke unter der Überschrift "Sterben, um zu leben" den SR-Film "Die Hoffnung stirbt zuletzt – Warten auf ein Spendeorgan" vor, der am 26.10.2014 um 17:30 Uhr ausgestrahlt wurde.

"Sterben, um zu leben", so heißt der Titel. Damit suggeriert Völke, dass die Organspender gestorben seien, damit andere leben könnten. - Bei allem Verständnis für journalistische Freiheit und den damit verbundenen Wortspielen (leben, sterben), aber das ist hier ganz klar eine Verdrehung der Tatsachen:
Ich hätte mir hier einen Titel gewünscht wie "Leben, weil jemand Ja sagte".

Abtreibung und Organentnahme

Dieter Schneeloch schreibt in seinem Buch "Kann ich mein Leben noch bejahen? Philosophische Lebenskunst mit einem konkreten Selbstgespräch" (Norderstedt 2009) auf Seite 160: "Trotz der Grenzbedingungen eines menschlichen Lebens (Embryo = Anfang, Organspender = Ende des Lebens) bedeuten Abtreibung und Organentnahme Euthanasie, also Verkürzung des Lebens."

Wer mit dieser Argumentation gegen Organspende ist, muss nicht nur die Beendigung der Therapie nach Feststellung des Hirntodes ablehnen, sondern auch alle Patientenverfügungen, denn bei denen wird eindeutig mehr Leben verkürzt, als beim Hirntod.

Anhang

Anmerkungen

  1. Die Zitation schützt nicht vor der Tatsache, dass Halb- und Unwahrheit verbreitet wird. Daher schützen auch Zitationen von Halb- und Unwahrheiten nicht vor dem Vorwurf der Irreführung.
  2. Täuschung ist im deutschen Recht ein Strafbestand, der nach § 236 StGB (Betrug) oder § 146 StGB (Falschgeld) bestraft. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4uschung#T.C3.A4uschung_im_Recht Zugriff 12.1.2015.
  3. Der Text wird zwar gestückelt, aber ungekürzt wiedergegeben.
  4. Mitte August 2015 wurde in Deutschland eine Schwangere in die Klinik eingeliefert. Wenige Tage wurde an ihr der Hirntod festgestellt. In der 1. Hälfte des Septembers wurde das Kind lebend geboren. Im Oktober 2015 erschien der Artikel von V.H. Sie hätte somit durchaus darüber berichten können.
  5. Zwei Möglichkeiten drängten sich als Antwort auf: Entweder wusste V.H. von der neue erschienenen Richtlinie nichts. Dann hat sie für den "Leitartikel" schlecht recherchiert. Oder V.H. wollte bewusst die Stellungnahme des DER vom 24.2.2015 nicht durch die am 30.3.2015 in Kraft getretene Richtlinie aufgehoben wissen. Dann muss sich V.H. den Vorwurf der Stimmungsmache gefallen lassen.
  6. Die Intensivstation wird versuchen, diesen Hirntoten so schnell als möglich in ein Pflegeheim mit Beatmungsplatz zu verlegen, da die Medizin für Hirntote nichts mehr machen kann. Künstlich beatmet und ernährt kann der Hirntote auch in einem Pflegeheim. Er muss hierfür keinen Platz auf der Intensivstation belegen.
  7. Wie dies konkret gelebt wird, ist eine andere Frage. Gut ist es, wenn man miteinander darüber spricht und sich irgendwie einigt. Ist jedoch keine Einigung möglich, tritt das reine Recht in Kraft.
  8. Was mit "endgültig tot" gemeint ist, wird nicht näher bezeichnet. Meint man damit den biologischen Tod, wenn auch die letzte Körperzelle in einem Toten abgestorben ist?
  9. Sollte der Grund darin zu suchen sein, dass sie jede sich bietende Gelegenheit suchen, um sich laut und massiv gegen Organspende zu äußern, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil sie ein [[Organverweigerer] sind?
  10. Umgangssprachlich wird dieser Zustand "Wachkoma" genannt. Diese Menschen sind jedoch nicht wach. Dies würde den Zustand des "Locked-in-Syndrom" entsprechen. Diese Menschen bekommen alles mit, können sich jedoch nicht oder nur sehr eingeschränkt mitteilen. Menschen im apallischen Syndrom können nichts oder nur sehr vermindert etwas wahrnehmen.
  11. Am Ende dieses Absatzes sagt Prof. Alexandra Manzei: "Von allen anderen – wir haben 850.000 Tote im Jahr – von allen anderen Patienten geht das eben nicht." Hier bezeichnet Prof. Manzei sogar 850.000 Tote als "andere Patienten". Dies ist mehr als nur ein Versprecher."
  12. Es werden hier nicht die persönlichen Haltungen richtiggestellt, sondern die objektiv sachlich falschen Aussagen."
  13. In ähnlichen Fassungen schon Jahrzehnte früher von der [[BÄK]].
  14. Nur eine unglückliche Formulierung oder ein Nichtwissen, was bei der HTD überprüft wird?

Einzelnachweise

  1. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/katholische-welt/organspende-kirchen-100.html Zugriff am 8.10.2014.
  2. http://www.der-schlafdoktor.de/akademievortrag.pdf Zugriff am 9.4.2014.
    Das war knapp 10 Jahre vor der ersten Herztransplantation und rund 10,5 Jahre vor der ersten Definition von Hirntod.
  3. http://www.ekd.de/EKD-Texte/organtransplantation_1990.html Zugriff am 8.10.2014.
  4. http://www.deutschlandradiokultur.de/organspende-auf-dem-pruefstand-die-transplantationsmedizin.1008.de.html?dram:article_id=281486 Zugriff 8.8.2014.
  5. http://www.dso.de/fileadmin/templates/media/Uploads/PDFs/Hintergrundinformationen/Hintergrund_FAQs_Hirntoddiagnostik.pdf Zugriff am 12.8.2014.
  6. http://www.pro-medienmagazin.de/uploads/tx_booklet/PRO_2012_01.pdf Zugriff am 20.7.2015.