Richtigstellungen

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Vorbemerkungen zu diesen Richtigstellungen:
  • Wer Halb- bzw. Unwahrheiten verbreitet, der täuscht.
  • Wer Halb- bzw. Unwahrheiten zitiert verbreitet, täuscht auch.[Anm. 1]
  • Wer bewusst Halb- bzw. Unwahrheiten verbreitet, begeht den Tatbestand der bewussten Täuschung.[Anm. 2]

Viele Kritiker zeichnen sich dadurch aus, dass sie Halb- und Unwahrheiten verbreiten und damit zu Hirntod bzw. Organtransplantation bei den Menschen ein Zerrbild erzeugen. - Sie selbst fordern immer wieder eine umfassende und korrekte Aufklärung, erfüllen dies selbst in keinster Weise.

Aus diesem Grund wurden hier einige aktuelle Schriften und Internetseiten ausgewählt und hier richtiggestellt.

Sollte bei dieser Richtigstellung nachweislich ein Fehler unterlaufen sein, bitte ich um sofortige Meldung an mich: Email.gif Ich werde den Sachverhalt prüfen und ggf. auf dieser Internetseite korrigieren.

Gängige Halb- und Unwahrheiten

Diese kurze Auflistung zeigt nur die Spitze eines Eisberges, was zum Thema Organtransplantation an Halb- und Unwahrheiten unter die Menschen gebracht werden.

Aussage Richtigstellung
Allgemeines
Wenn ich einen Organspendeausweis habe und verunglücke, erhalte ich nicht alle medizinische Unterstützung zum Weiterleben (man lässt mich sterben), weil man mich dann als Organspender haben will. Wenn jemand verunglückt und ärztliche Hilfe benötigt, dann erhält er diese. Dabei spielt es keine Rolle, ob er als Organspender zur Verfügung stehen würde oder nicht. In jedem Fall werden die Ärzte versuchen, sein Leben zu retten und seine Gesundheit wieder herzustellen. Erst wenn der Hirntod festgestellt ist, stellt sich die Frage nach einer möglichen Zustimmung zur Organspende.
Die auf der Warteliste stehenden Menschen sterben nicht, weil kein Organ da war, sondern an ihrer Krankheit. Dies entspricht dieser Haltung: Ein Ertrinkender treibt flussabwärts und ruft immer wieder: "Help me!" Ein Spaziergänger, der dies hört, ruft zurück: "Hätten Sie Schwimmen gelernt, statt Englisch, müssten Sie jetzt nicht ertrinken."

Das Leben dieser Menschen hätte man mit einer TX retten können. Dies war jedoch durch fehlende Organe nicht möglich.

Organspende könne man nicht als ein Akt der Nächstenliebe bezeichnen, weil ...[Anm. 3] Die vielfältigen Aufforderungen der Bibel wie auch das Leben Jesu zeigen deutlich, dass der Nächste der in Not geratene Mensch ist, dem ich helfen kann, ohne dass ich selbst zu Schaden komme. Siehe auch: Wer ist mein Nächster?
Hirntod
Der Hirntod sei erfunden worden, um straffrei Organe entnehmen zu können. Der Hirntod wurde entwickelt, weil man nach Einführung der künstlichen Beatmung erkannte, dass es Menschen gibt, die mehr als nur in einem Koma sind: Pierre Mollaret (1898-1987) und Maurice Goulon (1919-2008) beschrieben 1959 erstmals unter dem Begriff „Coma depassé“ (jenseits/unterhalb des Komas) einen Zustand, welcher keinerlei Lebenszeichen des Gehirns erkennen ließ, der nicht umkehrbar war und irgendwann zum Herzstillstand führte. Jegliche Weiterbehandlung macht hier keinen Sinn.

So wurde im Jahr 1964 auf dem Deutschen Chirurgenkongress eine erste einfache HTD verabschiedet. Das war 4 Jahre vor der häufig genannten Definition der Ad-Hoc-Kommission der Harvard University im Jahr 1968.
Heute wissen wir, dass bei diesem Zustand die Gehirnzellen abgestorben sind, d.h. tot sind. Daher nennt man diesen Zustand "Hirntod". Damit ist die biologische Grundlage jeglicher Hirnaktivität Vergangenheit: Denken, fühlen, wahrnehmen und erinnern.

Organentnahme
Abtreibung und Organentnahme stoppen ein schlagendes Herz. Faktisch stimmt diese Aussage, doch der Inhalt der Botschaft ist irreführend.

Ist der Hirntod festgestellt und es liegt keine Zustimmung zur Organspende vor, wird die künstliche Beatmung abgeschaltet, worauf das Herz binnen weniger Minuten[Anm. 4] für immer stehen bleibt. - Liegt jedoch eine Zustimmung zur Organspende vor, werden zunächst die Organe untersucht, die guten Organe werden an ET gemeldet, diese ermitteln die Empfänger der Organe.[Anm. 5] Erst wenn alle Empfänger feststehen, wird mit der Organentnahme begonnen. Nach DSO Jahresbericht 2012, Seite 19, liegen zwischen Feststellung des Hirntods und dem Beginn der Organentnahme meist 12 bis 18 Stunden. Da ist der Organverweigerer schon längst kalt und starr.

Es gibt Berichte von Organspendern, die nach der Organentnahme ein schmerzverzerrtes Gesicht haben. In D/A/CH ist bei Hirntoten ein Schmerzempfinden absolut unmöglich, da durch die Definition des Hirntods als Gesamthirntod keine Schmerzwahrnehmung möglich ist. Hierzu bedarf es eines funktionierenden Großhirns. Dieses ist jedoch beim Gesamthirntod abgestorben.

Das schmerzverzerrte Gesicht ist eine Interpretation. Es kann vor allem zustande kommen durch den Beatmungsschlauch (Tubus), den der Organspender bis zum Ende der Organentnahme im Mund hatte.

In der Schweiz ist zur Organentnahme eine Vollnarkose vorgeschrieben. In der von Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) und Swisstransplant herausgebrachten Schrift "Organspende und Transplantation" (Januar 2013) heißt es auf Seite 31 (siehe auch: Schmerzwahrnehmung):

Es wird empfohlen eine Narkose einzuleiten um spinalen Reflexen und Muskelkontraktionen vorzubeugen. (s. SAMW Richtlinien Seite 19)

Bei einem Teil der Organspender geht beim Öffnen des Oberkörpers Puls und Blutdruck nach oben. Dies ist eine eindeutige Schmerzreaktion. Dies gehört zu den spinalen Reflexen, die vom Rückenmark ausgehen. Das Gehirn ist daran nicht beteiligt. Im Gehirn erfolgt jedoch die Schmerzwahrnehmung. Da dieses bei Hirntoten abgestorben ist, kann kein noch so großer Schmerz wahrgenommen werden. Siehe: Schmerzwahrnehmung#Schmerzreaktion_bei_Hirntoten

Verschwörungstheorie

Wikipedia Verschwörungstheorie:
"Als Verschwörungstheorie bezeichnet man im weitesten Sinne jeden Versuch, ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken von Personen zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck."

Liest man so manche Kritiker, zeigen sich zu Hirntod und Organtransplantation deutliche Zeichen von Verschwörungstheorie. Daher ist hierzu eine eigene Seite angelegt unter Verschwörungstheorie.

Links zu weiteren Richtigstellungen

Ein Beispiel

Widerspruch.jpg

Diese Petition wurde mit den Schlagworten eingereicht: "Nein zur Widerspruchslösung! Ja, zum Leben!"

Dies erweckt den Eindruck, dass die Widerspruchsregelung zum Tod der Menschen führt, ein Nein zur Widerspruchsregelung hingegen zum Leben.

Hier zeigt sich, dass weder der Hirntod noch der organisatorische Ablauf einer Organtransplantation verstanden wurde, vielleicht auch um beides nicht weiß:

  • Wenn der Hirntod festgestellt ist, gibt es kein Zurück ins Leben.
  • Der festgestellte Hirntod ist eine von drei Voraussetzungen, damit eine Organentnahme erfolgen kann. Die beiden anderen Voraussetzungen sind: Es muss eine Zustimmung zur Organentnahme vorliegen und die Organentnahme muss von einem Arzt vorgenommen werden.
  • Die Widerspruchsregelung gibt nur den Weg vor, wie man zur Zustimmung zur Organentnahme gelangt: Wer nicht widersprochen hat, ist im Falle seines Hirntodes Organspender.

Anhang

Anmerkungen

  1. Die Zitation schützt nicht vor der Tatsache, dass Halb- und Unwahrheit verbreitet wird. Daher schützen auch Zitationen von Halb- und Unwahrheiten nicht vor dem Vorwurf der Irreführung.
  2. Täuschung ist im deutschen Recht ein Strafbestand, der nach § 236 StGB (Betrug) oder § 146 StGB (Falschgeld) bestraft. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4uschung#T.C3.A4uschung_im_Recht Zugriff 12.1.2015.
  3. Die Begründungen sind vielfältig. Meist geht es in die Richtung, dass man den Organempfänger nicht kennen darf und es damit nie mein Nächster sein kann.
  4. Meist dauert es 2 bis 3 Minuten, dann bleibt das Herz für immer stehen.
  5. Von einem Organspender werden im Mittel 3,5 Organe entnommen. Siehe: DSO: Jahresbericht 2014, Seite 33.

Einzelnachweise