Studien

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Deutsche Studien

Amerikanische Studien

UNOS 1987-2012

Eine US-Studie, die mit den Daten der United Network for Organ Sharing (UNOS) und des amerikanischen Sterberegisters durchgeführt wurde, untersuchte die Überlebensvorteile von Transplantationspatienten über 25 Jahre. Berücksichtigt wurden von 1987 bis 2012 alle bei UNOS gemeldeten Patienten über 18 Jahre. Es waren 533.329 Transplantierte und 579.506 Patienten ohne TX. Das Ergebnis lautet: Durchschnittlich leben Nierentransplantierte 4,4 Jahre länger, Lebertransplantierte 4,3 Jahre länger, Herztransplantierte 4,9 Jahre länger, Lungentransplantierte 2,6 Jahre länger, Niere- und Pankreastransplantierte sogar 4,6 Jahre länger. - Nach einer Todspende lebten die Transplantierte durchschnittlich noch 9.8 Jahre.[1] - Unerwähnt ist, wie sehr sich durch die TX die Lebensqualität verbessert hat. Dies ist ein wesentlicher Vorteil der TX.

Alan Shewmon

Siehe Alan Shewmon

Dissertationen

Rüdiger Hoffmann (1976)

An 8 Hunden wurde die hämodynamischen Veränderungen untersucht, die auf eine massive cerebrale Embolisierung eintraten. Die massive Embolisierung des Gehirns bewirkte eine cerebralen Kreislaufstillstand und entsprach somit einer funktionellen Decerebrierung.[2]

Rüdiger Hoffmann verweist auf W. Rödiger, M. Döhn und A. Langbein (1973), die den zum Hirntodes führenden Prozess beschreiben als zunächst eine funktionelle Schädigung, die "in einen irreversiblen Nervenzellenuntergang" endet.[3]

Rüdiger Hoffmann stellte bei allen Versuchstieren einen Reanktionsablauf mit 3 Phasen fest:[4]

  1. Eine kurze Initialphase geht mit massivem Frequenz- und Druckabfall im großen Kreislauf einher.
  2. In der 2. Phase steigen die Werte von Herzfrequenz und Blutdruck. Die Maximalwerte werden zwischen der 6. und 8. Minute erreicht. Die Herzfrequenz übersteigt den Mittelwert im Mittel um 24%, der systolische Druck hingegen verdoppelt sich in der Aorta. Der spätenddiastolsicher Druck EDP2 wies eine mittlere Steigerung um 275% auf.
  3. In der 3. Phase erfolgt ein langsamer Abfall aller Meßgrößen.

Wolfram Wieser (1988)

Eine Blutung des Hirnstamms nach supratentorieller Hirnschädigung, die zur supratentorieller Raumforderung führt, sind seit Anfang des 20. Jh. beschrieben. Als einer der Ersten, der die Entstehung dieser sekundären Blutung erkannte, war L.H. Attwater (1911).[5]

Beim zum Hirntod führenden Anstieg des Hirndrucks kommt es zu einer Einblutung des Hirnstamms, was diesen stark anschwellen lässt. "Diese Stammhirnverformung ist ein typischer Befund im paramedianen Sagittalschnitt nach einer Hirndrucksteigerung und zwar in allen Fällen mehr oder weniger ausgeprägt zu erkennen."[6]

Wolfram Wieser stellte fest, dass "massive Blutungen häufiger mit einer stärkeren Ponsverformung verbunden sind."[7]

Die paramedianen Arterien, welche einer besonders starken Zugspannung ausgesetzt sind, rupturieren. Die Minderdurchblutung der tegmentalen Bereiche führt dort, zusammen mir einer venösen Abflußbehinderung und mechanischen Stauchung der Gefäße, zu Diapedeseblutungen und venösen Gefäßdefekten.[8]

Beate Weiss (1991) Hans Jonas

Papst Pius XII. sagte in einer Ansprache: "Aber Überlegungen allgemeiner Art gestatten die Annahme, daß das menschliche Leben so lange andauert, wie seine vitalen Funktionen - im Unterschied zuu de bloßen Leben der Organe - sich spontan oder selbst mit Hilfe künstlichere Vorgänge mainfestieren. ... Im Falle eine unlöslichen Zweifels ... wird man sich an die Präsumption des Lebens halten"[9]

J. Wunderli interpretiert die Worte von Papst Pius XII. damit, "dass sich die Verpflichtung der Familie nicht auf die außerordentlichen Möglichkeiten der modernen Medizin erstrecke, z.B. zur Konservierung von Partialfunktionen, ... entscheidend ist, dass der papst sehr behutsam und doch eindeutig die Unterlassung der künstlichen Lebensverängerung in bestimmten Fällen erlaubt hat."[10]

Die Havard Medical School verwendete Teile der Äußerung des Papstes zur Begründung und Rechtfertigung ihrer neuen Definition.[11]

Auf der Generalversammlung des Weltärztebundes im Jahr 1968 in Sydney befasst sich eine Erklärung mit der Bestimmung des Todeszeitpunktes. Dabei wurde der Tod nicht als Zustand definiert, sondern "vielmehr um die Gewißheit, daß der Todesprozeß unwiderruflich ist".[12]

Alan Shewmon zählte im Jahr 1985 in einem Artikel eine Reihe von Punkten auf, die für ihn gegen das Hirntodkonzept sprechen:[13]

  1. Das Herz wird durch einen eigenen Schrittmachere aktiviert, nicht durch das Gehirn.
  2. Hirntod besagt, dass ein Organ abgestorben ist (entsprechend eines abgestorbenen Stücks Haut). Es drückt in keiner Weise den Tod einer Persönlichkeit aus.
  3. Das Gehirn ist spezifisch menschlich, denn es ermöglicht das Denken, Fühlen, Wünschen.
  4. Hirntod ist eine Art des Sterbens, eine andere Art des Sterbens wäre der Herz-Lungen-Tod.[Anm. 1]
  5. Die Anerkennung des Hirntodes als Tod des Menschen sei der 1. Schritt zu einer legalisierten Euthanasie. Sie ermöglicht medizinische Praktiken, die niemals an lebenden Patienten erlaubt wären.
  6. Leben könnte aufgrund von ökonomischen Erwägungen begrenzt werden.
  7. Die Formulierung: hirntote Patienten "dürfen für tot erklärt werden" erweckt Ängste.

Detlev Didzun: "Nach Jonas bestehe Grund genug zum Zweifeln daran, daß selbst ohne Gehirnfunkton der atmende Patient vollständig tot ist. ... Mit Hilfe der Harvard-Definition könne man den Prozeß des Sterbens zu einem vorläufigen Halt bringen, an dem der Körper als Organbank dienen kann. Wer kann wissen, ob nicht doch ein nicht zerebrales diffuses Empfinden vorhanden ist."[14]
Hirntod und Eigenatmung schließen sich gegenseitig aus, so wie die Vorderseite und Rückseite einer Münze. In den 50 Jahren seit dem Havard-Papier konnte kein Nachweis für ein "zerebrales diffuses Empfinden" von Hirntoten nachgewiesen werden.

Beate Weiss schrieb im Jahr 1991 als Lösungsvorschlag: "Die Medizin sollte ihre Motive, Ziele und moralische Kriterien offenlegen und ethisch danach fragen, was für den Menschen (nicht nur den je betroffenen einzelnen, sondern für 'den' Menschen an sich) richtig ist. Denn Fragen der menschlichen Existenz gehen über die medizinische Kompetenz hinaus. Eine angewandte Ethik sollte jedem Mediziiner zu einem eigenen, klaren Standpunkt verhelfen, auch wenn es nicht immer eine eindeutig richtige oder falsche Entscheidung gibt."[15]

Beate Weiss: "Dem Aufruf der Kirchen, daß es eine moralische Pflicht für den Christen gibt, seine Organe zu spenden, ist mit der Maßgabe zuzustimmen, daß dies aus einer freien und nicht auf einseitiger Information beruhender Entscheidung heraus, geschieht."[16]
In der gemeinsamen Erklärung des Rates der EKD und der DBK aus dem Jahr 1990 heißt es auf Seite 9: "Kein Mensch ist zu einer Gewebe- oder Organspende verpflichtet und darf deshalb auch nicht dazu gedrängt werden." Auf Seite 17 lautet der Schlusssatz der gemeinsamen Erklärung: " Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten."[17]

Anhang

Anmerkungen

  1. Gegner des Hirntodkonzeptes sagen, es gäbe nur eine Art des Sterbens, die des Herz-Lungen-Todes, weil sie den Hirntod mit einschließe, nicht aber umgekehrt.

Einzelnachweise

  1. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/niereninsuffizienz/article/880642/organspende-lebenszeit-bringt-neue-niere.html Zugriff am 6.3.2015.
  2. Rüdiger Hoffmann: Untersuchungen über die zentrale Hämodynamik bei dissoziiertem Hirntod unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Kontraktilitätsparameter. (med. Diss.) Hamburg 1975, 1.
  3. Rüdiger Hoffmann: Untersuchungen über die zentrale Hämodynamik bei dissoziiertem Hirntod unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Kontraktilitätsparameter. (med. Diss.) Hamburg 1975, 39.
  4. Rüdiger Hoffmann: Untersuchungen über die zentrale Hämodynamik bei dissoziiertem Hirntod unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Kontraktilitätsparameter. (med. Diss.) Hamburg 1975, 39-41.
  5. Wolfram Wieser: Histologische Untersuchungen zur Genese sekundärer Hirnstammblutungen beim Hirntod. (med. Diss.) Köln 1988, 2.
  6. Wolfram Wieser: Histologische Untersuchungen zur Genese sekundärer Hirnstammblutungen beim Hirntod. (med. Diss.) Köln 1988, 17.
  7. Wolfram Wieser: Histologische Untersuchungen zur Genese sekundärer Hirnstammblutungen beim Hirntod. (med. Diss.) Köln 1988, 41.
  8. Wolfram Wieser: Histologische Untersuchungen zur Genese sekundärer Hirnstammblutungen beim Hirntod. (med. Diss.) Köln 1988, 42.
  9. Papst Pius XII. Zitiert nach: A. Utz: Aufbau und Entfaltung des gesellschaftlichen Lebens. (1961), 3. Band. Zitiert nach: Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 3.
  10. J. Wunderli: Euthanasie oder die Würde des Sterbens (1974). Zitiert nach: Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 3.
  11. Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 3.
  12. Generalversammlung des Weltärztebundes: Erklärung von Sydney (1968). Zitiert nach: Deutsches Ärzteblatt 35:1866. Zitiert nach: Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 4.
  13. Alan Shewmon: The Medaphysics of Brain Death. Persistent Vegetative Stat and Dementia. In Thomist (1985) 49:24-80. Nach: Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 10f.
  14. Detlev Didzun: Die Wissenschaft hat ihre Unschuld verloren. Ärzte Zeitung (1986) 10. Zitiert nach: Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 11.
  15. Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 33.
  16. Beate Weiss: Rezeption der Einwände von Hans Jonas gegen die Feststellng des Hirntodes als Tod des Menschen. (Inaugrual-Diss.) Erlangen 1991, 34.
  17. http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/gem-texte/GT_01.pdf Zugriff am 22.12.2018.