Chronik/TX medizinisch

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TX medizinisch

bis 20. Jh.

20. Jh.

  • 1900: Karl Landsteiner (Wien) entdeckte das menschliche Blutgruppensystem (ABO)[1]
  • 1901: Die Entdeckung des menschlichen Blutgruppensystems (A-B-0) im Jahr 1901 durch Karl Landsteiner (Wien) ermöglichte die ersten Bluttransfusionen.[2]
  • 1908: [Alexis Carell]] und C.C. Guthrie (Lyon) entdecken, dass der Stoffwechsel der Organe durch künstliche Hypothermie vermindert und dadurch die Konservierungszeit verlängert werden kann.[3]
  • 1912: Görge Schöne äußerte die Vermutung, die die Abstoßung von Transplantaten nicht auf die Unverträglichkeit von Blutgruppen zurückzuführen ist, sondern auf einen Immunprozess.[2][4]
  • 1943 entwickelte [[Willem Koloff (Niederlande) mit Zellophanröhren die 1. funktionierende künstliche Niere auf der Grundlage der Membrantechnik. Am 17.03.1943 führte er die 1. Dialyse durch.[5]
  • 1944 beschrieb Sir Brian Medawar (1915-1987) als Erster die immunologischen Grundlagen der Abstoßung von fremden Gewebe.[6]
  • 1945 erarbeitete Peter Medewar (brit. Biologe) die experimentiellen Grundlagenerkenntnisse der TX-Immunologie.[5]
  • 1954 definierten die Biologen J. Dausset (F), B. Benacerraf (USA) und G. Snell (USA) das HLA-System der Gewebeantigene beim Menschen.[5]
  • 1958: Jean Dausset (1916-2009) und Jon van Rood(*1926) entdeckten unabhängig voneinander das HLA-System.[7][6]
  • 1959: Joseph E. Murray (1919-2012) transplantierte erfolgreich die Niere zweier genetisch verschiedenen Brüdern und behandelte den Transplantierten mit massiver Röntgenbestrahlung. Der Transplantierte überlebte 29 Jahre.[8]
  • 1960: Die immunsuppresive Therapie mit Glucocortikoiden (Cortison) und Azathiioprin ermöglichte erste Erfolge bei der TX von Leichennieren bei nichtverwandten Empfängern.[9]
  • 1962: In Boston wurde die erste erfolgreiche Nieren-TX unter erstmaliger Verwendung von Immunsuppressiva durchgeführt.[2]
  • 1963 entwickelte Thomas E. Starzl zur Konservierung der Organe die in-situ-Perfusion (= Spülung der Organe mit 4°C kalter Perfusionslösung noch im Körper des Spenders).[9]
  • 1967 gründete Jon van Rood (*1926) in Leiden die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant, da er erkannte, dass es für die Transplantierten vorteilhaft ist, wenn der HLA-Typ möglich identisch ist. Dies ist jedoch nur bei großer Populationen von zig-Millionen Menschen sinnvoll.[10]
  • 1967 entwickelte Walter Brendel Antilymphozytenglobulin (ALG) zur Immunsuppression.[10]
  • 1970 Entdeckung von Pilzkulturen (Cyclosporine): Sandoz, Basel, Jean-Francois Borel: Hemmung von Lymphozytenkulturen[7][6]Dieses neue Mittel gegen die Abstossung führte zu einer starken Zunahme der Transplantationen.[11]
  • 1978: Der erste klinische Einsatz (Eingland) von Cyclosporin A, bekannt unter dem Markennamen "Sandimmun". In Deutschland wurde es 1981 zugelassen.[2][7]
  • 1983 wurde Ciclosporin A in Deutschland zugelassen. Es verbesserte die Erfolge bei der Nieren-TX um ca. 20% und erlaubt es auch bei Herz-TX und Leber-TX als klassisches Behandlungsverfahren zu verwenden.[12] 1981 wurden rund 125 Herztransplantationen durchgeführt. Im Jahr 1984 stieg die Zahl auf 440 Transplantationen an. "Diese Medikamente waren eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Transplantation verschiedener Organe, Gewebe und Zellen zu einer Standardtherapie bei vielen lebensbedrohenden Krankheiten entwickeln konnte."[11]
  • 1988 wurde durch die von Folker Belzer entwickelte UW-Perfusionslösung eine Niere aus den USA nach Amsterdam transportiert und dort nach 37 Sunden erfolgreich transplantiert.[12]
  • 1991: WHO verurteilt in der Resolution 44.25 zur TX vom 13.05.1991 u.a. den Organhandel.[13]
  • 1995 wurde Tacrolimus als Immunsuppressiva in Deutschland zugelassen.[12]
  • 1996 wurde Mycophenolat Moofetil als Immunsuppressiva in Deutschlannd zugelassen.[12]
  • 1998 wurdn monklonale IL2-Rezeptor-Antikörper als Immunsuppressiva in Deutschland zugelassen.[12]

"Ab den 1980er-Jahren entwickelte sich die Transplantation definitiv als Standardtherapie. Im Jahr 1989 konnte die weltweit 100’000ste Nierentransplantation gefeiert werden. Gut zehn Jahre später (2000) waren es weltweit rund 470'000 Nieren, 74'000 Lebern, 54'000 Herzen und etwa 10'000 Lungen."[11]

21. Jh.


Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 13.
  2. a b c d Thomas Holznienkemper: Organspende und Transplantation und ihre Rezension in der Ethik der abrahmitischen Religionen. Münster 2003. (Diss.), 16-24. Zitiert nach: http://d-nb.info/969800185/34 Zugriff am 5.3.2016.
  3. Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 13.
  4. Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 14.
  5. a b c Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 15.
  6. a b c http://www.info-dialyse.de/transhistorie.php Zugriff am 22.11.2016.
  7. a b c http://www.uniklinikum-regensburg.de/zentren/transplantationszentrum/Allgemeine_Informationen/Entwicklung/index.php Zugriff am 29.10.2016.
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Edward_Murray Zugriff am 4.3.2016.
  9. a b Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 16.
  10. a b Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 17.
  11. a b c Geschichte Transplantationsmedizin. Lehrerinformation. Nach: www.kiknet-bag.org › app › download › 04+Geschicht... (unvollständiger Link) Zugriff am 18.09.2020.
  12. a b c d e f Evelin Homburg, Petra Hecker: Transplantationspflege. Lengerich 2010, 18.
  13. Andreas Bertels. Der Hirntod des Menschen – medizinischeund ethische Aspekte. (med. Diss.) Düsseldorf 2002, 21. Nach: https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2402/402.pdf Zugriff am 30.04.2019.