Stephan Sahm

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Stephan Sahm (*1959) ist ein deutscher Medizinethiker, Musiker und Komponist.


Schriften

Herz, Leber, Nieren (25.02.2015)

Am 25.02.2015 veröffentliche Stephan Sahm den Artikel "Herz, Leber, Nieren".[1] Darin heißt es:

Im Transplantationsgesetz von 1997 delegierte der Gesetzgeber die Frage, wann ein Mensch tot ist, an die Bundesärztekammer.

Der Gesetzgeber übernahm in § 3 TPG die Definition des Hirntodes.

Der Tod eine exklusive Angelegenheit weniger Fachleute?
Todesverständnis und Todeskriterien seien normative Zuschreibungen. Sie gehen alle an, so heißt es, müssen breit debattiert werden.

Siehe: Todesfeststellung

Es braucht den Vergleich mit weithin beachteten Äußerungen etwa des amerikanischen „President’s Council on Bioethics“ zum Thema nicht zu scheuen.

Siehe: PCB

{{Zitat2|[[ Nur durch transparente Aufbereitung der Debatte lasse sich der durch Abschottungs- und Verleugnungsstrategien selbstverschuldeten Vertrauenskrise der Transplantationsmedizin entgegenwirken, erklärt der federführende Sprecher, der Kölner Verfassungsrechtler Wolfram Höfling.}} Siehe: Entscheidungen, Wolfram Höfling

Verwiesen wird auf fortbestehende physiologische Prozesse bei Hirntoten, die auf Integration des Organismus auch ohne funktionierendes Gehirn schließen lassen. Dazu zählen Wachstum, Verdauung, Wundheilung oder die Geburt gesunder Kinder bei hirntoten Schwangeren.

Siehe: Leben der Hirntoten

Hirntote Patienten befänden sich in einem früheren Zeiten unbekannten, doch durch die moderne Medizin hervorgebrachten dritten Zustand – zwischen Tod und Leben.

Per Definition gibt es keinen Zwischenraum zwischen Tod und Leben.

Mithin sei der Akt des Tötens bei der Entnahme von Herz, Leber und Nieren weder moralisch noch verfassungsrechtlich verwerflich.

Das ist verwerflich, wenn nicht zuvor der Tod festgestellt ist.

Auch wenn drei Mitglieder im Rat dies in einem Sondervotum bestreiten, so werden heute vielfach organprotektive Maßnahmen zur Verbesserung des Transplantationserfolges lange vor der Hirntoddiagnose eingeleitet. Sie sind den Spendern nicht dienlich, verlängern womöglich den Sterbeprozess.

Grob erklärt: Bis zur Feststellung des Hirntodes wird alles getan, um die Hirnschwellung abklingen zu lassen, um den drohenden Hirntod zu verhindern, auch wenn dadurch die Organe Schaden nehmen. Nach der Feststellung des Hirntodes wird die Medikation dahingehend umgestellt, dass die Organe keinen (weiteren) Schaden nehmen. Auf das Gehirn muss dann keine Rücksicht genommen werden.
Detailliert erklärt: Wenn von einem baldigen Eintritt des Hirntodes ausgegangen werden muss und eine Zustimmung zur Organentnahme vorliegt - und nur dann - macht eine Umstellung der Medikamente hin zu organprotektive Maßnahmen Sinn. Warum soll man sie dann nicht schon wenige Stunden vor der Feststellung des Hirntodes nicht schon durchführen?
Fazit: Man soll den Ärzten ihre Arbeit machen lassen und ihnen nicht bis ins letzte Detail dreinreden wollen.


einzelne Zitate

Mit der Rechtfertigung des Hirntods als Tod des Menschen verhält es sich wie mit der des zweiten Golfkriegs. Die zunächst angeführten Gründe stellten sich rückblickend als falsch heraus.[2]

Selbst das häufig zitierte PCB hat den Hirntod nicht abgeschafft, sondern neu definiert, womit jedoch noch mehr als nur Hirntote als tot anzusehen währen.

Das Ad-hoc-Komitee hatte die allein auf neurologischen Kriterien beruhende Definition des Hirntods entwickelt.[3]

Der Hirntod und die HTD wurde nicht im Jahr 1968 von der Ad-hoc-Komitee entwickelt. Dies geschah schon Jahre zuvor, zum Zweck der Beendigung der sinnlos gewordenen Therapie zum ersten Male im Jahr 1960 veröffentlicht, siehe: Chronik/Hirntod und Therapieende

So halten Hirntote ihre Homöostase aufrecht, den Gleichgewichtszustand des Organismus.[4]

Hirntote haben eine schwer gestörte Homöostase. Durch entsprechenden Maßnahmen der Intensivmedizin muss diese ausgeglichen werden.

Eine apparative Untersuchung ist nur bei Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr vorgesehen.[5]

Die Richtlinie zur Feststellung des Hirntodes schreibt seit dem Jahr 1986 ist bei infratentorieller Hirnschädigung ein EEG zwingend vorgeschrieben, seit dem Jahr 1997 ein EEG oder ein Nachweis des zerebralen Zirkulationsstillstandes.


Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Stephan Sahm: Herz, Leber, Nieren. In: FAZ (25.02.2015) Nach: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/der-deutsche-ethikrat-zu-hirntod-und-organspende-13447426.html Zugriff am 15.05.2020.
  2. FAZ 14.09.2010. Zitiert nach: xyz://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/hirntod-ist-die-organspende-noch-zu-retten-1605259.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 Zugriff am 22.4.2017.
    • xyz://www.buergerinitiative.org/organe/organe03.htm
  3. FAZ 14.09.2010. Zitiert nach: xyz://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/hirntod-ist-die-organspende-noch-zu-retten-1605259.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 Zugriff am 22.4.2017.
  4. FAZ 14.09.2010. Zitiert nach: xyz://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/hirntod-ist-die-organspende-noch-zu-retten-1605259.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 Zugriff am 22.4.2017.
    • xyz://www.pmstiftung.eu/index.php?id=340&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2&cHash=f9399519280c592574e90d00f1eba79e
  5. FAZ 14.09.2010. Zitiert nach: xyz://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/hirntod-ist-die-organspende-noch-zu-retten-1605259.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 Zugriff am 22.4.2017.
    • xyz://www.buergerinitiative.org/organe/organe03.htm
    • xyzs://bikerpfarrer.wordpress.com/page/15/?app-download=ios