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Aus Organspende-Wiki
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Wer etwas will, findet Wege.
Wer etwas nicht will, findet Gründe.

Willy Meurer (*1934)

Sie finden hier Gründe, warum Sie Ihre Organe nicht spenden sollen, sowie sachliche Unkorrektheiten in der Berichterstattung über TX. In der Summe sind es über 1.000. - Zu jeden dieser Punkte finden Sie auch die korrekte Information.

Auch wenn einige Punkte zusammengefasst wurden, so kann beim Lesen noch immer der Eindruck der Wiederholung entstehen. Mir war es jedoch wichtig, dass der unterschiedliche Gewichtung eines Arguments Rechnung getragen wird. Sehen Sie in diesem Falle einfach als Vertiefung in dieser Argumentation.

Durch die Gliederung der Argumente können Sie gezielt in die Bereiche einsteigen, die Sie in besonderer Weise interessiert. Die für Sie uninteressanten Themen können Sie zunächst bei Seite lassen und ggf. später lesen.

Sie finden auf dieser Seite auch den Wahrheitsgehalt der Worte von Willy Meurer. Kaum einer der Kritiker und Gegner zeigt Wege auf, wie wir besser mit der Situation umgehen können. Meist lautet der einzig konkret aufgezeigten Weg:

Stirb an Deiner Krankheit!

Medizinische Irrtümer

Nationale Unterschiede

Die nationalen Unterschiede werden von Kritikern und Gegnern der HTD und/oder OS namentlich genannt, die entscheidenden Details werden hingegen verschwiegen. Aus gutem Grund. Sie würden ihre Kritik in sich zusammenbrechen lassen. Aus diesem Grunde stehen die nationalen Unterschiede am Anfang der Diskussion.

Unterschiedliche Definitionen über den Hirntod

1. Weltweit gibt es uneinheitliche Definitionen über den Hirntod

m) Über die international verschiedenen Maßnahmen zur HTD: „Auf diese Weise kann ein Patient nach den einen Kriterien 'hirntot' sein, nach anderen nicht.“

o) „Es kommt noch hinzu, dass der 'Hirntod' in der ganzen Welt keineswegs einheitlich definiert wird.“
ad) „Kritiker des Hirntod-Kriteriums weisen in diesem Zusammenhang immer wieder darauf hin, dass es nicht einmal eine einheitliche Hirntoddefinition gibt, die weltweite Gültigkeit hat, dass etwa die einen den Stammhirntod als den endgültigen Tod definieren, die anderen aber den Gesamthirntod.“
bn) „Es bestehen zahlreiche Unterschiede zwischen den Richtlinien zur Hirntoddiagnostik verschiedener Staaten.“

Die unterschiedlichen Definitionen des Hirntod ist ein Faktum. Im internationalen Vergleich besitzt D/A/CH die weitreichendste Definiton von Hirntod, den Gesamthirntod. Dies wird von diesen Autoren nicht genannt.

2. Es gäbe über 300 verschiedene Hirntoddefiniitionen

o) „Die Literatur weist weltweit über 300 verschiedene Hirntoddefinitionen auf.“

s) „Weltweit gibt es inzwischen mehr als 37 Todesdefinitionen.“
ab) „Zwischen 1968 und 1978 wurden mindestens dreißig verschiedene Folgen von Kriterien veröffentlicht. Seither kamen noch viele weitere hinzu. Daraus wird ersichtlich, dass in verschiedenen Ländern verschiedene Regelungen für die Organentnahme gelten. Verschieden sind darüber hinaus - auch daran ist hier zu erinnern - die Methoden der Feststellung des Hirntodes. Nicht ohne Grund hat man auch gefragt, wie weit die Apparate, die da verwendet werden, sichere Auskunft geben oder ob morgen nicht besser entwickelte Apparate bessere Ergebnisse bringen werden.“
Bd) „Die Befürworter des Hirntodkriteriums ... erwähnen in den meisten Fällen nicht, dass es weltweit keine einstimmige Definition gibt, was eigentlich Hirntod sein soll. In der Literatur kann man auf Annahmen treffen, wonach es über dreihundert verschiedene Festlegungen gibt.“
ad) „Zwischen 1968 und 1978 wurden mindestens dreißig verschiedene Folgen solcher Kriterien veröffentlicht, seither kamen noch viele weitere hinzu, woraus ersichtlich wird, dass in verschiedenen Ländern verschiedene Regelungen für die Organentname gelten.“
Cn) „Zwischen 1968 und 1978 wurden nachweislich mindestens 30 unterschiedliche Hirntodkriterien veröffentlicht – und seitdem viele weitere.“
Mit) „Weltweit gibt es 30 verschiedene Definitionen,was der Hirntod ist.“
Nc) „Das hat dazu geführt, daß es inzwischen weltweit für den einen, an sich immer gleichen Tod mehr als dreißig verschiedene Definitionen gibt.“

Es ist interessant, wie hier einer vom anderen abschreibt.

Im weiteren Text benennt o) Apalliker und Wach-Koma-Patienten als Hirntote. - Kein Mediziner in D/A/CH würde diese Patienten als hirntot bezeichen. Dass sich im Laufe der Zeit die Methoden der HTD ändern, zeigt doch auch, dass sie beständig auf dem aktuellen Stand der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden. Dies ist doch lobenswert.

Diese von ab) genannten Apparate, die es „morgen“ geben wird, haben wir heute noch nicht. Daher müssen wir mit dem arbeiten, was wir heute haben. - Zudem: Der Puls wird noch immer mit den Fingerspitzen getastet bzw. mit dem Stethoskop abgehört.

Im Grunde gibt es drei diskutierte und davon zwei praktizierte Definitionen von Hirntod: In D/A/CH müssen Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm abgestorben sein, um als hirntot zu gelten. In England und den USA gilt man als hirntot, wenn der Hirnstamm abgestorben ist. - Außerhalb dieser Definitionen wird noch der sogenannte Großhirntod diskutiert, d.h. wenn das Großhirn abgestorben ist und damit kein Bewusstsein möglich ist. Alles weitere sind nur Variationen von diesen Hirntod-Definitionen.

Und mag es weltweit noch so viele Definitionen von Hirntod geben, in D/A/CH haben die strengste Definition des Hirntodes.

3. In den EU-Ländern gibt es unterschiedliche Definitionen von Hirntod

bx) „Diese ist und bleibt somit in den verschieden EU-Ländern unterschiedlich.“

Wenn es bx) als politische Partei dies nicht behagt, steht es ihr frei, dies in Brüssel oder Straßburg zu beklagen. In D/A/CH haben wir mit dem Gesamthirntod die weitreichendste Definition des Hirntods.

4) Nachfolgende Hirntod-Definitionen seien weniger strikt

Tc) „Zwischen 1968 und 1978 wurden nachweislich mindestens 30 unterschiedliche Hirntodkriterien veröffentlicht - und seitdem viele weitere. Die jeweils neu bekannt gegebenen Kriterien haben die Tendenz, immer weniger strikt zu sein als die früheren.“

Im Jahre 1968 definierten die US-Amerikaner den Hirnstammtod als Hirntod. Im Jahre 1997 wurde in Deutschland der Gesamthirntod als Hirntod definiert. Dies zeigt, dass spätere Definitionen des Hirntods weitreichender sind als ältere Definitionen.

5) Es gibt Unterschiede in der Hirntoddefinition

Kb) „Der (vermeintliche) Hirntod wird in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich festgestellt. ... Während in Deutschland der Gesamthirntod nachgewiesen werden soll, genügt in Großbritannien der 'endgültige Ausfall des Hirnstamms, um den Tod oder den Hirntod festzustellen'.“

Die national unterschiedlichen Definitionen von Hirntod (z.B. Hirnstammtod und Gesamthirntod) führen zwangsweise auch dazu, dass es unterschiedliche Richtlinien der HTD gibt. Wenn es Kb) zu wenig ist, dass in England (und den USA) der Hirnstammtod gilt, so mag Kb) sich bitte dorthin wenden.

6) Im einen Land gilt der Patient als lebend, im anderen Land als hirntot

ak) zitiert Dr. med. Byrne aus den USA, dass „ein Patient an einem bestimmten Ort kraft einer Kriteriengruppe für tot befunden wird, nicht aber an einem anderen Ort, wo eine andere Kriteriengruppe angewendet wird.“

Damit kritisiert Byrne die Hirnntod-Definition der USA, da dort ein Patient bereits für hirntot erklärt wird, wenn nur der Hirnstamm abgestorben ist. In D/A/CH muss Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm abgestorben sein. Byrne will mit dieser Kritik erreichen, dass in den USA die deutsche Definition von Hirntod übernommen wird.

Es ist als unlauter zu bezeichnen, dass ak) zwar das Zitat bringt, aber nicht diese erklärende Worte dazu. Für deutsche Leser – das ist primär die Zielgruppe seiner Schrift – ist dies irreführend. Sollte ak) um diesen Hintergrund gewusst haben, erfüllte ak) mit diesem kommentarlosen Zitat den Tatbestand der bewussten Irreführung.

7) Hirnforscher würden Hirntod als Tod des Menschen ablehnen

ay) „Wie kontrovers die Todesdefinition ist, zeigt die Beurteilung von Hirnforschern, die die Gleichsetzung von Hirntod und Gesamttod des Menschen ablehnen.“

Dies trifft auf amerikanische Hirnforscher zu, da in den USA ein Mensch als hirntot gilt, wenn sein Hirnstamm abgestorben ist. Es wird nicht nach Groß- und Kleinhirn gefragt. - In D/A/CH hingegen gilt ein Mensch erst für hirntot, wenn Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm abgestorben ist. D.h. kaum ein Hirnforscher wird ernsthaft behaupten, dass nach der in D/A/CH geltenden Definition des Hirntods ein Mensch noch leben würde.

8) Das Hirntod-Konzept sei wissenschaftlich widerlegt

Kd) „Das (wissenschaftsinterne) Problem besteht nun darin, daß das Hirntod-Konzept wissenschaftlich nicht mehr aufrechterhalten werden kann.“

Gc) „Gerade in der USA ist umstritten der Hirntod.“
an) „Neuere Studien zu Hirntoten sowie Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik haben Zweifel an Todeskonzept und Diagnostik wieder wachgerufen. ... Diese Annahmen sind allerdings mittlerweile so stark erschüttert, das der US-amerikanische Bioethikrat sich Ende 2008 zu einer Stellungnahme gezwungen sah. In seinem Report ... verwirft er die bisherigen physiologischen Begründungen für den Hirntod. “
Bl) „Die Definition des Hirntodes ist nachweislich widerlegt“

Diese Widerlegung trifft beim Hirnstammtod zu (z.B. USA, England), nicht jedoch beim in D/A/CH geltenden Gesamthirntod. - Wer nicht um diese nationalen Unterschiede weiß, sollte sich hierzu weiterbilden. Wer jedoch darum weiß und auf die Unwissenheit der Leser bzw. Zuhörer/Zuschauer baut, begeht bewusste Irreführung, wenn er ohne auf diese nationalen Unterschiede hinweisend Kritik aus den USA oder England nach D/A/CH importiert.

9) Dem Hirntod fehle die jegliche wissenschaftliche Grundlage

Co) Der Hirntod „entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, was inzwischen ja auch zu nachgewiesenen Fehldiagnosen geführt hat.“

Wenn dem Hirntod jegliche wissenschaftliche Grundlage entbehrt, wie kann er dann wissenschaftlich widerlegt werden (s.o.)? Wie sind dann Fehldiagnosen möglich?

10) Sogenannte neue Erkenntnisse in der Medizin

Gc) „Wir haben eine Evolution auch in der Medizin. Es gibt neue Erkenntnisse, ... bildgebende Verfahren, denken Sie nur mal an PCT und oder MRT. Da können Sie sehr exakt untersuchen, wie das aussieht.“

Diese „neuen Erkenntnisse“ kommen aus den USA. Dort wird festgestellt, dass durch den Hirnstammtod deren Hirntote durchaus noch Bewusstsein haben können. - In D/A/CH ist dies mit dem Gesamthirntod gar nicht möglich, weil bei uns das Großhirn als Verortung des Bewusstseines tot ist.

PCT kennt weder Wikipedia noch die Ärzte meiner Klinik. Es darf davon ausgegangen werden, dass hier PET (Positronen-Emissions-Tomographie) gemeint ist. - Die Leere des Stoffwechsels im Gehirn eines Hirntoten, das mit einem Szintigramm in 2D dargestellt wird, kann mit dem PET in 3D-Schichten dargestellt werden. Für therapeutische Maßnahmen kann dies wichtig sein, für die HTD ist dies völlig unrelevant.

Mit einem MRT können Gewebe und Gewebestrukturen in 3D-Schichten dargestellt werden. Im Sinema-Mode kann es lebendes Gewebe durch deren Bewegungen darstellen (z.B. das schlagende Herz). Für die HTD ist jedoch das MRT so gut geeignet wie eine digitale Küchenwaage zur Längenmessung.

11) In den USA würden Hirntote bei der Organentnahme sterben Vorlage:Zitate2 In den USA gilt der Hirnstammtod, in D/A/CH der Gesamthirntod. Daher kann in den USA durchaus ein Hirntoter bei der Organentnahme sterben, im Sinne, dass dann auch sein Großhirn und Kleinhirn abstirbt. In D/A/CH müssen diese beiden Teile des Gehirns bereits vor der Organentnahme tot sein.

Kein Hirntoter hat sich für einen Menschen geopfert. Sie starben durch Krankheit oder Unfall in den Hirntod. Dieser Zustand Hirntod ermöglicht der Medizin, seine Organe für schwer kranke Menschen zu entnehmen, seine Zustimmung dazu vorausgesetzt. Um hier Missbräuche vorzubeugen, ist es unabdingbar, dass der Staat entsprechende Rahmenbedingungen schafft, in denen TX erfolgen kann.

12) Bei Wachkoma-Patienten können Areale des Großhirns noch funktionieren

an) „Der amerikanische Neuropsychologe Joseph Giacino vermutet, dass bei manchen Wachkomapatienten bestimmte Areale in der Großhirnrinde noch funktionsfähig sind und auf Schmerzreize und Sprache reagieren, wobei diese Reaktionen nicht auf höherer Ebene integriert und somit nicht bewusst werden. Die Reaktionen könnten nur mit Hilfe funktioneller Bildgebung sichtbar gemacht werden.“

Ob Patienten im Wachkoma in den USA Hirntote sind, ist fraglich. Fest steht: In D/A/CH sind es Menschen im Wachkoma, keine Hirntoten. - Eines der funktionellen Bildgebung ist ein EEG. Menschen mit messbaren Hirnströmen sind in D/A/CH keine Hirntoten.
EEG´s werden für die Kommunikation mit Menschen im Wachkoma eingesetzt.
Hiervon nun abzuleiten, dass das in D/A/CH geltende Konzept des Gesamthirntods falsch sei, verkennt die Sachlage. Diese selbst hingegen untermauert die Richtigkeit der für D/A/CH geltende Definition des Gesamthirntods.

13)Amerikanische Ärzte haben Zweifel am amerikanischen Hirntod

Bl) „Joseph Verheijde, Mohamed Rady und Joan McGregor von der renommierten Mayo Clinic bezweifeln, dass die etablierten Richtlinien geeignet sind, einen irreversiblen Schaden des Gehirns mit hinreichender Sicherheit zu konstatieren.“

Dies ist, weil in den USA der Hirntod als Hirnstammtod definiert ist. In D/A/CH hingegen ist er als Gesamthirntod definiert.

14)International einheitliche Kriterien zum Hirntod sind begrüßenswert

Mp) „Es wäre zu begrüßen, wenn die Kriterienkataloge in verschiedenen Ländern deckungsgleich wären, wie man es erwarten sollte, wenn man den Hirntod als eindeutigen biologischen Sachverhalt ansieht.“

Das wäre sicherlich begrüßenswert, aber wir bekommen innerhalb Deutschlands noch nicht mal ein einheitliches Bestattungsrecht hin: Fehlgeborene (d.h. tot mit weniger als 500 g geborene) und abgetriebene Kinder müssen in den einen Bundesländern bestattet werden, in anderen dürfen sie bestattet werden, in einigen steht nichts dazu im Bestattungsgesetz und in einigen dürfen sie nicht bestattet werden. Ist zum gleichen Sachverhalt ein größerer Widerspruch möglich? – und das in Deutschland!

15)Die Politiker wüssten oft nicht, was sie tun.

Pb) auf die Frage, was er den Vorsitzenden der beiden Fraktionen vor der Abstimmung mit auf den Weg geben würde: „Dass sie sehr gut überlegen müssen, was sie tun. Das ist ganz bewusst so gesagt, denn wir wissen von allen Abgeordneten dieser ganzen Welt, dass sie meistens nicht wissen, wofür oder wogegen sie stimmen. Dies gilt für den amerikanischen wie auch für den deutschen Bundestag.“

Dieser Bezug USA-Deutschland darf auf dem Hintergrund verstanden werden, dass in den USA die Kritiker zurecht gegen die Hirnstamm-Definition wettern und die deutschen Kritiker diese Zitate aus den USA nach Deutschland importieren, ohne darauf hinzuweisen, dass diese für Deutschland keine Gültigkeit haben, da in Deutschland der Gesamthirntod als Tod des Menschen gilt.
Es scheinen viele deutschen Kritiker und Gegner der HTD und/oder TX nicht immer zu wissen, was sie sagen, fordern und tun.

Sonstiges zu nationalen Unterschieden

16)In China gäbe es Tausende Hingerichtete, die zu Organspendern werden

ad) „In China bilden die jährlich acht- bis zehntausend Hinrichtungen ein Arsenal für Organtransplantationen, dort stammt die Mehrzahl der transplantierten Organe von Hingerichteten. Man spricht von 99%.“

In Deutschland ist die Todesstrafe seit 1945 abgeschafft. Daher ist diese Möglichkeit der OS in Deutschland nicht möglich. - Wenn es ad) stört, dass China anders verfährt, dann möge er sich dorthin wenden.

17)Unterschiedliche Ergebnisse zwischen klinischer und apparativer Diagnostik

bn) „Die klinische und die apparative Hirntoddiagnostik führen häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen; nach einer Studie der Universitätsklinik Newark sogar in elf Prozent der Fälle.“

Newark liegt in (), den USA. Damit sind es Hirnstammtote, an denen durchaus noch ein EEG abgeleitet werden kann. - Es ist unlauter – insbesondere von einer Ärztin -, so zu tun, als wären die amerikanischen und deutschen Hirntoten gleichzusetzen.

18)US-Amerikaner kritisieren ihre Hirntod-Definition

bn) „ Die American Academy of Neurology hat 2010 der von ihr selbst 1995 vorgeschriebenen Hirntoddiagnostik eine fehlende wissenschaftliche Fundierung bescheinigt: Es gebe weder ausreichende wissenschaftliche Nachweise für die richtige Beobachtungszeit, um die Unumkehrbarkeit des Hirntodes festzustellen, noch für die Zuverlässigkeit der verschiedenen Atemstillstandstests und der verschiedenen apparativen Verfahren.“

Es handelt sich um Kritik an der Hirntod-Definition Hirnstammtod.

19)Vorsicht bei Urlaubsreisen ins Ausland

Bm) „Eine international einheitliche Festlegung für die Diagnose Hirntod gibt es nicht. Jedes Land hat seine eigene und das heißt dann auch, dass der Patient In einem Land (hirn)tot ist und im angrenzenden nicht! Absurd. Wichtig für Euch in diesem Zusammenhang: Auf Urlaubsreisen oder im Ausland gilt immer die Organspenderegelung des Landes, in dem man sich gerade befindet! Man sollte sich also informieren.“

Warum ist es absurd, dass jedes Land seine eigene Definition von Hirntod hat? Es gibt auch Länder mit Linksverkehr. Da sprechen wir auch nicht von „absurd.“ - Sich über die Definition des Hirntods des Reiselandes zu informieren, macht Sinn. Man wird bei der Fragestellung nach dem Hirntod nach deren Definition auf Hirntod untersucht. Eine kleine Listung steht in dem Buch „Hirntod“ von Klaus Schäfer.

Die „Schmerzen“ der Hirntoten

20)Britische Hirntote können Schmerzen empfinden

Be) und Bi) und Mo) „Wie in der Ärztezeitung vom 31.08.2000 zu lesen war, hält der britische Anästhesist Dr. Peter Young es grundsätzlich für möglich, dass hirntote Patienten bei der Organentnahme Schmerzen empfinden können.“

Ea) „Aber es gibt einen bekannten britischen Chirurgen, der sagt: 'Okay, ich stehe später als Organspender zur Verfügung, aber bitte gebt mir vorher eine Narkose.' - weil unklar ist, wie stark die Schmerzreize sind, die man noch empfangen kann.“
Ea) und Bi) und Mo) „Dr. Philip Keep (Norfolk und Norvich Hospital, Norvich) ließ die Hörer eines Radio-Programmes der BBC wissen, dass er für sich persönlich eine Organspende ablehne. Er erklärte dazu: 'Ich habe während meiner langjährigen Arbeit im OP Dutzende hirntote Organspender gesehen, die bei der Entnahme der Organe Reaktionen zeigten. Ich möchte und kann nicht ausschließen, dass dies auf ein gewisses Schmerzempfinden des Organspenders hindeutet.'“
Gb) „In Großbrittanien haben die Herausgeber der Fachzeitschrift Anästhesia im Jahre 2000 bereits Vollnarkosen gefordert, grundsätzlich, für alle Explantationen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation schreibt derzeit die Gabe ... von Muskelentspannenden Medikamenten und Opiaten, die werden gegeben, damit der Blutdruck nicht ansteigt. Das sind beides Maßnahmen, um die Operierbarkeit zu erleichtern. Was nicht gegeben wird, das ist der einzige Unterschied zur echten Vollnarkose, das sind bewusstseinsausschaltende Mittel. Es gibt eigentlich keinen rationalen Grund, dies nicht zu geben, weil der Anästhesist sowieso bei der ganzen Entnahme dabei ist. Das wäre nur ein Medikament mehr.“
Mj) „In der Ärztezeitung vom 31.08.2000 wurde über eine entsprechende Diskussion in Großbritannien berichtet. Demnach hält der britische Anästhesist Dr. Peter Young es grundsätzlich für möglich, daß hirntote Patienten bei der Organentnahme Schmerzen empfinden können.“
Mj) „Dr. Philip Keep ... berichtete 'Ich habe während meiner langjährigen Arbeit im OP dutzende hirntote Organspender gesehen, die bei der Entnahme der Organe Reaktionen zeigten. Ich möchte und kann nicht ausschließen, daß dies auf ein gewisses Schmerzempfinden des Organspenders hindeutet.'"
Ml) „In einer Untersuchung, die vor einiger Zeit im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, konnte nachgewiesen werden, dass Patienten, die eigentlich als hirntot galten, noch Bewusstseinsaktivitäten aufwiesen.“
Ms) „In Deutschland werden in der Regel nur muskelentspannende Medikamente gegeben, um Bewegungen der Hirntoten während der Explantation zu unterbinden. Denn dies würde den operativen Eingriff stören – und in vielen Fällen wohl auch das beteiligte medizinische Personal verstören.“

In England und den USA können Hirntote (Hirnstammtod) Schmerzen empfinden, in D/A/CH (Gesamthirntod) nicht.
Bei allen größeren Operationen werden muskelentspannende Medikamente gegeben, damit die Muskeln nicht die Wunde wieder verschließen.

21)Die „Schmerzen“ der Hirntoten

bn) „Eine Untersuchung von Hans-Joachim Gramm et al. hat gezeigt, dass bei zwei von 30 als hirntot diagnostizierten Organspendern die Konzentrationen der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Adrenalin sowie Blutdruck und Herzfrequenz bei der Organentnahme sprunghaft anstiegen. Ob es sich dabei um Rückenmarksreflexaktivität handelte, wie die Autoren vermuten, oder um Schmerzreaktionen, ist unklar. Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahr 2000 eine Vollnarkose für hirnstammtote Organspender gefordert, allein schon um das Unbehagen für das Operationspersonal zu reduzieren. Schmerz- und Beruhigungsmittel seien neben Arzneimitteln zur Entspannung der Muskeln notwendig, da bei hirnstammtoten Patienten häufig noch höhere Hirn- und Rückenmarksfunktionen feststellbar seien, und da dramatische Veränderungen des Blutflusses während der Operationen auftreten könnten.“

Sachlich für US-amerikanische Hirntote alles korrekt beschrieben. Für deutsche Hirntote muss hierbei korrigierend angefügt werden, dass deutsche Hirntote keine zerebrale (vom Gehirn ausgehende) Schmerzreaktionen möglich sind. Daher ist auch in Deutschland keine Vollnarkose notwendig. Dies hat bn) vergessen.

22)Vermisst Hinweis auf internationale Diskussion

Md) „Wir sind verwundert, in dem Orientierungstext keinerlei Hinweise auf die internationale Debatte zu finden, dass die Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod des Menschen, weil naturwissenschaftlich und empirisch widerlegt, nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.“

Der Hinweis fehlt, weil D/A/CH den Gesamthirntod als Definition für den Hirntod haben, England und die USA den Hirnstammtod.

23)Amerikanische Ärzte machten eine Kosten-Nutzen-Rechnung

Bb) „Die amerikanischen Transplantationsärzte machten eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf: Es sei doch sehr viel rentabler, wenn die kostenintensiven Betten auf den Intensivstationen frei würden, weil die Schwerkranken nicht länger betreut und versorgt würden, sondern als Hirntote der Verwertung als Organspender zugeführt.“

Dieser Protest gehört damit an die USA gerichtet, nicht nach Berlin.

24)Amerikanische Hirntote seien nicht tot

cb) „ Das Pendant zum Deutschen Ethikrat in den USA, das 'President’s Council on Bioethics' vertritt ebenfalls die Einschätzung, dass eine Gleichsetzung von Hirntod und Tod nicht mehr aufrechtzuhalten“.

Bb) „Wer 'hirntot' ist, lebt. Das sagt der nationale Bioethikrat der USA, also dort, wo die Hirntoddefinition erfunden wurde. Im Jahr 2008 hat das US-amerikanische President’s Council on Bioethics das Kriterium des Hirntods verworfen. Das Erlöschen der Hirnfunktion als Todesdefinition sei empirisch widerlegt: "Der Hirntod ist naturwissenschaftlich nicht dem Tode gleichzusetzen".

1997, also schon vor 15 Jahren, wurde im Hastings Center Report (USA) festgestellt: Wir müssen uns vom Hirntodkonzept verabschieden. Im Jahre 2010 hat die American Academy of Neurology ebenfalls die Unhaltbarkeit des Hirntodkonzepts festgestellt: es fehle jede wissenschaftliche Fundierung.“
Dies trifft für amerikanische Hirntote wegen der Definition des Hirnstammtodes zu, nicht aber für die in D/A/CH gültige Definition des Gesamthirntodes. Daher solle Bb) seine Strafanzeige in den USA einreichen, nicht in Berlin.

25)()

„Bestrebungen für eine Vereinheitlichung des Transplantationsrechts auf europäischer Ebene, die derzeit diskutiert wird, sind dann abzulehnen, wenn dabei deutsche Standards nicht eingehalten werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass in Bezug auf das Thema Organspende das Misstrauen in der Bevölkerung verstärkt werden könnte.“

Die Homöostase

In den „Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes“ der [[BÄK]] heißt es in Anmerkung 4:

Beim Hirntoten können spinale Reflexe und Extremitäten-Bewegungen (beispielsweise: Lazarus-Zeichen) sowie die Leitfähigkeit des peripheren Abschnittes von Hirnnerven, die periphere Erregbarkeit und spontane Entladungen im Elektromyogramm der Gesichtsmuskeln vorübergehend noch erhalten bleiben oder wiederkehren, solange der Körper-Kreislauf und die Beatmung aufrechterhalten werden. Der über den Hirnstamm verlaufende Blinzelreflex erlischt klinisch mit der Hirnstamm-Areflexie.

Diese spinalen Reflexe sind bekannt. Nach medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnis stehen sie nicht im Widerspruch zum Hirntod. Dennoch werden diese Reflexe von Gegnern der HTD als vermeintliche Beweise aufgeführt, dass der Hirntote noch lebe.

26)Hirntote regulieren Körpertemperatur

a) „Sie regulieren Körpertemperatur ...“

A) „Sie sind warm, der Stoffwechsel funktioniert.“ cd) „Die Körpertemperatur ist allerdings erhalten, ...“

Wärme wird durch den Energieumsatz produziert. In Ruhe braucht das Gehirn eines lebenden Menschen 25% der Glukose, Herz, Leber und Niere etwa 50% der Energie. Dieser Energieumsatz der Ruhe ist es, den den Hirntoten warm sein lässt. Grobe Änderungen der Körpertemperatur nimmt das Rückenmark wahr.
Einigen Hirntoten müssen mit Wärme- oder Kältedecken zugedeckt werden, weil die Feinregulierung der Körpertemperatur ausgefallen ist. D.h. als Wechselblütler nehmen sie die Umgebungstemperatur an. Dies wird durch die gestörte Homöostase notwendig.

27)Hirntote bekämpfen Infektionen

a) „Sie regulieren ... bekämpfen Infektionen, ...“

bd) „So dokumentierten Mediziner weltweit Fälle, wo der Körper von Hirntoten Infektionen mit Fieber bekämpfte ...“ bv) „ Darüber hinaus sind das Blutgerinnungs- und das Immunsystem ebenfalls intakt, die beide wichtige regulative und integrative Funktionen für den Gesamtorganismus wahrnehmen.“

Für die Bekämpfung von Infektionen bedarf es nicht des Gehirns. Es gehört daher auch nicht zum Immunsystem. - Zum Immunsystem gehören: (Wikipedia: Immunsystem) mechanische Barrieren, die ein Eindringen der Schädlinge verhindern sollen Zellen, wie zum Beispiel Granulozyten, natürliche Killerzellen (NK-Zellen) oder T-Lymphozyten. Sie sind teilweise zu spezialisierten Organen (Lymphatisches System) zusammengefasst.
Eiweiße, die als Botenstoffe oder zur Abwehr von Krankheitserregern dienen psychische Immunfaktoren.
Schon einfache Organismen besitzen eine natürliche Immunabwehr. Wirbeltiere entwickelten zusätzlich eine adaptive Immunabwehr, die sie noch effektiver vor Krankheiterregern schützt. Dieses funktioniert über die Lymphozyten. Das Gehirn hat hierbei nur die Funktion, sich der Krankheitserreger zu erinnern und damit schnell angemessene Abwehrreaktionen zu ermöglichen.

28)Die Wunden heilen auch bei Hirntoten

a) „Die Wunden heilen bei Hirntoten ebenso, wie ihr proportioniertes Wachstum gesteuert wird.“

Ausgangspunkt jeder Wundheilung ist eine Störung des Blutflusses durch eine Verletzung der Haut. Die Blutung schwemmt Verunreinigung aus der Wunde und leitet eine Blutgerinnung ein, d.h. das zerstörte Blutgefäß wird durch ein Gerinnsel (Blutpfropf) verschlossen. Durch Austritt von Wundsekret werden Fremdkörper und Keime aus der Wunde herausgeschwemmt. Die Wunde wird durch das Fibrin verschlossen und durch die harte Kruste geschützt. Unter dieser wird Bindegewebe aufgebaut. Es bleibt eine Narbe zurück.
Alle wichtigen Bestandteile der Wundheilung sind im Blut enthalten, ebenso die Leukozyten, Lymphozyten und Phagozyten, die zur Immunabwehr benötigt werden. Auch hier hat das Gehirn keinen Einfluss darauf.

29)Hirntote produzieren Exkremente und scheiden sie aus

a) „Sie ... produzieren Exkremente und scheiden sie aus.“

Pa) „Da stand noch ein Eimer an seinem Bett. Erst hing da nur ein Urinbeutel. Und dieser Eimer füllte sich. Das heißt, da war noch ein Körper, der noch richtig gearbeitet hat. Was meinen Sie, was das für eine körperliche Leistung ist, in so kurzer Zeit so viel Flüssigkeit rauszupressen.“

Hirntote sind Menschen, die vom Hals abwärts weiterhin funktionieren. D.h. dass auch Magen und Darm weiterhin arbeiten, so wie zuvor. Einzig die Atmung fehlt. Daher müssen Hirntote künstlich beatmet werden. Ohne diese Unterstützung würde innerhalb weniger Minuten der Herztod eintreten.
Damit der Körper eines Hirntoten in seinen vegetativen Funktionen weiterhin erhalten bleibt, braucht er Nahrung und Wasser. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Hirntote Exkremente produzieren und ausscheiden.
Hierzu sei erwähnt, dass nach dem Herztod eines Menschen der Darm noch rund 24 Stunden weiter verdaut und Exkremente produziert. Hier sagt auch niemand, dass dies deswegen noch die nächsten 24 Stunden ein Lebender oder Sterbender sei.

30)Hirntote wachsen weiter

e) „Haare wachsen weiter und der Körper reagiert auf äußere Reize auch dann, wenn Ärzte den Hirntod festgestellt haben.“

Haare wachsen weiter, weil das vegetative Wachstum durch Einsatz der Intensivmedizin (Geräte und Medikamente) und dem damit erreichten groben Aufrechterhalten einiger vegetativen Funktionen möglich ist.

31)Zusammenfassung der Homöostase

b) „Heute steht fest, dass trotz Hirntod die restlichen Organfunktionen nahezu beliebig lange aufrechterhalten werden können. Hirntote verdauen Nahrung, wehren Infektionskrankheiten ab, reagieren (über Nervenbahnen im Rückenmark) auf Schmerzreize und können sogar Kinder gebären. Ethisch ist deshalb die Frage berechtigt, ob die Beatmungsmaschinen und Ernährungsschläuche nur eine Leiche warm halten oder ob hier ein Mensch, wenn auch künstlich, am Leben erhalten wird.“

d) Es ist zu beobachten, dass „Hirntote ihre Körpertemperatur regulieren, Infektionen und Verletzungen bekämpfen, auf Schmerzreize reagieren, verdauen und ausscheiden.“ f) Über die Hirntoten: „Sie halten ihren Stoffwechsel selbständig aufrecht, regulieren ihre Körpertemperatur, bekämpfen Infektionen und Verletzungen, reagieren mit Stresshormonen und Blutdruckanstieg auf Schmerzreize, produzieren Exkremente und scheiden diese aus. Hirntote Kinder wachsen und setzen gegenbenenfalls ihre Geschlechtsentwicklung fort. Zehn hirntote Schwangere wurden, teilweise nach monatelangem Hirntod, bis 2003 von gesunden Kindern entbunden.“ cd) „Die Körpertemperatur ist allerdings erhalten, das Herz schlägt spontan, der Blutdruck ist messbar, Stoffwechsel, Ausscheidungen, Hormonsystem funktionieren noch. Vegetative Reaktionen wie unter anderem Hautrötung und Schwitzen sind zu beobachten. Diese Phänomene beschreibt die Biologie korrekt als zum Leben gehörig.“ Bd) „Die Totgesagten verarbeiten noch Nahrung und produzieren Ausscheidungen. Hirntote haben noch einen Herzschlag und ihre Verletzungen können heilen. Ihre Körpertemperatur kann ansteigen. In der Sonne (oder unter der Höhensonne) würde die Haut von Hirntoten auch noch Urlaubsbräune bekommen.“ Bh) und Bl) „So halten Hirntote ihre Homöostase aufrecht, den Gleichgewichtszustand des Organismus. Sie regulieren Körpertemperatur und bekämpfen Infektionen, produzieren Exkremente und scheiden sie aus. Die Wunden heilen bei Hirntoten ebenso, wie ihr proportioniertes Wachstum gesteuert wird.“ af) „Solche kranke Menschen zeigen weitere Lebensvorgänge: innere Atmung ( also des Gasaustausch zwischen Blut und Gewebe ), Blutdruck, spontane Herztätigkeit, Temperatur, Ausscheidungen, Stoffwechselvorgänge sowie Hormonausschüttungen und -bildungen, Blutbildung und Gerinnung. Falsch ernährt, können diese Patienten Durchfall oder Verstopfung entwickeln, diese Patienten sind impfbar, sie sind also in der Lage Antikörper zu bilden. Diese Kranken können unkoordinierte vegetative Reaktionen zeigen, wie Hautrötungen, Schwitzen und Kontraktionen von Muskelgruppen: diese Phänomene beschreibt die Biologie korrekterweise als zum Leben gehörig.“ Kb) berichtet vom Vortrag des früheren Krankenpflegers Roberto Rotondo: „Keine Pflegekraft würde einen Toten über mehrere Tage hinweg waschen. Bei einem 'hirntoten' Patienten können Wunden ausheilen. Sie werden beatmet, und vom Beatmen wird auch gesprochen. Eine Leiche hingegen könnte gar nicht beatmet, sondern bestenfalls 'aufgeblasen' werden. Ein 'echter' Leichnam würde binnen weniger Stunden von der Station in die Leichenhalle gebracht werden. Kurzum, alles, aber auch wirklich alles, deutet darauf hin, wie sich auf der Basis der vielfältigen Erfahrungen von in Pflegeberufen arbeitenden Menschen, die auch mit Toten in Berührung gekommen sind, sagen läßt, daß als hirntot geltende Patienten anderen Menschen in Zuständen tiefster Bewußtlosigkeit gleichen, aber nicht Toten.“ ag) „Die Fülle der Lebenszeichen, die bei Hirntoten vorhanden sind, Herzschlag, Lungenatmung, Stoffwechsel, Nierenfunktion, unter Umständen Fortpflanzungsfähigkeit, werden als 'Ausdruck von noch vorhandenen biologischen, nicht speziell menschlichen Lebens in einem hirntoten Körper' interpretiert oder als 'nachklingende Lebensprozesse' abqualifiziert.“ Pa) „Wie können Sie begreifen, dass ein Mensch tot ist, wenn sie ihn anfassen und der ist warm, und wenn sie sehen, der schwitzt.“

Ob damit eine Leiche warm gehalten oder ein Mensch künstlich am Leben gehalten wird, ist die falsche Frage. - Hier wird kein Mensch künstlich am Leben erhalten, sondern ein Hirntoter! Ein Leichnam warm halten ist etwas völlig anderes. Dafür bedarf es keine Intensivstation mit künstlicher Beatmung.
Die Bräunung der Haut ist eine chemische Schutzreaktion der Haut. Bl) schreibt selbst weiter: „Dabei kann es zu Blutdruckabfall, Herz-Rhythmusstörungen oder gar zum Herzstillstand kommen.“ Dies sind Folgen einer gestörten Homöostase.
Das Herz schlägt aus sich heraus, auch getrennt vom Körper. Das zeigen die schlagenden Herzen in den Labors der Pharmaindustrie. Warme Körpertemperatur, Puls und Blutdruck sind nur die Folgen des schlagenden Herzens.
Mit Stoffwechsel und Ausscheidung beweist nur, dass die Körperzellen funktionieren. Der Mensch als wahrnehmendes Wesen mit Bewusstsein ist jedoch tot.

Der Hirntod

Bevor in die Diskussion eingestiegen wird, ob Hirntote leben, sei auf ein Wort von Papst Pius XII. hingewiesen, der in seiner Ansprache am 24.11.1957 in Bezug auf künstliche Beatmung sagte: „Wenn tiefe Bewusstlosigkeit für permanent befunden wird, dann sind außerordentliche Mittel zur Weiterbehandlung des Lebens nicht obligatorisch. Man kann sie einstellen und dem Patienten erlauben zu sterben.“
Damit befand Papst Pius XII. 10 Jahre vor der ersten Herz-Tx und 11 Jahre vor der Hirntoddefinition der Harvard Medical School es für ethisch richtig, dass man die Weiterbehandlung dieser Menschen beendet, die permanent in tiefer Bewusstlosigkeit liegen. Damals war Hirntod in der Medizin noch kein gebräuchlicher Begriff. - Ob es bei diesen permanent in tiefer Bewusstlosigkeit befindlichen Menschen um Lebende oder um Tote handelt, konnte die Medizin erst Ende der 60er Jahre sagen.
Es war auch Papst Pius XII., der 1957 sagte: „Es ist Aufgabe des Arztes, den Tod und den Todeseintritt klar und eindeutig zu definieren." Papst Johannes Paul II. griff dieses Zitat im Zusammenhang der Frage um den Hirntod auf.

Hirntote würden leben

32)Hirntote weisen noch Durchblutung des Gehirns auf

c) „Entsprechend werden in der Fachliteratur etliche Fälle benannt, die klinisch zwar als hirntot diagnostiziert wurden, bei denen aber mit apparativer Diagnostik eine Durchblutung des Gehirns nachgewiesen werden konnte.“

Bi) „Auch das funktionsunfähige Gehirn ist noch durchblutet, keineswegs wie bei einem Toten erkaltet, geschweige denn in den Verwesungsprozess übergegangen.“ Ms) „Auch konnte bei einigen Patient_innen nach Hirntod-Diagnose mithilfe bildgebender Verfahren in Teilbereichen des Gehirns noch Durchblutung nachgewiesen werden. Ob daraus geschlossen werden kann, dass Teile des Gehirns noch (eingeschränkt) funktionsfähig sind, ist nicht geklärt.“

Starb ein Patient aufgrund von längerem Herzstillstand in den Hirntod, so ist nach erfolgreicher Reanimation das Gehirn selbstverständlich wieder mit Blut und Sauerstoff versorgt, aber die Gehirnzellen können diesen nicht aufnehmen, weil sie durch den vorausgegangenen längeren Herzstillstand abgestorben sind. Die Gehirnzellen sind und bleiben tot. Da hilft auch keine spätere Durchblutung.
Starb der Hirntote durch primäre Hirnschädigung in den Hirntod, so widerspricht eine teilweise Durchblutung dennoch nicht dem Hirntod. Die Gehirnzellen sind trotz dieser Restdurchblutung abgestorben. Was beim Hirntod zählt, ist nicht die Durchblutung des Gehirns, sonder der Tod der Gehirnzellen. Eine fehlende Durchblutung ist nur ein von mehreren Indizien (je nach Ursache), ob Hirntod vorliegt.
Es ist nicht „nicht geklärt“, sondern man hat diese Untersuchung nicht durchgeführt. Mit einem Szintigramm vom Gehirn, ob dort noch Stoffwechsel nachzuweisen ist, hätte diese Klärung herbeiführen können. Statt dessen wurde auf halbem Weg der Untersuchungen stehen geblieben – wollte man u.U. diesen Nachweis nicht führen, weil damit belegt worden wäre, dass tatsächlich Hirntod vorliegt?

33)Einige Hirntote weisen noch eine Restdurchblutung des Gehirns auf

n) „Eine Ischämie des Gehirns, d.h. eine mangelhafte Versorgung mit Blut, und das Absterben des Hirngewebes sind die Folge. Allerdings wurde bei etwa 50% der Patienten, deren für die Hirntoddiagnose untersuchte Reflexe des Gehirns ausgefallen waren, ein signifikanter zerebraler Restblutfluß nachgewiesen.“

Handelt es sich jedoch um einen Gefäßverschluss mit geringem Restfluss, so bedeutet dies nicht, dass das Gehirn noch lebt. - Zur Verdeutlichung das Beispiel: Wenn wir im Hochsommer bei durchgehend über 28°C statt der 2-4 Liter Flüssigkeit täglich nur 0,1 Liter Flüssigkeit bekommen, bekommen wir zwar Flüssigkeit, aber viel zu wenig. Es ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis wir einen Kreislaufkollaps bekommen und am Ende verdursten.
Wenn das Gehirn dauerhaft zu wenig durchblutet wird, sterben die Gehirnzellen auch ab, nur langsamer. Der Hirntod tritt dadurch verzögert ein.
Ob nun Hirntod nach längerem Herzstillstand oder durch Gefäßverschluss, es ist in der Sache kein Widerspruch, dass das Gehirn bei einem Hirntoten normal oder vermindert durchblutet wird.

34)Hirntod sei Zusammenbruch des Gehirnkreislaufs i) und bo) „Galt einst der Herztod als Ende des Lebens, ist nun der Todeszeitpunkt durch die Behauptung, die Person des Menschen sei bereits durch den Zusammenbruch des Gehirnkreislaufs verstorben, vorverlegt worden.“ Hirntote können sehr wohl noch Gehirnkreislauf besitzen, siehe 18). Hier zeigt sich der Sachverstand des Verfassers bzw. sein Versuch der bewussten Irreführung. Hirntod ist nicht der Zusammenbruch des Gehirnkreislaufs, sondern ein „Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms.“ ([[BÄK]] 9.5.1997) Ähnlich formuliert es das TPG in § 3: Hirntod ist der „endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“. Der Hirntod wurde nicht vor den Herztod vorverlegt. - Im normalen Sterben über den Herztod kommt der Hirntod immer danach, etwa 10 Minuten nach dem Herzstillstand. Dennoch wird die Zeit des Herztodes als Todeszeitpunkt angegeben. - Dabei zählt der Herzstillstand zu den unsicheren Todeszeichen, der Hirntod zu den sicheren Todeszeichen, ebenso die Totenstarre und die Totenflecken. Erst wenn ein sicheres Todeszeichen vorliegt wird der Totenschein unterschrieben. Bei Hirntoten kommt der Hirntod vor dem Herztod. Die Intensivstation mit der künstlichen Beatmung macht diesen Zustand überhaupt erst möglich. Ohne künstliche Beatmung und Intensivstationen gäbe es keine Hirntoten mit schlagendem Herzen. Hirntote sind künstliches (Neben-)Produkt der Intensivmedizin. 35)Ausfall der Reflexe würden auf NicHTDurchblutung hinweisen Ms) „Aus dem Ausfall dieser Funktionen wird geschlossen, dass der Hirnstamm nicht mehr durchblutet wird.“ Es ist nicht die Nicht-Durchblutung, die für den Hirntod entscheidend ist, sondern der Tod der Gehirnzellen. - Längere Nicht-Durchblutung des Gehirns führt zum Hirntod. Doch eine erfolgreiche Reanimation nach Herzstillstand ermöglicht zwar wieder die Durchblutung des Gehirns, aber das Gehirn ist abgestorben. 36)Hirntote würde noch leben e) „Immer lauter melden sich jetzt aber Kritiker zu Wort: Hirntote leben noch.“ f) „Sind Hirntod und Tod wirklich identisch?“ h) „Im Ergebnis ähnlich argumentiert der Düsseldorfer Bioethiker Dieter Birnbacher, der seit Jahren in Gremien der Bundesärztekammer ([[BÄK]]) mitwirkt: 'Wir müssen anerkennen, dass hirntote Menschen eben noch nicht tot sind, dass wir sie aber dennoch als Organspender heranziehen können.'" x) „Es gibt Gelehrte, die meinen, es handle sich um eine sehr primitive Lebensform, vegetative Restfunktionen des Menschen. Aber auch sie gestehen offensichtlich zu, dass es noch eine Lebensform gibt.“ n) „Einem derartigen Konzept vom ‚Hirntod‘, das den Augenschein Lügen straft, steht das unmittelbare Wahrnehmen gegenüber, nach welchem der Hirnverletzte lebt.“ bf) „Was ist das für ein Tod, bei dem der Mensch noch lebt?“ bf) „Die Werbung für ORGANSPENDE spricht von Organen Verstorbener und verschweigt damit, dass den betroffenen Menschen die Organe bei lebendigem Leib und schlagendem Herzen entnommen werden.“ bf) „ Die Organe werden bei noch schlagendem Herzen und fortgeführter Beatmung herausoperiert.“ bx) „Hirntote sind zu diesem Zeitpunkt allerdings eindeutig noch Lebende im Sterbeprozeß, die künstlich beatmet werden. Deshalb wird zu Unrecht der Eindruck erweckt, dass man bei der Entnahme von Organen bereits tot sei.“ ce) „Die Organentnahme bei sogenannten Hirntoten ist ein Eingriff in den Sterbeprozess eines noch lebenden Menschen.“ Ag) „Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass Transplantationsmediziner in der Lage sind, einen sog. Hirntoten, beatmet und bei lebendigem Leib, in seine Organteile zu zerlegen und gleichzeitig der Bevölkerung zu vermitteln, es handele sich um einen Toten.“ Ag) „Organe kommen nicht aus einem Pool, sondern von lebenden Menschen.“ Ah) „Hirntote leben, können auf Berührung reagieren, sich bewegen und Laute von sich geben, bei Ihnen können Tränen fließen und Wunden heilen, schwangere Frauen können lebendige Kinder austragen.“ Ea) „Und ich muss auch gar kein Mediziner sein und ich muss auch gar nicht diese Studien anders lesen, um vielleicht auf die Idee zu kommen, dass jemand, der warm ist, dessen Herzkreislauf funktioniert, der eventuell Schmerzreize noch hat, dessen Stoffwechsel funktioniert, und wo eine hirntote Schwangere noch nach drei Monaten ein Kind austrägt, dass der vielleicht noch nicht ganz so tot ist.“ Bd) Hirntote seien „noch lebendig und wird noch von einem Lebensprinzip durchwaltet.“ Ein Hirnverletzter lebt, ein Hirntoter ist tot. - Die o.g. unmittelbaren Wahrnehmungen bei einem Hirntoten sind keine vom Gehirn aus gesteuerten Handlungen, sondern gehen vom Rückenmark aus. ae) zitiert Walter Ramm mit den Worten: „Die Organe können immer nur lebenden Menschen entnommen werden und die Entnahme führt anschließend immer zum Tod des Spenders.“ af) „Der Patient wird weiterbehandelt - eine Leiche kann hingegen nicht weiterbehandelt werden! - um Organe zugunsten eines anonymen Dritten entnehmen zu können.“ af) „Ein Mensch im Hirnversagen ist phänomenologisch zweifelsohne ein Sterbender, also ein noch Lebender.“ ap) „Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse haben das einstmalige ‚Hirntodkonzept‘ längst überholt. Dies geben international auch immer mehr Ärzte und Politiker zu. Man weiß heute: Der ‚Hirntod‘ ist nicht der Tod des ganzen Menschen. Es gibt daher keine ‚post-mortale‘ Organspende, denn diese Patienten leben noch.“ au) Hirntote „sind bewusstlose, beatmete Menschen, deren gehirngebundene Reflexe erloschen sind. Die Körpertemperatur ist allerdings erhalten, das Herz schlägt spontan, der Blutdruck ist messbar, Stoffwechsel, Ausscheidungen, Hormonsystem funktionieren noch. Vegetative Reaktionen wie unter anderem Hautrötung und Schwitzen sind zu beobachten.“ ba) Der Zusatz auf dem OSA, dass man sich die Organentnahme unter Vollnarkose wünscht, wurde abgelehnt. „Der Grund ist einfach: Die DSO fürchtet, mit einem solchen Zusatz auf dem Organspende-Ausweis erkennbar zuzugeben, dass der Organspender noch lebt. Genau das sagen allerdings die Berater der DSO den Angehörigen, wenn sie bei drohender Ablehnung der Organentnahme darauf hinweisen: 'ln diesem Fall müssen wir die Beatmung abschalten, ihr Angehöriger ist dann binnen weniger Minuten tot!' Eine solche Aussage legt offen: der diagnostizierte 'Hirntote' lebt und hat seinen Tod noch vor sich.“ bj) „An der Tatsache, dass 'hirntote' Menschen im Leben gehaltene Menschen sind und dass dieses Leben nicht aus den Maschinen kommt, ändert ja dieses Dogma nichts“ (Seite 146) Mi) „Anmutungen des Lebens, wie weiter bestehende Körperfunktionen, etwa Wachstum, Ausscheidungen, Temperaturregelung, die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft sind deutliche Hinweise darauf, dass es sich bei einem Hirntoten um einen noch nicht toten Menschen handelt.“ Wer behauptet, dass Hirntote noch leben würden, der möge doch bitte „Leben“ definierten. - Beim in Deutschland geforderten Gesamthirntod ist die Trennung von Körper und Geist vollzogen, d.h. der Mensch ist tot. Diese „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ betreffen Länder wie USA und England, in denen man bereits als hirntot gilt, wenn nur der Hirnstamm abgestorben ist. Wenn Hirntote noch leben würden, hätte dies weit reichende juristische Folgen: Wenn es jemand fertig bringen sollte, einen Menschen gezielt in den Zustand Hirntod zu bringen, könnte dieser nur wegen schwerer Körperverletzung angeklagt werden. Es wäre dann kein Mord, da das Opfer schließlich noch lebe. 37)97% des Hirntoten lebe noch o) zitiert Detlev B. Linke mit: „Es ist kein Zweifel, dass wir es beim Hirntod noch mit einem lebenden Organismus zu tun haben. 97 Prozent des Organismus sind beim Hirntod noch lebendig. Es ist eine metaphorische Leistung, in solch einer Situation doch vom Tod des Gesamtorganismus reden zu wollen ...“ x) „Angesehene Vertreter aus dem medizinischen Bereich weisen darauf hin, dass bei einem Menschen, der für hirntot erklärt wird, mindestens 97 Prozent noch lebendig sind.“ Ca) „Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen! Ein ehemaliger Chefarzt aus Gladbeck, Herr Prof. Dr. Linus Geisler sagt dazu, dass ein Mensch, der als hirntot bezeichnet wird, noch zu 97 % ein lebender Mensch und keineswegs tot ist.“ ad) zitiert Detlef Bernhard Linke mit den Worten: „Kann ein Mensch für tot angesehen werden, wenn 97% seiner Körperzellen noch funktionieren, aber nur die 3%, die sein Gehirn aus machen, ausgefallen sind?“ ak) zitiert Linke mit den Worten: „Kann ein Mensch für tot angesehen werden, wenn 97 % seiner Körperzellen noch funktionieren, aber nur 3 %, die sein Gehirn ausmachen, ausgefallen sind?" Tc) „Es leben damit noch 95 % des menschlichen Körpers, und dennoch vom Tod des Menschen zu sprechen, kann durchaus als Lüge bezeichnet werden.“ Dies ist eine rein biologische Sichtweise. - Streng genommen dürften sich diese Verfasser aus Ehrfurcht vor dem Leben weder Nägel noch Haare schneiden. Diese 3% toten Gehirns machen aber die Trennung von Körper und Geist aus. Diese Trennung ist bei einem Hirntoten unweigerlich vollzogen, denn: 1.das Bewusstsein ist unwiederbringlich erloschen 2.es kann nichts mehr wahrgenommen werden, selbst die Organentnahme nicht 3.selbst lebenswichtige Reflexe wie Atmen und Schlucken fehlen. Beim Männern beträgt das mittlere Gewicht des Gehirns 1.375 g, bei Frauen 1.245 g. - Bei Männer wiegt das Herz zwischen 280 und 340 g, bei Frauen zwischen 230 und 280 g. - Das Gehirn wiegt somit rund viermal mehr als das Herz. Warum soll dann jemand tot sein, weil nur sein Herz (knapp 1% Körpermasse) abgestorben ist, und nicht tot sein, wenn sein Gehirn (knapp 3% Körpermasse) abgestorben ist? Noch deutlicher wird diese unsinnige Aussage daran, wenn in den Bereich der künstlichen Organe gegangen wird: Die Funktionalität des Herzens kann durch ein Kunstherz für wenige Jahre ersetzt werden. Damit kann der Patient weiterleben. - Womit kann hingegen die Funktionalität des abgestorbenen Gehirns ersetzt werden? Selbst wenn die Medizin in der Lage wäre, ein Ersatzgehirn zur Verfügung zu stellen, wo ist das Backup (Datensicherung) des abgestorbenen Gehirns? Der Mensch mit seinem Wissen und Können, mit seinen Erlebnissen und Gedanken ist mit dem Hirntod unwiederbringlich gestorben. Es gibt kein Backup seiner Person. - Diese Überlegung zeigt wohl am deutlichsten auf, dass der Hirntod der Tod des Menschen ist. 38)Spenderherzen würden aus lebenden Patienten kommen m) „Es ist unmöglich, ein Herz für eine Organtransplantation zu erhalten, wenn es sich nicht um ein gesundes Herz eines lebenden Patienten handelt.“ ab) „Die zu transplantierenden Organe müssen vor der Transplantation noch Lebenszeichen geben, sie können nur dann transplantiert werden, wenn sie bis zur Entnahme durchblutet geblieben sind. Verwendet werden können daher für Transplantationen de facto nur die Organe eines für tot erklärten Menschen.“ af) „Die Wirklichkeit lässt sich nicht durch Definitionen oder Setzungen ändern: wir können noch lebende Organe nur von einem noch lebenden Menschen erfolgreich transplantieren - nur so kann der Empfänger von dem noch vorhandenen Leben profitieren!“ bg) zitiert Werner Forßmann mit den Worten: „Die Chancen sind also am allergrößten, wenn es einem gesunden und in voller Lebenskraft stehenden Menschen entnommen wird ... Deshalb liegt es im Interesse des Empfängers und des Transplantationsmediziners, den sterbenden Spender so früh wie möglich für tot zu erklären, um über ihn verfügen zu können.“ (Seite 72) Na) „Somit wird endlich öffentlich, was viele medizinische Laien schon immer befürchtet haben und für sich nicht wollen: Die Organtransplantation funktioniert nur, wenn die Organe einem lebenden Menschen entnommen werden, der an und während der Organentnahme stirbt.“ Das Herz ist aus einem toten Menschen entnommen, aus einem Hirntoten. Bei Hirntoten sind einige der vegetativen Körperfunktionen noch vorhanden. Daher können seine Organe für eine TX verwendet werden. Wie m) zur OS steht und warum er so schreibt, wird durch seine Wortwahl deutlich. Auf der letzten Seite seines Artikels schreibt er von einer „Organernte“, die 1968 begonnen hätte. Von Sachlichkeit ist hier wenig zu erkennen. Aber vielleicht müssen Amerikaner in Amerika so sein, damit sie wahrgenommen werden. Für den deutschen Sprachraum wirken solche Worte nicht nur unsachlich, sondern abstoßend und verletzend. 39)Der Hirntod sei an die Stelle der traditionellen Todeszeichen getreten ab) und ad) „Die Basis dieser Todeserklärung ist der Hirntod. Er tritt an die Stelle des traditionellen Kennzeichens für den Tod eines Menschen, an die Stelle des definitiven Aufhörens der Herz- und Kreislauftätigkeit.“ Der Hirntod trat an die Stelle des Herztodes, der schon seit Ende des 18.Jh. kein sicheres Todeszeichen mehr ist. Somit gibt es aktuell drei Definitionen der sicheren Todeszeichen: Hirntod, Totenstarre bzw. Totenflecken und eine mit dem Leben nicht zu vereinbarende Verletzung.5 Herztod wie auch Atemstillstand sind seit Ende des 18.Jh. kein sicheres Todeszeichen, weil damals die ersten erfolgreichen Reanimationen erfolgten. Als sichere Todeszeichen folgten hierzu Totenstarre und Totenflecken. 40)Bewegungen gelten mit dem Status einer Leiche vereinbar Bd) „Nicht selten kommt es vor, dass Menschen, die als hirntot gelten, ihre Arme hochheben und Gehbewegungen unternehmen. Befürworter des Hirntodkonzeptes erklären, dass diese Phänomene lediglich „auf der Ebene von Rückenmark, Nerven und Muskulatur“ stattfinden. Sollen dies wirklich keine Lebensäußerungen sein?“ Und wenn es 50 oder 100 Bewegungen wären, was beweist das? Die Blume öffnet auch jeden Morgen die Blüte und schließt sie jeden Abend. Tagsüber richtet sie die Blüte nach der Sonne aus. Hat sie deswegen ein Bewusstsein wie ein Mensch? Nimmt sie am Leben teil wie ein Mensch? - Im Gegensatz zum Hirntoten braucht die Blume keine Intensivmedizin für ihr Verhalten. 41)Hirntote können noch bis zu 17 Reflexe haben s) „Inzwischen gelten 17 Bewegungen beim Mann und 14 Bewegungen bei der Frau als mit dem Status einer Leiche vereinbar.“ bo) „Seither dürfen Hirntote bis zu 17 Reflexe aufweisen wie Wälzen des Oberkörpers oder Hochziehen der Arme und Schultern.“ Mi) „Bis zu 17 Reflexe beim Hirntoten können erhalten sein.“ Pa) „Sie wissen ja selber, dass man die Hirntod-Definition im Laufe dieser Jahre immer wieder aufgeweicht hat. Das heißt, heute haben Menschen – früher gab es mal keine Reflexe, heute dürfen sie als Mann 17 Reflexe haben, als Frau 14.“ Alle diese Reflexe kommen aus dem Rückenmark und werden in der Medizin als „spinale Reflexe“ bezeichnet. Diese Reflexe sind jedoch keine Lebenszeichen. - Noch bis zu 8 Stunden nach dem Herzstillstand kann man durch mechanischen oder elektrischen Schlag Muskelkontraktionen auslösen. Ist dies Lebenszeichen? 42)Rückenmarkreflexe würden vielleicht doch vom Gehirn kommen ak) „Alle hirnbezogenen Reflexe sind erloschen bzw. nicht mehr nachweisbar. Nicht so die Rückenmarkreflexe, von denen niemand zu sagen vermag, ob sie nicht doch vom Hirn gesteuert sind, wie Zucken der Beine und Arme oder gar Aufrichten im Bett.“ Es scheint ak) gar nicht aufzufallen, dass er sich hier selbst widerspricht: Wenn alle hirnbezogenen Reflexe doch erloschen sind, wie soll dann das Zucken der Beine und Arme oder gar das Aufrichten vom Gehirn kommen? Wenn das Gehirn tot ist, dann kann von ihm kein Impuls kommen. Wo auch immer dieser Impuls her kommt, aber er kommt dann definitiv nicht vom Gehirn. 43)Das Rückenmark würde Funktionen des Gehirns übernehmen bj) „Insbesondere das Rückenmark setzt die von ihm ausgehenden Steuerungen fort und kann sogar einige Funktionen übernehmen, die bislang von Teilen des Gehirns ausgegangen sind.“ Das Rückenmark übernimmt keine Funktionen des Gehirns. Es setzt nur die Reflexe fort, die es zuvor bereits besaß, denn beim Hirntod ist das Rückenmark als Teil des ZNS nicht mit betroffen. Die von bj) aufgelisteten Reflexe und Fähigkeiten haben nichts mit dem Gehirn zu tun. 44)Hirntote haben Reflexe und würden daher leben af) „Reflexe sind Phänomene, die zur Reagibilität eines Lebewesens gehören; sie sind eindeutig den Lebenserscheinungen zuzurechnen. Ein Toter, eine Leiche also, hat keine Reflexe!! Ein erstaunliches Argumentationsmuster der Befürworter der 'für-Tod-Erklärung' lautet: es sind nur Reflexe, daher ist der Mensch tot. Die "Logik" dieser Argumentation bleibt ein Geheimnis dieser Vertreter der 'Ethik des Wegdefinierens'.“ Pb) „Reflexe gehören zum Leben und nicht zum Tod.“ In Wikipedia sind „Reflexe“ (24.2.12) wie folgt definiert: „Ein Reflex ist eine unwillkürliche, rasche und gleichartige Reaktion eines Organismus auf einen bestimmten Reiz. Reflexe sind neuronal vermittelt.“ In der Phase des intermediären Leben, dem Leben nach dem Herzstillstand, ist der Körper noch Stunden zu Reflexen fähig, so z.B. bis zu 15 Stunden zur Pupillenreaktion durch Medikamente oder bis zu 20 Stunden zu mittels mechanischem oder elektrischem Schlag auslösbare Kontraktionen des Muskelgewebes. - Ist der Mensch erst Tod, wenn auch diese Reflexe erloschen sind? 45)Würde des Menschseins bis zum Erlöschen aller vegetativen Funktionen x) „Solange noch nicht alle vegetativen Funktionen erloschen sind, haben wir es noch mit einem lebendigen Leib zu tun, dem Würde, Achtung und ein Recht auf Unversehrtheit gebührt.“ ab) „Hirntote, deren Vitalfunktionen künstlich aufrechterhalten werden, kann man nicht als tot ansehen.“ ad) „Hirntote, deren Vitalfunktionen künstlich aufrecht erhalten werden, wird man mitnichten als tot ansehen können.“ Vegetative Funktionen hat auch jede einzelne Körperzelle. Unter diesem Gesichtspunkt hat man nicht nur jeden Leichnam bis zum Absterben der letzten Körperzelle als Lebenden anzusehen, sondern es dürften auch weder Haare noch Nägel geschnitten werden, weil auch diese lebende Zellen sind die mit dem Abschneiden zu ihrem Tod verurteilt sind. Hirntote sind Tote, weil bei ihnen die Trennung von Körper und Geist vollzogen ist. 46)Tote stellt man sich anders vor aa) „Alle Angehörigen der Organspender sind davon ausgegangen, dass ihre Kinder so tot waren, wie man sich Tot-Sein vorstellt. Alle erinnerten sich daran, dass ihre Kinder aber gerade nicht kalt, starr, leblos und ohne Atem waren. Im Gegenteil: sie waren warm, einige schwitzten, sie wurden wie Patienten versorgt und behandelt.“ Dass man sich einen Hirntoten kalt vorstellt, ist ein Mangel der Aufklärung. Hirntote werden wie Patienten versorgt und behandelt, um den Blutkreislauf bis zur Organentnahme bzw. Geburt des Kindes sicherzustellen. Äußerlich unterscheidet sich ein Hirntoter nicht von einem komatösen Patienten. Medizinisch wie auch rechtlich sind die Unterschiede gravierend. 47)Den Hirntod kann man nicht begreifen aa) „An dieser erlebten und im Sinne des Wortes wirklich 'begriffenen' Tatsache geht die Definition des Hirntodes vorbei.“ Den Hirntod kann niemand mit seinen Sinnen begreifen. Der Hirntod ist der unsichtbare Tod, der tiefer greift als der Herztod, da bei ihm die Trennung von Körper und Geist bereits vollzogen ist. Nur ist dies unsichtbar. Nur neurologisch und mit entsprechenden medizinischen Geräten lässt sich dieser Tod beweisen und damit auch begreifen. 48)Es fände eine doppelte Güterabwägung statt aa) „Es findet eine doppelte Güterabwägung statt. Was ist lebenswert und welches Leben ist noch lebenswerter?“ as) als Begründung, warum er gegen OS ist: „Weil man hier beginnt, eine aussenperspektivische Wertung hineinzubringen. Man sagt, dieses Leben ist nichts wert. Oder: Es ist zwar etwas wert, aber gemessen an den zwei, drei anderen Menschen, die mit diesen Organen weiterleben würden, ist es weniger wert. Das sind massive kulturelle Brüche, wie wir sie bisher nur bei totalitären Regimen erlebt haben.“ ay) „Bei der damaligen Kommission war sogar eine völlig neue Todesdefinition vorgeschlagen worden, nach der die Bezeichnung 'Tod' aus 'sozialen und praktischen Gründen sich auf Menschen bezieht, welche nicht mehr den Status einer vollwertigen Person haben, der anderen Menschen zuerkannt wird.'“ Es findet weder eine doppelte noch eine einfache Güterabwägung statt. Der Hirntote ist tot. Da gibt es nichts abzuwägen, nur zu fragen, ob man zur OS bereit ist. Beim Hirntoten ist intermediäres Leben. Dieses wird jedoch nicht gegen das Leben der schwer kranken Menschen aufgewogen. - Auf der einen Seite liegt ein Toter, der zur OS zugestimmt hat, auf der anderen Seite mehrere schwer kranke Menschen, denen seine Organe Leben und Lebensqualität bringen. 49)Bei Hirntoten sei das Atemzentrum geschädigt Gb) „Bei Hirntoten ist das Atemzentrum geschädigt. Es ist so, dass der Impuls zum Atmen nicht mehr gegeben werden kann, obwohl die Lunge noch funktioniert. Bei Hirntoten funktioniert auch noch das Herz selber.“ Dieses Aussage so mag für die USA und England gelten, aber nicht für Deutschland. Nach der deutschen Definition von Hirntod muss neben dem Hirnstamm (Atemzentrum) auch das Großhirn und Kleinhirn abgestorben sein. Wäre nur das Atemzentrum geschädigt, könnte noch immer ein EEG der Großhirnrinde abgeleitet werden. Dann könnte der Patient u.U. noch sehen, hören und fühlen. Das alles kann kein Hirntoter. - Bei Hirntoten ist das gesamte Gehirn ausgefallen. Denken, fühlen, erinnern, hoffen, ... Bewusstsein ist nicht mehr möglich. Zum schlagenden Herzen sei an das Hühnerherz von Alexis Carrel erinnert. 50)Hirntote richten sich auf und verschränken die Arme ad) „Auf dem Kongress wurde im Video gezeigt, wie ein 'Hirntoter' versucht, sich aufzurichten und die Arme zu verschränken. Diesem Faktum entspricht die Praxis der Anästhesie bei der Organentnahme.“ bg) „Ein unübersehbares Lebenszeichen, aber auch ein Selbstschutz für Explanteure ist es, den Patienten während der 'Vivisektion' zu narkotisieren und relaxieren, da sonst mit unberechenbaren Reaktionen zu rechnen ist. Man nennt die Reaktionen Lazaruseffekt. Wenn die Hirnfunktionen und mit ihnen die Reflexe ausgefallen sind, organisiert das Rückenmark die Funktion und steuert die vegetative Reflexe.“ (Seite 66) bj) „Im übrigen stellen die von niemandem bestrittenen spinalen Reflexe der 'Hirntoten' sehr wohl ein Wahrnehmen und Beantworten von etwas dar, das aus der Umwelt kommt.“ (Seite 135) Dies ist das Lazarus-Phänomen. - Es sind die spontanen oder durch Berührung ausgelösten reflektorischen Bewegungen eines Hirntoten. Sie treten meist an Armen oder Beinen auf und können in Einzelfällen wie eine bewusste Bewegung wirken. Sie entstammen jedoch aus dem Rückenmark. Daher sind sie völlig ziellos. Die Organentnahme ist keine „Vivisektion“ (Zerschneiden eines Lebenden), sondern ein Schneiden eines Toten. Deswegen heißt er auch Hirntoter, nicht nur, weil sein Gehirn tot ist sonder weil damit die Person tot ist. Das Rückenmark organisiert nicht erst bei Ausfall der Hirnfunktion die Reflexe, sondern ständig. Dies kommt am deutlichsten bei der heißen Herdplatte zum Ausdruck, bei der wir zuerst die Hand von der Herdplatte ziehen, bevor wir den Schmerz wahrnehmen. Zu den Reflexen ist zu bemerken: Hat der Frosch noch gelebt, als Luigi Galvani (1737-1798) die Zuckungen des Froschschenkels bemerkte, weil sie mit Kupfer und Eisen in Berührung kamen, die miteinander verbunden waren? Hat das Huhn von Alexis Carrel gelebt, dessen Herz über 27 Jahre vom Körper getrennt in einer Nährlösung lag? Leben die Menschen, bei denen man bis zu 20 Stunden nach dem Herzstillstand durch mechanische oder elektrische Schläge noch Bewegungen hervorrufen kann? Wird etwa der Tod an absoluter Bewegungslosigkeit definiert? 51)Organspender würden sich tätig gegen die Organentnahme wehren Mf) „'Hirntote' zeigen (spinal vermittelte) Bewegungen auf äußere Reize: ...('Spinalwesen'). Mj) „In der Fachliteratur nennt man sich bewegende, hirntote Komapatienten 'Spinalwesen'.“ Mj) zitiert Andreas Ziegler mit den Worten: „„Die sogenannten Spinalwesen sind in meinen Augen Menschen mit einem intakten Rückenmark, die wahrnehmen und erleben. Sie antworten motorisch und leben in Beziehung zu ihrer Umwelt.“ Tc) „Trotz der ruhigstellenden Maßnahmen des Anästhesisten kann es beim Hirntoten zum sogenannten Lazarus-Syndrom kommen, d. h., der auf dem Operationstisch liegende Körper wehrt sich gegen den Eingriff (makaber: Lazarus, der biblisch Auferstandene!). Medizinische Erklärung: Diese Bewegungen sind schlicht „spinale“, also aus dem Rückenmark kommende Reflexe. Der Fachbegriff für sich bewegende Hirntote: Spinalwesen!“ Diese Bewegungen gehören zu den spinalen Reflexen. Sie können daher nicht als Abwehrhandlungen gegen die Organentnahme angesehen werden. - Das enthauptete Huhn will mit seinem Dahinrennen auch nicht vor dem Metzger davonlaufen. Kein Hirntoter ist je wieder aufgestanden. Alle Hirntote starben in den Herztod. „Spinalwesen“ kennt weder der Pschyrembel, noch Wikipedia. Google kennt hingegen 13 Seiten mit „Spinalwesen“. 2 Seiten verweisen darauf, dass Andreas Zieger der Wortschöpfer ist, 1 Seite ist ein Vortrag von Andreas Zieger und die übrigen 10 Seiten sind von Kritikern und Gegnern, die es als „Fachbegriff“ titulieren. Der Begriff wurde vom Kritiker und Gegner Prof. Dr. med. Andreas Zieger (Mediziner) zwar kreiert, aber benutzt wird er nicht von der Medizin, sondern von Kritikern und Gegnern. Damit ist diese Aussage von wegen „Fachbegriff“ völlig unzutreffend. 52)Tod sei man erst dann, wenn der gesamte Organismus zusammenbreche Bd) „Tot sei ein Organismus erst dann, wenn der gesamte Organismus zusammenbreche.“ Damit macht Bd), der im Fach Philosophie über das Leib-Seele-Problem promoviert hat, den Menschen zu einem seelenlosen Wesen bzw. zu einem Wesen, dessen ganzer Körper durchseelt ist. Bei ersterem leugnet er die Seele eines Menschen. Bei zweiterem dürfte er keine Nägel und keine Haare schneiden. Tod ist seit der Antike die Trennung von Leib und Seele. Auch die Bibel beschreibt dies so, wie z.B. beim Tod Jesu: „Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.“ (Joh 19,30).6 Bei Hirntoten ist die Trennung von Leib und Seele vollzogen. 53)Todeszeichen nach Robert Spaemann ad) verweist auf Robert Spaemann, der feststellte, „wenn die Wissenschaft die Existenz der Todeszeichen, wie sie der gesunde Menschenverstand erkenne – er erinnerte dabei an den Stillstand der Atmung und des Herzschlags, an das Erlöschen der Augen und an die Leichenstarre, seit unvordenklichen Zeiten Zeichen für den Tod -, er sagte, wenn die Wissenschaft die Existenz der Todeszeichen, wie sie der gesunde Menschenverstand erkenne, in Frage stelle, gehe sie nicht mehr von dem normalen Verständnis von Leben und Tod aus, dann würden Menschen für tot erklärt, die noch als lebendig empfunden würden.“ Das Fehlen der Atmung und des Herzschlags ist seit Ende des 18.Jh. kein sicheres Todeszeichen. Damals reanimierte man die ersten Ertrunkenen erfolgreich und holte die ersten Menschen nach Herzstillstand mit Stromschlägen wieder ins Leben zurück. Das Erlöschen der Augen ist einer der neurologischen Tests, die bei jeder HTD mit dazu gehören. Daneben gibt es noch andere neurologische Tests, die die Aussage der erloschenen Augen (= tot) bestätigen oder auch revidieren. Damit ist die HTD weitaus exakter, als nur das Erlöschen der Augen. 54)Verweis auf Tiere und Tierversuche ad) verweist auf Gehirnforscher Gerhard Roth in einer Anhörung des Bundestagsausschusses für Gesundheit am 27.6.1995, wobei er erklärte: Die 'Aussage ... der Tod eines Menschen sei dann eingetreten, wenn seine gesamte Hirnfunktionen irreversibel ausgefallen sind ... ist aus physiologischer Sicht nicht haltbar.' Und er fährt fort, nach naturwissenschaftlich gesicherten Kriterien sei dieser Körper lebendig, er könne und dürfe daher nicht als Leiche bezeichnet werden, das gelte selbst für den tierischen Organismus und die gesetzlichen Bestimmungen für Tierversuche.“ e) „Auf der anderen Seite, so stellte der Philosoph Hans Jonas bereits in den achziger Jahren fest, gäbe es ein vegetatives Leben ohne Hirnfunktion.“ Tier und Pflanze kann ohne technische Hilfe leben, der Hirntote braucht künstliche Beatmung und künstliche Ernährung, dazu noch Kreislauf-stabilisierende Medikamente damit sein Körper in einigen seiner vegetativen Funktionen noch erhalten bleibt. Tiere können ihre Umwelt wahrnehmen und bewusst in ihr agieren, der Hirntote nimmt nichts mehr von seiner Umwelt wahr, selbst den größten ihm zugefügten Schmerz nicht, und kann nicht bewusst agieren. Seine Bewegungen sind ziellos. Tier und Pflanze können mit ihren je eigenen Möglichkeiten auf Veränderungen der Umwelt reagieren7, der Hirntote reagiert nur noch rein physiologisch auf Umweltreize. Die Tatsache, dass beim Hirntoten einige vegetative Funktionen künstlich aufrecht erhalten werden – nicht jedoch lebenswichtige wie Atmung und Nahrungsaufnahme – zeigt deutlich, dass Hirntote nicht leben wie Tiere und Pflanzen. Die Tatsache, dass bei einem Hirntoten das Bewusstsein mit allen seinen Teilen – Erinnerung, Wahrnehmung, Bewusstsein – erloschen ist und damit auch alle lebenswichtigen Reflexe, berechtigt niemanden, hier von einem Lebenden zu sprechen, auch nicht von einem lebenden Körper. 55)Nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik würden Hirntote leben af) „Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, also unter rein physikalischen Betrachtungen, ist der Mensch im Hirnversagen ein Lebender!“ Nach der Entropie der Thermodynamik ist ein Toter erst tot, wenn sein Körper durch und durch die Temperatur seiner Umgebung angenommen hat. Die Thermodynamik lässt sich auch für die HTD als Beweisführung nutzen: Die 3% Körpermasse, die das Gehirn ausmacht, braucht 25% der Glukose. Damit hat es den größten Energieumsatz im Körper pro kg. Da bei einem Hirntoten der Stoffwechsel erloschen ist, wird dort auch keine Energie umgesetzt. D.h, ein Hirntoter gibt am Kopf nur noch die Wärme der durchbluteten Kopfhaut ab, aber keine Wärme des arbeitenden Gehirns. 56)Organspender bräuchten bei der Organentnahme eine Narkose af) „Sollen Menschen, die eine Narkose benötigen, und die trotz Narkose solche Lebenserscheinungen zeigen, tot sein?“ bi) Hirntote besäßen noch eine Wahrnehmungsfähigkeit, „weshalb Hirntote inzwischen bei Organentnahme eine Narkose bekommen, was bei Toten nicht notwendig wäre.“ (Seite 101) Mf) „Medizinisch und rechtlich ist strittig, ob zur Explantation eine Narkose eingesetzt wird.“ Ja, sie sind tot – hirntot. Daher haben Hirntote noch diese Lebenserscheinungen. Ihr Bewusstsein und ihre Wahrnehmung ist erloschen. Narkose ist nicht notwendig und wird in Deutschland nicht gegeben. 57)Hirntote erlebt man als Lebende Kc) „'Erlebt haben' ist hierbei wörtlich zu verstehen, weil sogar, wie auch auf dem Untoten-Kongreß deutlich gemacht wurde, die Befürworter der Transplantationsmedizin dasselbe Empfinden beschrieben haben; auch sie haben 'hirntote' Menschen als lebendig und nicht als tot wahrgenommen. Hinzu kommen die irritierenden Arm- und Beinbewegungen bei bis zu 75 Prozent der für hirntot erklärten Menschen.“ Kc) zitiert Gerhard Roth aus seiner Bundestagsanhörung am 28.6.1995: „Solange ein hirntoter Mensch auf einer Intensivstation äußerlich nicht zu unterscheiden ist von bewusstlosen lebenden Patienten, solange er von seiner Umgebung, von den Pflegekräften, insbesondere aber von seinen Angehörigen als lebend erfahren und wahrgenommen wird, ist er Person in einem sozialen Kontext.“ Auch wenn man immer wieder Hirntod und hirntot in Anführungszeichen setzt, ändert dies nichts an der Tatsache, dass ihr Gehirn abgestorben ist, d.h. tot ist. Damit bezeichnet der Begriff genau diesen vorliegenden Zustand. Ohne entsprechende Diagnostik ist ein Hirntoter auf der Intensivstation von keinem Hinterbliebenen, keinem Pflegenden und keinem Arzt von einem Patienten im Koma zu unterschieden. Nur entsprechende neurologischen und apparative Diagnostik bringt den Zustand des Hirntods ans Tageslicht. Eine Schwangere in den ersten Monaten lässt sich auch nicht von einer anderen Frau im gebärfähigen Alter unterscheiden. Erst entsprechende Untersuchungen bringen auch hier ans Tageslicht, was sich im Körper der Frau abspielt bzw. nicht abspielt. Auch wenn man äußerlich nichts von der Schwangerschaft sieht, so ist diese Frau doch schwanger. - Auch wenn man äußerlich von dem Hirntod nichts sieht, so ist dieser Mensch doch hirntot. Bei der Schwangerschaft haben wir gelernt, damit zu leben. Beim Hirntod stehen wir am Anfang dieser Lernphase. Gerhard Roth und der ihn zitierende Kc) leugnen damit beharrlich den Fakt des Hirntods. - Der angesprochene soziale Tod lässt sich auf viele Menschen anwenden. Das bekannteste Beispiel hierzu ist Paulus, der in seinem Brief an die Galater schrieb: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20) Philosophen greifen gerne auf Sokrates (469-399 v.C.) und die Vorsokratiker zurück. Leben sie damit noch? 58)Hirntote würden auf einer anderen Ebene leben Oa) „Hirntote sind definitiv nach der Biologie un nach den Phänomenen nicht tot. Das wachrationale Bewusstsein ist sicher gestört oder erloschen, diese Menschen können sich nicht mehr äußern, auf unserer üblichen Kommunikationsebene. Es gibt aber viele Phänomene, auch bei der Organentnahme, die zeigen, dass diese Menschen auf anderen Ebenen, Tiefbewusstseinsebenen oder viel tieferen Ebenen, die wir vielleicht gar nicht benennen können, etwas wahrnehmen.“ Mit „Tiefbewusstsein“ schuf Oa) einen Begriff, der von google.de (18.2.12) nicht gefunden wurde. Damit verlässt Oa) die Sachlichkeit der Medizin und betritt ein Gebiet selbst erschaffener Phantasien. Leider sind keine von ihm genannten „viele Phänomene“ benannt. Daher ist es unklar, ob er auf die vom Rückenmark ausgehenden Aktionen meint (z.B. Lazarus-Phänomen) oder steigender Puls und Blutdruck, angeregt durch Ausschüttung der Stresshormone aus der Nebenniere, ausgelöst wiederum vom Rückenmark. 59)Hirntote würden auf tieferen Ebenen wahrnehmen Oa) „Das wachrationale Bewusstsein ist erloschen, das ja. Aber was sie sonst auf vielen anderen tieferen Ebenen wahrnehmen, das wissen wir nicht und einfach zu behaupten, sie nehmen nichts wahr, halte ich für sehr problematisch um nicht zu sagen unredlich.“ Diese „vielen anderen tieferen Ebenen“ sind nicht konkret benannt. Daher kann darauf leider nicht eingegangen werden. Im klinischen Wörterbuch Pschyrembel ist Wahrnehmung definiert als „allg. Bez. für den komplexen Vorgang von Sinneswahrnehmung, Sensibilität u. integrativer Verarbeitung von Umwelt- u. Körperreizen.“8 – Es geht somit bei Wahrnehmung um eine integrative Verarbeitung der Reize. Dieses integrative Organ ist jedoch das Gehirn. Dieses ist jedoch bei einem Hirntoten tot. Daher kann bei einem Hirntoten nicht von Wahrnehmung gesprochen werden. Dies ist unredlich. Wenn Oa) mit Wahrnehmung jedoch die Reaktionen des Körpers meint, so sei in diesem Zusammenhang auf das Froschschenkel-Experiment von Luigi Galvani (1737-1798) im Jahre 1792 sowie das intermediäres Leben verwiesen. 60)Nur Stillstand von Herz und Kreislauf sei Beginn des Sterbens ak) zitiert Gerhard Roth in seiner Stellungnahme am 27.6.1995 mit den Worten: „Nur der irreversible Eintritt des Stillstandes von Herz und Kreislauf und Atmung ist der unumkehrbare Beginn des Sterbens.“ f) „Denn bei manchen künstlich beatmeten Hirntoten schlägt das Herz selbständig.“ bv) „Doch seit langem ist bekannt, dass das Herz eines 'Hirntoten' selbständig schlägt und dass seine Vitalfunktionen, also die klassischen Anzeichen biologischen Lebens, nämlich Blutkreislauf, im physiologischen Sinne auch die Atmung (lediglich das Atemholen, die Zwerchfelltätigkeit, wird maschinell unterstützt) und der Stoffwechsel erhalten sind. Entsprechendes gilt für die reproduktiven Vitalfunktionen.“ Dann lebte also das Huhn von Alexis Carrel doch über 27 Jahre lang? Alle Hirntoten werden künstlich beatmet. Bei allen Hirntoten schlägt das Herz selbständig. Hier hat f) die Grundzüge über Hirntod zu lernen. Nicht erst seit Alexis Carrel ist uns bekannt, dass das Herz selbständig schlagt. Bereits die Azteken brachten Menschenopfer dar, bei denen sie das pulsierende Herz herausgeschnitten haben. - Atmung () Essen und Trinken, das Schlucken ist die Tätigkeit, die Verdauung der anschließende Prozess. So auch bei der Atmung. 61)Leben kommt nicht aus der Beatmungsgerät, sondern aus dem Menschen bj) „Das Leben eines Menschen, der noch künstlich beatmet werden kann, stammt nicht aus der Maschine, sondern ist immer noch Leben aus dem einen 'Funken', der an seinem Anfang gestanden hat. Wenn der erloschen ist, lassen sich Lungen nur noch aufblasen, aber nicht mehr beatmen. Da ist das Todeskriterium anzusiedeln.“ (S. 136) Nach dieser von bj) getroffener Definition stirbt ein beatmeter Patient – kein Hirntoter! – auf der Intensivstation nicht bereits mit dem Herzstillstand (ohne Reanimation!), sondern mit dem Abschalten der künstlichen Beatmung. Um den Menschen nicht vorzeitig um das Leben zu bringen, müsste die künstliche Beatmung noch etwa eine halbe Stunde eingeschaltet bleiben, denn noch so lange arbeitet die Lunge, d.h. gibt sie den Sauerstoff der eingeatmeten Luft an das Blut ab und gibt das Kohlendioxyd an die Atemlust ab. 62)Sterben gehöre noch zum Leben ak) „Das Sterben aber gehört noch zum Leben.“ An der Stelle fehlt die Definition, was für ak) der Eintritt des Todes ist. Wenn der Tod mit dem Herzstillstand beginnt, dann ist der Hirntod tiefgreifender. Wenn der Tod erst mit dem Absterben der letzten Körperzelle definiert ist, ist dies ein reichlich später Punkt. Totenstarre und Totenflecken können nicht als Stationen des Sterbeprozesses angesehen werden, weil sie biologisch und physiologisch keine wirklich neuen Aussagen bringen, sondern nur aussagen, dass es in diesem Prozess keine Rückkehr gibt. Diese Rückkehr ist noch bei einem Herztod u.U. möglich, aber nicht von einem Hirntod. Auch daher ist der Hirntod gegenüber dem Herztod tiefgreifender. Daher wird ein Hirntoter auch als Toter angesehen. 63)Tod seit nicht gleich tot ay) „Tod ist halt nicht gleich tot!“ ay) „Oder ist die Auseinandersetzung mit dem noch nicht 'Toten' nach wie vor ein Tabu-Thema, weil Organe gebraucht werden?“ Sachlich richtig an dieser Aussage ist, dass der Eintritt des Todes des Individuums (hier des Menschen) nicht gleichzeitig der sofortige Tod seiner Organe bedeutet. Mit dem Eintritt des Todes eines Individuums beginnt das intermediäre Leben, das Leben der Organe und Körperzellen bei totem Individuum. So arbeitet z.B. der Darm noch 24 Stunden über den Herztod hinaus. Der Stoffwechsel der Zellen der Hornhaut des Auges funktioniert noch 72 Stunden nach Eintritt des Herztodes so gut, dass die Hornhaut noch nach 3 Tagen nach Eintritt des Herztodes noch transplantiert werden kann. Sachlich falsch an dieser Aussage ist, dass Hirntote nicht tot seien. Da es die Überschrift des Artikels ist, entscheidet der Inhalt über die Intension dieser Aussage. Der Inhalt des Artikels zeigt deutlich auf, dass ay) den Eindruck erwecken will, dass Hirntote noch nicht tot seien. Diese Aussage ist sachlich falsch. 64)Hirntote würden noch atmen r) „ Das heißt: dieser Mensch atmet noch, sein Herz schlägt, der Blutkreislauf versorgt weiterhin die Organe.“ Weltweit ist ein Kriterium für Hirntod, dass die Eigenatmung fehlt. Dies ist bei Hirntoten darauf zurück zu führen, dass die Gehirnzellen des Atemzentrums im Hirnstamm abgestorben sind. Daher gibt es Hirntote nur auf Intensivstationen mit künstlicher Beatmung. - Weil die dauerhaft ausgefallene Eigenatmung durch die künstliche Beatmung ersetzt wurde, schlägt das Herz noch und versorgt die Organe mit Blut. 65)Hirntote Kinder können wachsen d) „Hirntote Kinder können wachsen und ihre Geschlechtsentwicklung fortsetzen.“ Hirntote Kinder können wachsen, wenn sie ununterbrochen künstlich beatmet und künstlich ernährt werden und ihre Homöostase künstlich aufrecht erhalten wird. Dann kann die Geschlechtsreifung fortsetzen. Dafür benötigt der Körper kein Gehirn: Die Geschlechtsreifung der Frauen erfolgt vor allem durch Östrogen, das in den den Eierstöcken gebildet wird; bei Männern erfolgt sie vor allem durch Androgene, die vor allem in der Nebenniere gebildet werden. 66)Hirntote würden ableben bf) zitiert aus dem Bericht „Anaesthesie zur Organentnahme“ der Fachzeitschrift „Anaethesist 2002“ mit den Worten: „Die Ablehnung einer Organspende durch die Angehörigen gilt als mit Abstand häufigster Grund für den Verlust eines Spenders. Als zweithäufigster gilt das frühzeitige Ableben (!!!) des Spenders vor der Realisierung der Organspende." Dies ist eine sehr unglückliche Formulierung. Sie soll keinesfalls ausdrücken, dass der Organspender bei der Verlegung in den OP noch leben würde. 67)Hirntote würden bei der Organentnahme sterben bo) zur Organentnahme: „Erst jetzt erleidet der Hirntote durch systematisches medizinisches Handeln jenen Tod, der uns durch seine Zeichen als Herztod bekannt ist ...“ So sachlich korrekt beschrieben, aber mit dem Zusatz „jenen Tod“, den Hirntod als Tod des Menschen leugnend. 68)Der Körper kann ohne Gehirn, aber das Gehirn nicht ohne Körper leben „Mi) zitiert Andreas Ziegler: „Das Gehirn kann ohne Körper nicht existieren oder funktionieren als Organ, wenn man einmal biologisch argumentiert. Während umgekehrt der Körper sehr wohl ohne Gehirn funktionieren kann, denn er hat ein Rückenmark.“ Das ist auch der Grund, warum wir keine Hemmungen haben, alles zu essen, was kein Gehirn hat. Zeigt das Tier jedoch so etwas wie Bewusstsein, tun wir uns schwer, dieses Tiere zu essen. So essen wir in Europa zwar Schweine, aber keine Hunde. 69)Hirntote hätten Ängste, Schmerzen, ... Mj) „Aber die Erfahrungsberichte von Ärzten, Pflegern und Anästhesisten gehen eindeutig in die Richtung, daß die Sterbenden – eben keine Leichen – sehr wohl auch ohne meßbare Hirnfunktionen noch Wahrnehmungen haben, bis hin zu Schmerzempfindungen und Angstgefühlen, ja daß sie sogar spüren, was auf sie zukommt, wenn der Chirurg mit der Absicht zum Messer greift, den Bauchraum aufzuschlitzen.“ Hirntoten ist durch den Tod des Gehirns jede bewusste Wahrnehmung genommen. Daher können sie weder Schmerzen haben noch Ängste. 70)Reflexe seien „eindeutig Lebenserscheinungen“ Mj) „ Reflexe, die auf ein intaktes Rückenmark schließen lassen, zeigen sich noch: der Kniesehnenreflex zum Beispiel, eine Erektion ist noch möglich und andere im Rückenmark koordinierte Reaktionen. Aber Reflexe sind Reaktionsweisen von Lebewesen, von Lebenden. Das heißt, sie zählen eindeutig zu Lebenserscheinungen.“ Dann hat der Frosch von () 71)Hirntote könnten die eigene Organentnahme miterleben Ra) „Es wäre zu wünschen, dass endlich eine richtige Aufklärung stattfindet, bei der klar und deutlich gesagt wird, dass die Möglichkeit, auf einem OP-Tisch liegend mitzuerleben, wie die eigenen Organe entnommen werden, sehr groß ist. Und warum? Weil man bei einem 'Hirntod' nämlich noch nicht tot ist.“ () 72)Hirntote würden wahrscheinlich sterben Bm) „Hirntote sind schwerkranke, wahrscheinlich Sterbende.“ Hirntote sind Tote. Was wir wahrnehmen ist noch intermediäres Leben. 73)Andere menschliche Daseinsformen ohne Kommunikation sind Leben bv) „Auch andere Daseinsformen des Menschen, etwa Zustände des sog. Wachkomas oder einer späten Demenz, betreffen Personen, denen die Möglichkeit zur Kommunikation mit ihrer Umwelt auch auf einem niedrigen Niveau weitestgehend oder gänzlich fehlt. Gleichwohl werden diese Menschen nicht als tot qualifiziert.“ Es geht beim Hirntot nicht um die Kommunikationsfähigkeit, sondern um den Tod des Gehirns. Damit ist die biologische Grundlage unseres Bewusstseins und unserer bewussten Wahrnehmung erloschen. 74)Leben strebt geordneten Zustand an by) „Angesichts der Fülle von Lebenszeichen, die Patienten mit totalem Hirnversagen aufweisen, kann nicht vom Verlust des Lebensprinzips ausgegangen werden. Es ist ein wesentliches Kennzeichnen für 'lebende' Systeme, einen geordneten Zustand aufrechtzuerhalten beziehungsweise einen solchen bei Störungen wieder anzustreben.“ Hirntote haben kein totales Hirnversagen, sondern deren Gehirn ist tot. - Kein Hirntoter ist in der Lage, den „geordneten Zustand“ wieder anzustreben, selbst mit med. Hilfe nicht. Er bleibt in seinem Hirntod. Sein Zustand ist nur künstlich aufrecht erhalten. 75)Eine wahre Sammlung von Irrtümern Ms) „Von größtem Gewicht ist dabei der Nachweis, dass einige künstlich beatmete hirntote Patient_in-nen Teile ihrer körperlichen Funktionen aufrechterhalten können – etwa, indem sie schwitzen und Infektionen durch Fieber bekämpfen. Hirntote beatmete Patient_innen, die künstlich ernährt wurden, verdauten und schieden aus. Hirntote Kinder können weiter wachsen und sogar ihre Geschlechtsentwicklung fortsetzen, hirntote Männer können Erektionen haben. Bis 2003 wurden zehn Schwangerschaften von hirntoten Frauen über Monate aufrechterhalten und diese Frauen wurden dann von gesunden Kindern entbunden.“ Diese Aufzählung hat nichts mit „neuere medizinische Forschungsergebnisse“ zu tun, sondern ist z.T. seit den 60er Jahren bekannt. Hierzu im Einzelnen:

  • Nicht einige Hirntote werden künstlich beatmet, sondern alle Hirntote.
  • Schwitzen ist eine Reaktion auf eine Infektion und hat nichts mit dem Gehirn zu tun.
  • Infektionen werden nicht über das Gehirn bekämpft, sondern über das Blut.
  • Alle Hirntote werden künstlich ernährt – oder sie verhungern.
  • Da Hirntote künstlich ernährt werden, scheiden sie auch aus.
  • Wachstum und Geschlechtsreifung hat nichts mit dem Gehirn zu tun.
  • Würde Erektion über das Gehirn laufen, hätten einige Männer dieses Problem nicht.
  • Reifung eines Kindes hat nichts mit dem Zustand des Gehirns zu tun.

Alle diese Punkte sind kein Beweis, dass der Mensch lebt, sondern dass seine grundlegenden Körperorgane funktionieren. 76)Wir könnten nicht naturwissenschaftlich sagen, ob Hirntote leben Mn) „Ob ein Hirntoter lebt oder nicht, können wir nicht als Ergebnis naturwissenschaftlicher Methoden wissen. Dieses grundsätzliche Unwissen läßt sich nicht durch Hirnstromuntersuchungen oder Messungen des Reflexverhaltens in Wissen überführen.“ Beim in D/A/CH geforderten Gesamthirntod ist Bewusstsein und Wahrnehmung sowie alle zerebralen Reflexe erloschen. Der Mensch ist damit tot. 77)Hirntote haben keine klassischen Zeichen des Todes ce) zitiert Prof. Dr. med. Linus S. Geisler mit den Worten: „Die klassischen Zeichen des Todes lassen sich bei Hirntoten nicht feststellen: Blässe, Kälte, Körperstarre, Bewegungslosigkeit. Hirntote sind Menschen, bei denen 97 Prozent ihres Körpers leben... Herz-Kreislauf, Nieren; Verdauung und Stoffwechsel funktionieren“. Keiner der hier genannten „klassischen Zeichen des Todes“ ist ein sicheres Todeszeichen. - Herztote sind Menschen, bei denen zunächst noch 98% des Körpers leben. Verdauung funktioniert noch 24 Stunden nach dem Herztod. In der Hornhaut der Augen funktioniert der Stoffwechsel noch ca. 1 Woche nach dem Herztod. 78)o

Hirntote seien komatöse Patienten

79)Komatöse Patienten würden bei der Organentnahme getötet Cf) „Denn letztlich wird der zu Beginn einer Explantation noch lebende komatöse Patient durch die Organentnahme getötet.“ Organspender sind in D/A/CH keine komatöse Patienten, sondern Hirntote, folglich Tote. Als solche können sie bei der Organentnahme nicht getötet werden. 80)Der Mensch ist nicht tot, wenn er nicht mehr denkt Bf) zitiert Gerhard Roth mit den Worten: „Der Mensch ist nicht deshalb schon tot, weil er nach dem Hirntod nicht mehr denkt. ... Das würde Koma-Patienten zu Leichen machen.“ Das würde auch Schlafende zu Toten machen. - Zwischen Koma und Hirntod gibt es eine klare Grenzziehung, die medizinisch-wissenschaftlich bewiesen werden kann. 81)Hirntod-Konzept mache aus irreversible Komatöse Hirntote Mk) „Das juristisch anerkannte Hirntodkonzept erlaubt in Deutschland bei Vorliegen eines Spenderausweises oder bei Zustimmung der Angehörigen die Organentnahme am künstlich beatmeten irreversibel Komatösen; nach dem Eingriff werden die lebensverlängernden Maßnahmen abgestellt, und der Patient stirbt 'biologisch'“. Bei Zustimmung zur OS darf man weltweit von Hirntoten die Organe entnehmen. - Der OSA kann auch „Nein“ angekreuzt haben. Diese grundsätzliche Regelung gilt nicht nur für Deutschland, sondern in den meisten Nationen. - Liegt die Zustimmung zur OS nicht vor, wird die Therapie beendet. Auch dies gilt weltweit, einzelne Staaten ausgenommen. - In D/A/CH werden nur von Hirntoten Organe entnommen, nicht von irreversible komatöse Patienten. 82)o

Hirntote seien Sterbende

83)Hirntote seien Sterbende t) zitiert ad) mit den Worten: „Nüchtern betrachtet sind Hirntote Sterbende, nicht Gestorbene. Sie befinden sich im Prozess des Sterbens, in den man nicht aktiv eingreifen darf, den man nicht definitiv zu Ende führen darf. Angesichts der Würde des Menschen und angesichts der allgemeinen Menschenrechte, die sich aus der Sonderstellung des Menschen im Kosmos ergeben.“ y) „Der kritische Kardiologe und Internist Paolo Bavastro übrigens spricht nicht von Hirntod, er nennt den Begriff eine arglistige Täuschung, weil es sich zwar um einen schwer hirngeschädigten Patienten handelt, der sozusagen ein Sterbender ist, aber noch nicht tot. Er weist darauf hin, dass man das auch jedem medizinischen Lehrbuch entnehmen kann.“ aa) „Was wir Organspendern zumuten dürfen, die wir brutal in ihrem Sterbeprozess anhalten und ausweiden, darüber muss ein Meinungsbildungsprozess in Gang kommen und letztlich die Gesellschaft entscheiden.“ ab) „Nüchtern betrachtet sind Hirntote Sterbende, nicht Gestorbene. Sie befinden sich im Prozess des Sterbens, in den man angesichts der Würde des Menschen und angesichts der allgemeinen Menschenrechte, die sich aus der Sonderstellung des Menschen im Kosmos ergeben, nicht aktiv eingreifen darf, den man nicht definitiv zu Ende führen darf.“ bc) „Und ein Hirntoter ist ein Sterbender, kein Leichnam.“ Ak) „Es bleibt daher festzustellen: Ein Hirntoter vor der Organspende ist ein Sterbender, also noch ein Lebender. Nach der Organspende ist er fraglos ein Toter.“ Ga) „Nach neuestem Wissen und nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft ist der Hirntod ein Moment im Sterben eines Menschen.“ Cc) „Die Grundannahme, der 'Hirntod' sei der Tod des Menschen und die betroffenen Patienten seien Leichen bzw. Verstorbene, entspricht aufgrund jahrzehntelanger medizinischer Erfahrungen nicht mehr dem Erkenntnisstand der medizinischen Wissenschaft. In der international geführten Fachdiskussion werden mittlerweile selbst von renommierten Transplantationsmedizinern und Medizinethikern 'hirntote' Patienten als Sterbende definiert.“ af) „Das Hirnversagen ist eine gravierende Zäsur (point of no return) im unwiederbringlichen Sterbeprozess); erst mit dem Tod des Organismus ist dieser Prozess beendet, erst dann sind diese Patienten tot.“ Mg) „Hirntote Menschen sind in Wirklichkeit sterbende Menschen.“ Mk) „Der Hirntote ist ein Versterbender.“ Ms) „Hirntote Menschen sind keine Leichen, sondern Sterbende“ Ne) „Diese Definition ermöglicht es, Menschen im Hirnversagen bei lebendigem Leib schon zu Beginn des Sterbeprozesses für tot zu erklären.“ Ng) „Bei der Entnahme lebenswichtiger Organe ist es so, daß Menschen zwar im Sterben liegen, aber noch leben, und erst sterben, wenn ihnen am Ende das Herz herausgeschnitten wird.“ Ob) über Hirntote: „Das sind Lebende, die im Sterbeprozess sind, die ein irreversibles Hirnversagen haben, die eben sterben werden.“ Pa) „Es wird heute überhaupt nicht mehr diskutiert, dass Hirntote Sterbende sind.“ au) „Da Spender im Hirnversagen zwar Sterbende, aber doch noch lebende Menschen sind, ...“ ay) zitiert Renate Greiner mit den Worten: „Im Nachhinein habe ich begriffen, dass mein Sohn nicht tot ist, wie man mir sagte, sondern eigentlich im Sterben lag. Und das heißt hirntot – der neue Tod bei lebendigem Leib. Es sind sterbende Menschen, die man als Organspender braucht, es sind keine Verstorbenen, denn man kann keine Organe von Verstorbenen transplantieren.“ Wir alle sind Sterbende, wenn man bedenkt, dass wir alle auf den Tod zu leben. Niemand von uns kann diesem Tod entrinnen. Es ist entscheidend, wie wir den Tod definieren. Wenn z.B. bei einem ansonsten gesund erscheinendem und sich gesund fühlenden Menschen das Herz plötzlich stehen bleibt, ohne die Chance einer Reanimation9, bleibt der Mensch noch etwa 10 Sekunden voll bei Bewusstsein. Hierbei bekommt der Herztod eine ganz andere Bedeutung. Klinisch gesehen ist er bereits tot, faktisch ist er noch etwa 10 Sekunden bei vollem Bewusstsein – über seinen Herztod hinaus. Auch wenn er dann das Bewusstsein verloren hat, ist er erst nach über 10 Minuten hirntot. Es beginnt das Zellsterben im Gehirn erst einige Minuten nach dem Herzstillstand. Bis die Stufe des Hirntods erreicht ist, dauert es. Dass bei jedem normalen Herztod auch der Hirntod folgt, ist der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD in Anmerkung 5 nachzulesen: „Nach dem endgültigen, nicht behebbaren Stillstand von Herz und Kreislauf kann der Hirntod von jedem approbierten Arzt durch äußere sichere Todeszeichen (zum Beispiel Totenflecke, Totenstarre) indirekt nachgewiesen werden.“ Damit ist deutlich, welch untergeordnete Rolle der Herztod (Stillstand des Kreislaufsystems) gegenüber dem Hirntod in der Todesdefinition hat. Nicht der Herztod ist die vollendet Trennung von Körper und Geist. Mit dem Herztod beginnt erst die Trennung von Körper und Geist. Mit dem Hirntod ist diese jedoch vollzogen, das heißt beendet. Daher ist der Hirntod als der eigentliche Tod des Menschen anzusehen. Wer behauptet, dass Hirntote Sterbende seien, sieht den Menschen nicht als Körper-Geist-Einheit. Für diese Autoren ist der Mensch nur der reine Körper in seinen rein vegetativen Funktionen. Sie verlieren aus dem Blick, dass der Hirntote nicht nur seines Bewusstseins und seiner Wahrnehmung beraubt ist, sondern auch aller lebenswichtigen Reflexe sowie die Homöostase gestört ist. Wer Hirntote als Sterbende ansieht, muss sich fragen lassen, wann denn für ihn der Tod eintritt. Beim Herztod kann er nicht eintreten, wie oben gezeigt ist. Der Hirntod wird von ihnen abgelehnt. Somit bleibt nur noch der biologische Tod übrig, das Absterben der letzten Körperzelle. Dies erfolgt jedoch erst nach einigen Tagen nach dem Herztod. Wer nun noch behauptet, dass der Tod erst dann eintritt, wenn beide Systeme – Körper und Geist – tot sind, der muss nach jedem Herztod auch eine HTD durchführen, um nachzuweisen, dass der Mensch nun tot ist. Damit wäre nach jedem Herztod ein EEG zu schreiben, das den Hirntod belegt. Bei Hirntoten – objektiv betrachtet – stirbt noch 97% des Körpers ab, der Mensch selbst aber ist bereits tot. Sein Denken und Fühlen, sein Erinnern und Hoffen, sein Planen und Genießen, sein Bewusstsein mit allem was damit verbunden war, ist bei Hirntoten gestorben, ist Vergangenheit, dazu auch alle lebenswichtigen Reflexe. Daher ist ein Hirntoter kein Sterbender, sondern ein Toter. Was die Frage der Zumutbarkeit betrifft, so fand Ec) in der Sendung die Worte: „Ich finde, es ist eine Zumutung, dem Menschen zu sagen: 'Du hast eine Krankheit und nun stirb gefälligst daran, weil diese Möglichkeit für diese Fälle nicht existiert.'“ Das 'justdified killing' (dt. gerechtfertigtes Töten) wird oft missverständlich als „gerechtfertigtes Morden“ verstanden, weil wir den „Killer“ als den „Mörder“ im Gedächtnis haben. Im englischen Sprachverständnis ist jedoch das „killing“ allgemein das Töten, aber auch das Sterben lassen, im Sinne von Abschalten der Geräte bei Hirntoten. 84)Vergleich der Euthanasie mit OS Ci) „Dieser Fall von Euthanasie mit unmittelbar anschließender Organentnahme war eine 'Weltpremiere' und wurde entsprechend detailreich diskutiert. Aber was hier deutlich wird, gilt auch für jede Organentnahme bei sogenannten „Hirntoten“: Es handelt sich um sterbende Menschen, deren Organe gut durchblutet sein müssen und denen durch den Eingriff ein würdevolles Abscheiden versagt wird.“ Der genannte Fall von Euthanasie (Belgien 2005) ist nicht mit OS zu vergleichen. In D/A/CH müssen die Organspender tot sein. Ihnen wird nicht das Leben genommen. 85)Hirntote hätte Hirnversagen au) fordert „für eine ehrliche Information als Grundlage einer schwierigen Entscheidung die notwendige medizinische Aufklärung über den Zustand des Hirnversagens. Erst dann kann jeder für sich im Sinne einer engen Zustimmung entscheiden, ob er im Zustand des Sterbens bereit ist, ein Organ zu spenden.“ bg) „Korrekt wäre es, vom Hirnversagen oder Hirnausfall zu sprechen.“ Hirntote haben kein Hirnversagen, sondern ihre Gehirnzellen sind abgestorben, sind tot. Daher auch der Begriff des Hirntods. Die Forderung nach ehrlicher Information und notwendige medizinische Aufklärung über den Hirntod kann daher nur begrüßt werden. 86)Hirntod dokumentiere nur die Irreversibiliät des Sterbens j) „Das Hirntodkriterium dokumentiert nur die Irreversibilität des Sterbens.“ as) zur Diskussion in den USA: „Diese Menschen sind irreversibel geschädigt, sie können nicht mehr zurück. Mit 'zurück' meint man, in ein als 'normal' qualifiziertes Leben.“ Genau genommen benennt der dauerhafte Herzstillstand auch nur die Irreversibilität des Sterbens. Das Sterben ist ein Prozess, der dann abgeschlossen ist, wenn die letzte Körperzelle abgestorben ist. In normaler Umgebung dauert dies mehrere Tage nach den sicheren Todeszeichen (Totenstarre, Totenflecke). Im sogenannten „intermediären Leben“, d.h. nach dauerhaftem Herzstillstand, leben die Zellen der Hornhäute der Augen noch Tage, so dass sie selbst noch 72 Stunden nach Eintritt des Todes für eine Gewebespende entnommen werden können.10 87)Beschreibung des Unfalls aus der Sicht einer Mutter Pa) „Er ist mit dem Fahrrad verunglückt. Er versuchte an der Unfallstelle schon zu sterben. Man hat ihn wiederbelebt.“ Kein Mensch versucht an der Unfallstelle zu sterben, es sei denn, er wollte Suizid begehen. Dies war jedoch beim Sohn von Pa) nicht der Fall. 88)Hirntote hätten möglicherweise irreversible Hirnversagen Cb) „Der Bürger muss wissen, dass der hirntote Organspender allenfalls ein Sterbender im möglicherweise irreversiblen Hirnversagen ist.“ Dieses Hirnversagen kann zweifelsfrei als irreversibel belegt werden. Hierzu möge sich Cb) mal dorthin begeben, wo die komatösen Menschen über Jahre und Jahrzehnte gepflegt werden. Diese haben noch Hirnaktivitäten, ein Hirntoter jedoch nicht. Dieses „möglicherweise“ ist ebenso wahrscheinlich, wie der erste Apfel, der nicht zur Erde fällt, sondern himmelwärts. Möglich ist vieles, warum denn nicht auch dies? Der Hirntote ist somit kein Sterbender, sondern ein im Intermediären Leben befindlicher Körper. Durch die künstliche Aufrechterhaltung des Blutkreislaufes dauert diese Phase länger als bei normal verstorbenen Menschen. 89)Zwischen Tod und Leben gäbe es keinen 3. Zustand j) „Zwischen Tod und Leben kann es keinen dritten Zustand geben.“ Es kommt darauf an, wie Tod bzw. Leben definiert wird. Beim normalen Sterben erfolgt zuerst der klinische Tod (Herzstillstand), danach der juristische Tod (zunächst Hirntod, dann Totenflecken und Totenstarre) und schließlich der biologische Tod (Ende des Stoffwechsels der letzten Körperzelle). Diese gesamte Zeitspanne des Sterbens durch die verschiedenen Todesstadien dauert mehrere Tage. Es wäre interessant, sich von j) „Tod“ und „Leben“ definieren zu lassen. Auf der Grundlage dieser seiner eigenen Definitionen ließen sich Situationen aufzeigen, dass es mit Leben und Tod doch nicht so einfach ist, wie er es hier darstellt. 90)Tod trete erst bei Funktionsverlust beider Systeme ein j) „Das bedeutet, dass der Tod eines Menschen nur und erst bei einem Funktionsverlust beider wesentlicher Systeme, des Bewusstseins und des physischen Organismus, eintritt; der irreversible Ausfall nur eines dieser Systeme reicht nicht aus, um vom Todeseintritt zu sprechen.“ Wenn man diese Auffassung in die Tat umsetzen wollte, müsste jeder Herztote eine HTD erfahren, um auch wirklich sicher zu sein, dass das andere System auch wirklich ausgefallen ist. - Da der Herztod keine primäre Hirnschädigung ist, dürfte die 2. Untersuchung erst nach mind. 72 Stunden (das sind 3 Tagen) durchgeführt werden. Alleine diese Überlegung zeigt deutlich auf, wie vorsichtig die Richtlinie der [[BÄK]] für die HTD ist. Sie räumt dem Patienten wie auch den Ärzten viel Zeit ein, um vielleicht doch noch in das Leben zurück zu kommen. Damit lebte das Huhn von Alexis Carrel doch über 27 Jahre. 91)Tod trete erst beim erlöschen aller wesentlichen Körperfunktionen ein bf) „ Im Grunde wissen wir, dass der Tod erst eingetreten ist, wenn alle wesentlichen Körperfunktionen erloschen sind.“ Bedauerlich, dass alle diese „wesentlichen Körperfunktionen“ nicht genannt sind. Der Schrift von bf) nach zu urteilen, ist hier der Herzstillstand gemeint. Doch aus diesem kann man u.U. reanimieren. 92)Forderungen einiger Bioethiker und Mediziner g) „Daher fordern auch mehrere Bioethiker und Mediziner das Eingeständnis, dass Hirntote noch leben – und die Abschaffung der Tote-Spender-Regel, damit weiterhin Organe aus hirntoten Patienten entnommen werden können.“ Ms) „Statt an der fragwürdigen Gleichsetzung von Hirntod und Tod festzuhalten, müssen wir uns gesamtgesellschaftlich darüber verständigen, ob wir nicht besser die sogenannte 'Tote-Spender-Regel' aufgeben ... Stattdessen sei zu definieren, unter welchen Bedingungen die Explantation von Organen bei hirntoten Sterbenden erlaubt sein soll. “ Es fordern auch Menschen das Eingeständnis, dass die Erde nicht älter als 10.000 Jahre sei. Auch wenn es „mehrere Bioethiker und Mediziner“ sind, so stellt sich noch immer die Frage, was die große Masse der Bioethiker und Mediziner denken. Nicht, dass sich Wahrheit über einen demokratischen Weg bestimmen ließe. Aber auch andere Menschen haben Wissen und Verstand. Und selten haben die Recht, die am lautesten schreien. Das aber sind hierbei die Gegner von HTD und OS. Soweit es um die in der USA und England gültige Definition des Hirnstammtods geht, mögen diese Kritiker Recht haben, nicht aber für die in Deutschland gültige Gesamthirntod-Regelung. In Deutschland muss damit auch das Bewusstsein und alle vom Gehirn ausgehende Reflexe erloschen sein, nicht nur der Atemreflex. 93)Selbstbestimmung in einer laizistischen Gesellschaft n) „Die Bereitschaft, das eigene Schicksal in seinen Grenzen anzunehmen, schwindet zugunsten eines Trachtens nach Selbstbestimmung. So mag es mancher vorziehen, relativ schnell bei der Organentnahme getötet zu werden, als lange Zeit im Koma zu liegen oder mit einer Behinderung aufzuwachen. Hier spielen ethische Fragen des Suizids und der Euthanasie hinein.“ Organspender erkennen ihre eigene Endlichkeit an. Sie wollen bei einem vorzeitigen Sterben durch Unfall oder Krankheit – um das geht es bei OS (!) – keinen sinnlosen Tod sterben, sondern ihm einen Sinn geben. Ihr Tod soll schwer kranken Menschen zum Nutzen werden. Dies kann den Hinterbliebenen ein großer Trost sein. In Deutschland liegt kein Hirntoter im Koma oder wacht irgendwann mit einer Behinderung auf. Daher sind hier ethische Fragen des Suizids und der Euthanasie hinfällig. 94)Leichen kann man nicht beatmen Da) „Wenn man einen Verstorbenen beatmen würde, das ginge gar nicht. Da würden sie ihn nur aufblasen. Was macht das für einen Sinn, einen Verstorbenen Infusionen zu geben? Es sind keine Leichen, es sind Sterbende.“ af) „Ein Toter, eine Leiche lässt sich allenfalls aufblasen, aber niemals beatmen!!“ Pa) „Ich habe meinen Sohn im Krankenhaus erlebt. Ich habe erlebt, wie er behandelt wurde. Man behandelt keine Toten. Tote lässt man in Ruhe. Man beatmet auch keine Toten. Wenn man einen Toten beatmen würde, dann würde man den aufblasen. Nichts davon war bei meinem Sohn.“ Diese Aussage vom Aufblasen eines Toten gilt für einen Herztoten. Damit drücken die Verfasser aus, dass sie den Hirntod nicht als Todesdefinition akzeptieren. - Trotz der zahlreichen Bücher, die Da) und Pa) (ist die gleiche Person) über OS geschrieben hat, beschäftigte sie sich offensichtlich nie mit dem Sachverhalt Hirntod. Sie blieb offensichtlich in der Sicht der Mutter eines Organspenders stecken, die nur den warmen Leib, künstlich beatmet mit Puls sah. Hirntote sind Tote im intermediären Leben, d.h. in der Phase nach dem Individualtod bis zum biologischen Tod, dem Absterben der letzten Körperzelle. 95)„Hirntod“ müsste auf dem OSA stehen Ea) „Denn hirntot ist noch nicht tot. Diese Mogelpackung steht auch auf dem Spenderausweis. Sie haben es eben eingeblendet. ... 'Für den Fall, dass nach meinem Tod meine Organe zur Transplantation in Frage kommt' – Da steht nicht: 'Für den Fall, dass nach meinem Hirntod es in Frage kommt'.“ Für einen, der den Hirntod nicht als Tod anerkennt, ist es eine Mogelpackung, wenn auf dem OSA steht, „Für den Fall, dass nach meinem Tod ...“ Er mag sich jedoch fragen, warum denn über 99% der Ärzte in Deutschland den Hirntod als Tod ansehen und nach festgestelltem Hirntod der Totenschein unterschrieben wird. Damit stellt sich die Frage, wer hier mogelt, wer sich hier als Geisterfahrer betätigt und behauptet, die anderen fahren falsch. 96)Hinterbliebene müssten eine Erklärung für Sterbende abgeben Hh) „Erweitert heißt die Regelung, weil stellvertretend auch nächste Angehörige diese Erklärung für den Sterbenden abgeben können.“ Hirntote sind keine Sterbende, sondern Tote. Das besagt bereits die Bezeichnung. 97)Hirntod suggeriere einen Zustand, der nicht den Tatsachen entspreche au) „Angesichts dessen ist es aufrichtig festzustellen: Einen Sterbenden im Hirnversagen für tot zu erklären, um bei einer Organentnahme eine Tötung zu umgehen, stellt eine willkürliche Setzung dar, die mit Redlichkeit als Voraussetzung für jede ethische Betrachtung nicht zu vereinbaren ist. Mit anderen Worten: Der Begriff „Hirntod“ suggeriert einen Zustand, der nicht den Tatsachen entspricht. Auch hier können wir wieder feststellen, dass Sprache zur Vernebelung herhalten muss.“ Der Hirntod ist keine willkürliche Setzung, sondern ein mit einem Szintigramm zweifelsfrei nachweisbarer Zustand. Wo kein Stoffwechsel ist, ist kein Leben. Moses Maimonides (1135 – 1204) erwog erstmals, dass der Verlust von Hirnfunktionen mit dem Tod gleichzusetzen sei. Die krampfhaften Zuckungen von Enthaupteten brachten ihn auf den Gedanken, dass sie nicht als Lebenszeichen zu werten seien, da die zentrale Kontrolle des Gehirns fehle. Marie François Xavier Bichat (1771-1802) prägte nach den 1774 begonnenen elektrischen Herzstimulation den Begriff Hirntod, fast 200 Jahre vor der 1. Herz-Tx. Pierre Mollaret (1898-1987) und Maurice Goulon (1919 -2008) beschrieben 1959 erstmals unter dem Begriff „Coma depassé“ (jenseits/unterhalb des Komas) einen Zustand, der heute mit Hirntod bezeichnet wird. Es ist somit ethisch unvereinbar, einen Hirntoten – sein ganzes Gehirn ist tot! - als Lebenden zu bezeichnen. Hier dient in der Tat Sprache zur Vernebelung. 98)Der Moderator ließ sich mit einer Fangfrage einfangen Gf) fragte Ga), ob sie ein Organ annehmen würden, wenn sie selbst eines brauchen würde. Ga) fragte sogleich nach: „Was heißt annehmen? Wer sollte mir das anbieten? Meinen Sie eine Lebendspende, oder meinen Sie eine Spende eines Sterbenden?“ - Gf) ließ sich einfangen, denn er antwortete: „Zum Beispiel die Spende eines Sterbenden.“ Damit rang Ga) vom Moderator Gf) erfolgreich die Formulierung ab, dass bei einer Totspende der Organspender nach festgestelltem Hirntod noch nicht tot sei, sondern lediglich sterbend. Es hätte verschiedene Möglichkeiten gegeben, um sich hier nicht einfangen zu lassen. So hätte Gf) antworten können: „Wenn Sie schon so fragen, dann beide Situationen“, oder ganz konkret „Wenn Sie z.B. eine Lunge bräuchten.“ Herz und Lunge können nur aus einer Totspende kommen. Nach diesem grandiosen Sieg von Ga) glauben alle Zuschauer dieser Sendung, dass Hirntote Sterbende seien. Dies ist eindeutig bewusste Irreführung. 99)Sterbebegleitung für Organspender sei nicht möglich Pb) „Es ist natürlich so, dass man die traditionellen Art, in der man gewohnt ist, einen Sterbenden zu begleiten, in dem Moment, in dem er vorbereitet wird, also weiterbehandelt wird im Hinblick auf die Organentnahme, ist sie in dieser Form nicht mehr möglich.“ Für Pb) sind Hirntote Sterbende. Dies bringt er in seinen Worten deutlich zum Ausdruck. Für diese irrige Sichtweise gibt es keine Sterbebegleitung, es sei denn, die Geräte werden einfach abgeschaltet. 100)Zwischen 1. und 2. HTD lägen 12 Stunden bf) „ Nur wenn die festgelegte Wartezeit verkürzt werden soll, ist eine apparative Untersuchung wie das EEG vorgeschrieben. (Bei Erwachsenen umfasst die festgelegte Wartezeit 12 Stunden, bei Kindern unter 2 Jahren und bei Neugeborenen gelten längere Wartefristen).“ Für Kinder unter 2 Jahren sind 24 Stunden und für Neugeborene 72 Stunden zwischen der 1. und 2. HTD vorgeschrieben. Zusätzlich ist für beide Gruppen eine "ergänzende Untersuchung" vorgeschrieben, d.h. entweder ein Null-Linien-EEG oder das Fehlen der FAEP oder ein Doppler (siehe 4. der Richtlinie zur HTD). - Diese Wartefristen von 24 bzw. 72 Stunden kann durch die apparative Diagnostik verkürzt werden. Für die Erwachsenen gilt für sekundärer Hirnschaden (hervorgerufen durch Stillstand des Blutkreislaufes) eine Wartezeit von 72 Stunden zwischen der 1. und 2. HTD, für alle anderen Ursachen gelten die genannten 12 Stunden. 101)Am Patienten habe sich durch die HTD nichts geändert bf) „ Juristischer Todeszeitpunkt ist das Ende der letzten Hirntodfeststellung, obwohl sich am Zustand der Patienten nichts geändert hat.“ Die HTD besagt lediglich, ob Hirntod vorliegt. Wann der Hirntod eingetreten ist, kann sie nicht sagen. Es ist durchaus vorstellbar, dass bereits bei der Einlieferung in die Klinik Hirntod vorgelegen hat. Nur wusste bis zum Ende der HTD niemand sicher von diesem Hirntod. Da der Hirntod ein unsichtbarer Tod ist, hat sich durch die HTD nichts an dem Hinrtoten verändert. Er war zu Beginn der HTD ein Hirntoter. 102)Hirntote würde man kontrolliert zu Ende sterben lassen bh) über die Aussage einer Pflegekraft: „Für diese Pflegekraft war es sehr hilfreich, dass auf einer Veranstaltung in ihrem Krankenhaus offen gesagt wurde, dass die Organentnahme ein 'kontrolliertes Zu-Ende-Sterben' darstellt. Dies dürfte natürlich niemals öffentlich gesagt werden, da ein 'kontrolliertes Zu-Ende-Sterben' mit einer Tötung gleichzusetzen ist.“ Seine Diplomarbeit schrieb bh) vor dem Jahre 1996. Damit führte er die Interviews vor dem Jahre 1995. Die erste Herz-TX lag gerade 25 Jahre zurück. Organentnahmen besaßen fast noch Seltenheitswert, insbesondere in den kleineren Kliniken.11 Eine rechtliche Definition von Hirntod kam erst 1997. Solange befand man sich gewissermaßen in einem rechtsfreien Raum, der zwar durch die Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD abgesichert war, aber eben nicht gesetzlich. - In diesem Zustand suchte man nach Begriffen, die das Neue bezeichneten. Man suchte nach Begriffen und Formulierungen, die für einen selbst den Umgang mit dem Thema an sich wie auch mit dem Hirntoten möglich machten. Ein „kontrolliertes Zu-Ende-Sterben“ war eines dieser Versuche, diese Neuerung zu bezeichnen. Inzwischen sind wir 20 Jahre weiter. Wir haben das TPG und auch ein tieferes und verbreitertes Wissen über den Hirntod. Wir haben Begriffe, die das Vorliegende zutreffender bezeichnen. Damit gehören solche Begriffe der Geschichte an. 103)Wann ist ein Mensch tot? Pb) wurde die Frage gestellt, wann für ihn ein Mensch tot seit: „Ich glaube, die Frage kann man so mit Schwarz-Weiß nicht beantworten.“ Das sagt ein Arzt, der nach eigenen Angaben 30 Jahre auf der Intensivstation gearbeitet hat! - Wie hat dieser denn in diesen Jahren den Tod festgestellt, um den Totenschein auszufüllen, oder ließ er dies 30 Jahre andere Ärzte machen? Pd) antwortete schließlich auf diese Frage: „Wenn 2 Ärzte im Abstand von letztlich 24 Stunden übereinstimmend zweimal hintereinander festgestellt haben, dass keine Hirnaktivität mehr festzustellen ist, dann ist, auch wenn das, was unterhalb des Hirns an Körpern noch vorhanden ist, völlig intakt, rosig, gut aussieht, dann ist ein Rückweg ins Leben nicht mehr möglich.“ Der Hirntod gilt als eingetreten, wenn für Erwachsene der Abstand zwischen 1. und 2. HTD bei primärer Hirnschädigung 12 Stunden und bei sekundärer Hirnschädigung 72 Stunden beträgt. Pb) wieder die Frage zurückbekommend: „Sterben ist ein Prozess. Und letztlich, jetzt gedanklich kann man es nicht festmachen am Körper mit einer Uhrzeit. Gedanklich ist der Sterbeprozess dann, wenn der Organismus sich desintegriert, wenn bestimmte Funktionen – ein banales Beispiel, wenn die Magensäure nicht das, was ich gegessen habe, verdaut, sondern den Magen selbst verdaut, das ist zwar etwas platt vereinfacht, aber vom Prinzip her ist es die Desintegration des Organismus.“ Google kannte am 24.2.12 für die „Desintegration des Organismus“ 33 Stellen. Dabei wurde noch nicht mal nach weiteren Begriffen wie „Tod“ oder „Hirntod“ gefragt. - Alleine dies zeigt auf, welche extreme Außenseiterrolle Pb) unter den Medizinern einnimmt. Ich habe noch nie gehört oder gelesen, dass zur Todesfeststellung überprüft wurde, ob die Magensäure inzwischen den Magen auflöst. Ich wüsste auch nicht, wie dies ohne Obduktion festgestellt werden könnte. - Mir sind nur die drei Todeskriterien bekannt: 1.Herztod, dauerhafter Herzstillstand 2.Hirntod, wird durch Hirntoddiagnostik nachgewiesen oder durch Totenflecken bzw. Totenstarre erschlossen 3.biologischer Tod, dem Tod der letzten Körperzelle (Tage nach dem Herztod). Bis nach dem Herztod die Magensäure beginnt den Magen aufzulösen, vergehen viele Stunden, wenn nicht gar einige Tage.12 Dabei hat die Totenstarre schon längst eingesetzt. - Zur Erinnerung einige Angaben über das Leben nach Herzstillstand: Der Darm arbeitet 24 h nach dem Herztod weiter. Die Totenstarre, die nach 6-12 Stunden nach dem Herztod voll ausgeprägt ist, beginnt sich dann wieder zu lösen. Die Hornhaut des Auges kann noch 3 Tage nach dem Herztod transplantiert werden. Zudem: Es gibt weltweit keine Definition des Todes, die danach fragt, ob inzwischen die Magensäure beginnt, den Magen aufzulösen. 104)Organspender würden erst durch die Organentnahme sterben bh) „So richtig deutlich wird erst während der Organentnahme, dass hier ein Sterbender sein Leben beendet. Hierzu zwei Pflegekräfte: ... 'Und so ganz offensichtlich ist es dann erst dann, wenn man die Abdeckung dann wegnimmt und dann wirklich nunmehr ´ne Leiche auf´n Tisch' ...“ (Seite 82) Es ist keine wissenschaftliche Beweisführung, Pflegekräfte zu interviewen, die den Tod alleine darin sehen, wenn sich nichts mehr bewegt. - Im Umkehrschluss würden Bäche, Flüsse und das Meer leben, weil es sich bewegt, würde die Erde leben, weil es Erdbeben gibt. 105)Beim Anblick eines Toten tritt Ruhe ein bh) über Organspender nach der Organentnahme im OP: „Beim Anblick einer Leiche mit sicheren Todeszeichen tritt Ruhe ein. Aber in diesem Fall interessanterweise erst am Ende der Organentnahme und nicht schon zu Beginn, obwohl ein 'Hirntoter' doch schon eine Leiche sein soll.“ (Seite 83) Beim normalen Sterben in den Herztod treten die Totenflecken als sicheren Todeszeichen erst nach einer halben Stunde auf. Sie sind nur dort zu sehen, wo der Leichnam aufliegt. Die Totenstarre als sicheres Todeszeichen beginnt erst nach über einer Stunde bei den Augenlidern beginnend sich langsam über den ganzen Körper auszubreiten. In beiden Fällen kann man nicht vom „Anblick einer Leiche mit sicheren Todeszeichen“ sprechen, denn in beiden Fällen muss Hand angelegt werden, um diese sicheren Todeszeichen festzustellen. Als ehemaliger Krankenpfleger sollte bh) dies bekannt sein. - Ebenso wenig kann man beim Anblick eines Organspenders mit verschlossener Wunde nicht von sicheren Todeszeichen sprechen. Da der Hirntod ein unsichtbarer Tod ist, nehmen ihn unsere Sinne nicht wahr. Daher erscheinen uns Hirntote als Lebende. 106)Dem Gefühl nach sind Organspender erst nach der OS tot bh) „Das Gefühl, einen Toten vor sich zu haben, tritt erst während der Organentnahme oder am Ende der Organentnahme auf. Folgerichtig bezeichnet eine Pflegekraft die Organentnahme dann als 'kontrolliertes Zu-Ende-Sterben'. Diese Aussage verdeutlicht auch, dass das Gefühl entstehen kann, dass ein Leben aktiv beendet wird.“ (Seite 84) Mit Gefühlen als Beweisführung lässt sich keine Wissenschaft aufbauen. Gefühle beweisen nicht, ob noch jemand lebt oder tot ist. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist daher unzulässig und nicht haltbar. - Das Leben von Organspendern wird durch die Organentnahme nicht aktiv beendet, da der Organspender bereits tot ist. 107)Hirntod rechtfertige keine OS Mg) „Wenn auch der Hirntod ein irreversibles Versagen bestimmter Gehirnfunktionen bedeutet, so rechtfertigt dies dennoch nicht, Organe, Gewebe oder sonstige Körperteile zu entnehmen, was zum definitiven Erlöschen aller Lebensfunktionen, und damit erst zum Tod des Betroffenen führt.“ Beim Hirntod ist es in D/A/CH nicht nur ein „irreversibles Versagen bestimmter Gehirnfunktionen“, sondern der Tod von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm, d.h. des gesamten Gehirns. Damit ist der Mensch als Geist-Körper-Wesen tot. 108)Hirntote sterben in den Herztod Tc) zitiert ein TXZ zur Beendigung der Therapie mit den Worten: „'... dass alle künstlichen, die Atmung und den Kreislauf aufrechterhaltenden Maßnahmen langsam verringert werden und der Patient schmerzfrei im Herz-Kreislaufversagen sterben kann'. Dem ist wohl nichts weiter hinzuzufügen.“ Beim Hirntod folgt der Herztod nach dem Hirntod, beim Herztod ist die Reihenfolge anders. Deswegen ist der Hirntote dennoch ein Toter. 109)Hirntote seien Sterbende, daher auch „Sterbende“ auf den Organspendeausweis bu) „Wir beanstanden, dass es heißt, Organentnahme erfolge 'nach dem Tod'. Der Begriff 'Hirntod' wird auch unter Ärzten inzwischen kontrovers diskutiert. Wir sind – wie zahlreiche Ärzt/innen und Pflegende – überzeugt, dass hirntote 'Organspender/innen' Sterbende sind und keine Toten.“ Hirntod ist der Tod des Menschen. Daher steht zurecht auf dem Organspendeausweis „nach dem Tod“. Ein „Hirntod“ würde an der Stelle die Menschen nur verunsichern. - Pflegende besitzen in der Regel nicht das med. Wissen wie Ärzte, erst recht nicht über den Hirntod. Daher ist es unstatthaft in diesem Zusammenhang auf Pflegende zu verweisen. - Diese „zahlreiche Ärzt/innen“ sind in D/A/CH eine absolute Minderheit. Es wird auf Ärzte der USA und England verwiesen, die ein anderes Verständnis von Hirntod haben. 110)Fast alle Hirntote würden sterben Bm) „ Ich will Euch nicht verhehlen, dass fast alle Hirntoten sterben, und kann alle verstehen, die sagen, dass sie nicht ewig bewusstlos dahinvegetieren wollen.“ Kein Hirntoter stirbt, denn er ist bereits tot. - Dass fast alle Hinrtote sterben werden (vom Herztod ausgehend), ist auch falsch, denn nach der Feststellung des Hirntods wird die Therapie beendet. Lediglich im Falle der OS wird noch bis zur Organentnahme weiterhin versucht, den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten. 111)Die Hinterbliebenen müssten wissen, dass sie über Sterbende entscheiden Ai) „Insbesondere die Angehörigen müssen wissen, dass ihr Einverständnis zur Organentnahme für Sterbende, nicht Tote gilt.“ Hirntote sind Tote. Das sollten auch die Angehörige wissen. 112)Hirntote seien irreversibel Sterbende. bd) Peter Dabrock, Vizevorsitzende des Deutschen Ethikrats, „plädiert dafür, dem Hirntoten den Status eines 'irreversibel Sterbenden' zu geben - auch mit Blick auf die Angehörigen: 'Es fällt schwer, einen beatmeten Leib für einen Toten zu halten.'" Damit würde sprachlich etwas ausgedrückt, was faktisch nicht gegeben ist. Dies führt nur zur Irritation und hätte weitreichende Konsequenzen, die mitbedacht werden müssten: Beendigung der Therapie Würde man von bei Hirntoten von "irreversibel Sterbenden" sprechen, ließe sich gegen den Willen der Hinterbliebenen die Therapie nicht beenden. Es würde sprachlich vorgegaukelt, dass es sich um einen Sterbenden handeln würde. Für diesen "irreversibel Sterbenden" wünschten sich die Hinterbliebenen ein „natürliches Sterben“13 und kein „Töten“ oder gar „Morden“, wie die Abschaltung der künstlichen Beatmung dann interpretiert werden könnte. „Sterbebegleitung“ Hinterbliebene würden bei der Bezeichnung vom "irreversibel Sterbenden" darauf bestehen, „Sterbebegleitung“ bis zum Herztot bestehen. Dabei ist der Hirntote tot im Sinne von, dass seine ganze Wahrnehmung, sein ganzes Bewusstsein und alle seine vom Gehirn ausgehenden Reflexe – einschließlich dem der Eigenatmung – erloschen ist. Er ist nicht nur bewusstlos, er ist nicht nur komatös, er ist hirntot. Sein Gehirn ist abgestorben. Damit ist der Mensch, der er war, gestorben. Was an Hirntoten noch wahrgenommen wird, ist intermediäres Leben, das Leben nach dem Tod. Frage nach Schmerzempfinden Toten wird kein Schmerzempfinden zugesprochen, sehr wohl aber Lebenden. Bei Hirntoten nun von "irreversibel Sterbenden" zu sprechen, drängt die Frage nach dem Schmerzempfinden auf, für die Organentnahme die Forderung um Vollnarkose. - Da Hirntote kein Schmerzempfinden haben, würde damit mit dieser Formulierung auch bei diesem Thema Verwirrung gestiftet werden. Juristische Folgen Bei Hirntoten von "irreversibel Sterbenden" hätte schließlich noch juristische Folgen. Es dürfte kein Totenschein unterschrieben werden, weil es sich um einen „Sterbenden“ handelt, dessen Sterbeprozess noch nicht abgeschlossen ist. Erst wenn dieser abgeschlossen ist, darf der Totenschein unterschrieben werden, weil dann der Tod vorliegt. Bei Hirntoten von "irreversibel Sterbenden" zu sprechen, weil der Hirntod für die Hinterbliebenen so schwer annehmbar ist, bedeutet falsche Rücksichtnahme. Es löst nicht das Problem, sondern schafft neue und größere. Daher ist es sinnvoll, zunächst mal für sich selbst den Hirntod zu verstehen. Nur wer den Hirntod an sich verstanden hat, wird bei einem Hirntoten von einem Toten sprechen. In einem weiteren Schritt ist es dann wichtig, das rechte Verständnis von Hirntod an die Bevölkerung weiter zu geben. 113)Hirntote seien Sterbende, biblisch und theologisch begründet Ms) „Die Evangelischen Frauen in Deutschland teile die – auch durch medizinische Forschungsergebnisse gestützte – Annahme vieler, dass Patient_innen mit Hirntoddiagnose nicht Tote, sondern Sterbende sind, deren Sterbeprozess erst mit der Organentnahme endgültig abgeschlossen ist. Für die Evangelischen Frauen in Deutschland sind dabei neben den medizinisch-naturwissenschaftlichen Einwänden gegen das Hirntodkonzept biblische und theologische Erwägungen maßgebend.“ Diese „Annahme vieler“ beruht auf britische und amerikanische Ärzte mit deren Hirnstammtod. In D/A/CH gilt jedoch der Gesamthirntod. Hier ist unter den Ärzten nur eine absolute Minderheit der Meinung, dass Hirntote Sterbende seien. Mit der Organentnahme bleibt nur das Herz stehen, der Sterbeprozess des intermediären Lebens geht noch ca. eine Woche weiter, bis der biologische Tod (auch die letzte Körperzelle ist abgestorben) eingetreten ist. Hirntod ist kein Wort der Bibel. Daher beschreibt Ms) vor allem, wie die Bibel das Leben sieht. Zum Tod bekennt Ms): „Der Tod selbst oder gar der Todeszeitpunkt werden dabei in der Hebräischen Bibel nicht definiert; manches deutet darauf hin, dass das Sterben eher im Sinne eines Prozesses begriffen wurde, der Klage-, Trauer- und Abschiedsrituale in den letzten Lebenstagen und ersten Todestagen sowie das Begräbnis umschließen konnte.“ - Stellen wie „Lass meinen Geist von mir scheiden; lass mich sterben und zu Staub werden!“ (Tob 3,6), „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.“ (Lk 23,46) oder „gab seinen Geist auf“ (Joh 19,30) wurden von Ms) nicht erwähnt. Dabei wären diese hierzu so aussagekräftig. - Hirntoten ist die biologische Grundlage von Geist und Seele in einem Menschen abgestorben. Daher sind Hirntote Entseelte. 114)Hirntot oder sterbend ist eher akademisch Mp) „Persönlich halte ich Menschen, die korrekt als hirntot diagnostiziert wurden, formal nicht für tot, sondern für sterbend. Auf Grund des klinischen Zustands und der Prognose ist die Unterscheidung allerdings eher akademisch bzw. juristisch und für den Betroffenen faktisch irrelevant.“ So schreibt es der Arzt Mp) – man könnte auch sagen, dass die beiden Seiten um den Bart des Propheten streiten bzw. Haarspalterei betreiben. Faktisch ist es zwar für den Betroffenen irrelevant, aber die Benutzung des Begriffs „Sterbender“ bzw. „sterbend“ hinterlässt bei den meisten Menschen ein falsches Bild des Zustands. Daher ist es wichtig, mit Begriffen zu arbeiten, die den Sachverhalt klar vermittelt. Daher ist „Hirntod“ und „hirntot“ die richtige Wortwahl zu diesem Thema.

Die Schmerzen der Hirntoten

Heiße Herdplatte Spinalanästesie bei Geburt und OP

115)Patienten würde man die Schmerztherapie aussetzen ac) fordert: „keine Aussetzung der Schmerztherapie bei potentiellen 'Hirntoten' (nur um später 'korrekt' den 'Hirntod' diagnostizieren zu können.)“ Schmerztherapie wird in jedem Fall durchgeführt, bis der Hirntod diagnostiziert wurde. Ist der Hirntod erwiesen, benötigt der Hirntote keine Schmerztherapie, da er keine Schmerzen spüren kann. 116)Schmerzen würden indirekt eingeräumt werden ay) „Dass sie Schmerz empfinden könnten, wird durch die Forderung nach einer Narkose indirekt eingeräumt.“ Die Forderung nach einer Narkose erfolgt von Menschen, die den Hirntod nicht verstanden haben. - Damit zu argumentieren, dass diese ungerechtfertigte Forderung um Narkose indirekt einräume, dass Hirntote Schmerzen empfinden könnten, ist weder sachlich noch in ihrem Ansatz logisch nachvollziehbar. 117)Es sei unbewiesen, dass Komapatienten keine Empfindungen haben Co) „Es ist eine reine unbewiesene Behauptung, ein Mensch in diesem tief komatösen Zustand würde keine Empfindungen mehr haben.“ Wie ist es dann möglich, dass man an Menschen schmerzlos Herz- und Lungen-Operationen durchführen kann? - Hirntote sind jenseits des Komas. 118)In der Schweiz sei Vollnarkose für die Organentnahme vorgeschrieben g) „In der Schweiz ist Vollnarkose für hirntote Patienten zur Organentnahme vorgeschrieben – in Deutschland nicht.“ bn) „ In der Schweiz ist Vollnarkose für hirntote Patienten zur Organentnahme vorgeschrieben ...“ Ah) Der „hirntoter Patient bekommt muskelentspannende Medikamente und oft auch starke Schmerzmittel, der kann nämlich auch Schmerzen empfinden bei einer Organentnahme und sich noch bewegen.“ Be) und Bi) „Da ein Schmerzempfinden mit letzter Sicherheit nicht ausgeschlossen werden kann, ist in der Schweiz inzwischen eine Vollnarkose bei der Organentnahme am 'Toten' vorgeschrieben.“ Bf) „Die Behauptung der DSO, dass der Gehirntote keine Schmerzen mehr erleiden könne, schmerzunempfindlich sei, wird nachdrücklich dadurch widerlegt, dass es in der Schweiz vorgeschrieben ist, dass 'Gehirntote', die explantiert werden sollen, zuvor in Vollnarkose versetzt werden müssen.“ Bm) „Wenn es am Hirntod keinerlei Zweifel gäbe, würde es auch die Diskussion über eine Narkose bei der Organentnahme nicht geben. Hierzulande wird sie nicht für nötig erachtet. Die Schweizer hingegen schreiben sie vor.“ Cp) „Der Hirntote hat noch immer ein Schmerzempfinden und deshalb ist es in der Schweiz vorgeschrieben, dass 'Gehirntote', die ausgenommen werden sollen, vorher in Vollnarkose versetzt werden müssen.“ Mc) „... Dies verschweigt, dass die Schweiz im Wesentlichen dieselbe Definition wie Deutschland hat und dennoch eine Narkose fordert.“ Mg) „In der Schweiz ist Vollnarkose Vorschrift.“ Mp) „)n der Schweiz ist eine Narkose rechtsverbindlich vorgeschrieben. Swisstransplant hat auf meine Anfrage geanwortet, man könne somit spinale Reflexe vermeiden. In Deutschland ist eine Narkose nicht verbindlich.“ Cp) „In der Schweiz bekommt der Spender vor der Organentnahme eine Vollnarkose. Das ist in der Schweiz eine gesetzliche Vorschrift.“

() 119)Missempfindungen in Darm und Rückenmark seien nicht auszuschließen Mp) „Das Nervensystem des Darms (Plexus myentericus Auerbach und Plexus submucosus Meissner) umfasst ca. 100 Millionen Nervenzellen und ist im Zustand des Hirntods komplett unbeeinträchtigt, ebenso wie die grössenordnungsmässig etwa 20 Millionen Nervenzellen des Rückenmarks. Nach meiner Kenntnis gibt es weder einen Nachweis dafür, dass mittels dieser Plexus irgendwelche Missempfindungen entstehen können, noch dafür, dass Missempfindung jedwelcher Art definitiv auszuschliessen sei.“ Schmerzempfinden ist eine reine Kopfsache. Andernfalls würde keine Spinalanästhesie funktionieren, bei der der Körper unterhalb der Narkosestelle weiterhin uneingeschränkt funktioniert, auch mit allen Schmerzreaktionen, auch im Darm und Rückenmark. 120)Vollnarkose würde die Qualität der entnommenen Organe positiv beeinflussen Mp) „Nachdem eine Narkose die Explantation erleichtern und die Qualität der entnommen Organe tendenziell positiv beeinflussen kann, andererseits keine negativen Auswirkungen zu erwarten sind, sehe ich nicht, was gegen eine generelle Narkosepflicht wie in der Schweiz spricht.“ () 121)Eine Narkosepflicht wäre wirksamer als alle Argumente Mp) „Eine generelle Narkosepflicht wäre unbeschadet aller neurologischen Erwägungen hier möglicherweise wirksamer als alle Argumente, ...“ Das Verständnis, dass der Hirntote ein Toter ist, kann das Problem stärker auflösen, als alles andere. Es bleibt für die Hinterbliebene noch immer die Unsicherheit, ob der Hirntote mit schlagendem Herzen, künstlich beatmet, wirklich tot ist. Daher führt kein Weg an der Aufklärung über den Hirntod als Tod des Menschen vorbei. 122)Organspender seien Sterbende und würden deswegen Schmerzen empfinden Cj) „Kritiker gehen ja davon aus, dass es sich bei Organspendern um Sterbende, nicht aber um wirklich bereits Tote handelt. Mit einer Narkose wäre aber doch ausgeschlossen, dass jemand die Organentnahme schmerzhaft miterlebt.“ Diese Kritiker haben sich noch nie wirklich mit dem Hirntod beschäftigt. In D/A/CH kann kein Hirntoter Schmerzen empfinden, weil sein Gehirn abgestorben ist. 123)Bei der Organentnahme würde in Deutschland Vollnarkose verabreicht werden ay) „Dann dürfen die Organe unter Vollnarkose entnommen werden. Auf diesen Tatsachen fußend, muss sich jeder Bürger allerdings fragen, warum die Vollnarkose verabreicht wird, wenn doch der 'Hirntote' doch eigentlich mausetot ist.“ Drei Absätze zuvor schreibt ay) „Dass sie Schmerz empfinden könnten, wird durch die Forderung nach einer Narkose indirekt eingeräumt.“ - Was nun? Gibt es die Forderung um Narkose oder werden den Organspendern unter Vollnarkose die Organe entnommen? Hier scheint sich ay) nicht so recht im Klaren zu sein. Fakt ist: Es gibt in Deutschland diese Forderung nach Narkose. Sie wird von den Menschen gestellt, die den Hirntod nicht verstanden haben. Fakt ist auch: In Deutschland bekommen die Hirntoten keine Vollnarkose, sondern Mitteln, um die Muskeln zu entspannen, insbesondere der Bauchmuskeln. Diese werden bei jeder großen Brust- und Bauch-OP verabreicht, damit die Muskeln entspannt sind und der Chirurg nicht gegen die Muskelanspannung den Brust- bzw. Bauchraum öffnen muss. Dies wird häufig mit einer (Voll-)Narkose verwechselt, so auch hier von ay). 124)Vollnarkose würde zeigen, dass Hirntote noch nicht tot seien Bi) „Gescheut wird die Empfehlung einer Vollnarkose, da dies offensichtlich auch dem Laien offenbaren würde, dass der tote Organspender in Wirklichkeit noch gar nicht tot ist.“ Hirntote in D/A/CH brauchen keine Vollnarkose, da sie keine Schmerzen empfinden können. 125)Der Organspender hätte grässliche Schmerzen a) „Zu sedieren wären nicht nur die Spender, sondern auch das ärztliche Gewissen.“ aa) „Haben unsere Kinder etwas empfunden, als man sie vom Kinn bis zum Schambein aufschnitt, ihre Körperhälften wie eine Wanne auseinander spreizte, um sie mit eiskalter Perfusionslösung zu füllen?“ bb) „Beim Aufschneiden des Körpers vom Hals bis zur Schambeinfuge kommt es zu Blutdruck-, Herzfrequenz- und Adrenalinanstieg. Auch Rötungen des Gesichts, flächenhafte Hautrötungen u. Schwitzen können eintreten. Bei 'normalen' Operationen werden diese Zeichen als Schmerzreaktionen gewertet. Nicht jedoch bei 'Himtoten'.“ bb) „Beim Eindringen der kalten Flüssigkeit in den noch 'lebenden' Körper, die das Blut ausschwemmen soll, kann es zu Blutdruck- und Herzfrequenz-Anstieg oder auch Zuckungen kommen.“ Ea) „Es gibt unter Neurologen Diskussionen darüber, ob noch Schmerzreize zu spüren sind.“ Kb) „Rotondo zitierte in seinem Vortrag Aussagen namhafter Transplantationsbefürworter, die es ungeachtet ihrer positiven Einstellung gegenüber diesem Medizinbereich augenscheinlich für möglich halten, daß hirntote Menschen Schmerzen empfinden können.“ Ga) „In Deutschland wird von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie empfohlen, bei Organentnahme keine Narkose zu geben. In anderen Ländern wird das gemacht. Und es macht jeder Anästhesist so, wie er es für richtig hält. Vertritt der Anästhesist den Standpunkt, dass dieser Mensch, den er da vor sich hat, den er narkotisieren muss, weil er sich nämlich noch bewegt und weil er sich gegen die Entnahme versucht zu wehren. Das sind einfach Fakten, dass in dem Moment, wo der erste Schnitt angesetzt wird, dass der Blutdruck in die Höhe geht. Und das ist bei normalen Patienten ein Zeichen dafür, dass er Schmerz empfindet. Da geben die einen eine Narkose, und die anderen geben einfach nur bewegungshemmende Mittel, damit das Personal keinen Schreck kriegt.“ Gb) „Meine persönlichen Zweifel würde vor allem eine vorgeschriebene Vollnarkose zerstreuen. Das ist für mich persönlich der Hauptknackpunkt.“ Gf) im Anschluss an dieses Statement von Gb): „Gut, dann haben wir hier an dieser Stelle etwas Klarheit bekommen und gleichzeitig Unklarheit, warum in so unterschiedlichen Ländern so unterschiedlich auch gehandhabt wird.“ Ga) setzte hierzu gleich nach: „Sie müssen auch einfach dazusagen, dass selbst die Hirntoddefinition in den verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich ist. Das heißt, wir sind in einer Situation, weltweit, in dem einen Land sind sie hirntot und in dem anderen Land sind sie es noch nicht.“ Oa) „Was ist tatsächlich der Hirntod, was empfinden diese Menschen – vielleicht viel, vielleicht wenig, wir wissen es nicht – müssen wir damit leben, dass wir mit wenig Organen klar kommen können.“ Damit gab Ga) öffentlich zu, dass sie um die nationalen Unterschiede in der Definition des Hirntods weiß. Sie klärte aber nicht auf, was das nun konkret bedeutet. - Würde sie erklären, dass in den USA und England bereits als hirntot gilt, was in Deutschland noch als Wachkoma angesehen wird, bräche ein Großteil ihrer Kritik am Hirntod zusammen. In Großbrittanien ist jemand hirntot, wenn sein Hirnstamm tot ist. Damit ist es dort (und auch in den USA) durchaus möglich, dass Teile des Großhirns noch funktionieren. Es wurden in diesen Ländern daher auch an einzelnen für hirntot erklärten Menschen ein EEG abgeleitet. Damit besteht in diesen Ländern vereinzelt die Möglichkeit, dass irgendwie noch Bewusstsein vorhanden ist und damit auch Schmerzempfinden. In Deutschland muss das Großhirn, Kleinhirn und der Hirnstamm tot sein, um als hirntot zu gelten. Mit dem Tod des Großhirns ist das Bewusstsein erloschen. Warum sollten dann noch bei der Organentnahme „bewusstseinsausschaltende Mittel“ gegeben werden, wenn doch das Bewusstsein erloschen ist? Somit gibt es „keinen rationalen Grund“, diese Mittel bei der Organentnahme in Deutschland zu geben. Um Schmerz spüren zu können, bedarf es einer funktionierenden Großhirnrinde. Da diese bei einem Hirntoten tot ist, kann kein Hirntoter Schmerz empfinden, da mag dieser Schmerz noch so groß sein. Die Schmerzinformation läuft im Kopf ins Leere. Der britische Chirurg sagt dies auf dem Hintergrund, dass in England der Hirnstammtod als Hirntod anerkannt wird (In Deutschland ist der Gesamthirntod erforderlich). Damit kann ein „Hirntoter“ in England durchaus Schmerzen empfinden, durch die andere Definition von Hirntod; in Deutschland nicht. - Ob es fair ist, mit solchen Argumenten in einer Sendung aufzufahren, die der näheren Erklärung bedürfen, um sie der Sache nach korrekt zu verstehen, mag der Leser selbst entscheiden. Es stellt sich hierbei die Frage: Irren hier einige Verfasser durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds, oder wollen hier einige Verfasser durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds bewusst irreführen? 126)Organspender reagiert mit Blutdruckanstieg und „Abwehrreaktionen“ a) „Nicht zuletzt reagieren Hirntote mit Ausschüttung von Stresshormonen auf Schmerzreize.“ f) Hirntote „reagieren mit Stresshormonen und Blutdruckanstieg auf Schmerzreize.“ g) „Eine Untersuchung von Hans-Joachim Gramm et al. hat gezeigt, dass bei zwei von 30 als hirntot diagnostizierten Organspendern die Konzentrationen der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Adrenalin sowie Blutdruck und Herzfrequenz bei der Organentnahme sprunghaft anstiegen. Ob es sich dabei um Rückenmarksreflexaktivität handelte, wie die Autoren vermuten, oder um Schmerzreaktionen, ist unklar.“ e) „Man setzt das Skalpell an, und Puls und Blutdruck schießen hoch. Wenn man keine Medikamente gibt, beginnt der Patient sich zu bewegen, und der Eingriff wird verunmöglicht.“ A) „Beim Einschnitt in den Körper kann es zu Blutdruck-, Herzfrequenz- und Adrenalinanstieg kommen. Bei anderen Operationen gelten diese Zeichen als Hinweise auf Stress bzw. Schmerz.“ Bm) „Es gibt manchmal Zeichen von 'Hirntoten', die vermuten lassen, dass sie durchaus einiges von dem mitbekommen, was man ihnen antut: Abwehrbewegungen, Reaktionen wie Blutdruck- und Pulsanstieg oder Schwitzen, Hautrötungen usw. sind da zu sehen.“ Cb) „Bei der Organentnahme kommt es in vielen Fällen zu einem rapiden Blutdruckanstieg beim Einschneiden in den Spenderkörper, nicht selten auch zu heftigen Abwehrbewegungen.“ Cl) „Da die Organspender ... ja nicht tot sind, werden sie zuvor am OP-Tisch festgeschnallt und es kommt immer wieder zu Abwehrbewegungen – dagegen werden ihnen sogenannte Relaxantien verabreicht, um die Muskeln zum Erschlaffen zu bringen.“ Mg) Organspender „werden voll oder teilweise narkotisiert und - um den oftmals vorkommenden Abwehrbewegungen der 'Toten“'vorzubeugen - am Operationstisch festgeschnallt.“ Mi) „Zu Beginn der Explantation reagiert der Körper des Hirntoten mit Stresssymptomen, wie Blutdruckanstieg, Pulsveränderung, Schwitzen, und Abwehrbewegungen. Neurologen werten dies als durch Rückenmarksreflexe bedingte Reaktionen, ähnlich wie das Zucken eines Froschschenkels, oder das Herumflattern eines geköpften Huhns.“ Mk)“Auf noch vorhandene Empfindung war anlässlich spontaner nicht anders erklärbarer Blutdruckanstiege nach Schmerzreizen zu schließen.“ af) „Werden solche 'Hirntote' einer Operation unterzogen, um ihnen Organe zur Transplantation zu entnehmen, so zeigen sie vegetative Reaktionen, die jeder Mensch unter Operationsbedingungen auch zeigt: beginnt die Operation zur Organentnahme (in Narkose oder Teilnarkose - und das bei einem Toten?), so bewirkt der Hautschnitt des Chirurgen einen unbewusst erlebten Schmerz. Dadurch werden der Puls beschleunigt, der Blutdruck deutlich erhöht, die Ausschüttung der 'Stresshormone' wird um ein vielfaches gesteigert, die Muskulatur wird angespannt.“ au) „Bei der Organentnahme unter Narkose, so bestätigen Transplantationsmediziner, steigt der Blutdruck enorm, der Herzschlag beschleunigt sich stark. Diese Reaktionen zeigen, dass der Spender unbewusst etwas spüren muss. Es sind Lebenserscheinungen, die auch jeder andere Patient bei einer Operation zeigt.“ Cp) „Ja, denn man muss sich schließlich von den abwehrenden Bewegungen des 'Gehirntoten' schützen.“ Es ist korrekt, dass der Hirntote auf Schmerzreize mit einem Anstieg des Blutdrucks reagiert: Der Schmerzreiz geht über die Nervenbahnen an das Rückenmark. Dort teilt es sich auf. Während eine Information zum toten Gehirn führt und dort ins Leere läuft, führt die andere Information zur Nebenniere. In ihrem Innern, im Nebennierenmark, werden Noradrenalin, Dopamin und Adrenalin – allesamt Stresshormone (Katecholamine) - gebildet und ausgeschüttet, was den Anstieg des Blutdruckes bewirkt. - Dadurch wird deutlich, dass bei einem Hirntoten der Anstieg des Blutdrucks absolut mit einem angeblichen Schmerzempfinden zu tun hat. Der Hirntote empfindet keinen Schmerz, er reagiert nur hormonell über das Nervensystem auf den Schmerzreiz. Die genannten Bewegungen, die aus dem Rückenmark stammen, können durch den Tod von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm gar nicht zielgerichtet sein. Daher ist es völlig unzutreffend zu behaupten, dass der Hirntote sich gegen die Organentnahme wehrt. Diese Behauptung ist reine Interpretation, der jedoch jegliche medizinische und sachliche Grundlage fehlt. - Es würde kaum jemandem einfallen zu sagen, dass das enthauptete Huhn, das irr dahin rennt, versucht, dem Metzger zu entfliehen. Warum sollten die Bewegungen des Hirntoten Abwehrreaktionen sein? Diese Bewegungen sind Reflexe des Rückenmarks. - Hierzu sei an das enthauptete Huhn erinnert. Auch das ist noch in der Lage, kopflos herumzulaufen, aber ohne Sinn und Ziel. So sind auch diese Bewegungen des Hirntoten völlig ohne Koordinierung. Diese Reaktionen können auch auftreten, wenn das Beatmungsgerät abgestellt wird. Aus diesem Grunde werden die Hinterbliebenen hierzu nach draußen gebeten. 127)Hirntote könnten noch Schmerzen wahrnehmen ak) „Es kann z. B. niemand nachweisen, ob ein 'Hirntoter' noch Angst empfindet und Schmerzen hat. Das ist eben nicht meßbar. Aber man kann es vermuten, weil Angehörige von Explantierten berichteten, dass ihre Toten verzerrte Gesichter hatten, wenn sie den verplombten Sarg öffneten.“ bd) „So dokumentierten Mediziner weltweit Fälle, wo der Körper von Hirntoten ... Schmerzreaktionen zeigte.“ Bj) „Das Gesicht des Spenders zeigt nicht den beseligenden Frieden von Menschen, die man in Würde hat sterben lassen. Sie spiegeln vielmehr Furcht, Angst und fürchterliche erlittene Schmerzen wider.“ Bj) „Das Antlitz zeigt nicht die heitere, friedliche Entspannung eines in Würde dahingeschiedenen Patienten, sondern ist entstellt und verzerrt von erlittenen grausamen Schmerzen.“ Cp) „Man hört von Angehörigen, dass auf den Gesichtern von Toten nach der Entnahme der Organe das blanke Entsetzen liegt..“ Ka) „Auch sei erwiesen, daß sehr wohl Schmerzreaktionen erhalten blieben, was beileibe keine überraschende Erkenntnis sein kann, zumal, wie Zieger anmerkte, in fünfzig Prozent aller Kliniken bei der Organentnahme an für hirntot erklärten Menschen Narkosemittel gegeben werden.“ Hierbei ist es unerlässlich mit anzugeben, in welchem Land diese Schmerzreaktionen beobachtet wurden, diese verzerrten Gesichter von Organspendern gesehen wurde: In den USA und England gilt jemand bereits als hirntot, wenn nur sein Hirnstamm abgestorben ist. Daher kann es in diesen Ländern vorkommen, dass das Großhirn als Sitz unseres Bewusstseins sehr wohl noch Schmerz wahrnimmt. - In Deutschland kann dies nicht vorkommen, da hier das Großhirn, Kleinhirn und der Hirnstamm ausgefallen sein müssen, um als hirntot zu gelten. 128)Organspender hätten ein verändertes Gesicht bt) über die Hinterbliebenen: „Erst, nachdem sie die ausgeschlachteten Leiber ihrer Kinder letztendlich wiedergesehen und in deren schmerzverzerrte Gesichter geblickt hatten, hatten sie erkannt, wie blonde Haare grau oder weiß geworden, die Gesichter sich auch in die von Greisen verwandelt hatten, war ihnen klar geworden, was da in Wirklichkeit geschehen und wozu sie ihre Einwilligung gegeben hatten.“ Be) „Blonde Haare junger Menschen sind ergraut oder weiß geworden. Die Haut des entbluteten Körpers zeigt sich in einem unnatürlichen grauweißen Farbton.“ Bj) „Blonde Haare junger Menschen sind ergraut oder weiß geworden.“ Bj) „Haut und Haare sind ergraut, zuvor blonde Haare eines jungen Patienten möglicherweise auch weiß geworden.“ In D/A/CH gehört es zur HTD, die Nasenscheidewand zu durchstechen. Dies gehört mit zu den größten Schmerzen, die man einem Menschen zufügen kann.14 Hierauf ist bei Hirntoten keine Reaktion zu erkennen. Somit kann bei der Organentnahme auch keine derartige Schmerzreaktion erfolgen. () graue bzw. weiße Haare () Teufelsgrinsen 129)Kein Mensch weiß sicher, was Hirntote empfinden A) „Kein Mensch weiß sicher, was der Hirntote empfindet.“ ad) „Offenbar weiß man, dass die Hirntoddefinition keine Gewähr dafür bietet, dass dem Hirntoten kein Leid zugefügt wird.“ Um etwas zu empfinden, muss Bewusstsein vorhanden sein. Um Schmerz zu empfinden muss ein funktionierendes Großhirn vorhanden sein. Wenn das Gehirn abgestorben ist, kann es nichts mehr empfinden. Damit ist diese Aussage widerlegt. 130)Schmerzlosigkeit wird angenommen, sei aber nicht bewiesen Bm) „Ob dabei Schmerzen gefühlt werden können, weiß keiner. Auf jeden Fall wird Schmerzlosigkeit zwar angenommen, ist aber nicht bewiesen. Aufgrund der gelegentlichen Anzeichen, die dagegen sprechen, empfiehlt es sich, eine Narkose zwingend vorzuschreiben.“ Kritiker wissen nicht, ob Hirntote noch Schmerzen empfinden können. Für andere Menschen ist bewiesen, dass Hirntote in D/A/CH (Gesamthirntod) keinen Schmerz und auch sonst nichts bewusst wahrnehmen können. Selbst in der Schweiz wird die Narkose nicht wegen Schmerzlosigkeit vorgeschrieben, sondern wegen der Muskelentspannung für die Organentnahme. 131)Wenn OS, dann solle man Vollnarkose fordern Bm) „Falls Ihr Euren Körper als Organspender zur Verfügung stellen wollt, so tut das. Ich verneige mich vor Euch! Vergesst aber bitte nicht, eine Vollnarkose bei der Organentnahme zur Pflicht zu machen.“ Kein Hirntoter in D/A/CH (Gesamthirntod) spürt etwas von der Organentnahme. 132)Organspender würden Folter erleiden Sf) zitiert eine Leserin der Zeitung mit den Worten: „Nicht nur Mord, nein Folter ist es, was einem bei der Organspende passieren kann.“ Hirntote können auch die Organentnahme nicht bewusst wahrnehmen. 133)Die Verabreichung von Schmerzmitteln schließe aus, dass Hirntote tot seien Mo) „die Verabreichung einer Vollnarkose oder stärkster Schmerzmittel schließt wohl die Annahme aus, dass er in Wahrheit schon tot ist.“ Selbst in der Schweiz wird die Vollnarkose nicht wegen angeblicher Schmerzen, sondern zur Muskelentspannung gegeben. 134)Sogar Arzt der DSO räume die Möglichkeit der Schmerzempfindung ein be) „Es ist in der Tat nicht zu belegen, dass eine für hirntot erklärte Person tatsächlich über keinerlei Wahrnehmungsvermögen, insbesondere Schmerzempfindlichkeit verfügt.' Prof. Dr. med. W. Lauchert, Geschäftsführender Arzt der DSO in einem Schreiben vom 25.9.2000 an die Pastorin Ines Odaisch.“ ca) „Selbst der geschäftsführende Arzt der Deutschen Stiftung Organtransplantation Professor Lauchert gibt schriftlich zu: 'Es ist in der Tat nicht zu belegen, dass eine für hirntot erklärte Person tatsächlich über keinerlei Wahrnehmungsvermögen, insbesondere Schmerzempfindlichkeit, verfügt.'" Das Zitat geht weiter mit den Worten: "Namenhafte Neurologen und Neurophysiologen schließen allerdings ein Wahrnehmungsvermögen und Schmerzermpfindungsvermögen bei Hirntoten aus." - Bei be) fehlt diese wichtige Fortsetzung, bei ca) ist sie in der Fußnote am Ende des Artikels angebracht, wobei ca) jedoch wiederum anmerkt: „Mit Verlaub: Wir fragen uns, wie diese Aussage mit dem oben stehenden Satz in einklang zu bringen ist. Zumal für ein wahrscheinliches Wahrnehmungsvermögen und Schmerzempfinden überzeugende Anhaltspukte und Beobachtungen vorliegen.“ Schmerz wird im Gehirn empfunden und bewertet. Wenn das Gehirn abgestorben ist, ist der Schmerzempfindung die biologische Grundlage entzogen. 135)Mit Hirntod sei nicht bewiesen, dass keine Schmerzen empfunden werden Ms) „Sind keinerlei Aktivitäten des Gehirns mehr vorhanden, ist damit nicht zugleich bewiesen, dass hirntote Patient_innen keine Schmerzen mehr empfinden können.“ Da Schmerzempfindung im Großhirn stattfindet, ist keine Schmerzempfindung möglich, wenn das Großhirn abgestorben ist. 136)Umstritten seien Schmerzwahrnehmung der Hirntoten Ms) „Umstritten ist allerdings, ob beim Ausfall einer solchen Bewertung durch das Gehirn Formen der Rezeptivität von Schmerzen beispielsweise durch das zentrale Nervensystem weiterhin möglich sind. Daher ist nicht auszuschließen, dass körperliche Reaktionen von hirntoten Patient_innen bei der Explantation von Organen (wie Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz oder Bewegungen von Armen und Beinen) unter Umständen Schmerz- und Abwehrzeichen sind.“ Der Anstieg von Blutdruck und Puls oder Bewegungen sind spinale Reaktionen, ohne jegliche bewusste Wahrnehmung, denn die Grundlage hierfür ist erloschen. 137)Weil man nicht akzeptieren wolle, dass Hirntote noch leben, nimmt man billigend in Kauf, dass sie bei der Organentnahme Schmerzen erleiden. bb) und bf) „Das Problem der Bundesärztekammer ist, dass mit einer verpflichtenden Erklärung zur Narkose bestätigt würde, es handele sich bei den 'Hirntoten' um noch lebende Menschen. Also nimmt man billigend in Kauf, dass Menschen während der Organentnahme Schmerzen erleiden könnten.“ Hirntote sind Tote. Tote können keine Schmerzen empfinden. Somit können Hirntote auch bei der Organentnahme keine Schmerzen verspüren – nicht in Deutschland nach der hier geltenden Definition des Gesamthirntod.

Zweck der Hirntod-Definition

Pichlmayr betont zu solchen irrigen Behauptungen zur Begründung Grund der HTD: „Mit Nachdruck sei auch an dieser Stelle und im Zusammenhang mit einer jüngst wieder auflebenden Diskussion um den Hirntod darauf hingewiesen, daß Hirntod keine 'Erfindung' der Organtransplantation, sondern Folge der in den 50er Jahren erreichten Fortschritte der Rettungs-, Reanimations- und Intensivmaßnahmen ist.“15 138)Der Hirntod sei eine Erfindung der Transplantationsmedizin bf) zitiert Franco Rest mit den Worten: „Den Hirntod gibt es überhaupt nicht; er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin." Be) „Kein Wunder, dass z.B. Professor Franco Rest äußerte: 'Den Hirntod gibt es überhaupt nicht; er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin.'“ Mo) „Franco Rest äußerte: 'Den Hirntod gibt es überhaupt nicht; er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin.'“ Marie François Xavier Bichat (1771-1802) prägte nachweislich als Erster den Begriff „Hirntod“. Das war über ein Jahrhundert vor der ersten TX. Pierre Mollaret (1898-1987) und Maurice Goulon (1919 -2008) beschrieben 1959 erstmals unter dem Begriff „Coma depassé“ (jenseits/unterhalb des Komas) einen Zustand, welcher heute dem des Hirntods entsprechen dürfte. Klaus-Peter Jörns schreibt hierzu: „Der Hirntod als Todesdefinition ist eine Erfindung der Intensivmedizin. Er galt ursprünglich als der Zeitpunkt, von dem an ein Mensch dem Sterben überlassen werden darf und muss.“ 139)Es ginge darum, besonders „frische“ Organe zu bekommen k) Bei der HTD ginge es „schließlich darum, besonders 'frische' Organe für Transplantationszwecke zu gewinnen.“ Ca) „Der Begriff 'Hirntod' ist ein Kunstbegriff! Das Wort ist einzig dazu erschaffen worden, um die Organentnahmen von noch lebenden Patienten zu legalisieren und zu enttabuisieren.“ Cb) „... aus einer Leiche lassen sich keine vitalen Organe explantieren.“ Cd) „Der einzige Zweck, einen Patienten lieber als tot denn als sterbend zu bezeichnen, ist, lebensfähige Organe zur Transplantation zu entnehmen.“ ad) „Die Definition des Todes vom Ausfall der Gehirnfunktionen ist eine 'Zweckdefinition zur Organgewinnung'.“ al) „In der Tat wird im Fall einer angestrebten Organtransplantation 'die Hirntod-Diagnostik an einen Zweck gekoppelt, also instrumentalisiert'.“ y) „Das Hirntodkonzept war dann die Grundlage für den Export dieser Theorie in all jene Länder, die sich mit Organtransplantation befasst haben. Sie wurde auch von der Bundesärztekammer und letztlich vom Gesetzgeber übernommen. Obgleich ,der Tod vor dem Tod' ein ganz heftiger Kritikpunkt war während des gesetzgebenden Verfahrens.“ A) „Hirntod ist eine Definition, um dem Sterbenden ungestraft Organe entnehmen zu können.“ ab) „Der Hirntod ist eine pragmatische Feststellung, eine juridische Festlegung, eine Konvention im Dienst der Organtransplantation.“ ac) ruft dazu auf: „Nicht mehr an der wissenschaftlich falschen und tödlichen Konvention des ‚Hirntodes‘ in der Transplantationsmedizin festzuhalten, nur um frische Organe entnehmen zu dürfen.“ af) „Bei einer Podiumsdiskussion in Stuttgart am 9.7.1998 sagte Dr. Hölzer: 'Der Hirntod ist ein Rechfertigungsgrund für die Tat des Explanteurs, sonst wäre die Organentnahme Totschlag nach § 216 StGB' !!“ aw) Das Konzept des Hirntodes diene „einem einzigen Zweck: der Organentnahme für Transplantationen.“ ay) „Tatsache ist, dass der 'Hirntod' nur ein Konstrukt darstellt, um von einem noch nicht Toten dessen Organe zu transplantieren.“ ay) „Weder das Prinzip des Hirntodes, noch das des Herztodes ist im Stande, die Transplantationsmedizin von ihrem fundamentalen Dilemma zu befreien, dass sie nämlich lebenswichtige Organe nur Menschen entnehmen kann, die als tot gelten, aber einen lebenden Körper haben.“ bf) Die Medizin „ beruft sich auf den umstrittenen sog. Hirntod, mit dem der Tod des Menschen vorverlegt wurde, damit ungestraft Organe entnommen werden können.“ bi) „Damit man an 'lebendfrische' Organe kommt, denn solche werden benötigt, wurde der Tod vorverlegt, indem der Hirntod zum Tod der ganzen Person erklärt wurde“ (Seite 99) bi) „Da man Organe meistens nicht auf dem freien Markt kaufen kann, braucht man einen Spender. Da dieser nicht tot sein darf, denn man braucht lebendfrische Organe, muss der Spender eine spezielle Art von Tod nachweisen, den Tod seines Gehirns.“ (Seite 101) bj) „Außer dem speziellen (und paradoxen) Interesse der Transplantationsmedizin, lebende Organe aus toten Menschen haben zu wollen, gibt es sonst kein Interesse daran, die Lebenszeichen 'hirntoter Menschen', diie sich vor und während der Explantation zeigen, nicht als Lebenszeichen anzusehen.“ (Seite 136) bz) „Die Verfechter der Hirntod-Konzeption sind deshalb so hartnäckig, weil sie befürchten, dass das Zugeständnis, dass hirntote Menschen unter Umständen noch nicht tot sind, dazu führen würde, dass eine für viele Patienten segensreiche Therapieform zu Fall gebracht würde.“ Ai) „Aber statt zu diskutieren, inwieweit es ethisch vertretbar ist, sterbenskranken Menschen Organe zu entnehmen und damit letztendlich vom Leben zum Tode zu befördern, ist man dieser Diskussion ausgewichen und hat diese Menschen für tot erklärt.“ Kd) Das „Dilemma, in dem sich die seit vielen Jahrzehnten in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in vielen anderen hochentwickelten Staaten übliche Praxis, unter fragwürdigsten Umständen lebenden Menschen Organe zu entnehmen, um sie in einen anderen Menschen zu transplantieren, befindet, beruht einzig und allein darauf, daß seitens der Wissenschaft das die Transplantationsmedizin rechtfertigende und eigens zu diesem Zweck geschaffene Konzept des Hirntodes inzwischen als vollständig widerlegt gilt.“ Nb) „Weil Organe im Verwesungsprozeß unbrauchbar sind, mußte eine 'neue' Todesdefinition her. Sie sollte erlauben, lebende Menschen für 'tot' zu erklären.“ ba) „Nur für die Brutalität der letalen Organentnahme wird der 'Noch-nicht-Leichnam' vom Gesetzgeber freigegeben.“ Sd) „Diese Konstruktion soll das Paradoxon auflösen, das darin besteht, dass man einerseits einem lebenden Menschen natürlich keine Organe entnehmen darf, die Organe eines Toten aber in der Regel wertlos sind.“ Ta) „Und sie werden nur deshalb für tot erklärt, weil man etwas von ihnen will, nämlich ihre Organe, und nicht, um ihnen zu helfen.“ Ta) „Diese Patienten werden nur deshalb für tot erklärt, weil man ihre Organe will.“ Es ist ein Grund der HTD, möglichst frische Organe für die TX zu bekommen. In gleicher Weise geht es aber auch um Beendigung der Therapie: Wenn der Hirntote aus medizinischen Gründen (z.B. Krebspatient) nicht als Organspender in Frage kommt oder wenn die Zustimmung zur OS fehlt, wird mit dem festgestelltem Hirntod die Therapie beendet und die Geräte abgeschaltet. Hierzu mal konkrete Zahlen: Schätzungsweise sterben in deutschen Intensivstationen jährlich 5.000 Menschen in den Hirntod. Hiervon sind etwas über 1.300 Hirntote Organspender. Bei den übrigen 3.700 Hirntoten wird nach festgestelltem Hirntod die künstliche Beatmung abgeschaltet und der Hirntote in den Herztod sterben gelassen. Damit sind etwa 1/3 der Hirntoten Organspender, bei etwa 2/3 der Hirntoten wird die künstliche Beatmung abgeschaltet. Der Begriff „Organgewinnung“ hat ad) von Johann Friedrich Spittler aus dem Buch „Gehirn, Tod und Menschenbild“ auf Seite 7 übernommen. Die Entnahme der Organe erfolgt nicht „unter fragwürdigsten Umständen“, sondern nach klaren gesetzlichen Bestimmungen mit Zustimmung des Hirntoten bzw. seines gesetzlichen Vertreters. Alles ist offengelegt und für jeden zugänglich. Man darf nicht dem Fehler anheim fallen, die Hirntod-Definition der USA (Hirnstammtod) mit der von Deutschland (Gesamthirntod) gleichzusetzen. Das für Deutschland geltende Hirntod-Konzept ist keinesfalls widerlegt 140)Zwei Zwecke der Hirntod-Definition o) „Es sind vor allem zwei pragmatische (zweckhafte) Ziele, die im Gegensatz zur traditionellen Todesbestimmung im Vordergrund stehen. Zum einen möchte man Angehörige, Patienten, Mediziner und Pflegekräfte nicht mehr die Last eines irreversiblen Komas aufbürden, zum anderen möchte man transplantieren.“ ab) „Das Hirntodkriterium soll aber nicht nur die Organentnahme für Transplantationen ermöglichen, es soll auch bei Sterbenden das Ausschalten von lebenserhaltenden Maschinen rechtfertigen.“ ad) „Spaemann fügte hinzu, beim Hirntodkriterium gehe es nicht mehr um die Erhaltung des Lebens eines Sterbenden, sondern darum, ihn möglichst schnell für tot zu erklären, damit die lebenserhaltenden Maßnahmen nicht mehr fortgeführt werden müssten und damit man lebenswichtige Organe erhalte, um das Leben anderer Menschen durch Transplantation zu retten. Deshalb gehe es hier nicht um die Interessen des Patienten, sondern darum, ihn als Subjekt der eigenen Interessen so bald wie möglich zu eliminieren. Er betont dabei, dass in Deutschland nicht nur Philosophen, sondern auch führende Juristen und Mediziner die Anwendung des Hirntodes als Bestimmung des Todes in Frage stellen. Er zitierte die Aussage eines deutschen Anästhesiten: 'Hirntote Menschen sind nicht tot, sondern sterbend'.“ Damit sind diese Verfasser einer der wenigen, die zur HTD beide Ziele benennen. Meist wird es nur unter dem Ziel der TX genannt. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ lautet ein Sprichwort. - So auch hier: Was ist die Aussage eines Anästhesisten gegen die überwiegende Meinung der Ärzte? 141)Der Hirntod würde den Tod des Gehirns vom Tod anderer Organe zeitlich trennen ab) „Der Hirntod beruht auf dem Faktum, dass das Gehirn vor den anderen Organen des Menschen abstirbt, dass der Tod des Gehirns und der Tod des übrigen Organismus zeitlich stärker differieren können, bis zu Monaten, und dass die Intensivmedizin grundlegende Lebensfunktionen, wie Atmung und Kreislauf künstlich über längere Zeit aufrechterhalten kann.“ Der Hirntod beruht auf dem Faktum, dass das Gehirn vor allen anderen Organen gestorben ist. Es hat jedoch nichts damit zu tun, dass damit das Sterben des Gehirns vom Sterben anderer Organe getrennt werden soll. Schon der natürliche Sterbeprozess trennt der Tod der einzelnen Organe voneinander: Das Gehirn stirbt 8-10 Minuten nach dem Herzstillstand, das Herz ca. 15-30 Minuten16, die Leber ~30-35 Minuten, die Muskulatur 2-8 Stunden und die Hornhaut des Auges nach über 3 Tagen. 142)HTD sei dazu da, um das juristische Tötungsverbot zu unterlaufen ad) Der „Hirntod diene eindeutig dazu, das juristische Tötungsverbot zu unterlaufen, wobei zu bemerken ist, dass dieses Feststellung nicht einen gewissen Zynismus entbehrt.“ Kb) verweist auf Roberto Rotondo, der behauptet, das Hirntod-Konzept sei dazu entwickelt worden, die Mediziner vor der Anklage zu schützen, „in dieser oder jener Klinik seien einem lebenden Menschen sämtliche funktionsfähigen Organe entnommen worden, wodurch dieser natürlich ums Leben gekommen sei, mit juristischen Sanktionen zu rechnen hätten.“ Na) „In den letzten Jahrzehnten hat man eine Hirntoddefinition eingeführt, um Organentnahmen an lebenden Patienten legitimieren zu können.“ Wie kann man einen Toten töten? Wie tot soll ein Mensch noch gemacht werden, dessen Trennung von Körper und Geist bereits vollzogen ist? Wenn Hirntote lebende Patienten sind, dann mögen diese Verfasser Hirntote therapieren. Sie würden damit rasch den Nobelpreis bekommen. 143)Die HTD sei dazu da, um Organmangel als soziales Problem zu definieren Me) über die Definition des Hirntods: „Damit wird die Durchsetzung einer Deutung betrieben, die Organmangel als soziales Problem und individuelles Defizit definiert, ...“ Bei der HTD geht es zunächst mal um Beendigung einer sinnlosen Therapie (80%), nebenbei um OS (20%). Der Organmangel ist eine Folge dessen, dass es zu viele schwer kranke Menschen gibt, aber zu wenig Organe. 144)Der Hirntod markiere den frühesten Zeitpunkt zur OS Mf) „Die Hirntodfeststellung markiert lediglich einen juristischen Zeitpunkt, zu dem frühestens eine Organentnahme durchgeführt werden kann, ohne den Vorwurf einer 'Tötung' auf sich zu ziehen.“ Die HTD wird In rund 80% der Fälle für die Beendigung einer sinnlosen Therapie verwendet, nur in 20% für die OS. 145)Vielleicht können sie sich nur nicht bewegen Bm) „ Vielleicht können sie sich nur nicht bemerkbar machen?“ Vielleicht? - Wo bleibt der Beweis? - Um sich bemerkbar machen zu können, bedarf es Bewusstsein. Dieses ist jedoch bei Hirntoten erloschen. 146)o

Zweifel am Hirntod

147)Wer definiert denn den Tod? Eb) „Wer definiert denn überhaupt, wann ein Mensch wirklich tot ist?“ In den meisten Staaten definieren Ärzte, wann ein Mensch tot ist. Sie definieren dies, da sie die Fachleute hierfür sind, nicht Politiker, Journalisten, ... - Wenn zu Hause der Wasserhahn tropft, wollen wir auch einen Installateur und keinen Zimmermann, Fliesenleger oder Dachdecker. 148)Der Hirntod sei nicht der Tod des Menschen bt) und Bf) zitieren Joachim Kardinal Meissner mit den 1996 geäußerten Worten: „„Die Identifikation des Hirntods mit dem Tod des Menschen ist aus christlicher Sicht beim derzeitigen Stand der Debatte nicht mehr vertretbar. Der Mensch darf nicht auf seine Hirnfunktion reduziert werden. Weder kann man sagen, der Hirntod bedeutet den Tod, noch ist er ein Todeszeichen. Er ist auch kein Todeszeitpunkt.“ Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. Er ist ein sicheres Todeszeichen. Die HTD besagt, dass der Hirntod vorliegt, nicht wann er eingetreten ist. 149)Organspender könnten versehentlich für tot erklärt werden b) „Die Horrorvision, versehentlich für tot erklärt und als Organspender ausgenommen zu werden, ist weiter verbreitet, als es Gesundheitspolitikern und Transplantationsärzten lieb sein kann.“ Die HTD nach den Richtlinien der [[BÄK]] ist sicher. Zwei voneinander unabhängige, auf diesem Gebiet erfahrene Ärzte müssen zum gemeinsamen Urteil „hirntot“ kommen. Damit ist ein Irrtum völlig ausgeschlossen. In dieser Diskussion nie genannt ist das gesamte Personal der Intensivstation, auf dem der Hirntote liegt. Sie kennen den Patienten seit seiner Einlieferung. Sie wissen auch, wie es um ihn steht. Sie wissen auch, dass er zur OS ansteht. Wenn da wirklich gemauschelt werden sollte, so müssen zu den beiden unabhängigen Ärzten auch noch das gesamte Personal (von drei Schichten!) einer Intensivstation mit eingeschlossen werden. Dies ist völlig unmöglich. Dass diese Unsicherheiten bei den Menschen auftreten, rührt vor allem von den Gegnern der HTD und der OS. Sie behaupten immer wieder, dass Hirntote nicht tot seien oder „versehentlich für tot erklärt“ worden seien. 150)Misstrauen gegenüber der Hirntoddiagnostik b) „Die neurologische Fachgesellschaft der USA mahnte gerade an, dass die Kriterien für die Feststellung des Hirntodes nicht wissenschaftlich untermauert seien. Beispielsweise seien die (auch in Deutschland) vorgeschriebenen Wartezeiten zwischen der ersten und zweiten neurologischen Untersuchung nur grobe Erfahrungswerte und nicht zuverlässig. Kritisiert wird auch, dass apparative Zusatzuntersuchungen, wie die Messungen der elektrischen Aktivität und der Durchblutung des Gehirns, nicht zum obligatorischen Standard gehören. Unter Umständen könnten neurologisch unerfahrene Ärzte deshalb einen Komapatienten für tot erklären, obwohl seine Hirnrinde noch bei Bewusstsein ist.“ Gc) „Gerade in den USA gegenwärtig umstritten ist der Hirntod.“ Cf) „Er gilt seit 1968 als sicheres Todeszeichen, obwohl es sich dabei lediglich um eine interessengeleitete Vereinbarung bar jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis handelt.“ Me) „Denn diese Rhetorik beruht hinsichtlich der postmortalen Organentnahme auf der unterstellten Akzeptanz der im geltenden Transplantationsgesetz fixierten Gleichsetzung des Hirntod-Kriteriums mit dem Tod des Menschen, die bereits in den 1990ern strittig war und mittlerweile erneut eine umfassende Infragestellung erfährt.“ Die USA hat den Hirnstammtod als Hirntod definiert, Deutschland hingegen als Gesamthirntod. Daher ist es in den USA durchaus sinnvoll, ein EEG zu machen, um zu prüfen, ob auch die Großhirnrinde tot ist oder ob der Patient noch Bewusstsein hat. Wenn die Richtlinien in den USA den Hirntod mit Hirnstammtod definieren, dann soll man bitte diese kritisieren. Die [[BÄK]] schreibt in ihrer Richtlinie für die HTD eindeutige Zeiten zwischen den beiden neurologischen Untersuchungen vor, auch dass diese von zwei, voneinander unabhängigen, auf dem Gebiet erfahrenen Ärzten vorgenommen werden müssen. Es ist keine Rethorik, sondern ein Faktum. Die unterstellte Akzeptanz sind in Deutschland über 98% der Ärzte, da kann man nicht von „unterstellt“ schreiben. Die Debatte um den Hirntod wird aus den USA importiert, weil man gegen die deutsche Definition des Hirntods keine gewichtigen Gründe vorbringen kann. Es stellt sich hierbei die Frage:Irrte b) durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds, oder wollte b) durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds bewusst irreführen? 151)Neue Studien: Hirntod sei nicht tot c) „Der Hirntod, so heißt es dort, könne nicht mehr mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt werden. Sollte sich diese Erkenntnis als richtig erweisen, müssen die medizinischen und juristischen Voraussetzungen der Transplantationsmedizin nicht nur in Deutschland neu geregelt werden.“ d) zitiert Dieter Birnbacher: „Wir müssen anerkennen, dass hirntote Menschen eben noch nicht tot sind, dass wir sie aber dennoch als Organspender heranziehen können.“ cb) „ Die Zweifel an der Hirntodkonzeption verstärken sich bei vielen Fachleuten aufgrund der Beobachtungen, dass auch bei hirntoten Menschen Herzschlag wahrnehmbar sei, die Fähigkeiten zu Ausscheidung und Temperaturregulierung erhalten bleiben, Schwangerschaften ausgetragen werden und der Abstand zwischen Hirntod und Eintritt des Herzstillstands Wochen bis mehrere Jahre betragen kann“. Cb) „Da in der internationalen medizinischen Fachliteratur der 'Hirntod als Tod des Menschen' zunehmend in Frage gestellt wird, ist es unerlässlich, die Bürger wahrheitsgemäß, auch in einer für den medizinischen Laien verständlichen Form über Hirntoddiagnostik, Spenderkonditionierung und Organentnahme aufzuklären.“ Mb) „Mein Widerstreben ist aber doch mehr als eine Gefühlssache. Auch kenntnisreiche Ärzte haben gegen die Definition des Hirntodes ernsthafte Bedenken, auch sie wissen, dass die Organentnahme ein Eingriff in den Sterbeprozess ist. Und auch kluge Philosophen warnen davor, dass wir das Menschsein auf die Hirnfunktionen reduzieren.“ Im TPG heißt es im § 3 ganz eindeutig, dass bei einer Totspende Organe nur dann entnommen werden, wenn „der Tod des Organ- oder Gewebespenders nach Regeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist“. Dass dem so ist, hat die [[BÄK]] als bundesweite Fachorganisation der Ärzte sicherzustellen. Daher erließ sie auch die Richtlinien für die HTD. Doch noch wurde diese „Erkenntnis“ noch nicht bewiesen. Noch haben wir keine neue Definition für den Tod. Daher müssen wir noch mit dem arbeiten und leben, was wir haben. Wenn etwas Neues vorliegt und allgemein anerkannt ist, kann auf dieses Neue umgestiegen werden. Doch diese neuen Erkenntnisse fehlen. Die im Sommer 2013 von cb) vorgetragenen Punkte sind seit Jahrzehnten bekannt. Dies zeigt, wie aktuell die Partei der Linken ist. 152)Aus Zeitgründen könne man nicht auf Einzelheiten eingehen Ai) „ Gerade in den letzten zwei Jahren mehren sich die Veröffentlichungen, die eindeutig darlegen, dass der Hirntod nicht der Tod des Menschen ist. Hierauf konnte ich in der Kürze der Zeit nicht eingehen.“ So drückt man sich aus, wenn man nichts Handfestes vorweisen kann. 153)Hirntote haben noch aktives ZNS e) „Ist die Funktion des Hirnstamms erloschen, so gilt der Mensch als tot, auch wenn andere Teile des zentralen Nervensystems noch aktiv sind.“ Der Hinweis auf Erlischen der Funktion des Hirnstamms verweist auf USA und England. Dort gilt jemand als hirntot, wenn der Hirnstamm abgestorben ist. In Deutschland muss dazu noch Großhirn und Kleinhirn tot sein, um als hirntot zu gelten. Damit bleibt nach deutscher Definition des Hirntods nur noch das Rückenmark als Nervensystem. 154)Hirntote haben neurologische Reaktionen i) „Die Hirntoddefinition erfordert den kompletten Ausfall aller Funktionen des gesamten Gehirns, dennoch bleiben bei vielen dieser Patienten wesentliche neurologische Funktionen erhalten.“ Richtig, das gesamte Rückenmark funktioniert noch. Doch was wollen wir Menschen nur allein mit dem Rückenmark? - Man wird bei dieser Fragestellung an Albert Einstein (1879-1955) erinnert, der sagte: „Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.“ Diese neurologischen Reaktionen können nicht als bewusste Bewegungen angesehen werden, da mit dem Hirntod das Bewusstsein erloschen ist. 155)Über den Verlust der Gehirnfunktionen m) „Die völlige Zerstörung des gesamten Gehirns schließt den irreversiblen Verlust jeder Art von Gehirnfunktion ein, aber nicht den Verlust des Lebens.“ Leben einer jeden Zelle – auch der Gehirnzelle – zeichnet sich durch Stoffwechsel aus. Findet kein Stoffwechsel in der Zelle statt, ist diese Zelle tot. Dies lässt sich mit apparativer Diagnostik eindeutig beweisen. 156)Über dauerhafte synaptische Barrieren m) „Es gibt keinen einleuchtenden Widerspruch zu der Annahme, das dauerhafte synaptische Barrieren existieren können, dauerhafte Giftstoffe oder andere Mechanismen, die zwar jede Hirnfunktion blockieren, aber die neuronale Struktur des Gehirns unangetastet lassen.“ Diese Aussagen sind nur für neurologische Untersuchungen relevant. Auch Neuronen sind Nervenzellen. Als Zellen benötigen sie zum Leben Stoffwechsel. Wenn kein Stoffwechsel vorliegt, ist die Zelle tot, auch das Neuron. Ob Stoffwechsel vorhanden ist, kann durch apparative Diagnostik eindeutig bewiesen werden. Man muss eben als fachkundiger Arzt bei dem Verdacht einer Vergiftung nicht mit einem EEG versuchen eine HTD durchzuführen, sondern mit einem Szintigramm. Dies zeichnet eben einen guten Arzt aus. (siehe 18)) Es kommt darauf an, dass man mit dem richtigen Messmittel an die Sache geht. - Eine Hausfrau wiegt den Stoff für ein neues Kleid auch nicht mit der Küchenwaage ab oder bemisst die Menge Mehl für den Kuchen mit dem Bandmaß. 157)„Nichtfunktionieren ist nicht das Gleiche wie Zerstörung“ m) „Nichtfunktionieren ist nicht das Gleiche wie Zerstörung.“´ Dies stimmt bedingt. - Wenn der Anlasser des Autos defekt ist, funktioniert das Auto nicht. Wenn ein Panzer über das Auto gefahren ist, funktioniert das Auto auch nicht. Wenn eine lebende Gehirnzelle nur nicht funktioniert, so weist sie noch immer Stoffwechsel auf. Wenn eine nicht funktionierende Gehirnzelle keinen Stoffwechsel aufweist, ist sie tot. Ob Stoffwechsel in Gehirnzellen vorliegt, lässt sich durch ein Szintigramm eindeutig belegen. Liegt kein Stoffwechsel vor, so ist nicht die Funktion gestört, sondern dann ist die Zelle tot. 158)Bundesärztekammer wüsste, dass Hirntote leben n) „Das Problem der Bundesärztekammer ist, daß mit einer verpflichtenden Erklärung zur Narkose bestätigt würde, daß es sich bei ‚Hirntoten‘ um noch lebende Menschen handelt, die während der Organentnahme Schmerzen erleiden könnten.“ Wo soll denn bei einem Hirntoten bei totem Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm der Schmerz wahrgenommen werden? - Daher ist die [[BÄK]] der Überzeugung, dass Hirntote als Tote keinen Schmerz verspüren. Sie lehnen aus diesem Grund die Sedierung des Organspenders während der Organentnahme daher ab. Außerdem fehlt die Quellenangabe, dass die [[BÄK]] wüsste, dass hirntote noch „lebende Menschen“ seien. Diese Quelle gibt es nicht, weil diese Unterstellung keine Haltung der [[BÄK]] ist. - Ein Professor der [[BÄK]] ist nicht die [[BÄK]]. 159)Bei Organentnahme kann es zu Zuckungen kommen n) „Beim Eindringen der kalten Flüssigkeit, die das Blut ausschwemmen soll, in den noch ‚lebenden‘ Körper kann es erneut zu Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg oder auch Zuckungen kommen.“ Da das ZNS noch intakt ist, kann es zu Zuckungen kommen. Das ist jedoch keine bewusste Reaktion gegen den Eingriff. Es sei an der Stelle darauf hingewiesen: Alle Patienten, an denen eine große Operation durchgeführt wird, werden festgeschnallt, damit es zu keinen vom ZNS ausgelösten ungewollten Bewegungen kommt. Das Anschnallen vor einer großen Operation ist somit Routine, wie das Anschnallen vor der Autofahrt. 160)Irreversibel ist keine Diagnose n) „Doch es gibt keine zeitliche oder technologische Konstante, die Irreversibilität definiert. 'Irreversibel' ist nämlich keine Diagnose, sondern eine Prognose.“ az) „Irreversibilität ist eine Prognose und nicht eine medizinisch feststellbare Tatsache.“ In Wikipedia heißt es zur Irreversibilität: „Irreversibilität (lat. Irreversum) bedeutet Nichtumkehrbarkeit bzw. Unumkehrbarkeit. ... In der Medizin werden nicht wieder heilbare Schäden durch Krankheit, Vergiftung oder Verletzungen als irreversibel bezeichnet.“ Was irreversibel bedeutet, sei an einem Artilleriegeschütz aufgezeigt: Das im Ersten Weltkrieg eingesetzte Paris-Geschütz hatte eine Reichweite von 130 km. Das Geschoss benötigte hierfür eine Flugzeit von drei Minuten. War das Geschoss erst mal abgefeuert, konnte es nicht mehr aufgehalten werden. Es war unumkehrbar. Daran änderten auch die drei Minuten Flugzeit nichts. Der Einschlag der Granate erfolgte unweigerlich. - So auch beim Hirntoten. Auch dieser Hirnschaden ist irreversibel. Wenn n) die Irreversibilität beim Menschen untersuchen will, der darf es gerne: Er möge sich mal alle die komatösen Patienten ansehen, deren Eigenatmung ausgefallen ist (Apnoe-Test) und die noch diffuse Hirnströme aufweisen, beides nach 12 bzw. 72 Stunden noch immer. Von diesen Patienten ist noch keiner zurückgekehrt. Urteilen Sie selbst, ob beim Hirntod „irreversibel“ eine Diagnose oder eine Prognose ist. 161)HTD sei eine Prognose, keine Diagnose bt) zitiert Wolfgang Waldstein mit den Worten: „Denn die Hirntod-Diagnose ist, wie hervorragende Wissenschaftler bei dem Kongress am 3. Und 4. Februar 2005 bei der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften festgestellt haben, nicht eine 'Diagnose' sondern eine 'Prognose', die immer falsch oder richtig sein kann.“ HTD ist keine Prognose (Vorwissen, Vorhersage, Voraussage), sondern eine Diagnose. Die Gehirnzellen können nur abgestorben sein (kein anderer Zustand möglich), wenn 1.das Gehirn nicht durchblutet wird (bewiesen durch Angiographie bzw. Sonographie) 2.das Gehirn keinen Stoffwechsel aufzeigt (bewiesen durch Szintigraphie) 162)Ist jemand tot, wenn noch Leben in ihm pulsiert? r) „Darf man ihn für tot erklären, wenn noch Leben in ihm pulsiert? Ist sein Körper schon ein Leichnam, wenn das Gehirn seine Funktion nicht mehr voll erfüllt?“ - Es wird als „dumme Fragen" abgetan, denn es sei „absurd, einen noch Lebenden für tot zu erklären". So seine weitere Erklärung. Was r) versucht, das ist das Gegenteil. r) versucht einen Toten als Lebenden darzustellen. Damit lebte das Huhn von Alexis Carrel über 27 Jahre. 163)Hirntote würden noch atmen r) „Das heißt: dieser Mensch atmet noch, sein Herz schlägt, der Blutkreislauf versorgt weiterhin die Organe.“ r) „Kreislauf, Herz und Atmungstätigkeit (ob mit oder ohne unterstützende Maschinen) werden als Lebenskriterien den Hirnaktivitäten argumentativ untergeordnet.“ Jeder Hirntote wird künstlich beatmet, denn wenn er keine künstliche Beatmung braucht, kann er kein Hirntoter sein. Um atmen zu können, bedarf es des Impulses vom Hirnstamm. Ist jedoch der Hirnstamm abgestorben, kann dieser Impuls nicht erfolgen. D.h. dieser Mensch wird nie wieder selbständig atmen. Bei einem Hirntoten ist dies der Fall. 164)Hirntod sei nicht feststellbar A) „Der vollständige Ausfall aller Gehirnfunktionen - 'Hirntod' - ist nicht feststellbar.“ ak) „Der Ausfall der gesamten Hirnfunktionen kann mit den heute angewandten Verfahren nicht zweifelsfrei festgestellt werden.“ ay) „Genauso wenig wie man den Verstand gesichert sehen kann, genauso wenig ist der „Hirntod“ gesichert und endgültig festzustellen.“ Der Hirntod lässt sich zweifelsfrei feststellen. Hierzu stellt die [[BÄK]] verschiedene Verfahren zur Auswahl. Sie entsprechen auch den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, nicht so in den USA und England. 165)Hirntote müssen gepflegt werden A) „Hirntote müssen ernährt, gepflegt, überwacht, getestet und mit Medikamenten versorgt werden.“ Dies stimmt nur für diese Fälle und damit zeitlich begrenzt: 1.Wenn der Hirntote Organspender ist. Dann bleiben die Geräte bis zur Organentnahme eingeschaltet. 2.Wenn die Hirntote schwanger ist. Dann wird versucht, das Leben des ungeborenen Kindes zu retten. Ansonsten wird kein Hirntoter nach festgestelltem Hirntod weiter ernährt, gepflegt, überwacht und mit Medikamenten versorgt, sondern es werden die Geräte abgeschaltet. 166)Hirntote werden notfalls wiederbelebt A) „Notfalls werden sie wiederbelebt!“ Siehe Punkt 86) – Hirntote müssen gepflegt werden. Umgangssprachlich wird zwar von „Wiederbelebung“ gesprochen, hier jedoch ist es eine Verdrehung der Tatsachen. Diese „Wiederbelebung“ bemüht sich darum, den natürlichen Herzschlag wieder herzustellen. Von „Leben“ kann hier keine Rede sein. 167)Hirntote können auf Reize reagieren A) „Hirntote können Reaktionen auf äußere Reize zeigen. Bewegungen der Arme und Beine sind möglich.“ Die genannten Bewegungen der Arme und Beine sind keine Reaktionen auf äußere Reize. - Hier sei an das enthauptete Huhn erinnert, das ziellos umher rennt. 168)Traumatisches Erlebnis einer Krankenschwester in den 80er Jahren 169)Bm) „Zum ersten Male sah ich so etwas Mitte der achtziger Jahre bei einem Patienten, der hirntot auf unserer Station lag. Als ich ihn im Beisein einer Schwesternschülerin versorgte, tat der Patient etwas, was er eigentlich nach medizinischem und menschlichem Ermessen gar nicht mehr hätte tun können: Er nahm langsam seine Arme hoch und legte mir beide Hände auf meine Schultern! Dort blieben sie eine kurze Zeit liegen, dann rutschten sie langsam seitlich wieder herunter. Ich war so erschrocken, dass ich laut losgeschrien habe. Wäre nicht die Schülerin Zeugin diese Vorgangs gewesen - ich hätte ihn mir selbst nicht geglaubt! Als Ursache vermutete man später irgendwelche Reflexe. Das konnte nicht stimmen, denn langsame und gezielte Bewegungen beider Arme können keine Reflexe sein. ... Während meiner vielen Jahre auf Intensivstationen sah ich es mehrfach. ... Seitdem ich diese Menschen selber versorgt habe, glaube ich weder an den Hirntod noch an seine Definition. Ich glaube meinen Augen, meinen Händen und meinem Gespür. Hirntote Patienten sind für mich bewusstlose Menschen wie andere Komapatienten auch.“ Das rechte Verständnis über Hirntod macht deutlich, dass auch diese Bewegungen keine gezielte Bewegungen waren, auch wenn sie uns als solches erscheinen.17 170)Dass Hirntote Tote sind, sei Unwahrheit ab) „Wenn Weihbischof Losinger von Augsburg im Kölner Domradio am 25. November 2011 als 'Experte' behauptet, der Hirntod sei der Tod des Menschen, kann ich das nur als leichtfertig bezeichnen. Da tritt im Grunde die Politik an die Stelle der Wahrheit.“ Wollte ab) als Experte in das Kölner Domradio? 171)Hirntod sei nicht der Tod des ganzen Menschen ac) „Wissenschaftliche Erkenntnisse haben das heutige 'Hirntodkonzept' in medizinischer und theologischer Hinsicht als falsch entlarvt. Daher resultiert: Der 'Hirntod' ist nicht der Tod des ganzen Menschen.“ al) „Aber ist der Hirntod wirklich der Tod des ganzen Menschen, leiblich und geistig gesehen? Diese Frage ist aus ethischer Sicht sehr wichtig.“ Diese von ac) genannte wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es nur für die Länder mit der Definition des Hirnstammtods, wie z.B. USA und England. Der Hirntod in Deutschland ist der Gesamthirntod und entspricht damit der vollständigen Trennung von Körper und Geist und damit auch der Tod des ganzen Menschen. Hirntod ist der Tod des ganzen Menschen, da mit dem Hirntod das Bewusstsein, die Wahrnehmung und alle lebenswichtigen Reflexen erloschen ist. 172)Todesdefinition muss sich an physischen Existenzen orientieren ai) zitiert Ralph Weber: „Eine Todesdefinition, die sich nicht an der physischen Existenz orientiert, sondern dem Menschen aufgrund des Fehlens bestimmter kognitiver Fähigkeiten das Recht ..., auf sein Leben abspricht, ist schon deshalb mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG nicht vereinbar.“ Wo bei der HTD nur neurologische Tests durchgeführt werden, erfolgen diese auf der Grundlage von medizin-wissenschaftlichem Forschen. Alle apparative Formen der HTD beruhen auf der Basis von Physik. - Somit orientiert sich die HTD sehr wohl an der physikalischen Existenz bzw. Nicht-Existenz. Alle neurologischen Untersuchungen beruhen auf Forschungsergebnissen, dass bestimmte Areale des Gehirns nicht mehr funktionieren, wenn diese z.T. lebenswichtigen Reflexe dauerhaft ausgefallen sind. 173)War der Organspender wirklich tot? ai) zitiert den Amerikaner Paul A. Byrne in eigener Übersetzung mit den Worten: „War er wirklich tot? Darf man, wenn der Tod nicht ganz sicher feststeht, etwas tun, was den Tod zufügt? Wer vergießt Tränen für die Opfer der utilitaristischen Euthanasie?“ Jede PV verfügt, dass der Sterbeprozess nicht unnötig hinausgezögert wird. Durch welche unterlassene Maßnahmen, das ist Inhalt der PV. Der Unterzeichnende hat dem bewusst zugestimmt. - Liegt keine PV vor, entscheidet ein vom Amtsgericht eingesetzter gesetzlicher Vertreter. Bei der OS ist es ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass der Hirntote tot ist. Es stellt sich hierbei die Frage: Irrte ai) durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds, oder wollte ai) durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds bewusst irreführen? 174)Gehirnschädigung sei vermutlich irreversibel as) „Ein Hirntoter ist nach allgemeiner Definition ein Mensch mit einer starken Gehirnschädigung. Und diese ist vermutlich irreversibel.“ Abgestorbene Gehirnzellen regenerieren sich nicht wieder, sondern lösen sich nach etwa 7 Tagen auf. Dies ist mehr als „vermutlich irreversiebel“. 175)Gehirnforscher und andere Wissenschaftler hätten festgestellt, dass ... bn) „ Auch Gehirnforscher und andere Wissenschaftler stellten fest, dass die Gleichsetzung von Hirntod und Tod aus physiologischer Sicht unhaltbar sei und veröffentlichten 1995 eine Erklärung für ein verfassungsgemäßes Transplantationsgesetz und gegen die Gleichsetzung hirntoter Patienten mit Leichen.“ Die in der Fußnote angegebenen „Quellen“ sind meist Sekundärliteratur, aber kein Hinweis auf die angeblichen Forschungsergebnisse selbst. Die angegebenen „Gehirnforscher und andere Wissenschaftler“ stellen eine kleine Minderheit dar und geben nicht die allgemeine Lehrmeinung der Medizin wieder. 176)Es gäbe auch anderslautende Studien Nd) „In Sachen Hirntod-Theorie wird zwar zugegeben, daß es auch anderslautende Studien gäbe.“ Nb) „Aber nur wenige sind Experten in der Erforschung der Hirnvorgänge und des Todeszeitpunkts des Menschen. Doch gerade diese Gruppe von Wissenschaftlern zieht die Hirntod-Theorie in Zweifel.“ Es gibt keine anderslautende Studien, sondern nur anderslautende Meinungen. Die genannten Studien beziehen sich auf den Hirnstammtod, nicht auf den in Deutschland geforderten Gesamthirntod. 177)Im Medizinbetrieb würde manipuliert Sd) „Ein Medizinbetrieb, der auf der Empfängerseite manipuliert, manipuliert natürlich auch auf der Spenderseite. Und das ist häufig gleichbedeutend mit glattem Mord. Denn entweder wird beim »Hirntod« ein wenig nachgeholfen. Oder ein Mensch, der in Wirklichkeit gar nicht 'hirntot' ist, wird zur Tötung durch Organentnahme freigegeben.“ Dies ist eine haltlose Unterstellung. 178)Das TPG hätte der [[BÄK]] die Definition des Todes überlassen bn) „Laut deutschem Transplantationsgesetz (TPG) dürfen lebenswichtige Organe nur von Toten entnommen werden. Wie der Philosoph Ralf Stoecker bemerkt, ist die entscheidende Frage unbeantwortet geblieben, nämlich ob hirntote Menschen auch tatsächlich tot sind. Kaschiert worden sei dieser Umstand dadurch, dass die Bundesärztekammer die Deutungshoheit an sich gezogen und konstatiert habe, dass 'mit dem Hirntod naturwissenschaftlich-medizinisch der Tod des Menschen festgestellt' sei.“ Bm) „Die Bundesärztekammer (übrigens keine echte Kammer, sondern ein nicht eingetragener Verein ohne Rechtsfähigkeit, der eigentlich die Ärzte berufspolitisch vertritt) definierte den Hirntod als Zustand der unumkehrbar erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms.“ Nach – auch von bn) genannten - § 3 TPG ist die Organentnahme verboten, wenn „ nicht vor der Entnahme bei dem Organ- oder Gewebespender der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach Verfahrensregeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist.“ Das hat der Gesetzgeber klar vorgegeben. Damit ist klar beschrieben, dass der Hirntod der Tod des Menschen ist. - Für die Menschen, die zu dieser Schlussfolgerung nicht fähig sind, sollte der Gesetzgeber den Hirntod als Tod des Menschen in das BGB aufnehmen. Damit wäre es auch für diese Menschen klar. 179)Der Hirntod ist ein Zwischenstadium zum vollständigen Tod Mi) „Der Hirntod ist wohl ein Zwischenstadium vor dem endgültigen und vollständigen Tod. Unser Einwand: auf dem Organspendeausweis wird die Diagnose Hirntod überhaupt nicht angesprochen. Es heißt lapidar 'nach meinem Tod'. Der Herztod ist auch ein Zwischenstadium zum endgültigen und vollständigen Tod, ebenso die Leichenstarre und Totenflecken. Der Darm arbeitet noch zu diesem Zeitpunkt und die Hornhaut des Auges weist noch tagelang Stoffwechsel auf. 180)Das Gehirn ist nicht der alleinige Integrator aller Körperfunktionen Ms) „Dies alles zeigt, dass das Gehirn nicht, wie bisher angenommen, der alleinige Integrator aller Körperfunktionen ist.“ Ms) „Denn das Gehirn wird hier als organische Grundlage der Personalität wie auch als Integrations- und Steuerungszentrale des Körpers wahrgenommen, das Organ Gehirn erhält oberste Priorität gegenüber allen anderen Organen.“ Wer das Gehirn als „alleinigen Integrator aller Körperfunktionen“ oder als „Integrations- und Steuerungszentrale des Körpers“ ansieht, hat im Medizinstudium einige Stunden Vorlesung verschlafen. - Für die reinen Körperfunktionen ist das Gehirn nur für einige Reflexe zuständig, wie z.B. Atmung und Schlucken. Es ist hingegen für keines der von Ms) oben aufgeführten Beispiele verantwortlich. 181)Weltweit wachse der Zweifel am Hirntod Bm) „Weltweit jedoch wachsen die Zweifel an der Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod eines Menschen. Viele seriöse Wissenschaftler halten ihn lediglich für eine Grauzone zwischen Leben und Tod, aber nicht für den Tod selbst. Der Bostoner Medizinethiker Robert Truog spricht von einer 'gesetzlichen Fiktion, die Individuen behandelt, als wären sie tot, obwohl sie lebendig sind oder man jedenfalls nicht weiß, ob sie tot sind.'“ Dieses „weltweit“ begrenzt sich auf Ländern, in denen der Hirnstammtod gilt. Dort ist die Kritik von Robert Troug berechtigt. In D/A/CH gilt jedoch der Gesamthirntod. 182)Bewusstsein lässt sich nicht messen Bm) „Selbst wenn ein EEG geschrieben wurde und das eine Nulllinie zeigt, heißt das noch lange nicht, dass auch das Bewusstsein nicht mehr existiert. Wir vermuten es zwar, wissen es aber nicht mit 100%iger Sicherheit. Warum? Weil die Wissenschaft Bewusstsein nicht messen oder nachweisen kann und wir demzufolge den Moment nicht erkennen können, wann das Bewusstsein stirbt oder den Körper verlässt!“ Bewusstsein ist eindeutig mit dem Gehirn verknüpft. Bereits René Descartes (1596-1650) machte das Gehirn als Sitz des Geistes und des Denkens aus. - Wenn jedoch das Gehirn abgestorben ist, ist die biologische Grundlage für Wahrnehmung und Bewusstsein erloschen. Die Medizin kann zwar den exakten Zeitpunkt nicht benenne, aber sie kann eindeutig gelegen, dass dieser Zustand vorhanden ist.

Koma-Patient und Hirntote

183)Apalliker hätten halb so große Hirnstoffwechselaktivität wie Gesunde c) „Bei Apallikern konnte so eine zumindest halb so große Hirnstoffwechselaktivität wie bei gesunden Patienten nachgewiesen werden.“ Apalliker sind keine Hirntote. Darauf gilt es als erstes hinzuweisen. Und wenn sie nur 10% Stoffwechselaktivität hätten, so sind sie noch immer keine Hirntote. Hirntot bedeutet, dass keine nennenswerte Hirnstoffwechselaktivität vorliegt. 184)Komatöser Patient würde zum Leichnam o) „Denn wenn der Tod neu definiert worden ist und die entsprechenden Formalitäten erfüllt sind, ist der komatöse Patient plötzlich – und zwar durch Unterschriften – kein Patient mehr, sondern ein Leichnam.“ o) „Komatöse Patienten, die kraft Definition als tot gelten, gelten nun ebenfalls definitiv nicht mehr als Patienten, sondern als Leichname, mit denen all das angestellt wird, was als erlaubt gilt und wozu das Forschungs- oder Transplantationsinteresse drängt.“ r) „'Tot sein' wird gleichgesetzt mit 'Hirntod'. Diese Definition ermöglicht die (juristische) Rechtfertigung, z.B. einem im Koma liegenden Menschen Organe herauszuschneiden.“ ab) „Durch das Hirntodkriterium soll die Entnahme lebensfrischer vitaler Organe aus irreversibel komatösen Patienten gerechtfertigt werden.“ In Deutschland muss für eine Totspende der Organspender gemäß TPG hirntot sein. Koma ist nicht hirntot, auch kein tiefes Koma. Wenn per Gesetz – dies ist wohl mit den „Unterschriften“ gemeint – in Deutschland etwas anderes Gültigkeit bekommen sollte, gilt dies. Momentan ist jedoch nur von den Kritikern der HTD zu diesem Thema was zu hören, nicht von staatlicher Seite. Es ist somit reine Panikmache. Wenn damit auf die nationalen Unterschiede der Definition des Hirntods hingewiesen werden sollte, dann wäre es besser, diese deutlich anzusprechen: Was in Deutschland noch als komatöser Patient bezeichnet wird, kann u.U. in den USA und England durch die andere Definition von Hirntod bereits als hirntot eingestuft werden. 185)Die Suche nach dem Hirntod o) „Warum soll denn eigentlich der komatöse Patient, dessen Herz- und Atmungstätigkeit künstlich unterstützt werden, kein Leben mehr haben, also tot sein? Nur darum, weil die aus keineswegs abgesicherter Fachliteratur eruierbaren Kriterien für den Eintritt des Hirntods als gegeben erscheinen?“ Die fehlende Sachkenntnis ist beschämend: 1.Ein Hirntoter ist kein komatöser Patient. Zwischen ihnen gibt es den wesentlichen Unterschied, dass Hirntote keine Hirntätigkeit aufweisen, komatöse Patienten hingegen sehr wohl. 2.Ein Hirntoter braucht keine künstliche Unterstützung der Herztätigkeit. 3.Die HTD stellt nicht den Eintritt des Hirntodes fest, sondern dessen Istzustand. Niemand vermag genau zu sagen, wie lange dieser Zustand schon existierte. Dies ist sekundär. Entscheidend ist die Frage, ob der Patient jetzt hirntot ist oder nicht. Einzige Erklärung hierfür: o) übernahm Kritik aus den USA oder England, wo ein Patient, der durch die nationalen Unterschiede in der Definition des Hirntods schon als hirntot gilt, während er in Deutschland noch als komatös eingestuft werden kann. - Dies entschuldigt o) jedoch nicht. Er möge sich erst mal über diese nationalen Unterschiede und deren Bedeutung kundig machen, bevor er wieder als Fachmann für TX auftritt. 186)Locked-in-Syndrom ohne Bewusstsein sei hirntot g) „Aber sofern unter anderem die Hirnrinde (Kortex) noch funktioniert, kann der Patient noch bei Bewusstsein sein; dieser Zustand wird als Locked-in-Syndrom bezeichnet. Wenn in diesem Zustand außerdem das Bewusstsein fehlt und dieses Fehlen als dauerhaft eingeschätzt wird, wird angenommen, dass der Patient hirntot ist.“ Richtig: Es „wird angenommen, dass der Patiente hirntot ist.“ - Bereits ein EEG beweist jedoch, dass dieser Patient in einem komatösen Zustand ist und nicht hirntot ist. Es ist sogar so, dass gerade EEG-gestützte Geräte genommen werden, um mit Menschen im Locked-in-Syndrom zu kommunizieren, wenn sonst keine anderer Weg möglich ist. (siehe: http://www.neuro24.de/show_glossar.php?id=1028 (28.12.11)) Nach den Richtlinien der [[BÄK]] würde somit kein Patient im Locked-in-Syndrom als hirntot diagnostiziert werden. 187)Super-Locked-in-Syndrom ist schwer von Hirntod zu unterscheiden g) und bn) „Beim Super-Locked-in-Syndrom ist auch die vertikale Augenbewegung nicht mehr möglich, so dass alle klinischen Merkmale der Bewusstlosigkeit vorliegen. Dieses Syndrom ist nur mit funktioneller Bildgebung oder elektrophysiologischen Messungen vom Hirntod unterscheidbar.“ Dieses von g) skizzierte Super-Locked-in-Syndrom (SLS) ist durchaus vorstellbar, dürfte jedoch in weniger als 0,1 % der als hirntot einzustufenden Patienten vor. Der vorangestellte Hirnstamminfarkt oder -trauma dürfte jeden Mediziner verwundern. Der Wissensdrang der Ärzte wird sie bei einem SLS zunächst nicht auf die Fährte Hirntod setzen. Sie wollen wissen, was der Patient überhaupt hat und was in seinem Kopf noch funktioniert. Vom Drang des Retten und Helfens werden die Ärzte bei unklarer Diagnose auf EEG bzw. bildgebende Diagnostik setzen. Damit wird klar, dass ein SLS vorliegt. Dieses Beispiel zeigt auf, wie wichtig die Einbeziehung der Vorgeschichte des Patienten ist: Wenn klar ist, dass der Patient einen längeren Herzstillstand hatte, dann wird dieser Patient nicht in ein SLS kommen. Wenn hingegen die Ursache für seinen Zustand unklar ist, wird man EEG bzw. bildgebende Diagnostik einsetzen, um den Istzustand besser zu verstehen. Damit käme das SLS ans Tageslicht. 188)In Großbritannien gilt ein Patient mit Super-Locked-in-Syndrom als tot g) und bn) „Großbritannien: Dort gilt die Hirnstammtod-Definition. Ein Patient mit Super-Locked-in-Syndrom gilt dort also als tot, obwohl er noch bei Bewusstsein sein kann.“ In Deutschland gilt dieser Patient durch die Gesamthirntod-Definition als Patient im SLS. Wenn es g) nicht gefällt, dass es England anders handhabt, dann möge sie sich nach England wenden. Dort muss das geändert werden. Außerdem widerspricht sich g) (bn) ist nur eine andere Textstelle) sich selbst. Oben gibt g) zutreffend an, dass Patienten im SLS kein Bewusstsein haben. Hier gibt g) an, sie hätten Bewusstsein. Das ist eine falsche Wortwahl, die irreführend ist. 189)Komatöse Patienten können noch viel mitbekommen ad) „In diesem Zusammenhang hat man auch darauf hingewiesen, dass Tiefbewusstlose oft sehr viel mitbekommen von dem, was um sie herum vorgeht, dass komatöse Patienten zuweilen, wenn sie aus dem Koma erwacht sind, berichtet haben, dass sie alles wahrnehmen konnten, ohne sich jedoch in irgendeiner Weise äußern zu können.“

Komatöse Patienten sind in Deutschland keine Hirntote 190)Irreversibles Koma würde zum Hirntod erklärt bk) „Im Interesse an der Verfügbarkeit transplantierbaren Gewebes werden Kriterien zum Todesbegriff erhoben, das irreversible Koma als Gehirntod erklärt und mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt.“ (Seite 162) Irreversibles Koma und Hirntod sind medizinisch klar voneinander abzugrenzen.

Verwechslung mit Koma

Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen in Deutschland komatöse Patienten als Hirntote bezeichnet wurden oder ihnen gleichgesetzt wurden. Dabei gibt es medizinisch-wissenschaftlich eine klare Trennlinie zwischen Koma und Hirntod. Diese Trennlinie scheint man nicht zu kennen, zu ignorieren oder zum Zweck für mehr Publicity und damit mehr Geld bewusst zu ignorieren. Nachfolgend sind die Beispiele anhand der komatösen Patienten gelistet. 191)Terri Schiavo bd) „Schließlich gab es den Aufsehen erregenden Fall der US-Amerikanerin Terri Schiavo, die sich 15 Jahre lang bis zu ihrem Tod 2005 in einem Wachkoma befand. Ist der Hirntote also gar nicht tot und muss der Organspender befürchten, dass er noch lebt, wenn ihm Organe entnommen werden.“ () 192)()

Hirntote hätten weitergelebt

193)76-Jährige sei aus dem Hirntod wieder aufgewacht v) verweist auf einen kanadischen Zeitungsartikel vom 5.7.2011, wonach eine 76-Jährige sich verschluckt hatte und nicht reanimiert werden konnte. Sie wurde für hirntot erklärt. Die Angehörigen hätten einer OS zugestimmt, baten zuvor noch um eine weitere Untersuchung. Am nächsten Tag saß die Patientin im Bett und aß einen Joghurt. - „Der Fall von Quebec ist bei weitem keine allein dastehende Anekdote. Hirntod als legitime Todesursache anzusehen, wird zunehmend von betroffenen Angehörigen, aber auch von besorgtem medizinischen Personal hinterfragt.“ Ma) „Es gab schon Menschen, die ihren eigenen Hirntod überlebten; unlängst gelang dies einer Frau im kanadischen Quebec.“ Es ist hier nicht der Hirntod zu hinterfragen, sondern die in Kanada (!) durchgeführte HTD, die sich sicherlich von den Richtlinien der [[BÄK]] zur HTD unterscheidet. Hier liegt eindeutig ein Fehler in der HTD vor, wenn diese überhaupt vorgenommen wurde. Vereinzelt fragen Ärzte auch schon voreilig nach OS, obwohl noch gar keine HTD vorgenommen wurde. Dieses Handeln unterhöhlt die HTD. Um Fehldiagnosen wie in Quebec zu vermeiden, sollten sich alle Ärzte strikt an diese Reihenfolge halten: 1.Es sollte alles zur Rettung des Patienten getan werden. 2.Es sollte der Istzustand mit Fakten der Diagnose abgeklärt werden. 3.Bei unklarer Diagnose und tiefem Koma sollte eine HTD durchgeführt werden. 4.Bei gesichertem Hirntod können Hinterbliebene nach OS gefragt werden. 194)Hirntoter, der wieder zum Leben erwacht sei o) Eine OP-Schwester „teilte mit, dass ein Patient auf Organe eines 'Hirntoten' gewartet habe. Die Transplantation habe noch nicht stattfinden können, weil eine Infektion bei dem aufnahmebereiten Patienten aufgetreten sei. Man habe also warten müssen. In dieser Zwischenzeit nun sei der 'Hirntote' erwacht. Er lebe heute gesund im Ort X., Name und Anschrift des ehemals 'Hirntoten' wurden öffentlich mitgeteilt.“ Keine TX wird verschoben, weil der Empfänger eine Infektion hat. In diesem Fall bekommt der Wartende mit der nächst hohen Punktzahl das Organ. - Auch wenn es sich nicht im Einzugsgebiet von ET ereignet haben sollte, muss diese Erzählung als Märchen zurückgewiesen werden, weil Hirntote nicht mehr erwachen und weil man nicht auf unbestimmte Zeit wartet, bis der Empfänger wieder genesen ist. Wenn ein Empfänger momentan krank ist, kommt der nächste Empfänger dran. 195)Hirntoter sei wieder erwacht o) „Vor nicht langer Zeit ist ein hirntot geschriebener 21jähriger Amerikaner namens John Martin im Marin General Hospital im kalifornischen Greenbrae nach zehn Tagen erwacht. Julie Christine wachte am Bett ihres Sohnes, als dieser einige Stunden nach dem Ausschalten der Geräte plötzlich die Augen öffnete und mit den Worten 'ich liebe dich' die Hände seiner Mutter ergriff.“ Diese Geschichte kann nach Hollywood passen, aber so nicht in die Realität: Ein Hirntoter, dem einige Stunden die Geräte abgeschaltet sind, der weist schon Totenstarre und Totenflecken auf, denn einige Stunden ohne Atmung, das hat noch niemand geschafft, noch nicht mal Perltaucher. - Hat er aber selbständig geatmet, so war er nicht hirntot. Dies gilt für USA wie auch für Deutschland. 196)175 Fälle bis 1998 c) „Durch mindestens 175 allein bis 1998 dokumentierte Fälle ist wissenschaftlich belegt, dass nach dem Abstellen der Beatmung bei Hirntoten nicht sofort der Tod eintritt. Zwischen Hirntod und Herzstillstand lag vielmehr ein Zeitraum zwischen einer Woche und 14 Jahren.“ d) „Der US-Ethikrat verweist auf Veröffentlichungen von Alan Shewmon. Der Neurologe hatte bis 1998 über 170 dokumentierte Fälle gefunden, in denen zwischen Feststellung des Hirntodes und Eintritt des Herzstillstands viel Zeit vergangen war: Die Spannen reichten von mindestens einer Woche bis zu 14 Jahren.'“ f) 175 Fälle 'chronischen Hirntodes' wurden bis 1998 dokumentiert, in denen zwischen Hirntod und Herzstillstand eine Woche bis 14 Jahre lagen.“ u) „Der Neurologe Alan Shewmon hat mittlerweile 175 konkrete Fälle von Patienten dokumentiert, die trotz Hirntods weitergelebt haben.“ bv) „Allein bis zum Jahre 1998 dokumentiert der Bericht 175 Fälle 'chronischen Hirntodes', in denen zwischen Hirntod und irreversiblem Herzstillstand eine Woche bis 14 Jahre lagen.“ Bm) „Shewmon, dem als Arzt vielfältigste Phänomene bei seinen Patienten begegneten, untersuchte viele Fälle von Hirntoten. Er dokumentierte 175 Patienten mit langen Überlebenszeiten, die längste währte 14 Jahre.“ Mi) „... ca. 200 Fälle sind dokumentiert, in denen Menschen mindestens zwei Wochen bis über zehn Jahre im Zustand des Hirntodes geblieben sind. In der Stabilisierungsphase waren bei diesen nur noch eine Beatmung und eine minimale Medikamententherapie nötig.“ Zur Definition des Hirntodes gehört u.a., dass keine selbständige Atmung erfolgt. Wird daher bei einem Hirntoten die Beatmung abgestellt, wie es c) angiebt, schlägt das Herz keine 14 Minuten mehr, geschweige denn 14 Jahre. Begriffe wie „weiterleben“ und „Überlebenszeiten“ suggerieren, dass sie ein ganz normales Leben geführt hätten. Fakt ist: Keiner dieser Komapatienten kam auch nur für 10 Minuten von der künstlichen Beatmung weg. - Interessant wäre es zu wissen, wie viele von den 175 Menschen in dieser Zeit das Bewusstsein zurück erlangt haben, das wäre doch sensationell. Da hierzu keinen Zahl genannt ist, muss davon ausgegangen werden, dass keiner dieser 175 Menschen je wieder das Bewusstsein erlangt hat. Der Körper – und damit auch das Herz – arbeitet nach dem Abstellen der künstlichen Beatmung eines Hirntoten noch den im Blut befindlichen Sauerstoff auf. Dann erlahmt das Herz und bleibt stehen. Damit tritt der Herztod ein. Da hilft auch keine Reanimation. Das Herz bleibt stehen, weil kein Sauerstoff mehr zur Verfügung steht. Die genannten 175 Menschen waren allesamt amerikanische Hirntote, d.h. ihr Hirnstamm war abgestorben. Dass bei ihnen dennoch die künstliche Beatmung nicht abgeschaltet wurde, hängt damit zusammen, dass noch ein EEG ableitbar war. In Deutschland wäre es damit das ein komatöser Patient, in den USA ein Hirntoter, der weiter künstlich beatmet wurde. Unter diesen Umständen können diese komatösen Patienten durchaus noch Wochen und Jahre weiterleben. Sie sind aber nach deutscher Hirntoddefinition keine Hirntote. 197)175 Ganzhirntote hätten gelegentlich Wochen überlebt Bh) „Beachtung verdienten vor allem die Studien namhafter Neurologen, nach denen die Zeit zwischen Herztod und körperlichem Verfall nach diagnostiziertem Gesamthirntod gelegentlich Wochen, in Einzelfällen auch länger dauern könne, ein Phänomen, das mit 'chronischem Hirntod' beschrieben werde (175 Fälle bis 1998: Neurology 1998; 51:1538).“ Mm) „Der amerikanische Neurologe Alan Shewmon hat 57 derartige gesichtete Fälle von 'chronischem Hirntod' beschrieben.“ Diese Studie wurde in den USA durchgeführt. Dort gilt der Hirnstammtod, nicht der Gesamthirntod. Außerdem ist dies keine Phänomen, sonder eine ganz normale Situation. 198)Hirntote würden nicht tatsächlich sterben Ci) „Denn in den USA wurde 2008 ein Gutachten des 'The President's Council on Bioethics' veröffentlicht, demzufolge die wichtigste Grundlage der Transplantationsmedizin, nämlich die Annahme, daß zwischen dem Hirntod und der Desintegration der körperlichen Funktionen ein enger zeitlicher und naturgesetzlicher Zusammenhang bestehe, empirisch widerlegt sei. Auf gut deutsch: Auch wenn ein Mensch bereits hirntot sein sollte ..., bedeutet dies nicht zwangsläufig, daß dieser hirntote Mensch auch tatsächlich stirbt! Es gibt zahlreiche Fälle, die das Gegenteil belegen.“ Bf) „Kein Wunder, dass das President’s Council on Bioethics (USA) im Dezember 2008 eindeutig klarstellte: 'Der Hirntod ist naturwissenschaftlich nicht dem Tod gleichzusetzen.'“ Diese „Beweise“ scheinen die von Alan Shewmon durchgeführte Studie zu sein. Hierbei handelte es sich um amerikanische Hirntote (Hirnstammtod). Viele dieser Hirntoten würden in D/A/CH als Komapatienten gelten. 199)Gehirntote könnten Tage bis Jahre leben Be) und Bi) „Gehirntote können noch Tage, Wochen, auch noch Monate oder jahrelang leben, bis sie einem würdevollen friedlichen Tod begegnen.“ Hier fehlt die Quelle. Hier scheint Be) auf die Studie von Alan Shewmon zu verweisen. 200)2 von 113 Hirntote hätten überlebt Tc) „Die oft gestellte Frage, ob es schon ein Wiedererwachen von Hirntoten gab, ist eindeutig mit einem JA zu beantworten. Nach einer Studie der Universität Bonn, veröffentlicht im 'Journal of Medical Ethics' von 2006, Heft 32, haben von 113 beobachteten Hirntoten, die exakt nach den Regeln der Bundesärztekammer für hirntot erklärt wurden, zwei überlebt.“ () 201)Polin nach Reitunfall Tc) „Bekannt geworden ist auch der Reitunfall einer jungen Polin, deren Eltern die Diagnose 'Hirntod' nicht akzeptierten und einen Therapeuten für Koma-Patienten fanden. Der Hirntod wurde daraufhin von den Ärzten in Hirnverletzung geändert. Den Eltern wurde die Verantwortung dafür übertragen, dass ihr Kind auf dem Transport sterben könnte. Nach der neuen Behandlung erwachte es wieder.“ () 202)Annahme: Hirntod führe zur körperlichen Desintegration bn) „Die Annahme, dass nach dem Hirntod unmittelbar und notwendig der Herzstillstand und die körperliche Desintegration eintreten, ist durch etwa 175 dokumentierte Fälle (bis 1998) widerlegt worden, in denen zwischen Hirntod und Herzstillstand mindestens eine Woche und bis zu 14 Jahre lagen. Durch die Fälle 'chronischen Hirntods' wird die Hypothese der engen kausalen und zeitlichen Relation von Hirntod und Tod des gesamten Organismus widerlegt.“ Wer nimmt in Deutschland an, dass der Hirntod zur körperlichen Desintegration führe? 203)Schlake und Roosen verweisen darauf Mc) „Es gäbe dokumentierte Fälle, wo hirntote Patienten bis zu 14 Jahren weitergelebt hätten. Die 'Widerlegung' merkt an, dass Hirntote nicht mehr atmen. Wird die künstliche Beatmung abgestellt, so würde innerhalb von Minuten einem Herzstillstand erliegen. Das ist auch soweit richtig. Daraus wird dann jedoch geschlussfolgert, bei den besagten Fällen könne es sich nicht um Hirntote gehandelt haben. Das ist aber falsch. Die korrekte Erklärung ist, dass die künstliche Beatmung nicht abgestellt wurde. (Nachzulesen ist ein solcher Fall auch in: 'Schlake, Roosen: Der Hirntod als der Tod des Menschen', was ein Plädoyer für das Hirntodkonzept ist.)“ Mc) scheint überlesen zu haben, dass c) „nach dem Abstellen der Beatmung“ schrieb. Die angegeben Stelle bei Schlake und Roosen findet sich unter „Hirnstamm-Tod“ und lautet dort: „Nach einer schweren infratentoriellen Hirnstammschädigung kann die Durchblutung des Großhirns erhalten bleiben und seine Funktion – zumindest teilweise – das Auftreten einer Hirnstamm-Areflexie18 für Stunden, Tage, in einzelnen Fällen bis zu Wochen überdauern; dies lässt sich durch die noch vorhandenen Hirnströme im EEG oder durch die visuell evozierten prtentiale,die elektrische Messung der (nicht durch den Hirnstamm führenden) 'Sehbahn', nachweisen. ... Aufgrund dieser ... Frage wurde der Hirnstamm-Tod nach den Richtlinien der Bundesärztekammer nicht in das Gesamthirntod-Kriterium einbezogen und in jedem Fall einer primär-infratentoriellen Hirnschädigung die zusätzliche Ableitung eines 'Null-Linien-EEG' oder der Nachweis eines zerebralen Perfusionsstillstand zwingend vorgeschrieben.“ Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, die US-amerikanische und englische Definition von Hirntod nicht mit der deutschen gleich zu stellen. Was Alan Shewmon beschreibt, sind US-amerikanische Hirntote, die nach deutscher Definition komatöse Patienten wären. Dies scheint Mc) noch nicht bewusst zu sein. Dies zeigt aber auch, wie weitreichend und sicher die deutsche Hirntod-Definition ist: Ein deutscher Hirntoter ist ein Toter. Ein Hinweis am Rande: Der Autor Klaus Roosen wird mit zwei „o“ geschrieben. 204)Herztod würde erst bis zu 6 Stunden nach dem Abschalten erfolgen ak) „Der Herztod fällt in der Regel - wegen des Ausfalls der Spontanatmung - zeitlich eng mit dem 'Hirntod' zusammen. Bei guter 'Intensivpflege' und 'gutem Allgemeinzustand' des Sterbenden kann der Herztod aber auch erst bis zu 6 Stunden nach dem Abschalten des Beatmungsgerätes eintreten.“ Thematisch gehört der Abschnitt nicht hier her, sehr wohl aber inhaltlich: Dies zeigt deutlich, wie wenig ak) vom Hirntod verstanden hat. - Die obigen Autoren von Punkt 159) schrieben noch zwischen einer Woche und 14 Jahren, dass Hirntote nach dem Abschalten der Beatmungsgeräte gelebt hätten, ak) gewährt ihnen hierbei nur noch max. 6 Stunden. D.h. die Kritiker der HTD widersprechen sich selbst. Die Wahrheit ist, dass selbst bei bester körperlicher Verfassung kein Hirntoter nach Abschalten der künstlichen Beatmung noch nach 14 Minuten noch ein schlagendes Herz hat. Meist bleibt es innerhalb von 5 bis 10 Minuten stehen. Bereits nach 30 Minuten nach dem Herzstillstand ist das Herz selbst abgestorben und kann nicht mehr reanimiert werden. Die angegebenen 6 Stunden können noch nicht mal annähernd erreicht werden, noch nicht mal eine halbe Stunde. 205)Hirntote Männer bis 4 Wochen, hirntote Schwangere bis 4 Monaten? ak) „Wird der Patient nach Eintritt des sog. 'Hirntodes' weiter beatmet, kann seine erwartete Lebensspanne noch 2 bis 4 Wochen, bei einer Schwangeren bis zu 4 Monaten betragen. Danach ist der Sterbeprozeß auch durch künstliche Beatmung nicht mehr aufzuhalten, denn man kann keinen Toten beatmen!“ Haben Frauen oder haben Schwangere einen Sonderbonus, dass diese nicht nur bis zu 4 Wochen, sondern gar bis zu 4 Monaten künstlich beatmet werden können, bis dann – trotz aller Bemühung der Intensivmedizin – deren Herztod folgt? Worin liegt dieser geschlechtsspezifische Vorteil, dass Schwangere 4 Mal länger durchhalten? Der Zweifel an diesem geschlechtsspezifischen Vorteil ist berechtigt, sicherlich auch an medizinischer Sachkenntnis. Hirntote kann man künstlich beatmen, solang der Blutkreislauf funktioniert. Kam der Blutkreislauf zum Erliegen, macht eine künstliche Beatmung eines Hirntoten keinen Sinn mehr, weil nach dauerhaftem Stillstand des Blutkreislaufes die Organe nicht mehr transplantiert werden können und weil dann das ungeborene Kind abgestorben ist. - Die Fortsetzung der künstlichen Beatmung eines Hirntoten hängt von ganz anderen Faktoren ab: Nach Feststellung des Hirntodes 1.werden die Geräte abgeschaltet, wenn keine Zustimmung zur OS vorliegt. 2.wird der Hirntote bis zur Organentnahme künstlich beatmet. 3.wird die schwangere Hirntote bis zur Geburt des Kindes künstlich beatmet. Keiner dieser Kriterien hat etwas mit dem o.g. Sterbeprozess zu tun. 206)Zwischen Hirntod und Herzstillstand liegen Wochen bis Jahre e) „Zwischen Hirntod und Herzstillstand liegen manchmal mehrere Wochen, in seltenen Fällen sogar Jahre.“ Ist der Hirntod diagnostiziert, bleibt kein Hirntoten Jahre an den Geräten angeschlossen. (Siehe Punkt 161). Bei ak) waren es noch max. 4 Monate – aber auch nur für Schwangere –, für e) sind es sogar Jahre, die angeblich zwischen Hirntod und Herzstillstand liegen können sollen. Können sich die Kritiker der HTD und/oder OS nicht auf einen Zeitraum einigen? Es kann doch nicht angehen, dass bei allen nationalen Unterschieden der HTD die Uhren in dem einen Land schneller oder langsamer laufen als in einem anderen Land. 207)Hirntote nach Schädel-Hirn-Trauma leben j) verweist auf Jan Kerkhoffs, der am 13.8.1992 für hirntot erklärt wurde. Die Ärzte wollten von dem 57-jährigen Niederländer die Organe entnehmen, doch die Angehörigen verweigerten dies. Nach längerer Behandlung erwachte er aus seiner Bewusstlosigkeit. Jan Kerkhoffs war nicht hirntot. Es handelt sich hierbei um eine peinliche Fehldiagnose der Ärzte. - Um Solches in Deutschland auszuschließen, müssen zwei voneinander unabhängige, auf dem Gebiet erfahrene Ärzte die HTD durchführen und beide zu dem Ergebnis kommen: Hirntot. 208)Hirntote hätte man durch Reanimation wieder ins Leben zurückgeholt ao) „Gerade die Berichte von Patienten, die z.B. nach Herzstillstand oder Hirntod reanimiert ins Leben zurückkehrten, verunsichern Mediziner und andere Forscher und führen entweder dazu, diese Berichte zu bestreiten und auf Fehldiagnosen hinzuweisen, oder aber die Definition des Todes und die auf ihr beruhenden pragmatischen Kriterien zu verändern und damit die Grenze des Todes hinauszuschieben.“ Wenn Gehirnzellen abgestorben sind, können diese nicht durch Reanimation reaktiviert werden. Wenn jemand nach einer erfolgreichen Reanimation wieder ins Leben zurück kehrt, war dieser keinesfalls hirntot, zumindest nicht nach der deutschen Definition des Gesamthirntods. In der ganzen Magisterarbeit von ao) über Nahtoderfahrungen findet sich nur dieser eine Hinweis über Hirntod. Somit hat ao) selbst keinen reanimierten Hirntoten interviewt, stellt jedoch eine solche Behauptung auf, dass Hirntote reanimiert werden könnten. Auch hier fehlt Sachkenntnis. 209)60% der Hirntoten könnten wieder zu Bewusstsein kommen Sd) Ärzte und „David Evans sagen klipp und klar: 'Organentnahme ist Mord.' Und zwar, weil 60 Prozent der angeblich Hirntoten wieder zu Bewusstsein kommen könnten.“ Das sind britische Ärzte. Bei ihnen gilt der Hirntstammtod. In D/A/CH wären dies Komapatienten. - Für die Zahl von 60% ist keine Studie genannt, also eine Schätzung? 210)Hirntote seien wieder zum Leben erwacht ab) und ad) „Immerhin wird von Hirntoten berichtet, die unerwartet wieder zum Leben erwacht sind.“ az) „Dass es tatsächlich um ein Töten des Patienten durch Organentnahme geht, beweisen die inzwischen zahlreichen Fälle, in denen nach der 'Diagnose' Hirntod die Organe nicht entnommen werden durften, weil Angehörige, ein behandelnder Arzt oder ein Ordensoberer gegen die Organentnahme protestierten und die Patienten überlebt haben und wieder völlig gesund geworden sind. Mir ist kein Fall bekannt geworden, in dem nach der Verhinderung der Organentnahme der Patient an den Folgen des Hirntods gestorben wäre. In allen mir bekannt gewordenen Fällen sind sie durch die richtige Behandlung geheilt worden.“ Cp) „Man hört von Menschen, die vor einer Organentnahme erwachen, obwohl sie hirntot waren.“ Nb) „Die Hirntod-Theorie ist eine unsichere Diagnose. Das kann man an zahlreichen „Hirntod“-Patienten feststellen, die wieder aufgewacht sind und heute ein normales Leben mit einem lebenden Hirn führen.“ Nc) „Das Problem mit der modernen Todesdefinition besteht darin, daß man nicht ausschließen kann, daß der Verblichene plötzlich wieder aufwacht und zu reden beginnt.“ Nc) „Der modische Hirntod ist eine sehr unsichere Geschichte. Das kann man an zahlreichen Hirntodpatienten feststellen, die plötzlich wieder aufgewacht sind und anschließend ein normales Leben führen.“ Ta) „Eine wachsende Zahl von Menschen hat nach der Hirntodprognose überlebt, weil ein Arzt oder ein Angehöriger die Explantation verhindert hat.“ Pauschal auf die Phantasien und unkorrekten Angaben anderer Verfasser zu verweisen ist einfach. Es sollen bitte konkrete Fälle genannt werden. Die genannten konkreten Fälle entpuppten sich als Unwahrheiten, in zwei Fällen wurde die HTD nicht ordentlich durchgeführt (in Kanada und in den Niederlanden). Alle anderen genannten Fälle sind schöne Geschichten, mehr aber nicht. Besonders krass sind die Worte von az). Sie widersprechen meinen über 14-jährigen Erfahrungen als Klinikseelsorger in der größten deutschen Klinik in kath. Trägerschaft.19 Alle Patienten, die hirntot waren oder dem Hirntod sehr nahe gekommen waren, starben in den nächsten Tagen oder Wochen. Keiner von ihnen wachte wieder auf, geschweige denn, dass sie wieder gesund wurden. - Daher sind die Worte von Wolfgang Waldstein nur so verstanden werden, dass er leichtgläubig irgend welchen erzählten Geschichten glaubt oder ... - Aus Deutschland ist kein einziger Fall bekannt, dass nach Feststellung des Hirntods (Abschluss der HTD!) auch nur ein Mensch wieder aufgewacht sei, geschweige denn „ wieder völlig gesund geworden“ sei.20 Ich frage mich allen Ernstes, wie gebildete Menschen - Studierte (!), mitunter sogar mit „Dr.“ oder „Prof.“ vorne dran - offensichtlich ohne Reflexion und ohne Plausibilitätsprüfung jedes Märchen glauben und dann noch selbst publizistisch unter die Menschen bringen können. Sind sie von ihrer Besessenheit, dass Hirntote noch leben (müssen(!)), so eingenommen, dass ihnen jedes logische und kritische Denken abhanden gekommen ist? Besonders hier, wenn es um das vermeintliche Weiterleben von Hirntoten geht, sollte doch allgemeines medizinisches Grundwissen und ein gesunder Menschenverstand ausreichen, um Märchen zu entlarven. Daher die Frage: Wie können diese studierten und gebildeten Menschen nur auf solch plumpe Märchen hereinfallen?

Beispiele angeblicher Hirntoten

211)Colleen S. Burns Sa) „Sie möchten vielleicht aus Herzens- (wörtlich zu nehmen) Güte anderen helfen, aber die traurige Wahrheit ist, dass Ärzte in den USA routinemäßig Organe LEBENDER Patienten entnehmen.“ Sa) „ Es ist ein echter Fall von »Mein Gott, das habe ich nicht gewusst« bei der Organspende: Ärzte werden nicht warten, bis Sie wirklich tot sind.“

Im Jahre 2009 kam die 41-jährige Colleen S. Burns nach Einnahme einer Überdosis Beruhigungsmittel in eine New Yorker Klinik. Dort erklärten die Ärzte sie für hirntot und wollten nach der Zustimmung für die Organentnahme damit beginnen. Bereits auf dem OP-Tisch öffnete Colleen S. Burns die Augen. - 16 Monate später nahm sich Colleen S. Burns das Leben.

Colleen S. Burns war nicht hirntot. Der Fall wurde vom zuständigen Gesundheitsbehörde untersucht. Es wies der Klinik zahlreiche Fehler nach, die bei der Hirntod-Feststellung gemacht worden sind. Die Klinik wurde zu 22.000 $ Geldstrafe verurteilt.21 In D/A/CH wäre an Colleen S. Burns keine HTD vorgenommen worden, da eine Grundvoraussetzung gefehlt hat: keine Intoxikation (Vergiftung). - Colleen S. Burns hatte eine Überdosis Beruhigungsmittel genommen. 212)Gloria Crux Be) „So wurde bei der 56-jährigen Gloria Crux der Hirntod diagnostiziert und dass sie innerhalb 48 Stunden sterben würde. Sie überlebte, weil ihr Mann das Abschalten der Geräte verhindern konnte.“ () 213)Herr Körner Be) „Frau Rosemarie Körner: „Hätte man ihm (ihrem damaligen Ehemann) Organe entnommen aufgrund der mehrmaligen Hirntod-Diagnose würde er heute nicht mehr leben, nicht zum 3. Mal verheiratet sein.'“ () 214) 215) 216) 217) 218) 219) 220) 221) 222)Eine Sammlung von angeblichen Hirntoten, die nun leben Bb) „Wer 'hirntot' ist, lebt und kann wieder voll zu Bewußtsein kommen. Weil die Ärzte diese Berichte nicht mehr unterdrücken können, liest man jetzt täglich davon: London: Robin Gibb, Sänger der Bee Gees, aus dem Koma erwacht. Karl-Heinz Pantke, Berliner Physikprofessor, Schlaganfall, von den Ärzten für 'hirntot' erklärt. Ist inzwischen wieder zu Hause. Nach einer Medikamentenüberdosis (Baclofen) als 'hirntot' diagnostiziert, lebt der Patient heute noch. Vollständige Wiederherstellung. Steven Thorpe, Großbritannien, 17 Jahre alt, nach einem Autounfall von den Ärzten für 'hirntot' erklärt. Heute studiert er. Nach einer Vergiftung mit Pestiziden wurde der 'Hirntod' diagnostiziert. Der Patient lebte weiter und es kam zur vollständigen Wiederherstellung. Nach der Diagnose eines Guillain-Barré-Syndroms (vollständige Lähmung des Körpers) als 'hirntot' diagnostiziert, hat der Patient überlebt und es kam zur vollständigen Wiederherstellung. Luz Milagros, Argentinien, kam in der 26. Schwangerschaftswoche auf die Welt, wurde von den Ärzten für tot erklärt. Die Eltern glaubten den Ärzten nicht. Im Leichenkühlhaus der Klinik fanden sie ihr Kind, von Raureif überzogen. Es bewegte Hände und Füße und öffnete seine Augen. Es lebte.“ Eine Vorbemerkung hierzu: Es wurden nicht alle genannten Personen für hirntot befunden. Schon in der Aufzählung von Bb) nennt man z.B. Koma. Entsprechend der Vorgaben soll hier detailliert darauf eingegangen werden. Robin Gibb () Karl-Heinz Pantke „Baclofen“ Steven Thorpe „Pestiziden“ Guillain-Barré-Syndroms Luz Milagros

"Erfahrungen mit dem sogenannten Hirntod"

Von be) wird der Klinikaufenthalt ihres Mannes beschrieben. Dieser damals 38-jährige Mann unterzog sich im Jahre 1975 einer Kropfoperation. Eine Nachblutung hat auf den Reflexknoten gedrückt, der zum Herzstillstand geführt hat. Eine Reanimation wurde erfolglos abgebrochen. - Die Zitate geben nicht den gesamten Bericht wieder, sind jedoch in chronologischer Reihenfolge des Berichts. Damit kann man sich selbst ein Bild davon machen, was hier berichtet wird. 223)Erste Reanimation erfolglos, zweite Reanimation erfolgreich? be) „Vom diensthabenden Nachtschichtarzt wurde der Tod festgestellt, eine Reanimation sei erfolglos gewesen oder wurde eingestellt ... die Nachtschwester alarmierte den Chefarzt zu Hause, weil der operiert hatte. Dieser kam nach ca. 20 Minuten im Krankenhaus an, er setzte die Reanimierung an und eine Notoperation. Es wurde der komplette Hirntod festgestellt, spontane Atmung gab es nicht.“ Eine erste Reanimation soll erfolglos gewesen sein und nach ca. 20 min eine zweite Reanimation erfolgreich? Wenn der Chirurg in die Klinik kommen wollte, um den Patienten nochmals zu operieren, hätte er nicht zugelassen, dass mit der Reanimation aufgehört hätte. Er hätte angeordnet, dass so lange reanimiert wird, bis er in der Klinik ist und den Patienten übernimmt. Nie hätte er eine Unterbrechung der Reanimation zugelassen und damit den Erfolg seiner beabsichtigten Operation gefährdet. Das macht in dieser Darstellung kein Arzt, weil es widersinnig ist. Daneben wird der Hirntod nicht so nebenbei festgestellt. - Mögliche Erklärung: Der Begriff „klinisch tot“ (d.h. Herzstillstand) wurde verwechselt oder gleichgesetzt mit „Hirntod“. Das ist ein weiter Unterschied. 224)Herzinfarkt würde vom Gehirn ausgehen be) „Mir wurde mitgeteilt, mein Mann hätte einen Herzinfarkt gehabt, und würde bald sterben, was auch wünschenswert sei, weil das Gehirn mindestens 20 Minuten ohne Sauerstoff gewesen sei.“ Kein Herzinfarkt geht vom Gehirn aus. Wenn dem so wäre, würde keinem Hirntoten das Herz schlagen. Der Mann dürfte durch den 20-minütigen Herzstillstand einen schweren hypoxischen Hirnschaden gehabt haben. 225)Keine Nulllinie, also Leben be) „ Schließlich beobachtete ich, dass die Monitore bei bestimmten Ereignissen keine Nulllinie zeigten, sondern ausschlugen – also war da noch Leben nach meiner Meinung.“ Ein EEG wird immer auf Papier geschrieben, nie auf einem Monitor angezeigt. Der Monitor auf der Intensivstation zeigt vor allem die Herztätigkeit an, denn die Aufrechterhaltung des Blutkreislaufes ist neben der Genesung der Patienten das Hauptaugenmerk auf der Intensivstation. Daher wird der Puls (EKG) und der Blutdruck ständig mit einstellbaren Ober- und Untergrenzen überwacht. Wird die Obergrenze überschritten (z.B. durch Herzkammerflimmern) oder die Untergrenze unterschritten (z.B. durch Herzstillstand), gibt es einen Alarm und das Personal der Intensivstation kann sich sogleich darum kümmern. Was be) hier gesehen hatte, waren keinesfalls Gehirnströme, sondern Ableitungen der Herztätigkeit. - Die von ihr genannte „Nulllinie“ dürfte es während ihrer Anwesenheit nie gegeben haben, denn dann würde sie als Angehörige für die Zeit der Reanimation nach draußen gebeten worden sein. Damit müssten die Veränderungen „bei bestimmten Ereignissen“ Schwankungen im Puls bzw. Blutdruck oder Ableitungsfehler (z.B. schlechter Kontakt, abgegangene Elektrode) gewesen sein. 226)Patient reagiert auf Stimme, aber sein Gehirn sei tot be) „Am fünften Tag bemerkte ich, dass er auf meine Stimme reagierte, die Ärzte veranlassten daraufhin eine Untersuchung der Gehirnaktivität mit dem Ergebnis, dass es keine Hoffnung gäbe. Sein Gehirn sei absolut tot.“ Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein komatöser Patient auf eine Stimme hört, aber bei ihm keine Gehirnaktivität festgestellt werden kann. Ohne entsprechende Unterlagen kann nicht gesagt werden, welche „Untersuchung“ vorgenommen wurde. Es ist hingegen durchaus vorstellbar, dass Ärzte gesagt haben, dass das Gehirn „absolut tot“ sei, damit aber nicht den Hirntod gemeint haben, sondern damit den irrepariablen Hirnschaden deutlich machen wollten. - Dieses sollte jedoch keinesfalls geschehen. Es liegt medizinisch wie auch juristisch erst dann Hirntod vor, wenn dieser durch die HTD belegt wurde. Man macht sich, den Angehörigen und auch dem Verständnis um Hirntod in der Bevölkerung keinen Gefallen, wenn Klinikpersonal komatöse Patienten oder Patienten mit schwerer Hirnschädigung als „Hirntote“ bezeichnet werden. Dies gilt auch, wenn man bei diesen Patienten sagt, dass das ganze Gehirn tot oder abgestorben sei. Eine solche Wortwahl ist kontraproduktiv. Es wirkt der Bemühung um rechtes Verständnis des Hirntods entgegen. 227)Selbständig atmender Patient ohne Gehirnaktivität? be) „Nach etwa einer Woche wehrte er sich gegen die künstliche Beatmung, er hustete und würgte. Man beschloss, die Beatmung abzustellen, mit dem Risiko, dass er danach wohl versterben würde. Er atmete aber wieder selbständig und alle waren verwundert. Wieder wurde eine Überprüfung der Gehirnaktivität angesetzt, mit dem gleichen Ergebnis: Gehirn absolut ohne Funktion.“ Warum bei einem selbständig atmenden Patienten eine Überprüfung der Gehirnaktivität angesetzt wurde, ist nicht nachvollziehbar. Für die weitere Behandlung bzw. Verlegung hatte das Ergebnis keinen Einfluss: Behält er die Eigenatmung bei, würde er nach der Stabilisierung des Blutkreislaufes nach Hause oder in ein Pflegeheim entlassen werden. Ist zu erwarten, dass er noch gewisse Fähigkeiten (Motorik, Sprache) verbessern könne, würde man ihn in eine entsprechende Reha-Klinik verlegen. Es ist absolut widersprüchlich, dass ein Patient zwar Eigenatmung aufweist, aber sein „Gehirn absolut ohne Funktion“ sei. Hier müsste der Bericht der Untersuchung vorliegen, damit Genaueres hierzu geschrieben werden kann. 228)Die niederen Reflexe be) „Bei Patient mit angeblich fehlender Gehirnaktivität: „In den folgenden Tagen konnte ich beobachten, dass die Kurven ... für Herztätigkeit sich veränderten, ganz eindeutig reagierte er auf mich, auf Schmerzen beim Absaugen der Lunge, bei Einstichen an bestimmten Stellen durch die Ärzte. Diese erklärten mir, dass das eben ganz niedrige Reflexe wären, die nichts mit der Gehirntätigkeit zu tun hätten.“ Kein Hirntoter reagiert auf eine Stimme mit veränderter Herztätigkeit.22 - Auf Schmerzreize ist Veränderung von Puls und Blutdruck möglich. Dies erfolgt über die vom Rückenmark angestoßene Ausschüttung der Stresshormone (u.a. Adrenalin) in der Nebenniere. Dies hat nicht mit Gehirntätigkeit zu tun. 229)Ein Toter hätte wahrgenommen be) „Die Ärzte beschimpfte er aber alle als Dummköpfe, denn er erzählte mir, dass ihn ein Arzt in den Keller in einem Kühlschrank verstaut hätte, dann wäre er von total hektischen Ärzten wieder hervorgezerrt worden und ein Arzt hätte ihm den Hals aufgeschnitten, ohne Narkose oder Schmerzmittel sei er noch einmal operiert worden. Als ich das völlig entsetzt dem Oberarzt auf der Station erzählte, wo der Zwischenfall stattgefunden hatte, wurde mir bestätigt, dass es so war: er war erst in der Pathologie, weil er ja tot war, erst der Chefarzt bestand auf einer erneuten OP. Diese wurde ausgeführt, der Patient beatmet, wohl wissend, dass er aufgrund des langen Sauerstoffmangels im Gehirn nie wieder gesund werden würde. Wie kann ein toter Mensch sehen, was mit ihm passiert? Warum kann ein toter Mensch Schmerzen spüren?“ Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Toter nach erfolgloser Reanimation gleich in die Pathologie gebracht wird. Normalerweise verbleibt der Tote bis zur Durchführung der sogenannten 2. Leichenschau auf der Station, auch auf der Intensivstation. Diese 2. Leichenschau ist gesetzlich vorgeschrieben. Erst nach deren Durchführung darf der Totenschein unterschrieben werden. Dies gilt auch für die Intensivstationen. Eine OP an einem Toten macht keinen Sinn. Erst muss der Herzstillstand wieder aufgehoben werden. Wenn der Chefarzt nachts über den Herzstillstand und die gescheiterte Reanmation verständigt wurde und dieser operieren wollte, hätte dieser nie zugelassen, dass der Patient in den Kühlraum der Pathologie geschoben worden wäre. Er hätte noch am Telefon darauf bestanden, dass bis zu seinem Eintreffen weiter reanimiert werden müsse. Jede Minute stehender Blutkreislauf erhöht die Gefahr auf schwerste Schädigung des Gehirns oder gar des Hirntods. - Dieser Bericht passt somit überhaupt nicht zum ärztlichen Handeln. Von Menschen mit Herzstillstand sind mitunter derartige Berichte überliefert. Diese Menschen waren jedoch herztot, nicht hirntot. Aus dem Herztod kann man u.U. reanimieren, aus dem Hirntod keinesfalls.23 230)Ein Hirntoter würde heute leben be) „Hätte man ihm damals Organe entnommen, aufgrund der mehrmaligen Hirntod-Diagnose wäre er heute nicht mehr am Leben.“ Wie schon oben beschrieben, wurde damals keine HTD durchgeführt. Um welche Untersuchungen es sich hierbei handelte, lässt be) im Dunkel. - Kein Arzt der Welt wird bei einem Patienten mit Eigenatmung sagen, dass dieser hirntot sei. 231)Der Prozess des Sterbens sei unerforscht be) „Wer Organe spendet, sollte wissen, dass die Zeit des Sterbens nicht so weit erforscht ist, dass man sagen kann, was der Mensch während dieser Zeit fühlt und empfindet.“ Von klinisch toten Menschen, d.h. von Menschen mit Herzstillstand, der erfolgreich durch Reanimation behoben werden konnte, gibt es einige Bücher zu diesem Thema. Kübler-Ross ist im deutschen Sprachraum die bekannteste Autorin. Ihr Standardwerk „Interview mit Sterbenden“24 wurde in mehreren Auflagen verkauft. - Aus dem Amerikanischen wurden verschiedene ähnliche Bücher ins Deutsche übersetzt. Der Fachbegriff hierzu lautet „Nahtoderfahrung“ und ist sehr wohl immer wieder das Ziel verschiedener Studien. Hier ist der Begriff richtig gewählt „Nah-Tod-Erfahrung“, Erfahrungen die nahe dem Tod waren, aber allesamt dem Herztod. Vom Hirntod, dieser muss vor der Organentnahme vorliegen, gibt es de facto keinen Bericht und wird es nie einen Bericht eines deutschen Hirntoten geben. Dies liegt in der Sache der deutschen Definition des Hirntods: Wenn Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm abgestorben sind, ist damit Bewusstsein und Wahrnehmung erloschen. Was be) – von der sachlichen Korrektheit der Schilderung ausgehend – hier berichtet, kann nur ein Fehler in der Untersuchung sein. Da medizinische Unterlagen nur 30 Jahre aufbewahrt werden und der Vorfall sich bereits im Jahre 1975 ereignete, gibt es seit dem Jahre 2005 hierzu keine Unterlagen mehr. Es stimmt nachdenklich, dass be) mit diesem Bericht im Jahre 2011 an die Öffentlichkeit geht, 6 Jahre nach der Vernichtung der Unterlagen. Damit kann der Vorfall nie aufgeklärt werden. Was bleibt, ist die Aussage von be), die nur auf dem Prüfstand menschlicher Logik gestellt werden kann. 232)Organspender seien nach der Organentnahme unwiederbringlich tot be) „Sicher ist nur, dass der Organspender unwiederbringlich tot ist nach der Spende.“ Organspender sind nicht erst nach der Organspende unwiederbringllich tot, sondern seit dem Nachweis des Hirntods. 233)Eine Krankenschwester würde HTD durchführen be) „Eine Freundin von mir arbeitet an einer auf Organtransplantation spezialisierten Uni als Intensivschwester. Ihre Aufgabe war es unter anderem, die gesetzlichen Hirntod-Untersuchungen durchzuführen und zu protokollieren.“ Die HTD haben nach dem TPG zwei voneinander unabhängige, auf diesem Gebiet erfahrene Ärzte durchzuführen, keine Krankenschester. Diese kann bestenfalls assistieren. 234)Es würde eine 20-minütige Nulllinie gemacht werden be) „ Sie hat mir erzählt, wie schwierig es manchmal ist, eine 20-minütige Nullkurve im Diagramm zu bekommen, denn manchmal schlägt der Monitor wieder aus, wenn draußen im Flur Lärm ist, ein Flugzeug über die Klinik donnert oder jemand zur Türe hereinkommt. Ich denke da immer an meinen Exmann, bei dem ich Ähnliches beobachtet habe und der heute noch lebt.“ Nicht nur in der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD (Anmerkung 6, Durchführung der EEG-Untersuchung), sondern auch im Protokoll(!) der HTD steht ausdrücklich, dass mind. 30 Minuten Nulllinie gefordert sind, nicht nur 20 Minuten.25 Bei AEP, was auch eine von der [[BÄK]] zugelassene Untersuchung der HTD ist, werden dem Patienten Töne von 95 dB verabreicht. Das entspricht etwa dem Lärm eines Presslufthammers in 1 m Entfernung oder lauter Musik in einer Diskothek. - Was stört da den Hirntoten der Lärm auf dem Flug, das Flugzeug über der Klinik oder gar wenn jemand bei der Türe herein kommt? Bei dem Exmann handelte es sich de facto um keinen Hirntoten, sondern um einen reanimierten Herztoten. Auch sah be) auf das EKG (Herz), nie auf das EEG (Gehirn). Auch hier liegen Welten dazwischen. 235)Forderung: Mehr Humanität in der OS be) „Ich meine, Organtransplantation ist ein großes Geschäft, das etwas mehr Humanität gut vertragen könnte.“ Die Forderung um „etwas mehr Humanität“ bei der TX ist ein schönes Schlagwort, doch was ist damit gemeint? Was will be) erreichen? Wie soll eine humanere TX aussehen? Bedauerlich, dass dies hier fehlt. So wie der Bericht endet, so ist er durchgehend. Immer dort, wo es um Fakten gehen sollte, wird vage angedeutet, wurde es ungenau. Von den sachlichen Fehlern völlig abgesehen. - Daher klärt der Bericht nicht auf, sondern wirft eine Vielzahl von Fragen auf, Fragen die leider nicht sachkundig beantwortet werden können, weil seit dem Jahre 2006 die Akten vernichtet sind.

Therapie/Heilung bei Hirntod

236)Herztote könne man reanimieren a) „Zu Recht fragte kürzlich der Philosoph Don Marquis von der Universität Kansas, warum Personen, unmittelbar nachdem das Herz zu schlagen aufhöre, als tot gelten sollen, wenn man sie doch wiederbeleben könne?“ Diese Frage wurde zwar in Zusammenhang von NHBD26 gestellt, hinterlässt aber in diesem Artikel den Eindruck, dass man Hirntote reanimieren könne. Dass Herzstillstand nicht zwangsweise Eintritt des Todes bedeuten muss, zeigen die Menschen, die erfolgreich reanimiert wurden, d.h. mit Herz-Druck-Massage und/oder Elektroschock „wiederbelebt“ wurden. Damit wurde das Herz wieder zum selbständigen Schlagen angeregt. Der Mensch lebte weiter. Hierbei gilt es einige Umstände zu bedenken: Diese reanimierten Menschen waren nicht für tot erklärt worden. Sie hatten „nur“ einen Herzstillstand. Auch mehrfach erfolgreich reanimierte Menschen können irgendwann nicht mehr erfolgreich „wiederbelebt“ werden. Reanimation ist kein Weg zum ewigen Leben, sondern eine Maßnahme, den Tod noch nicht jetzt eintreten zu lassen. Der Versuch der Reanimation kann unterschiedlich ausgehen: Der Mensch wird wieder in das volle Leben zurückgeholt. Der Mensch wird wieder ins Leben zurückgeholt, ist aber für den Rest seines Lebens Pflegefall. Hierbei entscheidet der erlittene Schaden im Gehirn über die Schwere der Pflege. Dies kann von leichten Einschränkungen im Leben bis zum Apallischen Symptom reichen. Der Mensch kann nicht ins Leben zurückgeholt werden, er ist tot. Führte die Reanimation nicht zur „Wiederbelebung“, so wird als Todeszeitpunkt nicht der Beginn des Herzstillstands eingetragen, sondern das Ende der Reanimation, denn so lange wurde noch der Blutkreislauf künstlich aufrechterhalten, wenn auch mit einer Pause zwischen dem Herzstillstand und dem Beginn der Reanimation. Die Reanimation eines Menschen mit Herzstillstand ist auf eine „Reanimation“ eines Hirntoten nicht übertragbar. Für eine Reanimation ist ein funktionierendes Organ notwendig. Wenn z.B. durch einen Herzinfarkt der Herzmuskel reißt und das Blut in den Brustraum fließt, nützt keine Reanimation durch Herz-Druck-Massage. Dieser Mensch stirbt anhand der inneren Verblutung, die der Herzinfarkt über den Riss im Herzmuskel verursacht hat. Ähnlich ist es bei einem Hirntoten. Da gibt es nichts zu reanimieren. - Die Medizin ist noch nicht einmal in der Lage, kleine abgestorbene Bereiche des Gehirns – z.B. nach Hirnschlag – zu „reanimieren“. Wie will die Medizin dann das gesamte Gehirn reanimieren? Reanimationen sind überhaupt möglich, weil das Herz „nur“ das Blut durch den Körper pumpt und dabei autonom schlägt, d.h. es braucht hierzu keinen äußeren Anreiz. Auf die Herzfrequenz hat das autonome Nervensystem Einfluss, genauer über Sympathikus und Parasympathikus. Auch hierfür wird das Gehirn nicht gebraucht. Der Ruhepuls aber regelt das Herz selbst über den Sinusknoten. 237)Die Medizin könne heute viele Menschen retten ad) „Normalerweise fällt der Herztod mit dem Hirntod zusammen. Das Aussetzten des Herzschlags oder das Versagen der Atmung zwingen den Arzt heute jedoch 'nicht mehr wie früher zum resignierenden Einstellen seiner Bemühungen. Durch gezieltes Unterstützen der Herztätigkeit, durch maschinelle Dauerbeatmung und durch Anwendung künstlicher Nieren kann der Funktionsausfall lebensnotwendiger Organe oft so lange überbrückt werden, bis sich die geschädigten Organe wieder erholt haben oder ein chirurgischer Eingriff möglich geworden ist. Das gilt vor allem bei Schädel-Hirnverletzungen, Narkosezwischenfällen, Vergiftungen, Herzinfarkten und Lungenembolien'. Der Herzschlag und die Atmung funktionieren noch, aber die Regelfunktion des Gehirns sind irreversibel erloschen. Der Hirntod beruht auf dem Faktum, dass das Gehirn vor den anderen Organen des Menschen abstirbt, dass der Tod des Gehirns und der Tod des übrigen Organismus zeitlich stärker differenzieren können, bis zu Monaten, und dass die Intensivmedizin grundlegende Lebensfunktionen, wie Atmung und Kreislauf künstlich über längere Zeit aufrechterhalten kann.“ Aufmerksame Leser erkennen den Widerspruch in diesem Abschnitt: In der Mitte des Textes heißt es „Herzschlag und die Atmung funktionieren noch“, am Ende heißt es, dass „Atmung und Kreislauf künstlich über längere Zeit aufrechterhalten“ werden. Das Herz schlägt autonom, aber die selbständige Atmung ist bei Hirntoten erloschen, dazu auch lebensnotwendige Fähigkeiten wie Essen und Trinken. Da der Schluckreflex fehlt, müssen Hirntote über Magensonde oder Infusionen künstlich ernährt werden. Bei Hirntoten sind drei lebenswichtig Funktionen – atmen, essen und trinken – erloschen, da das hierfür notwendige Zentrum – das Gehirn – abgestorben ist. Da es tot ist, kann es nicht therapiert und somit „repariert“ werden, wie es die Einleitung dieses Textabschnitts suggeriert. Diese Monate lange Differenz zwischen Hirntod und Herztod entsteht nur bei schwangeren Hirntoten, da bei ihnen das ungeborene Kind gerettet werden soll. Bei den übrigen Hirntoten werden nach festgestelltem Hirntod die Geräte abgeschaltet, wenn der Hirntote nicht zur OS freigegeben ist, oder es erfolgt die OS. 238)Über Heilungschancen von Hirntoten m) „Es wird wenig Interesse dafür aufgebracht, die langfristigen Heilungschancen von 'hirntoten' Patienten unter den heutigen Möglichkeiten der Lebenserhaltung zu erforschen.“ Wir haben mehr als genug Menschen, an denen wir die unterschiedlichsten Schädigungen des Gehirns versuchen können zu heilen. Dies beginnt bei den Patienten mit Hirnschlag (Schlaganfall) und reicht bis zu den Patienten im tiefen Koma. Solange wir an diesen zahlreich zur Verfügung stehenden Menschen – ein Mehrfaches als die Zahl der Hirntoten – keine nennenswerte Erfolge verzeichnen können, braucht sich niemand an die Hirntoten heranwagen. - Möge sich m) an die Arbeit gehen! 239)Forderung um Beweis der Unumkerhbarkeit bt) „Wer kann beweisen, dass der von Menschen Totgesagte nicht doch noch zum Leben zurückfindet?“ Ganz einfach: Pflegeheime sind voll mit komatösen Patienten, die noch Aktivitäten des Gehirns aufzeigen und daher keine Hirntoten sind. Keiner dieser Patienten mit teilweise aufgelöstem Gehirn ist je wieder zum Leben zurückgekehrt. Somit wird es ein Hirntoter erst recht nicht schaffen. 240)Herz kann verletzte Gewebeteile stilllegen, vielleicht auch das Gehirn n) „Ein Funktionsausfall muß nicht den Tod des Gewebes bedeuten. Das Herz kann verletzte Gewebeteile stilllegen, um Heilung zu erleichtern. Wahrscheinlich besitzt das Gehirn ebenfalls diese Eigenschaft.“ n) „Dennoch ist das Gehirn regenerationsfähig.“ Das Herz vermag nach einem Herzinfarkt abgestorbenes Gewebe stilllegen. Es wird jedoch damit in seiner Leistung dauerhaft geschwächt. Das abgestorbene Gewebe kann nicht wieder reaktiviert werden. Sterben durch einen Hirnschlag Gehirnzellen ab, so bleiben diese Gehirnzellen tot. Sie können nicht reanimiert werden. Dass der Patient die verlorenen Fähigkeiten ganz oder teilweise zurückgewinnen kann, hängt mit der Fähigkeit zusammen, dass andere – noch funktionierende – Gehirnzellen diese Aufgaben übernehmen. Ist – wie bei einem Hirntoten - jedoch das ganze Gehirn abgestorben, gibt es keine funktionierende Teile des Gehirns, die diese Aufgaben übernehmen können. 241)Regenerierbarkeit der lebenswichtigen Organe m) „Die zentralen lebenswichtigen Organe haben die Fähigkeit, Zellen zu regenerieren und/oder Aufgaben auf andere weniger geschädigte Gebiete des gleichen Organs zu verlagern. ... Auch das Gehirn kann auf verschiedene Weise 'gelähmt' sein. Eine prospektive Studie an 'hirntoten' Patienten könnte kostspielig sein. Aber es könnten vielleicht diejenigen Patienten erkannt werden, die das Potenzial für eine teilweise oder völlige Erholung haben.“ Aus dem Hirntod erholt sich niemand. Abgestorbene Gehirnzellen bleiben tot wie jeder Leichnam tot bleibt. Da nützt auch keine Reanimation. Für Menschen mit Hirnschlag oder bis hin zum tiefen Koma mögen diese Studien sicherlich sinnvoll sein. Hier hat m) auch zahlreiche Patienten, an denen er seine Künste versuchen kann und die ihm bei Erfolg sicherlich dankbar sind. Wenn es ihm dabei gelingt, einen für alle gangbaren Weg der Heilung zu finden, ist ihm der Nobelpreis sicher. Bei Menschen mit Hirnschlag bis hin zum tiefen Koma entstehen auch keine nennenswerten Mehrkosten. Diese Patienten haben wir bereits lebend, entweder selbständig (Hirnschlag) oder an den Geräten angeschlossen (tiefes Koma). Wir haben sie über Monate, Jahre und Jahrzehnte. 242)Eindruck: Hirntote könnten therapiert werden ab) „Durch gezieltes Unterstützen der Herztätigkeit, durch maschinelle Dauerbeatmung und durch Anwendung künstlicher Nieren kann der Funktionsausfall lebensnotwendiger Organe oft so lange überbrückt werden, bis sich die geschädigten Organe wieder erholt haben oder ein chirurgischer Eingriff möglich geworden ist. Das gilt vor allem bei Schädel-Hirnverletzungen, Narkosezwischenfällen, Vergiftungen, Herzinfarkten und Lungenembolien.“ Cd) „Viele gehirnverletzte Patienten, sogar wenn sie in tiefem Koma liegen, können wieder gesund werden und ein normales tägliches Leben führen; ihr Nervengewebe mag nur ruhen und nicht unwiderruflich geschädigt sein in Folge einer teilweisen Verringerung der Blutversorgung zum Gehirn.“ Dies stimmt bedingt. - Erholen kann sich nur, was noch lebt. Was jedoch abgestorben ist, lebt nicht mehr. Dies gilt auch beim Gehirn. Was tot ist, kann sich nicht erholen. Wenn das Gehirn in seiner gesamten Grundfunktion nicht mehr funktioniert, weil die Gehirnzellen abgestorben sind, gibt es keine Regeneration. Dies ist massenweise in neurologischen Kliniken anzufinden, wo die Patienten nach längerem Herzstillstand, mit Schädel-Hirntrauma und schweren Hirninfarkten liegen. 243)Heilversuch mit Unterkühlung (Hypothermie) m) „Hypothermie (Unterkühlung) könnte ein Beispiel für einen Erfolg versprechenden Heilversuch sein.“ n) Aus São Paulo wird „berichtet, daß 50 bis 70% der Patienten, die in tiefem Koma und ohne Hirnstammreflexe waren, aus der ischämischen Penumbra erwachen und zu normalem oder fast normalem Leben zurückkehren, wenn man sie ... mit zeitweiliger Unterkühlung um 3-4 Grad Celsius behandelt.“ s) zitiert Regina Breul: „Professor Jan Talar aus Polen hat mit einer speziellen Therapie mehr als 500 Komapatienten wieder gesund gemacht. Bei mehr als der Hälfte dieser Patienten hatte man die Angehörigen nach der Erlaubnis zur Organentnahme gefragt“ Ce) „Senkt man die Körpertemperatur um 3-4 Grad Celsius und gibt man den Patienten ausreichend Schilddrüsenhormon, können 70% der 'Hirntoten' wieder völlig gesund werden.“ ai) zitiert einen Text von Jeret und Benjamin aus dem Amerikanischen mit eigener Übersetzung: „70% der Opfer schwerer Kopftraumata in Tiefkoma, die nicht dem Apnea-Test unterzogen werden, könnten in den normalen Alltag zurückkehren, wenn ihre Körper für 12 bis 24 Stunden auf 33 Grad unterkühlt würden.“ Mp) „Der Vollständigkeit halber sei auf Texte verwiesen, die Sie bei der Recherche finden werden und in denen reklamiert wird, vermeintlich Hirntote könnten in nennenswerter Zahl mittels Hypothermie (...) ins Leben zurückgeholt werden.“ Die Penumbra (lat. Halbschatten) ist bei einem Hirninfarkt der Bereich zwischen den bereits abgestorbenen und den noch lebenden Gehirnzellen. In der Penumbra sind die Gehirnzellen im Begriff des Absterbens. Erhalten sie rechtzeitig wieder Sauerstoff und Glukose, können sie sich u.U. erholen und zum Leben zurückkehren. Die bereits abgestorbenen Zellen bleiben deswegen weiterhin tot. Ischämie (griech.) bezeichnet eine Minderdurchblutung oder vollständiger Ausfall der Durchblutung eines Organs. - Ischämisches Penumbra entstehen somit durch teilweisen (Hirnschlag) oder vollständigen Stillstand des Blutkreislaufs, der jedoch wieder nach etlichen Minuten wieder aufgehoben wurde. Die hier genannte Unterkühlung ist eine vorbeugende Maßnahme, um an Gehirnzellen zu retten, was noch zu retten ist. Damit ist es keine therapeutische Maßnahme, sondern reine Prophylaxe. Die Hypothermie kann nur bei ischämisch-hypoxischen Hirnschaden angewendet werden, d.h. nach längerem Stillstand des Blutkreislaufes z.B. nach Herzstillstand. Unter den Todesursachen der Organspender des Jahres 2010 waren es 188, d.h. knapp 15%. Das sind die Menschen, denen selbst die Hypothermie nicht mehr half. Hypothermie kann nicht angewandt werden bei Hirnblutungen (53% der Todesursachen von Organspendern), Schädelhirntraumen (18% der Todesursachen). Hypothermie soll bereits 1982 beim Falkland-Krieg angewendet worden sein, um schwer Verwundeten mit ischämisch-hypoxischen Hirnschaden das Leben zu retten. Bei Patienten mit ischämisch-hypoxischen Hirnschaden oder Hirninfarkt wird das Blut auf 33°C abgekühlt. Dadurch verläuft der Stoffwechsel langsamer und damit auch das Absterben der Gehirnzellen. Mit Hypothermie soll also weiteres Absterben der Gehirnzellen verhindert werden. Es ist somit keine Maßnahme, die an einem Hirntoten vorgenommen wird, sondern an Patienten, die drohen, in den Hirntod zu sterben. Wie beim Versuch der Reanimation könnte die Maßnahme ein voller Erfolg sein, sie könnte jedoch auch zu einem Patienten im tiefen Koma führen, je nach Schwere des ischämisch-hypoxischen Hirnschadens. Es kann jedoch auch alles zu spät sein und dennoch in den Hirntod führen. - Es sollte deswegen aber im Vorfeld dennoch alles versucht werden, zu retten, was noch zu retten ist. Es ist Nonsens, bei Hypothermie von Heilversuchen zu sprechen. - Wenn diese Autoren so sehr von ihrer Aussage der Heilung des Gehirns überzeugt sind, dürfen sie dies gerne an deutschen Patienten mit Hirnschlag bis hin zum tiefen Koma in den Pflegestationen anwenden. Wenn sie diese mit Hypothermie geheilt haben, dürfen sie sich gerne bei den Hirntoten versuchen. Für einen Hirntoten gibt es keine Heilungschancen. Dies zu behaupten ist irreführend. 244)Hirntoten könne man mit Körperkühlung auf 33°C geholfen werden Ng) „Der Organlieferant wird für tot erklärt, weil man seine Organe braucht, und nicht, um ihnen zu helfen – beispielsweise durch Körperkühlung auf 33 Grad.“ Diese Äußerung ist eine absolute Verkennung der Tatsachen: Zunächst versucht jeder Arzt das Leben des vor ihm liegenden Patienten zu retten. Erst wenn feststeht, dass dieser hirntot ist, wird an die anderen Patienten gedacht. 245)Bei Hypothermie ginge es um mögliche Diagnosefehler und Apnoetest Mp) zur Hypothermie: „Es geht mithin um mögliche Diagnostikfehler und eventuelle Schäden durch den sogenannten Apnoetest.“ Das schreibt Mp) – ein Arzt – zur Hypothermie. Korrekt ist: Hypothermie ist eine Standardbehandlung nach Herz-Kreislauf-Stillstand. Durch die Reanimation wurde die Ursache für Gefährdung des Gehirns behoben. Die Hypothermie soll weiteres Absterben der geschädigten, aber noch nicht abgestorbenen Gehirnzellen, verhindern. Es soll damit nicht nur der Hirntod verhindert werden, sondern auch jede Form von Gehirnschaden. - Hypothermie gehört nach der erfolgreichen Reanimation als 2. Schritt zur Therapie, lange vor der HTD, und macht nur dort einmalig Sinn. Die Verknüpfung mit Diagnosefehler und Apnoetest ist daher irrig. 246)Hirntote seien wieder gesund geworden Be) und Bi) „Indessen wurden Fälle bekannt, in denen bei Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen, bei sog. 'Hirntoten', diese Patienten wieder gesund wurden.“ Kein Hirntoter wurde je wieder gesund oder kehrte irgendwie wieder ins Leben zurück. Diese höchst seltene Fälle waren die Folgen von nicht ordnungsgemäß durchgeführten HTD in anderen Ländern. In D/A/CH ist so etwas heute nicht vorgekommen. 247)Ärzte würden auF Todeszeichen statt auf Lebenszeichen schauen Ta) „Anstatt 'Zeichen des Lebens' zu finden, um den Überlebenskampf der Sterbenden zu unterstützen (zB durch Körperkühlung auf 33°), nutzen Ärzte ihre enorme Vertrauensposition aus und suchen bei ihnen verbissen nach 'Zeichen des Todes'.“ Selbst bei der Durchführung der HTD halten die Ärzte noch Ausschau nach Lebenszeichen. Sie fordern den Patienten dazu geradezu heraus. Sind jedoch keine zerebrale Lebenszeichen vorhanden, ist der Mensch hirntot. 248)Bei Hirntoten würde man zur palliativer Therapie wechseln Ms) „Wiederum ein Teil dieser Patient_innen befindet sich in einem Zustand des irreversiblen Komas; in diesen Fällen stellt sich die medizinethische und juristische Frage nach der Erlaubnis zum Abbruch der Behandlung oder zum Wechsel von kurativer zu palliativer Therapie.“ Hirntote sind nicht im irreversiblen Koma, sondern tot. Dies beschrieben bereits im Jahre 1959 Pierre Mollaret (1898-1987) und Maurice Goulon (1919 -2008) mit dem Begriff „Coma depassé“ (jenseits/unterhalb des Komas). In keinem Land der Welt wird jemand nach festgestelltem Hirntod palliativ weiterbehandelt. Es gibt dann nur noch die Beendigung der Therapie oder die OS. 249)„Wiederbelebung des Gehirns“ Der Terminus „Wiederbelebung des Gehirns“ ist in einigen medizinischen Schriften zu finden.27 Auch die Richtlinie zur HTD nennt eine „Wiederbelebungszeit des Gehirns“. - Googlefight fand am 23.2.12 für „Wiederbelebung des Gehirns ist möglich“ 8.120 Eintragungen im Internet, für „Wiederbelebung des Gehirns ist möglich“ 8.000 Eintragungen. D.h. im Internet ist häufiger die Falschaussage der Reanimation des Gehirns zu finden wie die korrekte Information. Dem gegenüber stehen Aussagen von der Uni Ulm: „Eine Wiederbelebung des Gehirns ist unmöglich.“28, der DSO: „Eine Wiederbelebung des Gehirns ist nicht möglich.“29 und „Eine Wiederbelebung des Gehirns ist nicht möglich. Ein Hirntoter kann niemals sein Bewusstsein wieder erlangen, also nie mehr wahrnehmen, denken, fühlen, reagieren oder sich äußern.“30 Woher stammt denn dieser scheinbarer Widerspruch zwischen den medizinischen Schriften und den Aussagen der DSO? Die medizinische Fachliteratur bezeichnet mit dem Terminus „Wiederbelebung des Gehirns“ die Bemühung, den ischämisch-hypoxischen Hirnschaden (z.B. nach Herzstillstand) durch Abkühlung des Blutes auf 33°C und anderer Maßnahmen möglichst gering zu halten. Diese in der medizinischen Fachliteratur genannte „Wiederbelebung des Gehirns“ trifft somit den Sachverhalt. Die genannten Maßnahmen sind prophylaktischer Natur. Den medizinischen Laien verwirrt dieser Terminus. Es entsteht sogar der Eindruck – was in diesem Unterkapitel auch zum Ausdruck kam -, dass Hirntote reanimiert werden könnten. Dies geht leider nicht. Hirntot bleibt tot. Um solche Missverständnisse zu vermeiden, sollte in der medizinischen Fachliteratur für diese Erste-Hilfe-Maßnahmen ein anderer Begriff verwendet werden, wie z.B. Aufleben, Zurück-kommen oder das Englische „Outcome“.

Wahrnehmung von Hirntoten

250)Hirntote könnten u.U. noch was wahrnehmen Ms) „Bis vor einigen Jahren gingen Mediziner_innen auch davon aus, komatöse Patient_innen könnten nichts wahrnehmen. Heute zeigen vielfältige Forschungen, dass auch Menschen im „Wachkoma“ (medizinisch korrekter ist der Begriff unresponsive wakefulness syndrom) über ein – wenn auch möglicherweise sehr eingeschränktes – Bewusstsein verfügen.“ Hirntote sind keine komatöse Patienten, auch keine im Wachkoma. Daher ist dieser Vergleich in Bezug auf Wahrnehmung unlauter. - Da bei Hirntoten in D/A/CH Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm ausgefallen ist, ist weder Bewusstsein noch Wahrnehmung möglich. Dies ist erloschen. 251)Bei Hirntoten seien wesentliche Teile des Gehirns aktiv ce) „Die namhaften Transplantationsärzte Franklin Miller vom National Institute of Health und Robert Truog von der Harvard University weisen darauf hin, dass nach den Feststellungen der Wissenschaft auch beim sogenannten 'Hirntod' noch wesentliche Teile der integrativen Funktion des Gehirns wirksam sind.“ Das kann bei einigen Hirntoten der USA durchaus der Fall sein, weil die USA den Hirntod als Hirnstammtod definiert hat, D/A/CH hingegen als Gesamthirntod. Daher ist diese Aussage nicht auf D/A/CH übertragbar. 252) 253)o

Juristisches zum Hirntod

254)Die HTD würde oft ohne Einwilligung durchgeführt werden ba) Die HTD wird „oft ohne Einholung einer Einwilligung durchgeführt. Dies trotz der damit einhergehenden Belastungen und Schädigungen des Patienten, wie Beklopfen der Augäpfel, Durchstechen der Nasenscheidewand und finalem Apnoe-Test, der schwere Erstickungsanfälle verursachen kann und einen Himschaden oft erst auslöst. Behandelt man so einen Sterbenden, wenn der Patient denn überhaupt sterbend sein sollte?“ Die HTD wird grundsätzlich ohne Einholung einer Einwilligung durchgeführt, denn die HTD ist noch das letzte Mittel der Medizin, um zu kontrollieren, ob an diesem Patienten überhaupt noch irgend etwas im Kopf funktioniert oder ob hier bereits Hirntod vorliegt. Die HTD wird durchgeführt, weil der Patient keinerlei sonst üblichen zerebrale (d.h. vom Gehirn ausgehende) Reflexe besitzt, die sonst ein Komapatient noch aufweist. Um den Patienten nicht unnötig zu belasten oder gar zu schädigen, schreibt das Protokoll der HTD eindeutig die Reihenfolge der klinischen Diagnostik vor. Dabei wird mit dem Pupillenreflex begonnen und mit dem Apnoe-Test geendet. Zeigt sich jedoch bei irgend einem Test eine Reaktion, wird die HTD unverzüglich abgebrochen, denn es liegt kein Hirntod vor. Alle weiteren Tests kann man sich damit sparen. Der vom Hirnstamm ausgehende Atemreflex gehört zu den stärksten Reflexen von Säugetieren und damit auch des Menschen. Ist dieser Reflex auch dauerhaft erloschen, fehlt ihm eine Grundlage des Lebens, das Atmen. Der dabei mögliche Hirnschaden steht in keinem Verhältnis zu dem bereits vorhandenen Hirnschaden.31 255)o

Sonstiges zum Hirntod

256)„Ad Hoc“ bedeute „auf die Schnelle, oberflächlich“ af) „'Ad Hoc' bedeutet: zu diesem Zweck gebildet oder gemacht. In der englischen Umgangssprache wird ad hoc heute verwendet mit der Bedeutung 'auf die Schnelle, oberflächlich, ohne zu vertiefen'. Also bereits im Untertitel ist die Zweckorientierung von den Autoren selbst festgelegt!“ Bei Wikipedia steht für unter „Ad Hoc“: „(lat. für 'zu diesem, hierfür') ist eine lateinische Phrase und bedeutet 'für diesen Augenblick gemacht' oder 'zur Sache passend'.“ Da in dieser Ad Hoc-Kommission gebildete Menschen saßen ( Mediziner, Juristen und Theologen), darf angenommen werden, dass sie der lateinischen Sprache mächtig waren und „Ad Hoc“ auch in diesem lateinischen Sinne verstanden haben. Zudem beschreibt es sehr treffend das Ziel dieser Kommission, was sich auch in den einleitenden Worten ihres Beschlusses wiederfindet: „Unser primäres Anliegen ist, das irreversible Koma (= Coma depasse) als neues Todeskriterium zu definieren.“ Ein Hinweis am Rande: An der Börse gibt es nach § 15 WpHG eine Pflicht zur Veröffentlichung einer Ad-hoc-Meldung. Dies sind Tatsachen, die den Börsenkurs der zugelassenen Wertpapiere erheblich beeinflussen. - Von wegen: „ohne zu vertiefen“. 257)Die Ad-Hoc-Kommission hätte den Herztod aufgehoben af) „Die Zweckgebundenheit der neuen Todesdefinition wird vom Commiteé selber beschrieben, nachdem die bisherigen Todeskriterien kurzerhand und ohne Begründung für obsolet, also veraltet, deklariert werden.“ ak) „Umdefinition hieß das Zauberwort, um aus dem Dilemma herauszukommen.“ ak) „Jene Menschen, die sich in einem irreversiblen (unumkehrbaren) Koma befinden (deren Gehirn nicht mehr arbeitet) und die man heute für hirntot, ja für tot erklärt, galten vor 1968 als lebend. Seit der Umdefinierung des Todesbegriffes gelten diese Menschen - in vielen, wenn auch nicht in allen Ländern - aber als tot.“ Vor 1968 hatte man in den wenigen Jahren seit der Einführung der künstlichen Beatmung kaum Hirntote, vor der Einführung der künstlichen Beatmung hatte man keine Hirntoten. Das Problem Hirntod ist eine Folge der künstlichen Beatmung. Daher war es notwendig, eine Definition zu schaffen, wie mit den Menschen umgegangen werden soll, deren Gehirn nachweislich abgestorben ist. Im normalen Sterbeprozess stirbt der Sterbende nach etwa 10 Minuten nach dem Herzstillstand in den Hirntod. Die Intensivmedizin schafft jedoch durch Reanimation und künstliche Beatmung Zustände, in denen das Gehirn zwar abgestorben ist und das Herz (wieder) schlägt. Es war die Intensivmedizin, die diese Frage nach dem Umgang mit diesen Hirntoten aufbrachte. Die TX hat die Frage nur verschärft. Bei Komapatienten ist noch Stoffwechsel einiger Gehirnzellen nachweisbar, beim Hirntoten nicht mehr. Dies ist ein klarer und entscheidender Unterschied. Der Herztod galt bis 1968 als Eintritt des Todes, war aber seit Ende des 18.Jh. kein sicheres Todeszeichen mehr. Dies waren Totenflecken und Totenstarre. 258)Den Tod hätten die Menschen seit Jahrtausenden deutlich erkennen können Bf) „Ob ein Mensch auf dieser Erde geboren oder gestorben ist, konnte durch all die Jahrhunderte, ja durch die Jahrtausende von jedermann erkannt und festgestellt werden, auch wenn die Bürokratie in Deutschland für die Feststellung des Todes eine ärztliche Todesbescheinigung benötigt, um das Vertuschen eines gewaltsamen Todes oder einen Scheintod zu verhindern. Die Diagnose 'tot' kann jedoch jeder praktische Arzt leicht stellen und bestätigen.“ Der Begriff und die Angst vor dem Scheintod – was sich bis heute noch gehalten hat -, kam Ende des 18. Jh. mit den ersten erfolgreichen Reanimationen auf. Plötzlich kam die Frage auf, ob man nur zum Schein tot sei. Daraus resultieren die bis heute gebliebenen Totenstarre und Totenflecken als sichere Todeszeichen. Alleine anhand von Herz- bzw. Atemstillstand wird daher heute kein Arzt sagen können, ob jemand lebt oder tot ist. Der Ausgang der Reanimation wird dies entscheiden. So wie es im 19. Jh. eine Pandemie des Scheintodes gab, so ist diese seit Ende des 20. Jh. im Zusammenhang des Hirntods zu erkennen. 259)Die Hirntod-Definition sei eine Lüge y) „Wenn man zugeben würde, dass diese hirntoten Menschen nicht empfindungslose Verstorbene, sondern Sterbende, im Zweifel mit Schmerzempfinden sind, dann müsste man sich von der Organtransplantation verabschieden! Deshalb wird einfach eine Lüge aufrecht erhalten. Ohne Hirntoddefinition gäbe es gar keine Transplantationsmedizin.“ Mj) „Nach meinem Empfinden existiert die ganze Transplantationsmedizin nur auf der Grundlage einer Lüge – der Lüge, daß der Mensch tot ist, wenn man einen Teil von ihm, sein Gehirn, als tot bezeichnet.“ Hirntote sind Tote, denn ihr Bewusstsein und ihre Wahrnehmung ist erloschen. 260)Drei Ansätze zum Hirntod Mk) „Prinzipiell sind drei Antworten denkbar: Mit dem Hirntod ist der Mensch tot (Mehrheitsmeinung). Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen (Minderheitenmeinung), und alternativ: Die Frage ist nicht entscheidbar.“ Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. Dies ist medizinisch-wissenschaftlich belegbar. 261)Die Intensivmedizin habe den Tod menschlicher Willkür verfügbar gemacht Mk) „In der Intensivmedizin werde der natürliche Sterbeprozess 'technisch überformt' und damit in bestimmtem Maß 'menschlicher Willkür verfügbar'. So habe das Bild des Todes seine Eindeutigkeit verloren.“ Die Intensivmedizin rettet Leben, wo es bislang nicht möglich war, das Leben zu erhalten. Sie verzögert jedoch zuweilen auch das Sterben oder schafft Hirntote. Mit diesem Faktum gilt es gut umzugehen. Tote werden nicht weitertherapiert, auch keine Hirntote, denn wozu auch? Das ist keine Willkür, ebenso wenig wie der Hirntod selbst. 262)Die Medizin würde für den biologischen Tod haften Mk) „Die Medizin haftet für die Symptom-Präzision des biologischen Todes.“ Die Medizin haftet für den Tod des Menschen. Der biologische Tod (Tod der letzten Körperzelle, nach etwa einer Woche nach Herztod) ist eine Folge des Todes. 263)Ein Toter könne bestattet werden, ein Hirntoter nicht Bf) „Der tote Mensch kann beerdigt oder in einem Krematorium verbrannt werden. Bei einem Gehirntoten ist dies nicht möglich, weil sein gesamter Körper noch lebt, lediglich die Funktion des Gehirns ausgefallen ist.“ Die HTD stellt den Tod des Menschen fest. Danach wird er für die Bestattung fertig gemacht, entweder durch OS oder durch Beendigung der Therapie. 264)Hirntote hätten ein „tierähnliches Leben“ Mf) zitiert ohne Quellenangabe: „Denn ist das Gehirn erst tot, können die verbleibenden Lebenszeichen nur noch als Teil eines tierähnlichen Lebens betrachtet werden.“ Kennzeichen jeden Lebens ist, dass es frei von technischen Systemen selbständig lebt. Hirntote brauchen dauerhaft künstliche Beatmung und unterschiedliche medizinische Unterstützung für die teilweise ausgefallene Homöostase. Zudem trifft bei Hirntoten das „tierähnliche Leben“ nur für hirnlose Tiere zu, so wie z.B. Quallen. 265)Bei der HTD würde gezielt nach Todeszeichen gesucht werden Mf) zur HTD: „Es wird gezielt nach Todeszeichen gesucht!“ Mf) HTD sei eine „explizite Suche und Erfassung von Todeszeichen.“ Es wird bei der HTD nicht gezielt nach Todeszeichen gesucht, sondern nach Lebenszeichen. Darauf ist die klinische Diagnostik bei der HTD ausgerichtet. Wenn sich auch nur ein zerebraler Reflex zeigt, ist es ein Zeichen, dass dieser Mensch noch lebt. 266)Mit der 2. Unterschrift sei der Tod eingetreten Mf) „Mit der zweiten Unterschrift unter das Hirntodprotokoll ist der Tod eingetreten (trotz erhaltener Lebenszeichen).“ Mit der 2. Unterschrift unter das Hirntodprotokoll wird der Hirntod bestätigt. Eingetreten ist er bereits Stunden oder Tage früher. - Die erhaltenen Lebenszeichen sind spinale Reflexe. Alle zerebralen Reflexe, Wahrnehmung und Bewusstsein sind erloschen. 267)Worte aus einer Podiumsdiskussion von 1968 af) „Am 20.6.1968 bei einer Podiumsdiskussion in Göttingen fielen folgende Sätze: 'Sie wissen alle, dass man sich dazu entschlossen hat, wenigstens die meisten, den Gehirntod mit dem Tod des Menschen gleichzusetzten... .Dann bestände also sozusagen allgemeine Einigkeit darüber, zumindest dahin zu tendieren, den Tod des Gehirns als Tod des Menschen zu betrachten'. Entschlossen... allgemeine Einigkeit... die meisten... gleichzusetzten... : also doch nicht naturwissenschaftlich erwiesen, wie es die Bundesärztekammer immer behauptet!“ Diese Podiumsdiskussion war am 20.6.1968. Am 5.8.1968 veröffentlichte die Ad-Hoc-Kommission die neue Richtlinie, also nach dieser Podiumsdiskussion. Die [[BÄK]] hat nicht erst mit dem 5.8.1968 mit dem Thema Hirntod begonnen. Diese Hirntoten hatte auch Deutschland seit der Einführung der künstlichen Beatmung in den deutschen Kliniken. Auch an ihnen wurde versucht, irgendwelche Lebenszeichen des Gehirns wie EEG zu bekommen und ging immer leer aus. Man hatte auch jahrelange Erfahrung mit den komatösen Patienten, die in Pflegeeinrichtungen an der künstlichen Beatmung hingen, jahrelang, ohne jede Verbesserung. Aber diese Menschen weisen noch Hirnaktivitäten auf. Was war jedoch mit den Menschen, bei denen man keine Hirnaktivität mehr ausmachen konnte? Ist das nicht auch Wissenschaft, Wissen schaffend im engsten Sinne des Wortes? 268)Hirnstammtod wäre völlig ausreichend bj) zitiert Martin Klein mit den Worten: „Die Beachtung der britischen 'Hirnstammtod'-Kriterien wären als Grundlage völlig ausreichen.“ (Seite 131) Der [[BÄK]] war dies nicht ausreichend, denn was bei den Briten als Hirntod gilt, wäre bei uns u.U. ein Komapatient. Wenn noch ein EEG abgeleitet werden kann, ist das ein Nachweis auf Bewusstsein, was in England niemand weiters interessiert, sehr wohl aber in Deutschland. Allein die erloschene Eigenatmung ist der [[BÄK]] zu wenig. 269)Statt „nach dem Tod“ sollte heißen „nach dem Hirntod“ Md) „Die Aussage >Organentnahme 'nach dem Tod'< ist falsch und irreführend; sie müsste zumindest lauten 'nach dem Hirntod'.“ Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. Daher ist dies Formulierung korrekt. 270)Hirntote würden atmen bi) „Mit Maschinen unterstützt, können seine Körperfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Verdauung ... aufrecht erhalten werden.“ (Seite 101) Die künstliche Beatmung unterstützt bei Hirntoten nicht die Atmung, sondern ersetzt sie. Denn ein Kriterium des Hirntodes ist die erloschene Eigenatmung. 271)HTD ist unerlässlich für OS a) „Das Konzept des Hirntods ist unerlässlich für die Transplantationsmedizin.“ Dieser Aussage wird jeder Mensch zustimmen. Jedoch ist die HTD nicht nur für die TX da, sondern auch für das Ende der Therapie. Warum sollte ein Hirntoter weiter auf der Intensivstation liegen, wenn die Trennung von Körper und Geist bereits vollzogen ist? Steht ein Hirntoter nicht für eine OS zur Verfügung – weil seine Organe hierfür ungeeignet sind oder weil die Zustimmung zur OS fehlt – wird die Beatmungsmaschine abgeschaltet. Das ist keine Bestrafung des Hirntoten, weil er nicht zur OS zur Verfügung steht, sondern die logische Konsequenz aus dem Zustand Hirntod. 272)Die Definition des Todes soll verfeinert werden - siehe 18) a) „Der Tod trete dann ein, wenn die psychophysische Einheit zerbreche. Und dieser Punkt sei erreicht, wenn das Gehirn so schwer geschädigt sei, wie es bei Vorliegen der neurologisch gefassten Kriterien des Hirntods der Fall sei. Allerdings rät er, die Diagnostik unter Einschluss neuer Methoden zu verfeinern.“ Dieser Empfehlung, die Diagnostik zu verfeinern, kann nur insofern zugestimmt werden, als dass dies Sinn macht: Beim Herztod wird auch nicht die Gerätemedizin von Ultraschall, Röntgen, Szintigraphie, CT, MRT und PET aufgefahren, um zu beweisen, dass das Herz nicht mehr schlägt. Dies lässt sich durch Fühlen des Pulses feststellen. - Mit CT und MRT lässt sich Hirntod nicht nachweisen, PET ist für die HTD unnütze Übertreibung gegenüber der Szintigraphie. Ebenso muss nicht bei jedem Hirntoten für die HTD die Gerätemedizin aufgeboten werden. Hierbei kommt es auf die Vorgeschichte des Hirntoten an. 273)Hirntod sei ein mentaler Tod c) „Das Hirntodkriterium sei kein Kriterium für den Tod, sondern lediglich für den mentalen Tod, schreibt er.“ (Dieter Birnbacher) Wird ein Hirntoter als mental tot bezeichnet, so muss doch noch immer der Gesamtzustand im Blick bleiben. Dieser besagt, dass der mentale Tod eine unumkehrbare Station auf dem Weg zum biologischen Tod ist. Dieser Zustand kann nur aufrecht erhalten werden, weil der Hirntote künstlich beatmet und künstlich ernährt wird. 274)Leichenteile im Organismus würden dessen baldigen Tod verursachen o) „Mit großer Sicherheit hat auch das totgesagte Gehirn noch die Qualität des Lebendigen, denn ein Leichenteil im Organismus würde dessen baldigen Tod verursachen. Es sind lediglich beschreibbare Funktionen nicht mehr wahrnehmbar und messbar.“ Bei jedem größeren Herzinfarkt stirbt Herzgewebe ab, ohne dass der Mensch in Folge des toten Gewebes stirbt. Bei jedem Hirnschlag sterben Gehirnzellen ab, ohne dass der Mensch in Folge des toten Gewebes stirbt. Es gibt Frauen, die Zwillinge erwartet haben und denen während der Schwangerschaft ein Zwilling starb. Oft nach Monaten – zum errechneten Geburtstermin – werden dann zwei Kinder geboren, ein totes und ein lebendes. Damit ist sogar bewiesen, dass sogar eine Leiche im Körper eines Menschen sein kann, ohne dass diese den „baldigen Tod verursachen“ muss. Dass die abgestorbenen Gehirnzellen keine „Qualität des Lebendigen“ haben, kann zweifelsohne mit einem Szintigramm belegt werden, denn wo kein Stoffwechsel erfolgt, dort ist nur Tod. Damit ist diese große Sicherheit als reine Spekulation entlarvt. Ähnlich dürfte es mit der nicht näher beschriebenen „Funktionen“ sein. 275)TX ließ Bedarf an Organen entstehen j) Die Möglichkeit der TX „hat weltweit einen enormen Bedarf nach übertragbaren Organen entstehen lassen.“ Dies ist korrekt, doch was ist die Schlussfolgerung daraus? - Das Vorhandensein des weltweiten Funknetzes macht die Handy-Nutzung möglich. Sollen wir es nun nicht nutzen, weil wir nun überall erreichbar sind? 276)Mediziner wollen möglichst frische Organe s) „Liegt ein Organspendeausweis vor, würden Mediziner versuchen, die Organe so frisch wie möglich zu erhalten.“ Zunächst wird jeder Mediziner versuchen, das Leben des vorliegenden Patienten zu retten. Selbst wenn ein Mediziner großes Interesse an dessen Organen besitzt, so weiß der Arzt am Anfang der Therapie nicht, ob der Patient in den Hirntot stirbt. Erst wenn sicher ist, dass der Patient hirntot ist, wenn für ihn medizinisch nichts mehr getan werden kann, dann erst haben die Ärzte Interesse an seinen Organen. 277)Über die Irreversibilität m) „Wer den irreversiblen Verlust der Hirnfunktion als synonym oder austauschbar mit der Zerstörung des gesamten Gehirns betrachtet, begeht einen doppelten Fehler: er identifiziert die Symptome mit ihrer Ursache und geht von einer einzigen Ursache aus, obwohl mehrere möglich sind.“ Wenn auf der rein neurologischen Diagnostik der HTD geblieben wird, stimmt die Aussage. Wird jedoch hierzu die apparative Diagnostik in den Blick genommen, stimmt die Aussage nicht. - Aus diesem Grunde schreibt die Richtlinie der [[BÄK]] für die HTD für primäre Hirnschädigungen ausdrücklich apparative Untersuchungen vor. Außerdem: Niemand hält einen Arzt davon ab, bei der HTD zusätzlich apparative Untersuchungen mit hinzu zu nehmen. 278)Dürfen Hirntoten Organe entnommen werden? o) „Aber darf der Körper in diesem Fall als Organbank dienen?“ bi) „Der Hirntote wird zur 'Organbank' gemacht, aus der man sich bedienen kann“. (Seite 102) Wenn der Hirntote oder gesetzliche Vertreter dem zugestimmt haben - warum nicht? „Organbank“ ist kein von der Transplantationsmedizin benutzter Begriff, sondern eine Wortschöpfung der Kritiker und Gegner. Der Zweck ist unschwer zu erkennen. 279)Den Hirntod in Frage gestellt sei das Ende der TX e) „Wer den Hirntod als Kriterium für den Tod des Menschen in Frage stellt, macht der Transplantationsmedizin den Garaus. Denn wenn auch die letzten physiologischen Funktionen erlöschen, ist es meist zu spät für die Organspende.“ Wenn man die „letzten physiologischen Funktionen“ eines Körpers abwartet, hat man zu warten, bis die letzte Körperzelle eines Leichnams vollständig abgestorben ist. Es ließe sich hierzu auch sagen, dass auch die Verwesung eine „physiologische Funktion“ ist. 280)Zeitdruck oder Verwechslung? o) „Den Tod als Krankheitsbild zu deklarieren, gehört in der Tat zu einer postmodernen Medizin.“ Den bisher aufgezeigtem Denken von o) folgend müsste es hier heißen: „Ein Krankheitsbild als Tod zu deklarieren, ...“ - So wie er dasteht, macht er keinen Sinn. 281)Es werde nicht zwischen hirntot und tot unterschieden Cb) „Im Organspenderausweis und in offiziellen Aufklärungsbroschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird bisher zwischen 'hirntot' und 'tot' nicht differenziert.“ Hirntot ist tot, mehr als Herztot. - Umgangssprachlich ist es einerlei, durch welchen Tod jemand gestorben ist. Tot ist tot. 282)Ein Patient mit „endgültigem Hirntod“ am) „Bei dieser Verfahrensweise muss vor der Entscheidung, dass ein endgültiger Hirntod vorliegt, ausgeschlossen werden, dass eine Möglichkeit der Regeneration vorliegt (z.B. niedrige Körpertemperatur, den Stoffwechsel verlangsamende Medikamente oder ähnliches).“ Gibt es denn einen vorläufigen Hirntod? 283)Deutsche HTD stünde in Übereinstimmung mit internat. akzeptierten Kriterien am) über die deutsche HTD: „Die in der Verordnung vorkommenden Bedingungen zur Feststellung des Hirntods stehen in Übereinstimmung mit den oben referierten international akzeptierten Kriterien.“ Es gibt keine international übereinstimmende Kriterien zum Hirntod, da es keine Übereinstimmung in der Definition des Hirntods gibt. Es gibt vor allem das Lager des Hirnstammtods und das Lager des Gesamthirntods. Die deutsch Gesamthirntod-Definition stellt sehr hohe Anforderungen an den Hirntod. Das hat zur Folge, dass in anderen Ländern bereits als hirntot angesehen wird, kann in Deutschland als Koma angesehen werden. 284)„Ein Patient mit vollständigem Hirntod“ am) nennt 3 unterschiedliche Definitionen des Hirntods: „(1) Absterben des gesamten Hirns; (2) Tod des Hirnstamms und (3) Tod des oberen Hirnteils (Kortex). Der vollständige Hirntod wird als 'unumkehrbarer Zusammenbruch aller Hirnfunktionen einschließlich des Stammhirns definiert'.“ Die Bezeichnung „vollständiger Hirntod“ ist unüblich. Es wird vom Gesamthirntod gesprochen, wenn die deutsche Definition von Hirntod meint. Außerdem ist der Terminus „vollständiger Hirntod“, den am) in seinem Vortrag 8 Mal verwendet sehr irreführend. Es drängt einem die Annahme auf, dass es einen unvollständigen oder halben Hirntod gäbe. Dem ist nicht so. Hirntod ist unteilbar. Es gibt nur die nationalen Unterschiede der Definition des Hirnstammtods und des Gesamthirntods. am) „Ein Patient mit vollständigem Hirntod liegt in einem tiefen Koma, bei dem der Hirnstamm alle Aktivität verloren hat.“ Die Bezeichnung „vollständiger Hirntod“ verweist auf deutscher Definition des Gesamthirntods, aber die Begrenzung des Hirntods auf den Hirnstamm verweist auf die amerikanische Definition des Hirnstammtods. Was meint nun am) wirklich? am) „Die Entwicklung unserer heutigen Medizin versetzt uns in die Lage, Patienten mit vollständigem Hirntod über Monate oder gar Jahre künstlich 'am Leben' zu erhalten. Eines der Extrembeispiele ist ein junger Mensch, der seit 18 Jahren auf vegetativem Niveau 'am Leben' erhalten wird, obwohl er über keinerlei Hirnfunktionen mehr verfügt.“ Es können nur Hirnstammtote Jahre auf vegetativem Niveau gehalten werden. Bei ihnen können noch Teile des Großhirns und Kleinhirns funktionieren. Dies ist in Ländern wie USA oder England möglich, worauf auch die von am) genannte Quelle verweist.32 – Bei Hirntoten nach der deutschen Gesamthirntod-Definition ist zum Hirnstamm auch Großhirn und Kleinhirn abgestorben. Nach etwa einer Woche hat sich das Gehirn selbst zersetzt und besitzt keine Struktur mehr. Solche Hirntoten lassen sich damit nicht über Jahre auf vegetativem Niveau halten. am) „Weil sich bei Komapatienten nicht alle Hirnfunktionen durch Tests feststellen lassen, wird der vollständige Hirntod durch Messung des Funktionsverlusts des Stammhirns festgestellt.“ Diese Engführung verweist auf die amerikanische Hirnstammtod-Definition. am) „Ein Unterschied zwischen vollständigem Hirntod und Stammhirntod ergibt sich in Ausnahmefällen, wenn das Stammhirn seine Funktion eingestellt hat und, obwohl sich dies nicht vollständig feststellen lässt, diagnostiziert wird, dass auch andere Hirnteile ihre Funktion eingestellt haben.“ Ein Hirnstammtod kann auch vorliegen, wenn noch ein EEG abgeleitet werden kann. Mit einem Szintigramm lässt sich zweifelsfrei feststellen, dass Großhirn und Kleinhirn keinen Stoffwechesel aufweisen, d.h. dass sie abgestorben sind. am) „So sehr der vollständige Hirntod heutzutage Standard ist, gibt es dennoch Einsprüche.“ Der Gesamthirntod ist nicht Standard, er gilt in Deutschland. In vielen Ländern gibt es den Stammhirntod. - Die dann genannten „Einsprüche“ finden sich inhaltlich allesamt hier im Buch und konnten alle als nichtig aufgelöst werden. Von am) wurden diese „Einsprüche“ nur aufgezählt, auf keinen dieser wurde eingegangen oder gar widerlegt. am) „Kurz gesagt ist der Begriff des vollständigen Hirntods seinem Wesen nach auf den Organismus gestützt, während der Kortex-Tod auf der Person beruht.“ Der Kortextod wird nur theoretisch abgehandelt, findet jedoch in keinem Land der Erde Anwendung. Hierüber kann daher nur philosophiert werden. Der Hirnstammtod ist „seinem Wesen nach auf den Organismus gestützt“, nicht der Gesamthirntod. Der in Deutschland geforderte Gesamthirntod zielt auf Person und Körper. Es ist beschämend, dass ein Vortrag dieser Qualität im Jahre 2007 in der Konrad-Adenauer-Stiftung gehalten wurde. Kein Wunder, dass es damit in Deutschland mit der TX so schlecht bestellt ist. - Zudem hat am) weite Teile des Artikels von Steven Laureys „Hirntod und Wachkoma“ fast wörtlich übernommen, die Quelle ist angegeben. 285)Ausgewogene Informationen für die Mitarbeit an der TX bh) „Eine ausgewogene Information über den Hirntod muss Voraussetzung für die Mitarbeit in der Transplantationsmedizin sein und in einem Gesetz festgeschrieben werden.“ Jede Arbeitsgemeinschaft kann nur gut funktionieren, wenn alle Mitarbeitende grundlegend die gleiche Basis haben. So macht es keinen Sinn, einen Atheisten zum Pfarrer zu machen oder einen Wehrdienstverweigerer zum Soldaten. Daher macht es auch keinen Sinn, jemanden an der TX mitarbeiten zu lassen, der für sich und nach außen öffentlich kund tuend den Hirntod als Tod des Menschen ablehnt. 286)Die HTD berge Gefahren, über die der Bürger nicht aufgeklärt sei Cb) „Über belastende Untersuchungen, mögliche Gefahren und Fehleinschätzungen bei der Hirntoddiagnostik wird der spendenwillige Bürger derzeit nicht aufgeklärt. Dieses Wissen ist bisher nur dem medizinisch Geschulten zugänglich. Auch das widerspricht dem Rechtsgrundsatz des 'informed consent'.“ Im Pschyrembel, dem medizinisches Fachbuch, konnte ich alle Informationen – und auch die „Gefahren“ – zur HTD aus dem Internet beziehen. Die [[BÄK]] stellt hierzu die Richtlinien für jeden zugänglich ins Internet. - Wer sich informieren will, kann dies. Die Informationen sind im Internet frei zugänglich, auch für alle medizinisch Unkundigen. 287)Prüfung der Organe vor der HTD Cb) „Die Spenderkonditionierung beginnt nicht selten schon vor der abschließenden Hirntoddiagnostik und dient dazu, die Spenderorgane auf ihre Qualität zu untersuchen und sie für die Transplantation zu optimieren. Dazu gehören u.a.: die Verabreichung von Antibiotika Heparin zur Blutverdünnung (mögl. Nebenwirkung: Hirnbluten) das Legen von zentralen Zugängen bei geplanter Lungenentnahme u.U. eine Bronchoskopie das Legen eines Herzkatheters“ Bis zum festgestelltem Hirntod ist jeder Patient. Damit verbunden wollen die Ärzte sein Leben retten und seine Gesundheit wieder herstellen. So ist es nicht verwunderlich, dass bei einem Gefäßverschluss Heparin zur Auflösung des Thrombus gespritzt wird. Mit Antibiotika und zentralen Zugängen können keine Organe auf ihre Qualität überprüft werden. Beides dient zunächst und vorrangig dazu, das Leben des Patienten zu retten. Bei längerem Herzstillstand will man mit einem Herzkatheter die Ursache beheben. Auch hier geht es um lebensrettende Maßnahmen und nicht um Qualitätsprüfung. Soweit o.g. medizinische Maßnahmen rein der Überprüfung der möglichen Spenderorgane dienen, ist von medizinischer Seite aus zu prüfen und ggf. von der [[BÄK]] auch zu regeln, ob überhaupt und wenn ja, welche dieser Maßnahmen vor der HTD zugelassen sind. Deswegen die OS abschaffen zu wollen, ist eindeutig ein irriger Weg. 288)Prüfung der Organe nach der HTD Cb) „Die Spenderkonditionierung nach Hirntoddiagnostik ist medizinisch unerlässlich und nur bei korrekter Aufklärung erlaubt.“ Warum soll bei diagnostiziertem Hirntod und vorliegendem Zustimmung zur OS noch Erlaubnis zur Spenderkonditionierung eingeholt werden? Der Akt der Organentnahme ist weitaus tiefgreifender und folgenschwerer als die Spenderkonditionierung und zu dieser Organentnahme hat der Hirntote oder sein gesetzlicher Vertreter zugestimmt. 289)Bei Hirntoten sei menschliches Bewusstsein noch aktiv ad) „Wie die Süddeutsche Zeitung mitteilt, wollen britische Wissenschaftler entdeckt haben, dass das menschliche Bewusstsein nach dem Hirntod auch dann noch aktiv ist, wenn das Hirn nicht mehr arbeitet.“ aj) „Doch die Behauptung, der Hirntote verfüge über keinerlei Form von Bewusstsein mehr, steht keineswegs auf unerschütterlichem Fundament.“ England fordert für die Definition des Hirntods nur den Tod des Hirnstamms, Deutschland den Tod von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Daher ist es durchaus möglich, dass in England ein Hirntoter noch Bewusstsein haben kann. Diese britischen Wissenschaftler hätten dies an einem deutschen Hirntoten nicht feststellen können. Es stellt sich hierbei die Frage: Irrte ad) durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds, oder wollte ad) durch Unkenntnis des nationalen Unterschieds bewusst irreführen? 290)Organe dürften nur aus sicher toten Menschen entnommen werden ad) „Der Sterbeprozess muss abgeschlossen sein bei dem, dem man ein lebensnotwendiges Organ entnimmt. Erst dann kann ihm ein unpaariges Organ entnommen werden, wenn es sicher ist, dass der Tod eingetreten ist bei ihm, andernfalls würde man durch die Entnahme des Organs den Tod herbeiführen.“ Der Sterbeprozess ist abgeschlossen, wenn die letzte Körperzelle eines Menschen abgestorben ist. Dann brauchen wir auch nicht mehr über OS reden. Der Individualtod ist mit dem Hirntod gegeben. Daher dürfen Hirntoten Organe entnommen werden, wenn die Zustimmung hierfür vorliegt. 291)Wo ist die medizinisch-ethische Rechtfertigung zur Weiterbehandlung? af) „In dem 'Hirntod-Konstrukt' wird der für Tod erklärte, also streng genommen eine Leiche, weiterbehandelt: wo ist die medizinisch-ethische Rechtfertigung?“ Hirntote werden nur nach festgestelltem Hirntod weiterbehandelt, 1.weil er ein Organspender ist – bis zur Organentnahme 2.weil sie schwanger ist – bis zur Geburt des Kindes. Einen anderen Grund zur Weiterbehandlung gibt es nicht. Daher wird nach der Geburt des Kindes und im anderen Fall die Geräte abgeschaltet. Es wird nicht weiterbehandelt. 292)Das Kreuz als Zeichen des Todes würde nach der Organentnahme eingetragen af) „Obwohl die Patienten dieser Arbeiten vor der Operation, vor der Narkose für 'Hirntod', also für tot erklärt worden waren, wurde gleichsam als psychischer Lapsus das Kreuz als Zeichen des Todes erst nach der Organentnahme eingetragen.“ In Deutschland bekommen Organspender keine Narkose, da ihre bewusste Wahrnehmungsfähigkeit erloschen ist, auch das Schmerzempfinden. Als Todeszeitpunkt wird in Deutschland das Ende HTD eingetragen, d.h. nach festgestelltem Hirntod. Was andere Länder machen, ist deren Sache. Das Kreuz auf dem Protokoll bei der Organentnahme kennzeichnet in Deutschland lediglich den Zeitpunkt, an dem das Herz des Organspenders aufgehört hat zu schlagen. Dies hat jedoch nichts mit seinem Tod zu tun. 293)Sollte es zwei Arten von Tod geben? af) „Die Kriterien die vorhanden sein müssen, wenn nach einer Leichenschau der Tod festgestellt wird, sind auch andere als bei dem 'Hirntod' - soll es zwei Arten von Tod geben?“ Ka) „Selbstverständlich kann es 'verschiedene Tode' nicht geben.“ Es gibt nicht nur zwei Arten von Tod. Es gibt neben den drei medizinischen Todesstadien (Herztod, Hirntod, biologischer Tod (der Tod der letzten Körperzelle)) auch den sozialen Tod. So wie es verschiedene Todesursachen gibt, so gibt es derzeit drei Wege, in den Tod eines Menschen zu gelangen: Herztod, Hirntod und mit dem Leben nicht zu vereinbarende Verletzungen. 294)Der Tod, der mich ins Jenseits führt Ka) zitiert Claudia Wiesemann mit den Worten: „Der Tod, der mich ins Jenseits führt, ist ein anderer als der Tod, der es erlaubt, meine Organe zu entnehmen.“ Woher weiß Claudia Wiesemann schon heute, dass sie nicht in den Hirntod stirbt? 295)Hirntod sei gegen jede Anschauung von Toten ag) „Das grundlegende Dilemma der Transplantationsmedizin liegt darin, daß sie hirntote Menschen, also Menschen in ihrem unumkehrbaren Sterbeprozeß wider jede unverstellte Anschauung zu Toten, zu Leichen erklären muß, um ihre Handlungsweise zu legitimieren.“ Im normalen Sterbeprozess tritt Minuten nach dem Herztod der Hirntod ein. Durch Reanimation und Maßnahmen der Intensivmedizin ist es zwar möglich, den reinen Körper teilweise in seinen vegetativen Funktionen zu erhalten, den Hirntod, als Trennung von Körper und Geist, ließ sich dadurch aber nicht abhalten. 296)Hirntote werden nicht als Tote wahrgenommen ag) „Dabei hat sie nicht nur gegen die intuitive Wahrnehmung des Laien, also in der Regel des Angehörigen anzugehen, in der der Hirntote als Lebender erfahren wird, sondern sie erfährt das gleiche Phänomen in ihrer eigenen Reihen, vor allem durch die Pflegekräfte. Ihnen wird die Mitlast bei der 'Konditionierung' von Hirntoten (anstatt Sterbebegleitung) und der Explantation von Organen aufgebürdet. Obwohl viele der Pflegekräfte der Organtransplantation positiv gegenüberstehen, entfalten sie eine nahezu elementare innere Abwehr gegen die Vorstellung, daß ein Mensch, den sie gestern noch als Patient auf der Intensivstation gepflegt haben, heute ein Toter sein soll, obwohl sein Erscheinungsbild sich nicht im geringsten geändert hat“ Der Hirntod ist der „unsichtbare Tod“, so sagt ag) wenige Sätze weiter. Ohne HTD wird er von keinem Menschen, auch von keinem Arzt, als solcher wahrgenommen. Erst die HTD bringt zu Tage, dass es sich um einen Hirntoten handelt. Es ist für uns Menschen schwer, den plötzlichen Tod anzunehmen, insbesondere wenn der Tote mitten aus dem Leben gerissen wurde. Wir meinen, dass doch kein Mensch Mitte 40 oder Mitte 50 tot sein kann, mit dem wir doch erst noch vor wenigen Stunden ganz normal gelebt haben. Dennoch geschieht dies immer wieder im normalen Leben. Ebenso geschieht es immer wieder im Zusammenhang mit Hirntod, die Trennung von Körper und Geist, wobei uns nur die HTD dies an den Tag legt. 297)Radioaktivität und Hirntod ag) „Der Hirntod sei eben der 'unsichtbare Tod', die 'innere Enthauptung', die keinen äußeren Trennschnitt zwischen Kopf und Rumpf erkennen läßt. Auch Radioaktivität sei etwas Reales, das man nicht sehen könne. Unwillkürlich wird man an die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern erinnert, die schließlich alle sehen, obwohl er nackt ist, bis auf ein 'unbefangenes' Kind.“ Zwischen Radioaktivität und des Kaisers neuen Kleidern gibt es einen großen Unterschied: Des Kaisers neue Kleider können wir ignorieren, die Radioaktivität führt zu Strahlenschäden und schließlich zum Tode. Dies zeigen die Strahlenschäden der Patienten, die wegen ihrem Krebs viele Bestrahlungen erfahren haben. Dies zeigen alle Strahlentoten, die in Tschernobyl bzw. Fukushima versucht haben, in den ersten Tagen die Kathastrophe einzudämmen. Auch wenn wir Radioaktivität nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen können, hohe Dosen an Radioaktivität führen zu wahrnehmbaren Schäden und schließlich auch zum Tod. Beides lässt sich deutlich wahrnehmen. Zwischen Radioaktivität und Hirntod gibt es klare Parallelen: Beides können wir nicht unmittelbar mit unseren natürlichen Sinnen wahrnehmen. Für den Nachweis der Radioaktivität benötigen wir einen Geigenzähler, für den Nachweis des Hirntodes die HTD. Nur diese beiden Diagnosemittel zeigen uns das auf, was für uns so nicht wahrnehmbar ist. - Wenn wir beides ignorieren, folgt bald darauf der Herztod. Wenn wir sehr hoher Strahlenbelastung ausgesetzt sind, so wie beim o.g. Reaktorunfall, tritt der Herztod unabwendbar nach Tagen ein. Bei Hirntoten tritt der Herztod trotz aller Bemühungen der Intensivmedizin auch nach Tagen oder Wochen ein.33 Selbst bei den schwangeren Hirntoten ist es nicht selbstverständlich, dass diesen der Herztod bis zur Geburt des Kindes abgewendet werden kann. Es werden immer nur die Erfolge gemeldet, nicht aber die Misserfolge, bei denen die schwangeren Hirntoten auf der Intensivstation den Herztod sterben, noch bevor das Kind durch Kaiserschnitt entbunden werden kann. 298)„Alle sind tot, zumindest ein bißchen“ ak) „Und 'Der Spiegel' erklärt: 'Jetzt gibt es Hirntote und Herztote, Ganzhirntote und Teilhirntote ... Alle sind tot, zumindest ein bißchen ...'“ ak) „Man könnte auch sagen: Ganztot, halbtot, scheintot oder tot, töter, am tötesten.“ Was hier fehlt, das ist die Definition, wonach ein Mensch nach Ansicht des Verfassers tot ist. Man kann den Tod bei allen diesen Begriffen ansetzen. Man kann auch sagen, dass der Tod erst mit dem biologischen Tod eintritt, wenn die letzte Körperzelle abgestorben ist. Die Wortwahl von „ein bißchen“ tot weckt und schürt die Angst vor dem Scheintod. Ob dies Absicht war, bleibt offen. Dem Anliegen, die Leserschaft über das Thema Tod und seine Definitionen zu informieren, ist es jedenfalls nicht dienlich. Diese Verbindung zum Scheintod bingt ak) selbst im nächsten Absatz. 299)Tod sei unwiderruflicher Stillstand von Herz-Kreislauf ak) „Tatsache ist, dass bis 1968 weltweit anerkannt war, dass der Mensch dann tot ist, nachdem sein Herz-Kreislauf-System unwiderruflich stillsteht. Bis dato war also klar: Eine Leiche ist ohne Herzschlag, ohne Reflexe, starr, kalt und weist alsbald Leichenflecke unter der Haut auf.“ Wenn das Herz-Kreislauf-System unwiderruflich stillsteht, ist zwar der Körper ohne Herzschlag, aber er ist erst nach etwa einer Stunde starr und kalt und weist erst danach Totenflecken auf. Diese Aussage über den Tod ist somit um den Zeitraum von etwa einer Stunde ungenau. - Bedeutet dies, dass der Mensch in diesem Zeitraum noch lebt? 300)So tot als möglich ak) „Das Dilemma ist, dass man als potentieller Spender so tot wie möglich sein möchte und als Organ-Empfänger diese Organe so frisch und lebendig wie möglich erhalten möchte.“ Deswegen reicht der [[BÄK]] nicht der Hirnstammtod, sondern es muss schon das gesamte Gehirn mit Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm ausgefallen sein. 301)Hirntod sei ein Schwebezustand zwischen Leben und Tod ak) zitiert Gisela Wuttke mit den Worten: „Der Hirntod ist ein Schwebezustand zwischen Leben und Tod, ein Zustand, den wir Sterben nennen, ein Sterben jedoch, das unter der sorgfältigen Beobachtung von Monitoren, Schwestern und Pflegern ‘künstlich’ aufrechterhalten wird, um Zeit für die Organentnahme zu ‘gewinnen’.“ Das ist ein Erklärungsversuch, das tote Hirn mit dem in einigen Funktionen aktiven Körper zu beschreiben. Es ist jedoch eine persönliche Meinung, keine allgemein anerkannte Definition. „Schwebezustand wischen Leben und Tod“ ist für einene Hirntoten eindeutig der falsche Ausdruck. Es suggeriert oder soll sogar suggerieren, dass Hirntote wieder in das Leben zurückkommen könnten. Dies ist keineswegs der Fall. Nach dem Hirntod folgt nur noch der biologische Tod. 302)35% der Ärzte und Pflegepersonals verstehen das Hirntod-Konzept ak) zitiert den amerikanischen Arzt Dr. Byrne: „In einer Umfrage unter Ärzten und Krankenschwestern, die möglicherweise mit der Organbeschaffung zwecks Transplantation zu tun bekommen könnten, verstanden lediglich 35 % das zugrunde liegende medizinische und juristische Konzept des Hirntods.“ bj) verweist den amerikanischen Arzt Robert D. Truog: „... er erwähnt eine empirische Studie, die gezeigt habe, dass nur 35% der Ärzte und Krankenschestern, die unmittelbar mit der Beschaffung von Organen für die Transplantation zu tun haben, die gesetzlichen und medizinischen Kriterien für die Todesfeststellung korrekt benennen konnten.“ (Seite 132) Das ist ein Defizit der USA, nicht von Deutschland. Ohne konkrete Zahlen es auf Deutschland zu übertragen ist unredlich. Wenn ak) den Zustand in den USA ändern will, wird ihn wohl niemand davon abhalten. Dass es auch die Deutschland vereinzelt Ärzte gibt, die den Hirntod nicht als Tod des Menschen anerkennen, gibt Zeugnis darüber, dass der Hirntod auch in Deutschland nicht von allen Medizinern verstanden wurde. 303)Aufzählung der Maßnahmen zur HTD al) „Es geht um eine mindestens dreißig Minuten andauernde hirnelektrische Stille, das sog. Null-Linien-EEG, sowie um den zerebralen Kreislaufstillstand, nachgewiesen durch eine beidseitige Angiographie.“ In Deutschland ist ein Null-Linien-EEG oder ein Nachweis des zerebralen Kreislaufstillstandes nur bei „primären infratentoriellen Hirnschädigungen“ erforderlich. Ansonsten sind neurologische Untersuchungen (Ausfall der Reflexe) völlig ausreichend. Neben diesen genannten Untersuchungsmöglichkeiten gibt es auch weitere apparative Diagnostik, die den Hirntod feststellen können. Wie es al) darstellt, erweckt es den Eindruck, dass bei jeder HTD ein EEG und/oder eine beidseitige Angiographie erforderlich wäre. Dies ist falsch. 304)Ärzte sollen über den Hirntod informieren ap) „Berichte beim Internat. Chirurgenkongress in Rom (Nov. 2011): Druck auf Klinikärzte, bewußte Falschinformation der Öffentlichkeit über Hirntod + Todesdefinition.“ Hierbei darf man davon ausgehen, dass die Klinikärzte aufgefordert werden, den Hinterbliebenen deutlicher den Hirntod zu vermitteln. Hinterbliebene sollen nicht nur das Wort hören, sondern es auch verstehen, zumal der Hirntote gar nicht tot wirkt. 305)Ärzte wüssten, dass Hirntod nicht tot sei ay) „Eigentlich geben die Krankenkassen und Ärzte indirekt zu, dass der 'Hirntod' gar nicht tot ist. Denn in Verlautbarungen und in Erklärungen der Ausstellungstafeln ist zu lesen, dass '…Nach dem Tod… die Organe entnommen…werden'. Die Verfasser und Initiatoren verschweigen dabei, dass es sich per Definition um den so genannten 'Hirntod' handelt.“ Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. Daher steht zu Recht auf den Ausstellungstafeln, dass die Organe nach dem Tod entnommen werden. Es wird daher auch nichts verschwiegen. 306)Verschiedene neurologische Tests nicht in der HTD enthalten La) verweist auf das Buch der DSO „Der Hirntod als der Tod des Menschen“ auf Seite 30: „Weitere ergänzende klinische Untersuchungen, z.B. der Bulbovagalreflex, Vestibulo-okulärer Reflex oder der Atropin-Test, sind nicht in den offiziellen Richtlinien der Bundesärztekammer enthalten. Aber auch diese Tests prüfen Hirnstammreflexe.“ Beim Bulbovagalreflex wird Druck auf den Augapfel ausgeübt. Beim bewusstlosen Patienten führt dies zu einem vorübergehenden Abfall der Herzfrequenz. Beim Vestibulo-okulärer Reflex (VOR) wird der Kopf des Patienten zur Seite gedreht. Die Augen führen bei gesunden Menschen eine Gegenbewegung auf, wenn nicht liegt ein sogenanntes Puppenkopf-Phänomen vor. Beim Atropin-Test wird Atropin injiziert, was über den Hirnstamm zu einer Beschleunigung der Herzfrequenz führen sollte. Wenn es La wichtig ist, dass diese Tests in die HTD aufgenommen werden, kann er sich gerne an die [[BÄK]] wenden. - Als Arzt, der die HTD durchführt, steht es frei, auch auf diese Tests zurück zu greifen. Die Richtlinie verbietet keinem Arzt, noch mehr Tests durchzuführen. 307)Beim Hirntod sei der Todeszeitpunkt nach vorne verlegt worden bk) „Diese Vor-datierung des Todes erklärt den sterbenden Menschen zum Leichnam, obwohl ... der Sterbeprozess noch nicht abgeschlossen ist.“ (Seite 162) Ng) „Die Vorverlegung des Individualtodes durch den sogenannten Hirntod hat nicht nur mehrere Todeszeitpunkte, sondern auch eine bedrohliche ethische Grauzone geschaffen.“ In Deutschland sterben jährlich rund 900.000 Menschen, davon etwa rund 5.000 in den Hirntod. D.h. dass über 99% der Verstorbenen in der Reihenfolge Herztod – Hirntod sterben, weniger als 1% sterben in der Reihenfolge Hirntod – Herztod. Es gab schon vor der TX unterschiedliche Todeszeitpunkte, so den Herztod, die sicheren Todeszeichen (Totenflecken und Totenstarre) und den biologischen Tod (Tod aller Körperzellen). Als Individualtod gilt weltweit der Hirntod. Somit gibt es juristisch nur den einen Tod. 308)Nierenversagen führt nicht unweigerlich zum Tode at) „Das Versagen der Nieren führt genauso unweigerlich zum Tod eines Menschen wie der Ausfall des Hirnstamms, sofern man nicht ihre Funktion ersetzt hat. Niemand wird aber beim Ausfall der Nierenfunktion von einem toten Menschen sprechen, einer Leiche.“ Der alleinige Ausfall des Hirnstamms würde zwar alle lebenswichtige Reflexe erlöschen lassen (Atmung, Ernährung), aber das Bewusstsein in Groß- und Kleinhirn wäre noch vorhanden. Dies ist ein gravierender Unterschied zum deutschen Hirntoten. 309)Nach der HTD sei die Behandlung noch intensiver Pb) „In dem Moment, in dem der Hirntod festgestellt wird, wie auch immer, das ist ein anderes Thema, ist die Behandlung auf der Intensivstation noch intensiver als vorher. Denn, was man als Laie einfach nicht weiß, darum sage ich es in dieser Runde, wenn ein Patient behandelt wird in Hinblick auf eine Wiedergenesung, dann kann ich als Intensivmediziner – und ich habe 30 Jahre auf der Intensiv gearbeitet – einen niedrigeren Blutdruck tolerieren, ich kann auch mal tolerieren, dass auch die und die Hormone geben kann, ohne dass was Schlimmes passiert. Im Fall einer Organentnahme geht das nicht. Da muss ich noch schärfer sein. Das heißt, ich behandle noch mehr und noch intensiver. Dadurch ist die Begleitung praktisch nicht möglich.“ Faktisch stimmt es, dass man bei einem normalen Patienten auf der Intensivstation vieles tolerieren kann, was man bei einem Hirntoten nicht kann. Der Grund liegt jedoch darin, dass bei einem Hirntoten die Homöostase gestört ist, bei einem normalen Patienten nicht. Selbst wenn dieser Patient im Koma liegt, funktioniert noch immer die Selbstregulation seines Körpers. Ist der Hirntod diagnostiziert, weiß der Intensivmediziner, dass er nun für diese gestörte oder gar völlig ausgefallene Homöostase verantwortlich ist. Einen niederen Blutdruck kann er nicht tolerieren, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Hirntote in einen Herzstillstand abrutscht. Bei einem normalen Patienten greift hier noch die Homöostase und bewahrt ihn davor. Dies als Begründung zu nennen, dass die Angehörigen nach der HTD nicht mehr an den Patienten dürften, ist völlig unsinnig. Dass hier nicht mehr seelsorglichen Beistand geleistet werden könne, ist faktisch falsch. Ich habe mit Hinterbliebenen am Bett des Hirntoten gebetet und ihn gesegnet, wobei schon die ersten Ärzte für die Organentnahme da waren. 310)Die Wartezeit könne sogar auf Null reduziert werden bf) „Die Wartezeit kann durch apparative Zusatzuntersuchungen sogar auf Null verkürzt werden.“ Auf Null kann diese Wartezeit nicht verkürzt werden, maximal auf die Dauer der apperativen Untersuchung. Diese braucht auch ihre Zeit, beim EEG ist z.B. eine Null-Linie von mind. 30 Minuten vorgeschrieben. Mit Aufbau, Überprüfung des Gerätes, Durchführung des Null-Linien-EEG und Abbau kommen somit leicht 60 Minuten zusammen. Das ist mehr als Null. 311)Ein Hirntoter hätte noch 1,5 Stunden weitergeatmet bh) „Ich habe im letzten Jahr einen 'hirntoten' Patienen betreut, der erst nach ca. 1½ Stunden, nachdem die Beatmungsmaschine und alle anderen Medikamente abgestellt waren, durch Herzstillstand 'verstorben' ist.“ (Seite 77) Insbesondere wenn junge und körperlich gesunde Menschen durch einen Unfall sterben, hört das Herz nicht einfach auf zu schlagen. Es endet der regelmäßige Herzschlag. Dieser Zeitpunkt wird als Todeseintritt genommen. Das Herz selbst weißt zuweilen bis über eine Stunde danach immer wieder Zuckungen auf. Von einem für das Leben des Menschen notwendigen regelmäßigen Puls kann hierbei jedoch nicht gesprochen werden. Dieses scheint – unter Annahme einer korrekten HTD und richtigen Beobachtung von bh)34 – hierbei vorgelegen zu haben. 312)Hirntote würden u.U. qualvoll ersticken bh) schreibt zum Abschalten der künstlichen Beatmung, wenn von dem Hirntoten für eine TX keine Organe benutzt werden können oder wenn keine Zustimmung zur OS vorliegt: „Sie liegen zum Teil reglos da, könne aber auch qualvoll ersticken.“ (Seite 77) Woran will bh) das qualvolle Ersticken festmachen? - Bei Hirntoten gibt es nach Abstellen der künstlichen Beatmung kein Ringen nach Luft und keine sogenannte Schnappatmung, denn jede Zuckung (Reflex), die als Atemimpuls interpretiert werden könnte, besagt, dass hier kein Hirntod vorliegt. Der Apnoe-Test überprüft genau dieses. Qual hat etwas mich Schmerzempfinden zu tun. Schmerzen weren im Gehirn wahrgenommen. Das Gehirn ist bei Hirntoten abgestorben. Damit kann kein Hirntoter keine Schmerzen empfinden. Es gibt daher für Hirntote kein qualvolles Ersticken. 313)Herztod würde als Todesdefinition akzeptiert werden bi) „Im Augenblick gibt es sogar Tendenzen, den Herztod als Grenze zu akzeptieren. Der Tod wird also per definitionem festgesetzt, und der Todesprozess spielt keine Rolle mehr.“ (Seite 99) Der Herztod ist seit Ende des 18. Jh. kein sicheres Todeszeichen, da hieraus reanimiert werden kann. Daher gibt es seither Totenflecken und Totenstarre als sichere Todeszeichen. - Es gibt keinen Todesprozess. Der Tod war schon immer eine Definition, ein Schnitt. Das Sterben war schon immer und ist noch immer ein Prozess. 314)Der Mensch ist tot, wenn er nicht mehr auf die Umwelt reagiert bj) „Der Tod des Menschen ist eingetreten, wenn ein Mensch aufgehört hat, (als Organismus) in irgendeiner Weise auf die Umwelt zu reagieren.“ (Seite 133) Eine Reaktion ist die Folge von einer Aktion, sie ist eine Wechselwirkung auf äußere Reize. Beim Menschen ist zwischen der bewussten und der unbewussten Reaktion auf die Umwelt zu unterscheiden: Alle bewusste Reaktionen (z.B. Sprechen) gehen vom Gehirn aus. Unbewusste Reaktionen gehen vor allem vom Rückenmark aus, einige auch vom Gehirn. Wenn das Gehirn abgestorben ist, ist der Körper nur noch zu unbewussten Reaktionen fähig. - Sollten nach der Definition von bj) auch alle unbewussten Reaktionen erloschen sein, damit der Mensch tot ist, lebt der Mensch noch 20 Stunden nach dem Herzstillstand, weil noch so lange Muskelreaktionen durch elektrische oder mechanische Schläge ausgelöst werden können. Sollte hingegen bj) die bewussten Reaktionen gemeint haben, unterstreicht er damit die Hirntoddefinition. 315)Die 72-Stundenregelung kann für Angehörige sehr belastend sein i) führt das Beispiel von Karolina Müller auf, bei deren Ehemann die 2. HTD auf Heiligabend fiel. Dies war für Karolina Müller sehr belastend. Für jeden Hinterbliebenen, dem ein Angehöriger plötzlich aus dem Leben gerissen wird, ist dies sehr belastend. Wenn er an Heiligabend verstirbt, ist dies besonders erschwerend. - Ich begleitete mal eine Familie, bei der die noch nicht mal 30-jährige Tochter an Heiligabend am Mittagstisch noch völlig gesund und die um 19 Uhr tot war. - Bei Hirntoten erfolgt das Ereignis, das zum Hirntod führt, auch meist in Sekunden und Minuten. Das alleine ist für die Hinterbliebenen schon sehr schwer. Mit apparativer Diagnostik hätte man die Wartezeit verkürzen und die Organentnahme vorverlegen können. In der Situation wäre es vorteilhaft gewesen, mit Karolina Müller zu sprechen. Man hätte ihr den Sachverhalt darstellen und sie entscheiden lassen können, ob am 24., 25. oder 26.12. die 2. HTD durchgeführt werden soll. Gerade an diesem Beispiel wird deutlich: Dem einen ist es zu hektisch. Er empfindet, dass gedrängelt wird und die Transplantationsmediziner so schnell als möglich an die Organe wollen (s.o.). Der andere empfindet die Wartezeit zwischen den beiden HTD als zu lange und sehr belastend. Es ist schwer, es allen recht zu machen und dabei nicht missverstanden zu werden. 316)Man solle Hirntoten das Leben erhalten Sa) „Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal von einem ahnungslosen Bürokraten gefragt werden: 'Möchten Sie Organspender werden?' Sagen Sie einfach: 'Nein danke. Mir ist es lieber, wenn die Ärzte versuchen, mich am Leben zu erhalten.'“ Ärzte werden immer versuchen, das Leben des Patienten zu erhalten. Wenn jedoch Hirntod vorliegt, gibt es kein Leben mehr zu erhalten. 317)Ärzten keinen Anreiz geben, Sie umzubringen Sa) zur OS: „Geben Sie Ärzten keinen Anreiz, Sie umzubringen.“ Kein Arzt in Deutschland wird Sie wegen auch nur eines Organs umbringen. 318)Hirntod-Definition: Es könne nicht sein, was nicht sein darf Me) „Somit leistet die Gleichsetzung von Hirntod/Tod und deren Nicht-Thematisierung bzw. Nicht-Problematisierung in den politisch-medialen Kampagnen und Stellungnahmen zur Organspende vor allem eines: Das kulturelle Sicherstellen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf ... Was offenbar nicht sein darf, ist eine erneute gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, wie tot oder lebendig man ist, wenn man 'hirntot' ist, und – damit eng verbunden – wer über eine Organentnahme und damit auch über die Verwertung von Körpern entscheiden kann, darf, soll.“ Die USA definierten den Hirntod erstmals im Jahre 1968. Das deutsche TPG wurde im Jahre 1997 verabschiedet. Dazwischen liegen 29 Jahre, d.h. eine ganze Generation. In dieser Zeit wurde in Deutschland heftig über die Definition des Hirntods gerungen. Im Jahre 1978 scheiterte ein erster Versuch eines TPG am Gesetzgebungsverfahren. Im Jahre 1991 gab die Gesundheitsministerkonferenz der Länder den Impuls zum im Jahre 1997 verabschiedeten TPG. - Weil es viel Zeit zum diskutieren gab, hat Deutschland auch die Definition des Gesamthirntod, nicht nur den Hirnstammtod, wie die USA. 319)Bei den sicheren Todeszeichen gäbe es niemals Lebenszeichen Mf) „Diese klassischen Todeszeichen werden nach kurzer Zeit durch Leichenflecke, Totenstarre und andere Todeszeichen, die übrigens niemals zusammen mit Lebenszeichen auftreten, ergänzt und gelten als 'sichere' Todeszeichen.“ Mi) zur OS: „Die mehrstündige Operation hinterlässt einen Körper, der nun sichere Todeszeichen aufweist.“ Der Arzt überprüft die sicheren Todeszeichen (Totenflecke, Todesstarre) etwa 2 Std. nach dem Herztod. Damit arbeitet unser Verdauungstrakt noch über 20 Stunden über diese sichere Todeszeichen hinaus. Bis zu 6 Stunden später kann man durch elektrischen oder mechanischen Schlag die Muskeln zur Kontraktion anregen. Die Hornhaut des Auges hat noch über 3 Tage später noch einwandfreien Stoffwechsel. 320)Tot sei ohne Reflexe Mf) „Bis 1997 Herztodkonzept: • Kriterien: - Herz- und Atemstillstand - Völliger Zusammenbruch der Lebensfunktionen - Zusammenbruch des Organismus: Multiorganversagen. Eine Leiche war ohne Herzschlag, ohne Reflexe, starr, kalt und wies alsbald Leichenflecke unter der Haut auf.“ Bereits 1982 gab die [[BÄK]] die erste „Entscheidungshilfen zur Feststellung des Hirntodes“ heraus. In den Jahren 1986, 1991, 1997 und 2013 wurde daran weitergeschrieben. Es gab somit vor dem Jahre 1997 bereits 3 Fassungen zur HTD. Zu den Reflexen, siehe oben. 321)„coma dépassé“ sei „endgültiges Koma“ Be) „Zuvor hatten 1959 zwei französische Ärzte (Molaret und Goulon) den Zustand des irreversiblen Komas erstmals beschrieben, bei dem das Gehirn durch Sauerstoffmangel irreversibel zerstört war. Diesen Zustand hatten sie als „coma dépassé“ (endgültiges Koma) beschrieben, jedoch keinesfalls als Tod.“ Wörtlich übersetzt heißt es „überholtes Koma“. Meist wird es als „jenseits des Koma“ übersetzt. Damit benennen Molaret und Goulon diesen Zustand eindeutig nicht als Koma, sondern verweisen auf einen Zustand, der außerhalb des Komas liegt, das Koma hinter sich zurück lässt. Dies ist der Tod. 322)In medizinischer Wissenschaft würden Geist nicht existieren Be) und Bi) „Im Bereich atheistischer, materialistischer, medizinischer Wissenschaft existieren Geist und Seele eines Menschen jedoch nicht.“ Die medizinische Wissenschaft macht keine Aussage über die Seele, sehr wohl jedoch über den Geist. Dieser ist im Gehirn verortet. Wenn das Gehirn abgestorben ist, ist auch der Geist eines Menschen erloschen. 323)Jede Todesdefinition sei eine willkürliche Definition Mj) zitiert Andreas Ziegler: „Ob Herztod oder Hirntod, jede Definition des Todes ist eine willkürliche Grenzziehung in das Kontinuum des Sterbeprozesses eines Menschen.“ Herztod wie auch Hirntod sind klar definiert. Daher lassen sie sich auch überprüfen. 324)Todesdefinition aus dem letzten Jahrtausend Bm) über die Definition des Todes „In der Medizin wird er als 'unumkehrbarer Funktionsverlust des Atmungs-, Kreislauf- und Zentralnervensystems' beschrieben.“ Diese Quelle muss noch aus dem letzten Jahrtausend stammen. Seit über 30 Jahren definiert die Medizin den Tod des Menschen durch den Hirntod. 325)Man solle davon Abschied nehmen, zu sagen, dass Hirntote tot seien Ai) „Wir sollten nur davon Abschied nehmen, den Menschen einzureden, dass sie tot wären, wenn sie explantiert werden.“ Hirntote sind tot. 326) 327) 328) 329) 330) 331)Suche nach den rechten Worten ag) spricht „von eigenartiger Gewundenheit“, wenn es darum geht, den Hirntoten näher zu bezeichnen. „Während die hirntote Marion Ploch noch als 'Leichnam' bezeichnet wurde, rückt man heute von der Begriffsbezeichnung 'Leiche' deutlich ab, ein Vorgehen, das das Fehlen der klassischen sicheren Todeszeichen besser verständlich machen soll. Der Hirntote als Lebender - also nur ein semantischer Irrtum?“ Der Hirntod ist ein künstlicher Zustand, der sich schwer näher bezeichnen lässt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache des Zustandes. - Ähnliches haben wir auch beim Licht: Licht ist Welle und Materie. In der Physik kann es jedoch nur entweder Welle oder Materie sein, nie aber beides. Bei Licht stellen wir jedoch fest, dass es beides ist. Deswegen leugnet jedoch niemand das Licht. Beim Hirntod ist es ähnlich: Hier haben wir einen Körper, der in einigen vegetativen Funktionen noch erhalten ist, dessen Geist aber unwiderruflich erloschen ist. 332)Es wird nur den Augen, den Händen und dem Gespür geglaubt Bm) „Seitdem ich selber hirntote Patienten versorgt habe, glaube ich weder an den Hirntod noch an seine Definition. Ich glaube meinen Augen, meinen Händen und meinem Gespür.“ Dann glaubt Bm) auch den Zaubern, die die Gesetzt der Schwerkraft aufheben? - Das ist das Problem am Hirntod; es ist ein unsichtbarer Tod, für unsere Sinne nicht wahrnehmbar. - Wie sagte Anna Frank: „Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an Gott, auch wenn ich ihn nicht spüre.“ 333)Es gäbe keinen Hirntod Ah) „Es wird vom Hirntod statt vom unumkehrbaren Hirnversagen gesprochen. Dabei gibt es ihn doch gar nicht, den Hirntod!“ Ai) zum Hirntod: „Es gibt keine wissenschaftliche Haltung, gegen die ich sein könnte.“ Es wird vom Hirntod gesprochen, weil die Gehirnzellen abgestorben sind. Dies ist medizinisch-wissenschaftlich eindeutig nachweisbar. Daher gibt es den Hirntod. 334)Bei den sicheren Todeszeichen läge der biologische Tod vor Bm) „Man unterscheidet zwischen dem klinischen und dem biologischen Tod. Der klinische ist vom vollständigen Kreislaufstillstand und den unsicheren Todeszeichen gekennzeichnet. Erst die sicheren Todeszeichen (Totenflecke, Totenstarre, Selbstauflösung) zeigen den eingetretenen biologischen Tod.“ Wenn die sicheren Todeszeichen zu erkennen sind, liegt der juristische Tod vor. Der biologische Tod ist erst, wenn die letzte Körperzelle keinen Stoffwechsel aufweist. 335)Bis Eintritts des biologischen Tods könne man reanimieren Bm) „Zwischen dem klinischen und dem biologischen Tod liegt ein Zeitraum, in dem eine Wiederbelebung durchaus noch gelingen kann.“ Selbst wenn obige Annahme zur Grundlage genommen wird, gibt es noch immer einen Zeitraum von mehreren Minuten35, in dem man nicht mehr erfolgreich reanimieren kann und in dem noch keine sicheren Todeszeichen zu erkennen sind. 336)Hirntod sei, wenn sich das Gehirn nicht mehr erholt Mk) Hirntote „ können die Funktionen lebenswichtiger Organe durch die moderne Medizintechniküber längere Zeit aufrechterhalten werden, auch wenn sich das Netzwerk Gehirn nicht mehr erholt.“ Bei einem Toten sprechen wir nicht davon, dass er sich von der Krankheit (z.B. Krebs) „nicht mehr erholt“ hat, sondern er ist daran gestorben. Vergleichbar sind bei Hinrtoten die Gehirnzellen abgestorben. Alles andere ist Euphemismus. 337)Lungenembolie und Narkosezwischenfälle seien Ursachen für Hirntod Mk) „Bei Hirnblutungen, Schädelhirnverletzung, Herzinfarkten, Lungenembolien und Narkosezwischenfällen kann es zu einer irreversiblen Hirnschädigung mit Totalausfall kommen.“ Im Jahresbericht 2012 der DSO sind als Todesursachen der Organspender aufgeführt: 588 Hirnblutungen, 162 x Herzstillstand, 159 Unfälle, 130 Hirninfarkte, 4 endzündliche Hirnschäden, 2 Wasserkopf, 1 Hirntumor. Da steht nichts von Lungenembolie oder Narkosezwischenfall. Auch in den Jahrbüchern davor steht nichts davon. Zum Hirntod führende Lungenembolie bzw. Narkosezwischenfall sind sehr selten. Daher wäre es angebracht, wenn Mk) bei den sonstigen Ursachen bleiben würde: Hirnblutung, Herzstillstand, Unfälle und Hirninfarkte. 338)Durch Defibillatoren fiele der Herzstillstand als Todesursache aus Ml) „Aber auch ohne die Organspende hätte das Herzversagen als Todeskriterium früher oder später ausrangiert werden müssen. Spätestens mit der in den sechziger Jahren erfolgten Einführung des Defibrillators, mit dem ein still stehendes Herz durch einen Stromschlag wieder in Gang gesetzt wird, konnte der Kreislaufstillstand, da von nun an nicht mehr per Definition irreversibel, nicht mehr als Todeskriterium gelten.“ Auch wenn das Herz wieder ordentlich schlägt,36 kann der Mensch noch in den Hirntod sterben, weil das Gehirn zu lange ohne Sauerstoff war. Das Herzversagen als Todesursache für den Hirntod wird auch in alle Zukunft bleiben. - Außerdem sterben nur ca. 15% der Organspender durch Herzstillstand in den Hirntod, rund 85% haben andere Ursachen. Dieses lassen sich nicht mit einem Defibrillator therapieren. 339)Die Frage nach dem Hirntod muss frei von Nutzen gestellt werden by) „ In erster Linie geht es dabei um die Grundsatzfrage, wann der Mensch tot ist. Diese Frage muss unabhängig von einem möglichen 'Nutzen' des Leichnams für die Medizin oder andere Patienten beantwortet werden.“ Dies tut es: 80% der Hirntoten wird die Therapie beendet, bei 20% erfolgt eine OS. 340)Hirntod hat sich als Todeszeitpunkt weltweit durchgesetzt Mo) „Im Interesse der Organtransplantation hat sich die Definition des 'Hirntodes' als Todeszeitpunkt des Menschen nahezu weltweit durchgesetzt.“ Sie hat sich nicht „nahezu weltweit“ durchgesetzt, sondern weltweit. Es gibt kein Land, in dem Hirntod nicht Tod des Menschen ist. Es gibt nur Minderheiten, die nicht anerkennen wollen, dass der Hirntod der Tod des Menschen ist. - Weltweit betrachtet muss man beachten, dass es den Hirnstammtod und den Gesamthirntod gibt. 341)Mit der Kritik am Hirntod stünde Ad) nicht alleine Ad) „Wir sollten nur davon Abschied nehmen, den Menschen einzureden, dass Sie tot wären, wenn sie explantiert werden. Mit dieser Meinung stehe ich, glücklicherweise auch in Fachkreisen, nicht allein.“ In Deutschland gibt es insgesamt knapp 450.000 Ärzte. Auch mit höchstens 50 Ärzten, die den Hirntod nicht als Tod des Menschen anerkennen, was sind das schon gegen diese Gesamtzahl. 342)Der Hirntod sei eine Übereinkunft Mn) „Man sollte vor allem ehrlich und offen vorgehen und festhalten: Der Hirntod ist eine Übereinkunft. Er ist der Zeitpunkt im Sterbeprozeß, ab dem Organe unter bestimmten Umständen zur Transplantation entnommen werden können, wenn dies einem von der Gesellschaft getragenen Konsens entspricht.“ Das sagte Mn) noch im Jahre 1995. Inzwischen (2013) wurde Mn) ein Kritiker des Hirntods, der auch sagt, dass Hirntote auf dem OP-Tisch sterben. 343)Leichen würden nicht auf der Intensivstation liegen ca) „Wäre ein hirntoter Patient wirklich eine Leiche, würde er in der Leichenhalle und nicht auf der Intensivstation eines Krankenhauses liegen.“ Da Patienten auch auf der Intensivstation versterben, liegen sie nach dem Herztod mind. noch 2 Stunden auf der Intensivstation. Tote sind daher sehr wohl nicht nur in der Leichenhalle anzutreffen. Ähnlich verhält es sich auch mit Hirntoten. 344)Medien haben Kritik am Hirntodkonzept breit aufgegriffen Ms) „Zudem haben zahlreiche Medien in Deutschland kritische Fragen der Transplantationsmedizin – wie die Debatte um das Hirntodkonzept – breit aufgegriffen.“ Dies stimmt absolut. - Es sind die Medien in Deutschland, die so kritisch gegen das Hirntodkonzept schreiben. Österreich und die Schweiz haben auch den Gesamthirntod als Tod des Menschen. Dort sind es nur einige religiöse Fundamentalisten, die gegen den Hirntod auftreten. Es ist ein rein deutsches Phänomen, dass man mit Halb- und Unwahrheiten gegen Hirntod und OS publiziert. 345)Hirntod seie eine Täuschung und Vernebelung ce) „Der Begriff Hirntod ist letztlich eine Täuschung und Vernebelung.“ Der Hirntod ist gegenüber Koma medizinisch deutlich abgrenzbar. Daher ist Hirntod weder eine Täuschung noch eine Verneblung. 346)Hirntod sei der biologische Tod Mj) zitiert Brockhaus 2004 zum Stichwort „Tod“ mit den Worten: „Wenn das Gehirn jedoch nicht innerhalb weniger Minuten wieder mit Sauerstoff versorgt wird, kommt es zum unwiderruflichen Absterben von Gehirnzellen (Hirntod, biologischer Tod).“ Wenn Hirntod vorliegt, ist der juritische Tod eingetreten. Der biologische Tod ist erst mit dem Absterben der letzten Körperzelle erreicht, beim Menschen ca. 1 Woche nach dem Herztod. - Dass Brockhaus das nicht korrekt wiedergibt, zeigt auf, wie schlecht wir mit dem Thema Tod und den Begrifflichkeiten umgehen können. Im Pschyrembel, dem med. Wörterbuch (259. Auflage), steht unter „Tod“ zum biologischen Tod: „Ende aller Organ- und Zellfunktionen“. Hermann Reichenspurner, Leiter der Herzchirurgie am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, betont: „Oberste Priorität hat natürlich die Rettung des Patienten … Also ein Organspender ist nur dann ein Organspender, wenn er irrreversibel verstorben ist. Es wird auch in ganz aufwendigen neurologischen Untersuchungen nachgewiesen. So sicher wie der Tod beim Organspender gibt es keine Todesbeurteilung.“ Matthias Thöns sagte in seinem Vortrag am 26.3.1996 in der Universität Witten-Herdecke über den Hirntod, „dass der Sterbeprozess zwar nicht mit Hirntod oder klinischem Tod zu Ende ist. Der Hirntod bezeichnet aber eine entscheidende Zäsur, in diesem Prozess, der das Leben vom Tode trennt.“37

Whistle Blowing

November 2012 richtete die [[BÄK]] eine Vertrauensstelle Organtransplantation ein. Dort können Unregelmäßigkeiten in der Transplantationsmedizin anonym gemeldet werden.38 „Mit dem neuen Transplantationsgesetz werde jedoch alles anders, teilt das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mit. Man habe gerade die Befugnisse der Kommission drastisch erweitert.“ „Einige Fachleute wie der Vorsitzende des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte, Hans-Fred Weiser, trauen den Beteuerungen nicht. Sie fordern unmissverständlich, dass die Kontrolle der Transplantationsmedizin anders organisiert oder in staatliche Hände gelegt wird. Es sei nicht tragbar, dass die Durchführung der Transplantationsmedizin und ihre Kontrolle von denselben Personen geleistet werde: Die Kontrollen müssten prinzipiell von externen Fachexperten durchgeführt werden.“


Die Hirntoddiagnostik

Zweck der HTD

347)HTD werde nur zum Zwecke der OS durchgeführt ca) „Die neue (Hirntod-) Definition wurde ja nach den ersten Transplantationen geschaffen. Es war einfach eine nachgeschobene, praktische Erklärung, mit der sich die Chirurgen ihre Organschneiderei selbst erlaubten.“ Hh) über die seit 1968 Praxis der HTD nach den ersten Herz-Tx: „Seitdem muss im Falle einer Organspende – und auch nur dann – ein Hirntodprotokoll durchgeführt werden.“ Eine HTD ist immer durchzuführen, wenn der Verdacht auf Hirntod vorliegt, d.h. auch wenn bei festgestelltem Hirntod die Geräte abgeschaltet werden. Es gibt jedoch einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied zwischen Abschalten der Geräte und der OS: Wird die HTD durchgeführt, um bei bestätigtem Hirntod die Geräte abschalten zu können, genügt ein Arzt zur Durchführung der HTD. Sollen dem Hirntoten jedoch danach die Organe entnommen werden, muss diese HTD von zwei voneinander unabhänigigen, auf dem Gebiet erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Es gibt Länder, dort genügt auch für die OS die Bestätigung des Hirntods durch einen Arzt. Deutschland hat hierfür die Forderung, dass zwei Ärzte die HTD durchführen. 348) 349)o

Zweifel an der HTD

350)Hirntod ließe sich nur mit Angiographie sicher feststellen ca) „Eine 'Hirntod'-Diagnose kann nach Aussagen seriöser Neurologen mit letzter Sicherheit nicht als zuverlässig gelten. Denn weder mit klinischen Tests noch mit apparativen Zusatzuntersuchungen – mit Ausnahme einer Angiographie – lässt sich der Ausfall aller Hirnfunktionen feststellen.“ Nur ein Szintigramm, das den fehlenden Stoffwechsel im Gehirn dokumentiert, kann den Hirntod sicher feststellen. Eine Angiographie belegt nur, dass das Gehirn nicht mehr durchblutet ist. Dass das Gehirn abgestorben sein muss, ist eine logische wie auch korrekte Schlussfolgerung hieraus, aber kein Beweis für Hirntod. 351)Bei der HTD komme es leicht zu Fehldiagnosen ce) „Beim sogenannten 'Hirntod' kommt es zudem leicht zu Fehldiagnosen.“ Die HTD gehört durch das klare Protokoll und die beiden voneinander unabhängigen, auf diesem Gebiet erfahrenen Ärzten zu den sichersten Diagnosen in der Medizin. 352)Der wahrscheinlich eingetretene Tod könne OS keinesfalls rechtfertigen ad) „Der wahrscheinlich eingetretene Tod könnte die Entnahme eines lebensnotwendigen Organs keinesfalls moralisch rechtfertigen, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit als eine sehr hohe qualifiziert werden könnte.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Apfel mal nicht zur Erde fällt, sondern gegen Himmel, ist auch sehr gering. Auch hier ist es reine Gedankenspielerei, was alles geschehen könnte. - Es gibt immer noch einen diagnostizierbaren Unterschied zwischen Koma und Hirntod. Mögen erst mal die Komatösen geheilt werden, bevor man den nächsten Schritt angeht, Tote wieder zum Leben erwecken zu wollen. Ersteres ist kaum machbar, zweiteres ist reine Utopie. 353)Untersuchungen machen ein falsches Bild A) „Schon der erwartete Hirntod reicht aus, dass am Patienten Untersuchungen durchgeführt werden, die ausschließlich dem Empfänger dienen. Dabei glauben die Angehörigen noch, dass für den Patienten alles Menschenmögliche getan wird.“ Es muss hierbei darauf hingewiesen werden, dass zunächst mal die Ärzte alles dafür tun, um Leben und Gesundheit des Patienten zu retten. Wenn jedoch der Patient keine neurologischen Reflexe zeigt, stellt sich die Frage nach der Ursache. Hirntod ist hierbei eine mögliche Antwort. Wenn der Hirntod erwartet wird, muss er erst mal abgeklärt werden. Falls sich diese Annahme nicht bestätigt, wird weiterhin für den Patienten „alles Menschenmögliche getan“, es sei denn, eine vorliegende PV spricht dagegen. Wird der Verdacht auf Hirntod bestätigt, ist er immer noch nicht zwangsweise ein Organspender. Dazu bedarf es immer noch die Zustimmung des Hirntoten (OSA) oder seiner Hinterbliebenen. Liegt bei bestätigtem Hirntod keine Zustimmung zur OS und keine Schwangerschaft vor, werden die Geräte abgeschaltet. 354)Funktionelle Bildgebung würde Zweifel am Hirntod nähren bv) „Dies gilt umso mehr, als die neuen neurowissenschaftlichen Verfahren der funktionellen Bildgebung Zweifel an der Hirntoddiagnostik genährt haben.“ In den USA und England nährt die funktionelle Bildgebung diese Zweifel (Hirnstammtod), in D/A/CH bestätigen sie den Gesamthirntod. 355)Bildgebende Verfahren können nicht angeben, wann der Hirntod eintritt Bd) „Auch mit Unterstützung von Computern und bildgebenden Verfahren lässt sich nicht angeben, wann dies genau ist.“ al) „Der Tod wird ... post factum – nach dem faktischen Todeseintritt – festgestellt.“ Gb) „Wir haben mittlerweile moderne Verfahren der funktionellen Bildgebung und damit kann man in das Gehirn hineinsehen, ohne es beschädigen zu müssen. Und man kann die Funktionen des Gehirns sehen. ... Der Hirntod ist definiert als Tod des gesamten Gehirns. Mit den klinischen Untersuchungen kann man gar nicht das ganze Gehirn untersuchen, sondern man untersucht besonders kritische Funktionen des Gehirns. Eine wichtige Funktion des Gehirns ist die Atemfähigkeit, also bei Hirntoten ist das Atemzentrum geschädigt, sodass nicht mehr der Impuls zum Atmen gegeben werden kann, obwohl die Lungen noch funktionieren. Bei Hirntoten funktioniert auch noch das Herz selbständig. Das hat sein eigenes Nervensystem und ist ganz unabhängig vom Gehirn. Und darüber hinaus funktionieren auch noch viele innere Organe.“ Gc) „Es gibt neue Erkenntnisse. ... bildgebende Verfahren, denken Sie mal an PCT oder MRT. Da können Sie sehr exakt untersuchen, wie das aussieht.“ Bei der HTD geht es nicht darum, exakt den Todeszeitpunkt festzulegen, sondern festzulegen, dass der Hirntod eingetreten ist. Dies kann sehr wohl und auch absolut sicher mit bildgebenden Verfahren festgestellt werden. Mit neurologischen Tests kann er sicher erschlossen werden. Ein Beispiel hierzu: Wenn eine Nachtschwester um 2:30 Uhr noch zu einem Sterbenden sieht, der allein im Zimmer liegt, und sieht, dass er noch atmet, dann lebt er noch. Wenn sie um 3:00 Uhr wieder in das Zimmer kommt und weder Atmung noch Puls feststellt, dann wird der Arzt verständigt, der den Herztod bestätigt. Auf dem Totenschein wird 3:00 Uhr eingetragen, weil um 3:00 Uhr dieser Herztod festgestellt wurde. Dabei kann der Herztod bereits um 2:31 Uhr eingetreten sein. In einer hochsommerlichen Nacht mit Temperaturen um die 30°C wird man kaum was vom Erkalten des Leichnams feststellen können. In dieser Situation interessiert niemand den genauen Todeszeitpunkt. Der Herztod wurde um 3:00 Uhr festgestellt und wird so dokumentiert. - Ähnlich ist es mit dem Hirntod, er wird festgestellt und mit der Uhrzeit der Feststellung dokumentiert. Die Fachärzte meiner Klinik wie auch Wikipedia kennen kein „PCT“, sehr wohl jedoch ein „PET“ (Positronen-Emissions-Tomographie). Dies ist ein sehr teueres Gerät, mit dem man in der Nuklearmedizin 3D-Aufnahmen machen kann. Das heißt, was beim Szintigramm in 2D vorliegt, macht das PET in 3D. - Es ist vergleichbar mit der 2D-Röntgen-Aufnahme zur 3D-Aufnahme eines CT (Computertomographen). Für die HTD genügt jedoch ein Szintigramm völlig aus, um die fehlende Durchblutung oder den fehlenden Stoffwechsel im Gehirn zu dokumentieren. Hierzu eine 3D-Aufnahme durch das PET zu fordern, ist völlig unnötig, weil es für die HTD keinen Erkenntniszugewinn darstellt.39 Ein MRT(Magnetresonanztomographen) kann Gewebe und Strukturen in 3D darstellen. Wenn das Gerät in den Cinema-Modus (Bewegungs-Modus) geschaltet wird, kann man auch Bewegungsabläufe im Körper, z.B. das Schlagen des Herzens darstellen, alles in 3D. Wenn sich jedoch das Objekt nicht bewegt – so beim Gehirn -, kann mit dem MRT keine Aussage darüber gemacht werden, ob diese Zellen leben (Stoffwechsel) oder abgestorben sind. Man kann zwar eine Schwellung des Gehirns erkennen, aber keine Aussage darüber treffen, ob dieser Patient bereits hirntot ist. Erst nach etwa 7 Tagen kann mit einem MRT gesagt werden, dass sich das Gehirn aufgelöst hat. Die abgestorbenen Gehirnzellen sind geplatzt. Im Kopf ist dann nur ein Brei aus Zellflüssigkeit, Zellkernen und Zellmembranen. Daher ist ein MRT trotz seiner 3D-Darstellung für die HTD so gut geeignet, wie eine digitale Küchenwaage zur Längenmessung. 356)Die Methoden werden empfindlicher a) „Je empfindlicher die Methode, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich Aktivitäten in einzelnen Arealen des Gehirnes finden lassen.“ Dagegen wird wohl keiner etwas einzuwenden haben. Die von a) genannten empfindlicheren Methoden hat jedoch bisher die Medizin noch nicht. Mit dem aktuellen Handeln bei der OS stehen wir an der Grenze des heute Möglichen. Der Tod beim Herz-Kreislauf-Versagen hat auch seine Entwicklung hinter sich. Früher machte man den Tod auch am letzten Atemzug fest, bis dann festgestellt wurde, dass das Herz noch einige Minuten darüber hinaus noch schlägt. Deswegen machte sich niemand Gewissensbisse, dass er bislang einen noch Lebenden für tot erklärt hätte. 357)Hirntote könnten nicht sicher tot sein a) „Es ist eines, wenn Personen dem christlichen Ideal folgen und ihr Leben für ihre Freunde hingeben. Es ist ein anderes, zur Rettung eines Menschen einem Dritten Organe herauszuschneiden, von dem offenbar nicht jedermann sicher ist, dass er auch tot ist.“ Wer ist hier „jedermann“? Muss dazu der letzte Gegner der TX noch gehört und beachtet werden, oder darf man auch hier der allgemeinen Meinung der Mediziner vertrauen? Es gibt zwei allgemein anerkannte Definitionen von tot: Herztod und Hirntod. Weltweit werden sie von allen großen Vereinigungen der Ärzten anerkannt. Für Deutschland hat der wissenschaftliche Beirat der [[BÄK]] 1997 eindeutig festgelegt, nach welchen Verfahren die HTD durchzuführen ist und damit der Hirntot festgestellt werden kann. In diesem wissenschaftlichen Beirat der [[BÄK]] sind nicht irgendwelche Ärzte, sondern sozusagen die Elite von Medizin und medizinischer Forschung. Die Behauptung, dass diese Richtlinien für die HTD nicht dem aktuellen Stand medizinischer Forschung entsprechen, sind völlig haltlos. Sie entsprechen durch den wissenschaftlichen Beirat der [[BÄK]] dem neuesten Stand. Sollte es neue Erkenntnisse geben, die für den deutschen Gesamthirntod relevant sind, werden diese vom wissenschaftlichen Beirat der [[BÄK]] aufgegriffen und durch neue Richtlinien für die HTD umgesetzt. Es liegen jedoch keine solche neuen Erkenntnisse vor. Was nicht dem neuesten Stand der Forschung entspricht, das ist die Hirntod-Definition der US-Amerikaner und der Engländer. 358)Anforderungen würden vielfach unterlaufen werden a) „Die Anforderung werde ohnehin vielfach unterlaufen, etwa in den Fällen der sogenannten Non-heart-beating-Donors. Bei ihnen werden die Organe nur wenige Minuten nach Eintreten des Kreislaufstillstands entnommen. In einigen Ländern ist dies zulässig, in Deutschland verboten.“ Es ist eine Unterstellung, dass die Anforderungen „vielfach unterlaufen“ werden. Für dieses Unterstellung liegen keine Beweise vor. Daher ist sie unhaltbar. Wenn es a) nicht gefällt, dass andere Länder andere Bestimmungen haben, so soll er sich dort engagieren. In Deutschland verunsichert er mit dieser Aussage nur die Menschen. Damit ist sein Engagement zu diesem Punkt deplatziert. 359)Verlässliche Durchführung der Hirntoddiagnostik d) „Zweifel gibt es auch, ob die Feststellung des Hirntodes stets verlässlich erfolgt.“ Um die Korrektheit der HTD sicher zu stellen, verlangt das TPG mind. zwei unabhängige, auf diesem Gebiet erfahrene Ärzte. Außerdem macht das ganze Team der Intensivstation seine eigenen Erfahrungen mit diesem Patienten. Wer da noch immer zweifeln will, dem helfen auch nicht fünf oder zehn unabhängige, auf diesem Gebiet erfahrene Ärzte. 360)Forderung nach besten verfügbaren Technologien d) Es wird Sabine Müller zitiert: „Aus ethischen Gründen sollte eine Hirntoddiagnostik auf dem Stand der besten verfügbaren Technologie gesetzlich vorgeschrieben werden.“ Ob der Herztod eingetreten ist, kann man am Puls mit den Fingerspitzen fühlen. Zur Sicherheit kann man mit dem Stethoskop kontrollieren, einer Erfindung des 19. Jh. Ob es Sinn macht, mit der „besten verfügbaren Technologie“ den Hirntod zu diagnostizieren, ist fraglich. Wie Punkt 18) zeigt, kann man selbst mit bester Gerätemedizin falsche Diagnosen stellen, wenn man zu dieser konkreten Situation mit dem falschen Gerät herantritt. 361)US-Studie: Wie lange beobachten? d) „Die AAN vermisst unter anderem systematische Studien zur Frage, wie lang man Patienten mindestens beobachten müsse, um sicher zu sein, dass der Verlust ihrer Hirnfunktionen tatsächlich unumkehrbar sei.“ Das ist ein Problem der USA. Sie haben den Hirnstammtod als Hirntod, Deutschland hat den Gesamthirntod, d.h. Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm müssen tot sein. Es spricht nichts dagegen, dass diese Studien gemacht werden. Solange jedoch diese nicht gemacht wurden, liegen keine neuen Erkenntnisse vor. So ist auch vorstellbar, dass eine Verkürzung der bisherigen Wartezeiten möglich ist. An den hirntoten Schwangeren konnte Wochen und Monate beobachtet werden und der Schwangeren alle Chancen gegeben werden. Noch keine einzige ist hieraus wieder ins Leben zurück gekommen – obwohl bei ihnen der Apnoetest nicht durchgeführt worden ist und der Hirntod nicht absolut sicher war. Wenn man in den Bereich der komatösen Patienten wechselt – bei ihnen sind noch Gehirnaktivitäten eindeutig nachweisbar, im Gegensatz zu Hirntoten – so kann man an diesen Studien über Jahre und Jahrzehnte bis zu deren Herztod durchführen. 362)Warnung vor Fehldiagnosen f) Über Fehldiagnosen des Hirntods: „Deren Ursachen waren etwa eine Pestizidvergiftung, eine Überdosis des krampflösenden Medikaments Buscopan und fulminantes Guillian-Barré-Syndrom, eine neurologische Erkrankung mit vollständiger Lähmung. Die Ärzte hatten teilweise MRT und spezielle Labordiagnostik eingesetzt und die lebenserhaltenden Maßnahmen fortgesetzt. Die Patienten wurden wieder gesund. Die Autoren warnen vor Fehldiagnosen in ähnlichen Fällen.“ g) „Die Autoren dieser Studien warnen vor Fehldiagnosen des Hirntodes in ähnlichen Fällen.“ Cc) „Zudem birgt sie, wie jede andere Diagnostik auch, die Gefahr von Fehlurteilen in sich, und beinhaltet auch Vorgänge, die zum Teil aggressiv und medizinethisch fragwürdig sind (z.B. Eiswasserspülungen der Ohren, Apnoetest, Angiographie).“ Bm) „Auch Hirntod- Fehldiagnosen sind schon vorgekommen, 2008 berichteten zwei Wissenschaftler aus den USA davon.“ Ga) „Wie bei jeder Diagnose gibt es auch beim Hirntod Fehldiagnosen. Und das ist gerade bei einem Hirntoten besonders gravierend.“ Um Fehldiagnosen zu vermeiden, ist es unerlässlich, die Vorgeschichte des Patienten zu kennen. Hierzu bedarf es nicht nur der Ergebnisse der Untersuchungen, sondern vor allem der Angaben, unter welchen Umständen der Patient in diesen Zustand kam. Bei Guillain-Barré-Syndrom sind zwar die Muskeln des Körpers gelähmt, aber ein einfacher Reflextest, mit der Taschenlampe in das Auge zu leuchten, zeigt hier, dass kein Hirntod vorliegt, da sich die Pupille sofort zusammenzieht. Auch würde ein EEG deutlich aufzeigen, dass der Mensch nur an einer vollständigen Lähmung leidet. Bei Einhaltung der von der [[BÄK]] vorgeschriebenen Richtlinien für die HTD kann keine Fehldiagnose erfolgen. Die HTD steht in Deutschland auf zwei sicheren Beinen: die klaren Richtlinien und die beiden auf diesem Gebiet erfahrenen Ärzte. 363)Warung vor „Hirntod-Mimikry“ bn) „Allerdings wurden einige Fälle von „Hirntod-Mimikry“ hochrangig publiziert. Deren Ursachen waren Pestizidvergiftung, eine Baclofen-Überdosis (Wirkstoff zur Muskelent-spannung) beziehungsweise ein fulminantes Guillain-Barré-Syndrom (neurologische Erkrankung mit vollständiger Lähmung). Letzteres ist vor allem bei vorangehender Kopfverletzung mit dem Hirntod zu verwechseln, weil diese irrtümlicherweise für die Ursache der hirntodartigen Symptome gehalten werden kann. In diesen Fällen hatten die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen fortgesetzt, obwohl die klinische Diagnostik für den Hirntod sprach. Alle beschriebenen Patienten wurden wieder gesund. Die Autoren dieser Studien warnen vor Fehldiagnosen des Hirntodes in ähnlichen Fällen.“ Aus genau diesem Grunde schreibt die [[BÄK]] vor Beginn der HTD vor, dass abzuklären ist, ob der Zustand keine anderen Ursachen (z.B. Vergiftung, Überdosis) hat. Dies ist auf jedem Blatt der HTD eigens genannt und von den beiden Ärzten gegenzuzeichnen. () - auch bei Gesamthirntod als hirntod erkennbar? 364)Mit dem Hirntod-Konzept würde die Zustimmung vieler Menschen erschlichen k) „Die Befürworter des Hirntod-Konzepts, welches den irreversiblen Ausfall aller Gehirnfunktionen mit dem Tod des Menschen gleichsetzen, erschleichen sich die Zustimmung vieler Menschen in erster Linie mit einer Mystifizierung des Gehirns.“ o) über die Definition des Hirntods: „Es ist keine Klarheit über das Wesen einer Sache erreicht, sondern es wird per definitionem Verschleierungs- und Verdunkelungstaktik betrieben zum Zwecke der Durchsetzung eigener Interessen.“ Das Hirntod-Konzept ist ein sehr wohl überlegtes Konzept, das auf jahrzehntelanger Erfahrung der Neurologie beruht. Die Medizin hat diese langen Erfahrungen an Patienten mit Locked-In-Syndrom und im tiefen Koma. Die Medizin kann klar trennen zwischen diesen Zuständen und Hirntod. Wer das Hirntod-Konzept anzweifelt, mag sich gerne mal in neurologischen Kliniken betätigen und beweisen, welche Erfolge noch bei den Patienten zu erzielen sind, bei denen noch Hirntätigkeit nachgewiesen werden kann. - Bei einem Hirntoten hingegen ist keine Hirntätigkeit mehr nachzuweisen. Sein Gehirn ist tot. Das stellt keine Mystifizierung des Gehirns dar. 365)Fehler bei der Hirntoddiagnostik n) „Eine Überprüfung von Hirntoddiagnosen durch die DSO zeigte, daß 21 von 50 Diagnosen falsch waren.“ z) (103) „Das DSO-Team aus Niedersachsen zum Beispiel spricht in einer internen Studie davon, dass die Diagnose der Krankenhausärzte in 42 % der Fälle, in denen diese einen Hirntod diagnostiziert hatten, von den DSO-Teams nicht zu sichern gewesen war.“ Mp) „Das Deutschen Ärzteblatt Nr. 19/2006 berichtete allerdings, dass die Spezialistenteams der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in 21 von knapp 50 Fällen die Diagnose bzw. den Verdacht auf Hirntod nicht bestätigt hätten.“ Diese Aussage ist sachlich falsch! Es müsste korrekt heißen: "Von 50 an die DSO gemeldeten möglichen Organspender halten 21 der abgeschlossenen Überprüfung der HTD nach den Richtlinien der [[BÄK]] nicht stand." Man muss den detaillierten Ablauf der OS kennen: Bereits wenn der begründete Verdacht auf Hirntod vorliegt, zusammen mit der Zustimmung für eine OS, wird die DSO informiert. Dabei ist die HTD noch nicht abgeschlossen. Erst der Abschluss der HTD nach den Richtlinien der [[BÄK]] entscheidet darüber, ob jemand hirntot ist. Stellen die beiden erfahrenen, voneinander unabhängigen Experten fest, dass Hirntod vorliegt, dann erst gilt jemand für hirntot. Dadurch ergibt sich: Von 50 an die DSO gemeldeten möglichen Organspender halten 21 der abgeschlossenen Überprüfung der HTD nicht stand. Die Quelle wurde von n) nicht genannt. Wenn sich jedoch – wie bei z) genannt - das Zitat auf das Deutsche Ärzteblatt vom 12.5.2006 bezieht, so wird darin beschrieben, dass kleinere Krankenhäuser ein DSO-Team für die HTD anfordern können. Hierzu heißt es: „Das DSO-Team aus Niedersachsen etwa habe bei knapp 50 Untersuchungen 21-mal den Hirntod nicht sichern können.“ z) schreibt hierzu weiter (103): „Beinahe möchte man dankbar sein, dass die DSO nun diese Spezialisten anbietet, die bei der Feststellung des Hirntodes größere Sicherheit bieten. Aber eigentlich drückt das doch aus, dass wir diese Sicherheit vorher nicht hatten. Interessanterweise fällt dabei auch nicht auf, dass ja nun ausgerechnet diejenigen, die größtes Interesse an einer Steigerung der Organgewinnung haben, nun den Hirntod feststellen sollen.“ Diese Unsicherheit hatten Kliniken, die keine Fachärzte zur ordnungsgemäßen Durchführung der HTD hatten. Zu denen kam das DSO-Team und führte die HTD nach den Richtlinien der [[BÄK]] durch. Dass sie in 42% der Fälle, an denen die für die HTD nicht erfahrenen Ärzte Hirntod annahmen (es wurde von ihnen keine HTD durchgeführt!), von den Ärzten der DSO dies nicht bestätigt wurde, widerlegt die Unterstellung von z), dass die DSO nur an den Organen interessiert sei. Würde die Annahme von z) stimmen, so wäre es für die Ärzte der DSO doch ein leichtes gewesen, alle diese Patienten für hirntot zu erklären. - Außerdem war es nie Thema, dass die DSO die Aufgabe bekommen soll, überall die HTD durchzuführen. Dies ist ein Angebot der DSO an kleinere Kliniken, denen die erfahrenen Fachleute zur ordnungsgemäßen Durchführung der HTD fehlen. 366)Bei 30% lag der Hirntod noch gar nicht vor Sb) bezieht sich auf eine von Hermann Deutschmann durchgeführte Studie der Jahre 2000 bis Ende 2005, bei denen er bei 230 Einsätzen als Neurologe zur HTD bei rund 30% keinen Hirntod bestätigen konnte: „In Wirklichkeit heißt das nämlich, dass hier ein Drittel der 'Hirntoten' selbst mit regulären medizinischen Maßstäben gemessen gar nicht hirntot war und mithin unberechtigterweise zur Ausschlachtung freigegeben werden sollte.“ Ua) „Von 2000 bis 2006 untersuchte der Neurologe Herrmann Deutschmann, damals Leiter des Konsiliarteams der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 230 Hirntoduntersuchungen im Raum Niedersachsen. In allen Fällen hatten die behandelnden Ärzte geglaubt, der Hirntod sei eingetreten. Einige hatten sogar schon das erste Hirntodprotokoll ausgefüllt. Ein Drittel der Diagnostik jedoch erwies sich bei der Prüfung als fehlerhaft.“ Hier wurde offensichtlich der Sachverhalt nicht verstanden: Deutschmann kam in die Kliniken, um den Hirntod festzustellen, nicht um ihn zu überprüfen. Die behandelnden Ärzte, die Dr. Deutschmann gerufen hatten, besaßen gar nicht die fachliche Kompetenz, den Hirntod festzustellen. Dies zeigt auf, wie verantwortungsvoll mit der HTD in D/A/CH umgegangen wird. 367)Die meisten Ärzte hätten keine Ahnung von der HTD Sb) über die HTD: „Was im Umkehrschluss bedeutet, dass die meisten Ärzte 'so etwas' eben noch nicht gesehen, von den Gesetzen keine Ahnung haben und daher reihenweise überlebensfähige Patienten zur Ausschlachtung freigeben.“ Der Elektroinstallateur muss keine Ahnung von den Vorschriften von Wasser und Heizung haben, der Bäcker keine über die eines Landwirts. - So muss auch der Assistenzarzt auf der Intensivstation keine genauen Kenntnisse über die Durchführung der HTD kennen. Es steht ihm weder gesetzlich noch fachlich zu, die HTD durchzuführen – auch um keine Fehler bei der HTD aufkommen zu lassen. 368)Die Information über OS stecke in den Kinderschuhen Pd) „Die Information an die Bevölkerung und das damit verbundene Auseinandersetzen steckt noch sehr in den Kinderschuhen, bei uns in Deutschland.“ Dieser Aussage kann ich teilweise zustimmen: Die Informationen an die Bevölkerung sehe ich in diesen Punkten als verbesserungswürdig an: 1.Information erfolgt in einer Sprache, für die medizinische Grundkenntnisse benötigt. 2.Gegebene Informationen gehen an den Fragen und Ängsten der Menschen vorbei. 3.Die für das Buch angesehene Diskussionsrunden zeigen große Mängel auf, so dass sie Menschen eher verunsichern als informieren. Ein Auseinandersetzen mit dem Thema konnte bisher dadurch vermieden werden, weil es bisher keinen Akt gibt, der den Menschen zu einem Nachdenken über dieses Thema zwingt. Das wird mit der Erklärungsregelung anders werden. 369)Der Hirntod basiere nicht auf verlässlichen wissenschaftliche Daten m) „Die auf das Gehirn bezogenen Kriterien der Todes-Definition basieren nicht auf verlässlichen wissenschaftlichen Daten.“ ad) über die HTD: „In keinem Fall haben sie ihren Grund in wissenschaftlichen Beobachtungsmethoden oder in Hypothesen, die aufgestellt und dann verifiziert wurden, was sehr bedeutsam ist.“ ba) „Wissenschaftlich unfundierte, in der Praxis unzuverlässige und immer wieder zu Fehlurteilen führende Himtod-Diagnose als Grundlage der letalen Organentnahme? Diese Aussage ist schlichtweg falsch. - Ist denn der Name „Wissenschaftlicher Beirat“ der [[BÄK]] denn nur Schmuck, oder steckt dahinter die Elite der deutschen Mediziner, allesamt wissenschaftlich arbeitend? Es mag Diagnoseformen geben, über die man in bestimmten Situationen (Ereignis, das in den Hirntod führte) streiten kann. Es gibt jedoch Diagnoseformen, die wissenschaftlich zuverlässig und eindeutig belegen können, ob hier ein Hirntoter vor einem liegt oder ein Patient in einem tiefen Koma. 370)Das Hirntod-Konzept sei widerlegt Ka) „Da das in Deutschland geltende Transplantationsgesetz nach wie vor vom Hirntodkonzept ausgehe, dieses jedoch wissenschaftlich widerlegt sei, müsse eine gesetzliche Neuregelung geschaffen werden, was selbstverständlich nicht Sache der Ärzte, sondern der Gesellschaft sei.“ Diese Widerlegungen des Hirntods gelten für die USA und England. In diesen Ländern gilt jemand bereits als hirntot, wenn sein Hirnstamm abgestorben ist. Für Deutschland ist der Tod des Großhirns, Kleinhirns und des Hirnstamms als Erfüllung der Definition Hirntod notwendig. Daher ist für Deutschland keine Änderung notwendig. 371)HTD erfordere grundsätzlich ein EEG m) „Es ist wissenschaftlich ungenügend, für die Diagnose des 'Hirntodes' kein EEG zu verlangen, wenn irgendein Grad an Gewissheit gewährleistet werden soll.“ Ob für die HTD in jedem Fall ein EEG verlangt werden soll, mögen Mediziner entscheiden. Der Tatsache, dass Hirntod gleich tot ist, tut dies keinen Abbruch. 372)Nicht wenige Ärzte sehen den Hirntod nicht als Tod des Menschen an ad) über die HTD: „Deutlich unterscheiden sie sich auf jeden Fall von den im Lauf der Zeit erprobten und allgemein akzeptierten Kriterien für den Tod, wie Stillstand des Kreislaufs, der Atmung und der Reflexe, weshalb nicht wenige Mediziner das Gefühl haben, dass die Falschheit des Hirntodes entlarvt werden muss, weil hier die Reputation des Berufs der Mediziner auf dem Spiel steht.“ bl) über die OS: „Es setzt sich über die Menschenwürde hinweg und nimmt eine Ttung des Lebenden billig in Kauf. Von dieser Art der Geschäftemacherei distanziere ich mich aufs Schärfste und mit mir sicher der größte Teil der Ärzte.“ (Seite 172) Diese „nicht wenige Mediziner“ mögen in Deutschland 20 oder 50 sein, doch was sind dies gegen 429.926 Ärzte in Deutschland? Mit den Worten „nicht wenige“ wird suggeriert, dass es viele seien. Diese viele mag es an konkreter Zahl wie z.B. 50 sein, aber es ist eine absolute Minderheit gegenüber der Gesamtzahl. Die von bl) im vergangenen Jahrhundert geschriebenen Auffassung ist leider falsch. Der größte Teil der Ärzte sehen den Hirntod als den Tod des Menschen an. 373)Unterstellung an die Transplantationsmediziner m) Im Anschluss daran, dass schwangere Hirntote mitunter Monate an den Geräten angeschlossen sind, bis das Kind geboren werden kann, schreibt m): „Die Transplantationsmediziner wissen, wie wichtig es ist, die lebenswichtigen Organe zu schützen und zu erhalten. Aber man muss sich fragen: Könnte es sein, dass man es deshalb so eilig hat, weil sonst Zeichen der Erholung der Gehirnfunktionen auftreten könnten und für den Arzt, der den 'Hirntod' feststellte, möglicherweise peinlich wäre?“ Diese Frage ist eine bodenlose wie auch haltlose Unterstellung! - Solches im Anschluss von schwangeren Hirntoten, die monatelang an die Geräte angeschlossen waren, zu schreiben widerspricht sich selbst: Ist denn eine dieser schwangeren Hirntoten in diesen Monaten je aus dem Zustand des Hirntods zurückgekommen? Die Richtlinien der [[BÄK]] schreiben klar vor, dass bei primärer Hirnschädigung der Test bei Erwachsenen nach mind. 12 Stunden, bei sekundärer Hirnschädigung nach mind. 72 Stunden zu wiederholen ist. Da können die Ärzte es noch so eilig haben, diese Zeiten sind einzuhalten. Sie können diese Zeit nur durch bildgebenden Geräte verkürzen. Dies alles ist ordentlich zu dokumentieren, damit im Streitfall alles genau nachvollzogen werden kann. 374)Hirntod würde sich der Erkenntnis entziehen o) „Es ist im ursprünglichen Sinne des Wortes arrogant, ohne tieferes Nachfragen, aus Unkenntnis also, etwas festzustellen und festzuschreiben, was sich schlicht der Erkenntnis entzieht.“ Diese Aussage ist falsch: Der Tod von Gehirnzellen kann durch ein Szintigramm ohne jeden Zweifel bewiesen werden. 375)Auf Mediziner mit Elektronik könne man sich nicht verlassen o) „Das Leben von Menschen auf messbare Hirnströme zu reduzieren, ist von vornherein anthropologisch fragwürdig, ja unstatthaft, u.a. darum, weil der ganze Mensch als Geist-Seele-Einheit nicht mehr wahrgenommen wird. Und es kommt auch, am Rande gesagt, noch hinzu, dass die Apparate, welche die Hirnströme messen (EEG), nicht von Medizinern, sondern von Elektronikern hergestellt worden sind. Mediziner, die mit dieser Technik umgehen, müssen sich auf all das verlassen, was Elektroniker vorgeben. Mediziner sind also insofern durchaus fremdgesteuert – übrigens hinsichtlich der Pharmazie ebenfalls.“ ak) „Außerdem sind die Apparate, welche die Hirnströme messen (EEG), nicht von Medizinern, sondern von Elektronikern hergestellt worden. Die Mediziner, die mit dieser Technik umgehen, müssen sich auf all das verlassen, was die Techniker vorgeben.“ Beim Versuch auf die sachlichen Anteile zu antworten muss darauf hingewiesen werden, dass zwar Elektroniker EEG bauen und warten (mind. jährlich kalibriert), aber dass das EEG von Hans Berger an der Universität Jena im Jahre 1924 entwickelt wurde. Hans Berger war aber kein Elektroniker, sondern Neurologe und Psychiater, also Arzt. Diese Verfasser verlassen sich beim Autofahren sicherlich auch auf die Fachkenntnis des Autobauers und Automechanikers, oder fahren diese Verfasser kein Auto, weil er auch hier misstrauen? 376)Misstrauen gegenüber Technik o) „Elektroniker aber sind es heute u. a. auch, welche auf die grundsätzliche Unzuverlässigkeit von Apparaten aufmerksam machen und vor allem darauf, dass heute vieles messbar ist, was vor kurzem elektronisch noch nicht wahrgenommen werden konnte.“ ak) „Elektroniker aber sind es heute u. a., welche auf die grundsätzliche Unzuverlässigkeit von Apparaten aufmerksam machen.“ Ta) „Die Hirntod-Diagnose ist ein (irreversibles) Todesurteil unter großem Zeitdruck und ohne Berufung, das weder Irrtum noch Fehleranfälligkeit von Geräten berücksichtigt.“ Hierzu fehlt der Nachweis. - Gerade in der Medizin wird exakt darauf geachtet, dass die Geräte die Wartungsintervalle einhalten. Hierzu führen die Techniker in den Kliniken eigens Gerätelisten, um die für die Kalibrierung anstehenden Geräte von den Stationen einzufordern, wenn diese von den Stationen vergessen werden. Wie wenig Sachkenntnis diese Verfasser bezüglich ihren Äußerungen haben, zeigt die Existenz des „Gesetz über Medizinprodukte“ (MPG). Dieses Gesetz wurde 1994 erlassen und wird immer wieder aktualisiert. In § 20 MPG ist mindestens alle 2 Jahre eine Überprüfung der med. Geräte vorgeschrieben. - Ein Verstoß gegen das MPG kann nach § 40 mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren geahndet werden, in besonders schweren Fällen bis zu 5 Jahren. Selbst der Versuch ist strafbar. Einzelne Hersteller schreiben noch engere Zeiträume vor. In der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD ist für jedes eingesetzte Gerät klar vorgeschrieben, wie vor Benutzung des Gerätes dieses auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen ist. Die [[BÄK]] hat also auch an defekte Geräte gedacht.40 Die Sorge dieser Verfasser ist somit völlig unbegründet. - Statt sich zu sorgen und andere noch zu verängstigen, sollen sie lieber mal die Richtlinien der [[BÄK]] zur HTD lesen. Fast alles ist darin auch für medizinische Laien verständlich verfasst (siehe diese Fußnote). 377)Misstrauen gegenüber Ärzten o) „Es kann mehr als vermutet werden, dass zahlreiche Menschen zum Zwecke der Organtransplantation zu Tode definiert worden sind; auch darum, weil elektronische Apparate gewünschte (oder auch nicht gewünschte!) Hirnströme noch nicht aufzeichnen konnten.“ Auch hier liegt o) eindeutig falsch: Am Ende der Anmerkung 6 zur EEG-Untersuchungen heißt es in der Richtlinie der [[BÄK]]: „Zu Beginn der Ableitung soll die Funktionstüchtigkeit der einzelnen Verstärker durch das Auslösen von Artefakten (Berühren der Elektroden) überprüft werden.“ Der Arzt hat somit nicht nur einfach das EEG-Gerät einzuschalten und auf die Funktionsfähigkeit des Gerätes zu vertrauen. Er hat auch jeden einzelnen Kanal entsprechend zu überprüfen. - Die [[BÄK]] überlässt auch hier nichts dem Zufall. So ist ein EEG-Gerät mit mind. 8 Kanälen gefordert, die vorgeschriebenen Elektroden ins nach dem 10:20-System zu setzen, die Verstärkereinstellungen sind vorgeschrieben, ... Das alles ist für jedermann offen zugänglich nachzulesen in der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD. Dieser unhaltbaren Unterstellung fehlt auch somit jede Sachlichkeit.41 Würde o) die Richtlinien der [[BÄK]] kennen, könnte er solches nicht schreiben. 378)Misstrauen gegenüber der Hirntod-Definition Mf) „30-40% misstrauen dem Hirntodkonzept, weil sie fürchten, dann noch nicht gestorben zu sein.“ So ließe sich die „Erfolgsbilanz“ der Kritiker und Gegner ausdrücken. Sie sind es, die mit Halb- und Unwahrheiten die Bevölkerung nicht informieren, sondern defomieren. 379)Zwei unabhängige Ärzte würden die HTD nicht sicherer machen ak) zitiert Sylvius Hartwig mit den Worten: „Da, wie gesagt, jede Technologie versagen kann, dann natürlich auch die der Bestimmung des Todeszeitpunktes. Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass zwei Gutachter zustimmen müssen.“ Die deutsche HTD beruht auf drei Säulen: Voraussetzungen, klinische Symptome und Irreversibilität. Für die Abklärung der Voraussetzungen können bereits verschiedene Geräte eingesetzt werden. Die klinischen Symptome werden jedoch ohne jegliche Geräte abgeklärt. Dies sind die neurologischen Tests. Diese neurologischen Tests und der Nachweis der Irreversibiliät müssen von zwei voneinander unabhängigen Ärzten durchgeführt werden. Bei der HTD geht es nicht so sehr um den Todeszeitpunkt, sondern vielmehr um die Frage, ob der Patient hirntot ist. 380)An Hirntoten seien Hirnströme messbar o) „Bevor Apparaturen dieser Art als Massenprodukte in Krankenhäusern und Arztpraxen zur Anwendung kommen, haben sie eine lange Zeit der Entwicklung hinter sich. Und was heute in solchen Apparaten noch nicht messbar ist, das ist nach Angaben von Elektronikern in elektronischen Laboratorien schon längst messbar. Bei sogenannten 'Hirntoten' sind Hirnströme messbar.“ ad) über die HTD: „Mit ihr kann man Menschen, bei denen keine Gehirnströme mehr zu messen sind, für tot erklären, auch wenn das Herz noch schlägt.“ Mf) „Hirnströme und Hormonproduktion der Hypophyse bei 'Hirntoten' sind möglich.“ Es stimmt, dass auch die Technik voranschreitet. Gleichgültig wie weit sie voranschreitet, von einem Hirntoten kann man keine Hirnströme messen. Das ist reines Wunschdenken. Durch andere apparative Diagnostik kann belegt werden, dass dieser Patient mit EEG-Nulllinie tatsächlich ein Hirntoter ist. Es stellt sich hierbei auch die Frage, was da gemessen werden. Sind es Artefakte (irgendwelche Störungen) oder sind es Gehirnströme. Wenn tatsächlich Hirnströme gemessen werden können, ist es kein Hirntoter. Um aber Artefakte sicher von den Gehirnströmen zu unterscheiden, bedarf es des Facharztes mit langjähriger Erfahrung. Kann bei einem Patienten bei der HTD keine 30 Minuten EEG-Null-Linie gemessen werden, so ist er damit per Definition kein Hirntoter. 381)Misstrauen auf der ganzen Linie o) „Selbst wenn es möglich wäre, menschliches Versagen im medizinischen Bereich auszuschließen, so mag doch niemand für die Zuverlässigkeit von Apparaten zu garantieren.“ Wenn o) etwas absolut sicheres haben will, dann einzig diese Aussage: Ein jeder von uns wird irgendwann sterben. - Nichts ist so sicher wie diese Aussage. Für alles andere im Leben müssen wir mit einem Minimum an Unsicherheit leben, selbst mit der Unsicherheit, dass einer der Äpfel vom Baum nicht zur Erde fällt, sondern zu den Wolken. Autos müssen alle 2 Jahre zum TÜV, medizinische Geräte müssen alle 6 Monate zur Kalibrierung, d.h. die Geräte wieder technisch exakt ausrichten. Was will o) noch mehr? 382)Nulllinien-EEG sei hirntot r) „Der Status 'hirntot' sagt nur etwas über fehlende Hirnströme aus, die mit derzeit entwickelten elektronischen Messgeräten zu erfassen wären.“ In der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD heißt es ausdrücklich unter Punkt 3.2, die ergänzenden Untersuchungen42 „können nicht allein den irreversiblen Hirnfunktionsausfall nachweisen.“ Grundlage der HTD ist somit die klinische Diagnostik mit der Überprüfung des Ausfalls der zerebralen Reflexe. Ein Null-Linien-EEG alleine besagt noch lange nicht, dass Hirntod vorliegt. Hirntot kann auch mit anderen Geräten diagnostiziert werden, nicht nur mit dem EEG. 383)Flaches EEG würde zum Tod führen r) „Wird z.B. bei einem Sterbenden ein 'flaches EEG' festgestellt, kann dieser Körper per definitionem zum 'Leichnam' erklärt werden.“ Ein vorliegendes 'flaches EEG' ist zunächst mal für sich gesehen eine Aussage. In den gesamten Kontext, dass keine neurologischen Reflexe, noch nicht mal Eigenatmung, vorhanden ist, bekommt es eine gewichtige Bedeutung. Wer dann noch Zweifel am Hirntod hat, kann noch gerne andere apparative Diagnostik durchführen. 384)Niemand könne mit Sicherheit sagen, ... r) „Niemand aber kann mit Sicherheit behaupten, dass das Leben eines 'Hirntoten' vollkommen erloschen, ohne Schmerzempfindlichkeit ist, dass innere geistige Denkvorgänge ausgeschaltet sind und seine Seele irreversibel den Körper verlassen hat.“ Wie will r) beweisen, zu welchem Zeitpunkt des Todes die Seele den Körper verlässt? Wenn das Fass keinen Boden hat, kann man noch so viel Wasser hineinfüllen, ohne dass es voll wird. Man bekommt nur nasse Füße, vielleicht auch gewaschene. - Wenn das Gehirn als Organ des Bewusstseins abgestorben ist, können vom Rest des ZNS noch so viele und noch so große Reize kommen, das Organ des Bewusstseins ist tot. Daher kann man sehr wohl sagen, dass das Schmerzempfinden nicht mehr gegeben ist, Schmerzreaktionen über das Rückenmark durchaus noch. Dass das Gehirn keinen Stoffwechsel aufweist, d.h. dass es abgestorben ist, lässt sich medizinisch und wissenschaftlich mit einem Szintigramm zweifelsfrei beweisen. 385)Fehldiagnosen würden abgestritten s) „Fehldiagnosen würden nicht wissenschaftlich untersucht, sondern abgestritten.“ Hier fehlt zu den konkreten Fehldiagnosen der Beweis. Nach aktuellem Kenntnisstand erfolgte in Deutschland in den letzten 12 Jahren seit der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD keine Fehldiagnose. 386)Bei 11 % Unterschied zwischen klinischer und apparativen HTD g) „Die klinische und die apparative Hirntoddiagnostik führen häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen; nach einer Studie der Universitätsklinik Newark sogar in elf Prozent der Fälle.“ Das ist das Grundproblem der US-Amerikaner und der Engländer. Sie haben den Hirntod als Ausfall des Hirnstamms definiert, nicht wie wir Deutschen den Ausfall von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Daher haben diese Länder diese Probleme mit dem Hirntod. In Deutschland würden diese Menschen nicht als hirntot gelten. 387)Wird wirklich der Hirntod abgewartet? s) „Ob wirklich überall abgewartet wird, bis das gesamte Gehirn funktionsunfähig ist, daran zweifelt Regina Breul inzwischen.“ Für die HTD ist in Deutschland jeder Arzt daran gebunden, diese nach den Richtlinien der [[BÄK]] durchzuführen. Mit den darin enthaltenen klaren Handlungsanweisungen ist kein Irrtum am Hirntod möglich. Die Wartezeiten zwischen den einzelnen Test sind klar vorgegeben, Verkürzungen sind nur mit apparativer Diagnostik möglich. Mit der HTD wird somit nicht die Funktionsunfähigkeit des Gehirns abgewartet, sondern diagnostiziert, d.h. festgestellt. Das solle man als Ärztin wissen. 388)Der Hirntod sei nicht der wirkliche Tod ab) „Würde man alle Argumente gegen den Tod der Hirntoten ignorieren, müsste man zumindest zugeben, dass es nicht sicher ist, dass der Hirntod der wirkliche Tod ist.“ Bd) zitiert Josef Seifert mit den Worten: „Sie vergisst zweitens zumindest unser Nichtwissen bezüglich des zeitlichen Zusammenfallens des ‚Hirntods’ mit dem wirklichen Tod und verkennt dabei, dass sich der ontische Tod überhaupt nicht direkt messen oder auch bloß wahrnehmen lässt.“ Nd) „Daß der Hirntod nicht der wirkliche Tod des Menschen ist, dürfte nach den Diskussionen der vergangenen Monate klar geworden sein.“ Zunächst: Über das, was man weder messen noch wahrnehmen kann, kann man lange streiten, ohne dass man irgendwann zu einem Ergebnis kommt. Es solle doch bitte der „wirkliche Tod“ nicht nur genannt, sondern auch definiert werden. Was ist der „wirkliche Tod“? Auch hierzu gibt es – je nach Berufsgruppe und Anschauung – verschiedene Auffassungen: Der Herztod, aus dem man u.U. reanimiert werden kann. Der Hirntod als Tod des Individuums. Der biologische Tod als Tod der letzten funktionierende Körperzelle. Ontologie ist Lehre vom Sein. Als ontischen Tod bezeichnet man den Tod eines Seins, hier eines Menschen. Hier ist wiederum die Frage der Definition. Diese wiederum muss allgemein überprüfbar sein. Hierzu mögen sich mal diese Verfasser in die Pflegeeinrichtungen begeben, in denen komatöse Menschen seit Jahren und Jahrzehnte leben. Sie reagieren auf keine Reize der Außenwelt und sind auch nicht von sich aus tätig. Dabei besitzen diese komatöse Menschen nachweislich noch Hirnaktivitäten, Hirntote keine. 389)Hirntoddiagnostik sei unzuverlässig Ca) „Hirntoddiagnostik ist unzuverlässig! Die tieferen und sehr relevanten Hirnregionen sind wegen der biophysikalischen Verhältnisse nach etwa 5 cm nicht erreichbar.“ Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Hirntod zu diagnostizieren. Wenn man davon ausgehen muss, dass noch unterhalb von 5 cm im Gehirn noch Gehirnzellen leben, kann man noch immer ein Szintigramm auf Stoffwechsel anfertigen. 390)EEG zeige Aktivität der 3 mm dicken Großhirnrinde auf Ma) „Für den Hirntod spricht seine vermeintlich unbezweifelbare Aussagekraft: Der Blick auf die Geräte, auf den Monitor, auf das Elektro-Enzephalogramm soll genügen, um zu wissen, hier ging ein Leben zu Ende. Das EEG spiegelt aber lediglich die Aktivität einer drei Millimeter dünnen Großhirnrinde wider; die Null-Linie gibt keine Auskunft darüber, was in tiefer liegenden Hirnschichten vor sich geht oder eben nicht.“ Die Großhirnrinde ist je nach Region 2-5 mm dick, aber tief gefurcht. Dadurch reicht sie bis etwa 5 cm in das Großhirn hinein. Wer noch exakt wissen will, ob tieferliegende Schichten des Gehirns Stoffwechsel aufweist, darf gerne ein entsprechendes Szintigramm anfertigen. Bei einem Hirntoten wird er innerhalb des Schädels keinen Stoffwechsel finden. 391)Hirntod würde durch ein EEG ermittelt werden Bl) zur „Feststellung des Hirntodes, ermittelt durch ein EEG, anhand dessen die elektrische Aktivität von Gehirnzellen abgelesen wird.“ Hirntod wird durch die klinische Diagnostik ermittelt. Keine apparative Diagnostik kann die klinische Diagnostik ersetzen. 392)Nach EEG-Null-Linie dürften die Organe entnommen werden ay) „Per Definition gibt es den 'Hirntod' erst seit 1968. Wenn danach im EEG die Null-Linie erscheint, der Kreislauf aber noch intakt ist, gilt man als 'hirntot'. Dann dürfen die Organe unter Vollnarkose entnommen werden.“ Dies ist eine sehr vereinfachte wie auch falsche Darstellung von Hirntod und HTD. - Ein EEG ist nur bei bei Kindern kleiner 2 Jahren vorgeschrieben. Dem EEG gehen jedoch die sogenannten „klinischen Untersuchungen“ voraus . Erst wenn diese den Verdacht auf Hirntod nahe legen, wird dies durch eine EEG überprüft. In der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD heißt es hierzu: „Der Hirntod kann in jeder Intensivstation auch ohne ergänzende apparative Diagnostik festgestellt werden.“ und weiter: „Die Irreversibilität des Hirnfunktionsausfalls und damit der Hirntod ist erst dann nachgewiesen, wenn die klinischen Ausfallsymptome (siehe 2.) ... erneut übereinstimmend nachgewiesen worden sind.“ 393)Koma könne mit dem Hirntod verwechselt werden ad) „Im Übrigen sei immer die Gefahr gegeben, dass man einen Koma-Zustand mit dem Hirntod verwechsle.“ Richtig: Durch die nationalen Unterschiede der Definition von Hirntod kann in England bereits als hirntot gelten, was in Deutschland noch als komatös gilt. Wenn man auf dem Gebiet der HTD fachkundig ist, und die HTD von zwei voneinander unabhängigen Ärzten durchgeführt wird – so von den Richtlinigen zur HTD von der [[BÄK]] gefordert -, ist die Gefahr einer solchen Verwechslung gleich Null. Zudem: Ein Szintigramm belegt eindeutig, ob Koma oder Hirntod vorliegt. 394)Koma sei in „Hirntod umgetauft worden ba) „ Ärzteschaft reagierte (nach der ersten Herz-TX) sofort: ein medizinischer Zustand des Patienten, der bis dahin lediglich als eine der Erscheinungsformen des tiefen Koma angesehen worden war, wurde in 'Hirntod' umgetauft.“ r) „ Diese Definition ermöglicht die (juristische) Rechtfertigung, z.B. einem im Koma liegenden Menschen Organe herauszuschneiden.“ Es stimmt, dass der Hirntod ein knappes Jahr nach der ersten Herz-TX erstmals definiert wurde. Es ist jedoch falsch, dass man hierfür die Erscheinungsformen des tiefen Koma“ genommen hätte. - Bereits im Jahre 1959 beschrieben Pierre Mollaret (1898-1987) und Maurice Goulon (1919-2008) erstmals einen Zustand, welcher bei künstlicher Beatmung keinerlei Lebenszeichen des Gehirns erkennen ließ und den wir als „Hirntod“ bezeichnen als „Coma depassé“ (jenseits/unterhalb des Komas). 395)„Wenn nur ein geringster Zweifel besteht“ af) „Papst Johannes Paul II: 'Wenn nur ein geringster Zweifel besteht' gegenüber den Fragen, wann der Mensch tot sei, so appelliert der Papst an die Vorsicht und an den 'Verzicht'; der Papst warnt die Ärzte vor 'der Gefahr das Leben eines Menschen zu beenden' - das Leben des Spenders.“ ag) zitiert Papst Johannes Paul II. in seiner Rede vom 14.12.1989: „Genauer gesagt besteht die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, daß das Leben, dessen Weiterführung man durch Entnahme eines lebenswichtigen Organs unmöglich macht, das einer lebenden Person ist, während doch die dem menschlichen Leben geschuldete Achtung absolut verbietet, es direkt und positiv zu opfern, wäre es auch zum Vorteil eines anderen Menschenwesens, das man aus guten Gründen glaubt bevorzugen zu müssen.“ Papst Johannes Paul II. hatte damit nicht die deutsche Definition vom Gesamthirntod im Blick, sondern die in anderen Ländern gebräuchliche Definition des Hirnstammtodes und vor allem die Länder, in denen NHBD praktiziert wird. - Es ist eine Form der diplomatischen Sprache, Sachverhalte zu nennen, ohne sie klar zu benennen. Es ist leider nicht allen Menschen gegeben, diese Sprache zu verstehen. 396)Es sind nicht alle Funktionen des Gehirns bekannt ag) „Den Hirntod des Menschen mit seinem Tod gleichzusetzen muß demnach aus anthropologischer und medizinisch-biologischer Sicht auf größte Bedenken stoßen. Schon die Definition des Hirntodes als 'irreversibler Funktionsverlust des gesamten Gehirns' ist fragwürdig, da 'alle Funktionen des gesamten Gehirns' weder bekannt noch meßbar sind.“ Man muss nicht alle Funktionen des gesamten Gehirns kennen, um sagen zu können, ob jemand hirntot ist: Wenn das Gehirn nachweislich nicht mehr durchblutet wird, wenn die Gehirnzelllen nachweislich abgestorben sind, dann ist das gesamte Gehirn tot. Dann spielt es keine Rolle, ob es zuvor 100 oder 1.000 oder 10.000 Funktionen ausgeführt hat. Das Gehirn ist tot. Damit ist Bewusstsein, Wahrnehmung und alle lebenswichtigen Reflexe dauerhaft und unwiderruflich erloschen, fehlen einige lebenswichtige Reflexe wie Atmung und Nahrungsaufnahme dauerhaft. Dies ist ein Zustand, der mit dem Leben nicht zu vereinbaren ist. Damit ist der Mensch tot. 397)Wichtige Hirnanteile seien der klinischen Prüfung nicht zugänglich La) zitiert Martin Klein: „Es ist festzuhalten, dass wichtige Hirnanteile, wie z.B. der Thalamus, die Basalganglien, sowie Teile des Hirnstammes und das Kleinhirn der klinischen Prüfung nicht zugänglich sind.“ Der Thalamus ist der größte Teil des Zwischenhirns. Er fungiert als Filter und entscheidet, welche Informationen an das Großhirn weitergeleitet wird. Die Basalganglien liegen unterhalb des Großhirns. Ihre komplexen Funktionen werden heute nur ansatzweise verstanden. Daher lassen sie sich auch nicht in den klinischen Prüfungen der HTD einbinden. Wer aber sicher sein will, dass auch in diesen Teilen des Gehirns kein Stoffwechsel erfolgt, kann gerne ein Szintigramm vom Kopf machen. 398)In Deutschland würde HTD nur den Hirnstamm prüfen La) zitiert Martin Klein: „Die Gleichsetzung des 'Hirnstammtodes' mit dem Tod des Menschen hat den Briten polemische Kritik, auch von deutschen Autoren, eingebracht, da nunmehr der schlüpfrige Pfad zur Entwicklung eines 'Teilhirntodes' betreten worden sei. Wie schon gesehen, geht zumindest diese Kritik ins Leere, da auch in Deutschland in der Realität der Hirntod, wie gesagt, nur durch Ausfall von Hirnstammfunktionen 'nachgewiesen' wird.“ Jedes Szintigramm über den Ausfall des Stoffwechsels des Gehirns belegt den Tod der Zellen im Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm und anderen Teilen. Zu den vorgeschriebenen klinischen Tests gehört auch der Schmerz-Test. Dabei werden Reflexe des Großhirns getestet. 399)In Deutschland wäre keine bildgebende Verfahren vorgeschrieben an) „In Deutschland sind bildgebende Verfahren bei der Hirntoddiagnostik bislang nicht vorgeschrieben.“ Bm) „Die Hirntoddiagnostik erfolgt durch körperliche Untersuchungen. Diese werden meist noch durch apparative ergänzt, die aber nicht zum Pflichtprogramm gehören.“ In Kapitel 3 der Richtlinie zur HTD heißt es: „Bei primären infratentoriellen Hirnschädigungen (siehe Anmerkung 1) kann der Hirntod erst beim Vorliegen eines Null-Linien-EEGs oder beim Nachweis des zerebralen Zirkulationsstillstandes festgestellt werden.“ Offensichtlich kennt an) die Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD nicht oder hat sie nicht aufmerksam gelesen, dass ihr dieser Fehler unterlaufen ist. - Wenn Ärzte so arbeiten würden, gäbe es wirklich die ihnen unterstellten Fehldiagnosen zur HTD. 400)Hirntod sei nicht eindeutig diagnostizierbar at) „Der Hirntod ist nicht völlig eindeutig diagnostizierbar. Weder Atemstillstand noch Ausfall der tiefer Hirnstammreflexe noch neurophysiologische Registrierverfahren noch Dopplersonographie erfassen mit völliger Sicherheit alle Hirnfunktionen. Dies ist entgegen vieler Verlautbarungen der Fachwelt seit langem bekannt.“ az) „Der vollkommene Stillstand von Gehirnaktivität kann nicht hinreichend festgestellt werden.“ Der Hirntod ist mit einem Szintigramm als Fehlen von Stoffwechsel im Schädel eindeutig nachweisbar. Einige Tage nach Eintritt des Hirntods ist mit einem MRT die Auflösung des Gehirns nachweisbar. Mit der anschließenden Obduktion kann die Richtigkeit dieser Diagnostik belegt werden. Hirntod ist somit eindeutig diagnostizierbar. Der vollkommene Stillstand von Gehirnaktivität kann somit eindeutig belegt werden. 401)Es gäbe keine völlige Sicherheit at) „Völlige Sicherheit kann es aber niemals geben, nur eine mehr oder weniger hohe und akzeptable Wahrscheinlichkeit.“ Richtig: Die Aussage, dass bisher alle Äpfel vom Baum auf den Boden gefallen sind, ist nur eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch alle anderen Äpfel zu Boden fallen. Es besteht dennoch die Möglichkeit, dass einer mal gegen Himmel fällt. In Deutschland ist seit dem TPG und der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD der Hirntod der sicherste Befund im medizinischen Bereich. 402)Fehlinformationen zum EEG Od) „Das Null-Linien-EEG ist eine weitere apparative Möglichkeit, den Hirntod zu diagnostizieren. Studien zeigen, dass diese unterschiedliche Diagnostik – ob mit Apparaten oder klinisch – häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Grund: Die Methoden sind unterschiedlich empfindlich und apparative Methoden können das komplette Gehirn überprüfen. Während in vielen Ländern diese Zusatzdiagnostik vorgeschrieben ist, gilt sie bei uns nur in Ausnahmefällen.“ Das EEG diagnostiziert keinen Hirntod, sondern das Fehlen der vom Stammhirn ausgehenden Hirnströmen. Ohne die neurologischen Untersuchungen über den Ausfall der lebenswichtigen Reflexe ist das Null-Linien-EEG für die HTD völlig wertlos. Das Null-Linien-EEG ist in Deutschland vorgeschrieben bei Hirnblutungen (53% der zum Hirntod führenden Ursachen), Hirnverletzungen (18%) Hirninfarkte (12%) und Hirntumore (0,6%).43 Da die zum Hirntod führenden Ursachen in der Richtlinie der [[BÄK]] eigens genannt sind, kann hier nicht von „Ausnahmefällen“ gesprochen werden. Da die addierte Häufigkeit über 80% beträgt, kann auch von der Anzahl her nicht von „Ausnahmefällen“ gesprochen werden.“ Die unterschiedlichen Ergebnisse zwischen klinischer und apparativer Diagnostik besagen nicht, dass die eine Diagnostik ungenauer sei, sondern dass sie für diese zum Hirntod führenden Ursachen ergänzend ist. 403)Der Todeszeitpunkt lasse sich nicht bestimmen bg) zitiert zur HTD den Neurochirurgen Dr. Zieger mit den Worten: „Es ist auch mit genauen Messmethoden nicht hundertprozentig genau zu bestimmen, wann ein Gehirn abgestorben ist.“ (Seite 68) Bei der HTD geht es nicht darum, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen, wann der Hirntod eingetreten ist. Es geht vielmehr darum zu belegen, dass der Hirntod eingetreten ist. Ob dies vor einer Stunde oder einem Tag geschehen ist, ist bei der HTD absolut uninteressant. 404)Das Rückenmark müsste bei der HTD mit eingeschlossen werden bg) zitiert zur HTD den Neurochirurgen Dr. Zieger mit den Worten: „Eigentlich müsste das gesamte Rückenmartk mit eingeschlossensein, weil es Teil des integrierenden Zentralnervensystems des Menschen ist. Das Rückenmark integriert Sensibilität und Motorik fast des gesamten Körpers. Es kann nicht wissenschaftlich ausgeschlossenn werden, dass es nichts mit der Integration des autonomen Selbst zu tun hat.“ (Seite 68) Das Zentralnervensystem (ZNS) besteht aus Rückenmark und Gehirn. In beiden Teilen sind Reflexe angelegt. Das Bewusstsein ist jedoch alleine im Gehirn angelegt. Wenn das Gehirn gestorben ist, dann auch das Bewusstsein und damit der Mensch. 405)Hoch dosierte Narkose könne alle Funktionen des Gehirns unterdrücken bt) „Heute lasse sich 'eine Narkose so hoch dosieren, dass sie sämtliche Funktionen des Gehirns unterdrückt'. Indessen würde niemand einen solchen Patienten für tot erklären.“ Vor Durchführung der HTD wurden die Narkotikas abgesetzt. Der Patient kann bei der Durchführung der HTD gar nicht in diesem Zustand sein. 406)Beim EEG werde manchmal Restaktivitäten aufgezeichnet Mk) „Öfter wurden EEG-Restaktivitäten aufgezeichnet, beruhend wohl auf noch intakten Zellverbänden in einzelnen Hirnabschnitten.“ Es ist in D/A/CH zur HTD beim EEG eine 30-minütige Nulllinie gefordert. „Restaktiväten“ sind der Nachweis für Kein-Hirntod. 407)Hirntod nur durch einen Neurologen festgestellt Od) „Zudem werden Fälle beschrieben, wonach einem Spender Organe entnommen wurden, obwohl der Hirntod nur durch einen Neurologen festgestellt worden war. Wie häufig das passiert – darüber gibt es keine Untersuchungen.“ § 5 PTG fordert für die HTD „zwei dafür qualifizierte Ärzte“. Die Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD beschreibt dies in Anmerkung 5 genauer: „Die beiden den Hirntod feststellenden und dokumentierenden Ärzte müssen gemäß den Anforderungen der 'Richtlinien zum Inhalt der Weiterbildung' über eine mehrjährige Erfahrung in der Intensivbehandlung von Patienten mit schweren Hirnschädigungen verfügen.“ - An keiner Stelle wird für die HTD ein Neurologe gefordert. Der Hirntod wird nicht durch einen Neurologen festgestellt, sondern von zwei dafür qualifizierte Ärzte, die nach § 5 TPG „weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Organe oder Gewebe des Spenders beteiligt sein“ dürfen. Wie häufig die HTD allein durch ein klinische Diagnostik durchgeführt wird, lässt sich benennen: Es sind etwa bei 20% der Hirntoten. Der Grund hierfür ist die zum Hirntod führende Ursache (siehe oben) 408)An Hirntoten dürfe keine Schmerzmittel verabreicht werden cb) „Desweiteren dürfen den Patientinnen und Patienten, bei denen eine Hirntoddiagnostik geplant ist, keine Schmerz- und Beruhigungsmittel mehr verabreicht werden, weil sonst eine Hirntoddiagnostik kaum mehr möglich ist. Da in Deutschland standardmäßige toxikologische Untersuchungen nicht stattfinden, könnte die Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmitteln bei einer Hirntodfeststellung zu falschen Beurteilungen führen. Normalerweise werden Patienten in einer aussichtslosen Situation vertieft sediert.“ ()

HTD schädige die Patienten

409)HTD sei Folter ak) „Diese ganze Hirntod-Diagnose ist bereits eine Folter, gegen die man sich wehren sollte. Normalerweise brauchte der Arzt für eine solche Diagnose - der Patient ist ja (auch nach deren Verständnis) noch nicht tot und auch nicht für tot erklärt - das schriftliche Einverständnis des Patienten.“ ay) „In unserer Kultur gehen wir eigentlich nicht so mit Menschen um: wir schlagen nicht noch mal auf die Oma drauf, um zu sehen, ob sie wirklich tot ist.“ Be) „Mediziner, die die Hirntod-Diagnose stellen, bereiten dem Patienten zuvor einen schmerzhaften Prozeß.“ Bm) „Die Feststellung des Hirntodes tut weh, denn man provoziert eine Reaktion des Patienten durch Schmerzreize wie Kneifen, Stechen, Ersticken und Eiswasserspülungen.“ Ne) „Wer sich für eine Organentnahme entscheidet, muß wissen, daß dem potentiellen Organspender heftige Schmerzreize zugefügt werden, um seinen Hirntod feststellen zu können.“ Co) HTD „ist eine schmerzhafte, schädigende Prozedur für den Patienten.“ Die HTD wird mit den einfachen Reflexen beginnen und zu immer schwerwiegenderen sich steigern: lichtstarre Pupillen, fehlender Lidschluss, Puppenkopfphänomen, fehlender Schluckreflex, fehlender Würgereflex, keine Schmerzreaktion, Apnoe-Test. Zeigt sich bei irgend einem dem sich an Schmerzreiz steigernden Reflexen eine Reaktion, so ist der Patient kein Hirntoter. Es entfallen somit alle nachfolgenden Tests. Ist jedoch bei den einfachen Reflexen keine Reaktion auszulösen, so wird man immer weiter machen, bis man auf eine Reaktion stößt oder feststellt, dass der Hirntod eingetreten ist. Wenn es sich um keinen Hirntoten handelt, kommt maximal einmal eine Schmerzreaktion auf, entweder beim fehlender Würgereflex, beim Test auf Schmerzreaktion oder beim Apnoe-Test. Ausgelöste Schmerzreaktionen sagen jedoch nichts über das Schmerzempfinden aus. Hierzu müsste noch ein Rest an Bewusstsein vorhanden sein. Zu einigen neurologischen Untersuchungen an Kranken werden bewusst Schmerzreize ausgelöst, um die Funktionalität der Nerven zu überprüfen. Das hat nichts mit Folter zu tun, sondern mit Diagnostik. Wenn es dazu einen anderen Weg gäbe, würde man diesen gehen. 410)HTD würde 4mal durchgeführt Bm) über die klinische Diagnostik: „Und sie wird gleich viermal durchgeführt, zweimal im Abstand von 12 oder 72 Stunden, je nach Art der Hirnschädigung.“ () 411)HTD sei Folter und würde in der Regel der OS dienen ca) „Eine klinische Hirntoddiagnose an noch lebenden Patienten ist im übrigen ein schmerzhafter Prozess. Diese Untersuchung - und nur die ist vorgeschrieben - sieht u. a. eine Provokation der Augenhornhaut mit einem Gegenstand vor, Stechen in die Nasenwand, Reizen des Rachenraums mit einem Gegenstand, Setzen eines heftigen Schmerzes zur Reizung von Reflexen, Reizung des Bronchialraums durch Absaugkatheter, festes Drücken der Augäpfel, Gießen von Eiswasser in die Gehörgänge.“ Bl) „Mediziner, die die Hirntod-Diagnose stellen, bereiten dem Patienten zuvor einen schmerzhaften Prozess. Der Eingriff dient in der Regel der Organbeschaffung, nicht dem Wohl des Patienten.“ Mi) „Die klinische Hirntod-Diagnose an noch lebenden Patienten ist ein schmerzhafter Prozeß. Es ist ein Eingriff, der nicht dem Wohle des Patienten, sondern in der Regel der Organbeschaffung dient. Die klinische Untersuchung - und nur diese ist vorgeschrieben - sieht u. a. vor: • Eine Provokation der Augenhornhaut mit einem Gegenstand • Stechen in die Nasenwand • Reizen des Rachenraums mit einem Gegenstand • Setzen eines heftigen Schmerzes zur Reizung von Reflexen • Reizung des Bronchialraums durch Absaugkatheter • festes Drücken der Augäpfel • Gießen von Eiswasser in die Gehörgänge.“ Hirntote sind tot und können daher keine Schmerzen wahrnehmen. - Die HTD dient zu rund 80% dem Ende der Therapie und zu rund 20% der OS. Zu Mj) ist anzufügen: Die Hirntod-Diagnose ist das Ergebnis, wenn die Hirntod-Diagnostik den Hirntod erwiesen hat. - In Deutschland sind für Kinder unter 2 Jahren und für in der Richtlinie der [[BÄK]] angegebenen Sonderfällen auch apparative Diagnostik vorgeschrieben. - Die Aufzählung ist unvollständig, enthält eine falsche Reihenfolge, Doppelungen und Maßnahmen, die in Österreich, aber nicht in Deutschland und der Schweiz durchgeführt werden. Korrekt würde diese Listung so aussehen: Klinische Symptome * D 97 A 05 CH 11 Koma? ja ja ja Pupillen-Reflex? - Licht in die Pupillen nein nein nein Okulozephaler Reflex? - rasches Drehen des Kopfes nein nein nein Vestibulookulärer Reflex? - Kaltwasser ins Ohr - nein - Ciliospinal-Reflex? - () - nein - Masseter-Reflex? - () - nein - Korneal-Reflex? - Berührung des Augapfels nein nein nein Carina-Reflex? - Husten beim Absaugen? - nein - Pharyngeal-/Tracheal-Reflex? - Berühren des Gaumens nein nein nein schlaffe Tetraplegie? - () - ja - Trigeminus-Schmerz-Reaktion? - Stich in Nasescheidewand nein ? nein Atropintest? - () - 2 mg - Apnoe-Test (mmHg)? - kurzes Abschalten der Beatmung >60 >60 >60 (Quelle: Klaus Schäfer: Wie tot ist Hirntod? Regensburg 2014) Dies ist die korrekte Reihenfolge der klinischen HTD. Sie ist so aufgebaut, dass mit schmerzlosen Reizen begonnen wird und zu immer stärkeren und damit schmerzreicheren Reizen übergeht. - Ein „-“ gibt an, dass es diesen Test in diesem Land nicht gibt. Mit „nein“ wird die Forderung angegeben, dass bei diesem Test keine Reaktion erfolgen darf. Erfolgt bei einem Test eine Reaktion, wird sofort abgebrochen, weil damit erwiesen ist, dass kein Hirntod vorliegt. Das Ziel der Schreibweise von Mj) ist klar: Er will vor der HTD Angst machen. 412)HTD mache Patienten zum Gegenstand Mj) „Durch solche Untersuchungen, die aus dem Komapatienten quasi einen Gegenstand machen, der den Quälereien des Diagnostikers hilflos ausgeliefert ist, oder auch mit Hilfe einer Angiographie kann der Patient in den Tod getrieben werden.“ Wodurch machen diese Untersuchungen Komapatienten zum Gegenstand? Ist nicht jeder Komapatient jeder Untersuchung „hilflos ausgeliefert“? () 413)Komapatient könnte sich bei der HTD tot stellen Mj) zitiert Richard Fuchs mit den Worten: „ „Die Koma-Forschung zeigt: Der Patient reagiert auf ein schweres schockartiges Erlebnis mit einer tiefgreifenden, gesamtkörperlichen Stillegung, einer Hemmung, einem 'Totstellreflex' oder einer 'Katastrophenreaktion'. Sein intuitives Verhalten kann dann lebensbedrohliche Folgen haben, wenn er sich bei einer schmerzhaften Diagnose tot stellt.“ () 414)Der Apnoetest schädige das Gehirn n) Der Apnoetest ist ein wichtiger Test der HTD. Dabei wird bis zu 10 Minuten die künstliche Beatmung weggenommen. Dadurch steigt der Kohlendioxydgehalt im Blut. Bei einem komatösen Patienten setzt daher in diesem Zeitraum die Spontanatmung ein, da der Hirnstamm hierauf mit einer Schnappatmung reagiert, bei einem Hirntoten bleibt sie aus. - „Ein Kohlendioxidanstieg im Blut sollte bei Hirnverletzungen vermieden werden. Er kann eine Schwellung des Gehirns auslösen und ...“ Cd) „Dr. Coimbra führte aus, daß dieser Test ausdrücklich die mögliche Gesundung eines gehirnverletzten Patienten wesentlich beeinträchtigt und sogar den Tod des Patienten verursachen kann.“ ai) zitiert aus dem Amerikanischen nach eigener Übersetzung: „Durch das Stoppen des Beatmungsapparates für bis zu zehn Minuten am Anfang des Tiefkomas laufen die Befürworter der Gehirntoddiagnose Gefahr, einen unbekannten Prozentsatz komatöser Patienten zu töten, um ihnen ‘gesunde’ lebenswichtige Organe entnehmen zu können. Diese komatösen Patienten könnten andernfalls wieder zu atmen beginnen und überleben, sofern sie lange genug behandelt werden.“ Tc) „Der Apnoetest ist im Sinne der 'Organgewinnung' der 'gefährlichste', denn hierbei darf der Patient auf keinen Fall sterben, da er die Untersuchung zum Hirntod ja schon fast 'bestanden' hat.“ In der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD heißt es zum Apnoe-Test: „Der Apnoe-Test ist für die Feststellung des Hirntodes obligatorisch. Er kann wegen der physiologischen Wirkungen der Hyperkapnie erst als letzte klinische Untersuchung des Hirnfunktionsausfalls durchgeführt werden.“ - D.h. er muss nicht durchgeführt werden. Wenn er jedoch durchgeführt wird, soll er als letzte klinische Untersuchung durchgeführt werden. Damit gingen andere Tests voraus, die durch den Ausfall aller Reaktionen allesamt den Eindruck nahe legen, dass der Patient hirntot ist. Handelt es sich um eine hirntote Schwangere, wird der Apnoetest nicht durchgeführt, um das Leben des ungeborenen Kindes nicht zu gefährden. Bei Hirnverletzungen sollte es vermieden werden, bei Hirntoten kann nichts verletzt werden, weil das Gehirn bereits abgestorben ist. - Ein Patient mit leichter Hirnverletzung wird gleich mit der Spontanatmung beginnen. Dadurch gibt es keine Schädigung durch Kohlendioxidanstieg im Blut. Ein Patient mit schwerer Hirnverletzung wird mehr Zeit bis zur Schnappatmung brauchen. Sowie beim Apnoetest der Patient auch nur einen selbständigen Atemzug macht, fällt die HTD negativ aus und der Patient bekommt sofort wieder die künstliche Beatmung angeschlossen. Damit wird das Gehirn nicht mehr als unvermeidbar geschädigt. Zudem: Wer dem Apnoe-Test noch apparative Diagnostik voran stellen will, mag dies gerne fordern. Deswegen braucht jedoch nicht die gesamte HTD und/oder OS in Frage gestellt werden. Zudem schreibt Dieter Bingmann in seinem Artikel „Hirntod“ (Unikate 35/2009, 36) hierzu: „Diese Argumentation klingt plausibel. Sie ist aber nicht richtig, weil ein Anstieg des CO2-Drucks fast alle Neurone des Gehirns hemmt und damit schützt.“ 415)Das EEG bestätigte die Zerstörung des Apnoetests n) „Durch Sauerstoffmangel, Blutdruckabfall und Erhöhung des Schädelinnendrucks beim Apnoetest wird ein verletztes Gehirn, welches sich bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch hätte erholen können, endgültig geschädigt. Da ein EEG erst nach dem Apnoetest vorgesehen ist, kann es nur noch das zerstörerische Ergebnis des Tests bestätigen.“ Wenn der Apnoetest keine Eigenatmung zeigte, ist das Gehirn schon so schwer geschädigt, dass es sich nicht mehr erholen kann. Zu viel Gehirnzellen sind bis dahin abgestorben. Es besteht schließlich die Möglichkeit, das EEG vor dem Apnoe-Test durchzuführen. 416)Der Apnoe-Test solle als inhumanes Verfahren verboten werden Cd) „Dr. Coimbra schloß mit der Bemerkung, daß der 'ApneaTest' als unethisch betrachtet und als inhumanes medizinisches Verfahren für illegal erklärt werden sollte.“ Wer auf den Apnoe-Test grundsätzlich verzichtet, beendet ohne Apnoe-Test die Therapie und schaltet die Geräte ab bzw. geht zur OS über. Ist dies ethischer? - Da ist es auf jeden Fall ethischer, zuvor noch den Apnoe-Test durchzuführen. 417)Vergleich zwischen Apnoe-Test und Herzanfall-Patient Cd) „Wenn ein Herzanfall-Patient in die Notaufnahme eingeliefert wird, dann wird er ja auch nie einem Streß-Test unterworfen, um herauszufinden, ob er wirklich an einem Herzversagen leidet. Stattdessen wird dem Patienten eine besondere Sorge zugewendet und er wird vor weiterer Belastung des Herzens geschützt. Im Gegensatz dazu wird ein hirnverletzter Patient dem 'Apnoe-Test' unterworfen und dem schon verletzten Organ [Gehirn] wird ein noch größerer Streß zugefügt; und zusätzliche Schädigung kann das Leben des Patienten in Gefahr bringen.“ Außer den Apnoe-Test ersatzlos zu streichen, welche Alternative hat denn die Medizin dazu, was sie nicht schon zuvor unternimmt? Mir ist nichts bekannt. (siehe 185)) 418)Ohne Apnoe-Test sei 60% Heilungschance möglich Cd) „Dr. Yoshio Watanabe, ein Kardiologe aus Nagoya, Japan, ... sagte, wenn ein Patient nicht einem 'Apnea-Test' unterworfen würde, hätte er wohl eine 60%ige Heilungschance zu einem normalen Leben, wenn er mit rechtzeitiger therapeutischer Hypothermie [Unterkühlung des Körpers] behandelt werde.“ Hypothermie steht am Anfang aller Therapie, der Apnoe-Test am Ende der HTD. Mit der Hypothermie wird 24 Stunden versucht, weiteres Absterben der Gehirnzellen zu verhindern. Erbrachte Hypothermie keinen Erfolg und deutet alles auf Hirntod hin, so wird erst dann die 1. HTD durchgeführt. Hypothermie gehört inzwischen zum Standard der Intensivmedizin. 24 Stunden sind mehr als ausreichend Zeit, den noch nicht abgestorbenen Gehirnzellen eine Chance zu geben, sich wieder zu regenerieren. Nach diesen 24 Stunden gibt es nur noch tote und vielleicht auch noch lebende Gehirnzellen, aber keine Gehirnzellen im Sterbeprozess. Eine Fortsetzung der Hypothermie macht somit keinen Sinn mehr. 419)Beim Apnoe-Test würde die Herz-Lungen-Maschine abgeschaltet

Bl) „Die DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) empfiehlt als letzte klinische Untersuchung den Apnoe-Test (Abschalten der Herz-Lungenmaschine).“

Hirntote sind an einer künstlichen Beatmungsmaschine angeschlossen, nicht an einer Herz-Lungen-Maschine. Letztere werden nur im OP benötigt. 420)Die HTD könne Patienten umbringen Sd) „Dazu gehören Tests, die den Patienten umbringen können.“ Sd) zitiert Renate Focke mit den Worten: „Diese Untersuchung beeinträchtigt nach Aussage von Ärzten eindeutig die mögliche Erholung eines hirnverletzten Patienten und kann sogar den Tod des Patienten hervorrufen.“ Die HTD ist in D/A/CH so aufgebaut, dass die klinische Diagnostik vom einfachen Reiz bis zum stärksten Reiz sich langsam steigert. Selbst beim Apnoe-Test, dem letzten Test, besteht für den Patienten keine Lebensgefahr. Es wird die künstliche Beatmung vorübergehend abgestellt, bis 60 mm Hg CO2 erreicht ist. Zeigt der Patient auch dabei keine Reaktion, wird die künstliche Beatmung wieder fortgesetzt. Bei 60 mm Hg CO2 werden Menschen bewusstlos, aber sie schweben dabei noch lange nicht in Lebensgefahr. Diese Behauptung von Sd) ist somit unhaltbar. 421)Apnoe-Test sei nahe am Mord Sd) Mit dem Apnoe-Test „bewegen wir uns hier ganz nahe am Mord. Denn bekanntlich erleidet das Gehirn schon nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff irreparable Schäden. Wenn man bis zu zehn Minuten wartet, ob nach dem Aussetzen der künstlichen Beatmung eine Spontanatmung einsetzt, heißt das, dass man das Gehirn absterben lässt.“ Beim Apnoe-Test geht es nicht um die Zeit, sondern um die o.g. 60 mm Hg CO2. 422)Ein Test bei der HTD sei „Waterboarding für Schwerverletzte“ Sd) schreibt, ein Test der HTS sei „Waterboarding für Schwerverletzte“ Waterboarding ist eine Foltermethode, bei der Wasser über das Gesicht (Mund und Nase) geschüttet wird. - Bei dem betreffenden Test der HTD wird 4°C kaltes Wasser in die beiden Ohren gespült, um eine Reaktion hervor zu rufen. Tritt eine Reaktion auf, ist der Hirntod nicht erwiesen. 423)HTD verringere die Chance zu überleben Ta) „Die als Nachweis durchgeführte, gefährliche und umstrittene 'Hirntod'-Diagnose, im Grunde nur eine grobe 'Prognose des Hirnversagens', verringert die Chance zu überleben.“ HTD ist weder gefährlich noch verringert sie die Überlebenschance. 424)

Durchführung der HTD

425)Die Abstände wären „in der Regel“ 24 Stunden Ms) „Die Hirntoddiagnose muss von zwei Ärzt_innen, die nicht an der Organtransplantation beteiligt sind, in der Regel im Abstand von 24 Stunden unabhängig voneinander gestellt werden.“ Ein Abstand von 24 Stunden ist nur bei Kinder unter 2 Jahren vorgeschrieben, für Neugeborene 72 Stunden. Für alle anderen Menschen gilt bei primärer Hirnschädigung (ca. 85% der Fälle) eine Frist von 12 Stunden, bei sekundärer Hirnschädigung (ca. 15% der Fälle) grundsätzlich eine Frist von 72 Stunden. 426)Die HTD mute den Patienten u.U. Schmerzen zu Ms) „Dabei ist auch zu bedenken, dass die Schmerz- und Beruhigungsmedikamente, die schwerstverletzten Menschen routinemäßig gegeben werden, für eine korrekte Hirntoddiagnostik abgesetzt werden müssen und diesen Menschen daher unter Umständen starke Schmerzen zugemutet werden.“ Die HTD wird nicht einfach ins Blaue hinein unternommen, sonder sehr wohl begründet. Wenn der Patient nicht hirntot ist die Schmerzmittel werden abgesetzt, so zeigen sich Körperreaktionen (z.B. Unruhe oder Verkrampfung), dass hier Schmerzen empfunden werden. Dann würde man sofort wieder Schmerzmittel geben. HTD ist damit zunächst kein Thema mehr, denn wenn Schmerzen wahrgenommen werden, kann in D/A/CH kein Hirntod vorliegen. 427)o

Sonstiges zur HTD

428)Apparative Untersuchung sei nur bei Kindern bis zum 2. Lebensjahr vorgesehen Bl) „Eine apparative Untersuchung ist nur bei Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr vorgesehen.“ Hat ein Patient durch Vorerkrankung einen CO2-Wert von über 45 mmHg, kann der der Apnoe-Test nicht verlässlich durchgeführt werden. Daher ist in diesem Fall an dessen Stelle eine apparative Diagnostik vorgeschrieben. Auch bei primären infratentoriellen Hirnschädigungen ist eine apparative Diagnostik vorgeschrieben. 429)Hirntod entwickle sich in Stunden und Tagen Mj) zitiert Wolfgang Wodarf mit den Worten: „Dieser so doppeldeutig als Hirntod bezeichnete Zustand stellt sich meist nicht schlagartig ein, sondern entwickelt sich im Laufe von Stunden oder Tagen.“ Dies ist so korrekt. Die HTD stellt jedoch nicht den Prozess fest, sondern das Ende, den Hirntod. Dieser trat Stunden oder Tage vor Beginn der HTD ein. 430)Die DSO hilft bei der Durchführung der HTD Bm) „Die DSO ist nämlich gerne bei der Auswahl dieser Ärzte behilflich. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…“ () 431)Eine sachgerechte Aufklärung über die HTD würde zu mehr Ablehnung führen bx) „Eine wirklich sachgerechte und angemessene Aufklärung über die Hirntod-Diagnose würde sicher weiterhin viele Menschen davon abhalten, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen.“ Wenn die Menschen mehr über Hirntod und die HTD wüssten, würden mehr Menschen Ja zur OS sagen. 432)Es gibt keine zertifizierte, standardisierte Ausbildung für die Ärzte Ua) „Eine zertifizierte, standardisierte Ausbildung gibt es in Deutschland nicht.“ Diese Formulierung so stimmt, doch was besagt schon ein Zertifikat? - Nach § 5 TPG ist der Nachweis des Hirntods „durch zwei dafür qualifizierte Ärzte zu treffen“. Gesetzlich sind klar „zwei dafür qualifizierte Ärzte“ gefordert. 433)()

Non-Heart Beating Donors (NHBD)

Die Regelung von „Non-heart-beating donation“ (NHBD) (engl. Nicht-Herz schlagen Spender) wurde Ende der 1970er Jahre eingeführt, um neben Hirntoten auch einer weiteren Gruppe Menschen Organe entnehmen zu können. Klassifizierung In den 80er-Jahren wurde im Maastrichter Uniklinikum ein Spenderprogramm mit Herztoten begonnen. Die dabei gemachten Erfahrungen flossen in die Vorgaben des „Maastricht-Protokolls“ von 1995 ein. Damit klassifiziert man die Organspender nach Herzstillstand wie folgt:

Definition uk/k I Herzstillstand bei Ankunft in der Klinik uk II Herzstillstand nach erfolgloser Reanimation uk III Wenn der Herzstillstand erwartet wird und lebenserhaltender Maßnahmen unterbrochen werden. k IV Herzstillstand bei Hirnstamm-Tod uk V Herzstillstand bei einem stationären Patienten (seit 2000) uk () uk = ? k = ?

Die Kategorien I, II, IV und V werden als „unkontrolliert“ bezeichnet, da hierbei der Herzstillstand natürlich erfolgt ist. Die Kategorie III wird als „kontrolliert“ bezeichnet, weil hierbei der Herzstillstand künstlich herbeigeführt wird. Spendern der Kategorie I dürfen nur Gewebe mit langlebigen Zellen wie Herzklappen und Augenhornhäute entnommen werden. Spender der Kategorie II sind Patienten, deren erfolglose Reanimation außerhalb der Klinik erfolgt ist. Von ihnen dürfen nur die Nieren für die TX entnommen werden, müssen jedoch sorgfältig geprüft werden, da sonst die Ausfallrate hoch ist. Spender der Kategorie III sind Patienten mit nicht überlebensfähigen Verletzungen, die für diesen Fall durch eine Patientenverfügung von einer Weiterbehandlung abgesehen und sich schriftlich als Organspender zur Verfügung gestellt haben. Von Spendern der Kategorie III, IV und V können mit Ausnahme des Herzens möglicherweise – entsprechend dem Gesundheitszustand des jeweiligen Organs – alle Organe transplantiert werden. Leber und Lungen können nur von Spendern der kontrollierten Kategorien (III und IV) für die TX verwendet werden. NHBD in der Welt Verschiedene Länder betreiben mit unterschiedlicher Intensität NHBD für die OS. Aus einer Grafik entnommene gerundete Zahlen sind hierzu:44 Nation 2006 2007 Belgien 40 42 Großbritannien 145 180 Australien 5 10 Spanien 75 85 Niederlande 110 130 Frankreich - 40 Weitere Länder, in denen NHBD für die OS praktiziert wird, sind Finnland, Italien, Österreich, die Schweiz und die USA. Bis zum Jahr 2007 war in den USA die Akzeptanz der OS von NHBD so schlecht, dass sie Kliniken verpflichtet wurden, NHBD anzuwenden oder begründet aktiv NHBD zu widersprechen. Zunächst waren noch 10 Minuten für NHBD erforderlich. Inzwischen werden z.T. auch nur 5 oder gar 2 min abgewartet, bis der Patient für tot erklärt wird. - Axel Rahmel von ET bestätigte, dass die NHBD-Regelung in den ET-Ländern zwischen 2 und 20 min schwanke. 45 Papst Benedikt XVI. sprach sich in seiner Ansprache am 7.11.2008 klar gegen NHBD aus, als er sagte: „Es ist jedoch nützlich daran zu erinnern, dass die einzelnen lebenswichtigen Organe nur ‚ex cadavere‘ entnommen werden dürfen [d.h. wenn der Mensch tot ist].“ NHBD ist in Deutschland verboten Im September 1998 bezeichnete ET in ihrem Newsletter 148 ein Herz-Kreislauf-Stillstand von 10 Minuten gleichwertig zum Hirntod. Damit wollte es die ET-Länder zur Einführung der NHBD-Regelung bewegen. - Bereits im Dezember 1998 veröffentlichten hochrangige Ärzte eine gemeinsame Stellungnahme hierzu. Gemeinsam sprachen sie sich gegen NHBD aus und lehnten auch ein aus einem anderen ET-Land durch NHBD gewonnenes Organ ab. Es darf nicht nach Deutschland vermittelt werden.46 Im Jahre 2009 sprach sich das Bundesministerium für Gesundheit dafür aus, nicht vom bestehenden Hirntodkonzept abzuweichen. In der Drucksache 16/13740 heißt es auf Seite 128: „Die kontrollierte "NHBD-Spende" ist ein durchaus problematisches Verfahren, so dass dieses für das Deutschland bis auf Weiteres abzulehnen ist.“47 434)Eurotransplantat gegen Bundesärztekammer n) „Die Organvermittlungszentrale Eurotransplantat hatte schon 1998 mitgeteilt, daß der Herzstillstand für zehn Minuten ein 'Äquivalent zum Hirntod' sei. Die Bundesärztekammer ist bis jetzt noch anderer Meinung.“ Unter normalen Umständen überlebt kein Mensch einen Herzstillstand von mehr als fünf Minuten schadlos. Im Eiswasser Ertrunkene konnten vereinzelt noch nach 10 Minuten erfolgreich reanimiert werden, jedoch meist mit bleibenden Hirnschäden. Daher kommt die 10-Minuten-Regelung. In Deutschland ist jedoch die NHBD-Regelung verboten, nur der Hirntod für OS erlaubt. 435)Menschen mit Non-Heart Beating Donors (NHBD) als Spender n) „Als Spender nach Herzstillstand kämen infrage: Menschen im Koma, nach Schlaganfall oder Herzinfarkt, Querschnittsgelähmte und Unfallopfer. Auch Schwerkranke, deren Tod zwar nicht unmittelbar bevorsteht, die ihre Lebensqualität aber nicht mehr akzeptabel finden, könnten als NHBD in Betracht kommen.“ In Deutschland ist die NHBD nicht zulässig. Das TPG bestimmt eindeutig, dass bei einer Totspende nur Hirntote als Organspender erlaubt sind. Wenn n) die NHBD-Regelung anderer Länder stört, möge er sich an diese wenden. 436)NHBD kann künstlich herbeigeführt werden n) „Voraussetzung ist, daß der Betroffene oder seine Angehörigen dem Verzicht auf Leben erhaltende Maßnahmen zustimmen. Ist dies der Fall, kann der Herzstillstand provoziert werden.“ Dieses Selbstbestimmungsrecht hat jeder Mensch. Dies ist in Deutschland seit 2009 und in Österreich seit 2006 eindeutig geregelt. Auf der Rechtsgrundlage dieses Selbstbestimmungsrechts kann man bestimmen, dass im Sterbeprozess Leben erhaltende Maßnahmen weggenommen werden, die das Sterben nur hinauszögern. 437)Nach NHBD werden die Menschen getötet ai) berichtet von den amerikanischen Ärzten Alan Schwemon und David M. Hargroder, die ihre Probleme mit der amerikanischen HTD (Hirnstammtod und NHBD) haben. Schließlich heißt es: „Der gängige Terminus: 'Heart Beating Cadaver Donors' vermochte nicht mehr die Realität der Tötungshandlung zu verschleiern.“ NHBD ist in den USA erlaubt, in Deutschland verboten. NHBD kann nicht in jedem Fall angesehen als „Tötungshandlung“ angesehen werden: Wenn z.B. von einem Verunglückten eine PV und einen OSA vorliegt und zu erkennen ist, dass er diesen Zustand nur als schwerer Pflegefall ohne rechtes Bewusstsein überleben wird, wenn überhaupt, dann würde die PV die Beendigung der Therapie bestimmen. Dies hätte seinen Herztod zur Folge. Da aber ein OSA vorliegt, würde man nach NHBD verfahren und hätte somit transplantierbare Organe, ganz im Sinne des Verunglückten. Dies könnte es nicht als Tötung angesehen werden, sondern eine Beendigung einer lebenserhaltende Maßnahme, die dem Willen des Patienten entspricht, den Zustand eines schweren Pflegefalls zu verhindern. 438)Beschreibung von NHBD in Spanien Ka) „Ein aktuelles Beispiel aus Spanien zeige, wie die Praxis der Organentnahme, also des direkten Raubzugriffs auf die Physis und das Leben wehrloser Menschen, auch unter einer (neuen) Herztoddefinition fortgesetzt werden kann. Zieger beschrieb, was auch Martina Keller in ihrem Buch [2] geschildert hatte: Nach einem Herzinfarkt oder einem Unfall komme ein reanimationspflichtiger Mensch in eine Klinik und werde für kurze Zeit wie ein Schwerstkranker auf der Intensivstation behandelt. Dann erscheine eine Person und erkläre, daß eine Reanimationspause gemacht werden müsse. Das Herz des Betroffenen schlägt nicht weiter. Keine fünf Minuten später erscheine abermals eine Person und sage, daß dieser Mensch jetzt gestorben sei und explantiert werden könne. Daraufhin werde die 'Reanimation' wieder angestellt, der für tot erklärte Mensch im OP-Raum an eine Herzlungen-Maschine angeschlossen. In kürzester Zeit, so Zieger, werde auf diese Weise aus einem (lebenden) Unfallopfer ein Explantierter.“ Diese Beschreibung der NHBD in Spanien erinnert an die Worte einiger Hinterbliebener: „Gesund ging er in die Klinik, tot nehmen wir ihn nach Hause.“ Warum ging dann dieser Patient in die Klinik, wenn er doch gesund war? Ob es in den spanischen Kliniken so einfach abläuft, darf bezweifelt werden. - Es ist vielmehr davon auszugehen, dass es für diese Reanimationspause klare Kriterien gibt, wann diese angesetzt werden darf. Diese Angaben fehlen hier. 439)Beschreibung von NHBD in Pittsburgh bg) „Um den Transplantationsakt um weitere 20-25 Prozent zu steigern, setzten sich Mediziner im Transplantationszentrum Pittsburgh über Tabus hinweg. Sie lassen Schwerstkranke kontrolliert sterben, um nach 120 Sekunden Herz/Kreilauf- bzw. Atemstillstand deren Organe unversehrt entnehmen zu können.“ (Seite 20) Wenn dies juristisch verboten ist, ist es eine Angelegenheit der US-amerikanischen Justiz. Wenn es juristisch erlaubt ist, ist es eine Angelegenheit der US-amerikanischen Gesetzgebung. - Was haben wir Deutsche damit zu tun? 440)Gesundheitspolitische Diskussion in Deutschland ap) „Gesundheitspolitisch wird derzeit jedoch um mehr Zustimmung zur Entnahme von Organen aus für ‚hirntot‘ erklärten Patienten bei schlagendem Herzen gekämpft.“ Dieser Kampf ist nur von Seiten der Kritiker und Gegner wahrzunehmen. Sie bringen dies immer wieder ein, obwohl politisch hierzu kein Zeichen zu vernehmen ist. - D.h. die Kritiker und Gegner bringen ein Thema ein, das kein Thema ist, um danach sagen zu können, dass es Thema sei. 441)Gehirn hatte noch keine Zeit mitzusterben Tc) „Eine neue Spendergruppe wurde entdeckt: Non-Heart-Beating-Donor (NHBD), also Spender mit nicht mehr schlagendem Herz, definiert nach dem sogenannten Pittsburgh Protokoll. Waren in der Pionierzeit die Organe von solchen Menschen unbrauchbar (Problem der Ischämie), wurde nun erkannt, dass die Organe noch verwendbar sind, wenn sie wenige Minuten nach dem Herzstillstand entnommen werden (Fachausdruck: warme Ischämie). Das heißt: Zwischen 60 Sek. und 10 Minuten nach Herzstillstand wird der Körper geöffnet, um die Organe zu entnehmen. Die medizinische Bezeichnung hierfür ist: Spende nach irreversiblen Herztod. Dabei werden evtl. noch vorhandene Hirnaktivitäten nicht getestet, da hierfür die Zeit fehlt, obwohl das Gehirn mehrere Minuten ohne Sauerstoff auskommen kann. Es ist somit durchaus denkbar, dass der Körper so schnell stirbt, dass das Gehirn noch gar keine Zeit hatte mitzusterben.“ Tritt eine schlagartige Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn auf (z.B. durch plötzlichen Herzstillstand), führt dies nach etwa 5 sec zur Bewusstlosigkeit. Nach 30 sec liegt mit EEG eine Nulllinie vor. Wurde das Herz immer schwächer und blieb schließlich stehen, sind diese Zeiten kürzer. - Damit sind bei 60 Sek. zwar die Gehirnzellen noch nicht abgestorben, aber der Mensch nimmt nichts mehr bewusst wahr. 442)o

Kinder ohne Gehirn

443)Embryonen haben auch noch kein Gehirn, aber Puls a) „Sabine Müller stellt fest, dass nach dieser Definition Embryonen keine Lebewesen seien, andererseits das System der Verdauungsorgane aber bereits als ein vollständiger Organismus anzusehen sei.“ b) „Als Ausweg aus dem Dilemma schließen amerikanische Bioethiker in die Definition von 'Leben' neuerdings den aktiven Austausch mit der Umwelt ein. Menschen ohne Hirnfunktionen sind demnach tot, weil sie weder kommunizieren noch für ihre Bedürfnisse tätig werden können. Nach dieser engen Definition dürfte jedoch auch ein Embryo im Frühstadium nicht als lebendig gelten.“ k) „Embryonen sind so lebendig, dass sie sogar in der Lage sind, ein menschliches Gehirn zur Entstehung zu bringen. Es muss hier also das 'Lebensprinzip' (Seele) bereits wirksam sein.“ x) „Wer für die Würde des Menschseins zu Beginn des Lebens eintritt (also dann, wenn gewisse Hirnstrukturen noch nicht ausgebildet sind), kann vollwertiges Personsein im Sterbeprozess des Menschen doch nicht vom Funktionieren oder Nichtfunktionieren einzelner Hirnareale abhängig machen.“ Bei Schwangeren kann man ab der 8. Schwangerschaftswoche das schlagende Herz des ungeborenen Kindes auf dem Ultraschall-Gerät sehen. Es hat noch kein Gehirn. Das ZNS befindet sich erst im Aufbau. Dieses ungeborene Kind hat jedoch das ganze Leben vor sich. Das Gehirn entwickelt sich erst. Es beginnt erst, sich und die Umwelt wahrzunehmen. Es hat Zukunft. Bei einem Hirntoten ist die Zeit der Wahrnehmung, des Denken, Erinnerns und des Fühlens unwiederbringlich vorbei. Er hat keine Zukunft. Er hat noch nicht mal Gegenwart. Er war, denn er ist tot. Embryonen haben die Potenz (Fähigkeit) zu einem Neugeborenen heranzuwachsen, der Neugeborene zu einem Erwachsenen. - Der Hirntote hat nur die Potenz in den biologischen Tod zu sterben, bei dem auch die letzte Körperzelle abgestorben ist. Den Ansatz der Argumentation aufgreifend lässt sich auch sagen, dass jede befruchtete menschliche Eizelle die Fähigkeit besitzt, zu einem Kind und einem Erwachsenen zu wachsen. Sie besitzt darüber hinaus die Fähigkeit, sich zu teilen und zwei, drei, vier oder gar fünf genetisch gleiche Menschen – eineiige Mehrlinge – zu werden. Wieder k) Ansatz aufgreifend: Dieses Lebensprinzip, das k) mit Seele gleichsetzt, ist damit „nachweislich“ in jeder menschlichen Zelle. Damit dürfte der Totenschein erst dann unterschrieben werden, wenn auch die letzte Körperzelle abgestorben ist. Das wäre dann Tage nach der Totenstarre. Dies zeigt deutlich auf, dass diese Verfasser bei ihrer Argumentation eines aus dem Auge verloren hat, die Sicht auf Anfang und Ende des Lebens. Befruchtete menschliche Eizelle und Embryonen stehen am Anfang des Lebens, ein Hirntoter hat das Ende des Lebens hinter sich. - Wer dies nicht akzeptieren kann, der mag mal aus einem Hirntoten nach eben diesem Lebensprinzip das Gehirn eines Hirntoten wieder zum Leben erwecken. Ein Embryo ist dazu in der Lage, warum dann nicht auch ein Hirntoter!? 444)Anenzephale Säuglinge hätten nie gelebt o) „Auch die jährlich rund 600 in Deutschland geborenen 'anenzephalen' Säuglinge, die in Wahrheit eine erhebliche Schädigung oder Verkümmerung des Großhirns aufweisen, haben in Anwendung der Hirntod-Definition niemals gelebt und dürfen nach Auffassung einer Reihe von Experten zum Zwecke der Organtransplantation verwendet werden.“ bg) „In der Vergangenheit wurden in den USA achzig Organentnahmen bei anenzephalen Kindern protokolliert. ... Das Töten dieser Kinder durch den Akt der Organentnahme wurde in den USA verboten.“ (Seite 38) Zur Klarstellung für die Leser: Bei Kindern mit Anenzephalie ist die Schädeldecke offen und es fehlt ihnen gänzlich oder zum Großteil das Gehirn, je nach Schwere der Fehlbildung. Auch hier irrt o): Auch bei anenzephalen Kindern wird nicht anhand des fehlenden oder noch vorhandenen Gehirns Tod oder Leben definiert, sondern wie bei jedem anderen Kind auch. Die Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes (PStV) definiert in § 31, ob ein Kind als lebend gilt oder tot: Zeigt das geborene Kind nach der Durchtrennung der Nabelschnur ein Lebenszeichen (Puls oder Atmung), so ist es eine Lebendgeburt, unerheblich wie viel Gehirn fehlt. Als Lebendgeburt kann es jedoch nicht für die TX herangezogen werden, weil es noch lebt. Zeigt das geborene Kind kein Lebenszeichen, so gilt es bei mind. 500 Gramm als Totgeburt, darunter als Fehlgeburt. Weil das Kind bereits tot – im Sinne von Blutkreislauf - ist, sind dessen Organe für eine TX ungeeignet. Ob nun lebend oder tot geboren, auf anenzephale Kinder kann man nicht die Kriterien der HTD anwenden, um an deren Organe für eine TX zu kommen. 1990 schrieben schon EKD und DBK in ihrer ersten gemeinsamen Erklärung hierzu: „Dementsprechend kann der Begriff Hirntod nicht für noch so schwere Schäden oder Fehlbildungen (Anenzephalie) mit teilweise erhaltener Hirntätigkeit gelten, ebensowenig für das im Mutterleib wachsende Kind, dessen Hirntätigkeit sich erst entwickeln wird.“ Dies scheint o), ein kath. Theologe, übersehen oder vergessen zu haben. Warum nennt bg) diese Kinder, wenn in den USA bereits vor 1997 die Organentnahme an ihnen verboten wurde und in Deutschland nie zur Diskussion stand? 445)Menschliches Leben sei ohne Gehirn möglich k) „Die embryonale Entwicklung zeigt, dass weder das Funktionieren noch überhaupt das Vorhandensein eines Gehirns eine notwendige Voraussetzung für das Leben eines Menschen sind. Warum sollte dann ein Patient, dessen messbare Hirnfunktionen gerade erloschen sind, der aber noch zahlreiche Lebenszeichen aufweist, nicht auch die körperliche Basis einer Leib-Seele-Einheit sein können?“ af) „Schließlich ist die Entwicklung eines Embryos eine der kompliziertesten integrativen Leistungen die wir kennen, nicht vom zentralen Nervensystem gesteuert!!“ Das Embryo hat die Potenz, sich zu einem erwachsenen Menschen zu entwickeln, ein Hirntoter nur noch die Potenz, dass die übrigen 97% der Körperzellen absterben. Daher wird in beiden Fällen so unterschiedlich verfahren. 446)Der menschliche Fötus ist ein Mensch und werde nicht zum Menschen ad) „Wenn man sagen kann, dass die im Hirntod fortlaufenden 'Lebensvorgänge von Subsystemen in unterster Form' keine menschlichen Lebensvorgänge mehr sind, wenn sie ohne die Geistseele ablaufen, dann kann man schließlich auch sagen, der menschliche Fötus sei nicht ein Mensch, sondern werde einer. Wird durch ein solches Denkmuster nicht das Specificum des Menschen unter der Hand preisgegeben?“ Zum Leben eines Menschen gehört die Atmung. Während der Schwangerschaft wurde noch nie ein Kind beim Atmen beobachtet. Noch nie hat hier jemand die Frage gestellt, ob es deswegen kein Mensch sei. Noch nie hat jemand behauptet, dass das Kind während der Schwangerschaft nicht lebe. - Warum solche Vergleiche mit Hirntoten? 447)Unterscheidung zu anezephalen und apallischer Patienten sei schwer ag) „Eine grundsätzliche Unterscheidung des 'Geistes'zustands hirntoter Menschen von demjenigen anderer tief komatöser (z.B. anenzephaler oder apallischer) Patienten läßt sich dann schwerlich begründen. Der Schritt zum Teilhirntod ist gebahnt, wenn nicht sogar unvermeidlich. In den USA ist die Diskussion um die Transplantation von Organen und Geweben anencephaler Neugeborener bereits wieder aufgeflammt.“ Diese Diskussion läuft in den USA, nicht in Deutschland. - In den USA gilt der Hirnstammtod als Hirntod, in Deutschland muss Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm abgestorben sein, um als hirntot zu gelten. Daher haben die US-Amerikaner diese Probleme, die sich so gar nicht auf Deutschland übertragen lassen. Dazu gibt es in den USA die Möglichkeit der NHBD, was in Deutschland verboten ist. Komatöse Patienten – selbst die im tiefsten Koma – weißen noch Gehirnaktivitäten in irgend einer Art und Weise auf. Die Trennung zum Hirntoten ist, dass diese keine Gehirnaktivitäten aufweisen. Diese Gehirnaktivität bzw. deren Verlust kann medizinisch-wissenschaftlich eindeutig belegt werden. Wenn ein anezephales Kind nach der Geburt noch eigene Atmung hat, ist dies ein Beweis dafür, dass zumindest ein Teil des Hirnstamms noch vorhanden und funktionsfähig ist. Damit ist dieses anezephale Kind eine lebende Person. Fehlt jedoch dieser Atemreflex nach dem Durchtrennen der Nabelschnur, so handelt es sich um eine Tot- bzw. Fehlgeburt. Auch hier ist die Trennung messerscharf und eindeutig. Besonders in diesem Unterkapitel – aber nicht nur hier - ist man geneigt zu fragen, ob diese Verfasser Schwierigkeiten mit der Potenz haben, weil sie die Potenz (Fähigkeit) von Embryonen nicht von denen der Hirntoten unterscheiden können: Der Embryo besitzt die Potenz, sich zu einem erwachsenen Menschen weiter zu entwickeln, der Hirntote hat nur noch die Potenz, dass seine übrigen 97% der Körperzellen absterben. Auch streiten besonders in diesem Unterkapitel die Verfasser den Tod eines Menschen als Trennung von Leib und Seele ab. Sie vertreten damit die Auffassung, dass rein körperliches Leben genügen würde, um von einem lebendigen Menschen sprechen zu können. Damit treten sie – einem Geisterfahrer gleich – allen philosophischen und theologischen Aussagen entgegen, die genau das aussagen: Der Tod ist die Trennung von Körper und Geist.

Schwangere Hirntote können Kinder gebären

In den „Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes“ der [[BÄK]] heißt es in Anmerkung 4: Das Fortbestehen einer Schwangerschaft widerspricht nicht dem eingetretenen Hirntod der Mutter. Eine Schwangerschaft wird endokrinologisch von der Plazenta und nicht vom Gehirn der Mutter aufrechterhalten. Damit wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass aus medizinischer-wissenschaftlicher Sicht das Fortbestehen einer Schwangerschaft nicht dem Hirntod der Mutter widerspricht. Dennoch führen die Gegner der HTD immer wieder auf, dass hirntote Schwangere noch ihr Kind austragen und gebären können. Das ungeborene Kind braucht für sein Wachstum von der Mutter nur eine funktionierende Homöostase. Diese ist bei einer hirntoten Schwangeren durch die künstliche Beatmung und entsprechende Medikamente (z.B. Kreislauf-stabilisierende Mittel) sichergestellt. Wenn es zu keinen größeren Komplikationen kommt – z.B. Entzündung -, kann sich das ungeborene Kind somit über Wochen und Monaten im Mutterleib weiterentwickeln und heranwachsen. Hierzu benötigt es kein funktionierendes Gehirn der Mutter. Als hirntote Schwangere kann sie nichts von dieser Fortsetzung der Schwangerschaft mitbekommen, da das Gehirn als Organ der Verarbeitung aller Wahrnehmungen tot ist. Sie spürt keine Kindsbewegungen, sie spürt kein Spannen der Bauchdecke, ... Sie schläft nicht tief und fest, sie ist nicht in tiefem Koma, sie ist hirntot. In nur wenigen Lebenssituationen liegen Leben und Tod so eng beieinander, ja sind sozusagen ineinander verwoben, wie bei hirntoten Schwangeren. Diese Situation ist für Ärzte, Pflegende und erst recht für die Hinterbliebenen bzw. Angehörigen sehr schwierig. In Bezug zur Mutter sind sie Hinterbliebene, in Bezug zum Kind sind sie Angehörige. Rational kann einem das alles klar sein, aber wenn man den warmen Körper der jungen Hirntoten vor sich sieht, vom Herzen das lebenswichtige Blut in alle Bereiche des Körpers gepumpt, dann kommen Zweifel auf. Jeder sieht den lebenserhaltenden Schlauch, über den die Mutter einer Nabelschnur gleich ihren lebenswichtigen Sauerstoff in die Lunge gepumpt bekommt. Doch was ist denn schon der eine Schlauch! Wir sind hier auf der Intensivstation. Da gehört es zum Alltag. Hier ist das die Normalität. Schließlich sieht man den Brustkorb sich hebend und senkend, so als würde sie einfach nur daliegen und schlafen, tief schlafen. Das sind die Wahrnehmungen, denen sich niemand entziehen kann, kein Hinterbliebener bzw. Angehöriger, kein Arzt und keine Pflegekraft. Es sind Wahrnehmungen die über Wochen und Monate gehen. Dies sind Zeitabstände, da baut man Beziehungen auf, auch vom Klinikpersonal zur hirntoten Schwangeren. Ob laut oder leise, jeder spricht mit ihr, dass sie durchhalten muss, zumindest so lange, bis das Kind alleine lebensfähig ist und dann per Kaiserschnitt geboren werden kann. In dieser Zeit verschwimmen im Umgang mit der hirntoten Schwangeren die Grenzen zwischen Leben und Tot. Die Mutter wird wie eine Lebende behandelt, weil es um das Leben des Kindes geht. Vom Zustand ihrer Homöostase hängt das Leben ihres Kindes ab. Ist der Zustand der Mutter stabil, so geht es auch dem Kind gut. Dann geht es auch allen anderen gut, die damit zu tun haben. Ist dann endlich das Kind geboren, holt alle die Realität ein, dass es sich um eine hirntote Mutter handelt. Nach der Geburt wird die künstliche Beatmung der Mutter abgestellt. Damit ist dann allen klar. Sie haben hier wirklich eine Tote vor sich. Das macht das Thema hirntote Schwangere so schwierig. Man tut sich einfach schwer, sich vorzustellen, dass da eine junge Tote vor einem liegt, deren ungeborenes Kind man retten will. Die Mutter zählt medizinisch betrachtet schon nicht mehr. Sie ist nur noch im Zusammenhang des Lebens ihres ungeborenen Kindes wichtig. Entsprechend häufig und vielfältig sind auch die Argumente, dass keine Tote ein Kind gebären könne. Das sei doch ein biologisches Privileg der Lebenden! 448)Schwangere Hirntote können gesunde Babys austragen a) „Schwangere Hirntote können gesunde Babys austragen.“ e) „Kann eine Tote ein Kind austragen?“ d) „Bis 2003, billanziert Müller, seien 'zehn erfolgreiche Schwangerschaften von Hirntoten dokumentiert'.“ k) "Am eindruckvollsten ist jedoch, dass 'hirntote' schwangere Frauen sogar in der Lage sind, über Wochen und Monate ein Kind auszutragen. Gerade Letzteres zeigt, dass hier sehr komplexe Integration zwischen verschiedenen Organen von Mutter und Kind stattfinden, was zweifellos ohne die Fähigkeit zur Integration unmöglich wäre." o) „Die Erlanger Rettungsaktion hat aber unmissverständlich erwiesen, dass diese Frau keine Leiche war, dass also eine Leiche kein Kind gebären kann. Und eine Spontangeburt ist ohne Einwirkung und Steuerung des totgeglaubten Gehirns ebenfalls nicht möglich.“ bd) „Auch hirntote schwangere Frauen konnten die Schwangerschaft über Monate hinweg aufrechterhalten und von gesunden Kindern entbunden werden.“ A) „Hirntote Frauen können Kinder gebären, hirntote Männer können Erektionen haben.“ Ea) „Und wenn eine Frau fast drei Monate lang ein Kind austragen kann in dieser Zeit, und ernähren kann, dann frage ich mich, wie tot ist hirntot.“ ad) „Eine sechsundzwanzigjährige krebskranke Amerikanerin hat am 1. August 2005, drei Monate nachdem sie als hirntot erklärt worden war, ein gesundes Kind zur Welt gebracht, um nach der Geburt bewusst zu sterben. Kann ein Leichnam ein Kind zur Welt bringen? Wie soll das möglich sein ohne die Einwirkung und Steuerung durch das tot geglaubte Gehirn?“ au) „Die Behandlung von schwangeren 'Hirntod'-Patientinnen, deren Kinder normal entwickelt geboren werden, beweist geradezu, dass solche Menschen zwar schwer krank, aber lebende Menschen sind. In einer Toten kann sich kein Embryo entwickeln.“ ay) „Selbst 'hirntote' schwangere Frauen können noch ein Kind gebären. Eigentlich undenkbar und unfassbar: Eine Tote ist in der Lage, einem Kind das Leben zu schenken! Solche Verläufe bei schwangeren hirntoten Frauen sind in der Fachliteratur mehrfach beschrieben worden.“ Mi) „Was die wenigsten wissen: es sind über zehn erfolgreich ausgetragene Schwangerschaften von hirntoten Müttern bekannt.“ Schlecht recherchiert? - Verführung durch Worte? – Irreführung des Geistes? - Was bezweckt ad) mit seiner Wortwahl? - Wie konnte diese Amerikanerin bewusst sterben, deren Bewusstsein schon seit Wochen erloschen ist, da hirntot? Fakt ist auch: Dieser Amerikanerin wurde das Kind durch Kaiserschnitt entbunden. Somit war dort keine „Einwirkung und Steuerung durch das tot geglaubte Gehirn“ am Werk, sondern das Skalpell des Arztes. Wenn der Krebs im Kopf der Amerikanerin drei Monate nach der Diagnose Hirntod noch Zeit hatte, sich weiter auszubreiten, dann lebte zur Zeit der Entbindung keine Gehirnzelle mehr. Da war dann alles tot. Da bestand nicht mal ein Hauch einer Chance, dass hier das Gehirn irgendwie einwirkte oder steuerte. Doch gerade darum scheint es ad) mit diesen Worten gegangen zu sein, den Eindruck zu erwecken, dass diese Hirntote noch zu Leistungen des Gehirns fähig gewesen sei. Hier scheint bei ad) der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen zu sein, nur leider auch hier völlig an der Realität vorbei. ad) zitiert Wolfgang Höfling mit den Worten, die er am 27.6.1995 bei der Anhörung des Bundestagsausschusses für Gesundheit sagte: „Schließlich begründen auch die mehrfach beobachteten Hirntod-Schwangerschaften erheblichen Zweifel an der Annahme, der hirntote Organismus befinde sich in einem Zustand vollständiger Desorganisation“. af) „Eine Formulierung (diese Patientinnen seien lediglich ein "beatmeter Uterus" gewesen - ein Uterus lässt sich nicht beatmen!!) zeigt mit welchen absurden und unsinnigen Argumenten die phänomenologische Realität geleugnet wird. In einer Leiche kann sich aber ein Embryo nicht bis zur Lebensfähigkeit entwickeln; dies beweist, dass diese Patientinnen trotz Erfüllung der damals gültigen Kriterien des 'Hirntodes' nicht tot waren; wo noch solche physiologischen Funktionen stattfinden, ist Leben!“ ag) „Die hirntote schwangere Frau, die als 'Tote' imstande ist, in ihrem Leib einen Fetus zu ernähren, ihn gedeihen und sogar bis zu ungestörter Lebensfähigkeit heranreifen zu lassen, ist begreiflicherweise für die Verfechter des Hirntodkonzepts ein Dorn im Auge, den man mit allen argumentativen Anstrengungen herauszuziehen versucht. Die längste bekannt gewordene Schwangerschaft einer hirntoten Frau betrug 107 Tage.“ ag) „Gerade das Phänomen der hirntoten schwangeren Frau, die imstande ist, in ihrem Leib ein Kind heranwachsen zu lassen, zeigt, zu wie komplexen, integrativen Leistungen Hirntote imstande sind. Hier wird an unsere Wissenschafthörigkeit appelliert und die Leugnung unserer sinnlichen Wahrnehmungen gefordert.“ ak) zitiert Wolfram Höfling mit den Worten: „Schließlich begründen auch die mehrfach beobachteten Hirntod-Schwangerschaften erhebliche Zweifel an der Annahme, der hirntote Organismus befinde sich in einem Zustand vollständiger Desorganisation.“ ak) „Es ist eine völlig absurde Vorstellung, zu glauben, der Körper der Schwangeren, inklusive des Uterus, sei tot und das Kind innerhalb dieser Gebärmutter sei eigenständig und lebendig. Damit soll natürlich nicht gesagt sein, dass das Kind nun analog zum 'Hirntod'-Konzept auch als tot gelten müsse. Vielmehr wird hier deutlich, dass 'Hirntote' Sterbende sind und damit allenfalls am Ende ihres Lebens stehen und keineswegs bereits tot sind, wie das 'Hirntod'-Konzept unterstellt.“ al) zum Erlanger Fall: „Die Schwangere war zwar ganzhirntot, war sie aber auch schon als Mensch tot? Kann eine Tote schwanger bleiben? Sicher nicht! Die Schwangerschaft ist nämlich ein komplexer Prozess, der das Zusammenwirken mehrerer Organe erfordert.“ Qa) „In einer Leiche entwickelt sich kein Embryo.“ Neben der Streitfrage, ob hirntote Schwangere leben oder nicht, besitzt diese Aussage von al) eine Ungenauigkeit: Keine hirntote Schwangere ist nachweislich ganzhirntot. Zu diesem Nachweis fehlt der Apnoe-Test. Dieser wird jedoch bei hirntoten Schwangeren nicht durchgeführt, um das Leben des ungeborenen Kindes nicht unnötig zu gefährden. Beispiele von Geburten von hirntoten Schwangeren Anfang der 80er Jahre wurde in den USA das erste Kind aus einer hirntoten Schwangeren geboren. 5 Tage nachdem die Ärzte den Hirntod diagnostiziert hatten, kam das Mädchen durch Kaiserschnitt zur Welt. (Focus 9.10.09) Am 4.7.1991 brach Gabi Siegel aus ungeklärter Ursache in einem Park bewusstlos zusammen. Die in der 17. Woche Schwangere wurde erfolgreich reanimiert. Ihr Herz schlug zwar wieder, aber sie war nicht ansprechbar. Daher kam sie in eine Klinik. Am 14. 7. reagierten ihre Pupillen nicht mehr auf Licht. Am 17.7. wurde an ihr der Hirntod48 diagnostiziert. Nach weiteren 84 Tagen setzten am 26.9.1991 in der 28. SSW vorzeitige Weihen ein. Die Ärzte entschieden sich zum Kaiserschnitt. So wurde Max Siegel aus einer toten Mutter geboren. (Spiegel 20.6.11) Am 7.5.2005 war Susan Torres bewusstlos zusammengebrochen, nachdem sich Metastasen ihres Hautkrebses im Gehirn ausgebreitet hatten. Sie war in der 15. SSW. Daher wurde alles getan, um das Leben des Kindes zu retten. Bald darauf wurde für Susan Torres der Hirntod bestätigt. In der 28. SSW wurde ihre Tochter durch Kaiserschnitt geboren. Der Krebs war inzwischen auf wichtige Organe ausgebreitet und drohte auch auf die Gebärmutter überzugreifen. (Fokus 4.8.05) 2008 gelang es Erlanger Medizinern, die Schwangerschaft einer nach einem Herzinfarkt ins Koma gefallenen 40-Jährigen fortzusetzen. Nach 22 Wochen, in der 35. SSW, wurde ein gesunder Junge durch einen Kaiserschnitt entbunden. Hierbei handelte es sich um eine Frau im Koma. Sie war nicht hirntot. 2009 fiel die Profi-Eiskunstläuferin Jayne Soliman (41) durch eine Hirnblutung ins Koma. Sie war in der 25. SSW als ihr Hirntod diagnostiziert wurde. Daher wurde sie weiterhin behandelt, insbesondere mit hoch dosierte Steroide, um die Lungenreifung des Kindes zu beschleunigen. 48 Stunden später wurde der Kaiserschnitt durchgeführt. (Bild 4.6.09) Weltweit sind nach Angaben des Universitätsklinikums Erlangen weniger als 30 Fälle einer Schwangerschaft von Patientinnen im Wachkoma oder mit einem Hirntod bekannt (Stand Oktober 2009). (Wikipedia: Erlanger Baby) Marion Ploch und das Erlanger Baby Am 5.10.1992 verunglückte die schwangere Marion Ploch. Am 8.10. wurde ihr Hirntod diagnostiziert. Am 16.11. starb ihr Kind in der 19. SSW. Bekannt wurde der heftigst umstrittene Versuch der Ärzte, das Leben des Kindes zu retten, unter dem Namen „Erlanger Baby“. - Vor allem Politikerinnen der SPD49 hatten damals davor gewarnt, den Körper toter Frauen als „Gebärkörper“ zu missbrauchen. (Focus 9.10.09) Der Hirntod wurde neben der klinischen Diagnostik durch ein EEG und einen zerebralen Durchblutungsstillstand festgestellt. Bei der Feststellung des Hirntods befand sich Marion Ploch etwa in der 15. SSW. Nach weitgehend problemlosem Verlauf über 5 Wochen bekam Marion Ploch am 15.11. Fieber. Inden frühen Morgenstunden des 16.11. kam es zu einer Spontangeburt. Diese beendete das Leben des Kindes. Schlake und Roosen schreiben hierzu: „Wie kaum ein zweites Beispiel in der jüngeren Medizingeschichte ist der Fall des 'Erlanger Babys' zum Gegenstand eine beispiellosen Pressekampagne geworden, welche alle öffentlichen Medien bis hin zur Sensationspresse erfasst hat. Gerade Letztere hat durch verkürzte und verfälschte Darstellungen entscheidend dazu beigetragen, dass in der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild des Hirntod-Kriteriums entstanden ist. Dies hat in seiner sekundären Auswirkung auch die öffentliche Debatte um die Organspende erfasst, die im Erlanger Fall gar nicht zur Diskussion stand.“50 Weiter schreiben Schlake und Roosen: „Im Übrigen ist der Erlanger Fall bei medizinisch-wissenschaftlicher Betrachtung nicht so spektakulär, wie dessen Behandlung in den öffentlichen Medien suggerieren mag. So war bereits in sieben vorausgegangenen Fällen – allerdings ohne vergleichbares öffentliches Interesse – die erfolgreiche Fortführung einer Schwangerschaft in einem späteren Stadium bei Hirntoten bis zur Geburt eines gesunden Kindes beschrieben worden.“51 Darstellung des Sachverhalts Dass schwangere Hirntote ein gesundes Baby austragen können, hängt damit zusammen, dass der noch funktionierende Körper künstlich beatmet wird und die wichtigsten Körperfunktionen auf der Intensivstation rund um die Uhr überwacht werden damit sofort eingegriffen werden kann, wenn etwas nicht stimmt. Vor allem mit Blutdruck-stabilisierenden Medikamenten muss die hirntote Schwangere gut über die Zeit ihrer Schwangerschaft gebracht werden. Dies allein ist ein Balanceakt. Wäre es so einfach, wie es die Kritiker und Gegner hier darstellt, dann hätte die Erlanger Klinik 1993 die Geburt eines lebenden Kindes aus der hirntoten Marion Ploch vermelden können. Leider ist es nicht so einfach, wie häufig dargestellt wird. Es erfordert ständige Überwachung und Eingreifen mit entsprechenden Medikamenten, dass vor allem der Blutdruck in etwa mit normalen Werten stabil bleibt. Die Wehen einer Hirntoten Über den eigentlichen Auslöser der Wehen weiß die Medizin bis heute sehr wenig. Es wird angenommen, dass ein Botenstoff des Kindes das Ende der Lungenreifung an die Mutter meldet. Diese produziert hierauf im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) das Oxytocin. Diese löst die Wehen letztlich aus. Bei Weheschwäche wird Oxytocin intravenös verabreicht. - Soweit der normale Verlauf. Bei einer hirntoten Schwangeren stellen sich noch ungeklärte Fragen: 1.Wie kommt es zu vorzeitigen Wehen? Oxytocin wird nicht auf Bedarf produziert, sondern in der Hirnanhangdrüse zwischengespeichert. Kommt das Oxytocin dann aus der Hirnanhangdrüse? 2.Wie verhält es sich bei raumfordernden Erkrankungen im Kopf? Ist der Hypothalamus noch bei diesem starken Kopfinnendruck noch funktionsfähig, oder stirbt auch er mit dem Gehirn ab? Drückt die raumfordernde Erkrankung so sehr auf die Hirnanhangdrüse, dass diese das in ihr gespeicherte Oxytocin abgibt? - Wenn ja, reicht die Menge für diese vorzeitigen Wehen aus? Sicher ist nur, dass keine hirntote Schwangere ihr Kind mit Wehen spontan gebären muss. Wenn es sich bei einer hirntoten Schwangeren um eine spontane Geburt handelt, dann sind das immer durch vorzeitige Wehen. Das Kind wird zu früh geboren, gegen das Interesse aller. Häufig stirbt dann das Kind während oder kurz nach der Geburt. Damit sind alle Hoffnungen auf Leben dahin. Bei Hirntoten kann eine vorzeitige Geburt damit erklärt werden, dass die Gebärmutter auf verschiedene Noxen52 mit Kontraktion reagiert. Diese Reaktion wurde in Labors an isolierten Gebärmüttern auf eine Vielzahl chemischer Substanzen nachgewiesen.53 Hat eine hirntote Schwangere vorzeitige Wehen, so verspürt sie davon nichts, denn das Gehirn als Organ des Bewusstseins und der Wahrnehmung ist tot. Da können die Wehen noch so stark und die Schmerzen noch so groß sein, sie spürt davon nichts. Das jedoch ist nicht der Grund, warum man versucht, das Kind per Kaiserschnitt zu entbinden. Der Grund liegt einfach darin, dass der Kaiserschnitt für das Kind das geringere Risiko ist. - Für die Mutter besteht kein Risiko mehr. Sie ist bereits tot. Künstliche Gebärmutter Im Jahre 2002 wurde vermeldet, dass es gelungen ist, ein Embryo 6 Tage in einer künstlichen Gebärmutter am Leben zu erhalten. Im Jahre 2010 erfolgte die Meldung, dass die künstliche Gebärmutter für die gesamte Zeit der Schwangerschaft in greifbare Nähe gerückt ist. Nach der Argumentation von k) und anderen Hirntodkritikern müsste dann die künstliche Gebärmutter als lebender Mensch betrachtet werden. Rechtssprechung bei hirntoten Schwangeren Eltern besitzen nach GG Art. 6 eine gemeinsame Fürsorgepflicht für das Kind. Ist jedoch die Mutter hirntot, kann sie diese Fürsorgepflicht nicht mehr ausüben. Wenn der Vater unbekannt ist, tritt automatisch der Staat ein und bestellt einen Pfleger. Wenn der Vater zwar bekannt ist, aber das Kind nicht haben will, wird es schwieriger. Zunächst wird ihm der Staat vorübergehend die Fürsorgepflicht entziehen und einen Pfleger für das Kind einsetzen. Dieser Pfleger wird alles dafür tun, dass das Leben des ungeborenen Kindes gerettet wird. Die Totenfürsorge steht den Familienangehörigen zu, soweit der Verstorbene nicht etwas anderes verfügt hat. 1992 hatte ein Vormundschaftsgericht für eine hirntote Schwangere in der 15. SSW einen vorläufigen Betreuer bestellt. Mit Eintritt des Todes – auch des Hirntodes – endet jedoch eine Betreuung. - Um das Leben des ungeborenen Kindes zu schützen, hätte für das Kind ein Pfleger bestimmt werden müssen.54 Damit die Hinterbliebenen nach festgestelltem Hirntod nicht gleich rechtlich im Sinne der Totenfürsorge den Ärzten trotz vorliegendem OSA den Hirntoten entziehen können, bevor diese die Organe entnommen haben, gibt es den Begriff der „fremdnützigen Behandlung des Toten“ zum Zweck der TX. Für die Fortsetzung einer Schwangerschaft zum Ziel der Geburt fehlt offensichtlich solch eine Regelung. Dabei wäre sie gerade hier dringend, da dieser Zustand nicht nur Tage sondern Wochen und Monate andauern kann und weil hier sehr unterschiedliche Situationen aufeinanderprallen können: Das o.g. Beispiel des Vaters, der das Kind nicht haben will, ist nur ein Beispiel. Weitere Beispiele sind, wenn nun festgestellt wird, dass das ungeborene Kind nicht gesund ist. Wie soll dann weiter verfahren werden? Wer hat es dann zu entscheiden? - Kann hierfür nicht eine klare Regelung getroffen werden, die solche Möglichkeiten klärt, bevor sie auftreten? Ein Lösungsweg hierfür wäre, dass einfach die Natur entscheiden soll, indem entweder die Schwangere oder das Kind in den Herztod stirbt, bevor das Leben des Kindes gerettet werden kann. Andere Autoren zu hirntoten Schwangeren Albrecht Bernhard schreibt in seinem Artikel „Aus einer Leiche geboren“: „Das bisherige Hirntod-Konzept besagt, dass der Körper nach dem endgültigen Absterben des Gehirns unweigerlich und rasch in seine Einzelteile zerfällt, weil das zentrale Steuerungsorgan, das Gehirn, fehlt. Diese Vorstellung ist schwer zu vereinbaren mit den mittlerweile 30 Fällen von hirntoten Schwangeren, die zum Teil monatelang am Leben gehalten wurden.“55 Das Hirntod-Konzept sagt nichts über das Absterben weiterer Zellen aus, schon gar nichts über ein Zerfallen „in seine Einzelteile“. Die HTD besagt – wie auch die Diagnostik des Herztodes – nur aus, dass diese Stufe des Sterbeprozesses erreicht ist. Mehr nicht. Sie sagt nichts darüber aus, wie lange dieser Zustand schon besteht und nichts darüber, wie es sich weiter entwickelt. In seinem Artikel passt die Darstellung mit der Äußerung von Max Siegel nicht so recht zusammen: Im ganzen Artikel – ob Ärzte, Pflegepersonal oder Ehemann – wird immer wieder betont, dass hirntot nicht tot sei. Auf die Frage nach seiner Mutter antwortet Max Siegel: „Ich bin aus einer Leiche geboren.“ Barbara Maier schreibt in ihrer „Ethik in Gynäkologie und Geburtshilfe“ über hirntote Schwangere: „Bei hirntoten Schwangeren muss die Bedeutung der Hirntoddefinition unter den besonderen Prämissen der Schwangerschaft bedacht werden. Der medizinische Todesbegriff als Hirntod ist pragmatisch entstanden, und zwar aus den Vorgaben sowie Interessen der Transplantationsmedizin, von PatientInnen, die ein Organ benötigen, wie ÄrztInnen, die ihnen dazu verhelfen sollen. Wird eine hirntote Schwangere nicht zu ihrem eigenen Transplatationsorganismus instrumentalisiert – mit dem Ziel, dass ihr intrauterines Kind überlebt? Das Hirntodkonzept ist ein pragmatisch-medizinisches und moralisch in vielfacher Hinsicht verteidigbar. Petersen hat darauf hingewiesen, dass dabei das unbewusste expressis verbis ausgeklammert bleibt. Es wird nicht bedacht, dass es eine Dynamik des Sterbeprozesses über den Hirntod hinaus gibt. Wir kennen die genaue Grenzlinie zwischen Leben und Tod nicht. Der naturwissenschaftlich-pragmatisch begründete Hirntod täuscht eine unpassende Genauigkeit in der Definition und in der praktischen Anwendung in einem an sich ungenauen Gebiet vor (Petersen 1986).“56 Hierzu muss korrigierend vermerkt werden: Den Hirntod hatte schon Marie François Xavier Bichat (1771- 1802) benannt und beschrieben, wenn auch nicht mit den heutigen Möglichkeiten der Diagnostik. Der Hirntod kam mit der Intensivmedizin auf, insbesondere mit der künstlichen Beatmung, dem technischen Ersatz für den Ausfall der Eigenatmung vieler Patienten, nicht nur der Hirntoten. Patienten, die ein Organ benötigen, hatten keine direkte Mitwirkung an der Definition des Hirntods und seiner Diagnostik. Dies arbeiteten Mediziner als Fachleute auf diesem Gebiete aus, insbesondere Neurologen und Hirnforscher. Es gibt keine genaue Grenze zwischen Leben und Tod, da es unterschiedliche Definitionen von Tod gibt. So gibt es neben den Herztod und dem Hirntod auch den biologischen Tod, mitunter auch „absoluten Tod“, dem Tod der letzten Körperzelle eines Toten. Umgangssprachlich fühlen sich daneben einige Menschen auch „innerlich tot“, d.h. sie haben keine eigenen Antriebskräfte. Weiter schreibt Maier: „Dennoch ist bei der Beurteilung der Gesamtsituation zu bedenken: Ein 'Frauenkörper', eine hirntote, aber nicht körperlich gänzlich tote Frau wird zur Rettung des Feten, ihres Babys instrumentalisiert – ohne dass sie die Möglichkeit hat, dem zuzustimmen oder abzulehnen. Schwangerschaft ist ein Prozess, der losgelöst vom biologischen, personalen und sozialen Leben und Erleben der Mutter vor sich geht. Der Fet ist Teil des mütterlichen Organismus und bis zur 23./24. SSW in allen Funktionen von ihm schicksalhaft abhängig.“57 Wie sollte eine hirntote Schwangere einer Therapie zur Rettung ihres ungeborenen Kindes zustimmen oder dies ablehnen? Außer einer vorzeitigen Verfügung ist dies leider nicht möglich. Ob der „Frauenkörper“ bei einer hirntoten Schwangeren zur Rettung des Kindes „instrumentalisiert“ wird, ist Ansichtssache. - Keinesfalls stimmt die Aussage, dass ein ungeborenes Kind („Fet“ – hier spricht die Medizinerin) „Teil des mütterlichen Organismus“ ist. Wenn dem so wäre, hätten alle Kinder die gleiche Blutgruppe und die gleichen HLA-Werte wie ihre Mütter.58 449)Marion Ploch (Erlangen 1992) starb das Kind Mk) „Hirntote Frauen können Schwangerschaften austragen, so 1992 in Erlangen, und so jene 26-jährige Krebs-kranke in den USA, die 2005 drei Monate nach der Diagnose »Hirntod« ein gesundes Kind zur Welt brachte und danach verstarb.“ Marion Ploch (Erlangen 1992) erlitt in der 19. SSW eine Frühgeburt, wobei das Kind starb. Es war keine Lebendgeburt, wie Mk) es darstellt. 450)Suche nach dem rechten Begriff ag) „Als 'Retorte' hat man diese schwangeren hirntoten Frauen bezeichnet, als 'uterines Versorgungssystem', als 'hochentwickelte Brutmaschine'. Gegner der Erhaltung der Lebensfunktionen bei hirntoten Schwangeren haben deren Uterus als kaltes und unwirtliches Grab beschrieben, als triste und leere Wohnung, so daß der Tod des Fetus einem solchen schaurigen Grabesleben vorzuziehen sei.“ Von Diogenes Laertios (3.Jh. n.C.) wird folgende Geschichte erzählt: Philosophen versuchten den Menschen zu definieren. Ein Vorschlag lautete: Ein nacktes Lebewesen auf zwei Beinen. Hierauf präsentierte ihnen Diogenes ein gerupftes Huhn und sagte: „Seht, ein Mensch.“ Die Philosophie gab es schon über 500 Jahre vor Diogenes Laertios. Dennoch schaffte sie es nicht so recht, den Menschen klar zu definieren. - Hirntote Schwangere haben wir noch nicht mal 50 Jahre. Dabei sind sie nicht alltäglich. Kaum jemand beschäftigt sich eingehender mit diesem Thema. Wie soll da eine sachlich korrekte Definition herauskommen? Dazu weißen die o.g. Begriffe deutlich Polemik auf. Zudem: Was kann der Sachverhalt dafür, wenn sich Menschen trotz aller Bemühungen ungeschickt ausdrücken? Den Sachverhalt gibt es leider immer wieder. Wir Menschen sind es, die mit diesem Sachverhalt und seiner rechten Bezeichnung unsere Probleme haben. Leicht tut man sich als Kritiker und Gegner. Als solcher kann man sich in kreativer Weise die schauerlichsten Bezeichnungen einfallen lassen. Kaum jemand nimmt einem das übel, da man ja mit diesen Kraftausdrücken deutlich zum Ausdruck bringt, dass man gegen eine solche Haltung ist. Konstruktivität aber zeichnet sich anders aus. 451)Hirntote produzieren Muttermilch ad) bezieht sich auf die Ärzte-Zeitung vom 5.8.2005 und schreibt hierzu: „Es ist aufschlussreich, dass dabei beobachtet wurde, dass die hirntote Schwangere sogar noch Muttermilch produzierte für ihr ungeborenes Kind. Es fragt sich, ob das nicht ein irgendwie noch funktionierendes Gehirn erfordert.“ Diese „Hirntote“ lag in den USA. Dort gilt als hirntot, wessen Hirnstamm abgestorben ist. Dies kann beinhalten, dass Großhirn und Kleinhirn teilweise noch arbeiten, somit auch die Hirnanhangdrüse. Dort wird das Prolaktin gebildet, das neben dem aus der Platzenta stammenden Östrogen und Progesteron für die Bildung der Muttermilch verantwortlich ist. Es scheint sich hierbei um die o.g. Frau gehandelt zu haben, die durch Tumorzellen im Kopf in den Hirntod kam. Hierbei ist vorstellbar, dass durch den Anstieg des Hirndrucks auch Druck auf die Hirnanhangdrüse ausgeübt wurde und diese dadurch Prolaktin an den Körper abgegeben hat, was dann zum Milcheinschuss führte. 452)Die vielfältige Wechselwirkungen“ zwischen Marion Ploch und ihrem Kind bj) „Schließlich haben gerade die medizinischen Beobachtungen während der Schwengerschaft der 'hirntoten' Frau Marion Ploch in Erlangen gezeigt, welche vielfältigen Wechselwirkungen zwischen der Mutter und ihrem Kind bestanden haben.“ (Seite 135) Hierzu führt bj) in der Fußnote auf: „Die Lebendigkeit der 'hirntoten' Frau hat sich nach Ansicht vieler gerade darin gezeigt, dass sie die Schwangerschaft selbst durch einen Abort beendet hat. Am markantesten ist dieses Argument von Hans Jonas vorgetragen worden in einem Brief an Hans-Bernhard Wuermeling, ...“ (Seite 151) Es schrumpfen somit die „vielfältigen Wechselwirkungen“ auf die vorzeitige Geburt zusammen. - Wie oben beschrieben können nachweislich verschiedene Noxen zu einer Kontraktion der Gebärmutter und damit zu einer vorzeitigen Geburt führen. Bei Marion Ploch begann einen Tag vor dem Abort eine Entzündung. Diese dürfte zur vorzeitigen Geburt und damit zum Tod des Kindes geführt haben. - Die Wortwahl, dass Marion Ploch „die Schwangerschaft selbst durch einen Abort beendet hat“ erweckt den Eindruck, dass es ein bewusster Willensakt der Hirntoten war. Dies muss mit aller Entschiedenheit als unsachlich und unhaltbar zurückgewiesen werden. Hans Jonas () ist ein international anerkannter Philosoph, kein Mediziner. Daher war er weder vom Fach noch war er vor Ort. Seine Informationen stützten sich somit auf das, was die Presse in aufreißerischen Art in Pro und Contra in die Welt hinaus trug. 453)Hirntote Männer könnten noch Kinder zeugen o) „Hirntote Männer können noch Erektionen haben, so dass sie unter bestimmten Umständen noch in der Lage wären, Kinder zu zeugen. In Zeiten von Viagra mutet es befremdlich an, dass Ärzte, bei denen selbst eine Potenzstörung vorliegen könnte, solche Patienten für tot erklären, die wohl weniger Schwierigkeiten hätten, Nachwuchs zu zeugen als diese Ärzte selbst.“ Bd) „Hirntote Männer können noch Erektionen haben, so dass sie unter bestimmten Umständen noch in der Lage wären, Kinder zu zeugen. In Zeiten von Viagra mutet es befremdlich an, dass Ärzte, bei denen selbst eine Potenzstörung vorliegen könnte, solche Patienten für tot erklären, die wohl weniger Schwierigkeiten hätten, Nachwuchs zu zeugen als diese Ärzte selbst.“ Mo) „männliche 'Gehirntote' sind selbst noch zu einer Erektion fähig.“ Die „Ähnlichkeit“ des Plagiats ist verblüffend. - Es ist nicht meine Absicht und auch nicht Sinn des Buches nachzuweisen, ob o) von Bd) oder Bd) von o) abgeschrieben hat. Männer mit Potenzstörungen wären froh, wenn sie durch ihren Willen diese beheben könnten. - Bei Wikipedia: „Erektile Dysfunktion“ ist unter „Ursachen“ zu lesen: „Organische Ursachen für die erektile Dysfunktion sind oftmals Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Operationen, Verletzungen am Schwellkörper, aber auch Folgen von langjähriger Einnahme von Suchtmitteln oder Drogen wie Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum. Dabei kommt es zu Schädigungen von Blutgefäßen oder Schwellkörpern.“ Da ist kein Wort davon zu lesen, dass das Gehirn irgendwie Einfluss auf die Erektion des Mannes hätte. Wikipedia: Erektion benennt die Ursache der Erektion: „Die Erektion wird normalerweise bei sexueller Erregung durch das Erektionszentrum im unteren Rückenmark ausgelöst, kann aber auch direkt reflektorisch durch mechanische Reizung von Penis und Hoden herbeigeführt werden.“ Auf dieser Seite ist auch ein Ultraschall-Bild eines ungeborenen Jungen der 36. SSW mit erigiertem Penis zu sehen. Damit ist klar, dass die Erektion von Männer völlig unabhängig vom Gehirn abläuft. Sie geht vom Erektionszentrum im unteren Rückenmark aus. Es widerspricht somit nicht dem Hirntod, dass männliche Hirntote eine Erektion haben können.

Definitionen des Todes

454)Tod sei erst, wenn Herztod vorliegt Ak) „Der Tod eines Menschen kann frühestens dann als eingetreten angesehen werden, wenn ein vollständiges und medizinisch irreversibles Erlöschen der Herztätigkeit und damit des Blutkreislaufs vorliegt. Jede andere Definition stellt eine einschränkende Bewertung von Leben dar.“ Diese Aussage zeigt, dass der Hirntod nicht verstanden wurde. Tod wurde seit Alters her als Trennung von Leib und Seele verstanden. Dies ist bei Hirntod gegeben. 455) 456)o

Das Klinikpersonal

457)Krankenschwestern zweifeln an den Kriterien der HTD v) „Eine neuere Untersuchung der Sahlgrenska Akademie der Universität von Göteborg in Schweden zeigt, dass die Hälfte der schwedischen intensivmedizinischen Krankenschwestern die Kriterien und Methoden der Befunderhebung 'Hirntod' anzweifeln.“ Krankenschwestern haben zwar eine medizinische Ausbildung, aber kein medizinisches Studium. Auch mit Medizinstudium ist nicht sichergestellt, ob damit der Hirntod an sich und die HTD als Methode verstanden ist. - Diese Erhebung zeigt lediglich auf, wie wichtig es ist, für das Personal der Intensivstationen das Thema Hirntod verbindlich in den Lehrplan aufzunehmen und ausführlich zu behandeln. 458)Krankenschwestern berichten von Bewegungen des Organspenders Cp) „Und man hört von Krankenschwestern, die berichten, dass sich die Arme der Spender vor der Entnahme bewegen, als wollten sie sagen: nein, bitte nicht, ich lebe noch.“ Diese Bewegungen sind spinale Reflexe. 459)Einen Krankenpfleger überkam Ekel i) „Einen Krankenpfleger überkam Ekel, als Gelenke eines Spenders explantiert wurden, 'wenn sie mit Hammer und Meißel an einen Toten herangehen (…), das hat für mich noch eine andere Qualität.'“ In der Chirurgie, insbesondere der Orthopädie, wird so gearbeitet. Hammer und Meißel gehören dort zum gewöhnlichen Werkzeug. - Nur in Science-Fiction-Romanen und -Filmen können die Organe und Körperteile gebeamt werden. 460)Gleiche Zuwendung bei Hirnversagen A) In der Pressemitteilung der A) vom 1.6.2011fordern die Mitglieder: „Weiterhin erwarten sie von allen Kliniken sowie den Ärzten und den Pflegenden, Patienten im Hirnversagen die gleiche Zuwendung zu geben wie anderen Sterbenden, und von den Vertretern der Kirchen, keine Nützlichkeitserwägungen zu unterstützen.“ Solange der Patient nicht nachweislich hirntot ist, bekommt der Patient die volle Zuwendung und medizinische Unterstützung. Ist ein Patient hirntot (dies ist definiert), werden die Geräte abgeschaltet, da der Patient tot ist. 461)Den Ärzten ginge es nur um den Organempfänger ab) „Und dem Arzt geht es dann nicht mehr um die Interessen des dem Tod geweihten Patienten, sondern um die Interessen dessen, dem ein Organ implantiert werden soll.“ Den Ärzten geht es immer um den Menschen, den er vor sich hat. Sein Leben zu retten und seine Gesundheit wieder herzustellen, das ist das oberste Ziel aller Ärzte. - Wer dies nicht glauben will, der möge mal einen Tag im Dienstzimmer einer Intensivstation verbringen. Er wird solche Behauptungen danach revidieren müssen. Ist ein Mensch hirntot, kann medizinisch nichts mehr für ihn getan werden. Jetzt erst denken Ärzte an den nächsten Patienten, dem sie mit dessen Organe helfen können. 462)Klinikpersonal sei unsicher bo) „Trotz der juristischen Festschreibung als Leichnam ist nach wie vor der Umgang mit Hirntoten von Unsicherheit beherrscht, insbesondere bei Operationsschwestern und Anästhesisten.“ Der Hirntod ist ein unsichtbarer Tod. Daher kann durchaus Unsicherheit bestehen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Korrektheit der deutschen Hirntod-Definition. 463)Klinikpersonal können nicht beiden Anliegen dienen Ta) „Ärzte und Krankenhauspersonal sind zerrissen zwischen der Aufgabe, das Leben eines Menschen zu retten und den Patienten als 'Organlagerstätte' (so wie Öl- und Minerallagerstätten), also als Sache zu sehen - kann ein Arzt wirklich gleichzeitig beiden Anliegen dienen ?“ Ärzte können sehr gut beiden Anliegen dienen: Zunächst wird versucht, das Leben des Patienten zu retten. Wird bei ihm Hirntod festgestellt, kommt der Organempfänger in den Blick. Schön nacheinander ist das kein Problem, beiden Anliegen zu dienen. 464)Klinikpersonal sei zerrissen Ng) „Das medizinische Personal ist zerrissen zwischen der Aufgabe, das Leben eines Menschen zu retten und den Patienten als Organspender vorzubereiten.“ Die Aufgabe das Leben zu retten ist mit dem Befund des Hirntods erloschen. Bei vorliegender Zustimmung zur OS gilt es den Hirntoten zur Organentnahme vorzubereiten. Dies bedeutet keinen Zerrissenheit für das Klinikpersonal. 465)Dem Personal auf den Intensivstationen ginge es schlecht, das in den TXZ solle psychologisch und seelsorglich unterstützt werden bw) „Die Angehörigen und die Betreuungsteams in den Intensivstationen sind großer seelischer Belastungen ausgesetzt, wie Erfahrungsberichte zeigen. Deshalb fordern wir unabhängige psychologische und seelsorgliche Begleitung für die Angehörigen und die Betreuungsteams in den Transplantationszentren, die durch die Krankenkassen finanziert wird.“ Warum soll denn nur das Personal in den TXZ psychologisch und seelsorglich unterstützt werden, das Personal auf den Intensivstationen hingegen nicht? Es schreibt bw) doch selbst davon, dass es dem Personal auf den Intensivstationen schlecht gehe. 466)Organentnahmen seien vom Klinikpersonal schwer auszuhalten cb) „Für viele der Beteiligten ist die Situation während der Organentnahme sehr belastend und schwer auszuhalten, weil die für 'hirntot' Erklärten oft wie Patientinnen und Patienten behandelt werden (dazu gehören maschinelle Beatmung, Gabe von Muskelrelaxantien und Schmerzmitteln) und für manche der Anwesenden diese nicht tot erscheinen.“ Es ist für das Klinikpersonal die Organentnahme belastend, die den Hirntod nicht als Tod des Menschen verstanden haben. 467)Der Wechsel der Behandlung sei für das Klinikpersonal belastend Ms) Für das Klinikpersonal sei es schwer, „unmittelbar nach Feststellung des Hirntodes und Freigabe der Explantation die Zielrichtung ihrer Tätigkeit ändern: vom Wohl der/des zu Behandelnden beziehungsweise der/des zu Pflegenden zur Erhaltung und Optimierung der Organe im Interesse der Empfänger_innen – was individuell als schwerer Konflikt mit den Maßgaben des beruflichen Ethos erlebt werden kann.“ Es kann so erlebt werden. - Da es von der Arbeit gleich geblieben ist, verändert sich nur der Empfänger der erbrachten Leistungen. Statt dem vorliegenden Patienten ist sind es nun die Organempfänger, im Durchschnitt über drei pro Organspender. 468)Ca. 46% der Pflegekräfte empfinden die Pflege von Hirntoten belastend Ms) „Laut Untersuchungen sollen ca. 46 Prozent der Krankenpfleger_innen auf Intensivstationen die Pflege hirntoter Patient_innen als belastend empfinden.“ Es ist damit jedoch nicht ausgesagt, ob diese 46% allgemein für komatöse Patienten gilt. Dieser Frage wäre in diesem Zusammenhang erst mal nachzugehen. 469)o

Die Organspender

470)Die Hirntoten werden auf Qualität der Organe untersucht cb) „An den Patientinnen und Patienten, deren Organe entnommen werden sollen, werden in dieser Phase trotz infauster Prognose, also ohne Aussicht auf Heilung oder Aufhalten des Sterbeprozesses, sogenannte organerhaltende Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehören maschinelle Beatmung genauso wie kreislaufstabilisierende Maßnahmen bis hin zu Wiederbelebung trotz der ärztlichen Einschätzung, dass eine Heilung nicht mehr möglich und mit dem konsekutiven Tod zu rechnen sei. Außerdem wird vor allem vor der Entnahme sogenannter marginaler Organe, also von Organe mit eingeschränkter Langzeitfunktion, ein Qualitätscheck dieser Organe durchgeführt, zum Beispiel durch eine Koronar- oder Nierenangiographie. An den sterbenden Patientinnen und Patienten werden somit medizinische Maßnahmen ausgeführt, die nicht deren eigenem gesundheitlichem Wohl, sondern allein dem Interesse der zukünftigen Empfängerinnen und Empfänger diene.“ Erste Blutuntersuchungen werden bereits an Patienten entnommen, an denen der Hirntod noch nicht nachgewiesen ist, um grob abzuklären, ob die Organe so schlecht sind, dass sie für eine OS ausgeschlossen werden müssen. Bis der Hirntod nachgewiesen ist, wird alles getan, um das Leben des Patienten zu retten, einschließlich der Reanimation. Ist der Hirntod nachgewiesen und liegt eine Zustimmung zur OS vor, so wird bis zur Organentnahme unverändert weiterbehandelt. Die weiteren Untersuchungen an den Hirntoten sollen abklären, ob die einzelnen Organe tatsächlich die für eine TX geforderte Qualität besitzen. Diese Untersuchungen wird an Toten vorgenommen, nicht an Sterbenden (siehe TPG). 471)Für die transplantierten Organe gäbe es keine Qualitätsstandards Sa) „In der Organtransplantations-Industrie gibt es praktisch keine Qualitätsstandards.“ Die [[BÄK]] schreibt klare Kriterien vor, welche Qualität ein Organ haben muss, damit es in Deutschland entnommen werden darf. Dieser Qualitätsstandard gilt auch für alle Organe, die von anderen Nationen im Rahmen des Organ-Austausches nach Deutschland kommen sollen. 472)Die transplantierten Organe seien oft schwer geschädigt Sa) „Es gibt noch einen schmutzigen kleinen Trick, den die Organtransplantations-Industrie Ihnen niemals verraten wird: Die Organe, die anderen Patienten eingesetzt werden, sind oft schwer geschädigt oder mit Krankheiten infiziert. ... Wenn ein Organ noch irgendwie funktioniert, ist es 'gut genug', um einem Transplantations-Patienten eingesetzt zu werden, selbst wenn es ihn umbringen könnte. Einer der Gründe, warum Patienten nach einer Organtransplantation häufig so schnell sterben, ist, dass die Organe, die sie erhalten, oft von Krankheiten befallene tickende Zeitbomben sind. ... Die Ärzte stehen also unter enormem Druck, erstens Organe von Menschen zu entnehmen, die noch nicht tot sind, und zweitens JEDES Organ zu nehmen, das sie finden können, selbst Organe, die von Krankheiten befallen sind. Noch einmal: Das sind die schmutzigen kleinen Geheimnisse der Organtransplantations-Industrie, die Ihnen kein Arzt jemals verraten wird. Gehen Sie davon aus, dass Sie nur Dementis hören werden, wenn Sie Transplantations-Ärzte darüber befragen.“ Transplantierte können ein schmerzliches Lied davon singen, dass sie bereits im TXZ auf das Organ warten, dann aber die TX abgesagt werden muss, weil bei der Organentnahme doch etwas krankhaftes am Organ gefunden wird. - Auch die ganzen Untersuchungen der Organe, die nach Feststellung des Hirntods vorgenommen werden, zeigen deutlich, dass man bemüht ist, nur gesunde Organe zu transplantieren. Dass von den jährlich rund 5.000 Hirntoten in Deutschland nur knapp 2.000 überhaupt als Organspender überhaupt in Frage kommen, widerspricht zusätzlich der Unterstellung von Sa). 473)Bei der Transplantation könnten Viren übertragen werden Sa) „Wird jemandem ein krankes Herz oder eine kranke Niere eingepflanzt, kann der Betreffende plötzlich mit Hunderten oder gar Tausenden von Viren oder durch das Blut übertragenen Krankheiten infiziert werden, die mühelos das geschwächte Immunsystem überwinden.“ Von rund 5.000 Hirntoten kommen etwa 3.000 aus gesundheitlichen Gründen als Organspender nicht in Frage. Man ist bemüht, nur Organe zu transplantieren, die von organisch gesunden Menschen kommen. Wenn ein Organspender Viren hat, kann er diese noch nicht lange haben, denn sonst wären Symptome aufgetreten, die ihn zum Nicht-Organspender gemacht hätten. Ein Restrisiko bleibt immer. Doch die Medizin ist bemüht, dieses nicht wesentlich größer als Null werden zu lassen. 474)Es werden offenbar nur 60% der entnommenen Organe verwendet Mf) „Nur 60% der entnommenen Organe werden offenbar verwendet.“ Dies stimmt, weil die anderen Organe für eine TX nicht geeignet sind. Sie erfüllen nicht den hohen Qualitätsstandard für eine TX. 475)Vor allem Kranke wären Organspender Sa) „Das andere Problem, mit dem sich die Transplantations-Industrie konfrontiert sieht, sind gesunde Menschen, die ihre Organe mit Nährstoffen und Sport gesund erhalten und deshalb nicht so oft sterben. Die Menschen, die viel wahrscheinlicher sterben (und deshalb womöglich Organe spenden), sind Alkoholiker, Drogenabhängige sowie Fettleibige und Kranke. Deshalb stehen solche Organe zur Transplantation zur Verfügung: hässliche »Fett«-Lebern, krebsbefallene Lungen, beispielsweise.“ Kein Alkoholiker, Drogenabhängiger, Fettleibiger oder sonst schwer Kranke wird Organspender. - Siehe oben: 5.000 Hirntote und nur knapp 2.000 potentielle Organspender. 476)Die Organe würden auf dem OP-Tisch untersucht und überprüft werden Sc) „Viele Menschen haben heute einen Organspender-Ausweis, auch wenn nicht jeder sich mit dem Gedanken anfreunden kann, nach seinem Tod erneut auf den OP-Tisch zu kommen, dort auf verwertbare Teile untersucht und somit noch einmal buchstäblich auf Herz und Nieren überprüft zu werden.“ Die Qualität der Organe wird auf der Intensivstation vorgenommen. Dort erfolgen die z.T. aufwändigen Untersuchungen. Im OP erfolgt bei der Organentnahme nur eine letztliche optische und mechanische (durch Abtasten) Kontrolle, ob das Organ für eine Transplantation wirklich geeignet ist. 477)Die Bedürfnisse des Organspenders gelten nicht mehr Mh) „Seine Bedürfnisse spielen keine Rolle mehr. Was man jedem schwerkranken Menschen zubilligen würde, wird ihm verwehrt, obgleich niemand weiß, was wirklich in ihm vorgeht.“ Kg) „Wir wissen überhaupt nicht, was mit dem Sterbenden geschieht, was in ihm vorgeht und was er noch mitbekommt. Das ist ja ein langsames Hinübergleiten in eine Welt, zu der wir keinen Zugang haben. Und dann einfach zu sagen, ich breche hier ab, denn ich will an seine Organe heran, das ist zutiefst unmenschlich.“ Die Bedürfnisse von Hirntoten spielen keine Rolle mehr, weil er ein Toter ist. Tote haben außer einer Bestattung keine Bedürfnisse mehr. - Daher wird auch zwischen Hirntoten und schwer kranken Patienten deutlich unterschieden. - Man weiß, was in Hirntoten vorgeht: Nichts, weil das Organ der Wahrnehmung und des Bewusstseins abgestorben ist – tot ist. 478)Gerade junge Menschen seien Organspender Ah) „Gerade junge Menschen kommen als mögliche Spender in Frage. Die Entnahme von Organen wird nämlich fast ausschließlich bei sogenannten Hirntoten durchgeführt. Diese sind häufig Opfer eines Verkehrsunfalls.“ Beim Sohn von Ah) war es ein 16-Jähriger, doch die Statistik der DSO weist ganz andere Zahlen auf: Im Jahre 2012 waren 22 unter 16 Jahre, 467 unter 55 Jahre, 227 unter 65 Jahre und 330 über 65 Jahre. - Im Jahre 2002 waren 34 unter 16 Jahre, 594 unter 54 Jahre, 199 unter 65 Jahre, 202 über 65 Jahre. - Wenn man „junge Menschen“ mit „bis 55 Jahre“ definiert, stimmt diese Aussage. Der Wahrheitsgehalt der Aussage über die Todesursache ist nicht höher: Im Jahre 2012 starben 56,2% der Organspender wegen Gehirnblutung in den Hirntod, 15,5% aufgrund von Herzstillstand, 15,2% aufgrund von Unfällen59 und 12,4% aufgrund von Hirninfarkt. - Im Jahre 200960 starben 56,4% der Organspender weben Gehirnblutung in den Hirntod, 14,6% aufgrund von Unfällen, 13,6% von Herzstillstand und 12,8% aufgrund von Hirninfarkt. - Der Vortrag von Ah) war im Jahre 2011. 479)Organspender müssten über die Untersuchungen aufgeklärt sein Ms) „Der Wechsel von einer patient_innenorientierten zu einer spendeorientierten Diagnose und Behandlung darf also erst nach Feststellung des Hirntodes erfolgen. Dies zu verändern bedürfte jedoch zunächst einer offenen ethischen Diskussion und gegebenenfalls veränderte Rechtsgrundlagen. Vor allem wäre hierzu in jedem Fall die ausdrückliche informierte Zustimmung der potenziellen Spender_innen nötig, die nicht mit deren Zustimmung zur Organspende implizit angenommen werden darf. Auch das Wissen darüber, dass Organentnahme zu Transplantationszwecken nur dann möglich ist, wenn die Patientin oder der Patient bereits vor Eintritt des Hirntodes intensivmedizinisch behandelt wird, kann nicht vorausgesetzt werden. Darüber offen und in allgemein verständlicher Sprache zu informieren, ist eine Mindestanforderung für eine der Tragweite der Entscheidung angemessene Aufklärung der Bevölkerung.“ Wenn „patient_innenorientierten“, warum nicht „spender_innenorientierten“? - Hier waren die Feministen nicht konsequent. Wenn der Hirntod festgestellt ist und die Zustimmung zur OS vorliegt, wechselt automatisch die patientenorintiere zur spenderorientierten Behandlung. Hierfür bedarf es keiner weiteren Diskussion. Ein Rettungsanitäter, der zur Unfallstelle kommt, klärt auch nicht ab, wie es zu dem Unfall gekommen ist, sondern er hilft. Die Menschen kommen mit unklarem Zustand in der Klinik an. Die Ärzte bieten alle Hilfestellung auf, um das Leben zu retten und die Gesundheit wieder herzustellen. Niemand weiß von einem bereits bestehenden Hirntod oder sterben in den Hirntod. Auch die Angehörigen hoffen auf einen guten Ausgang und wollen, dass „alles getan wird“. Der Hirntod wird erst später festgestellt. - Die intensivmedizinische Behandlung wird nicht vorgenommen, damit man den Hirntod feststellen kann. Der Hirntod wird hingegegen trotz aller vorausgegangener intensivmedizinischer Behandlung festgestellt. Daher bedarf es keiner von Ms) geforderter Aufklärung, vielmehr aber eine Klarstellung der von Ms) gemachten Aussagen, die die Menschen nur verwirren. 480) 481) 482) 483) 484) 485)

Die Organempfänger

486)Mit den Zahlen der verstorbenen Patienten sollen Emotionen ausgelöst werden Ms) „Regelmäßig veröffentlicht die Deutsche Stiftung Organtransplantation die Zahlen, wie viele Menschen gestorben sind, während sie auf ein Spender_innenorgan gewartet haben. Diese Zahlen werden, in der Regel an prominenter Stelle, in nahezu sämtlichen Informationsbroschüren oder auf den Internetseiten der anderen zuständigen Stellen wieder aufgegriffen und dann auch in der Presse verwendet. Es soll dadurch nicht nur Aufmerksamkeit für das Thema erzielt, sondern auch eine emotionale Reaktion bei den Rezipient_innen ausgelöst werden.“ Wie kann man diese Zahlen von den verstorbenen Patienten, denen nicht rechtzeitig ein für sie passendes Organ zur Verfügung stand, darstellen? - Diese Tatsache an sich weckt Emotionen. Wenn man sich vor diesen Emotionen schützen wollte, müsste man hierüber schweigen. - Gehören diese Zahlen nicht auch zur umfassenden Aufklärung, die die Kritiker so häufig fordern? Sollen diese Zahlen verschwiegen werden, damit sich bei den Kritikern keine Emotionen ausgelöst werden? 487)Keine Euphorie auf TX ak) zitiert Rödiger mit den Worten: „Die den Transplantationschirurgen eigene und von der Laienpresse dankbar aufgegriffene Euphorie in Bezug auf Herztransplantationen ... kann nur teilen, wer nicht mit den täglichen Problemen in der Nachsorge dieser Patienten konfrontiert ist.“ ad) zitiert Gisela Wuttke mit den Worten: „Die dem Transplantationschirurgen eigene und von der Laienpresse dankbar aufgegriffene Euphorie in Bezug auf Herztransplantationen ... kann nur teilen, wer nicht mit den täglichen Problemen in der Nachsorge dieser Patienten konfrontiert ist.“ bf) „Die Werbung verspricht ein zweites Leben, eine zweite Chance, verschweigt aber, dass viele Patienten mit einem fremden Organ schlechter und kürzer leben.“ Es sind besonders die Herzpatienten, die vor der TX vor der Wahl stehen, den baldigen sicheren Tod auf sich zu nehmen oder die Beschwernisse und Risiken der TX und deren Nachbehandlung. Dies zeigt auf, wie schlecht es diesen Menschen vor der TX gehen muss, dass sie zu diesen Beschwernissen und Risiken Ja sagen. Bevor ein schwer kranker Patient überhaupt auf die Warteliste für eine TX kommt, werden entsprechende Aufklärungsgespräche geführt, die auch auf die Risiken und Beschwernisse hinweisen. Dabei wird ihnen mit dem Verweis auf die Statistik offen gesagt, dass rund 15% der Transplantierten das 1. Jahr nicht überleben. Diese Aufklärung ist gesetzlich vorgeschrieben, ebenso wie die Aufklärung vor jedem geplanten medizinischen Eingriff, selbst vor einigen Untersuchungen, wie z.B. Magen-Darm-Spiegelung. Kein Patienten soll hinterher sagen können: „Wenn ich das zuvor gewusst hätte, dann ...“ So kann nur jemand schreiben und zitieren, der nicht mit dem Leben der auf der Warteliste stehenden Menschen konfrontiert ist. Die Situation soll mal grob in Zahlen ausgedrückt werden: Von unserer 90- bis 100%igen Gesundheit haben diese auf der Warteliste stehenden noch 1 (sind unmittelbar mit dem Tode bedroht, aktuell auf der Intensivstation liegend) bis 20% Gesundheit. Wenn sie durch die OS auf 30 oder gar 60% Gesundheit aufholen, dann ist das für sie ein enormer Gewinn. 488)Den Kranken würde falsche Hoffnung gemacht werden Md) „Wie vielen der potentiellen Organempfänger machen die Ärzte die trügerische Hoffnung, mit einem Spenderorgan könnten sie weiterleben, wo ärztliche Heilkunst eigentlich am Ende ist?“ Fast allen dieser schwer kranken Menschen wird das Angebot gemacht, über OS sich helfen zu lassen, wo die ärztliche Heilkunst bereits am Ende ist. Über 80% der Transplantierten überleben das 1. Jahr nach der Transplantation, über 50% die ersten 5 Jahre. - Wo ist hier die trügerische Hoffnung? 489)Patient/innen sollten auf Alternativen hingewiesen werden bu) „Auch Patient/innen, die auf ein Organ warten, brauchen unabhängige Beratung mit Fachkompetenz, auch unter der Fragestellung, ob eine Transplantation wirklich ohne Alternative ist oder ob andere Behandlungsansätze angemessener wären.“ Soweit richtig, doch worin sieht bu) die Alternativen? - Für Dialysepatienten61 ist die Dialyse eine Alternative, doch keine hafte. Irgendwann ist ihr Gesundheitszustand so schlecht, dass sie für eine TX nicht mehr in Betracht kommen. Zudem hebt die TX für die meisten Dialysepatienten die Lebensqualität. Dies alles darf nicht aus dem Blick verloren gehen. Für Lunge und Leber heißt heute die Alternative: sterben. 490)Aufklärung der Transplantierten erst nach der TX ak) verweist auf eine Herz-transplantiere Frau (41): „Erst hinterher erklärten ihr die Ärzte, dass fast 50 % aller Herzoperierten postoperative Psychosen durchmachen, Wahn- und Schreckensvisionen. Eine psychologische Betreuung ist obligatorisch!“ Die Broschüre scheint nach der Quellenlage vor dem Jahre 2000 geschrieben zu sein. Es ist sicherlich nicht in Ordnung, dass früher so verfahren wurde. Seit Jahren gehört es standardmäßig mit zum Aufklärungsgespräch vor der TX, auch um aus dem Gespräch heraus abklären zu können, ob man diesen psychischen Belastungen stand hält, andernfalls kommt man nicht auf die Warteliste. Zudem: In allen mir vorliegenden Jahresberichten der DSO zurück bis zum Jahre 2002 sind die Funktionsraten der einzelnen Organe bis 5 Jahre nach der TX aufgeführt, bei Nieren-Tx auch nach Lebend- und Totspende getrennt. Somit kann sich jeder schwer kranke Patient auch über die Erfolgsaussichten der für ihn anstehenden TX frei erkundigen. Zumindest in den letzten 10 Jahren kann kein Transplantierter sagen, dass man ihm wichtige Informationen vorenthalten hätte. 491)Verlässliche Angaben über das Leben der Transplantierten fehlen Md) „Verlässliche Berichte und Statistiken über die Lebensqualität der Mehrzahl der Patienten fehlen.“ Das stimmt. - Hier sollte umgehend nachgebessert werden, alleine um diese Kritik zu entkräften. 492)Organempfänger seien hochgradig kebsgefährdet Tc) „Bei korrekter Analyse wäre heute leicht zu erkennen, dass die Organtransplantation ... die Betroffenen zu Krüppeln macht, denn diese sind für den Rest des Lebens hoch gradig krebsgefährdet und müssen ohne Immunsystem leben.“ Transplantierten müssen mir reduziertem Immunsystem leben, nicht ohne Immunsystem. - Das Krebsrisiko ist zwar erhöht, aber was interessiert ein Krebs in 10 oder 20 Jahren, wenn man ohne TX nur noch wenige Monate zu leben hat? 493)Die Immunsuppressiva führten zu Krebs und wiederholten TX Bm) „ Man muß eine ganze Menge hochwirksamer Medikamente einnehmen, die leider auch Nebenwirkungen haben. Die Immunsuppressiva unterdrücken das körpereigene Abwehrsystem, das das fremde Organ sonst angreifen würde. Da sie starke Nebenwirkungen haben, werden weitere Medikamente nötig. Weil die normale Körperabwehr gegenüber Infektionen und Krebs durch diese Medikamente ebenfalls herabgesetzt wird, gibt es viele Infektionen und das Krebsrisiko steigt um ein Vielfaches. Durch die Menge der Medikamente können später auch Leber oder Niere Schaden nehmen, was durchaus zu weiteren Organverpflanzungen führen kann. Zwei- bis dreifach Transplantierte sind nicht selten.“ Was ist das, wenn man als Alternative den eigenen baldigen Tod hat? - Das höhere Krebsrisiko betrifft hauptsächlich den Hautkrebs, der früh erkannt erkannt werden kann und sehr gut behandelbar ist. Dieses Risiko sind Transplantierte gerne bereit zu tragen. 494)Organempfänger fühlten sich schuldig ak) „Und bei manchem erwacht das Bewußtsein, dass Organe stets lebend entnommen werden.“ ay) „Nicht zu vergessen die psychischen Belastungen und Erkrankungen (Gewissenskonflikt über den 'Raub' beim unfreiwilligen Spender), die sich zeitlebens beim Transplantierten einstellen können.“ Bm) „Manche kämpfen mit dem Gefühl, am Tod eines anderen Menschen schuldig geworden zu sein.“ Tc) „Eine Befragung hat ergeben, dass 34% der Menschen mit einem fremden Organ sich vorher ein 'Spenderwetter' gewünscht hatten (Nebel, Glatteis, Urlaubszeit, Verkehrsstaus). Nun können Schuldgefühle gegenüber dem Spender entstehen, dessen Tod man sich herbeigesehnt, ihm gar das Organ gestohlen oder zu dessen Tötung direkt beigetragen hat.“ Das Bewusstsein, dass Organe lebend entnommen werden, entsteht ausschließlich aus den Äußerungen von Kritikern und Gegnern. Sie sind es, die immer wieder lautstark behaupten, dass Organe lebenden Menschen entnommen werden würden.

  • Organe werden nicht lebend entnommen, sondern funktionsfähig.
  • Organe werden nicht geraubt, sondern gespendet.

Diese beiden Punkte gilt es sich immer wieder bewusst zu machen, denn sie stellen den Sachverhalt korrekt, kurz und klar dar. Dazu sterben knapp 60% der Organspender durch ein geplatztes Blutgefäß im Kopf und nur etwa 13% durch Kopfverletzungen (Unfälle aller Art). 495)Organempfänger ertrugen es nicht, ein fremdes Organ zu haben n) zitiert einen Psychologen: „Es haben sich schon Menschen umgebracht, weil sie es nicht ertrugen, das Organ eines anderen Menschen in sich zu tragen.“ Es ist bedauerlich, dass diese Menschen jetzt nicht mehr befragt werden können, was es ihnen so unerträglich machte, das gespendete Organ nun in sich zu tragen. Es wäre eine Studie wert. War es das Bewusstsein, dass erst ein Mensch sterben musste, damit er das Organ bekam? - Hier mangelte es an der Aufklärung, dass der Organspender sowieso gestorben wäre. Der Tod des Organspenders steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Erwarungshaltung des Empfängers. War es die Annahme, dass dem Organspender etwas gestohlen wurde? - Hierzu haben die Kritiker und Gegner der HTD und/oder TX entscheidend mit beigetragen, die behaupten, dass OS Diebstahl sei. - Hier ist entgegen zu halten: Der Spender hat hierzu zugestimmt. Für ihn sollte sein vorzeitiger, plötzlicher Tod nicht sinnlos sein, sondern anderen Menschen deren Leid aufheben oder zumindest lindern. War es die Annahme, dass hierzu ein Mensch umgebracht wurde? - Hier tragen die Gegner der HTD und/oder TX eine wesentliche Schuld, weil sie beharrlich behaupten, dass die Organe aus einem lebenden Menschen entnommen werden. - Hirntote starben an einer plötzlichen Erkrankung oder einem Unfall, nicht an der Organentnahme. 496)Transplantierte würden schrecklich leiden Ea) „Die Nierenambulanzen sind voll von Transplantierten, die dann Abstoßungen haben, die ihr Leben lang müssen sie Zytostatika in hoher Dosis nehmen. Die haben Infektionen, die haben Pilze, da gibt es viele, die auch ein sehr großes Leid haben, das muss man sagen.“ Dies ist eine Abwägung, die jeder schwer kranke Mensch vor der TX für sich vornehmen muss. Diese Entscheidung kann ihm niemand abnehmen. Nur er weiß, wie schrecklich sein Leben mit dem kranken Organ ist. Nur er kann entscheiden, ob sein aktuelles Leid größer ist als das zu erwartende Leid. Es ist ein leichtes, als Gesunder zu sagen, was für ein schreckliches Leben die Transplantierten haben. Verglichen an dem Leben mit dem kranken Organ oder gar der Bedrohung ihres Lebens haben sie es nach der TX meist besser. 497)Organempfänger hätten nach der TX ein schweres Leben ab) und ad) Zur TX sei auch „zu bedenken, dass Transplantationen den Organismus des Empfängers des Transplantates schwer belasten, dass die Übertragung des Organs in vielen Fällen nicht gelingt, dass sie oftmals nur von kurzer Dauer ist und dann wiederholt werden muss und dass die Unterdrückung des Immunsystems unter Umständen neue Krankheiten, oftmals auch todbringende Krankheiten hervorbringt.“ Gerade diese Schwierigkeiten, mit denen Organempfänger für den Rest ihres Lebens leben müssen, zeigt deutlich auf, wie schlecht es ihnen vor der TX gegangen sein muss, dass sie dieses Leben nach der TX noch als das bessere Leben ansehen. 498)Organempfänger können kein normales Leben führen wie ein Gesunder ab) und ad) „Zudem wird der Transplantierte niemals wieder ein normales Leben führen können wie ein Gesunder. Die bleibende ärztliche Betreuung nach der Organtransplantation ist zeitaufwändig und kostspielig und aufs Äußerste belastend für den Transplantierten. Das sind pragmatische Überlegungen, aber sie untermauern doch auch die Gültigkeit der prinzipiellen Überlegungen.“ ak) „Der Organempfänger ist häufig ein chronisch Kranker, dessen Leben durch die Krankheit stark eingeschränkt oder bedroht ist. Doch auch nach einer erfolgreichen Organtransplantation wird er nie mehr ein ganz normales Leben führen können.“ Bm) „ Die meisten Organempfänger werden auch nach der Transplantation kein ganz normales Leben mehr führen können.“ Kb) „Der Vortrag Roberto Rotondos war unter anderem auch deshalb so wertvoll und informativ, weil sich der frühere Krankenpfleger und heutige Supervisor im Krankenpflegebereich genau dieser Frage widmete. Seiner Meinung nach können Menschen durch Organtransplantationen nicht geheilt werden. Sie müssen mit negativen körperlichen, seelischen und sozialen Folgen rechnen.“ ab) und ad) „Zudem kann von einer Wiederherstellung der Gesundheit bei den Transplantierten durchweg nicht die Rede sein.“ Hier zeigen die Verfasser sehr deutlich, was sie über TX wissen. - Würde der Organempfänger vor der TX ein normales Leben führen wie ein Gesunder, dann würde er nie der TX zustimmen. Das scheinen sie aus dem Auge verloren zu haben. Weil das Leben als Transplantierter immer noch die bessere Wahl ist, als das Leben vor der TX, deswegen stimmt der schwer kranke Mensch der TX zu. Deswegen stellen sich Menschen im Falle ihres Hirntotes als Organspender zur Verfügung. Es geht bei TX nicht um Wiederherstellung der Gesundheit, es geht darum, das Leben der schwer kranken Menschen zu retten – auch der zahlreichen Dialysepatienten. Denn auch sie werden nach jahrelanger Dialyse einmal sterben. Eine Niere gibt ihnen hingegen die Chance, viele Jahre weiterzuleben. OS ist kein Akt der Schönheit oder Wellness, sondern ein Akt der Lebensrettung. Diese Argumentationen erwecken den Eindruck, dass keiner der auf der Warteliste stehenden Kranke ein Organ bekommen soll, da er nach der TX eh´ kein normales Leben führen kann. - Mit welch ungleichem Maß hier gemessen wird: Einerseits soll mit dieser Begründung den schwer kranken Menschen der Zugang zu den gespendeten Organen verweigert werden, während andererseits die Hirntoten als Lebende dargestellt werden, mit denen man noch beten könne! Mögen entsprechende Fachärzte darüber entscheiden, ob hier Schizophrenie vorliegt. 499)Ein Transplantierter braucht eine robuste Psyche ak) zitiert den Herz-transplantierten Martin E.: „Lebenslang notwendige Immunsuppressionen und andere Medikamente sowie die regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen - zum Beispiel der jährliche Herzkatheder, wöchentliche Blutabnahme - sorgen dafür, dass der Patient immer wieder an seinen Zustand erinnert wird. Es bedarf schon einer robusten Psyche, um all das einigermaßen schadlos zu verkraften.“ Auch deswegen wird mit den schwer kranken Patienten ein Gespräch geführt, um psychisch labile Menschen gar nicht erst auf die Warteliste zu setzen. 500)Nicht wieder OS ak) zitiert eine Ehefrau eines 18 Monate nach der Herz-Tx verstorbenen Patienten mit den Worten: „Zurückblickend glaube ich sagen zu können, dass ich eine Entscheidung zur Transplantation nicht mehr treffen oder unterstützen würde. ... Wenn ich ganz ehrlich bin - wir sind ja beide fast verrückt geworden daran.“ TX lässt sich herzu sehr gut mit der Intensivmedizin vergleichen: Es kommt ein schwer kranker Patient, der sich Hilfe erhofft. Die Ärzte bemühen sich nach Kräften. Meist sind die Bemühungen von Erfolg gekrönt. Dann sind alle froh und glücklich. - Doch manchmal erkennt man nach geraumer Zeit, dass der Patient nicht wieder gesund wird. Nun liegt er aber beatmet auf Intensivstation. Jetzt heißt es plötzlich: „Diesen Zustand wollte er/sie nie!“ Es war aber niemand da, der den Ärzten zu Beginn der Therapie absolut sicher sagen konnte, dass ihre Bemühungen hier vergebens sein werden. Man musste zuerst mit allen Mitteln versuchen, das Leben des Patienten zu retten. Erst dann weiß man es, ob man dieses Ziel erreicht oder nicht. Auch bei der TX kann niemand eine Garantie geben. Man kann auf die statistischen Zahlen verweisen, aber das war es dann auch. Der Rest bleibt Risiko. - Wenn die TX bei dem Mann der o.g. Frau geklappt hätte, wäre sie glücklich gewesen und hätte OS in den höchsten Tönen gelobt. So aber ist sie von ihr enttäuscht, weil ihr Mann nicht zur überwiegenden Gruppe der glücklichen Transplantierten gehört. Soll deswegen TX abgeschafft werden? Was ist mit der überwiegenden Mehrheit, die über die TX froh und glücklich sind? Wer will ihnen dieses Glück absprechen? 501)Bei Abstoßung des Organs stirbt der Patient Bg) „Nicht in jedem Fall gelingt es dem Arzt, die Abstoßungsreaktion des eigenen Körpers gegen das fremde Organ ständig unter absoluter Kontrolle zu halten. Folge: Der Dauer-Patient stirbt.“ Ohne TX wäre der Patient schon früher gestorben. - Soll man deswegen keine TX durchführen? 502)Organempfänger brauchen nach Jahren ein neues Organ ay) „Zwar wird bezüglich des transplantierten Organs von neuer Lebensqualität gesprochen, das ist allerdings nur bedingt richtig. Denn trotz Fortschritte auf dem Medikamenten-Sektor (weniger Kapseln, Tabletten etc.) kommt ein weiterer Aspekt beim Transplantierten hinzu: Nach einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren wird eine neue Organspende erforderlich werden.“ Dem Organempfänger wird dies gesagt, dass er damit rechnen muss, dass er nach etwa 10 bis 20 Jahren ggf. ein neues Organ braucht.62 Dem Organempfänger sind aber damit erstmal diese 10 bis 20 Jahre geschenkt. Es steht ihm frei, ob er sich dann wieder der Procedure einer TX unterziehen will. Verpflichtet ist er keinesfalls. 503)Organempfänger bleiben lebenslänglich krank Ca) „Organempfänger bleiben lebenslänglich krank! Den Bürgern wird suggeriert, dass Organempfänger nach der Transplantation gesund sind. In den öffentlichen Diskussionen werden nur die wenigen Patienten mit positiven Transplantationsverläufen vorgestellt. Verschwiegen werden die Folgeprobleme nach einer Transplantation und die zahlreichen Nebenwirkungen durch die hohe Medikamenteneinnahme.“ Tc) „Nach der Transplantation ist eine lebenslange (!) medizinische Überwachung, häufiger Klinikaufenthalt und eine stark nebenwirkungsreiche Medikamenteneinnahme (sogenannte Immunsuppressiva) notwendig.“ Die einen Organempfänger hatten die Wahl: Entweder in den nächsten Wochen oder Monaten sterben oder lebenslänglich „krank“ sein. Sie entschieden sich für Letzteres. Die anderen Organempfänger hatten die Wahl: Entweder weiterhin so schwer krank zu sein und in den nächsten Jahren daran zu sterben oder eine Verbesserung der Lebensqualität zu erfahren. Sie entschieden sich für Letzters. Beide Ausgangssituationen zeigen deutlich auf, wie krank diese Patienten waren, dass sie nach dem Strohhalm TX griffen. In jedem Aufklärungsgespräch wird der Patient darauf hingewiesen, dass er nach der TX lebenslänglich diese Medikamente gegen die Abstoßungsreaktionen nehmen muss. Es ist sogar so, dass der Patient nicht auf die Warteliste gesetzt wird, wenn nicht sichergestellt ist, dass diese Medikamente auch regelmäßig eingenommen werden, damit der Erfolg gewährleistet wird. Schließlich will man kein Organ auf diese Art vergeuden. 504)Die Immunsuppressiva würden das Immunsystem ausschalten Tc) „ Die Medikamente, die bis zu 2000 € monatlich kosten, schalten das Immunsystem aus, damit der Körper das fremde Organ nicht abstößt.“ Be) und Bj) „Mit hohen Cortisongaben, pp., müssen die Abstoßungsreaktionen des fremden Organs ständig bekämpft werden. Das setzt die eigene Immunkraft herab, hebt sie letztlich auf. Bakterien, Viren und Pilze haben freien Eingang in den ungeschützten Körper des Empfängers und können sich dort ungehindert vermehren.“ Die Immunsuppressiva schalten das Immunsystem nicht aus, sondern setzen es herab. Andernfalls hätte der Transplantierte überhaupt keine Abwehrkräfte mehr. 505)Die Immunsuppressiva würden impotent machen Cv) „Leider wird der Patient im ärztlichen Aufklärungsgespräch höchstens in Ausnahmen, ... darüber in Kenntnis gesetzt, dass diese Medikamente (Immunsupressiva) auf Dauer impotent machen. Leider kommt es dazu, dass einige Patienten dann auf die Einnahme verzichten, um die Lebensqualität zu behalten. Hier scheint Cv) die Problematik der Patienten nicht verstanden zu haben. Ihr Problem heißt nicht, potent oder impotent zu sein, sondern zu leben oder zu sterben. 506)Herz- und Lungen-Transplantierte hätten besondere Schwierigkeiten Cv) Es kann „insbesondere bei Herz- und Lungentransplantationen zu erheblichen seelischen Problemen kommen. Diese beiden Organe merkt der Mensch bei jedem Herzschlag oder bei jedem Einatmen. Es hängt von der Psyche des Menschen ab, wie gut eine Transplantation verkraftet wird.“ Dann können Her- und Lungen-Transplantierte keine anderen Tätigkeiten mehr nachgehen, wenn sie nur noch auf den Herzschlag bzw. die Atmung achten? 507)Transplantierte bleiben lebenslang von den Ärzten abhängig Bj) „Am eigenen Körper muss er erfahren, was es bedeutet, für den Rest seines Lebens in die Abhängigkeit von dem Transplanteur und Ärzten zu kommen.“ Die Alternative, die diese Menschen haben: Sie können vom Friedhofsbesuchen abhängig werden. 508)Transplantierte bleiben lebenslang an ein Tx-Zentrum gekettet ak) zitiert Gerhard Hoffmann, Seelsorger einer Reha-Klinik: „Der Patient weiß, dass er mit einer unsichtbaren Kette an seine Klinik gebunden ist. Er weiß, dass er äußerlich nie wieder ein freier Mensch sein wird. Freiheit wäre gleichbedeutend mit Tod.“ aa) „Mit einem unsichtbaren Band 'ein Leben lang' an einen Transplantationsmediziner gekettet zu sein, macht unfrei, abhängig, erschreckt mich. Die vielen Nebenwirkungen, die auftreten durch die Einnahme von Medikamenten, die die noch funktionierenden Organe des Körper schädigen, lehne ich ab.“ Niemand ist zur TX gezwungen. Auch schwer kranke Menschen können TX ablehnen. - Nur ist es leicht, gegen etwas zu sein, wenn man selbst nicht betroffen ist. Mir sind Menschen bekannt, die sich ganz engagiert gegen Abtreibung eingesetzt hatten. Als sie selbst ungewollt schwanger waren, nutzten sie die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruches. Sie taten das, was sie zuvor zutiefst verurteilt hatten. Darunter leiden sie heute schwer. Fazit: Es ist leicht von etwas zu reden, wenn man selbst im Trockenen steht, während die anderen im Regen stehen oder gar am Ertrinken sind. Das ist Fakt. - Die einzige Freiheit, die der schwer kranke Mensch vor der TX hat, ist sein baldiger unabwendbarer Tod. Für viele schwer kranke Menschen ist dann die „unsichtbare Kette“ die bessere Wahl. - Wenn man nach der TX erkennt, dass es die falsche Wahl war, bleibt dem Transplantierten noch immer die Freiheit, sich von dieser „unsichtbaren Kette“ zu lösen und den eigenen baldigen Tod auf sich zu nehmen. Das wäre ihm ohne TX sowieso wiederfahren. 509)Cortison und Immunsuppressiva schädigt die Organe aa) „Die ständigen Cortisongaben schädigen auch die anderen Organe. Das transplantierte Organ bleibt, trotz Cortison, einer schleichenden Abstoßung unterworfen. Pilze, Viren und Bakterien, die in einem gesunden Körper von den körpereigenen Abwehrkräften bekämpft werden, können sich ungestört vermehren.“ ak) „Die gesundheitsbeeinträchtigende, lebenslange Medikamentierung ist ein weiterer Faktor zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes nach Transplantation. Die Nieren oder andere Organe können z. B. durch ebendiese Immunsuppressiva geschädigt werden usw.“ bi) „Die Unterdrückung des Immunsystems mit Cyclosporin und Cortison z.B. können Nebenwirkungen hervorrufen, die wiederum oft lebensbedrohlich sind ...Alte Tuberkuloseherde können wieder aufflammen, und die Gefahr der Tumorbildung erhöht sich, weil das unterdrückte Immunsystem entartete Zellen nicht mehr früh genug entdecken und ausschwemmen kann. Cortison schädigt auf Dauer Knochen und Gelenke, Augen und Haut.“ (Seite 100) Tc) „Zudem können durch die massive Medikamenteneinnahme die anderen Organe ebenfalls krank und austauschbedürftig werden.“ Viele Medikamente schädigen Organe, insbesondere wenn sie über einen längeren Zeitraum dauerhaft eingenommen werden müssen. Dies Organschädigung nehmen die Transplantierten gerne in Kauf. Geht es ihnen doch nach der TX besser als zuvor, haben sie trotz dieser Schädigung wieder Lebenszeit und Lebensqualität gewonnen. Und schließlich: Was bedeutet denn schon eine Schädigung der Organe, die vielleicht in 10 oder 20 oder 40 Jahren zum Tragen kommt, wenn man ohne TX nur noch Monate oder wenige Wochen zu leben hat? Dies scheinen die Kritiker und Gegner bei ihrer geheuchelten Fürsorge aus dem Blick verloren zu haben. 510)Die Immunsuppressiva machen anfälliger für Krankheiten – bis hin zu Krebs Cf) „Denn immunsuppressive Medikamente verschlechtern die Immunabwehr des Organempfängers. Damit wird der Körper anfälliger für verschiedenste Krankheiten – bis hin zum Krebs.“ Dies stimmt so. - Doch was interessiert einen schwer kranken Patienten, der ohne TX nur noch Monate unter Qualen zu leben hat, wenn er mit TX nach 5 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 80% noch leben kann? Was ist dann das Krebsrisiko der Immunsuppressiva, das vielleicht erst in 5 oder 20 Jahren zum Ausbruch kommt? 511)Organe werden manchmal abgestoßen ab) und ad) „Des Öfteren wird das neue Organ wieder abgestoßen durch die körpereigene Abwehr, so dass eine erneute Transplantation nötig wird, wenn sie dann überhaupt noch einmal möglich ist. Das alles bedeutet für den Patienten eine vielfältige Anspannung, um nicht zu sagen, eine außergewöhnliche Schinderei, die in keinem Verhältnis steht zu der zeitweiligen Verlängerung des Lebens.“ ak) „Damit das fremde Organ nach Möglichkeit nicht abgestoßen wird, muß der Patient ein Leben lang Medikamente nehmen und medizinisch überwacht werden. Bei einigen Patienten kommt es nach Tagen, Monaten oder Jahren zur Abstoßung oder zum Organversagen, was eine erneute Transplantation oder aber den Tod für den Patienten bedeuten kann.“ Kb) „Ein ständiges Problem ist die Gefahr der Organabstoßung, mit der ein Organempfänger für den Rest seines Lebens leben muß und die zu Folgeschäden führt durch die medikamentöse Unterdrückung solcher Reaktionen des Immunsystems.“ Das ist das Risiko aller Transplantierten. - Auch dies zeigt wieder, wie schlecht es den schwer kranken Menschen vor der TX geht, dass sie dieser zustimmen. Ob diese „außergewöhnliche Schinderei“ in keinem Verhältnis „zu der zeitweiligen Verlängerung des Lebens“ steht, haben nicht die Kritiker und Gegner der TX zu entscheiden. Das entscheidet noch immer jeder einzelne schwer kranke Patient. Es zeigt sich hier sehr deutlich, dass die Not der schwer kranken Menschen nicht halbwegs verstanden wird oder gar nicht gesehen werden will. - Diese schwer kranken Menschen greifen aus einer Situation eines großen Leids und/oder gar konkreten Bedrohung ihres Lebens nach TX als einzige und letzte Rettungsmaßnahme, um überhaupt weiterleben zu können oder zumindest ihre Lebensqualität zu verbessern. 512)Bei Abstoßung droht ein „qualvoller Tod“ Tc) „Bei einer Abstoßung des Organs beginnt der Wettlauf nach einem neuen oder es folgt ein qualvoller Tod.“ Dieser „qualvolle Tod“ droht nicht erst bei der Abstoßung, sondern bereits dann, wenn der Schwerkranke nicht rechtzeitig ein für ihn passendes Organ erhält. 513)Das Sterben von Organempfänger sie oft qualvoll Tc) zitiert: „Die wenigsten Patienten und Angehörigen werden ausreichend darüber informiert, wie oft Organtransplantationen fehl schlagen, wie eingeschränkt die kurze Zeit häufig ist, die an irdischer Lebenszeit gewonnen wird, wie qualvoll das Sterben von Organempfängern oft ist, da die Ärzte bis zum letzten Atemzug alles versuchen, obwohl sie doch letztlich keinen einzigen Menschen vor dem Tod bewahren können.“ In D/A/CH muss niemand qualvoll sterben. Es gibt Schmerzmittel, die alle Schmerzen nehmen können. - Wenn eine Patientenverfügung vorliegt, muss diese in Deutschland seit Herbst 2009 von den Ärzten beachtet werden. Gegenfrage: Und wenn der schwer kranke Patient nicht rechtzeitig ein für ihn passendes Organ erhält, was für einen Tod stirbt er dann, auch einen qualvollen? 514)Es würden durch OS nur wenige Lebensjahre erkauft ad) „Zudem werden durch die Transplantation in der Regel nur wenige Lebensjahre erkauft. Da drängt sich die Frage auf, in welchem Verhältnis hier der Erfolg zu dem Einsatz steht und wie weit der Aufwand hier gerechtfertigt ist.“ Tc) „ Das fremde Organ bringt zudem niemals eine Heilung, lediglich eine Lebensverlängerung, die zwischen wenigen Monaten und einigen Jahren liegen kann.“ Hierzu fehlt die Quellenangabe einer Statistik, um dies zu untermauern. Die Statistiken der DSO belegen je nach transplantiertem Organ eine Funktionsrate von 60-80% nach 5 Jahren. Daher kann in dieser Weise von „in der Regel“ gesprochen werden. Es müsste vielmehr heißen: Es werden durch die TX in der Regel viele Lebensjahre erkauft. - Der erste von Christiaan Barnard operierte Patient überlebte 18 Tage mit dem neuen Herz, der zweite überlebte 19,5 Monate. Das war 1967/1968. Inzwischen leben einige Transplantierte über 20 Jahre mit ihrem neuen Herzen. Es kann damit aktuell wirklich nicht von „wenigen Lebensjahren“ gesprochen werden. Dass dies keine Ausnahmen sind, zeigt die 10-Jahres-Statistik von Gerhard Opelz (siehe Band 1 Kapitel 2.5.3. „Die Erfolgsrate“. Danach leben noch über die Hälfte der Patienten 10 Jahre nach ihrer Nieren-, Herz- oder Leber-Tx. 515)Transplantierte mit neuem Herz würden nicht längere Zeit überleben Ck) „Nur wenige von den Patienten, denen fremde Herzen eingepflanzt wurden, haben für längere Zeit überlebt.“ Was heißt hier „längere Zeit“? Tage, Wochen, Monate, Jahre? - Warum gibt Ck) keine konkreten Zeiten an? Das Jahrbuch 2012 der DSO gibt auf Seite 47 die Funktionsrate transplantierter Herzen nach 5 Jahren mit 65% an. D.h., dass nach 5 Jahren noch 65% der transplantierten Herzen funktionieren. Ist das keine „längere Zeit“? 516)Bei etwa 20% der Transplantierten würden die Organe versagen af) „Das Hauptproblem stellt die Unterdrückung des Immunsystems dar, um Organabstoßungen zu verhindern; Infektanfälligkeit und eine erhöhte Tumorrate sind die Folgen; die Zahl der notwendigen Retransplantationen wegen Transplantatversagen liegt bei etwa 20%.“ Diese 20% bedeutet: 20% der jährlichen Nierentransplantationen sind Wiederholungsanmeldungen. Diese sind also aus dem ganzen Pool aller Transplantierter. 517)Manch Transplantierte sterben an Infektionen aa) „Manch Transplantierter stirbt qualvoll an Infektionen, gegen die sich sein Körper nicht wehren darf, um das transplantierte Organ nicht abzustoßen.“ Bg) „Auch hier gilt, dass der ... der Patient an Infektionen oder/und der eingetretenen körperlichen Schwäche – auch durch den ständigen Medikamentenstress und die Vergiftung an Medikamenten-Nebenwirkungen - elend stirbt.“ Das ist das Risiko, das jeder schwer kranke Patient mit einer TX eingeht. Dieses Risiko zeigt jedoch auch auf, wie schlecht es einem Menschen gehen muss, dass er einer TX zustimmt, von der er im voraus weiß, dass er zu 10% das 1. Jahr und zu etwa 30% das 5. Jahr nach der TX nicht überleben wird? - Wer sich dies einmal bewusst macht, kann sich ein Bild von der Lebensqualität der schwer kranken Menschen vor der TX machen. 518)Transplantierte würden meist an Nierenschaden und Krebs sterben Bg) „Schwere Nierenschädigungen, Stoffwechsel- und Krebserkrankung werden als häufigste Todesursache infolge der Verpflanzung angegeben.“ Ohne TX sterben diese Patienten zuvor. - Wo ist die Quelle? Hierin widersprechen sich die Kritiker und Gegner gegenseitig. - Die „Medical Tribune“ gibt als häufigste Todesursache der Transplantierten Infektionen an. 519)Ungelöste Aspekte würden ethische Fragen aufwerfen au) „Neben vielen noch ungelösten Aspekten der Transplantationsmedizin, so zum Beispiel Abstoßung, lebenslange Medikamenteneinnahme, die dadurch bedingten Folgen, mitunter auch deutliche Persönlichkeitsveränderungen, ist das ethische Hauptproblem die Spende der entnommenen Organe.“ Das sind wahrlich die Probleme der Transplantierten. Hierüber werden sie vor der TX aufgeklärt. Dennoch lassen sie sich auf die Warteliste setzen, weil das aktuelle Leben noch weitaus schlimmer ist oder gar ohne TX konkret mit ihrem baldigen Tod endet. Das ethische Hauptproblem der Transplantierten sind nicht diese, sondern dass sie so lange auf ein Organ warten mussten und viele gestorben sind, weil für sie nicht rechtzeitig ein für sie passende Organ zur Verfügung stand. 520)OS würde den Organempfängern nicht helfen Tc) OS hätte „noch einen gewissen Sinn, wenn wenigstens dem Organempfänger tatsächlich geholfen wäre. Doch auch das trifft nicht zu.“ Mit OS werden Schwerkranke vor dem drohenden Tode bewahrt bzw. deren Lebensqualität gesteigert. Das kann kaum anders bezeichnet werden als mit Hilfe. 521)Transplantierte verweigern zuweilen die Medikamenteneinnahme Tc) „ Zudem wird zunehmend der Sinn des Lebens in Frage gestellt und es kann sich eine Medikamentenverweigerung entwickeln (Non Compliance = Nicht-Therapietreue).“ Dies kommt vor. Im Vorgespräch wird jedoch abgeklärt, wie zuverlässig der Patient mit den Ärzten zusammenarbeitet. So bekommen z.B. Alkoholikerfamilien für ihr krankes Kind kein Organ, weil die regelmäßige Einnahme der Immunsuppressiva bei ihnen nicht gewährleistet ist. 522)Transplantierten würde meist großes Leid zugefügt werden Ct) „In den überwiegenden Fällen ist es jedoch ein großes Leid, dass man einem Empfänger zufügt.“ () 523)Kein Mensch darf dieses Martyrium ausgesetzt werden Tc) „Wenn sie dann hinterher von Ärzten erfahren, dass nun ein schlechtes Leben mit ständiger Todesangst wegen Abstoßung und Infektion beginnt, mit lebenslanger Einnahme von nebenwirkungsreichen Medikamenten, dann müssen sie feststellen, dass man diesem Martyrium keinen Menschen aussetzen darf.“ Es gibt Transplantierte, denen geht es nach der Transplantation nicht besser als zuvor. Die Großzahl der Transplantierten hingegen gewinnen durch die Transplantation Leben und Lebensqualität. 524)Die Fragen der Transplantierten bi) „Es beschäftigt die Transplantierten, was für ein Mensch der Spender war, ob das ungewohnte Gefühl der Empfindungslosigkeit, das sie manchmal erleben nach der Transplantation, vielleicht davonkäme, dass der Spender ein 'hartes Herz' weitergegeben habe. Oder die Frage, ob eine Frau mit einem Männerherzen noch als Frau lieben könne.“ (Seite 108) Diese Fragen mag es bei den Transplantierten mitunter geben, sie sind jedoch sehr einfach zu erklären: Zum einen nehmen die einzunehmenden Medikamente Einfluss auf die Verfassung der Menschen. Zum anderen war das Spenderorgan einen anderen Hormonhaushalt gewohnt und verhält sich damit auch anders als des eigene Organ. 525)Der Tod des Spenders sei für den Empfänger eine Zumutung Mi) „Mit dem Liebesgebot zur Organspende aufzurufen zum Vorteil des einen und den Tod des anderen zur Voraussetzung zu machen, ist aber unseres Erachtens sogar für den Organempfänger eine Zumutung.“ Der Hirntote starb in den Hirntod und ermöglichte damit die OS. Für Organempfänger sollte es daher keine Zumutung sein. Außerdem ist niemand zur Tx verpflichtet. Wenn er aus irgend einen Gründen zurücktritt, kommen andere schwer kranke Patienten in der Zuteilung schneller dran. 526)Über gescheiterte TX würde nicht gesprochen werden Bg) „Darüber, wie oft Implantationsversuche danebengehen, wird nicht gesprochen.“ Im Jahresbericht 2012 der DSO stehen die Zahlen für jeden frei zugänglich: Niere: 3.018 Neuanmeldungen und 504 Wiederholungen. 527)Angeblich unverzichtbares Wissen für die schwer kranken Patienten Bg) „Unverzichtbar ist für den implantationswilligen Patienten zu wissen: Wieviel Prozent der Implantationen eines körperfremden Organs, das er benötigt, gehen operativ daneben? Wieviel Prozent der implantierten Patienten sterben daran, dass es nicht gelingt, das Abstoßungsverlagen des Körpers des Patienten unter Kontrolle zu bringen? Wieviel Prozent der implantierten Patienten sterben an einer Infektion, die Folge der herabgesetzten oder aufgehobenen Immunitätskraft des eigenen Körpers ist? Wieviel Prozent der implantierten Patienten sterben an Medikamenten-Vergiftung bzw. an Medikamentenstress? Wie lange ist die Überlebenschance mit dem implantierten Organ wahrscheinlich? War es das Organ eines jüngeren oder älteren Spenders?'“ Warum stellt Bg) diese Fragen, ohne selbst die Zahlen zu liefern? Ist Bg) so inkompetent, dass es mit seiner Kritik nicht das Gute der TX in konkreten Zahlen ausdrücken kann? - Im Jahresbericht 2012 stehen auf Seite 47 die Zahlen getrennt nach Organen nach 1 (67-87%) und nach 5 Jahren (50-75%). Diese Zahlen werden jedem schwer kranken Patienten genannt, bevor er auf die Warteliste kommt. Das Alter eines Organs dürfte für die meisten Transplantierten unwichtig sein, Hauptsache es macht seine Arbeit ordentlich.63 – Sollte Bg) mal selbst ein Organ benötigen, kann er versuchen, alle diese detaillierten Antworten zu bekommen, bevor er sein Organ annimmt. Er wird wahrscheinlich zuvor an Organversagen sterben. 528)TX würde dem Transplantierten größten Schaden zufügen Bg) „Kein Mensch kann zu angeblichen Heilzwecken operativ kaum mehr geschädigt werden, als dass ihm ein lebendes Organ als 'Leichenspende' aus einem fremden Körper als Ersatz für ein eigenes, das man operativ entfernt, überträgt.“ Der schwer kranke Patient kann gerne auf das fremde Organ verzichten – andere auf der Warteliste danken es ihn – und früher sterben. 529)Als Organempfänger könne man an verschiedenen Ursachen sterben Bm) „Man kann übrigens durchaus auch an den Komplikationen einer Transplantation sterben, das vergisst man leicht! Die möglichen Komplikationen sind nämlich Abstoßungsreaktionen, Nebenwirkungen der Therapie, Infektionen, Blutungen, Transplantatversagen oder Tumore.“ Eine TX nimmt man nicht an, wie eine Schönheitsoperation oder Fett absaugen. - Zur Verdeutlichung dessen die Frage an Bm) und Sie, den Leser dieses Buches: Wie krank müssen Sie sein, um einer OP zuzustimmen, von der Sie von vorne herein wissen, dass rund 20% das 1. Jahr nach der OP nicht überleben? In genau dieser verzweifelten Situation sind die schwer kranken Menschen. Sie nehmen alle diese genannten Risiken auf sich, weil sie ohne diese in den nächsten Wochen, Monaten oder wenigen Jahren sowieso sterben werden – sterben nicht im hohen Greisenalter, sondern hauptsächlich im Alter von 16-55 Jahren.64 530)Zweck der „Ad-Hoc-Gruppe Hirntod“ ap) „Als ÄRZTE die Kollegen, Politiker, Medien, Bürger, Kirchen, … aufzurufen: - Nicht mehr an einer wissenschaftlich falschen und lebensgefährlichen Konvention festzuhalten, sondern für Klarheit in der Transplantationsmedizin / beim ‚Hirntod‘ zu sorgen, - niemanden unter falschen Voraussetzungen zur ‚Organspende‘ drängen zu lassen.“ Es soll sich niemand zur OS gedrängt fühlen. Es soll keiner unter falschen Voraussetzungen einer OS zustimmen oder ablehnen. Es soll Klarheit zum Hirntod geschaffen werden. - Dies alles ist zu bejahen. Die deutsche Definition des Hirntods ist weder wissenschaftlich falsch noch lebensgefährlich. Jeder darf sich darauf verlassen, dass deutsche Hirntote wirklich tot sind. 531)Es verbietet sich, vorgefertigte Antworten zur TX zu suggerieren Ms) zur Überlegung der schwer kranken Patienten: „Denn auch hier vermittelt der öffentliche Diskurs bisweilen, dass es da nichts zu bedenken oder abzuwägen gäbe. Es verbietet sich von selbst, Menschen hier vorgefertigte Antworten zu suggerieren.“ Was gibt es bei der Entscheidung, ob ein schwer kranker Patient einer TX zustimmen soll oder nicht, öffentlich zu diskutieren? Das ist eine sehr persönliche Entscheidung, die keine öffentliche Diskussion abnehmen kann, denn der schwer kranke Patient hat es zu leben: die Annahme der TX wie auch die Verweigerung der TX. 532)o Es ist erstaunlich, dass die gleichen Menschen, die sich nach Kräften gegen OS wehren, weil die Organspender erst bei der Organentnahme sterben würden, jetzt so besorgt um die Gesundheit der schwer kranken Menschen tun. Den Hirntoten sprechen sie noch Leben zu, zuweilen sogar noch Therapiemöglichkeit. Den schwer kranken Menschen, die auf der Warteliste für ein neues Organ stehen, soll kein Organ gegeben werden, weil ... Sie sollen ihr eigenes Sterben als von Gott gegeben annehmen. Dies erinnert an die heiße Diskussion um das Jahr 1900, ob man Frauen bei der Geburt Schmerzmittel geben dürfe, weil in Gen 3,16 steht: „Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder.“ Mit dem Verweis auf diese Bibelstelle versuchten einige Theologen nach Kräften den Einsatz von schmerzlindernden Mitteln während der Geburt zu verhindern. Dies würde gegen Gottes Wille verstoßen.

Organvergabe

533)Organvergabestellen handeln weltweit Bk) und Mg) „Organverteilerstellen handeln weltweit mit ausgeschlachteten Körperteilen. Verwertet wird, was immer nur möglich ist. Der Mensch ist zur Ware degradiert, an der sehr gut verdient wird.“ Organvergabestellen handeln nicht weltweit, sondern tauschen. Daran verdienen diese Stellen nicht, sondern werden für ihre Tätigkeit bezahlt. Der Mensch wird nicht zur Ware deklariert, sondern Organe sind „Heilmittel“ schwer kranker Menschen. 534)Festlegung der Allokationsregeln sei im Kern kein med. Problem Ms) „Die Festlegung von Allokationsregeln für Organe ist im Kern kein medizinisches Problem. Eine ausschließlich nach medizinischen Kriterien betriebene Organverteilung berücksichtigt die grundsätzlich ethische Natur dieser Verteilungsfragen nicht.“ Die Allokationsregeln sind im Kern sehr wohl ein med. Problem, denn wenn die Blutgruppe bzw. der HLA-Typ nicht zueinander passt sind die Abstoßungsreaktionen noch größer. D.h. die Transplantierten benötigen noch mehr Immunsupressiva oder das Organ wird gar nicht angenommen. - Außderdem: Was heißt „medizinische Kriterien“? Es wird sogar mit berücksichtigt, dass Menschen mit seltener Blutgruppe auch zu einem für sie passenden Organ kommen. Unter med. Kriterien lässt sich auch die angesprochene Geschlechtergerechtigkeit packen. 535)Med. Kriterien bei der Allokation würden in die Irre führen Ms) „Die Behauptung, die Verteilung von Organen könne und solle aufgrund von (angeblich objektiven) medizinischen Kriterien erfolgen, führt angesichts der unausweichlich ethischen Natur von Verteilungsentscheidungen in die Irre.“ Die Verabschiedung der Allokationsregeln soll auf ethische Basis erfolgen. Die Allokation selbst kann jedoch nur auf der Grundlage von klaren Fakten erfolgen. Das Punktesystem ist hierzu der beste gangbare Weg. 536)Es sollen bestimmte Leiden und Krankheiten nicht geheilt werden Ms) „Es wäre darüber zu entscheiden, welche individuellen Interessen an Gesundheit mangels verfügbarer Organe zurückgestellt werden sollen, welches Leiden nicht gemindert, welche Krankheit nicht geheilt werden soll.“ Wenn ein Leiden bzw. eine Krankheit mit einer TX geheilt werden kann, warum soll man diese dann nicht heilen? Verstößt ein solches Denken nicht gegen das Prinzip der Chancengleichheit? Sollten nicht lediglich die ausgeschlossen werden, bei denen die Chance auf Heilung durch eine TX unsicher ist? 537)Nutzenkriterien seien bei der Allokation rechtlich unzulässig Ms) „Es stellt sich juristisch die Frage, ob die Organverteilung nach Nutzenkriterien überhaupt rechtlich zulässig ist. Denn das menschliche Leben und die Würde des Menschen genießen ohne Rücksicht auf die Dauer des Lebens den gleichen verfassungsrechtlichen Schutz und dürfen keiner wie immer gearteten unterschiedlichen oder gar zahlenmäßigen Abwägung unterworfen sein.“ Wenn man einem schwerstkranken Patienten ein Organ zuweist, der kaum mehr eine Chance hat, die TX zu überstehen, hat man im Falle des Scheiterns zwei Tote: diesen schwer kranken Patienten un den anderen, dem das Organ vorenthalten wurde und der damit hätte leben können. - Wäre das Organ dem zugewiesen worden, bei dem die TX zum sicheren Erfolg geführt hätte, hätte es nur einen Toten gegeben, dieser schwerstkranke Patient. Aus diesem Grunde gehören die Nutzenkriterien auch aus ethischen Gründen mit in die Allokationskriterien.65 538)Was soll als Erfolg angesehen werden? Ms) „Die Frage nach der Erfolgsaussicht ist auch unter anderen Gesichtspunkten zu klären. Denn was wird als Erfolg gewertet? Das Überleben der Transplantation? Die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Transplantierten? Geringe Sterblichkeitsraten der Transplantierten nach einem, drei oder fünf Jahren? Die Erfolgsrate des transplantierenden Chirurgen oder des Zentrums? Oder der Transplantationsmedizin des Landes? Was als Erfolg gelten soll, ist nicht definiert, und somit entscheiden die behandelnden Ärzt_innen, welchen Maßstab für 'Erfolg' sie ansetzen.“ Auch hier wirft Ms) nur Fragen auf, gibt selbst aber keine Antwort, macht keinen Vorschlag. Damit bleibt man selbst unangreifbar und kann weiterhin nur kritisieren. 539) 540) 541)o

Die Hinterbliebenen der Organspender

542)Man würde sich zu wenig mit den Spendern auseinandersetzen ay) „Denn sowohl die Ministerin, als auch Vertreter der Stiftungen, Krankenkassen und Ärzte setzen sich bisher nicht eindeutig und klar mit dem Spender auseinander.“ Worin sollte denn das zum Ausdruck kommen? 543)Die Hinterbliebenen werden unter Zeitdruck gesetzt Tc) „Die Angehörigen sind in dieser für sie sowieso schon schwierigen Lage völlig überfordert, stehen unter Schock und werden durch die Frage nach der Organspende überrumpelt und unter Zeitdruck gesetzt. Eine Zustimmung ist eine quasi erpresste Zustimmung, weil die Angehörigen auch moralisch unter Druck gesetzt werden und man ihnen Informationen vorenthält.“ Hinterbliebene stehen über den plötzlichen Tod unter Schock. Die Frage nach OS kann als Überrumpelung empfunden werden. Der Zeitdruck besteht, denn niemand will einen Hirntoten sinnlos weiterbehandeln. Der Sinn der Weiterbehandlung sollte daher rasch geklärt werden. Wenn keine Zustimmung zur OS vorliegt, wird die Therapie beendet. Wer sich als Hinterbliebener dem allen nicht aussetzen will, sagt einfach Nein zur OS. 544)Transplantationsmediziner würden drängeln ak) „Eine gewisse Hektik kommt in den Krankenhäusern und bei den Explantationsteams schon deshalb auf, weil die Lungen z. B. nach mehrtägiger Beatmung unbrauchbar sind.“ Hier gilt es an den Ablauf einer OS zu erinnern: 1.Ärzte versuchen das Leben des Patienten zu retten. 2.Bleiben die erwarteten Reaktionen aus, wird nach der Ursache geforscht. 3.Drängt sich der Verdacht auf Hirntod auf, wird eine HTD durchgeführt. 4.Sind seine Organe für eine OS geeignet, wird um die Zustimmung zur OS angefragt. 5.Liegt Zustimmung zur OS vor, wird die DSO informiert. 6.Liegt Hirntod vor, geben Ärzte der DSO die medizinischen Daten an ET weiter. 7.ET weist die Organe zu. 8.Jetzt beginnt die Hektik, da nun alle wichtigen Faktoren vorliegen (Hirntod, Zustimmung zur OS, die Empfänger der Organe) Bis einschließlich 7. ist in der Klinik keine besondere Hektik, denn was sollen sie hektisch sein, bis zur Zuteilung der Organe durch ET weiß man nicht, wohin diese Organe kommen sollen. Hektik ist hierbei bis einschließlich 7. völlig unnötig. Wo man noch in den Schritten 2. und 3. drängen könnte, das wäre der Versuch, die HTD früher zu beginnen. Dies bringt aber nichts, solange der Patient nicht hirntot ist. Andererseits soll die HTD nicht tagelang verschleppt werden, wenn der Hirntod bereits eingetreten ist. Dies aber mit „Hektik“ zu bezeichnen, ist unangemessen. 545)Es mache moralischen Druck zu hören, dass täglich 3 Menschen sterben Ag) „Unter hohem moralischem Druck – jeden Tag sterben drei Menschen auf der Warteliste – wird die Bevölkerung zur Bereitschaft gedrängt, im Falle ihres Todes Organe zu spenden.“ Das ist zunächst mal eine sachliche Information. Wenn Ag) dies als moralischen Druck empfindet, ist das eine von ihr vorgenommenen Wertung. 546)Auf die Hinterbliebenen würde enormen Druck ausgeübt Kg) „Auf die Angehörigen wird im Augenblick eines Schocks enormer Druck ausgeübt in einer Situation, in der sie sich mit dem Sterben ihres Lieben befassen müssen und gar keine objektive Möglichkeit haben, sich mit dem Problem 'Organspende' auseinanderzusetzen. ... Es ist unmenschlich. Es ist ein Zugriff auf die Menschen in einer Situation, in der sie hilflos sind, in der sie Hilfe, Unterstützung und Begleitung brauchen, statt daß man von ihnen nimmt und Forderungen an sie stellt mit enormem moralischen Druck.“ Der Druck lautet ganz sachlich: „Ihr Angehöriger ist hirntot. Er hat keinen OSA. Sollen wir nun einfach die künstliche Beatmung abschalten oder dürfen wir ihm zuvor noch die transplantierbaren Organe entnehmen?“ Wenn kein Ja zur OS erfolgt, wird die Therapie beendet. - Diesem Druck können sich alle entziehen, indem sie einen OSA ausfüllen und dafür sorgen, dass auch ihre Verwandten und Bekannten einen OSA ausfüllen. 547)Patient/innen bräuchten unabhängige Beratung bu) „Was die Angehörigen betrifft, so muss es in den Krankenhäusern verbindlich eine interessenunabhängige Beratung geben, die eine frei getroffene Entscheidung in Bezug auf eine Organentnahme oder –nichtentnahme ermöglicht. Dabei muss jeglicher Druck vermieden werden.“ Soweit richtig, doch die Information sollte sachlich korrekt erfolgen. 548)Hinterbliebene müssten wissen, dass sie einen Sterbenden vor sich haben Ad) „Dazu müssen sie aber aufgeklärt sein. Insbesondere die Angehörigen müssen wissen, dass ihr Einverständnis zur Organentnahme für Sterbende, nicht Tote gilt.“ Hirntote sind Tote. Das haben auch Hinterbliebene zu akzeptieren, so schwer es für sie auch fällt. Was noch wahrgenommen wird, ist intermediäres Lebens. 549)Es bestehen von den Hinterbliebenen Vorbehalte ay) „Denn schließlich bestehen nicht nur Vorbehalte und Ängste bei den Empfängern, sondern und gerade auch bei Angehörigen, die einen lieben Menschen verlieren, wenn sie sich durch ihre Unterschrift dazu bereit erklären, ihr Kind, den Ehepartner durch den festgestellten 'Hirntod' zur Entnahme von Organen freigeben.“ Es ist sicherlich ein schwerer Schritt, wenn Hinterbliebene für ihren hirntoten Angehörigen entscheiden sollen, ob sie für die Organspende zur Verfügung stehen. Dies fällt um so schwerer, wenn man sich zuvor nicht mit dem Thema Hirntod und Organspende informiert hat und in dieser sehr emotionsgeladenen Situation dann entscheiden soll. Als Grundsatz gilt: In Deutschland wird niemand zur Annahme eines Organs oder zur Abgabe seiner Organe – daher auch „Organspende“ – gezwungen. Niemand behauptet, dass die Entscheidungsfindung einfach sei, aber sie ist frei. Die Entscheidungsfindung kann man jedoch vereinfachen: So z.B. auf der Spenderseite mit der Information, dass mit einem „Nein“ zur Organspende die künstliche Beatmung des Hirntoten abgestellt wird und der Hirntote damit in wenigen Minuten in den Herztod stirbt. - Welchen Sinn hatte dann dieser Tod? Die Organspende gibt hier die Möglichkeit, dem erfolgten Tod noch so etwas wie einen Sinn zu geben. Weil dieser Hirntote gestorben ist, besteht die Möglichkeit, dass andere Menschen durch diesen Tod leben können. 550)Wie sich Hinterbliebene von Organspender fühlen bf) „Wussten Sie schon...? ... dass Angehörige weitere Opfer sind? - überrumpelt - unter Schock - uninformiert - im Zeitdruck stimmen viele der Angehörigen einer Organentnahme zu. Die Hoffnung, dass aus dem Schlimmen etwas Gutes wird, erfüllt sich nicht. Die Folge ist häufig ein Trauma: - Schuldgefühle, dass man den Angehörigen in seiner letzten Stunde allein gelassen hat. - Entsetzen, wenn man sich genauer über den Vorgang der Organentnahme informiert hat. - Wut, dass man in der größten eigenen Not verantwortlich gemacht wird für den Tod anderer. Dies alles wird in der Öffentlichkeit verschwiegen.“ Über 98% der Hirntoten sterben durch ein Sekundenereignis in den Hirntod. Sie alle werden plötzlich aus ihrem aktiven Leben gerissen. Die Hinterbliebenen stehen damit unter Schock. Jede an sie gestellte Frage überfordert sie in der Situation, in der sie erst mal den Tod ihres geliebten Menschen verkraften müssen, diesen unsichtbaren Tod, der nicht mit unseren Sinnen zu begreifen ist. Mit der Frage um OS sind Hinterbliebene mit einer Frage konfrontiert, mit der sich die wenigsten Menschen im Alltag beschäftigen, denn allem was mit Tod zu tun hat, wird gerne ausgewichen. Man hat eine Scheu davor, sich damit auseinander zu setzen, weil es unangenehm ist, weil man an die eigene Endlichkeit erinnert wird. Daher ist man uninformiert – und zwar auf der ganzen Linie. Man weiß nichts über den Hirntod, nichts über den Ablauf der TX, nichts über den Ablauf der Organentnahme. Die Intensivmedizin steht unter Zeitdruck – ob mit oder ohne OS.66 Diesen Zeitdruck gibt sie mehr oder weniger stark an die anderen Menschen weiter, leider auch an die Hinterbliebenen von Hirntoten. Aus dieser Situation heraus stimmen Hinterbliebene der OS zu, denn dies sei etwas Gutes. Doch das Gute ist so unsichtbar wie der Hirntodselbst. Erst seit wenigen Jahren ermöglicht die DSO den Transplantierten, über die DSO einen anonymen Dankesbrief an die Hinterbliebenen der Organspender zu schreiben. Damit wird für die Hinterbliebenen das Gute konkret und greifbar. Die Folge, den Hirntod nicht als Tod des Menschen anzuerkennen, sind die Schuldgefühle, den Angehörigen in seinem Sterben alleine gelassen zu haben. Die Folge der Unwissenheit über die Organentnahme, ist das Entsetzen darüber, dass dabei mit sehr großer Wunde operiert wird. 67 Die Folge von gut gemeinter aber ungeschickter Wortwahl ist, dass Hinterbliebene sich für den Tod anderer Menschen verantwortlich fühlen, wenn sie der Anfrage um OS nicht zustimmen. 551)Es gäbe keine Nachbetreuung der Hinterbliebenen Ms) „Angebote für Angehörige, für die die Zustimmung zur Organ- und Gewebespende eine belastende und keineswegs Trost spendende Erfahrung war und ist, gibt es nach Kenntnis der Evangelischen Frauen in Deutschland bislang nicht.“ Die DSO bietet seit einigen Jahren Treffen der Hinterbliebenen von Organspendern an. Auch ist es den Transplantierten möglich, über die DSO einen Dankesbrief an die Hinterbliebenen des Organspenders zu schreiben. Weitere Angebote befinden sich im Aufbau, so z.B. ein Internetforum für Hinterbliebene von Organspendern. 552)o

Verabschiedung von Hirntoten

Eine Krankenschwester, der vor dem Jahre 1990 ein Verwandter den Hirntod starb und der sich als Organspender zur Verfügung stellte, ist gegen OS: „Man hat auf der Intensivstation einen Angehörigen vor sich, dessen Herz schlägt, der künstlich beatmet wird, dessen Blutkreislauf funktioniert, der warm ist. Dieser Mensch sei tot, sagen die Ärzte. Was man sieht, ist kein Toter. - In diesem Zustand holen sie ihn in den OP, um ihm die Organe zu entnehmen. Das ist herzzerreißend. Das will ich niemanden zumuten. Daher bin ich gegen TX.“ Diese Aussage einer langjährigen Krankenschwester macht deutlich, wie wichtig es ist, nicht nur den Medizinern, sondern auch der Bevölkerung klar zu machen, dass Hirntote Tote sind, auch wenn sie uns wie Schlafende erscheinen. Nur mit dem Bewusstsein, dass Hirntote Tote sind, können Hinterbliebene von ihnen Abschied nehmen. Nur so können sie loslassen, was sie gerne festhalten würden. 553)Die Hirntoddefinition würde das Sterben verleugnen bo) „Der Todeseintritt wird damit auf einen einzigen Zeitpunkt und ein einziges Organ fixiert, wodurch nicht nur der prozesshafte Charakter des Sterbens im biologischen Sinne, sondern das Sterben auch als soziales Ereignis verleugnet werden.“ Auch beim Herztod wird der Tod auf ein Organ fixiert. Da beim Hirntoten der Prozess des Sterbens abgeschlossen ist, wird das Sterben als soziales Ereignis nicht geleugnet. Das Sterben erfolgte nur vor der Feststellung des Hirntods. 554)Für Hinterbliebene würden Hirntote noch leben ay) und Mm) zitiert aus der Homepage der Initiative KAO: „Für die meisten Angehörigen sind Hirntote nicht tot, sondern noch am Leben. Die Aussage der Mediziner, es handle sich nur scheinbar um Lebende, in Wirklichkeit seien es Tote ('Scheinlebende'), widerspricht zutiefst jeder herkömmlichen Vorstellung vom Tod. Dieser massive Verstoß gegen die menschliche Intuition ist eine der wesentlichen Ursachen für Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Organentnahme bei hirntoten Menschen.“ Dadurch, dass sich bei der Initiative KAO einige wenige Hinterbliebene von Organspendern zusammengeschlossen haben, darf nicht abgeleitet werden, dass für „die meisten Angehörigen“ der Hirntote nicht tot sei. - Um eine solche Aussage treffen zu können, müsste eine Befragung aller Hinterbliebenen von Hirntoten einer Region über einen konkreten Zeitraum hinweg durchgeführt werden. Der Hirntod als Tod eines Menschen widerspricht der „ herkömmlichen Vorstellung vom Tod“. Das war es jedoch auch am Ende des 18. Jh. als man die ersten Menschen erfolgreich reanimiert hatte. Plötzlich war der Tod nicht mehr der Tod, wie man ihn kannte, als unverrückbares Ereignis. Damals kam die Pandemie von Scheintod auf. - Heute schreiben Kritiker und Gegner von HTD und/oder OS vom „Scheinleben“. Der Sache nach scheinen Hirntote auch als Lebende. Ohne HTD kann kein Mediziner einen Hirntoten von einem komatösen Patienten unterscheiden. Aber gerade das ist die Aufgabe der HTD: Nach dem Wissen von Medizin und Forschung zu sagen, ob es sich hier um einen komatösen Patienten handelt oder um einen Hirntoten. - Damit ist weder die HTD noch die deutsche Definition des Hirntods ein „Verstoß gegen die menschliche Intuition“, sondern ein Hilfmittel, um Klarheit in den Sachverhalt zu bringen. Schließlich geht es hier um Sachverhalte, nicht um menschliche Intuition.68 555)Begleitung bis zum letzten Atemzug bo) „Wie viele Angehörige, die nach einer Organspende gefragt werden, hatte auch er keine Vorstellung davon, dass ... eine Begleitung seines Kindes bis zum letzten Atemzug ausgeschlossen war.“ Hirntote haben ihren letzten Atemzug bereits gemacht. Hirntote werden daher künstlich beatmet. Die Begleitung kann somit nur noch bis zum letzten Herzschlag gehen. 556)Hinterbliebene würden um den Abschied betrogen Ea) „Durch die Art und Weise, wie mit den potentiellen Spendern umgegangen wird, die Angehörigen oft um den Abschied, um die Trauer betrogen werden.“ Pa) „Wir alle haben eine bestimmte Vorstellung, wie wir sterben möchten. Und ich denke, Sie als Vertreter der Kirche ermuntern sicher auch Menschen zur Sterbebegleitung. Das können Sie in dieser Situation überhaupt nicht.“ Qc) „Auf der anderen Seite geht es darum, dass Menschen in den Tod begleitet werden, dass Angehörige mit den Entscheidungen dauerhaft leben können, und deren Interessen werden nicht genug wahrgenommen.“ Qc) „Diese Entscheidung über das eigene Sterben ist wirklich eine persönliche. Die darf nicht mit Zwecken verbunden werden. Und es muss wertfrei sein, ob man sich für oder gegen die Organspende entscheidet.“ Es gibt sicherlich Situationen, in denen den Hinterbliebenen nicht ausreichend Zeit zum Abschiednehmen gegeben werden. Doch wie viel Zeit brauchen Hinterbliebene? 1 Stunde, 2 Stunden, 4 Stunden, ...? Besonders wenn Menschen plötzlich mitten aus dem aktiven Leben gerissen werden, das geschieht bei rund 98% der Hirntoten, brauchen die Hinterbliebenen sehr viel Zeit, bis sie diesen Tod begreifen. Angenommen haben sie ihn damit noch lange nicht. Gelegentlich kommen die Hinterbliebenen noch am nächsten Tag in die Klinik und wollen den Verstorbenen nochmals sehen. Beim Hirntod und der damit verbundenen Frage um OS kommt erschwerend hinzu, dass dieser Tod unsichtbar ist. Er ist nicht so offen zu erkennen wie der Herztod. Daher braucht es hierbei noch mehr Zeit. 557)OS und Sterbebegleitung würden sich ausschließen Bl) „Organentnahme schließt Sterbebegleitung aus - Organspender sterben einsam und würdelos.“ Da Hirntote bereits tot sind, benötigen sie die Sterbebegleitung zuvor. 558)Angehörige würden beim Verdacht auf Hirntod hinausgeschickt Bl) „Angehörige können ihren sterbenden Familienmitgliedern mit dem Verdacht auf Hirntod in ihrer letzten Stunde nicht mehr beim Hinübergehen in die jenseitige Welt beistehen. Sie werden aus dem Krankenzimmer hinausgeschickt, da der Sterbende auf die Entfernung seiner Organe vorbereitet werden muss, müssen ihn folternden Untersuchungen zur Feststellung des Hirntodes preisgeben, müssen ihn - falls ein Hirntod diagnostiziert wird - allein und ohne Beistand seinen unendlichen Qualen beim Ausschlachten seiner Organe überlassen. Sie müssen ihn in seiner schwersten Stunde im Stich lassen. Von einem würdevollen und friedvollen Sterben kann keine Rede sein.“ Wenn der Verdacht auf Hirntod vorliegt, ist die HTD noch nicht abgeschlossen. Der Hirntod ist noch nicht erwiesen. Damit können die Angehörigen noch sehr wohl Abschied von ihrem Familienmitglied nehmen. - Es ist üblich, dass zu Untersuchungen die Angehörigen nach draußen gebeten werden. - Ist der Hirntod erwiesen, ist er kein Sterbender, sondern ein Toter. Bei Zustimmung zur OS werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Qualität der Organe zu bestimmen. Sind diese Untersuchungen abgeschlossen, können die Hinterbliebene sehr wohl wieder zum Hirntoten, bevor dieser zur Organentnahme in den OP gefahren wird. Die schwersten Stunden hatte der Organspender vor der Durchführung der HTD. Dort endet sein Leben. 559)Hinterbliebene könnten beim Sterben nicht dabei sein Ba) „Und beim Sterben halten dem Menschen dann nicht seine Angehörigen liebevoll die Hand oder streichen ihm über die Stirn, sondern die Angehörigen werden weggeschickt, denn sie dürften bei dem, was nun geschieht, nicht dabei sein und sie würden es wohl auch kaum verkraften.“ Ng) „Weder die Angehörigen noch ein Priester dürfen in der Sterbestunde dabei sein.“ Ta) „ weder die Angehörigen noch ein Priester dürfen in der 'wirklichen' Sterbestunde dabei sein.“ Wenn ein Hirntoter vor einem liegt, kann man sich nur noch einem Verstorbenen verabschieden. Nichts von dem, was Hinterbliebene noch sagen oder tun, erreicht den Hirntoten, denn sein Gehirn ist tot, die Trennung von Leib und Seele ist vollzogen. Ihn erreicht nichts Irdisches mehr. Die wirkliche Sterbestunde ist bei Hirntoten nicht feststellbar. Diese liegt Stunden oder gar Tage vor der Feststellung des Hirntods. 560)Angehörige seien die nächsten Opfer A) „- überrumpelt - unter Schock – uninformiert - im Zeitdruck - stimmen viele der Angehörigen einer Organentnahme zu.“ Die zum Hirntod führende Ursache erfolgt meist plötzlich. Aus 12-jähriger Praxis als Klinikseelsorger weiß ich, dass es für Hinterbliebene Stunden braucht, bis sie diesen Tod realisiert haben. Noch Stunden nach dem Herztod meinen Hinterbliebene, an dem Toten einen Atemzug zu erkennen. In dieser Situation mit der Frage nach OS konfrontiert zu werden, erschwert die Situation erheblich. Man wünscht sich Informationen und kann dies nicht verbalisieren. Man fühlt sich unter Zeitdruck und damit überrumpelt. Dass in der Vergangenheit gerade im Umgang mit Eltern hirntoter Kinder nicht vorbildlich umgegangen wurde, ist nicht abstreiten, ebenso auch die dabei ausgelösten Gefühle und erfolgten Verletzungen. Die DSO hat hieraus auch gelernt. So gab die DSO eine Leitlinie für die professionelle Gesprächsführung beim Angehörigengespräch heraus, die immer wieder aktualisiert und damit optimiert wird. Damit sollte es künftig nicht zu solchen unguten Gefühlen und diesen Verletzungen kommen. 561)Werden schwer Kranke um ihren Sterbeprozess betrogen? bi) „Sind Patienten, die auf eine Transplantation warten und kein Organ bekommen, um ihren Sterbeprozess betrogen worden?“ (Seite 114) Losgelöst von TX gibt es auch Menschen, die bis eine Minute vor ihrem Herztod hoffen, dass sie wieder gesund werden und alle anders lautende Informationen von sich weisen. Die als letzten Satz noch hervorbringen: „Muss ich denn sterben?“ Jeder stirbt seinen Tod. Bei einem normalen Sterbeprozess, der über Tage, Wochen und Monate geht, gestaltet jeder diesen nach seinen eigenen Wünschen. Dies trifft auch für die auf der Warteliste stehenden schwer kranken Menschen zu. Irgendwann sind sie so schwer krank, dass sie von der Warteliste genommen werden, weil der Erfolg der TX nicht mehr gewährleistet ist. Spätestens dann wird dem Kranken klar, dass es für ihn keine Option mehr gibt. 562)Schuldgefühle A) „Schuldgefühle, dass man den Angehörigen in seiner letzten Stunde allein gelassen hat.“ aa) „Im Nachhinein breiten sich Angst und Entsetzen aus. Das Schuldgefühl, zu früh aufgegeben zu haben, überwältigt, denn was verlassen wurde, war ein Lebender und kein Toter.“ aa) „Was haben wir zugelassen, was fügte man ihnen zu, als sie noch zwischen Leben und Tod schwebten, mit welchem Trauma wurden sie in den Tod geschickt? Es ist nicht zum Aushalten! Wir finden keinen Weg aus der Schuld.“ Da) „Dass ich mein Kind im Sterben verlassen habe, das ist etwas, das mich belastet.“ ab) und ad) „Vielfach begleiten sie Ängste vor neuen, durch die Transplantation bedingten Krankheiten und gar auch Schuldgefühle, nicht nur im Falle einer Herzimplantation.“ ak) „Nicht wenige Hinterbliebene, die im ersten Schock in der Klinik einer Organentnahme zustimmten, sind hernach im Zweifel und werden von Schuldgefühlen geplagt.“ Das ist die Tücke am Hirntod, dass er äußerlich nicht sichtbar ist. Jeder medizinische Laie würde einen Hirntoten als einen beatmeten Patienten ansehen, auf den ersten Blick auch jeder Mediziner. Die HTD zeigt jedoch sehr deutlich und sicher, dass hier ein Hirntoter vor uns liegt. Da gibt es keine Rettung mehr. Da hat niemand zu früh aufgegeben, weder die Ärzte noch die Hinterbliebenen. An diesem Tod trägt keiner der Mediziner und keiner der Hinterbliebenen Schuld. Die Schuldgefühle werden dazu noch von den Kritikern und Gegnern der HTD und/oder TX kräftig geschürt. Sie rennen immer wieder gegen Mehrheiten an, lassen nationale Unterschiede in der Definition des Hirntods außer acht oder verwischen sie. Sie behaupten immer wieder hartnäckig, dass Hirntote therapierbar wären, leben würden, dass sie bei der Organentnahme umgebracht, getötet, ermordet werden würden. Das von ihnen produzierte Bild des getöteten, ermordeten, ausgeschlachteten Organspenders setzt sich in ihnen fest und verstreut sein Gift der Schuldgefühle. Dabei gilt es zu betonen, dass es ausdrücklicher Wille des Organspenders bzw. seines gesetzlichen Vertreters war, dass diese Organe einem schwer kranken Menschen das Leben retten und/oder seine Lebensqualität verbessern soll. Das Organ ist ein Geschenk eines Toten an einen schwer kranken Menschen, damit dieser leben kann. 563)Mangelndes Wissen über die Organentnahme A) Die Eltern bekommen „Entsetzen, wenn man sich genauer über den Vorgang der Organentnahme informiert hat.“ Selten ist es so, dass man die Informationen über OS parat hat, wenn man sie braucht. Meist ist es so, dass man sich mit dem Thema OS erst beschäftigt, wenn man damit in Berührung kommt. Hat man für einen Angehörigen die Entscheidung um eine mögliche OS zu treffen, ist dies meist sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich. Um diesen Sachverhalt für die Hinterbliebenen nicht unnötig zu erschweren, wurde von der DSO die o.g. Leitlinie eingeführt. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Hinterbliebenen die wichtigsten Informationen erhalten, bevor sie eine Entscheidung fällen. 564)Für den Tod anderer verantwortlich gemacht A) Die Eltern haben „Wut, dass man in der größten eigenen Not verantwortlich gemacht wird für den Tod anderer.“ Ga) wurde gefragt, ob sie das Gefühl hatte, anderen zu helfen, als sie ihren Sohn zur OS frei gab: „In dieser Situation bin ich plötzlich – obwohl ich den Tod von meinem eigenen Kind nicht verkraften konnte – bin ich plötzlich in die Verantwortung gezogen, für den Tod eines Kindes. Und diesen Konflikt – ich habe mich einfach von meinem Kind abgewendet und habe zu diesem anderen Kind geguckt, das leben könnte. Das ist etwas, was ich heutzutage bitter bereue. Sie müssen alle wissen: Sie müssen erst mal sterben, ehe Sie Organe spenden können.“ Hirntote sind tot. Sie brauchen keine medizinische Versorgung, nur eine Bestattung. Daher werden nach festgestelltem Hirntod die Geräte abgestellt, es sei denn, für diesen Hirntoten gibt es eine Zustimmung zur OS. Die Hinterbliebene trifft hier keine Schuld, da der Hirntote bereits tot ist. Der Blick weg vom eigenen Kind, das hirntot vor einem liegt und für das niemand mehr was tun kann, hin zu den Kindern, die mit dessen Organen weiterleben können, ist für eine Entscheidungsfindung sicherlich hilfreich. Es ist Fakt, dass andere Kinder sterben, wenn sie nicht die Organe von hirntoten Kindern bekommen. Es ist Fakt, dass andere Kinder leben können, wenn sie diese Organe bekommen. - Soll man die Hinterbliebenen eines Hirntoten, auch eines hirntoten Kindes, nicht in angemessener Weise darauf hinweisen, dass andere Menschen (Plural!) weiterleben können, wenn sie von diesem Hirntoten die Organe bekommen? Dies sollte ohne Schuldzuweisung erfolgen, jedoch als Orientierungshilfe für die Entscheidungsfindung. Die Anfügung, dass wir sterben müssen, bevor wir die Organe spenden können, ist sachlich korrekt. Mit der Überzeugung von Ga), dass Organspender bei der Organentnahme sterben, bekommt es jedoch eine ganz falsche Deutung. Hiermit will Ga) Angst schüren und die Menschen davon abhalten, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen. Hierzu sei daran erinnert, dass Organspender vor der Organentnahme tot sind. 565)Organspender müssen erst mal sterben, bevor sie spenden können Bm) „Wer aber denkt an die Spender? Sie müssen immerhin erst einmal sterben, um ihre Organe überhaupt spenden zu können!“ Weil Organspender tot sind, können sie ihre Organe spenden; kein Organspender starb, damit er seine Organe spenden kann. Man achte auch die Chronologie. 566)Ein friedvolles Sterben sei nicht möglich A) „Ein friedvolles und behütetes Sterben, vielleicht im Beisein von Angehörigen, ist bei einer Organentnahme nicht möglich. Sterbebegleiter sind die Transplantationsmediziner, die in Teams anreisen und nacheinander die Organe entnehmen.“ aa) „Völlig unaufgeklärt haben wir uns, ohne die Tragweite unserer Entscheidung übersehen zu können, von Medizinern in eine Situation hineinführen lassen, in der es nicht mehr um ein friedvolles und behütetes Sterben unserer Kinder ging, sondern um das Überleben Dritter.“ aa) „Sterbebegleiter waren nicht wir, sondern die Transplantationsteams, die nacheinander anreisten, um sich ihrer Organe zu bemächtigen.“ bb) „ Ein friedvolles und behütetes Sterben im Beiseinvon Angehörigen oder Freunden ist bei einer Organentnahme nicht möglich. Sterbebegleiter sind die Transplantationsmediziner.“ Da) „Ich stelle mir mein Sterben so vor – und so habe ich es auch für meinen Sohn vorgestellt, natürlich, dass ich an seinem Bett sitzen kann, oder dass jemand neben mir sitzt, dass Zeit keine Rolle spielt, dass ich die Zeit habe, die ich brauche, um zu sterben. Aber das Sterben in der Transplantationsmedizin ist etwas ganz anderes: Das wird einfach angehalten, da sitzt keiner am Bett, da gibt es keinen, der einen in den Arm nimmt, oder die Hand hält. Da werden Eltern nach Hause geschickt. Man sagt ihnen: 'Das Kind ist tot.' Sie sitzen daneben. Sie sehen, wie die Ärzte dieses Kind weiterbehandeln. Die Behandlung hört dann ja nicht auf. Und trotzdem glauben sie und gehen weg.“ ab) und ad) „Wichtiger als die Prolongation des Lebens um jeden Preis ist eine gute Sterbestunde, das Sterben in der Gemeinschaft von Freunden und Angehörigen, begleitet durch das Gebet der Kirche, in einer Atmosphäre gläubiger Zuversicht.“ Das Sterben eines Hirntoten hat sich vor der Festgestellung des Hirntods ereignet. D.h. der Organspender ist bereits tot. Nur können wir das ausschließlich mit unserem Verstand erschließen, nicht jedoch mit unseren Sinnen (sehen, tasten). Ein Hirntoter ist bereits tot, mehr als ein Herztoter. Daher nehmen Hinterbliebene von einem Toten Abschied, nicht von einem Sterbenden. Transplantationsmediziner sind somit keine Sterbebegleiter. Sie entnehmen aus einem toten Menschen die Organe. Ist der Hirntote kein Organspender, werden die Hinterbliebenen für das Abschalten der Geräte kurz nach draußen gebeten. Sie können kommen, wenn der Tote ruhig daliegt, meist von allen Schläuchen befreit. In jedem Fall können die Hinterbliebenen auch in dieser Situation – vor dem Abschalten der Geräte wie auch vor der Fahrt in den Operationssaal zur OS – kurz noch Abschied nehmen von dem Hirntoten. Hierzu kann auch ein Priester gerufen werden. In dem Buch „Sterben – aber wie?“ ist eigens eine Segnung eines Organspenders enthalten. 567)Wut auf die Ärzte z) (56) „Irgendwann aber packt mich eine ungeheure Wut. Fast möchte ich an unseren Waffenschrank eilen, mir eine Großkaliberpistole schnappen und die Transplantationsmediziner umbringen. Ich empfinde einen ungeheuren Sog, dem ich beinahe erliege. Ich versuche mich dem Zwang zu entziehen, dem Hass nachgeben zu müssen. Gott sei Dank rufe ich stattdessen meine Schwester an und spreche so lange mit ihr, bis das Verlangen, persönlich Rache zu üben, nachlässt.“ z) (57) „Ich habe vollstes Verständnis für Marianne Bachmeier, die 1981 den Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschoss.“ Ich mache immer wieder diese Erfahrung in der Klinik: Auch wenn allen das Sterben eines Patienten schon seit Tagen klar ist, wenn alle wissen, woran der Patient sterben wird, dass die Ärzte dieses Sterben nicht abwenden können, so wird doch nach Eintritt des Todes noch immer ein Schuldiger gesucht, der diesen Tod zu verantworten habe. Das krasseste Beispiel hierzu, das ich mal erlebte: Ein ehemaliger Offizier der Wehrmacht, dessen Frau auf der Intensivstation lag, versuchte mir klar zu machen, dass die Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges der Wille Gottes gewesen seien. Als dann seine Frau trotz aller Bemühungen der Ärzte auf der Intensivstation starb, waren plötzlich die Ärzte am Tod seiner Frau schuld. Er drohte sogar den Ärzten mit gerichtlichen Schritten. In der großen Trauer und Verletztheit sehen einige Hinterbliebene den Sachverhalt nicht immer klar. Sie sehen Schuldige, wo definitiv keine Schuldige sind. Marianne Bachmeier hat den erschossen, der den Tod ihrer Tochter verursacht hat. - z) hätte Ärzte erschossen, die nicht für den Tod ihres Sohnes verantwortlich waren. Eine Autofahrerin fuhr ihren Sohn an. Hier verkennt z) ein entscheidendes Faktum. Selbst in ihren nach 25 Jahren erscheinenden Büchern schiebt z) die Schuld am Tod ihres Sohnes der Medizin zu, nicht der Autofahrerin. Sie wird nur nebenbei erwähnt, wenn überhaupt. Es ist traurig, dass z) trotz der 25 Jahre es nicht geschafft hat, zum Tod ihres Kindes einen sachlich korrekten Blick zu gewinnen. Unsere Gesellschaft scheint von der Vorstellung der Allmacht unserer Ärzte geprägt zu sein. Wenn sie den Tod auch in einigen Situationen erfolgreich abwenden und den Kranken wieder einem sinnvollen Leben zuführen können, so vermögen sie dies nicht in allen Fällen. Auch das ärztliche Können hat Grenzen. Das liegt nicht an der Unfähigkeit der Ärzte, sondern an dem Sachverhalt der Erkrankung bzw. Schwere der Verletzung. - Ein Hirntoter kann nicht wieder gesund gemacht werden. Er ist tot. 568)Organspender würden lebendig zerlegt werden bo) „ Hinsichtlich ihrer methodischen Vorgehensweise stellt die Transplantationsmedizin eine Zergliederung des Lebendigen dar, indem sie Teile aus dem Körper von Patienten herausschneidet und diese in den Leib anderer todkranker Menschen wieder einfügt.“ Dann wird ein Patient mit chirurgisch behandelbarem Krebs (z.B. Lungenkrebs, Hautkrebs) auch zergliedert? - 569)Zu einem Organ „Ja“ gesagt, ihn aber völlig ausgenommen aa) „Wir waren bereit gewesen, ein Organ zu spenden, jetzt erfuhr ich, dass die Mediziner meinem Sohn Herz, Leber, Nieren und Augen entnommen hatten, man hatte ihm sogar die Beckenkammknochen aus dem Körper gesägt. Zerlegt in Einzelteile war er dann über Europa verteilt worden. Er war zum Recyclinggut geworden.“ Ga) „Es ging um eine Organspende. Was man ihm genommen hatte, waren alle Organe, die man zu diesem Zeitpunkt brauchen konnte. Was ich besonders empörend fand, war, dass man ihm auch die Augen entnommen hatte und dass man ihm die Beckenkammknochen aus dem Körper gesägt hat. Und man hat ihn zurückgegeben in einem Zustand – er sah aus wie eine ausgenommene Gans. Und das ist, wenn Sie als Mutter diesen Blick noch mal auf Ihr Kind haben, dann als letzten Blick, dann fragen Sie sich: Was haben Sie da eigentlich getan?“ Pa) auf die Frage, was sie zur Kritikerin der OS hat werden lassen: „Außerdem fehlten ihm die Augen. Und das ist etwas, das ist zunächst mal das Allerschlimmste für mich gewesen.“69 Was hier aa) (aa), Ga) und Pa) ist die gleiche Person) 1985 erleben musste, war nicht in Ordnung. Darüber gibt es keine Diskussion. - Ein OP-Pfleger, der 1971 seine Ausbildung machte, sagte mir, dass es schon damals die Grundregel gab, dass kein Toter mit offenen Wunden den OP-Saal verlässt, selbst dann nicht, wenn klar war, dass er danach noch obduziert wurde. 1990 hieß es in der ersten gemeinsamen Erklärung der EKD und der DBK hierzu: „Der Operationsschnitt wird auch am toten Spender gewissenhaft vernäht.“ Im TPG von 1997 heißt es in § 6: „Der Leichnam des Organ- oder Gewebespenders muss in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben werden. Zuvor ist dem nächsten Angehörigen Gelegenheit zu geben, den Leichnam zu sehen.“ Das Engagement von aa) hat in Kirche und Gesellschaft deutliche Spuren hinterlassen. Es ist bedauerlich, dass aa) dies offensichtlich nicht erkennt. Inzwischen sind wir eine Generation (= 26 Jahre) weiter. Die Ärzte haben in der Zwischenzeit deutlich dazugelernt. So wie es aa) erlebte, kann man weder mit Organspendern noch mit Hinterbliebenen umgehen. Auch steht auf jedem OSA eigens drauf, was von der OS ausgenommen ist bzw. was man bereit ist zu spenden, je nach dem, welche Aufzählung kürzer ist. Zudem: Beckenkammknochen werden heute nicht mehr für den Aufbau von Kieferknochen benötigt, da es sehr gute Knochenersatzmaterialien gibt. 570)Fortbehandlung trotz Hirntod aa) „Als er die Zustimmung verweigerte, wurde die Frau in das erste Krankenhaus zurückverlegt und weiter künstlich ernährt und medikamentös behandelt. Er empfand es als Schikane, dass die Mediziner sich weigerten, die Geräte auszustellen.“ Auch dies müsste noch aus dem letzten Jahrtausend sein, d.h. vor dem Jahre 2000. Heute werden zeitnah die Geräte abgeschaltet, wenn keine Zustimmung zur OS bzw. keine Schwangerschaft vorliegt. 571)„Auch mit dem Sterbenden zu beten ...“ ak) „Und aus christlicher Sicht wäre hinzuzufügen: Auch mit dem Sterbenden zu beten und ihm durch einen Priester die 'Letzte Ölung' spenden zu lassen.“ Es ist absolut unverständlich, wie ak) mit einem Hirntoten beten will. - Zeigt sich hier die „Sachkompetenz“ des Verfassers oder wollte ak) damit nur unterstreichen, dass ein Hirntoter noch lebe? Die „Letzte Ölung“ wurde 1974 abgeschafft. Als Sterbesakrament wurde die Wegzehrung eingeführt. - Wenn man sich die Quellen ansieht, auf die ak) zurückgreift, so sind die neuesten aus dem Jahre 1997, damit 23 Jahre nach dieser Änderung. Es sollte sich daher ak) dringend auf den aktuellen theologischen Stand bringen, bevor er wieder etwas zur HTD und OS publiziert. Auch stünden ihm gut an, eigene Erfahrungen zu machen, mit einem Hirntoten zu beten. Sicherlich würde er dann diese Stellen anderes formulieren. 572)Abschied von einem Hirntoten voller Leben Ee) über ihren Abschied von ihrem 15-jährigen Sohn, den sie nach einem tötlichen Verkehrsunfall als Organspender freigegeben hatte: „Wird man vorsichtig mit Dir umgehen, mein Sohn? Eine letzte Berührung, ein letzter Rückwärtsblick, und wir gehen. Christians Brustkorb hebt und senkt sich. Er ist immer noch warm. Schwester O. versorgt ihn weiter. Warum nur habe ich diese Art von Tod wenigstens nur begriffen? Mein Kind steckte doch so voller Leben. Ich ahne nicht, dass sich in den nächsten Stunden Sägen durch die Knochen seines Körpers fressen werden. Dass ihm Herz, Leber, Milz und Nieren entnommen werden. Dass ihm die Beckenkammknochen aus dem Körper gesägt werden. Ja, selbst die Augen entnommen werden.“ ab) „Existentiell wird der zu Explantierende als Sterbender erlebt, nicht als Toter. Das ist sicher. Wenn er aus dem Krankenzimmer herausgefahren wird, verabschieden sich die Angehörigen nicht von einem Verstorbenen. Mit dem Verlegen des Sterbens in den Operationssaal und der Organentnahme wird der Sterbende der Möglichkeit eines menschenwürdigen Sterbens beraubt, was freilich dem modernen Menschen im Allgemeinen weniger als Problem erscheint, denn wir müssen heute eine wachsende Akzeptanz der aktiven Sterbehilfe konstatieren, zuweilen wird sie schon als ein Beitrag zur Sanierung unseres Gesundheitssystems propagiert. Die christliche Vorstellung vom Hinscheiden eines Menschen ist indessen eine andere. Im Grunde sehnt sich der Mensch nach einem anderen Tod als jenem technisierten auf dem Operationstisch.“ Es ist sehr schwer, von einem plötzlich verstorbenen Menschen Abschied zu nehmen, der noch vor wenigen Stunden ein ganz normales und gesundes Leben geführt hat. Es ist sehr schwer, wenn dieser Angehörige in den Herztod gestorben ist und sein tot sein mit den Sinnen wahrgenommen werden kann: Keine Atmung und Puls mehr, der Körper erkaltet, wird wachsfarben. - Ist dieser Abschied von einem Hirntoten, dann kann man diesen unsichtbaren Tod nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen. Daher Formulierungen wie „steckt doch so voller Leben“. Das ist das, was wir sehen. Der Sachverhalt ist jedoch völlig anders. Das Gehirn ist abgestorben, die Trennung von Leib und Geist vollzogen. Dieser Zustand ist tiefgreifender als der für uns wahrnehmbare Herztod. Bei jeder Operation, selbst bei einer Blinddarm-Operation, wird geschnitten. Nur in Science-Fiction werden Organe aus einem Körper gebeamt. - Wenn wir zu unserer Gesundung eine Operation benötigen, denken wir nicht über die kommenden Schnitte nach. Wenn wir jedoch als Hirntoter als Organspender zur Verfügung stehen könnten um Leben mehrerer Menschen zu retten, schrecken wir vor einer Operation zurück. Warum denn? 573)Es würde davon abgeraten, den Toten nach der Organentnahme zu sehen Di) „Es wird in der Regel davon abgeraten, die Toten nach der Organentnahme wieder anzusehen.“ Worauf Da) sagen konnte: „Aus gutem Grund, wird davon abgeraten.“ In § 6 des TPG heißt es im Absatz 2: „Der Leichnam des Organ- oder Gewebespenders muss in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben werden. Zuvor ist dem nächsten Angehörigen Gelegenheit zu geben, den Leichnam zu sehen.“ Es ist sicherlich ein Verdienst von Da), die 1985 ihren 15-jährigen Sohn zur OS freigegeben hatte, danach Schreckliches erlebt hatte und die sich seither ablehnend gegenüber der OS äußert, dass die Forderung um würdigen Umgang mit Organ- und Gewebespender vom TPG aufgenommen wurde. Es ist jedoch ein Verkennen oder Nichtwissen der Rechtslage und der aktuellen Praxis, wenn der Moderator einer Sendung sagt, dass in der Regel davon abgeraten würde, den Toten nach der Organentnahme anzusehen. Ein Organspender kann heute den Hinterbliebenen nach der Oranentnahme gezeigt werden. Die Wunde wurde wieder ordentlich verschlossen, so wie nach einer großen Operation. 574)Wunsch eines verwaisten Elternpaares ak) zitiert ein Elternpaar: „wie ungeheuer heilsam es ist, wenn sie ihr Kind wenigstens im Sterben begleiten konnten und genügend Zeit zum Abschied vom toten Kind hatten. Viele kennen den unguten ‘Rat’, dass sie doch das Kind so in Erinnerung behalten sollten, wie es gelebt habe. Statt dessen wäre es dringend notwendig gewesen, den Eltern den Abschied von ihrem verstorbenen Kind zu ermöglichen, sie zu ermutigen, es noch einmal zu sehen, es zu waschen und anzuziehen, es nach Hause zu holen und es dort aufzubahren. Andernfalls leiden die Eltern ein Leben lang unter dem fehlenden Abschied und dem versäumten letzten Liebesdienst.“ Das Sterben – Erlöschen aller Wahrnehmung und des Bewusstseins – hat sich vor dem Eintritt des Hirntods ereignet. Ein „Begleiten“ für den Hirntoten ist nicht mehr möglich. Alle Handlungen der Abschiednahme tut man nach Eintritt des Hirntods ausschließlich für sich. Dessen muss man sich klar sein. Es ist der falsche Weg, den Verstorbenen noch als Lebenden in Erinnerung zu behalten. Dies hemmt Trauer. Dies betont die entsprechende Fachliteratur. Abschiednahme hingegen ist tröstend, hilfreich und heilsam zugleich. Daher sollte auf jeden Fall die Möglichkeit der Abschiednahme vor und nach der OS gegeben sein. Es spricht nichts dagegen, den Verstorbenen nach der Organentnahme noch mit nach Hause zu nehmen und dort aufzubahren. Da Hirntote zumeist plötzlich aus dem normalen Leben gerissen werden und oft innerhalb wenigen Tagen ihr Hirntod diagnostiziert wurde, ist dies für die gesamte Familie ein unfassbarer Schock, der viel Zeit braucht, um ihn zu realisieren. Diese Zeit sollte den Hinterbliebenen vor allem nach der OS eingeräumt werden, ggf. auch mit einer Verlängerung der Aufbahrungszeit zu Hause. Hier sind die Rathäuser zum großzügigen Entgegenkommen aufgerufen. 575)Nicht über den Sterbeprozess aufgeklärt Ne) „Eltern, die zur ‘Kritischen Aufklärung über Organtransplantation’ gehören, haben im Schockzustand und ohne Kenntnis der medizinischen Voraussetzungen und der Auswirkungen auf den Sterbeprozeß bei ihren Kindern die Zustimmung zur Organentnahme gegeben. In seiner Rede bezeichnet Papst Benedikt XVI diese Vorgehensweise zu Recht als 'erzwungene Handlung oder als einen Akt der Ausnutzung“.“ Der plötzliche und all zu frühe Tod eines Hirntoten versetzt alle Hinterbliebene in einen Schockzustand. Daher bemüht sich die Bundesregierung um die Erklärungsregelung, damit nicht mehr die Hinterbliebenen über die Frage zur OS entscheiden müssen. Für Kinder bleibt diese Frage immer den geschockten Eltern. Daher ist es wichtig, dass der Hirntod als Tod des Menschen in klarer und auch für Nichtmedizinier verständlichen Sprache erklärt wird. Der ganze Zusammenhang der Rede von Papst Benedikt XVI. am 7.11.2008 lautet an dieser Stelle: „Es kommt häufig vor, daß die Technik der Organtransplantation durch eine Geste vollkommener Unentgeltlichkeit seitens der Verwandten von Patienten erfolgt, deren Tod festgestellt worden ist. In diesen Fällen ist der informierte Konsens die Vorbedingung der Freiheit, damit die Transplantation das Wesensmerkmal einer Spende hat und nicht als eine erzwungene Handlung oder als ein Akt der Ausnutzung ausgelegt werden kann.“ - Dies klingt schon etwas anders, als hier dargestellt. 576)OS würde eine Sterbebegleitung ausschließen Ne) „Potentielle Organspender und ihre Familien müssen darüber aufgeklärt werden, daß Organentnahme eine Sterbebegleitung ausschließt.“ ba) „Auch wenn es nur noch um dessen guten Tod in Frieden, schmerzfrei und in liebevoller Begleitung gehen sollte. Denn diese drei Großtaten von Hospizarbeit und Palliativmedizin bleiben einem für die Organentnahme vorbereiteten und durch diese sterbenden Patienten notwendig versagt.“ Nicht die Organentnahme schließt die Sterbebegleitung aus, sondern der Hirntod als solches. Ab Eintritt des Hirntods ist Körper und Seele getrennt, d.h. der Hirntote nimmt von dieser Welt nichts mehr wahr, weil das Gehirn als Organ des Geistes abgestorben ist. Alle „Sterbebegleitung“ eines Hirntoten machen die Hinterbliebenen nicht mehr für den Hirntoten, sondern alleine für sich. Liegt Hirntod vor, ist die Zeit der Sterbebegleitung abgelaufen, denn der Mensch ist tot. Er stirbt nicht mehr. Was für Hinterbliebene vor und nach der Organentnahme möglich ist und ihnen für die Zeit nach der Organentnahme vom § 6 TPG ausdrücklich zugesichert ist, das ist die Abschiednahme. Hier sind Seelsorger für eine gute Begleitung gefragt. 577)Auch bei Hirntoten solle Sterbebegleitung erfolgen Ai) „Ich sagte eingangs, dass ich auch Palliativmediziner bin. Und so meine ich, dass es auch unbedingt akzeptiert werden muss, dass es ein zutiefst menschliches, vielleicht sogar das wichtigste Bedürfnis eines Menschen ist, in Würde und begleitet sterben zu dürfen und diese Begleitung gewähren zu dürfen.“ Mf) „Sie sind aufgrund ihrer leibseelischen Präsenz dialogisch in Sterbebeistand und Sterbebegleitung einzubeziehen.“ Da bei Hirntoten der Sterbeprozess bereits abgeschlossen ist, steht hier eine Abschiednahme der Hinterbliebene an. Diese soll auch ermöglicht werden. 578)Sterbebegleitung dürfe nicht hinter der Begerlichekit der TX zurücktreten Ai) „Dieses Bedürfnis darf auf keinen Fall hinter den Notwendigkeiten, leider muss man ja sagen: Begehrlichkeiten der Transplantationsmedizin zurücktreten.“ Die Transplantationsmedizin giert nicht nach Organen, sonder fragt danach. 579)Der Hirntod mache den Sterbeprozess bedeutungslos bi) „Der Sterbeprozess – in allen Kulturen wurde der Tod als solcher und nicht als etwas Abruptes verstanden – wird durch die Hirntoddefinition bedeutungslos.“ (S. 102) Das Sterben ist der Prozess, der Tod ist ein Schnitt, gemacht per Definition. Nicht der Hirntod macht den Sterbeprozess bedeutungslos, sondern das Sekundenereignis, mit dem der Mensch in den Hirntod starb. Die Ärzte versuchten sein Leben zu retten, bis sie feststellten, dass sie einen Hirntoten vor sich haben. Verkehrsunfälle geben ein Zeugnis darüber, wie schnell ein Mensch sterben kann. Innerhalb von Sekundenbruchteilen kann er tot sein. Er war „auf der Stelle tot“, heißt es dann im Unfallbericht. Ähnlich verhält es sich beim Hirntod. 580)Für den Hirntoten seien 40 Tage Abschied wichtig bi) „Es gibt Kulturen, wie z.B. im Tibetischen Totenbuch beschrieben, die dem Sterbegeschehen eine Zeit bis zu 40 Tagen einräumen und ihm große Bedeutung für den Verstorbenen beimessen.“ (Seite 102) Wem es wichtig ist, kann ja versuchen, in Deutschland nach dem Abschalten der Geräte – bi) ist offensichtlich gegen OS – den Toten noch 40 Tage aufzubahren. - Es wäre von bi) redlich, in dem Zusammenhang auch zu erwähnen, was im Tibet nach den 40 Tagen geschieht: Der Leichnam wird in kleine Stücke zerschnitten und den Vögeln zum Fressen gegeben.70 Dem kann entgegen gehalten werden, dass es Kulturen gibt (z.B. arabische Länder), in denen der Verstorbene noch vor Sonnenuntergang bestattet werden muss. 581)Über den Scheintod Bm) „Meine Berufserfahrung hat mir gezeigt, dass zwischen den unsicheren und sicheren Todeszeichen manchmal viele Stunden vergehen können. In diesem Zeitraum lassen sich u.U. sogar noch bestimmte Körperreaktionen auslösen. Hierher gehören übrigens die berüchtigten Scheintodesfälle, weswegen viele Kulturen ihre Toten 3 Tage lang bewachen.“ Diese durch mechanische oder elektrische Schläge auslösbaren Körperreaktionen sind in jedem besseren Fachbuch über Sterben und Tod nachzulesen. Dies hat jedoch nichts mit Scheintod zu tun. Dieser Begriff kam nach den ersten erfolgreichen Reanimationen Ende des 18. Jh. auf und verbreitete sich rasch über die ganze Welt. 582)Hirntote sollen ihr Sterben in Frieden vollenden können bj) „Es geht darum, dass er in Frieden sterben kann, ja, noch deutlicher: das er sein Sterben in Frieden vollenden kann.“ (Seite 128) Hirntote haben ihr Sterben bereits vollendet, ob in Frieden ist eine andere Frage. 583)Hinterbliebenen soll keine falsche Hoffnung gemacht werden bj) „Auch die Angehörigen können sich dann auf dieses Sterben einstellen, den Sterbenden begleiten, und werden nicht durch falsche Hoffnungen von dieser Sterbebegleitung abgehalten.“ (Seite 128) Der Hirntod ist ein unsichtbarer Tod. Damit kann niemand sagen, wann er eingetreten ist, sondern immer nur, dass er eingetreten ist. Eine Sterbebegleitung kann daher nur vor dem Abschluss der HTD erfolgen. - Die falschen Hoffnungen werden nur von den Kritikern und Gegnern gemacht, indem sie behaupten, dass Hirntote leben würden. 584)Die Rolle der Hinterbliebenen sei sehr entscheidend Pc) „Die Rolle der Angehörigen ist eine ganz entscheidende in diesem ganzen Prozess.“ Wenn jemand seine PV verfasst, die bereits dort greift, wo noch kein Hirntod vorliegt, wo alle Mediziner zweifelsfrei von Leben sprechen, wird der Wille des Unterzeichneten akzeptiert. Wenn jemand einen OSA ausfüllt, der nur im Falle des Hirntods greift, dann sollen die Hinterbliebenen entscheiden? - Mit welcher Begründung denn? Ist der ausdrückliche Wille des Hirntoten so wenig wert, dass er durch die Hinterbliebenen geändert werden darf? Mit welchem Recht denn? Hier scheinen die in der Sendung erfolgten sehr persönlich gehaltenen verbalen Angriffe an Pc) Wirkung zu zeigen. Anders ist diese Äußerung nicht zu verstehen. 585)Hirntod sei etwas anderes als der Tod Da) „Der Hirntod ist etwas anderes als der Tod. Der Hirntod war mal am Anfang der Organtransplantation, als man die ersten Herztansplantationen durchgeführt hat, war der Hirntod am Ende des Sterbeprozesses. Das hat sich sehr schnell gewandelt. ... Aber heute liegt der Hirntod am Anfang des Sterbeprozesses.“ Ga) „Außerdem sieht ein Hirntoter total anders aus als ein Verstorbener. Und da liegt ein Punkt, wo ich sagen muss, als Mutter sagen muss: Da lügt die Transplantationsmedizin. Es ist nicht nach meinem Tod, sondern nach meinem Hirntod. Und das ist etwas vollkommen anderes. Nach dem heutigen Wissensstand sind es sterbende Menschen. Und so wird es auch international heute diskutiert.“ Bei der 1. Herz-Tx 1967 wurde das Herz aus Deenise Ann Darvall entnommen, die an diesem Tag vor der Klinik einen tödlichen Verkehrsunfall hatte und deren Kreislauf auf der Intensivstation zusammenbrach. Da in der gleichen Klinik Louis Washkansky mit sterbendschwachem Herzen lag, entnahm Christiaan Bernard schnell das Herz von Deenise Ann Darvall und setzte es Louis Washkansky ein.71 Ein Abschiednehmen der Hinterbliebenen am Sterbebett, wie es Da) an anderer Stelle für Organspender immer wieder fordert, war schon damals nicht möglich. Die Ärzte mussten sofort handeln, damit das transplantierte Herz durch den Stillstand von Blutkreislauf keinen organischen Schaden nimmt. Es kamen 1968 verschiedene Faktoren zusammen: Auf der einen Seite waren es die immer mehr aufkommenden Herz-Tx, auf der anderen Seite stellte sich die Frage, wie lange man Menschen auf einer Intensivstation behandeln soll, die keinerlei Hirnaktivitäten zeigen, bei denen nur einige rein vegetativen Funktionen vorhanden sind. Man brauchte für beide Situationen klare Kriterien, nach denen man für die OS die Organe entnehmen konnte, nach denen man aber auch die unsinnige Therapie rechtlich und ethisch vertretbar beenden konnte. Auf der Suche nach einer solchen Definition wurde der Hirntod geschaffen. Wer sich über 20 Jahre – Da) und Ga) sind die gleiche Person – mit dem Thema OS beschäftigt und zu diesem Thema mehrere Bücher herausgibt, sollte auch die Zeit und die Möglichkeit besitzen, sich auch als Hinterbliebener mal eingehender mit der Aussage Hirntod zu beschäftigen. Dann würde auch sie erkennen, dass Hirntote tot sind. 586)Hirntoten würde man dessen natürliches Sterben vereiteln ad) „Wenn einem Hirntoten, also einem Sterbenden, ein lebensnotwendiges Organ entnommen wird, wird in jedem Fall dessen natürliches Sterben vereitelt.“ ay) „Organentnahme verhindert menschenwürdiges Sterben und raubt den letzten Abschied.“ Hirntote sind keine Sterbende im allgemein verständlichen Sinne, sondern Tote. Jede künstliche Beatmung verhindert ein natürliches Sterben. Diese wird abgestellt, wenn der Hirntod erwiesen ist. Damit wird das fortgesetzt, was durch den Einsatz der Intensivmedizin unterbrochen wurde, der Herzstillstand und das Absterben der Körperzellen, nachdem bereits die Gehirnzellen abgestorben sind. Zu den lebenswichtigen Organen gehört auch das Gehirn. Dieses ist bereits tot. Damit fehlen dem Körper auch alle lebenswichtigen Reflexe, ebenso das Bewusstsein. Nicht die Organentnahme verhindert das menschenwürdige Sterben, sondern die zum Hirntod führende Ursache. Bis der Hirntod festgestellt ist, bemüht sich die Medizin nach Kräften darum, das Leben dieses Menschen zu retten. Mit der Feststellung des Hirntods ist klar, dass dieses Ziel nicht erreicht werden konnte. Der Patient ist tot. Das Sterben hat sich unsichtbar in den Stunden und Tagen vor Abschluss der HTD ereignet. 587)Hirntote würden vermutlich sterben Ea) kam zu dieser ablehnenden Haltung gegenüber der Organspende, „weil es nicht um Tote geht, um Versterbende geht, um Menschen, die vermutlich sterben werden.“ Da Ea) als Arzt behauptet, dass Hirntote vermutlich sterben werden, dann ist es gut, dass er nicht mehr als Arzt praktiziert. - Selbst wenn man den Hirntod nicht als Tod anerkennt und den Hirntoten weiterhin künstlich beatmet und künstlich ernährt, so wird kein Hirntoter wieder gesund. Selbst unter den besten Voraussetzungen stirbt jeder Hirntote binnen Stunden, Tage, Wochen oder Monaten den Herztod. Hierbei von „vermutlich sterben“ ist Irreführung, da es Hoffnungen weckt, wo es keine Hoffnung gibt. 588)Hirntote würden in absehbarer Zeit sterben Bh) und Bk) „Dabei wurde berücksichtigt, dass diese Patienten trotz intensivmedizinischer Behandlung in absehbarer Zeit sterben würden.“ Hirntote sterben bald in den Herztod. Als Absicherung dieser Information verweist Bh) auf http://de.wikipedia.org/wiki/Hirntod, doch dort stand am 21.9.13 nichts davon, dass die Hirntote in absehbarer Zeit sterben würden. 589)An Hirntoten hätte sich nichts verändert – zuvor noch Patient, jetzt Toter Kb) „Kurz gesagt werden durch die Hirntod-Kriterien Lebende zu Toten, von einer Sekunde zur nächsten, allein kraft der administrativen Entscheidung und ohne daß sich unmittelbar an ihrem Zustand irgendetwas verändert hätte.“ Diese Veränderung erfolgte auch beim Hirntod, wenn auch nicht so deutlich wahrnehmbar wie beim Herztod: Die Gehirnzellen sterben ab. Irgendwann sind so viel Gehirnzellen abgestorben, dass selbst lebenswichtige Reflexe nicht mehr vorhanden sind. Zuvor hat sich das Bewusstsein für immer verabschiedet. In der Summe ist das der Tod jedes Menschen, auch wenn sein Herz noch schlägt. 590)Das Sterben werde bei OS auf brutale Weise sabotiert aj) „In allen Kulturen gibt und gab es dieses Bewusstsein, dass der Übergang vom Leben zum Tod ein äußerst bedeutsamer Augenblick ist. Durch die Organentnahme wird diese Phase auf brutale Weise sabotiert.“ Das plötzliche Ereignis, das zum Hirntod führt, sabotiert das behütete Sterben und das vertraute Abschiednehmen, nicht die OS. Vor der OS ist der Organspender bereits tot. 591)Niemand steht Hirntoten in ihrer letzten Stunde bei Bk) und Mg) „Hirntote werden nicht mehr liebevoll bis zu ihrem Leibestod begleitet. Niemand steht ihnen in ihrer letzten Stunde bei.“ Da Hirntote tot sind, brauchen sie keine Sterbebegleitung, sehr wohl hingegen die Hinterbliebene eine gute Verabschiedung. 592)Sterbeprozess sei wie eine Schleuse aa) „Der Sterbeprozess führt einen Menschen, wie eine Schleuse ein Schiff, auf ein anderes Niveau, wo es gefahrlos in höherem oder tieferem Wasser abgesetzt wird. Das Schleusen mag lang oder kurz dauern, nie stürzt ein Schiff übergangslos ab. Wie ein Schiff eine Schleuse, so braucht der Mensch sein Sterben, um gefahrlos und angstfrei in neue Gewässer gelangen zu können.“ So hätten viele Hinterbliebene gerne das Sterben, als Prozess des Abschiednehmens. Werden die Menschen jedoch darauf hin befragt, wie sie das Sterben gerne für sich haben wollen, so wünschen sich viele einen plötzlichen Tod. Die Realität des Lebens zeigt uns neben langen Sterbeprozessen von Wochen, Monaten und Jahren auch Sterben, das sich innerhalb von Sekunden und z.T. auch von Sekundenbruchteilen ereignet. Sogar der ICD-10 kennt den plötzlichen Tod in verschiedenen Formen: (Wikipedia: Sekundentod) I21-I22 Plötzlicher Tod bei Myokardinfarkt I44-I45 Plötzlicher Tod bei Erregungsleitungsstörung I46.1 Plötzlicher Herztod, so beschrieben R96.- Plötzlicher Tod ohne nähere Angaben Nimmt man den Tod durch Unfälle hinzu, so wird einem schnell deutlich, dass Sterben auch innerhalb Sekundenbruchteilen erfolgen kann: Am 1.6.1998 starben 101 Menschen beim Zugunglück von Eschede. Der ICE entgleiste mit 200 km/h und rammte den Mittelpfeiler einer Straßenbrücke. - Am 22.9.2006 fuhr auf der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland ein Zug mit 31 Fahrgästen mit ca. 180 km/h auf einen Werkstattwagen auf. 23 Menschen starben. - Am 27.3.1977 kollidierten auf dem Flughafen von Teneriffa zwei Flugzeuge. 583 Menschen starben. Und schließlich: Am 11.9.2001 starben in 4 entführten Flugzeugen 265 Menschen und knapp 2.800 Menschen am Boden, die meisten im World Trade Center. Die Metapher „nie stürzt ein Schiff übergangslos ab“ stimmt eindeutig nicht. Wir hätten es sehr gerne so, aber das Leben lehrt uns leider auch das plötzliche Sterben. Leider gibt es auch den Sekundentod. Leider ist es gerade bei den Hirntoten so, dass 98% der Organspender durch ein unangekündigtes Sekundenereignis plötzlich aus dem Leben gerissen werden. Daran ist jedoch nicht die TX schuldig, sondern Unfall oder Krankheit als vorausgegangene Ursache. Daher ist es so wichtig, dass sich die Bürger erklären, ob sie im Falle ihres Hirntodes einer OS zustimmen. 593)Der Wunsch und das Recht, in Ruhe und Würde zu sterben, opfert man der OS bk) „Der Wunsch eines Menschen – und das Recht des Menschen -, in Ruhe und Würde zu sterben, wird im Ansatz dem steigenden Bedarf an Spenderorganen geopfert, wenn die Frage: Wie gehen wir um mit einem Patienten und wie werden wir ihm gerecht in der Begleitung seines Sterbens? ersetzt wird durch die Frage: Wozu sind seine Organe brauchbar und nützlich?“ (Seite 163) Mit der Zustimmung zur OS ist der Hirntote bzw. sein gesetzlicher Vertreter von diesem Recht zurückgetreten zum Wohle der schwer kranken Menschen, die seine Organe brauchen. - Im Straßenverkehr ist es weder unmoralisch noch rechtswidrig, von seinem Recht der Vorfahrt abzusehen und einem anderen Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt zu lassen. Warum sollte es dann hier der Fall sein? Hinzu kommt: Beim Hirntoten ist der Sterbeprozess bereits abgeschlossen. 594)Niemand denke an die Opfer der OS, die Hinterbliebenen Kg) „Denn es wird immer nur die Seite der Empfänger betrachtet, nie die Seite der Opfer. Und unter Opfer verstehe ich nicht nur den Spender selbst, der ja vielleicht in tiefem Koma liegt und vielleicht, vor allen Dingen dann, wenn er unter Narkose gesetzt wird, nichts mehr merkt, aber auch seine Angehörigen.“ Organspender sind Hirntote, keine komatöse Patienten, und schon gar nicht, die „vielleicht im tiefen Koma“ liegen. - Hirntote merken nichts, weil sie hirntot sind, nicht weil sie Narkotias bekommen. - Die Hinterbliebene sind die Opfer, weil jemand in den Hirntod gestorben ist, nicht weil man bei ihm den Hirntod festgestellt hat. Sie sind Opfer, weil die Ursache ein plötzliches Sekundenereignis war. Das bleibt jedoch bestehen, ob mit OS oder ohne. 595)Hirntote sterben nicht wie sonst Bm) „Wer seine Einwilligung zur Entnahme seiner Organe gibt, muss wissen, dass er einen anderen Tod haben wird als sonst. Nicht friedlich und ruhig im Kreise seiner Familie, nicht in einem Bett, sondern in der technischen und sterilen Atmosphäre eines Operationssaals inmitten mehrerer Ärzteteams.“ Kein Hirntoter stirbt wie sonst (5.000 gegenüber 900.000). Alle Hirntote sterben auf Intensivstationen, aber keiner im OP. 596)Reanimation und Verabschiedung von Hirntoten Ms) „Zudem erleben sie in einigen Fällen, dass die/der Hirntote massiven Behandlungen unterzogen wird (bis hin zu Reanimationen), um die Herz-Kreislauf-Funktionen bis zur Explantation aufrechtzuerhalten. Zugleich ist seit Langem bekannt, wie wichtig eine liebevolle Begleitung des Sterbens bis zum Ende für die oder den Sterbenden, aber auch für die Angehörigen ist – nicht zuletzt für deren spätere Verarbeitung der Trauer.“ Hirntote sind keine Sterbende, sondern Tote. Die Sterbebegleitung von Hirntoten hat mit Eintritt des Hirntods ihren Abschluss gefunden. Danach ist die Begleitung der Hinterbliebenen notwendig. 597)Ohne OS sei Sterbebegleitung möglich Ms) „Steht ein hirntoter Mensch nicht als Organspender_in zur Verfügung, können Angehörige dabei sein, wenn die Beatmung eingestellt wird, und sehen, wie der Tod eintritt. Wird ein Mensch nach festgestelltem Hirntod zum Organspender oder zur Organspenderin, ist eine solche Sterbebegleitung schon deshalb nicht möglich, weil nicht-medizinisches Personal in der Regel keinen Zutritt zum Operationssaal hat. Allerdings gibt es Ausnahmen.72“ Nach Abschalten der künstlichen Beatmung tritt nicht der Tod ein, sondern der Herztod. Der Hirntod war bereits vor Stunden eingetreten. Aus diesem Grunde ein allgemeines Recht abzuleiten (siehe Forderungen), dass Hinterbliebene das Recht erhalten sollen, bei der Organentnahme dabei sein zu dürfen, kann zu der Situation führen, dass ein völlig verschnupfter Hinterbliebener auf sein Recht pocht und die entnommenen Organe mit seinem Niesen infiziert. - Der Hinweis in Fußnote 8 des Positionspapiers auf Anwesenheit beim Kaiserschnitt ist eine Kann-Bestimmung, kein einklagbares Recht. 598)Hinterbliebene sollen bei Organentnahme am Kopfende sitzen können Ms) „Grundsätzlich käme daher im Fall einer Organexplantation, sofern dies gewünscht wird, die Begleitung des Sterbeprozesses bis zur Wahrnehmbarkeit des Todes in Frage. Würde es Angehörigen ermöglicht, einen hirntoten Menschen in den Operationssaal zu begleiten, könnten sie, am Kopfende sitzend, dabei bleiben und wahrnehmen, wenn das Herz in dieser Brust aufhört zu schlagen. Dies könnte dem starken Gefühl vieler Angehöriger entgegenwirken, sie hätten ihre_n Liebste_n im schwächsten Moment alleingelassen.“ Dieses Konstrukt erinnert an die Patente, die im 19. Jh. angemeldet wurden, um dem Scheintoten bis über das Begräbnis hinaus zu ermöglichen, zu zeigen, dass er noch lebe: Mit Einführung des Hirntods ist seit Mitte des 20. Jh. eine ähnliche Pandemie festzustellen, wie im 19. Jh. zum Scheintod. Hilfreicher ist hingegen eine solide Aufklärung über den Hirntod. - Die meisten Hinterbliebenen sind mit der Anwesenheit bei der Organentnahme überfordert. Keinem Hinterbliebenen tut man mit der Anwesenheit bei der Organentnahme einen Gefallen, sondern führt nur weiteren Schaden zu. 599)Seelsorgliche Begleitung vor, während und nach der Organentnahme Ms) „Den Evangelischen Frauen in Deutschland ist bewusst, dass die Teilnahme an einer Explantation die meisten Angehörigen überfordern würde.9 Die Begleitung schließt deshalb notwendigerweise ein, dass der Explantation eine offene medizinische Information über die Abläufe vorausgeht sowie eine psychologische und/oder seelsorgliche Begleitung vor, während und nach der Explantation in Anspruch genommen werden kann. Alternativ sollte es möglich sein, eine_n Vertreter_in (beispielsweise Klinikseelsorger_in, Pflegepersonal) zu bestimmen, die oder der bei der Explantation als Garant_in der Interessen der Organspenderin oder des Organspenders anwesend ist.“ Auch eine Begleitung während der Organentnahme wendet den dabei entstandenen Schaden nicht ab, wenn der Hirntod nicht als Tod des Menschen verstanden wurde. Daher ist es wichtiger, den Hirntod als Tod des Menschen zu verstehen. Der Organspender hat keine Interessen mehr, da seit Eintritt des Hirntods Bewusstsein und Wahrnehmung erloschen ist und er zuvor der OS zugestimmt hat. Daher bedarf es auch keines Stellvertreters der Hinterbliebenen bei der Organentnahme. 600)Gesetzesänderung ändere von Schuldgefühl zu Vorwürfen Md) zur Gesetzesänderung von Zustimmungsregelung zur Erklärungsregelung: „Für die Angehörigen verlagert sich nur das Schuldgefühl von Selbstvorwürfen, ihren Sterbenden zur Organentnahme freigegeben zu haben, auf Vorwürfe, nicht genug miteinander gesprochen und (aus Unwissenheit heraus) nicht deutlicher gewarnt zu haben, den Spenderausweis zu unterschreiben.“ Niemand ist Sklave oder Eigentum eines anderen Menschen. Jeder Erwachsene hat sein im Grundgesetz verankertes Selbstbestimmungsrecht. Da ändert auch Hochzeit und Blutverwandtschaft nichts daran.

Alternativen

601)Nierenpatienten könnten mit Dialyse weiterleben w) zum Organmangel: „So kommen auf Zweieinhalbtausend erfolgreich verpflanzte Nieren im Zeitraum eines Jahres mehr als vier Mal so viele Patienten, die auf der Warteliste stehen (wobei das vergebliche Warten für Nierenpatienten keine tödliche Gefahr darstellt – sie können auch mit der Dialyse als Alternative über-leben, allerdings würde für sie eine transplantierte Niere eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität bedeuten).“ Nierenerkrankungen müssen differenzierter gesehen werden. - Es gibt 5 Stadien der Nierenfunkion. Sie sind entsprechend im ICD-10 codiert, der internationalen Klassifizierung der Krankheiten. In Stadium 1 gilt die Niere noch als gesund und filtert täglich über 89 Liter Blut. Bereits in Stadium 2 sterben 19,5% der Menschen, in Stadium 4 schon 45,7% der Menschen innerhalb 5 Jahren. Ist Stadium 4 erreicht, bleiben nur noch Dialyse oder TX als Therapie, im Stadium 5 nur noch TX. 1996 wurden in Deutschland 92.950 chronische Dialysepatienten erfasst, davon starben 1996 etwa 7.120, d.h. rund 17%.73 Nach einer Nieren-Tx sterben in 5 Jahren etwa 15% der Transplantierten. Die Zahl der Dialysepatienten steigt jährlich um 6-7%.74 In Deutschland leben nach 5 Jahren noch etwa 80% der Nierentransplantierten, in den USA noch etwa 34%.75 Damit sind die Worte von w) eindeutig widerlegt: Auch für Dialysepatienten, die auf der Warteliste stehen, stellt das vergebliche Warten sehr wohl eine tödliche Gefahr dar. Damit nicht genug: Auf Dialysepatienten wartet nicht nur der Tod, sondern zuvor auch der Zustand, nicht mehr transplantationsfähig zu sein. D.h. seine körperlichen Werte haben sich im Laufe der wenigen Jahre so sehr verschlechtert, dass er von der Warteliste der TX gestrichen wird. Damit zerplatzt für ihn eine große Hoffnung auf Leben. Ihm wird damit klar, dass er nur noch sehr begrenzte Zeit zum Leben hat, trotz der regelmäßigen Dialyse. 602)Vorbeugen ist besser als heilen bl) „Machte Hippokrates heute Visite, würde er verzweifelt den Kopf schütteln ob der Verantwortungslosigkeit, mit der wir Ärzte diese Krankheiten entstehen lassen, um sie dann mit Hilfe von Spitzentechnologie aufwendig zu reparieren.“ (Seite 171)

Es ist Teil des Selbstbestimmungsrechts jedes Menschen, wie er mit seiner Gesundheit umgeht. Dies wird auch daran deutlich: Wenn Frauenärzte den Schwangeren deutlich vom Rauchen abraten, wechseln die Schwangeren den Frauenarzt. Ansonsten betonen die Schwangeren, alles zu tun, damit es dem Kind gut gehe. Dieses Selbstbestimmungsrecht will sich niemand nehmen lassen. Doch es kommen zahlreiche Menschen unverschuldet in die Situation, dass sie ein Organ brauchen. Vorbeugen ist keine Alternative zur OS. Es macht nur die Zahl der benötigten Organe etwas kleiner. Es schafft auch ein weiteres Problem: Wer entscheidet nach welchen Kriterien darüber, wer in welchem Maße an seiner Krankheit selbst Schuld hat? Wer erstellt diese Kriterien? 603)Bessere Lösungen g) „Die Transplantationsmedizin wird vielleicht in einigen Jahren als Brückentechnologie betrachtet werden, die gebraucht wird, bis ethisch und medizinisch bessere Lösungen – wie vollimplantierbare Kunstherzen und Organe aus dem Labor – verfügbar sind.“ Bessere Lösungen sind immer besser. Solange diese jedoch nicht zur Verfügung stehen, muss man mit dem leben, was man hat. Als man begann, für die Diabetiker Insulin zur Verfügung zu stellen, begann man auch erst mal mit dem Insulin von Rindern und Schweinen. Im nächsten Schritt stellte man hieraus Humaninsulin her. Erst in einem dritten Schritt war man durch die Gentechnik in der Lage, Humaninsulin durch Bakterien in der benötigten Menge zu produzieren. Man begann damit, was man hatte, und vertröstete die Diabetiker nicht auf künftige Zeiten, von denen man nicht wusste, wann diese da sind. Ähnlich ist es auch mit der OS. Für die nächsten Jahrzehnte stehen uns keine einsetzbaren Alternativen zur OS zur Verfügung. Daher müssen wir mit dem leben, was uns heute zur Verfügung steht. Das ist Prävention und OS. 604)Nieren bis zu 30 Minuten nach dem Herztod entfernen bj) „Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung, die bereits 1995 veröffentlicht worden ist, ist es ferner so, dass Nieren so gut wie ohne Einschränkung funktonieren, wenn sie bis zu einer halben Stunde nach dem Herz-Kreislauftod (ohne 'Hirntod'-Diagnose) explantiert werden.“ (Seite 143) Im Jahre 2012 lagen zwischen Feststellung des Hirntods und der Organentnahme bei 2,7% der Hirntoten weniger als 7 Stunden, bei 24,8% 7-12 Stunden, bei 42,6% 12-18 Stunden, bei 15,4% 18-24 Stunden und bei 14,5% über 24 Stunden.76 In diesen Stunden ist enthalten: Überprüfung der Qualität der Organe, Meldung an ET, Mitteilung von ET an das TXZ, Zusage des TXZ an ET und Freigabe von ET zur Organentnahme, denn bei der Entnahme des Organs muss feststehen, wohin das Organ soll. In der halben Stunde sind diese Arbeiten nicht durchführbar. Nieren einfach zu entnehmen, damit sie schon mal daliegt, verkürzt wiederum die Ischämie-Zeit. Daher ist der von bj) vorgeschlagene Weg nicht durchführbar. 605)Teile von Organ verpflanzen bj) „Bei Lebertransplantationen vor allem, aber auch bei anderen Transplantationsformen, werden immer häufiger nur Organteile verpflanzt, die sich dann nach der Verpflanzung heilend reproduzieren. Auch dieses Verfahren kann unter Lebenden vollzogen werden ...“ (Seite 144) () 606)TX binde Finanzen, die für die Erforschung von Alternativen fehlen bu) „Die Fokussierung auf Organtransplantationen bindet finanzielle Mittel und führt dazu, dass alternative Therapiemöglichkeiten aus dem Blickfeld von Forschung und Wissenschaft geraten und in ärztlicher und pflegerischer Praxis immer weniger Anwendung finden.“ Es wird auf verschiedenen Ebenen mit großem Interesse und Engagement nach Alternativen zu TX geforscht. Dem Erfolgreichen winkt ein großer Markt. Dies spornt an. Doch die schwer kranken Patienten haben wir heute. Sie brauchen heute die Hilfe, die wir ihnen heute geben können. Es ist keine Hilfe, ihnen zu sagen, dass sie um Jahrzehnte zu früh erkrankt sind und sich gedulden sollen. - Es ist bedauerlich, dass die „ärztlicher und pflegerischer Praxis“ nicht näher ausgeführt wird, die den schwer kranken Patienten heute helfen könnte. 607)Kunstherzen bj) „In manchen Herzzentren wird mit Erfolg an der Weiterentwicklung der Kunstherzen gearbeitet, die Verpflanzungen schon jetzt zum Teil unnötig machen; das kranke Herz hat während der Versorgung der Patienten mit einem Kunstherzen neue Heilungschancen.“ (Seite 144) Kunstherzen sind Hilfsmittel, aber kein Ersatz für TX. Heute, im Jahre 2013, funktionieren Kunstherzen etwa 1 bis 2 Jahre, dann sind sie verschlissen und müssen sie ausgetauscht werden. Ein großes Problem ist die Energieversorgung. Diese erfolgt über einen tragbaren Akku, der über eine elektrische Leitung mit dem Kunstherz verbunden ist. Damit ist eine dauerhafte Wunde vorhanden, über die Krankheitserreger in den Körper gelangen können, was zum Tode führen kann. Es sind nur wenige Patienten, deren Herz sich durch eine Entlastung durch das Kunstherz regenerieren können. Für die meisten Herz-Patienten wird ein Herz benötigt. 608)Über die Risiken von Xenotransplantation br) „Die große Verfügbarkeit von Xenotransplantaten würde auch das Problem der gerechten Zuteilung menschlicher Spenderorgane lösen. Mögliche Risiken einer Xenotransplantation müssten vom jeweiligen Patienten abgewogen werden. Darüber hinaus müssten Risiken für die Allgemeinbevölkerung ausgeschlossen werden wie das Risiko einer Virusinfektion mit potenziell weitreichenden Konsequenzen.“ Die Gefahr der Porcinen endogenen Retroviren (PERV) und Endogenen Retroviren (ERV) ist hierbei nicht genannt. Wir leben seit Jahrzehnten mit einer Folge von ERV. Sie heißt AIDS. - Bei der Verlockung durch die große Verfügbarkeit, darf diese große Gefahr nicht mit einem „Risiko einer Virusinfektion mit potenziell weitreichenden Konsequenzen“ heruntergespielt werden. 609)Vermeidung von üppiger, oft sinnloser Medikamente Mj) „Gescheiter wäre es, der Zerstörung von Organen vorzubeugen, zum Beispiel durch Vermeidung allzu üppiger, oft sinnloser und widerspruchsvoller Medikamentierung oder Fehlbehandlungen.“ Und wie gehen wir mit den schwer kranken Patienten um, die ohne Medikamenteneinnahmen so schwer krank wurden? 610)Die Beachtung der „5 Biologischen Naturgesetze“ mache OS überflüssig Mj) „Eine seit 30 Jahren überfällige Beachtung der von Dr. med. Ryke Geerd Hamer gefundenen 5 Biologischen Naturgesetze könnte wahrscheinlich die 'Notwendigkeit' von Organentnahmen völlig überflüssig machen.“ Leider vergaß Mj), diese 5 Biologischen Naturgesetze aufzuführen. Dafür zog er auf 20 Seiten gegen Hirntod und TX zu Felde. () 611)Wie man Menschen wirklich helfen könne Sa) „Wenn Sie wirklich Menschen helfen wollen, dann bringen Sie ihnen bei, wie sie die Organe, die ihnen Gott gegeben hat, mit Superfoods, Nährstoffen, Sport und einem gesunden Lebensstil schützen können.“ Einer gesunden Lebensweise ist nicht zu widersprechen, aber es gibt auch Patienten, die unverschuldet in diese Situation kommen, ein neues Organ zu benötigen. Was ist mit diesen? Die können nicht mit einer gesunden Lebensweise geheilt werden. 612)Verweigerung auf allen Ebenen Mj) „Der einfachste Schritt, den jeder von uns tun kann, ist, diesem System die Zustimmung zu verweigern,

  • im Diagnosefall Therapiemöglichkeiten jenseits einer Organverpflanzung zu suchen, also für sich selber diese Methode abzulehnen,
  • ein Einverständnis zur Organentnahme zu verweigern,
  • für ein Recht auf Sterben in Würde einzutreten,
  • mit anderen über das Thema zu sprechen, ihnen die kritischen Punkte mitzuteilen und auf weiterführenden Lesestoff zu verweisen,
  • und vor allem, sich um ein ganzheitliches Menschenbild zu bemühen!“

() 613)Alternativen, aber keine TX Ag) „Mein Wunsch ist es, dass sich der Blick, das Handeln, also das Herz der Transplantationsmediziner so ändert, dass sie die Menschen auf dieser Seite der Transplantationsmedizin respektvoll als hilfsbedürftige Menschen wahrnehmen und zu ihrem Wohl handeln und dass sie ernsthaft nach anderen Wegen der Heilung für die Menschen mit Organschäden auf der anderen Seite der Transplantationsmedizin suchen.“ Für Hirntote gibt es zwar noch einen respektvollen und würdevollen Umgang, aber keine ihm zum Wohle oder zum Schaden führende Handlung. Für Hirntote gibt es keine Hilfe mehr, denn sie sind tot. - Es wird auf unterschiedlichen Ebenen nach Alternativen geschaut, aber im nächsten Jahrzehnt ist keine marktreife Lösung in Sicht. 614)Zum Mond fliegen, aber keine Alternative zur OS Bm) „Mir drängt sich der Gedanke auf, dass wir schon lange andere Möglichkeiten des Organersatzes hätten finden können, wenn man alle Kräfte wirklich darauf konzentriert hätte. Wir fliegen zum Mond, sind durch das Internet weltweit miteinander verbunden und sollen nicht in der Lage sein, Organfunktionen kompensieren zu können? Es ist wohl einfacher, Sterbende dafür zu verwenden… Deren Explantation sollte sobald als möglich durch künstlichen Organersatz aus der Medizintechnologie abgelöst werden. Auch aus bestimmten Stammzellen können bereits heute Organe gezüchtet werden und Xenotransplanationen rücken in greifbare Nähe, das sind Organtransplantationen zwischen Mensch und Tier.“ Typische Biertischmentalität: Man hat eine Idee und anderen sollen sie ausführen. So einfach ist das. - Wenn Bm) diesen Glauben hat, darf sie sich als Krankenschester mit Erfahrung im Umgang mit Hirntoten gerne in diese Forschung mit einbringen. Für OS werden keine Sterbend verwendet, sondern Tote. - Die Xeno-Tx birgt Gefahren, die wir nicht übersehen können. Eine Pandemie in der Wirkung von AIDS ist eine solche Gefahr. Die Forschung arbeitet mit Hochdruck nach Alternativen zur OS, doch wird im nächsten Jahrzehnt keine marktreife Lösung geben. Bis dahin ist OS leider der einzig gangbare Weg, um schwer kranken Menschen ihr Leben zu retten und ihre Lebensqualität zu verbessern. 615)Mehr Geld in Prävention und Alternativen zu TX Ms) „Investitionen in die Bedarfssenkung schließen bessere und gezieltere Maßnahmen zur Prävention ebenso ein wie die systematische Weiterentwicklung alternativer transplantationsmedizinischer Möglichkeiten wie die Verwendung künstlich hergestellter Organe oder auch Xenotransplantation, d.h. beispielsweise die Übertragung einer Herzklappe von einem Schwein auf einen Menschen.“ Herzklappen vom Schwein wird seit über 10 Jahren beim Menschen verwendet. Da alle Zellen der Herzklappe durch vorausgegangene Behandlung abgetötet wurden, besteht keine Gefahr der Ansteckung durch Retroviren. Bei der Transplantation eines Organs ist dies nicht möglich, da die Zellen des Organs leben müssen. Damit besteht die Gefahr der Ansteckung durch Retroviren.

Den eigenen Tod als Alternative annehmen

616)Sterben als Alternative zur TX aa) „Die einzige Alternative zur Transplantationsmedizin für Spender und Empfänger von Organen, für jeden von uns, ist die Akzeptanz des Sterbens.“ bj) „Die einzige und wirklich grundsätzliche Alternative zur Organtransplantation als Therapieform ist der Verzicht darauf, fremde Organe ... erhalten zu wollen, wenn das Leben in der eigenen leiblichen Integrität gefährdet ist.“ (Seite 144) bj) „Es gibt die Möglichkeit, sich dieser Entwicklung zu entziehen und für sich selbst auf die Teilnahme an der Organtransplantation als Therapieverfahren zu verzichten.“ (Seite 146) ad) „Wenn wir heute unsere Endlichkeit verdrängen und das Leben zu einem alles überragenden Wert machen, wird dieses Denken durch die Organtransplantation auf jeden Fall noch gesteigert. Sie suggeriert die Vorstellung, dass der Tod in jedem Fall etwas sei, das verhindert werden muss.“ Damit schließt sich für aa) wieder der Kreis zur Überschrift des Vortrages: „Organspende – nie wieder!“. Dies ist sicherlich eine Einstellung. Der Organspender wird nicht nach der Akzeptanz seines Sterbens gefragt. Er ist bereits tot, wenn die konkrete Anfrage nach OS gestellt wird. Die Frage nach der Akzeptanz seines Sterbens stellt sich somit alleine für den Organempfänger. Doch warum sollen Menschen nicht bereit sein, ihre Organe zu spenden? Ist es denn unmoralisch oder gar ein Verbrechen, im Falle seines Hirntodes seine Organe schwer kranken Menschen zur Verfügung zu stellen, damit diese weiterleben können? Zeichnet sich Menschlichkeit und Solidarität nicht gerade dadurch aus, in Not befindlichen Menschen zu helfen, insbesondere wenn das Leben bedroht ist und man selbst dadurch keinen Schaden erleidet? Niemand ist zur Organspende verpflichtet, niemand zur Organtransplantation. Es sollte jedoch beide Wege wertfrei beschritten werden können. 617)Bewusst leben, um ruhig sterben zu können Bm) „Bei der Beschäftigung mit diesen Themen sollte man sich vielleicht auch wiedermal bewusst werden, dass man jeden einzelnen Tag seines Lebens so leben sollte, dass man nichts Wesentliches ausgelassen oder zu bereuen hat. Dann kann man auch ruhig gehen, wenn es an der Zeit ist.“ Ja, wir alle sollten bewusst leben, so dass wir nichts zu bereuen haben. „Wenn es an der Zeit ist“, dann ruhig gehen, tut sich Bm) als Krankenschwester leicht, die nach eigenen Angaben Mitte der 80er Jahren auf Intensivstation gearbeitet hat, im Jahre 2013 (Datum des Artikels) somit mind. 50 Jahre alt ist. Die meisten der auf der Warteliste stehenden Patienten sind noch keine 50 Jahre alt..77 618)Wir sollten den Tod als unser Kreuz auf uns nehmen Bk) „Auch heute gilt noch der Ausspruch Jesu: 'Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert.' (Mt 10,38) Zum Kreuz tragen gehört es, alles anzunehmen, was Jesus uns an Leid auferlegt, stets bereit zu sein, wenn Er uns in unsere geistige Heimat von Erden abberuft.“ Dann ist der Berufsstand des Arztes und andere Helferberufe abzuschaffen? 619)Wir sollen die Gelegenheit des Todes nutzen Kg) Wunsch ist es, „daß man die Gelegenheit nutzt, das Sterben, das auf uns alle zukommt, zu erfahren an anderen Menschen, die einem lieb sind. Daß man auch die Angst, die Panik vor dem Sterben verliert. Das ist ein Weg, den wir alle gehen, und sich darauf vorzubereiten, gehört für mich zur Humanität.“ Das sind Worte einer ev. Pfarrerin. - Im Zusammenhang mit OS untragbar. 620)Wir sollten den Tod als Freund eines erfüllten Lebens sehen aa) „Wir lassen den Tod zum Feind des Lebens werden, dem man aus dem Wege gehen muss, dem man ein Schnippchen schlagen muss. Der Tod als Freund am Ende eines erfüllten Lebens ist uns verloren gegangen. Die Angst vor dem Sterben, ist ins Irrationale abgeglitten.“ Der Tod als Freund am Ende eines erfüllten Lebens ist uns sicherlich ein Stück weit verloren gegangen. - Doch das Problem ist, dass der Tod von Organspendern eben nicht am Ende eines erfüllten Lebens steht. Organspender wurden mitten aus dem Leben herausgerissen. Das sollte gerade aa) wissen, deren Sohn mit 15 Jahren den tödlichen Verkehrsunfall hatte und als Hirntoter zur OS freigegeben wurde. Im Jahre 2010 starben 44 Organspender mit weniger als16 Jahren, 603 starben zwischen 16 und 54 Jahren, 256 starben zwischen 55 und 64 Jahren, 393 starben mit über 64 Jahren.78 Damit starben rund die Hälfte der Organspender mit noch nicht mal 55 Lebensjahren. Fast 2/3 der Organspender hatten noch nicht mal das Rentenalter erreicht. Damit kann wirklich nicht der „Tod als Freund am Ende eines erfüllten Lebens“ bezeichnet werden. Diesen vorzeitigen Tod hat auch nicht die TX verursacht. Dieser vorzeitige Tod hat Unfall oder Krankheit verursacht. Damit die auf der Warteliste stehenden schwer kranken Menschen den „Tod als Freund am Ende eines erfüllten Lebens“ erleben dürfen und nicht vorzeitig sterben, deswegen brauchen diese Menschen die Organe von Hirntoten. Am 31.12.2010 standen in Deutschland 7.515 schwer kranken Menschen auf der Warteliste für ein neues Organ. Davon waren 70 jünger als 16 Jahre, 4.741 zwischen 16 und 55 Jahren, 2.030 zwischen 56 und 64 Jahren und 674 älter als 64 Jahre.79 Damit sind fast 2/3 der schwer kranken Menschen höchstens 55 Jahre alt, rund 90% haben noch nicht das Rentenalter erreicht. Daher kann auch hier nicht von einem „Tod als Freund am Ende eines erfüllten Lebens“ gesprochen werden. Die Argumentation von aa) ist damit absolut ins Irrationale abgeglitten. 621)Der Tod sei die Krönung des Lebens Bi) „Es war ein langwieriger Prozess, zu begreifen, dass Sterben etwas Alltägliches ist, dass der Tod die Krönung des Lebens ist. Die einzige Alternative zur Transplantationsmedizin für Spender und Empfänger von Organen, für jeden von uns, ist die Akzeptanz des Sterbens.“ Das Sterben ist die Krönung des Lebens im hohen Alter, sein Leben gelebt. Doch die Organempfänger sind auch junge Menschen, auch Kinder. Sollten diese den Tod als Krönung ihres Lebens bereit in diesem Altern annehmen? 622)„Tod als Höhepunkt des Lebens“ bi) „Wenn der Tod nicht als Alternative zur Verfügung steht neben der Transplantation, so gibt es keine wirkliche Entscheidung. ... In vielen Kulturen wurde der Tod als Höhepunkt des Lebens angesehen, als Erlösung und Befreiung in eine andere Wirklichkeit. Entsprechend wurde das Sterben, das als längerer Prozess angesehen wurde, von einer vertrauten Gemeinschaft begleitet. Der plötzliche Tod galt als Schande.“ (S. 104) Richtig, wer keine Alternative hat, kann sich nicht entscheiden. Doch welcher 30-, 40- oder 50-Jähriger möchte sterben, wenn man ihm sein Leben um Jahre verlängern kann? Welches Kind soll sterben, weil kein für ihn passendes Organ da ist? Wenn der Tod nach einem erfüllten Leben im hohen Alter kommt, kann man gut vom Tod als Höhepunkt des Lebens sprechen. Wenn am Lebensende ein Leidensweg war, lässt sich leicht von Erlösung und Befreiung sprechen. Doch gilt das auch, wenn man mit 30, 40 oder 50 Jahren mitten im Leben steht? Es gilt keinesfalls bei einem Kind. Über 98% der Hirntoten sterben durch ein Sekundenereignis in den Hirntod. Innerhalb von 12 bzw. 72 Stunden ist der Verdacht auf Hirntod bestätigt. Hierbei kann man nicht von einem längeren Sterbeprozess sprechen. - Was soll daran Schande sein, dass man in den Hirntod starb? Tut man damit nicht Hirntoten und Hinterbliebenen Unrecht? Auf der gleichen Seite schreibt bi) weiter: „Viele Menschen, die ich gefragt habe, wünschen sich einen plötzlichen, blinden Tod ...“ Das alleine widerspricht dieser Aussage.

Die Skandale

Manipulation der Patientendaten Zu den Skandalen in Deutschland zählt, dass vereinzelt Ärzte die Laborwerte von einigen Patienten so verfälscht haben, dass sie kränker erschienen als sie wirklich waren. Damit erhielten sie in der Zuteilung mehr Punkte und damit das erhoffte Organ früher. Diesen Ärzten wird seit dem Jahre 2013 der Prozess gemacht. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sagte in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung zu den Manipulationen: „Es ist im Zuge der Überprüfungen weder eine Zahlung von Patienten an die Ärzte noch eine Bevorzugung Privatversicherter festgestellt worden. All diese Sorgen und Verdächtigungen, die im Raum standen, sind ausgeräumt. ... In Göttingen sind offenbar Dialysen angegeben worden, die gar nicht gemacht wurde. Da gab es bewusst falsche Angaben, also Manipulationen. Bei den systematischen Falschangaben in den anderen Kliniken geht es auch um eine im Nachhinein als fehlerhaft erkannte Interpretation der Richtlinien. ... Für kleine Transplantationszentren ist es möglicherweise ein Anreiz, mehr zu transplantieren, um sich eine Reputation zu erarbeiten. Boniverträge für Chefärzte werden unterbunden. Damit wird die Menge von Transplantationen nicht mehr belohnt.“80 Daniel Bahr in einem anderen Interview zu den Skandalen: „Es ist nicht hinnehmbar, dass einige Ärzte sich nicht an Gesetze und Regeln halten und dann ohne Konsequenzen davonkommen. Das ist keine Lappalie. Bestätigen sich die schweren Vorwürfe der Manipulation bei der Organvergabe, muss es zu einem hohen Strafmaß kommen. Wenn eklatant gegen das Grundverständnis der Ärzteschaft verstoßen wird, muss die Zulassung entzogen werden. In solchen Fällen ist die Approbation nicht mehr zu halten.“81 In keinem der Fälle konnte eine Zahlung von Patienten an die Ärzte festgestellt werden. Auch wurden keine Privatpatienten bevorzugt. Was also war die Motivation der Ärzte, die Daten der Patienten dahingehend zu fälschen, dass sie kränker erschienen und somit bei der Allokation mehr Punkte erhalten, was zu einer kürzeren Wartezeit führt? Die wahren Gründe dürften wohl immer im Dunkel bleiben. Als reine Spekulation sind jedoch diese Gründe vorstellbar, vielleicht auch ein Konklummerat dieser möglichen Gründe: Um den Patienten transplantieren zu können, bevor dessen Gesundheitszustand so schlecht wird, dass er nicht mehr transplantiert werden kann.82 Um möglichst viele Bonuszahlungen zu erhalten.83 Um im Vergleich zu anderen TX-Zentren mehr TX zu haben (Konkurrenzdruck). Um selbst möglichst rasch nach oben zu kommen. Wenn dazu noch eine gewisse Hybris hinzu kommt, sich einfach über bestimmte Regeln einfach hinwegzusetzen,84 dann ist der Weg zur Fälschung von Patientendaten nicht mehr weit. - Die eingeführten Kontrollmechanismen85 und die abgeschafften Bonizahlungen machen Deutschland zu einem der sichersten Ländern, was TX betrifft, vielleicht sogar zum sichersten Land überhaupt. Beschleunigtes Vermittlungsverfahren Als Skandal wurde von den Medien auch das beschleunigte Vermittlungsverfahren dargestellt. Dabei ging es hierbei noch immer streng nach Vorschrift zu. Es war das sachliche Unverständnis der Presseleute, die aus dem beschleunigten Vermittlungsverfahren einen Skandal machten. - Die Zuteilung der Spenderorganen (Allokation) kennt drei Verfahren, die alle nach den Richtlinien der [[BÄK]] zu erfolgen haben. Sie haben nacheinander in dieser Weise abzulaufen:86 1.Standardverfahren Das Organ wird ganz normal nach den Richtlinien der [[BÄK]] über ET vermittelt. Das Punktesystem berücksichtigt verschiedene Faktoren wie z.B. Dringlichkeit, Wartedauer, medizinische bzw. genetische Übereinstimmung, um eine möglichst gerechte Verteilung der Organe zu erlangen. 2.Modifiziertes Vermittlungsverfahren Es gibt Organe, deren med. Werte nicht optimal sind,87 die aber dennoch im Rahmen einer TX verwendet werden können. Daher wurden sie von den angebotenen TXZ abgelehnt. Damit diese zweitklassigen Organe den schwer kranken Patienten nicht verloren gehen, werden sie im modifizierten Vermittlungsverfahren angeboten. Hierbei wird das Organ nur den schwer kranken Patienten angeboten, die sich ausdrücklich dafür bereit erklärt haben, auch ein Organ minderer Qualität anzunehmen. Dieses Angebot geht noch immer von ET aus, entsprechend der Richtlinien der [[BÄK]] für die Zuteilung der Organe. 3.Beschleunigtes Vermittlungsverfahren Gelingt ET auch über das modifizierte Vermittlungsverfahren nicht, das zur Verfügung stehende Organ einem schwer kranken Patienten zuzuführen, wechselt ET zum beschleunigten Vermittlungsverfahren über. Im beschleunigten Vermittlungsverfahren steht das Organ max. 30 min allen TXZ der DSO-Region zur Verfügung, in dem die Entnahmeklinik steht. Wird das Organ nicht binnen dieser Frist angenommen, gilt es als abgelehnt. Zum Verfahren heißt es in Richtlinie der [[BÄK]]: „Die Vermittlungsstelle stellt dabei dem Zentrum oder den Zentren eine Liste von potentiellen Empfängern zur Verfügung, nach der das Zentrum oder die Zentren den gegenwärtig am besten geeigneten Empfänger in der Reihenfolge der Auflistung auswählen. Wenn Patienten aus mehr als einem Zentrum in Betracht kommen, wird das Organ dem Patienten zugeteilt, für den die Akzeptanzerklärung des zuständigen Zentrums als erste bei der Vermittlungsstelle eingegangen ist. Die Zentren müssen die Gründe für ihre Auswahlentscheidung gegenüber der Vermittlungsstelle dokumentieren.“ In der Presseerklärung der [[BÄK]] zum beschleunigten Vermittlungsverfahren heißt es: „Dabei ist zu bedenken, dass die Transplantationszentren das Spenderorgan zunächst allein basierend auf den vor der Entnahme erhobenen Befunden beurteilen und ggf. akzeptieren. Mitunter zeigen sich schon bei der Entnahme unerwartete neue Befunde, die dann dem Transplantationszentrum zugeleitet werden. Dies kann zu einer Ablehnung des Spenderorgans für den vorgesehenen Empfänger und einer Wiederaufnahme der Allokation führen (sofern das Organ noch als für eine Transplantation geeignet erscheint). Nach Ankunft des Spenderorgans im Transplantationszentrum wird es durch den verantwortlichen Transplanteur des Zentrums erneut beurteilt. Mitunter weichen die Beurteilungen des Spenderorgans zwischen Explanteur und Transplanteur dabei voneinander ab. Wenn das Spenderorgan aufgrund der Beurteilung durch den transplantierenden Arzt für den vorgesehenen Empfänger nicht geeignet erscheint, leitet Eurotransplant nach entsprechender Rückmeldung die Allokation erneut ein. Sofern die Ischämiezeit dies erlaubt, erfolgt die Allokation erneut patientengerichtet, wenn dies nicht der Fall ist, erfolgt die Allokation im beschleunigten Vermittlungsverfahren, um einen Organverlust zu vermeiden. Im letztgenannten Fall erfolgt das Angebot grundsätzlich primär in benachbarten Zentren der Region.“ Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sagte hierzu in einem Interview: „Fälle von Manipulationen und das Schnellverfahren kann man nicht in einen Topf werfen. Denn nicht der Arzt im Krankenhaus entscheidet alleine, ob das Organ in der Klinik verbleibt und dort vergeben wird, sondern das entscheidet die europaweite Vermittlungsstelle für Organe Eurotransplant.“88 - Daran wird deutlich, dass auch beim beschleunigten Vermittlungsverfahren kein Organ an ET vorbei vermittelt wird. Es geht auch hierbei streng nach Vorschrift zu.

623)Die TX-Zentren würden entnommene Organe selbst einsetzen ba) „In Deutschland gibt es zu viele miteinander in Wettbewerb stehende Transplantationszentren. Diese sind dadurch gezwungen, das rare Gut 'Transplantations-Organ' möglichst an sich zu ziehen oder im Haus selbst geerntete Organe gleich im eigenen Zentrum zu transplantieren, um die für dessen Ansehen notwendige Zahl an Organtransplantationen vorweisen zu können und auch finanziell gut abzuschneiden, denn die Transplantationsmedizin ist eine Goldgrube.“ Es stimmt, dass bei den Skandalen Ärzte ihre Patienten kränker gemacht haben, als diese in Wahrheit waren. Damit wurde aber kein Organ aus der eigenen Klinik an ET vorbei transplantiert. Alle Organe wurden nach wie vor über ET vermittelt. Es war nur so, dass durch den vorgegebenen größeren Krankheitszustand der Patient bei der Zuteilung durch ET mehr Punkte erhielt und somit nicht so lange auf das Organ warten musste. Er wurde sozusagen bevorzugt behandelt. - Das war nicht korrekt. 624)Die Manipulation würde die Menschenwürde verletzen Md) über die Menschenwürde: „Doch diese wird nicht erst durch die bekannt gewordenen Fälle von Manipulationen in der Transplantationsmedizin verletzt.“ Die Manipulation war Unrecht, aber wessen Würde wurde dadurch verletzt? 625)Organhandel mit Lebendspendern aus Moldawien in Essen Tb) Organhandel hätte stattgefunden am „Universitätsklinikum Essen. Im April 2001 wurde Mordechai transplantiert. Der Vermittler hatte ihn und seinen Nierenverkäufer auf die Gespräche mit den Psychosomatikern in Essen vorbereitet. Um den Verdacht des Organhandels auszuschließen, versuchen diese Experten herauszufinden, wie es um die Beziehung zwischen Spender und Empfänger steht. ... Das Essener Ethikkomitee habe er dazu aufgefordert, seine Patienten sorgfältig zu prüfen und in zweifelhaften Fällen abzulehnen.“ Lebendspenden ist nur unter nahen Verwandten möglich. Dabei fließt kein Geld. - Was hier beschuldigt wird, ist klar eine Straftat. 626)Der Organspendeskandal solle Totschlag und Mord verdecken Sf) „Manipulationen bei der Organvergabe haben einen Skandal ausgelöst. Doch dieser soll nur einen weit größeren verdecken: dass die schlimmeren Manipulationen beim Organspender stattfinden – bis hin zu Totschlag und Mord.“ () 627)Transplanteur wurde zu 3 Jahren Haft verurteilt (Essen) cf) „Man erinnere sich nur an die strafrechtliche Verfolgung eines Cheftransplanteurs, der vom Landgericht Essen wegen Bestechlichkeit, Nötigung und Betrugs zu drei Jahren Haft verurteilt wurde.“ () 628)In Deutschland hätte Organhandel stattgefunden bx) „Verstärkend kommen die jüngste Reihe der Skandale bei der Stiftung Organtransplantation(DSO) und die erheblichen wirtschaftlichen Interessen hinzu, die sich rund um den Organhandel national wie international drehen.“ Es stimmt, dass bei den Skandalen wirtschaftliche Interessen einzelner Ärzte eine Rolle gespielt haben. Es erfolgte jedoch kein Organhandel in Deutschland. 629)Beschleunigtes Vermittlungsverfahren ginge an ET vorbei Ak) „Ferner vergeben Kliniken immer häufiger Spenderorgane in einem beschleunigten Verfahren an selbst ausgesuchte Patienten. Inzwischen wird jedes vierte Herz, jede dritte Leber und jede zweite Bauchspeicheldrüse an der offiziellen Warteliste vorbei verteilt.“ Alle Organe werden zunächst über das Standardverfahren angeboten. Wenn sie auf diesem Wege nicht vermittelt werden konnten, werden sie über das modifizierte und schließlich über das beschleunigte Vermittlungsverfahren angeboten. Dabei geht es immer nach den Richtlinien der [[BÄK]] über ET. Kein Organ wird an der Warteliste vorbei vermittelt. 630)Einem Lebenden seien die Organe entnommen worden Ua) „"Eine Transplantationskoordinatorin der DSO, die 2008 den Gremien eine nicht rechtskonforme Organentnahme im Universitätsklinikum Düsseldorf mitteilte, bekam massiven Ärger mit ihrem Arbeitgeber. Ihr wurde gekündigt. Die Begründung: Sie habe behauptet, bei der Organentnahme 2005 wären einem Lebenden Organe entnommen worden." Der Fall wurde von der für die DSO zuständigen Überwachungskommission geprüft: Der diensthabende Koordinator hatte alle geforderten vier Hirntodprotokolle in Augenschein genommen. Zum Zeitpunkt der Organentnahme lagen lediglich drei Hirntodprotokolle sowie der Totenschein vor. Offenbar war eines der Protokolle in eine falsche Akte geraten. Ausweislich des Sektionsbefundes ist eindeutig belegt, dass das Gehirn des Organspenders zur Zeit der Organentnahme abgestorben war und dass der Organspender bei dem Eingriff zweifelsfrei tot war. 631) 632) 633)Verlorenes Vertrauen könne nur durch umfassende Infos gewonnen werden Ms) „Zudem zeigten die weiterhin deutlich rückläufigen Zahlen bei der Organspende, dass Werbekampagnen untauglich seien, verloren gegangenes Vertrauen der Bevölkerung in die Transplantationsmedizin zurückzugewinnen. Dies sei nur durch tatsächlich umfassende Information zu erreichen.“ Dies ist eine unhaltbare Behauptung. Zumal erfolgt bereits eine „umfassende Information“. Selbst die Funktionsraten der Organe stehen im Jahresbericht der DSO. http://de.wikipedia.org/wiki/Organspendeskandal_in_Deutschland

Sonstige medizinische Irrtümer

634)Hirntod sei, wenn das Gehirn innerhalb des Schädels abgestorben ist Mf) „Der Hirntod ist definitionsgemäß eingetreten, wenn das Gehirn innerhalb der Schädelkapsel abgestorben ist.“ Gibt es denn ein Gehirn außerhalb der Schädelkapsel? Im weiteren Text behandelt Mf) das Rückenmark. Offensichtlich will Mf) aufzeigen, dass das ZNS aus Gehirn und Rückenmark besteht. Dann möge Mf) doch bitte dies so auch benennen. So entsteht der Eindruck, als hätte der Mensch auch außerhalb des Schädels noch Gehirn. 635)Hirnstamm sei so lebenswichtig „wie andere Organe auch“ Mk) zitiert Gerhard Roth in seiner Rede von 1995 mir den Worten: „Der Gehirnstamm ist im Hinblick auf die Aufrechterhaltung des Lebens ein Organ wie andere Organe auch und kann wie diese zumindest teilweise ersetzt werden.“ Wenn man den Hirnstamm mit dem Herzen gleichsetzt, mag diese Aussage stimmen. Wenn man jedoch statt dessen die Leber, die Milz oder gar den Blinddarm nimmt, so stimmt diese schon weniger bis gar nicht. Milz und Blinddarm sind nicht lebenswichtig, der Hirnstamm sehr wohl. - Der Ausfall der Eigenatmung kann durch künstliche Beatmung ersetzt werden, für den Ausfall der Leber gibt es keinen Ersatz, ebenso auch für den Ausfall der Lunge (Gasaustausch mit dem Blut). Außerdem gilt in D/A/CH nicht der Hirnstammtod, sondern der Gesamthirntod.89 Keines der Funktionen von Großhirn und Kleinhirn (Wahrnehmung und Bewusstsein) kann weder von anderen Körperteilen noch technisch ersetzt werden, auch nicht teilweise. 636)Die Grenze zwischen Leben und Tod droht es zu verwischen bm) „Aufgrund des medizinischen Fortschritts gibt es indes immer mehr „Zwischenformen“, welche die Grenze zwischen Leben und Tod weiter zu verwischen drohen.“ Me) „Solche gesellschaftlichen Grenzlinien zwischen natürlich-künstlich, gesund-krank, lebendig-tot etc. werden nicht wegen, sondern mittels biomedizinischer Techniken wie bspw. Organtransplantation verschoben oder sogar neu gezogen.“ Sterben ist ein Prozess. Tod ist eine Definition und damit ein Schnitt (Zäsur). - Mit dem medizinischen Fortschritt können wir den Prozess des Sterbens immer differenzierter betrachten. Die Grenze zwischen Leben und Tod wird dadurch nicht verwischt, sondern nur genauer differenziert. 637)Die Herz-Lungen-Maschine verursache das Problem des Hirntods bn) „Vor der Erfindung der Herz-Lungen-Maschine im Jahr 1952 galt der irreversible Kreislaufstillstand als Kriterium des Todes.“ cb) Es „ wurde der Begriff „Hirntod“ vor knapp einem halben Jahrhundert eingeführt, da seit Verwendung der Herz-Lungen-Maschine Herzversagen und Hirnversagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden könn“ Ml) “Erst mit der Einführung der Herz-Lungen-Maschine wurde es möglich, dass Herzversagen und Gehirnversagen zeitlich auseinanderfallen.“ Tc) „Diese neue 'Todesart' zu entdecken und zu beschreib en wurde erst durch die Erfindung der Herz-Lungen-Maschine im Jahr 1952 möglich.“ Es war nicht die Erfindung der Herz-Lungen-Maschine, sonder der Maschinen für die künstliche Beatmung, die Hirntote hervorbringt. Ohne künstliche Beatmung gäbe es keine Hirntoten, aber auch viele andere Menschen würden heute nicht mehr leben. Diese „Fachkenntnis“ haben Abgeordnete der Linken im Budestag (cb)). 638)Durch künstliche Beatmung werden viele Menschen vom Tode bewahrt Tc) „Mit Hilfe dieser neuartigen Maschine wurde der Mensch nun vor dem Tode bewahrt - oder, je nach Sichtweise, am Sterben gehindert.“ Das ist richtig. Doch damit wurden auch Hirntote geschaffen. 639)Hirntote bräuchten Herz-Lungen-Maschine bn) „Fällt dieses durch einen Hirnstamminfarkt oder ein Schädelhirntrauma aus, versagt die eigenständige Atmung. Durch Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage kann der drohende Kreislaufstillstand aufgehalten werden; mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine kann der Kreislauf auch langfristig stabilisiert werden.“ bn) „Der Begriff des Hirntods ist aufgrund der Möglichkeit des zeitlichen Auseinanderfallens von Herzversagen und Gehirnversagen durch die Herz-Lungen-Maschine geprägt worden.“ Hirntote benötigen nur eine künstliche Beatmung, keine Herz-Lungen-Maschine. 640)Hirntote bräuchten für Atmung und Herztätigkeit maschinelle Unterstützung Mn) „Bei einem Hirntoten werden Atmung und Herztätigkeit maschinell aufrechterhalten, damit die Organe durchblutet werden und für eine Übertragung geeignet bleiben.“ Hirntote brauchen nur künstliche Beatmung. Das Herz schlägt auch bei Hirntoten autonom, d.h. selbständig. 641)Patienten mit Locked-in-Syndrom ohne Bewusstsein würden als hirntot gelten bn) über Locked-in-Syndorm: „Wenn in diesem Zustand außerdem das Bewusstsein fehlt und dieses Fehlen als dauerhaft eingeschätzt wird, wird angenommen, dass der Patient hirntot ist.“ Bei der HTD wird nicht das Bewusstsein überprüft, sondern die Reflexe. Diese sind auch vorhanden, wenn wir das Bewusstsein verloren haben. Andernfalls würden z.B. alle Ohnmächtigen aufhören zu atmen. Die Dauerhaftigkeit des Zustands wird nicht „eingeschätzt“, sondern durch Einhaltung der Zeit zwischen 1. und 2. klinischer Diagnostik (12 bzw. 72 Std.) nachgewiesen. 642)Die Hirntoddefinition mache den Menschen zu einem techn. Regelkreis bj) „Die Gleichsetzung menschlichen Daseins mit dem messbaren Funktionieren von Gehirnaktivitäten folgt einem Menschenbild, das von technischen Regelkreismodellen geprägt wird und den Menschen auf das Gehirn als Steuerungs- und Integrationsaggregat im Leib des Menschen reduziert.“ (Seite 133) Beim Herztod haben wir keine Schwierigkeit das „messbare Funktionieren“ eines Organs als den Tod des Menschen anzusehen. Nüchtern betrachtet90 ist dabei nur die Pumpe für unseren Blutkreislauf ausgefallen. Der Hirntod ist dann die Folge davon. Bei der Hirntoddefinition wurde nicht so sehr auf Steuerungs- und Integrationsaufgaben des Gehirns geschaut91, sondern auf das Bewusstsein und die Fähigkeit der Wahrnehmung. Wenn diese erloschen sind, dann ist der Mensch tot. 643)Normalerweise würden Herztod und Hirntod zeitlich zusammenfallen ab) und ad) „Normalerweise fällt der Herztod mit dem Hirntod zusammen.“ Das ist nicht korrekt. Beim natürlichen Sterben tritt erst der Herztod ein, der Hirntod erst etwa 10 Minuten später. Er kann von jedem Arzt durch Totenstarre bzw. Totenflecke indirekt erschlossen werden, heißt es in der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD. 644)Therapie muss absoluten Vorrang haben Cb) „Rehabilitation und Palliativtherapie bei schwer hirnverletzten Patienten müssen absoluten Vorrang haben.“ Dies ist der Fall: Ärzte versuchen bis zum festgestellten Hirntod das Leben des Patienten zu retten und seine Gesundheit wieder herzustellen. Das hat immer absoluten Vorrang. Daran ändert auch die TX und der Mangel an Organen nichts. 645)Lebende Organe können nicht aus Leichen stammen ab) „Die Bedenken gegen die Organspende und gegen die Organtransplantation nehmen ihren Ausgang von der Tatsache, dass man tote Organe nicht verwenden kann für eine Transplantation, dass aber die Organe eines Leichnams nicht mehr lebendig sind.“ ad) „Denn ein totes Organ kann nicht transplantiert werden, das Organ muss noch leben. ... Die zu transplantierenden Organe müssen vor der Transplantation noch Lebenszeichen geben, sie können nur dann transplantiert werden, 'wenn sie bis zur Entnahme aus der Leiche durchblutet geblieben sind'. Verwendet werden können für Transplantation nur die Organe eines für tot erklärten Menschen.“ Bm) „Man kann funktionsfähige Organe also nur einem lebenden Menschen entnehmen. Ja, Ihr lest richtig. Diese Menschen leben, wenn die Organe explantiert werden. Sie werden erst dadurch getötet.“ Bei einem schweren Herzinfarkt sterben Zellen des Herzens ab. Lebt nun das Herz, weil es schlägt, oder ist es tot, weil ein Teil seiner Zellen abgestorben ist, oder ist es scheintot bzw. halbtot, ...? Diese Frage stellt sich bei der Formulierung, dass Organe leben würden. - Abgesehen davon ist die Grundüberlegung richtig. Der Artikel suggeriert mit diesem Ansatz, dass funktionsfähige Organe nur aus lebenden Körper kommen können. Damit wird versucht, einen Grundstein dafür zu legen, den Hirntod nicht als Tod anzuerkennen. 646)Es gebe keine Rangordnung unter den Organen Cb) „Einige Neurobiologen betonen hinsichtlich dieser brisanten Frage, dass alle Organe zur Erhaltung des Organismus beitragen, es keine nennenswerte Rangordnung der Organe gebe und das Zerebrum demnach auch nicht die alles entscheidende Instanz für die Aufrechterhaltung unserer Lebensvollzüge sei.“ (Zerebrum = Gehirn) Wikipedia führt unter dem Begriff „Organ“ neben Gehirn, Herz, Lunge, Leber und Niere auch Milz und Schilddrüse als Organe auf. Im Text werden sie fortführend als Organe beschrieben. Menschen können ohne Milz und ohne Schilddrüse leben, wenn auch mit Einnahme von Medikamenten. Damit ist klar erwiesen, dass es rein biologisch eine Rangordnung der Organe gibt. Das Gehirn mit seinen Fähigkeiten macht den Körper Mensch erst zum Menschen. Auch wenn umgangssprachlich von herzlosen Menschen gesprochen wird, so meint man damit lieblose Menschen. Doch Liebe hat ihren Ursprung nicht im Herzen, sondern im Gehirn. Dies ist wissenschaftlich nachgewiesen. Alle diese Beispiele zeigen deutlich auf, dass unter den Organen das Gehirn eindeutig eine Vorrangstellung besitzt. 647)Anklage an die Transplantationsmedizin ak) zitiert Renate Greinert: „Mit welchem Recht entscheidet die Transplantationsmedizin darüber, einerseits das Leben von einigen Menschen zu erhalten oder zu verbessern - nämlich das der Organempfänger - und andererseits das Leben von unwissenden, uninformierten, aber beteiligten Menschen, nämlich das der Hinterbliebenen, so zu belasten, dass langwährende seelische Krankheit und Trauer folgen?“ Zunächst gilt hier richtig zu stellen: Nicht die Transplantationsmedizin entscheidet, ob jemand Organspender ist, sondern der Hirntote zu Lebzeiten oder sein gesetzlicher Vertreter nach dem erwiesenen Hirntod. Es ist nicht gut, von unzureichend informierten Menschen eine Entscheidung zu wollen. Hier sollte Aufklärung erfolgen. (siehe nächster Punkt) 648)Der Patient würde nicht mehr optimal weiterversorgt werden ba) „In Frage kommende Patienten werden dann im Krankenhaus nicht mehr im Sinne ihres eigenen Patientenwohls, sondern vorbereitend fur eine spätere Organentnahme behandelt. Das geschieht ohne Information oder Einwilligung der Betroffenen oft lange vor Eintritt oder gar Feststellung des Hirntods.“ Es stimmt, dass einige Untersuchungen (z.B. des Blutes) vor Abschluss der HTD durchgeführt werden. Andere Untersuchungen (z.B. kardiologische Herzuntersuchung) sind jedoch der Zeit nach festgestelltem Hirntod vorbehalten. Die [[BÄK]] setzte hierzu die Grenzen fest. Keinen komatösen Patienten und erst recht keinen Hirntoten kann man informieren oder von ihm eine Einwilligung einholen. Wer dieses vermag, sollte sich dieses Verfahren patentieren lassen. Er bräuchte in seinem Leben nie wieder arbeiten. Der Eindruck, der durch diese Worte erzeugt wird, muss entschieden widersprochen werden: Bis der Hirntod festgestellt ist, ist es ein Patient und für Patienten wird alles getan, damit sein Leben gerettet und seine Gesundheit wieder hergestellt wird. 649)Die Vorstellung über den Ablauf der OS treibe einige in die Psychiatrie ak) zitiert die Mutter eines Organspenders mit den Worten: „Unsere Kinder sind mit nicht mehr funktionierendem Gehirn, aber doch bei lebendigem Leib auseinandergenommen und verteilt worden. Diese Vorstellung, dass der noch lebende Leib ihrer Kinder zerteilt wird, im hilflosesten Zustand, zu einem Zeitpunkt, als sie hätten beschützt werden müssen, macht Mütter krank, so krank, dass sich viele von ihnen in psychiatrische Behandlung begeben müssen.“ Es ist sehr bedauerlich, dass sich Hinterbliebene nach einer OS in psychiatrische Behandlung begeben müssen. Die Ursachen hierzu sind wohl darin zu finden: 1.Mangelhafte Aufklärung über Hirntod Wer bei einem Hirntoten vom „beschützt werden müssen“ schreibt, hat den Hirntod nicht verstanden. Vor wem sollte der Hirntote beschützt werden? Wenn nicht der OS zugestimmt worden wäre, wären die Geräte abgeschaltet worden. Dann wäre sein Herz auf anderem Wege stehen geblieben. Dann hätte er jedoch seine Organe nicht mehr spenden können. Dann hätte er seine Organe ungenutzt mit ins Grab genommen und die schwer kranken Menschen hätten länger auf ein neues Organ warten müssen. 2.Mangelhafte Aufklärung über OS Wenn man vorher weiß, was auf einen selbst oder auf den Organspender zukommt, erschrecken die Fakten nicht mehr. Man ist informiert. Wenn man hingegen völlig unbedarft als Hinterbliebener eine Entscheidung trifft, deren Auswirkung und Tragweite man gar nicht überblickt hat und sich erst danach informieren kann, kann man üble Überraschungen erleben. Um hier entgegen zu steuern, wäre zu überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, auf jeder Intensivstation ein Heft, ggf. auch mit verdeutlichenden Skizzen, für die Hinterbliebenen bereit zu halten, damit sich in der konkreten Phase der Entscheidungsfindung jeder, der sich tiefgehender über den Handlungsablauf interessieren will, auch informieren kann. In dem Beratungsgespräch könnte anhand der Zeichnungen der Ablauf der OS gut verdeutlicht werden. Dies wäre der preiswerteste Weg und man könnte damit 100% der Hinterbliebenen erreichen. 3.Mangelndes Interesse am Thema OS Warum sollte man sich mit dem Thema Tod beschäftigen? Sterben und Tod ist doch ein Thema, das im hohen Alter von 90 und 100 Jahren vielleicht mal ansteht. Solange man jung und gesund ist, wird dieses Thema häufig verdrängt. Es gibt völlig andere Interessen. Es trifft die anderen, aber doch nicht einen selbst. Hier besteht nur die Möglichkeit, Aufklärung in der Schule und Berufsschule zu betreiben. Danach kann man nur noch punktuell wirksam sein. 4.Menschen und Gruppen, die behaupten, dass Organspender leben würden Worte wie „als sie hätten beschützt werden müssen“ machen die Wirkung der Kritik an der HTD deutlich: Vor wem oder was hätte die Mutter denn ihr Kind beschützen wollen? Der Hirntod war schon eingetreten. Da halfen auch alle Bemühungen der Ärzte nichts. Welchen Schutz wollte denn die Mutter da noch leisten? In ihrer Wirkung vernichtender sind die Worte „bei lebendigem Leib“. Sie eliminieren den Hinweis auf das „nicht mehr funktionierendem Gehirn“. Es bleibt nur noch die Redewendung „bei lebendigem Leib“, was den Zustand des vollen Bewusstseins assoziiert. Dieses Zerrbild von OS bleibt dann in den Köpfen haften. Wenn die Schriften der Hardliner unter den Kritiker der HTD und/oder OS betrachtet, dem erweckt es den Eindruck, dass es ihnen gleichgültig ist, welchen Schaden sie mit ihren Worten anrichten. Man kann zwar die Aufklärung intensivieren, aber es hilft nichts, wenn sich die Leute dafür nicht interessieren, weil sie meinen, dass dieses Thema für sie unzutreffend sei und sie nie treffen würde. - Am schwierigsten wird es sicherlich in einem Land mit Meinungsfreiheit sein, die Kritiker und Gegener der HTD und/oder OS in ihren Ausdrucksweisen zu mäßigen, dass keinen lebenden Menschen die Organe entnommen werden, dass OS weder Euthanasie, Tötung oder gar Mord ist.92 Hier hilft sicherlich kein Hinweis auf die Hinterbliebenen der Organspender, die dem plötzlichen und vorzeitigen Tod ihres Angehörigen durch die OS so etwas wie Sinn geben können. Sagen die Gegner der HTD und/oder OS schließlich ganz offen, dass sich die schwer kranken Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, doch mit ihrer eigenen Sterblichkeit abfinden sollen, d.h. sie sollen an ihrer Krankheit sterben! Da hilft auch kein Hinweis auf die eigene Seite der Hinterbliebenen, die durch diese falschen Darstellungen von Hirntod und OS Schuldgefühle produziert und bereits vorhandene noch verstärkt werden. Er dürfte wohl an der Haltung abprallen: Selbst Schuld, hättest Du die OS verweigert, dann hättest Du jetzt nicht diese Probleme. Hättest Du unsere Warnungen gehört, ... 650)Es soll Forschung an adulten Zellen betrieben werden Ca) „Sorgen Sie endlich für eine Forschung, die aus adulten Zellen mögliche Organe für die betroffenen Patienten herstellt, aber lassen Sie es nicht weiter zu, dass dieses durch Mord an Sterbenden sichergestellt wird.“ Cb) „Zu forcieren ist die Forschung zur Weiterentwicklung von vollimplantierbaren Kunstherzen, von Organersatz aus adulten Stammzellen und technischen Systemen der Organunterstützung.“ Die Forschung an adulten Zellen und künstlichen Organen wird betrieben, auch in Deutschland. Gerne dürfen sich Ca) und Cb) dort mit einbringen. 651)Von toten Menschen können keine Organe transplantiert werden Ca) „Von keinem toten Menschen kann ein Organ in einem anderen Menschen wieder zum Leben erweckt werden! Mit dem tatsächlichen Tod eines Menschen beginnt auch der biologische Zersetzungsprozess.“ Der 1. Satz sollte wohl heißen: „Von keinem toten Menschen kann ein Organ in einem anderen Menschen diesen wieder zum Leben erwecken!“ - Es geht nicht darum, zu warten, bis der auf der Warteliste stehenden Patient stirbt, um ihn dann wieder zum Leben zu erwecken. Es geht darum, den Tod dieses Patienten durch OS von einem anderen Menschen zu verhindern. Dass mit dem tatsächlichen Tod eines Menschen auch der biologische Zersetzungsprozess beginnt, ist am Zersetzungsprozess der Gehirnzellen nach dem Hirntod deutlich zu erkennen. Die toten Gehirnzellen saugen sich mit Flüssigkeit voll. Dadurch steigt der Hirndruck und beschleunigen sogar den Prozess des Absterbens weiterer Gehirnzellen. Schließlich platzt die Gehirnzelle. Nach etwa 7 Tage nach dem Hirntod ist das ganze Gehirn aufgelöst. 652)Maßnahmen zur Vermeidung von irreversiblem Organversagen Cb) „Um die Zahl der Organtransplantationen zu reduzieren, müssen geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von irreversiblem Organversagen ergriffen werden. Unerlässlich dafür sind Programme gegen Schmerzmittelabusus, Nikotin-, Alkohol- und Drogenmissbrauch.“ Cf) „Dabei werden aber viele Aspekte ausgeblendet, etwa die Frage danach, auf wie viele Organtransplantationen verzichtet werden könnte, wenn Organschädigungen von vornherein vermieden würden.“ Diese Programme gibt es. Auf jeder Packung Zigaretten steht es. - Es widerspricht offensichtlich unserem Verständnis von Selbstbestimmung, dass wir nicht von Nikotin, Alkohol und Drogen lassen wollen. Damit öffnen wir auch dem Missbrauch die Tür, auch mit der Folge um schwere gesundheitliche Schädigungen. Würde man dieses Recht auf Selbstbestimmung schmälern, würde dies nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität und längeres Leben führen, es würde auch die Krankenkassen entlasten. Dazu stünden auch mehr Hirntote als potentielle Organspender zur Verfügung. Derzeit sind es etwa 40% (2.000 von 5.000 Hirntote). Einen kostenlosen Anreiz zur gesunden Lebensweise könnte man auf zwei Wegen erreichen: Wer selbstverschuldeter auf die Warteliste für ein Organ will, 1.erhält in der Zuteilung nur die Organe, die sonst nicht vermittelt werden können. 2.erhält weniger Punkte und muss damit länger auf ein neues Organ warten. Die zahlreichen Patienten, die unverschuldet in die Situation gekommen sind, würden damit nicht erreicht werden. Für sie sollten in gewohnter Weise TX möglich sein. 653)Die Intensivmedizin hätte verhindert, das Sterben zu vollenden ak) „Die Mutter eines zur Organspende freigegebenen Kindes fragt: 'Welcher Tod wird da gestorben, damit die entnommenen Organe pulsierenden Lebens erfolgreich übertragen werden können?" und führt weiter aus: „Der Mensch hat sein Sterben angefangen und kann es - angeschlossen an eine Vielzahl von Schläuchen und Maschinen - nicht vollenden ...“ Die Intensivmedizin arbeite im Grenzbereich von Leben und Tod. Viele Menschen konnte sie vor dem drohenden Tod retten. Hierzu wird alles aufgeboten, was der Patient braucht. Manchmal erkennt man nach Stunden, Tagen oder Wochen, dass das angestrebte Ziel – die Rettung des Lebens – nicht erreicht werden kann. Dann stellt sich die Frage, wie nun das Sterben gestaltet werden kann. Hierzu stellen PV und OSA eine wertvolle Hilfestellung dar. Wenn es o.g. Mutter nach dem Verkehrsunfall ihres Sohnes um dessen Sterben gegangen wäre, hätte sie sich in dieser Situation auch für ein Abschalten der Geräte aussprechen können. Das wäre die Alternative zur OS gewesen. 654)Hirntote würden an Maschinen hängend zappeln und dürften nicht sterben ak) „Aber ist es nicht gerade das, was die meisten Menschen so sehr fürchten, nämlich an Maschinen zu zappeln und nicht sterben zu dürfen? Genau das geschieht - künstlich verlängert -, wenn Organe entnommen werden sollen. Die Beatmungsgeräte werden erst nach der Organentnahme abgeschaltet!“ Kein Hirntoter hängt an Maschinen und zappelt. Hirntote sind bereits tot. Kein noch so starker Reiz kann den Hirntoten erreichen, weil das Gehirn als Organ der Wahrnehmung tot ist. Daher nimmt kein Hirntoter auch nur irgend etwas von der Organentnahme mit. - Diese Angst ist somit völlig ungerechtfertigt. Die angesprochene künstliche Verlängerung des Sterbens, trifft auch nicht zu, da der Hirntote bereits tot ist. Was künstlich verlängert wird – um einige Stunden -, das ist ein Aufrechterhalten des Blutkreislaufes bis zur Organentnahme. 655)Organspender würden nicht nach AIDS und Krebs untersucht werden ak) „In der Öffentlichkeit ist nicht bekannt, dass zur Transplantation freigegebene Organe auch nicht auf AIDS untersucht werden. Ebenfalls werden krebsverseuchte Organe oftmals nicht erkannt, die Organempfänger sterben dann relativ schnell an Aids oder Krebs, da der Körper durch die Immunsuppression dem Krebs völlig ausgeliefert ist.“ Blutproben werden in Deutschland seit 1985 schon für Bluttransfusionen routinemäßig auf HIV untersucht (Wikipedia: HIV), um so mehr bei OS. Hierzu scheint ak) um über 25 Jahre hinter der Entwicklung zurück zu stehen. Diese infektionsdiagnostische Untersuchungen werden vor jeder OS durchgeführt: 1.HIV-Infektion (Aids) 2.akute Infektion mit Hepatitis-Viren (Hepatitis B, Hebatitis C) 3.floride Tuberkulose 4.Sepsis bei nachgewiesenen multiresistenten Keimen 5.nicht kurativ behandeltes Malignom (bösartiger Krebs), außer: primäre Hirntumore93, Basaliome (weißer Hautkrebs)94 und Spinaliome (besonderer Hautkrebs)95. Die Behauptung, dass Organempfänger durch die TX „krebsverseuchte Organe“ und Aids bekommen könnten, war noch im vergangenen Jahrtausend zutreffen. Hier sollte sich ak) schnellstens auf den neuesten Stand der TX bringen. 656)Was wissen wir über den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis von morgen? ak) „Im übrigen wird in diesem Gesetz davon gesprochen, dass der Tod des Spenders nach den Regeln, die 'dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaften entsprechen, festgestellt wird'. Wissen wir, wie morgen der 'Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis' sein wird?“ Die schwer kranken Menschen brauchen nicht morgen – am Sankt-Nimmerleins-Tag - ein Organ, sondern heute. Daher gilt es, mit den Mitteln und Möglichkeiten von heute zu helfen. Das wird getan. 657)Deutscher Bundesverband für Krankenpflege ist gegen das Hirntod-Konzept Kb) berichtet von dem Vortrag von Roberto Rotondo, wonach Verbände wie der „Deutsche Berufsverband für Krankenpflege (DBfK), dem Hirntod-Konzept widersprechen. Dieser Berufsverband, so Rotondo, verstehe den Begriff 'Hirntod' als ein Kunstwort und betrachte einen hirntoten Menschen als einen Sterbenden. Als der Verband 1995 in einer Anhörung vor dem deutschen Bundestag wegen des 1997 verabschiedeten Transplantationsgesetzes eine Stellungnahme abgeben konnte, hat er sich, wie auch die Arbeitsgemeinschaft deutscher Schwesternverbände, gegen die Gleichsetzung 'hirntot' - tot ausgesprochen.“ In der 1. Hälfte des 20. Jh. glaubte ein ganzes Volk an die Idiologie von Herrenrasse und Untermenschen. Das alleine beweist gar nichts. - Es zeigt jedoch auf, wie schwierig der Hirntod selbst dem Klinikpersonal zu vermitteln ist, das immer wieder mit Hirntoten zu tun hat. Es ist schwer zu akzeptieren, dass ein Mensch tot ist, dem noch einige vegetative Funktionen und einige Reflexe erhalten sind. 658)Fehlende Fragen der öffentlichen Diskussion ar) „Sich mit Organspende auseinanderzusetzen bedeutet, den eigenen Tod zu thematisieren: Was heißt es, hirntot zu sein? Wie stirbt ein Organspender? Die öffentliche Diskussion nimmt diese Fragen und Ängste der Menschen bisher nicht auf.“ Dieses Buch zeigt, dass es noch viel zu wenig bekannt ist, was es heißt, hirntot zu sein. Der Begriff Hirntod ist angesichts des noch aufrecht erhaltenen Blutkreislaufes, der scheinbar im Widerspruch zum Tod steht, schwer zu verstehen. Hier fehlt es in der Tat an verständlichen Erklärungen, warum ein Hirntoter ein Toter ist. - Ein Hirntoter ist tot, weil mit dem Tod seines Gehirns sein Bewusstsein, seine Wahrnehmung und seine lebenswichtigen Reflexe erloschen sind. Die Frage „Wie stirbt ein Organspender?“ lässt die Interpretation offen. Die Kritiker und Gegner sagen, dass der Organspender bei der Organentnahme sterben würde. Wenn dies von ar) gemeint ist, dann sollte davon gesprochen werden, wie die Organentnahme vorgenommen wird. Wollte hingegen ar) darauf ansprechen, wie der Mensch in den Hirntod stirbt? Dann wäre eine derartige Formulierung sachlich korrekt und unmissverständlich. 659)Bemühung um eine rechte Definition ag) „Was, so drängt sich zwangsläufig die Frage auf, unterscheidet dann Hirntote, diese Wesen, die tot sein sollen, allenfalls ein biologisches Leben aufweisen, keine Personen sind und kein Ich haben, in denen kein 'Du' mehr angesprochen werden kann, noch von jenen 'leeren Menschenhülsen' oder 'geistig Toten' einer finsteren Vergangenheit?“ Hierzu ein Gegenbeispiel: Der Tod von Kindern während der Schwangerschaft kommt seit Bestehen der Menschheit vor. - In Deutschland werden jährlich über 2.000 Totgeburten registriert. Die Zahl der Kinder, die tot mit weniger als 500 g geboren werden, dürfte etwa ebenso groß sein. Die Zahl der Kinder, die in den ersten 12 Schwangerschaftswochen (SSW) natürlich versterben und in der Klinik ausgeschabt werden, ist etwa 40.000. Hinzu kommen die Ausschabungen, die in den Praxen der Frauenärzte vorgenommen werden. Man sollte meinen, dass wir Menschen auf diesem Gebiet die richtigen Begriffe verwenden. Doch weit gefehlt: Da werden diese tot geborenen Kinder von Presse – selbst von einer Friedhofzeitung -, ja selbst von einer Ministerin als „Frühchen“ bezeichnet. Frühchen sind jedoch lebend geborene Kinder, die entweder vor der 37. SSW oder mit weniger als 2.500 Gramm geboren werden. - Fazit: Selbst bei einem so alltäglichen Thema, bei dem in Deutschland täglich über 6 Kinder tot mit über 500 Gramm geboren werden und wir bereits die richtigen Begriffe besitzen, wird noch immer daneben gegriffen. Das Thema Hirntod haben wir erst seit etwa 50 Jahren. Von den jährlich rund 900.000 Toten in Deutschland sterben etwa 5.000 in den Hirntod, wovon knapp 1.300 einer OS zustimmen. Wir haben es somit mit einem relativ jungen wie auch seltenen Thema zu tun. Der Versuch, einen Hirntoten näher zu bezeichnen, ist schwer, wenn man sich nicht an die klaren Vorgaben der HTD hält. Daher entstehen solche unglücklichen Formulierungen, wie o.g. Gegen Ende dieses Buches – es sind schon über 150 Seiten geschrieben – liegt kein Versuch der Kritiker und Gegner vor, einen Hirntoten eingehender zu bezeichnen als einen „Lebenden“ oder einen „Sterbenden“. Auf die Diskrepanz zwischen teilweise (!) vorhandenen vegetativen Körperfunktionen und erloschenem Geist wird von keinem der Kritiker und Gegner eingegangen. In ihren Versuchen, den Hirntoten näher zu bezeichnen, wird der Mensch meist nur als reiner Körper gesehen. Mögen doch mal die Kritiker es versuchen, diese Diskrepanz zwischen erloschenem Bewusstsein und teilweise funktionierender Homöostase in einem Satz als allgemein gültige Definition zusammenfassen. Einfach nur zu kritisieren ist leicht, selbst jedoch konstruktiv hierzu etwas beitragen, vermögen viele nicht. In meinen Recherchen ist mir jedenfalls von keinem Kritiker oder Gegner der HTD und/oder OS hierzu eine annehmbare Bezeichnung eines Hirntoten begegnet. Sehr wohl kamen aber von diesen Personen – und nach meinen Recherchen nur von diesen Personen - diese Bezeichnungen für einen Hirntoten: leere Menschenhülsen, geistig Tote, lebenden Leichen, untoten Toten, Halbtote, Dreivierteltote, Viervierteltote, Biomasse, Ersatzteillager, Organlager, Organcontainer, Organdepot, Ganzkörper-Lagerstätten, natürlicher Brutkasten (für eine hirntote Schwangere), menschliches Gemüse, Recyclinggut, Recyclingobjekt und Legomännchen. Ich weiß nur, dass ich im Falle meines Hirntods mit keinen solcher Begriffe bezeichnet werden möchte, sondern lediglich mit diesen beiden Begriffen, die ich dann in Wirklichkeit auch bin: Hirntoter und Organspender. Ich empfinde es als zutiefst beleidigend, Tote so zu bezeichnen. Für mich stellt dies eine Verletzung der Würde eines Toten dar. Dabei sind es gerade die Kritiker und Gegner, die die Wahrung dieser Würde fordern. Sie selbst sind es, die mit diesen Begriffen diese Würde verletzen. 660)Das Herz schlage nach dem Hirntod bis zu 7 Stunden weiter Ma) „Bis zu sieben Stunden muss ein möglicher Organspender nach dem Hirntod weiter versorgt werden. Solange schlägt das Herz, funktioniert der Kreislauf, atmet der Mensch oder wird er beatmet.“ Wann der Hirntod genau eintritt, weiß niemand. Die HTD stellt nur fest, dass Hirntod vorliegt, gibt aber keine Auskunft darüber, wie lange der Hirntod bereits vorliegt. Nach Feststellung des Hirntods schlägt das Herz nicht nur 7 Stunden, andernfalls wäre es gar nicht möglich, dass schwangere Hirntote die Schwangerschaft noch über Wochen und Monaten fortsetzen, bis das Kind durch Kaiserschnitt entbunden wird. Hätte der Kolumnist Ma) vor seinem am 18.10.2011 veröffentlichten Beitrag in das Jahrbuch 2010 der DSO geschaut, dann hätte er auf Seite 19 die Angabe gefunden, dass bei 4,2% der Hirntoten innerhalb 7 Stunden nach Todesfeststellung die Organentnahme erfolgte, bei 31,8% zwischen 7 und 12 Stunden, bei 41,7% zwischen 12 und 18 Stunden, bei 11,8% zwischen 18 und 24 Stunden und bei 10,5% von über 24 Stunden. Hier hat ein Kolumnist schlecht bis gar nicht recherchiert. 661)Hinterbliebene müssten tage- und wochenlang auf eine Bestattung warten Tc) „Ein besonders qualvoller Faktor nach Erteilung einer Organspendezustimmung besteht u. a. darin, dass tage-, ja manchmal wochenlang keine würdige Beerdigung möglich ist, weil zunächst mit einem großen organisatorischen Aufwand die Entnahmeteams aus ganz Europa über die nun zur Verfügung stehenden Organe informiert werden und anreisen müssen.“ Wie oben gezeigt, sind es nur 10,5% der Organentnahme, bei denen zwischen der Feststellung des Hirntods und der Organentnahme mehr als 24 Stunden liegen. Dies zeigt auf, wie rasch hernach verfahren wird. Von wochenlangem Warten kann keine Rede sein. Dazu will man kein Risiko eingehen, dass der Hirntote auf der Intensivstation in den Herztod stirbt. 662)Christiaan Barnard hätte einer hirntoten Frau das Herz entnommen an) „Als Christiaan Barnard 1967 in Kapstadt erstmals das Herz einer hirntoten Frau verpflanzte, verhalf er einem neuen Todeskriterium zum Durchbruch.“ Christiaan Barnard entnahm einer Frau das Herz, deren Kreislauf durch den erlittenen Verkehrsunfall zusammengebrochen ist. Die Frau war nicht hirntot. 663)Christiaan Barnard hätte das schlagende Herz der Spenderin entnommen ba) „Bei der weltweit ersten Herztransplantation am 3.12.1967 tötete Prof. Christiaan Barnard die junge Spenderin Denise Darvall durch die Entnahme ihres schlagenden Herzers. Er verstieß damit gegen seinen hippokratischen Eid und die Gesetze.“ Christiaan Barnard tötete keineswegs die junge Spenderin. Sie lag nach ihrem Verkehrsunfall auf der Intensivstation. Als ihr Kreislauf zusammenbrach und ihr Leben nicht mehr zu retten war, entnahm ihr Barnard das Herz. Er tötete sie keineswegs. 664)Christiaan Barnard hätte nach wenigen Stunden das Herz entnommen Mk) „Die 'Spenderin' war wenige Stunden nach ihrem Tod explantiert worden.“ Es müsste hier heißen: „Die 'Spenderin war wenige Minuten nach ihrem Tod explantiert worden.“ Eine Explantation wenige Stunden nach dem Tod wäre das Herz wegen dem Ischämie-Schaden nicht mehr reanimierbar gewesen. Das sollte Mk) als Medizinerin eigentlich wissen. - Einen Absatz später gibt Mk) selbst an, dass die „Konservierung“ für Herz 4-6 Stunden beträgt, d.h. dass es dabei bei etwa 4°C gelagert ist. Tote haben jedoch noch stundenlang Körpertemperatur, dies gilt insbesondere im Brustraum. Die Zellen des Herzens sind nach etwa 30 min. so geschädigt, dass eine Reanimation nicht mehr möglich ist. Daher kann ein Herz, das in einem Toten auch nur eine Stunde nach dem Herztod entnommen wurde, nicht mehr transplantiert werden. 665)Nach Unfall würden keine (starken) Schmerzmittel gegeben bg) „Damit nach einem Unfall bei einer Hirntoddiagnose die Ergebnisse nicht verfälscht werden, erhalten die Unfallopfer keine Schmerz- und Betäubungsmittel.“ (Seite 55) bg) „Kaum ist jemand auf der Autobahn verunglückt, finden Rettungsfahrzeuge vielfach todsicher den Weg zum nächsten Transplantationszentrum. Auf starke Schmerz- und Beruhigungsmittel muss verzichtet werden, da dies die Diagnoseergebnisse verfälschen würde.“ (Seite 56) Auf Seite 55 – so schreibt bg) – würden keine Schmerz- und Betäubungsmittel gegeben, auf Seite 56 würde auf starke Mittel verzichtet. Was soll nun stimmen? Hier wiederspricht sich bg) bereits auf der nächsten Seite. Der Verunglückte wird in das nächste Krankenhaus gebracht, das ihn behandeln kann. Dass Uni-Kliniken oft auch TXZ sind, hat mit der Versorgung der Verunglückten nichts zu tun. - Jeder Verunglückte erhält die Schmerzmittel, die er für seine Verletzung benötigt, nicht mehr und nicht weniger. Da zunächst von Retten und Heilen ausgegangen wird, denkt kein Rettungssanitäter und kein Notarzt beim Einsatz an OS. Was gb) hier beschreibt, geht an der Realität völlig vorbei. Seit es Schmerzmittel gibt, ist es im Rettungsdienst neben dem Aufrechterhalten des Blutkreislaufes die Schmerzfreiheit oberstes Gebot, denn ein schmerzloser Patient quält sich nicht nur, sondern lässt sich auch leichter behandeln96. 666)Pflegekräfte im OP empfinden infernalische Schmerzen bh) zitiert Christine Lang zur Organentnahme mit den Worten: „... Es ist das Bild, die Aussagekraft des Körpers an sich, die das Erleiden dokumentiert und in mir das Phänomen infernalischen Schmerzes und markerschütternder Schmerzensschreie hervorruft.“ (Seite 85) Diesen infernalischen Schmerz empfindet Christine Lang als Zuschauerin, nicht als Patientin. Hier findet eine Übertragung statt, ähnlich wie beim Zuschauern von Grusel- und Horror-Filmen. Alfred Hitchcock war ein Meister dieses Genre. 667)Die riesige Wunde mache es so schrecklich bh) zitiert Monika Grosser mit den Worten: „Nun liegt er da, mit einer riesigen Wundhöhlle, und bietet uns seine Bauchorgane dar. Nie würden sie einen Lebenden so verletzen! Das ist es: diese riesige Wunde, diese unermesslich große Verletzung, die dis so schrecklich sein lässt.“ (Seite 85) Auch bei anderen Bauch-OPs gibt es große Wunden, so z.B. wenn der Darm geplatzt ist. Dann geht es um das Leben des vorliegenden Patienten. - Bei der Organentnahme geht es um das Leben der Organempfänger, die man nicht kennt und nicht sieht. Vor einem liegt nur der Organspender. 668)Der Hirntod verstoße gegen ein wichtiges wissenschaftliches Prinzip an) verweist auf Sabine Müller und zitiert diese, die die HTD als Versuch sieht, „den Tod so zu definieren, dass er den Interessen der Transplantationsmedizin dient“. Dies würde einem wichtigen wissenschaftlichen Prinzip verstoßen: „Obwohl die empirische Hypothese, mit der bisher die These 'Hirntod = Tod' begründet wurde, falsifiziert (widerlegt; Anm. der Redaktion) worden ist, wird diese These nicht aufgegeben, sondern eine neue Begründung eingeführt – die statt auf einer falsifizierbaren empirischen Hypothese auf einer naturphilosophischen Setzung basiert.“ Mit bildgebender Diagnostik kann der Hirntod zweifelsfrei empirisch bewiesen werden: Ein Szintigramm zeigt, dass bei Hirntoten im ganzen Kopfbereich kein Stoffwechsel erfolgt. Ein MRT zeigt, dass sich etwa 7 Tage nach dem Eintritt des Hirntods das Gehirn aufgelöst hat. Obduktionen der Gehirne von Hirntoten zeigen, dass diese Befunde richtig sind. Wenn das keine empirische Wissenschaft ist! Hinzu kommt: Wenn man um bestimmte Abläufe im Kopf weiß, müssen diese nicht noch eigens überprüft werden. Wenn z.B. im Kopf ein großes Blutgefäß geplatzt ist – dies ist mit über 50% die häufigste Ursache für Hirntod – kommen mehrere Faktoren zusammen: Das in das Gehirn strömende Blut erhöht den Hirndruck und zerquetscht dieses physikalisch. Alleine dadurch sterben Gehirnzellen ab. Durch den gestiegenen Hirndruck erfolgt keine Durchblutung des Gehirns. Damit sterben Gehirnzellen ab. Abgestorbene Gehirnzellen quellen auf und erhöhen den Hirndruck. Biologisches Leben der Zellen ist damit im Kopf nicht mehr möglich. Diese Prozesse sind erwiesene Fakten. Wozu soll man in diesen Fällen noch ein EEG oder Szintigramm gemacht werden? Warum soll in diesem Fall nicht die Überprüfung von lebenswichtigen Reflexen zur Feststellung des Hirntods ausreichen? Für andere zum Hirntod führende Ursachen ist es ähnlich. Für die zweifelhaften Fälle darf gerne bildgebende Diagnostik hinzugenommen werden. Die Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD stellt eine Mindestanforderung dar. Sie verbietet keinem Arzt, darüber hinaus noch weitere Untersuchungen anzustellen, wenn er dies in dem vorliegenden Fall für angebracht hält. Alle diese Sonderfälle lassen sich schwerlich in eine Richtlinie packen. 669)Die Organentnahme sei wie auf einem Schlachtfeld bh) über die Aussagen der von ihm interviewte OP-Pflegekräfte: „Diese Pflegekräfte kennen sehr blutige Operationen aus anderen Zusammenhängen und können in diesem Arbeitsbereich mit Blut umgehen. Wenn dann im Zusammenhang mit einer Organentnahme der Begriff 'Schlachtfeld' verwendet wird, dann stellt zumindest diese Pflegekraft selbst den Bezug zum Schlachten her. Das OP-Team ist sich anscheinend auch darüber im Klaren, dass der Anblick des OP´s auch für das Reinigungspersonal sehr belastetnd sein könnte, obwohl auch diese mit Sicherheit öfter einen blutigen OP-Saal säubern müssen. Diese Aussage verdeutlicht, dass eine Organentnahme nicht mit anderen blutigen Op´s zu vergleichen ist“ (Seite 81) „Es sieht aus wie auf einen Schlachtfeld“ ist eine gängige Redewendung, die auch dort verwendet wird, wo kein Blut geflossen ist, z.B. bei einem unaufgeräumten Kinderzimmer oder nach einer Überschwemmung. Daher sollte diese Aussage des OP-Pflegers nicht überbewertet werden. Dass bei der Organentnahme – wie bei jeder anderen OP - Blut fließt, dürfte jedem Kind klar sein und muss nicht eigens betont werden. Bei Notoperationen – z.B. nach großen geplatzten Blutgefäßen – kann es auch dazu kommen, dass Blut auf dem Boden fließt, so dass Tücher auf den Boden zum Aufsaugen des Blutes gelegt werden und das Personal darin rumpatscht97. Aber auch hier wird nicht geschlachtet, sonder versucht, Leben zu retten. Der Hinweis, dass Reinigungskräfte öfters einen blutigen OP zu säubern haben, unterstreicht es, dass nicht nur bei Organentnahmen Blut auch dorthin fließt, wo man es nicht haben will. 670)TX sei der partielle Tod des Empfängers bi) TX „beinhaltet den Tod des kranken Organs und das heißt den partiellen Tod des Empfängers.“ (Seite 107) bi) über die Transplantierten: „Sie müssen sich von ihrem eigenen hochbesetzten kranken Organ trennen und eine Art partiellen Tod erleiden.“ (Seite 111) Im Jahre 2012 wurden rund 2.600 Nieren, 1.100 Leber, je knapp 400 Lungen und Herzen, knapp 200 Bauchspeicheldrüsen und 6 Dünndärme übertragen. Bei Nieren-Tx verbleiben in der Regel die beiden eigenen Nieren im Körper und die transplantierte Niere kommt als 3. Niere hinzu. Bei Herz-Tx gibt es eine seltene Form der TX, dass das transplantierte Herz zum eigenen Herzen dazu kommt. Damit verbleibt in den meisten Fällen das kranke Organ im Transplantierten. Bei Krebs-Operationen wird mitunter auch ein Körperteil (z.B. Lungenlappen bzw. Lungenflügel, Magen) entfernt. Die Patienten sind erleichtert über dies OP, weil damit der Krebs entfernt ist. - Bei Amputationen (z.B. Raucherbein oder nach Unfall auch ein ganzes Gliedmaß (Arm, Bein)) wird ein weitaus größeres Körperteil weggeschnitten. 671)Die Frage nach dem Hirntod als Tod des Menschen dürfe nicht gestellt werden bi) „Viele Fragen dürfen nicht einmal gestellt werden, ohne dass es zu massiven Angriffen kommt, z.B. die Frage, ob man den Hirntod eines Menschen mit dem Tod des ganzen Menschen gleichsetzten darf.“ (Seite 114) Die Frage darf gestellt werden. Es soll jedoch auch die Antwort angenommen werden. Andernfalls ist man ein ewig Zweifelnder, ein Unbelehrbarer oder ein Gegner der TX. 672)Die Frage nach Schmerzempfinden und Reflexen dürfe nicht gestellt werden bi) „Was Reflexe sind und was ein Mensch dabei empfindet, darf nicht erfragt werden, denn es scheint selbstverständlich zu sein, dass er nichts empfindet.“ (Seite 114) Die Frage darf gestellt werden. Es soll jedoch auch die Antwort angenommen werden. Andernfalls ist man ein ewig Zweifelnder, ein Unbelehrbarer oder ein Gegner der TX. Reflexe sind direkte Nervenverbindungen vom Rückenmark zu den Muskeln. Empfindungen erfolgen im Gehirn, was bei einem Hirntoten abgestorben ist. Daher kann er nichts empfinden. - Will dies bi) für sich mal annehmen? 673)Bei der Organentnahme trete der endgültige Tod ein Bi) Bei der Organentnahme „tritt der eigentliche endgültige Tod der ausgenommenen körperlichen Hülle des Patienten ein, keineswegs der Tod der entnommenen Organe.“ ´Md) über OS: „... mit ihrer Entnahme erst der endgültige Tod des Menschen eintritt.“ Wie definieren Bi) und Md) den „endgültigen Tod“? Medizinisch ist es der Hirntod. Biologisch, wenn die letzte Körperzelle keinen Stoffwechsel aufweist. 674)Das Angehörigengespräch braucht Zeit Pc) „Auch was Aufklärung angeht, muss deutlicher gemacht werden, es ist nicht eine Sache von einer halben Stunde. Da wird ein Mensch als 'unumkehrbar Sterbender', das ist ja die Formulierung, mit der man diese Situation beschreibt, eingeliefert oder er wird eben am Leben erhalten, in seinen Lebensabläufen. Und dann muss sich nicht eine Angehörigenfamilie innerhalb einer halben Stunde entscheiden, dass sie soeben gehört haben, der Sohn ist verunglückt. Dann haben sie auch Zeit.“ Mit der Formulierung „unumkehrbar Sterbender“ drückt Pc) aus, dass er auch nicht den Hirntod als Tod des Menschen anerkennt. In dieser Situation wird kaum ein Hirntoter eingeliefert. Die 1. HTD wird meist erst Stunden oder Tage nach dem plötzlichen, zum Hirntod führenden Ereignis in der Klinik durchgeführt. - Hier hat sich Pc) von seinem Sohn, der Arzt ist, unzureichend beraten lassen. Das in der Sendung geschilderte Angehörigengespräch ereignete sich 1985. Dass es über 25 Jahre zurück liegt, wurde nie erwähnt. - In der Zwischenzeit hat die Ärzteschaft aus den Jugendsünden der TX gelernt. Normalerweise werden heute die Hinterbliebenen auf diesem ganzen Weg mitgenommen: Sie werden informiert, dass beabsichtigt wird, eine 1. HTD durchzuführen. Sie werden über das Ergebnis dieser 1. HTD informiert. bis zur 2. HTD müssen mind. 12 Stunden vergehen. Erst danach steht der Hirntod fest. Die Hinterbliebenen haben somit ein Zeitfenster von über 12 Stunden, in denen sie sich mit der Tatsache auseinander setzen können, dass ihr Angehöriger wohl hirntot ist. In diesem Zeitfenster zwischen 1. und 2. HTD können sie ohne Eile alle Fragen anbringen, die sie beschäftigt. In diesen Stunden zwischen der 1. und 2. HTD geschieht mit dem Hirntoten nichts. Lediglich die ersten Untersuchungen (Blut, Urin) laufen an, welche Organe für eine OS in Betracht kommen. Steht mit der 2. HTD der Hirntod fest, sind die Hinterbliebenen nicht überrollt, wie es noch 1985 war. Sie sind informiert und können – wenn kein OSA vorliegt – auch eine tragfähige Entscheidung bezüglich OS fällen. 675)TX hätte Widersprüchlichkeiten Me „Doch statt mögliche Ambivalenzen und Widersprüchlichkeiten der transplantationsmedizinischen Praxis offenzulegen, wird als zumutbare Bürgerpflicht, die jedem Gesellschaftsmitglied obliegt.“ Als Gründe führt Me) auf: der Hirntod sei nicht der Tod des Menschen, eine virtuelle Vergemeinschaftung, ein sozialer Zwang zum Altruismus und eine Vergesellschaftung des eigenen Körpers. Diese Punkte werden noch eigens behandelt. - Hier in Kürze: Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. - Zahlen, Tabellen und Grafiken über Spenderzahlen und auf der Warteliste stehende Patienten sind Fakten, keine virtuelle Vergemeinschaftung. - Der soziale Zwang zum Altruismus mag Me) so empfinden, weil er sich rechtfertigen muss, warum er kein potentieller Organspender ist. - Da Organe eine Spende sind, kann man nicht von einer Vergesellschaftung des eigenen Körpers sprechen. 676)Der Todeszeitpunkt würde bei Hirntoten falsch angegeben werden bt) zum Todeszeitpunkt eines Organspenders: „Zu diesem Zeitpunkt lebt der sterbende Komapatient noch, dem ja erst noch die lebenden Organe entnommen werden sollen. Die praktizierte Lüge zum 'festgelegten Todeszeitpunkt' ist evident.“ Es stimmt insofern, dass die HTD nicht exakt die Uhrzeit angibt, sondern nur die Zeit der Feststellung des Todes. 677)Der Hirntod ermögliche ein flexibles Todesdatum bo) „ Das Kriterium der letzten geleisteten Unterschrift für den Todeszeitpunkt eines Patienten erzeugt, wie Gesa Lindemann an der zeitlichen Struktur der Hirntoddiagnostik verdeutlicht, ein flexibles Sterbedatum: So kann beispielsweise nach der ersten Todesfeststellung an einem Freitag die zweite aufgrund von Personalmangel nicht am Wochenende durchgeführt werden, so dass in diesem Fall der Patient erst am Montag verstirbt.“ Tc) „Wenn z. B. am Wochenende keine Hirntod-Diagnostiker anwesend sind, wird die Todesbestimmung entsprechend verschoben.“ So eine Situation ist durchaus vorstellbar, wobei der Hirntod bereits am Freitag vorgelegen hat, denn sonst wäre die 1. klinische Diagnostik nicht ohne Reflexe verlaufen. Juristischer Todeszeitpunkt ist immer der Abschluss der 2. klinische Diagnostik. Der tatsächliche Eintritt des Hirntods kann nie auf die Stunde genau bestimmt werden. 678)Viele Pfleger würden an ihrer Aufgabe zerbrechen Tc) „Bis zur Organentnahme können Tage oder sogar Wochen vergehen, in denen dieser 'Tote' auf der Intensivstation am Leben gehalten und von den Pflegern sogar besser als die anderen Patienten versorgt werden muss, weil seine Organe und ggf. Gewebe bereits europaweit verplant sind. Viele Pfleger zerbrechen an dieser Aufgabe. Die Mediziner nennen diese Pflege zynisch 'organerhaltende Therapie' oder 'Spenderkonditionierung'. Die Kliniken rechnen diese Tage auf der Intensivstation mit den Krankenkassen ab - für eine Leiche. Erklärung hierzu von den Krankenkassen: Es handele sich um eine vorweggenommene Empfängertherapie (!).“ In den Tagen und Wochen wird der Hirntote nicht am Leben gehalten, sondern sein Blutkreislauf wird aufrecht erhalten. - Vom Personal wird er nicht besser versorgt als zuvor. Es ist nur so, dass Hirntote durch die gestörte oder ausgefallene Homöostase mehr Arbeit machen. - Die Pflegekräfte zerbrechen an dieser Aufgabe, wenn sich zuvor emotionale Bindungen zu dem Patienten bzw. den Angehörigen aufgebaut haben. Dies ist jedoch bei jedem anderen Tod auch zu beobachten. - Die Bezeichnung 'organerhaltende Therapie' oder 'Spenderkonditionierung' benennt wertfrei den Sachverahlt, frei von Zynismus. - Ab Eintritt des Todes kann die Klinik nicht mehr über die Krankenkasse des Verstorbenen abrechnen. Daher läuft ab Feststellung des Hirntodes die Abrechnung über die Krankenkasse der Organempfänger. Für sie wird nun diese Leistung erbracht. 679)Die Entnahmeteams seien von ET organisiert Tc) „ Es sind verschiedene Entnahmeteams anwesend (bis zu 20 Personen, von Eurotransplant organisiert), die 'ihre' angemeldeten Organe entnehmen.“ Die DSO organisiert die Organentnahme, ET teilt nur die Organe zu. 680)Die Pharmaindustrie hätte kein Interesse, die Patienten gesund zu machen Tc) „Wie jeder andere Industriezweig ist auch die Pharmabranche auf Wachstum ausgelegt, um die Aktionäre mit Dividenden erfreuen zu können. Deshalb kann kein Interesse daran bestehen, Patienten gesund zu machen.“ Jeder Betrieb will Gewinn machen. Dass die Pharmaindustrie kein Interesse daran habe, die Menschen gesund zu machen, ist eine haltlose Unterstellung. 681)TX sei für die Pharmaindustrie ein Tc) Für die Pharmaindustrie sei TX ein „'Perpetuum Mobile' entstanden: Die Organe 'halten' im Durchschnitt sieben Jahre, danach wird eine Re-Transplantation notwendig.“ Der Artikel wurde im Jahre 2012 veröffentlicht. Damit könnten die statistischen Zahlen der CTS-Studie über die Funktionsraten der Organe vorgelegen haben. Danach funktionieren nach 5 Jahren knapp 75% der Nieren, über 65% der Herzen und Pankreas und über 50% der Leber und Lungen. An transplantierten Organen stehen für das gleiche Jahr gegenüber: 2.036 Nieren, 1.040 Leber, 362 Herzen, 313 Lungen und 160 Pankreas. Das ergibt einen Schnitt von deutlich mehr als 7 Jahren. 682)Nicht alles Machbare sei erlaubt Tc) „Niemand denkt mehr darüber nach, ob das, was machbar ist, auch gemacht werden darf.“ Als Aussage für sich kann man es nur unterstreichen. Als Gründe wurden angeführt: Kernenergie (Tschernobyl und Fukushima), Stuttgart 21 und die Bemühung, alle Gesunde in Kranke umzuwandeln. Hierzu sei TX zu rechnen. - Was hat TX mit diesen Themen gemeinsam? Da ließe sich auch eine Verbindung zum Autoverkehr herstellen: In den Jahren 1990-2005 (d.h. seit dem Mauerfall) wurden im Land Brandenburg 346 Kinder „dem Autoverkehr geopfert“, so eine Gedenktafel in Potsdam98 Im Jahr 2010 starben in Deutschland über 4.000 Menschen im Straßenverkehr. Sollte er deswegen nicht dringend abgeschafft werden? Wenn den schwer kranken Menschen nicht geholfen wird, sterben sie bzw. haben eine schlechte Lebensqualität. Warum soll man ihnen nicht helfen? Erfüllt ein Nicht-helfen nicht den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung? 683)Ärzte können den Tod letztlich nicht besiegen Tc) Ärzte „ wissen, dass sie den Tod letztlich doch nicht besiegen können, ihm aber z. B. mit der Organtransplantation, wenn auch oft nur kurzfristig, ein Schnippchen schlagen können.“ Soll man deswegen die Ärzte und Krankenhäuser abschaffen? Alles menschliche Bemühen, dem Tod zu entrinnen, wird fehl schlagen. Wir alle sind Sterbende. Soll aber deswegen die ganze Medizin eingestampft werden, einschließlich der Notfall-Medizin? 684)Aus Altersgründen seien Organe nicht mehr transplantierbar Ch) „Vermutlich wohl wissend, daß seine Organe aus Altersgründen nicht mehr transplantationsgeeignet seien, sagte Herzog, er habe das TPG vor Unterzeichnung nach verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten 'sehr genau geprüft und erst dann unterschrieben.'“ In Deutschland gibt es für OS keine Altersgrenze, in Österreich liegt sie bei 90 Jahren. () - Die weltweit älteste Organspenderin hat mit 98 Jahren ihre Niere und ihre Leber gespendet. Dies zeigt, dass es weniger auf das biologische Alter ankommt, als viel mehr auf die Qualität der Organe. 685)Mit TX ändere sich weder der Mensch noch der Grund der TX Ci) „Mit dem Austausch eines Organs ändert sich weder der Mensch noch der Grund für sein Leiden.“ Das ist eine unhaltbare Behauptung. Organempfänger sind sich des erhaltenen Geschenks bewusst. Sie pflegen ihre neue Gesundheit, mehr als wir Gesunde. 686)Organentnahmen würden nachts erfolgen, um sie abzusondern Be) „Diese Organentnahmen finden in den USA und Europa obligatorisch nachts statt, um sie vom sonstigen Krankenhausgeschehen abzusondern.“ Organentnahmen erfolgen meist nachts, nicht obligatorisch. Nicht um sie abzusondern, sondern um den normalen Ablauf (OP-Plan) möglichst wenig zu stören. 687)Organentnahmen würden immer nachts und im Keller erfolgen Cl) „Was auch die Wenigsten wissen, Explantationen werden immer nachts und im Keller der Spitäler vorgenommen.“ Das mag bei Hollywood-Triller so geschehen, aber in keiner Klinik in D/A/CH. Dort werden Organentnahmen immer im OP vorgenommen, gleichgültig in welcher Etage sich diese befinden. Es gibt Kliniken, dort ist der OP in einem der Obergeschoße. 688)Selbsterfahrung eines Verfassers Cp) „Ich wache auf – mir ist kalt. Verschwommen sehe ich große helle Lampen über mir. Dann nehme ich neben mir eine vermummte Gestalt wahr. Sie schaut weg von mir – aber auf meinen Körper, den ich nicht sehen kann, weil ein Tuch den Blick darauf verwehrt. Ich komme immer mehr zu Bewusstsein – und plötzlich weiß ich es wieder: Ich liege auf einem OP-Tisch – nackt – nur mit einem Tuch bedeckt. Als ich mich plötzlich übergeben muss, wird die Gestalt neben mir, die sich als OP-Schwester entpuppt, aufmerksam und verkündet erschreckt, dass ich wach sei. - Ja, das ist mir bei meiner allerersten Operation passiert. Sie dauerte länger als zwei Stunden und die Narkose reichte nicht. Ich war völlig hilflos, konnte mich nicht bewegen. Aber mein Denken, mein Hören, mein Fühlen funktionierte tadellos. Wie schrecklich muss es sein, zu merken, dass die eigenen Organe entnommen werden sollen.“ Bei einer Operation wird nicht mehr Narkosemittel gegeben als notwendig ist. Der Körper von Menschen, die regelmäßig Rauschmittel (harten und weichen Drogen) konsumieren, verarbeitet die Narkotika stärker und schneller, weil er im Umgang mit ihnen geübt ist. Sie brauchen für eine Narkose mehr Narkotika. Somit ist das möglich, was Cp) beschreibt. - Hirntote hingegen brauchen keine Narkotika, weil sie tot sind. 689)Herz-Tx werden vorschnell angeboten Be) „Übersehen werden sollte dabei jedoch nicht: Gemäß einer Studie der Hamburger Universitätsklinik wird in Deutschland die Therapie der Herztransplantation in zwei Dritteln der Fälle vorschnell angeboten!“ () 690)Bei OS würden Organe auch für Forschungszwecken verwendet Bh) „Organspende bedeutet das zur Verfügung stellen von Organen eines lebenden oder verstorbenen Menschen zur Transplantation oder Forschungszwecken.“ Für die Verwendung der Organe zu Forschungszwecken bedarf es einer eigenen Zustimmung. Diese ist nicht mit der Zustimmung zur OS gegeben. Nach § 14 TPG dürfen nur Daten in Grenzen zu Forschungszwecken verwendet werden. 691)Herzstillstand könnte medikamentös behoben werden bv) „In bestimmten Konstellationen könnte es sogar zu einem Herzstillstand kommen, der eine medikamentöse oder mechanische Reanimation erforderlich macht ...“ Herzstillstand kann nie medikamentös behoben werden, sondern immer nur mechanisch oder elektrisch. 692)Wir wüssten nichts über den Zustand der Hirntoten Bm) „Was das für ein Zustand ist, in dem die Patienten zwischen Leben und Tod schweben, weiß man nicht… Aber dennoch werden in ihm heutzutage Menschen für tot erklärt. ... Die noch relativ junge, aber sich rasant entwickelnde Intensivtherapie hinterließ immer mehr Patienten in einem Zwischenzustand zwischen Leben und Tod. Die betroffenen Menschen vegetierten z.T. jahrelang ohne Bewusstsein dahin und ihre Versorgung kostete viel Geld. Ohne die Intensivtherapie wären sie allerdings niemals in diesen Zustand gekommen, sie wären bereits viel früher gestorben.“ Es werden keine Patienten für tot erklärt, sonder der Hirntod festgestellt. - Wir wissen sehr genau, in welchem Zustand Hirntote sind: Wahrnehmung und Bewusstsein sind erloschen, weil die biologische Grundlage hierfür nachweislich abgestorben ist. Hirntote sind in keinem Zwischenstadium, sondern sind tot. 693)o Bm) „Die DSO schreibt in ihrer Bilanz des Jahres 2012, dass 70% der 'Spendeprozesse', wie man hier Organentnahmen nennt, in bis zu 18 Stunden durchgeführt wurden. Mehr als ein Viertel innerhalb von 12 Stunden. So viel oder besser so wenig Zeit hatten die Angehörigen also, um nach der Hirntodfeststellung über die Zustimmung zum 'Spendeprozess' nachzudenken. Lehnen sie dann eine Organspende ab, werden die Maschinen abgeschaltet. Lassen das aber die Angehörigen nicht zu, weil es ihnen zu schnell geht, kann es ihnen passieren, dass die Krankenkasse die Kosten ab Hirntodfeststellung nicht mehr übernimmt. Der Patient gilt als tot und für einen Toten zahlt die Kasse nicht. Die Angehörigen bleiben u.U. auf den Kosten sitzen. Erfolgt jedoch eine Einwilligung, beginnt die 'Spenderkonditionierung'. Leider manchmal sogar schon vorher… Das sind Untersuchungen und Maßnahmen, die man einem Sterbenden ersparen würde und die nun nur noch auf die Vorbereitung der Spenderorgane zielen.“ Die Zeitangaben stimmen. Die Darstellung ist in der Form einer Kritikerin. Die ersten Blutuntersuchungen für die Spenderkonditionierung erfoglen bereits zeitgleich mit der Druchführung der HTD. Schließlich will man bei evtl. festgestelltem Hirntod anhand der Blutwerte bereist sagen können, welche Organe evtl. für die OS in Betracht kommen. Sind alle Organe so schwer geschädigt, dass eine OS nicht in Betracht kommt, braucht niemand um Zustimmung zur OS gefragt werden. Auch muss dann nicht die DSO über den Hirntoten informiert werden, denn es wird in jedem Fall die Therapie beendet. 694)Junge Embryonen - ohne Gehirn – sind keine Toten by) „ Die Embryonalentwicklung zeigt, dass weder das Funktionieren noch überhaupt das Vorhandensein eines Gehirns eine notwendige Voraussetzung für das Leben eines Menschen ist. Warum sollte dann ein Patient, dessen messbare Hirnfunktionen gerade erloschen sind, der aber ansonsten einen lebendigen Leib hat, nicht Teil einer Leib-Seele-Einheit sein können?“ Die befruchtete Eizelle hat den ganzen Bauplan eines Menschen in sich und entwickelt sich somit als Mensch. - Der Hirntote ist ein Mensch, dessen Bewusstsein, Wahrnehmung und zerebrale Reflexe erloschen sind. Damit ist das erloschen, was ihn zum Menschen macht. - Dieser Zustand ist ein künstlicher Zustand, der eines Embryos ein natürlicher Zustand. Das übersieht by) auch. 695)Bewusstlose sind keine Toten by) „Ohne funktionierendes Gehirn ist ein Mensch nicht bei Bewusstsein, er kann nicht denken, keine Entscheidungen treffen, nicht kommunizieren. Aber das können Bewusstlose oder im Tiefschlaf befindliche Menschen auch nicht. Trotzdem sind sie nicht tot.“ Schlafende und Bewusstlose besitzen noch Gehirnaktivitäten. Selbst Komatöse können noch aus ihrem Koma aufwachen, weil ihr Gehirn noch funktioniert. Hirntote ist dieses Möglichkeit mit dem Hirntod erloschen. Daher sind sie Tote, die anderen aber Lebende. 696)Das Gehirn sei für die Lebendigkeit des Körpers nicht zwingen erforderlich by) „Für die Lebendigkeit des menschlichen Körpers an sich ist das Gehirn nicht zwingend erforderlich, da alle anderen Organe ihre Aufgabe erfüllen und Einzelfunktionen des Hirnstamms apparativ bzw. medikamentös substituiert werden können.“ Menschliches Leben zeichnet sich durch ein Mindestmaß an Integrität aus. So wird ein anezephales Kind nach der Geburt nicht künstlich beatmet, weil es keine Eigenatmung besitzt. Mit künstlicher Beatmung könnt man auch Tage, Wochen oder Monate lang dessen Blutkreislauf aufrecht erhalten. Es ist man lässt zu, dass es sein Leben nach der Geburt nicht fortsetzt. 697)Der Tod führt zum Zerfall des Organismus by) „Der Tod, der Verlust des Lebensprinzips, führt dagegen zu einem Zerfall des Organismus, zur Auflösung in seine biologischen und physikalischen Bestandteile. Bei Patienten mit Hirntod-Syndrom ist aber gerade keine zunehmende Desintegration, kein Zerfall der Organe, Gewebe und Zellen zu beobachten.“ Die Annahme, dass der Tod den unmittelbar beginnenden Zerfall des Organismus nach sich zieht, stammt aus der Zeit vor dem Hirntod. - So betrachtet sind Hirntote Tote, deren Zerfall des Organismus durch die Intensivmedizin noch nicht begonnen hat. 698)Der Leib des Hirntoten sei nach wie vor eine Einheit by) „Der Leib des Menschen ist auch im Zustand des 'Hirntodes' eine Einheit, die nicht der Desintegration und dem Zerfall preisgegeben ist.“ Die Mumifizierung ist ein Prozess, der den Leib auch keinem Zerfall preisgibt, dennoch ist eine Mumie ein Toter. - Ein Hirntoter ist ein Toter, dessen Zerfall durch den Einsatz der Intensivmedizin nicht beginnt. Er hat insofern begonnen, als dass das Gehirn abgestorben ist. Es ist ein Organ, für dessen Funktion es keinen Ersatz gibt. 699)Der Organtod des Gehirns sei nicht der Tod des Menschen by) „Der Organtod des Gehirns ist nicht mit dem Tod des Menschen identisch.“ by) „Patienten mit ausgefallener Hirnfunktion sind dem Tod nahe, aber noch nicht tot.“ Sollte es in ferner Zukunft ein künstliches Gehirn geben, so ist der Hirntote noch immer ein Toter, da es kein Backup (Sicherungskopie) des Gehirns gibt Dieses Backup müsste vor Eintritt des Hirntods erstellt werden und nach der Gehirn-Tx wieder zurückgespielt werden können. Solange das nicht gegeben ist, ist ein Hirntoter ein Toter. Hirntote sind daher keine Patienten, sondern Tote. 700)Bei Unsicherheit muss man auf der Seite von Sicherheit bleiben by) „Wo Unsicherheit und Unwissen gegeben sind, muss man *im Zweifel* auf der sicheren Seite bleiben und darf augenscheinlich belebte Patienten nicht vorschnell für tot erklären und als Leichen behandeln.“ Hirntote sind keine belebte Patienten, sondern Tote. Hierzu besteht kein Zweifel. 701)Die Wartefrist in den Kliniken war da, um die Scheintod-Gefahr zu bannen bz) „Die früher in manchen Kliniken üblichen Fristen, die eingehalten werden mussten, bevor ein Leichnam aus dem Bett genommen wurde, spiegeln diesen Umstand gut wieder: man konnte es sich leicht erlauben, den Menschen in Ruhe zu Ende sterben zu lassen (und zudem die Scheintod-Gefahr zu bannen), denn es gab keinen Grund zur Eile.“ Noch heute wird „in manchen Kliniken“ nach dem Tod des Patienten das Fenster geöffnet, damit die Seele hinaus kann. Was beweisen diese o.g. Fristen schon? Dass sie nicht die Scheintod-Gefahr bannen konnten, zeigen die zahlreichen Patente, die noch Vorrichtungen für das Grab auf dem Friedhof angeboten hatten. Die Parallele zur Scheintod-Pandemie ist sehr zutreffen. Heute ist sie um den Hirntod. 702)Die Atmung von Hirntoten könne besser sein als bei anderen Intensivpatienten Ad) „Kein Herz-Schrittmacher, keine Herz-Lungen-Maschine. Und selbst die Atmung kann bei diesen Patienten besser sein als bei so manchen anderen schwerkranken Intensivpatienten. Das muss ja auch so sein, wo sollten sonst die zu transplantierenden Lungen herkommen? Das Atemzentrum funktioniert nicht mehr (das auf und ab des Brustkorbes), der Atmungsprozess als solcher funktioniert aber tadellos.“ Dies suggeriert, als würden Hirntote selbständig atmen. Dies ist falsch. Lediglich der Austausch von Sauerstoff und CO2 kann bei Hirntoten „besser sein als bei so manchen anderen schwerkranken Intensivpatienten.“ Hier wird nicht deutlich gesagt, dass die Eigenatmung erloschen ist und durch künstliche Beatmung ersetzt werden muss. 703) 704) 705) 706)Bei der Organentnahme gäbe es Sprachprobleme Tc) Bei der Organentnahme „gibt es Zeitdruck und Sprachprobleme.“ Welche Spachprobleme? - Hierauf geht Tc) nicht näher ein. Sie werden auch andernorts nicht genannt. 707)Organe sterben höchsten s Minuten nach dem Hirntod Ms) „Zwischen Eintritt des Hirntodes und dem Absterben der übrigen Organe liegen höchstens Minuten.“ Wie erklärt Ms), dass schwangere Hirntote z.T. Monate mit funktionierenden Organen auf der Intensivstation liegen? Wie erklärt sich Ms), dass zwischen der 1 und 2. HTD 12 oder gar 72 Stunden liegen, bei denen die Organe noch immer funkionieren. Sollte hier der Herztod gemeint sein, so ist darauf hinzuweisen, dass der Darm – ist auch ein Organ, sogar transplantierbar - noch 24 Stunden nach dem Herztod arbeitet. 708)o

Juristische Irrtümer

Änderung der Gesetze

709)Es müsste die Hirntod-Debatte wieder aufgenommen werden bz) „Es ist das Ziel dieses Artikels, für eine Wiederaufnahme der Hirntod-Debatte zu plädieren, nicht sie zu Ende zu führen.“ Alle von bz) genannten Argumente gegen den Hirntod als Tod des Menschen lagen bereits in den 90er Jahren vor. Es kam inhaltlich nichts Neues hinzu. Daher muss die Hirntod-Debatte nicht wieder aufgenommen werden. 710)Die Definition des Hirntods sei nicht mit dem GG vereinbar ce) „Die Organentnahme bei Sterbenden steht im Widerspruch zum 5. Gebot und ebenso zu Artikel 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, der den Schutz des Lebens garantiert.“ Mk) „Der Jurist Ralph Weber schreibt: 'Eine Todesdefinition, die sich nicht an der physischen Existenz orientiert, sondern dem Menschen aufgrund des Fehlens bestimmter kognitiver Fähigkeiten das Recht auf sein Leben abspricht, ist schon mit Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes nicht vereinbar. Das bedeutet, dass der Tod des Menschen nur und erst bei einem Funktionsverlust beider wesentlicher Systeme, des Bewusstseins und des physischen Organismus, eintritt.'“ Warum reichte dann der Jurist oder Mk) keine Verfassungsklage ein bzw. warum kamen sie damit nicht durch? - Der Hirntod ist nicht „ aufgrund des Fehlens bestimmter kognitiver Fähigkeiten“, sondern aller geistiger Fähigkeiten, d.h. Bewusstsein und Wahrnehmung sindn erloschen. Daher ist der Hirntod der Tod des Menschen. Damit ist es weder ein Widerspruch zu Artikel 2 GG noch zum 5. Gebot. 711)Das TPG soll geändert werden, um mehr Organe zu bekommen b) „In Deutschland warten rund 8000 Menschen vergeblich auf ein Spenderorgan. Um das zu ändern, fordern Gesundheitsexperten eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes. Demnach sollen Organe nach dem Tod bei jedem entnommen werden können, der nicht ausdrücklich widersprochen hat. Bisher muss der Spender zu Lebzeiten zugestimmt haben.“ Wenn diese Gesetzesänderung wirklich kommen sollte, reiht sich damit Deutschland nur in andere Länder ein, die diese Widerspruchsregelung schon seit Jahren haben. In Europa sind dies Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Damit hat dann auch in Deutschland ein jeder Bürger das Recht, mit einem entsprechenden Ausweis kund zu tun, als Organspender und/oder Organempfänger nicht zur Verfügung zu stehen. Das Problem ist nur: Bisher müssen die Menschen tätig werden, die sich als Organspender zur Verfügung stellen. Nach einer Gesetzesänderung müssten die tätig werden, die hierfür nicht zur Verfügung stehen wollen. Zu diesem Aufwand scheinen diese Menschen nicht bereit zu sein und kämpfen nun gegen eine Gesetzesänderung. Inzwischen ist jedoch die Widerspruchsregelung in Deutschland vom politischen Tisch genommen. Es wird die Erklärungsregelung angegangen. Jeder Bürger soll sich ausdrücklich zur OS erklären. Hierzu hat er drei Möglichkeiten: a)Er erklärt sich im Falle seines Todes als Organspender bereit. b)Er will keinesfalls Organspender sein. c)Er kann/will sich noch nicht entscheiden. Die Politik drängt damit die Deutschen, sich zu erklären (Ja – Nein – Enthaltung), lässt aber jedem Bürger das volle Selbstbestimmungsrecht. 712)Widerspruchsregelung sei nichts für freie, mündige Bürger af) „Zynische Vorschläge des Nationalen Ethikrates erhöhen das Misstrauen in der Bevölkerung noch mehr. Dieser hatte vorgeschlagen, die Widerspruchslösung einzuführen: wer nicht widerspricht, ist Organspender, also wer schweigt ist dafür, dass man ihm Organe entnehmen darf. Diese Lösung rechnet bewusst mit der Trägheit der Menschen, sich bei einer so schwierigen Materie nicht entscheiden zu wollen oder zu können - sie stellt eine Nötigung dar. Mit einer Gesellschaft freier und mündiger Bürger ist eine solche Lösung nicht kompatibel.“ af) zitiert Tröndle mit den Worten: „Dass die enge Zustimmungslösung den Organbedarf der Transplantationsmedizin möglicherweise nicht befriedigen wird, rechtfertigt den Verzicht auf die höchstpersönliche Einwilligung des Spenders nicht.“ Wer kein Testament verfasst, weiß dass damit die gesetzliche Erbfolge eintritt. Jedem Bürger steht es frei, ein Testament zu verfassen. Niemand ist dazu verpflichtet, ein Testament zu verfassen. Die Leidtragenden sind dann oft genug die Erben. Wer sich dann freut, das sind meist die Rechtsanwälte. Wer bei der Widerspruchsregelung nicht widerspricht, der ist Organspender. Das ist weder etwas Zynisches noch etwas Ungesetzliches noch Unmoralisches. Wer die Frage nach OS nicht zu Lebzeiten klärt, der mutet diese Frage den Hinterbliebenen zu, die dann in einer Schocksituation99 damit völlig überfordert sind. 713)Stellvertretende Einwilligung sei nicht zulässig af) „Eine stellvertretende Einwilligung durch Dritte (selbst enge Angehörige) ist in einem so sensiblen Bereich selbstredend nicht möglich, wollen wir die Begriffe Autonomie und Selbstbestimmung nicht zu leeren Worthülsen verkommen lassen.“ ag) „Ob ihr Sterben verlängert werden darf, um Organe zu entnehmen, die das Leiden anderer Menschen lindern oder deren Leben verlängern können, ist daher eine Entscheidung, die nur zu Lebzeiten und nach einem freien, gereiften Entschluß persönlich getroffen werden kann. Wer dürfte sich anmaßen diese Entscheidung für einen anderen zu fällen?“ Wer keine PV verfasst hat und nun mit hoch kritischem Zustand ohne Bewusstsein in der Klinik liegt, für entscheidet ein Dritter, ggf. auch gegen den Willen des Patienten, weil der Wille des Patienten einfach nicht bekannt ist. So kann es vorkommen – und kommt auch vor -, dass der vom Amtsgericht bestellte Betreuer die Beendigung der Therapie beschließt, obwohl der Patient gerne jede Chance genutzt hätte, um möglichst lange zu leben, auch wenn ohne Bewusstsein. Wer seine Autonomie und sein Selbstbestimmungsrecht leben will, der kann ja Vorsorge treffen, mit der PV wie auch mit dem OSA. Wer keine Vorsorge trifft, dem scheint dies unwichtig zu sein. Dann greifen die gesetzlichen Regelungen, weil der Tote zu Lebzeiten es nicht geregelt hat. Ob nun erweiterte Zustimmungsregelung oder Erklärungsregelung, der Staat bemüht sich aufrichtig darum, jedem Bürger seinen Willen zu belassen. Wer jedoch zu Lebzeiten nichts Entsprechendes geregelt hat, für den regelt der Staat, über die OS entscheiden die Hinterbliebenen. 714)Staat könne nur enge Zustimmungsregelung erlassen ce) „Der Staat ist nur dann berechtigt, auf eine Strafbarkeit einer zum Tode führenden Organentnahme zu verzichten, wenn eine ausdrückliche und tragfähige Zustimmung eines aufgeklärten Spenders und ein wirklich irreversibler Sterbeprozess vorliegen.“ Gesetzt den Fall, dass Organspender wirklich bei der Organentnahme sterben würden, so stünde die Aussage von ce) im Widerspruch zum Schwangerschaftsabbruch (SSA): Bei keinem der abgetriebenen Kinder wird die ausdrückliche Zustimmung zum SSA eingeholt. Bei Ihnen wird mit dem SSA kein Sterbeprozess beendet, sondern beginnendes Leben. Die beiteiligten Personen gehen dabei straffrei aus. 715)Es stünden die Belange des Empfängers im Vordergrund af) „Nur die Belange des Empfängers in den Vordergrund zu stellen und dabei die des Spenders weg zu definieren, ist zumindest einseitig.“ Es ist ein ausdrücklicher Wunsch des Spenders, dass im Falle seines Hirntodes seine Organe anderen Menschen zu Nutzen kommen sollen. Wer will ihnen diese Belangen streitig machen? In Anlehnung an die Worte Jesu: „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin?“ (Mt 20,15) lässt sich zur OS sagen: Darf ich mit meinem Tod meine Organe nicht denen geben, die sie brauchen. Oder bist Du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin? In den Fällen, wo keine Erklärung des Hirntoten vorliegt, werden die Hinterbliebenen gefragt. Die entscheiden über die OS, nicht der Staat, auch nicht bei der 2012 gestarteten Erklärungsregelung. Die Belange des Spenders werden somit sehr wohl beachtet, bzw. durch die Entscheidung der Hinterbliebenen versucht zu beachten. 716)Erklärungsregelung sei Nötigung af) „Vorschläge in die Richtung, jeder Bürger soll sich entscheiden, wenn er beispielsweise einen Führerschein beantragt oder anlässlich entsprechender Amtsgänge, kommt einer stillen Nötigung gleich: in einer so schwierigen Materie muss auch akzeptiert werden, dass sich Menschen nicht entscheiden können oder wollen, ob sie bereit sind zu spenden: wer keine höchstpersönliche Bereitschaft/Einwilligung schriftlich verfasst hat ist eben kein Spender - auch das muss respektiert werden.“ Mi) „Wir befürchten sogar eine massive öffentliche moralische Nötigung, wenn es Staatsziel ist, die Organspendebereitschaft zu erhöhen.“ Zu diesem Schritt der Erklärungsregelung sahen sich die Parlamentarier genötigt, weil rund 80% der Bürger OS befürworten, aber nur etwa 10% einen OSA besaßen. Dem stand entgegen: Im Jahre 2010 hatten 7,3% der Organspender schriftlich mit einem OSA ihrer OS zugestimmt, von den Hirntoten 1,7% abgelehnt. Dabei standen 1.296 Organspender 482 Hirntote gegenüber, die die OS verweigerten. D.h. von den 1.876 potentiellen Organspendern des Jahres 2010 stimmten 69% der OS zu, 25,7% nicht. Dies gibt nicht das Meinungsbild in der Bevölkerung wieder. Die Erklärungsregelung soll hier angleichen. - Außerdem wurde schmerzlich festgestellt, dass im Falle des Hirntodes die Hinterbliebenen nach dem Willen des Verstorbenen zu befragen, eine höchst brisante und belastende Angelegenheit ist. Durch die Erklärungsregelung soll dies abgeschafft werden. 717)Äußerungspflicht zur Organentnahme stünde im Widerspruch zum Gesetz f) „Eine Äußerungspflicht zur Organentnahme stünde zudem im Widerspruch zum Patientenverfügungsgesetz, das ausdrücklich verbietet, Menschen zu einer Vorausverfügung für das eigene Sterben zu nötigen. So ist es etwa verboten, eine Heim- oder Krankenhausaufnahme von einer Patientenverfügung abhängig zu machen.“ Neben „Ja“ und „Nein“ kann jeder noch sagen „Kann mich (noch) nicht entscheiden“. Diese Äußerung kann von jedem Deutschen erwartet werden, damit im Falle seines Hirntodes nicht die Hinterbliebenen zu entscheiden haben, zudem noch in einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. 718)Aufruf zur OS sei massive öffentliche Nötigung f) „Weyma Lübbe, Mitglied des Deutschen Ethikrates, kritisiert die massive öffentliche moralische Nötigung, sich zur Organspende bereit zu erklären.“ 2007 veröffentlichte der „Nationale Ethikrat“, wie der „Deutsche Ethikrat“ bis 2008 genannt wurde, die Stellungnahme „Die Zahl der Organspenden erhöhen – Zu einem drängenden Problem der Transplantationsmedizin in Deutschland.“ Weyma Lübbe hatte dieses Papier nicht unterschrieben – aus Protest oder war sie damals noch kein Mitglied des Rates? Weyma Lübbe kritisiert jedenfalls das Papier, das von dem Gremium herausgebracht wurde, dem sie selbst angehört. 719)Keine OS ohne Zustimmung g) und bn) „Das Argument des 'Organmangels' ist keine Rechtfertigung, um billigend in Kauf zu nehmen, dass Organe aus sterbenden Patienten entnommen werden, deren Einverständnis dazu nicht gegeben ist.“ In Deutschland darf der Organspender nicht sterbend sein, sondern muss hirntot sein. Auch muss in Deutschland zur OS das Einverständnis vorliegen. 720)Etwa 95% der Organspender haben nicht selbst zugestimmt A) „Etwa 95 von 100 Menschen, denen Organe entnommen wurden, haben nicht selbst zugestimmt.“ Tc) „Lüge verbunden, da 95 von 100 Menschen, denen Organe entnommen werden, selbst nicht zugestimmt haben.“ Das stimmt so. Im Jahre 2010 waren es 7,3%, die selbst durch einen OSA zugestimmt hatten. In den übrigen 92,7% der Organspenden hatten die Angehörigen stellvertretend für den Hirntoten zugestimmt. Es lässt sich im Umkehrschluss jedoch auch sagen: Von den Hirntoten, denen die Zustimmung zur OS fehlte, hatten nur im Jahre 2010 nur 1,7% widersprochen. - Dabei lag das Zahlenverhältnis 1.296 echte Organspender und 482 potenzielle Organspender, bei denen die Zustimmung zur OS verweigert wurde. Auf die Gesamtzahl der 1.876 Organspender hatten weniger als 1% selbst widersprochen. Dies ist im Einklang mit dem seit 1997 geltenden TPG. Wer damit unzufrieden ist, möge eine entsprechende Änderung des TPG anstreben. Die Bundesregierung bemüht es mit der Erklärungsregelung zu ändern. Jeder soll sich dazu äußern, wie er zur OS steht, damit im Falle seines Todes nicht die Hinterbliebenen gefragt werden müssen. 721)Staat soll nicht so viel Macht über mich gewinnen Eb) „„Ich will nicht, dass der Staat so weit über mich verfügt, dass ich mit einer aktiven Handlung widersprechen muss.“ Der Staat hat darauf zu achten, dass er die Rechte aller im Blick behält, das Recht der Gesunden, der Kranken und der Toten. Jeder Gesunde soll das Recht haben, gesund zu bleiben. Daher gibt es z.B. meldepflichtige Krankheiten und Hygienevorschriften, insbesondere in der Gastronomie. - Jeder Kranke hat das Recht, soweit als möglich wieder gesund zu werden. Daher haben wir das Gesundheistsystem, das auch denen hilft, die selbstverschuldet krank wurden Wenn der Staat erkennt, dass es zu wenig Organspender gibt und Menschen sterben, weil ihnen nicht schnell genug ein für sie passendes Organ zur Verfügung gestellt werden kann, dann hat der Staat im Rahmen seiner Fürsorgepflicht Schritte zu gehen, die diesem Mangel abhilft. Dabei kann es zur Beschneidung von Rechten Einzelner kommen. Vom Deutschen Ethikrat angeregt geht derzeit die deutsche Politik den Weg der Erklärungsregelung, da dies die niedrigste Schwelle des Eingriffs ist. - Es hätte auch die vom Deutschen Ethikrat genannte Notstandsregelung sein können. Dann hätten die Bürger keine Form der Mitbestimmung gehabt. Dann wäre jeder Hirntote automatisch Organspender. Auf diese Weise hätte man die maximal mögliche Anzahl von Organspendern. 722)Bei der Neuregelung ginge es vor allem um mehr Spenderorgane Id) „Bei der Neuregelung des Gesetzes geht es vor allem um eins: ein Mehr an Spenderorganen. Bei der Erklärungslösung müssten sich alle intensiv mit dem Thema Organspende beschäftigen. Dadurch wissen aber auch die Angehörigen besser über den Willen des Verstorbenen Bescheid.“ Es geht bei der Neuregelung des Gesetzes daneben auch darum, das Leid der Hinterbliebenen zu verringern. 2010 lag bei den Organspendern bei 7,3% ein OSA vor, bei 21,8% der mündliche Wille, bei 53,5% der vermutete Wille und in 17,4% entschieden die Hinterbliebenen. D.h. dass bei über 2/3 der Organspender im Grunde die Hinterbliebenen entschieden haben, und das in einer Situation, in der sie zunächst damit zurecht kommen mussten, dass ihr bislang gesunder Angehöriger zumeist mitten aus dem Leben gerissen wurde. Innerhalb weniger Stunden oder Tage, nachdem die Welt noch in Ordnung war, sollten sie nun diese schwerwiegende Entscheidung fällen. Diese Entscheidung ist eine schwere Bürde, erst recht in dieser Situation. Dies belegen die Berichte der Hinterbliebenen, die für ihren Verstorbenen diese Entscheidung fällten.100 723)Erweiterte Zustimmungsregelung sei gesetzeswidrig Ca) „Erweiterte Zustimmungslösung ist gesetzeswidrig! Die Zustimmung zur Organentnahme muss vom Betroffenen zu Lebzeiten selbst schriftlich bestimmt worden sein.“ Cb) „Zustimmen kann daher nur der Spendenwillige zu Lebzeiten selbst.“ Cb) „Weder Angehörige noch Betreuer sind aus unserer Sicht berechtigt, auf Grund des „mutmaßlichen Willens“ zu entscheiden.“ Cb) „Wegen der Tragweite des Eingriffs darf der mutmaßliche Wille – geäußert von Angehörigen oder Betreuern – keine Erlaubnis für eine Explantation sein.“ Wer zu Lebzeiten sich nicht ausdrücklich gegen OS ausspricht, weiß, dass im Falle seines Hirntods seine Hinterbliebenen diese Frage zu entscheiden haben. Wer das nicht haben will, möge vor seinem Hirntod entsprechend handeln. 724)Für die enge Zustimmungsregelung ag) „Daß eine enge Zustimmungslösung seelische Bürden, die nicht selten unterschätzt werden, von den behandelnden Ärzten, den Pflegekräften, den Angehörigen und den Organempfängern nehmen könnte, wäre schließlich ein nicht unwesentliches Ergebnis einer derartigen gesetzlichen Regelung. Wer sich in gereifter Entscheidung dafür ausspricht, eine Verlängerung seines Sterbeprozesses hinzunehmen, damit seine Organe das Leben anderer Menschen retten oder ihr schweres Schicksal lindern, wer sich also zu dieser 'der letzten guten Tat' entschließt, der vollbringt ein Opfer im wahren Sinne des Wortes. Die Teile seines Leibes, die er zur Verpflanzung freigibt, sind dann wirklich ein Geschenk.“ So lautet der vorletzte Absatz von ag). Nachdem er seitenweise gegen OS und HTD gewettert hatte, zeigt er sich nun in einem Absatz als konstruktiver Mitarbeiter in der Diskussion um die TX. - Es stellt sich hierzu die Frage, warum dann erst OS mit Euthanasie und anderen Themen in Verbindung bringen und sie dort in Bausch und Bogen zu verwerfen, um im vorletzten Absatz – und nur hier – doch einzulenken? Der letzte Satz dieses Beitrags lautet: „Die verlässlichste Leitlinie dürfte dann lauten: in dubio pro vita.“ - Also doch: Weil seitenweise Zweifel am Tod von Hirntoten aufgeführt wurden, muss die Behandlung doch fortgesetzt werden. Also doch keine OS. 725)Für Hirntod-Definition eine Einstimmigkeit gefordert Nf) „In der Demokratie gilt: Je gewichtiger ein Thema, desto höher die geforderte Stimmenmehrheit. - Es gibt daher zum Beispiel bei Vereinen Beschlüsse, bei denen eine 5/6 Mehrheit oder gar die Einstimmigkeit gefordert ist. Bei einem Gesetz über ein neues Todeskriteriums ? zum Beispiel Hirntod ? geht es um den höchsten gesellschaftlichen Wert, das Leben eines Menschen. In diesem Fall genügt im Parlament eine einfache Mehrheit.“ Den Zeitpunkt des Todes haben nicht Politiker oder Theologen zu entscheiden, sondern Mediziner. Dies sagte schon Papst Píus XII. 726)Erklärungsregelung dürfe nicht umgesetzt werden av) bezieht sich in seinen Zitaten auf ein Schreiben von Max Otto Bruker an Bundespräsident Joachim Gauck: „Da bisher niemand darüber aufgeklärt werde, dass der Hirntod nicht mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt werden könne, müsse das Vorhaben des Gesetzgebers, die Krankenkassen zu verpflichten, ihre Mitglieder zu einer Erklärung für oder gegen eine Organspende 'nach dem Tod' aufzufordern und zu dokumentieren 'als ein vorsätzliches Vortäuschen falscher Tatsachen“ betrachtet werden.“ Die in dem Schreiben von Max Otto Bruker genannten Gründe, warum ein Hirntoter kein Toter sein soll, bezieht sich ausschließlich auf Aussagen amerikanischer Ärzte. Sie wettern gegen ihre Definition von Hirntod beim Ausfall des Hirnstamms. In Deutschland wird jedoch der Ausfall von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm für die Feststellung des Hirntods gefordert. Daher ist in Deutschland der Hirntod der Tod des Menschen. Daher ist es kein Vortäuschen falscher Tatsachen, wenn man bei der OS vom „nach dem Tod“ spricht. Der Tod ist beim deutschen Gesamthirntod eingetreten. 727)OS sollte erst nach „kompletten“ Tod erfolgen Me) „Die Folgen wären weitreichend: Statt von 'postmortaler Organentnahme' nach festgestelltem (Hirn-)Tod zu sprechen, wäre einzugestehen, erst durch die Organentnahme den 'kompletten' Tod herbeizuführen.“ Der „komplette“ Tod ist nicht definiert, auch nicht von Me). Hier ist der Herztod gemeint. Danach gibt es noch den biologischen und absoluten Tod als definierten Tod. 728)Nur enge Zustimmungslösung wäre gerechtfertigt (2013) Me) „Einem solch schwerwiegenden Eingriff in den Sterbeprozess eines Menschen könnte ausschließlich der Betroffene selbst zustimmen (enge Zustimmungslösung).“ Dafür, dass der Artikel am 15.5.2013 – Deutschland hat seit 19.10.2012 die Erklärungslösung – veröffentlicht wurde, widerspricht Me) auch der Erklärungslösung. Plagt Me) das schlechte Gewissen, weil er „Nein“ ankreuzt? 729)OS würde den Datenschutz und die ärztlich Schweigepflicht verletzen av) „Sollten zudem künftig sämtliche potenziellen 'Spender' in den 'Entnahmekrankenhäuser identifiziert' und an die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) gemeldet werden, führe das 'sowohl die ärztliche Schweigepflicht als auch den Datenschutz ad absurdum.“ Die Krankenhäuser sind bereits jetzt verpflichtet, jeden potenziellen Organspender umgehend an die DSO zu melden. Hier wird weder eine ärztliche Schweigepflicht verletzt noch der Datenschutz. 730)Die Erklärungsregelung sei gekommen, um die Zahl der OS zu heben Bm) zur 2012 eingeführten Erklärungsregelung: „Weil mit dieser Werbeaktion unsere Spendenbereitschaft wieder gesteigert werden soll.“ Die Erklärungsregelung wurde vor allem eingeführt, weil sich zwar über 70% der Bundesbürger für OS aussprechen, aber keine 15% einen OSA hatten. Dies führte dazu, dass im Falle des Hirntods die Hinterbliebenen nach dem Willen des Verstorbenen gefragt werden musste. Dies ist in dieser Situation eine weitere Belastung, die durch diese Gesetzesänderung behoben werden sollte. 731)Das TPG beauftragt mit der [[BÄK]] eine nichtstaatliche Einrichtung bv) „Nach § 16 TPG stellt die Bundesärztekammer den Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft in Richtlinien fest u. a. für die Regelung zur Feststellung des Todes, für die Regeln zur Aufnahme in die Warteliste und die Regeln zur Organvermittlung. Diese Vorschrift zählt in ihrer rechtstechnischen Ausgestaltung, in ihrer verfassungsrechtlichen Problemdimension und in ihrer grundsätzlich verfehlten inhaltlichen Ausrichtung zu den fragwürdigsten des ganzen Regelwerks. Die Bundesärztekammer ist nämlich – anders als es die Bezeichnung vermuten ließe – keine Kammer, sondern ein nicht rechtsfähiger Verein, der dem Bürgerlichen Recht untersteht und dem deshalb grundsätzlich keine hoheitlichen Befugnisse zustehen.“ Der Gesetzgeber hat in den §§ 3, 9 und 16 des TPG festgelegt, dass keine OS vorgenommen darf, ehe nicht „nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“ festgestellt ist. Dies ist die deutsche Definition von Hirntod, der Tod des Menschen. Damit beschreibt der Gesetzgeber eine klare Zielvorgabe, die die [[BÄK]] zu erfüllen haben. - Es ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers, die medizinische Durchführung dieser Festlegung vorzuschreiben. Hierzu fehlt ihm die Fachkompetenz. Daher übertrug er diese der [[BÄK]], den Hirntod nach „ dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft“ (§ 3 TPG) auszuführen. Es gibt in Deutschland zahlreiche Bereiche, in denen der Gesetzgeber nicht bis in das letzte Detail hinein etwas bestimmt, sondern nur Zielvorgaben macht, manchmal noch nicht mal diese: EDV () 732)Beim TPG geht es um Leben und Tod bv) „Entscheidungen in der Transplantationsmedizin sind Entscheidungen über Leben und Tod. Sie betreffen existentielle und elementare grundrechtliche Schutzgüter. Derartige Entscheidungen bedürfen in der Verfassungsrechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland der rechtlichen Einbindung sowie der Legitimation. Sie sind in besonderem Maße auf Objektivität und Transparenz angewiesen.“ Kein Arzt, der die HTD durchführt, entscheidet über Leben und Tod. Er stellt lediglich nach den Regeln der [[BÄK]] den Hirntod fest. Dass der Hirntod der Tod des Menschen ist, legte der Gesetzgeber im TPG fest. - Beim Strafvollzug ist es nicht der Justizvollzugsbeamter, der den Gefangenen festhält, sondern ein staatliches Gericht hat ihn mit Freiheitsentzug bestraft. Der Justizvollzugsbeamter führt nur diese Entscheidung aus. Ähnlich ist es bei der HTD. 733)Die [[BÄK]] sei nicht berechtigt, die Richtlinie zur HTD zu erlassen bv) „Wenn und soweit nämlich die Bundesärztekammer die o. g. 'Richtlinien' erlässt, trifft sie Dritten gegenüber Entscheidungen über Leben und Tod.“ Diese Entscheidung traf der Gesetzgeber in seiner Festlegung des Gesamthirntods (siehe §§ 3, 9 und 16 TPG). 734)Die [[BÄK]] sei nicht berechtigt, die Allokationsregeln zu erlassen bv) „Die Richtlinien bestimmen über die sachliche Reichweite des Lebensgrundrechts gemäß Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und führen – in Zusammenarbeit mit einem anderen privaten Akteur, nämlich Eurotransplant – die Maßstabskriterien und Entscheidungsgrundlagen dafür ein, ob und welcher Patient weiterleben darf und welcher sterben muss (Wartelisten- und Allokationsregeln).“ In allen Notsituationen entscheidet der Arzt, um wen er sich zuerst kümmert, so z.B.: Wenn ein Notarzt zu einer Unfallstelle mit 3 Schwerverletzte kommt, kann er sich nicht allen gleichzeitig zuwenden. Er kümmert sich zunächst mal um den Verunglückten, der keine Lebenszeichen von sich gibt, denn dieser braucht es am dringlichsten, es sei denn, er hat eine mit dem Leben nicht zu vereinbarende Verletzung. Bei der Allokation ist zu berücksichtigen, dass hierfür med. Fachwissen notwendig ist, um entscheiden zu können, ob mit diesen med. Werten noch eine TX erfolgversprechend ist oder nicht.101 Die med. Problematik ist zu komplex, als dass man sie in die Hände von Nichtmedizinern geben könnte. () D/A/CH? 735)Es gäbe keine med. Gründe, eine Heilung zumindest zu versuchen bv) „Es gibt nämlich schlechterdings keine medizinischen Gründe, eine Heilung oder Lebensverlängerung, die möglich und indiziert ist, nicht zu versuchen. Fragen der Organverteilung sind vielmehr Gerechtigkeitsfragen.“ Hier scheint bv) die Mangelverwaltung der Organe noch nicht in seiner ganzen Tragweite bewusst zu sein. - Hier Beispiele mit konkreten Zahlen des Jahres 2012: 2.586 transplantierte Nieren ca. 8.000 wartende Patienten 3.018 Neuanmeldungen 1.097 transplantierte Leber

359 transplantierte Lungen	
346 transplantierte Herzen

Auf eine gespendete Niere warten über drei Patienten,102 hier in diesem Beispiel Patient A, B und C genannt: Wenn man diese Niere Patient A gibt, weil es ihm am schlechtesten geht und er überlebt nicht, so steht für Patienten B und C keine Niere mehr zur Verfügung. Sie müssen ein weiteres Jahr warten. Damit geht es auch ihnen med. schlechter. Gibt man es Patient B, weil er am längsten wartet, es nahezu so schlecht geht wie Patient A und weil die Verträglichkeit am besten ist, so hat Patient B die besten Chancen die transplantierte Niere anzunehmen und lange damit glücklich zu leben. Die TX war dann ein voller Erfolg. Dies ist nur ein sehr vereinfachtes Beispiel für med. Laien. Die Allokation der Organe ist nach einem komplexen Punktesystem aufgebaut, das neben med. Faktoren auch andere berücksichtigt, wie z.B. die Wartezeit. Es versucht möglichst gerecht zu sein, aber auch keines der wertvollen Organe leichtfertig zu riskieren. Jedes Organ, das in einem Empfänger seinen Dienst nicht versieht, ist für die anderen Patienten ein verlorenes Organ. Daher kann es vor allem nur die Aufgabe von Medizinern sein, die Berechnungsgrundlage der Allokation auszuarbeiten. Der Gesetzgeber kann hierbei nur den groben Rahmen abstecken – ähnlich wie bei der HTD. 736)Gegen wen können sich Patienten wehren? bv) „Völlig unklar ist etwa, gegen wen und gegen was und wo eigentlich ein nicht auf die Warteliste aufgenommener, ein fehlerhaft platzierter, ein schlicht übergangener Patient eigentlich klagen soll.“ Die Kriterien für die Aufnahme in die Liste wurden von der [[BÄK]] erstellt. Sie ist die Ansprechpartnerin, wem die Kriterien nicht gefallen. - Wenn man die Kriterien erfüllt, die Ärzte des TXZ jedoch einen Patienten nicht aufnehmen oder wieder von der Liste nehmen, kann gegen die Ärzte des TXZ geklagt werden. - Wo ist das Problem? 737)Wie wehrt man sich gegen ET? 738)bv) „Wie wehrt man sich in Deutschland gegen Entscheidungen der niederländischen Stiftung privaten Rechts Eurotransplant?“ Ms) „Es gibt aus Sicht der Evangelischen Frauen in Deutschland zunehmend Zweifel, ob die Regelung, die Vermittlung der Spendeorgane in diesem Verbund über die Stiftung Eurotransplant zu organisieren, auf Dauer tragfähig ist. Schon mehrfach haben Verfassungsrechtler_innen darauf hingewiesen, dass 'Entscheidungen in der Transplantationsmedizin [...] Entscheidungen über Leben und Tod [sind]. Sie betreffen existenzielle und elementare grundrechtliche Schutzgüter. Derartige Entscheidungen bedürfen in der Verfassungsrechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland der rechtlichen Einbindung sowie der Legitimation.' Eine konkrete Frage, die sich hier stellt, ist zum Beispiel, gegen wen eine Patientin oder ein Patient in Deutschland klagen könnte, die oder der nicht auf die Warteliste für eine bestimmtes Organ aufgenommen wird, über die eine private Stiftung in den Niederlanden entschieden hat.“ ET teilt die Organe auf der Berechnungsgrundlage zu, die von der [[BÄK]] vorgegeben wurde. ET ist somit nur das ausführende Organ. Die [[BÄK]] ist hier der korrekte Ansprechpartner. Gegen diese gilt es zu klagen. - Ms) schrieb hierzu bei by) ab. 739)Die Todesdefinition gehört in die Hände des Staates (Gesetzgebers) bv) „Die Verständigung auf ein bestimmtes Todeskonzept ist nun keineswegs eine Aufgabe, die in die Monopolkompetenz der Medizin fällt. Im Kern geht es nämlich um die normative Frage, wie wir uns das Subjekt denken, von dem wir sagen, es sei (schon) tot oder es lebe (noch). Zur Diskussion steht damit unser Menschenbild und mit ihm zugleich das grundrechtliche Schutzgut 'Leben'.“ Nach § 3 TPG ist eine OS nur zulässig, wenn „der Tod des Organ- oder Gewebespenders nach Regeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist“, sie ist unzulässig, wenn „nicht vor der Entnahme bei dem Organ- oder Gewebespender der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach Verfahrensregeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist.“ - Damit hat der Gesetzgeber, wenn auch nur indirekt, aber dennoch klar zum Ausdruck gebracht, dass der Gesamthirntod der Tod des Menschen ist. Der Gesetzgeber hat dies so formuliert, wenn auch von der [[BÄK]] übernommen. 740)Fazit von bv) bv) „Unzureichend legitimierte Akteure (Bundesärztekammer, Deutsche Stiftung Organtransplantation, Eurotransplant) treffen auf der Grundlage eines inkonsistenten und verfassungsrechtlich mehr als zweifelhaften Todeskonzepts Entscheidungen über Leben und Tod, die nahezu vollständig der rechtsstaatlichen Aufsicht und Kontrolle entzogen sind. Der Gesetzgeber ... muss sich aber darüber im Klaren sein, dass derartige punktuelle Interventionen unzureichend sind. Solange der parlamentarische Gesetzgeber den drängenden verfassungsrechtlichen und medizinethischen Herausforderungen ausweicht, wird die Grundvoraussetzung für eine Erhöhung der Spendenbereitschaft der Bürger weiterhin fehlen – nämlich: das Vertrauen in die Integrität, Legitimität und rechtsstaatliche Rationalität der Transplantationsmedizin.“ [[BÄK]], DSO und ET haben die Befugnisse, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Mehr brauchen sie nicht. - Das Todeskonzept ist korrekt und gesichert. - Dem Gesetzgeber wird von bv) die Verantwortung übertragen, für eine höhere Spendebereitschaft zu sorgen, bv) agiert hingegen bis hinein in das Schlusswort gegen den Hirntod als Tod des Menschen. 741)Die Oranisationen der TX sollten unter staatlicher Kontrolle gestellt werden bw) „Die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland fordert, dass die Organisation der Organtransplantation unter staatliche Kontrolle gestellt wird, damit Manipulationen, Missbrauch und Korruption unterbunden werden können.“ Die staatliche Kontrolle wird weder Manipulation noch Missbrauch verhindern. Hiervor schützen nur wirksame Kontrollen und angemessene Strafen. 742)Das TPG berücksichtigt nicht ausreichend den Stand der Medizin cc) „t. Zudem berücksichtigt das Gesetz nicht in ausreichendem Maße den Stand der medizinischen Forschung und Wissenschaft und löst vorhandene rechtliche Widersprüche nicht auf.“ Es ist nicht Aufgabe des TPG, den genauen Stand der medizinischen Forschung und Wissenschaft zu berücksichtigen. Eine Änderung am TPG ist erst notwendig, wenn der Gesamthirntod nicht weiterhin der Tod des Menschen sein soll. - Wo gibt es rechtliche Widersprüche? 743)Die DSO sei für Anweisungen nicht prädistiniert cc) „Die Koordinierungsstelle kann verbindliche Verfahrensanweisungen nur erlassen, wenn sie als Behörde organisiert ist (z. B. durch Dienstanweisungen)“ Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDO) ist auch kein staatlicher Verband und hat doch höchst wirksame Macht, mit eigenem Prüfsiegel. 744)Die Bundesregierung trage nicht zur Transparenz bei cc) „Die Bundesregierung stellt mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes keine Transparenz her. Weder die Richtlinien über die Zuteilung noch die Vergabekriterien werden transparenter gestaltet.“ Die Richtlinie zur HTD und die Allokation sind Aufgaben der [[BÄK]]. Diese sind von denen öffentlich zugänglich und damit transparent. 745)Die Bundesregierung beachte nicht die Zweifel am Hirntod cc) „Auch hinsichtlich der Hirntoddiagnostik schafft die Bundesregierung keine weitergehende Klarheit und Transparenz. Neuerliche Zweifel, dass der für die Organspende ausschlaggebende Hirntod wirklich der 'richtige' Tod sei, werden nicht berücksichtig.“ Man kann nicht allen Zweiflern gerecht werden, aber den Fakten: Hirntod ist in D/A/CH (Gesamthirntod) der Tod des Menschen. 746)Andere Länder seien auf dem Stand der Zeit cc) „Anders als in anderen Ländern sind in der Bundesrepublik Deutschland keine ausreichenden und dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechenden ethischen Kriterien für die Organentnahme bei Hirntod definiert.“ Österreich und die Schweiz haben auch den Gesamthirntod als Tod des Menschen. Die Richtlinie zur Feststellung ist Aufgabe der Ärzte, in Deutschland der [[BÄK]]. 747)Ängste räumt die Bundesregierung nicht aus cc) „Befürchtungen vieler Menschen, sie könnten als potenzielle Organspenderin oder Organspender im Notfall nicht alle medizinisch notwendigen Leistungen erhalten, bzw. dass trotz anderslautender Patientenverfügung lebensverlängernde Maßnahmen durchgeführt werden, bis ein günstiger Zeitpunkt zur Organentnahme eingetreten ist, tritt die Bundesregierung nicht entgegen.“ Bis zur Feststellung des Hirntods erhält in D/A/CH jeder Patient alle zur Verfügung stehende med. Unterstützung. Die Mär, dass dies mit OSA anders sei, wird von den Kritikern und Politikern der Linken (cc)) erfolgreich betrieben. Eine PV wird erst relevant, wenn kein Hirntod vorliegt. Bis zum Abschluss der HTD ist eine PV uninteressant, da die Intensivmediziner noch versuchen, das Leben zu retten und wieder einem normalen Leben zuzuführen, was ja auch meist klappt. 748)Die [[BÄK]] dürfe nicht den Tod definieren Ms) „Angesichts des grundgesetzlich garantierten Rechts auf Leben ist die Entscheidung des Gesetzgebers, die Definition des Lebensendes der Bundesärztekammer zu übertragen, mehr als fragwürdig. Die Evangelischen Frauen in Deutschland bezweifeln, dass das Gesetz in diesem Punkt einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhalten würde. Denn es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, die Definition des Lebensendes im Kontext der Transplantationsmedizin der medizinischen Wissenschaft (allein) anheimzustellen.“ Ms) darf es gerne ausprobieren, ob dies vor dem Bundesverfassungsgericht stand hält. 749)Es würde nicht reichen, dass die [[BÄK]] einem Ministerium unterstellt ist Ms) „Die vom Deutschen Bundestag am 27.06.2013 beschlossene Absicht, die entsprechenden Richtlinien der Bundesärztekammer unter einen Genehmigungsvorbehalt des Bundesgesundheitsministeriums zu stellen, behebt nicht die grundsätzliche Problematik; aufgrund der weit reichenden Konsequenzen ist die Definition des Lebensendes auch durch eine Überprüfung der Richtlinien durch die Exekutive nicht hinreichend legitimiert.“ Der Gesamthirntod wurde vom Bundestag definiert und vom Bundesrat genehmigt. Die [[BÄK]] hat sich lediglich um die Durchführung der Feststellung zu kümmern. 750)Mediziner können den Tod nur feststellen Ms) „Auf der Grundlage eines gesellschaftlichen Verständigungsprozesses kann nur der Gesetzgeber ggf. bestätigt oder korrigiert durch die Judikative – festlegen, wann im Geltungsbereich des Grundgesetzes Leben endet. Die Medizin kann den Tod feststellen. Definieren kann sie ihn nicht.“ Genau das ist in Deutschland geschehen. (siehe oben, einen Punkt höher) 751)Hirntote würden intensivmedizinisch sterben Ms) „Mindestens wäre von einer bzw. einem Spendebereiten das Wissen darum zu dokumentieren, dass die Bereitschaft zur potenziellen Organ- und Gewebespende im Falle des festgestellten Hirntodes die Einwilligung in sein bzw. ihr Sterben unter intensivmedizinischer Behandlung voraussetzt.“ Bei festgestelltem Hirntod ist das Sterben abgeschlossen. Hirntote sind keine Sterbende, sondern Tote. Daher nennt man sie Hirntote, nicht Hirnsterbende. 752) 753) 754) 755) 756) 757) 758) 759)Im TPG steht nicht, dass der Hirntod der Tod des Menschen ist Ak) „Der 'Hirntod' bedeutet nach dem deutschen Transplantationsgesetz, dass Großhirn, Kleinhirn und Stammhirn einen endgültigen, medizinisch nicht mehr behebbaren Funktionsausfall erlitten haben. An keiner Stelle aber steht im TPG ausdrücklich, dass der Hirntod mit dem Tod des Menschen identisch wäre.“ Dem Buchstaben nach hat Ak) recht, nicht jedoch dem Sinn nach. - In § 3 TPG Abs. 1 heißt es: „Die Entnahme von Organen oder Geweben ist ... nur zulässig, wenn 1.   der Organ- oder Gewebespender in die Entnahme eingewilligt hatte, 2.   der Tod des Organ- oder Gewebespenders nach Regeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist und ...“ In Abs. 2 heißt es: „ Die Entnahme von Organen oder Geweben ist unzulässig, wenn 1.   die Person, deren Tod festgestellt ist, der Organ- oder Gewebeentnahme widersprochen hatte, 2.   nicht vor der Entnahme bei dem Organ- oder Gewebespender der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach Verfahrensregeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist.“ Mit diesen beiden Absätzen ist zwar indirekt, aber dennochklar belegt, dass der Hirntod der Tod des Menschen ist, auch gesetzlich im TPG angegeben.

OS sei Sterbehilfe, Tötung, Mord

Papst Pius XII. (1876-1958) sagte in einer Ansprache am 24.11.1957 zum Problem, das durch die künstliche Beatmung aufkam: „Wenn tiefe Bewusstlosigkeit für permanent befunden wird, dann sind außerordentliche Mittel zur Weiterbehandlung des Lebens nicht obligatorisch. Man kann sie einstellen und dem Patienten erlauben zu sterben.“ Diese Ansprache war 10 Jahre vor der 1. Herz-Tx und 11 Jahre vor der Hirntod-Definition durch die Ad-Hoc-Kommission der Harvard University. Bereits damals erlaubte der Papst, eine sinnlose Weiterbehandlung zu beenden. - Damals sprach niemand von Sterbehilfe, Tötung oder gar Mord. Heute, ein halbes Jahrhundert später, wissen wir, warum diese „tiefe Bewusstlosigkeit“ permanent ist. Diese Menschen sind hirntot. Ihr Bewusstsein, ihre Wahrnehmung und ihre lebensnotwendigen Reflexe sind erloschen. Was sie als Mensch ausmacht, ist nicht mehr, ist Vergangenheit. Daher wurde der Hirntod als neue Todesdefinition eingeführt. Auf diesem geschichtlichen Hintergrund erübrigt sich die Frage, ob bei OS Sterbehilfe, Tötung oder gar Mord vorliegt. 760)OS sei Tyrannis der Masse j) betrachtet Totspende als Mord, wenngleich er dies in seinem Artikel nicht mit eigenen Worten formuliert, sondern ganz geschickt immer nur andere Verfasser zitiert. Waldstein warnt nachdrücklich vor der Entwicklung, die die OS mit sich gebracht hat. „Man kann das mit Tyrannis der Masse übersetzen. Der rasanten Entwicklung in diese Richtung entgegenzuwirken erscheint, menschlich gesprochen, bereits fast als aussichtsloses Bemühen. Dennoch muss alles getan werden, was unter den gegebenen Bedingungen möglich ist.“ Damit sieht sich j) als Retter der Menschenwürde und Menschenrechte. Doch ein Mensch lebt oder hat gelebt. Nach seinem Tod – ob nun Herz- oder Hirntod - ist er ein Leichnam, mit seiner ihm eigenen Würde. Einem Hirntoten nach festgestelltem Hirntod die Rechte eines lebenden Menschen noch zuzusprechen, würde jedem Arzt verbieten, nun für den Hirntoten den Leichenschein zu unterschreiben oder die Geräte abzuschalten. Das hat hier nichts mit Tyrannis der Masse zu tun, sondern einer Verkennung eines wissenschaftlich fundierten und medizinischen allgemein anerkannten Sachverhalt: Ein Hirntoter ist ein Toter. 761)„Leben retten durch Töten?“ j) „Leben retten durch Töten?“ Die Überschrift des Artikels suggeriert, als würden Organspender getötet werden. Dem ist nicht so. Hirntote sind bereits tot. 762)Bei OS beende der Arzt aktiv das Leben des Hirntoten Me) „Die Rolle des Arztes, der – dieser Sichtweise gemäß – in den Sterbeprozess eingreifen und ihn durch Organentnahme aktiv beenden würde, wäre einer grundlegenden kulturellen Umdefinition ausgesetzt.“ Ob Organentnahme oder Abschaltender künstlichen Beatmung, der Arzt greift in beiden Fällen aktiv in den Sterbeprozess eines Toten ein. 763)Vergleich mit Jesus und Maximilian Kolbe ak) „Die Juden haben nichts Gutes getan, als sie Jesus gekreuzigt haben. - Es war Mord! - Es geschah unter Gewaltanwendung! Obschon der Kreuzestod der 'Erlösungstod' für uns alle war. Die NS-Schergen haben nichts Gutes getan, als sie Pater Maximilian Kolbe getötet haben. - Es war Mord! - Es geschah unter Gewaltanwendung! Wenn auch ein Familienvater dadurch gerettet wurde.“ In Zusammenhang von Röm 3,8 (man dürfe nichts Böses tun, auch in guter Absicht) drängen diese Zeilen die Fortsetzung auf: „Die Ärzte haben nichts Gutes getan, als sie die Organe entnommen haben. - Es war Mord! - Es geschah unter Gewaltanwendung! Wenn auch schwer kranken Menschen damit das Leben gerettet wurde.“ Dass diese Phantasie zu Röm 3,8 nicht irrig seien, zeigen die weiteren Worte von ak): „Der Mord durch die Explanteure ist keineswegs unabwendbar - wie der beschlossene und mit Gewalt herbeigeführte Tod im Falle von Pater Maximilian Kolbe.“ Um jemanden zu ermorden, muss das Opfer zur Tatzeit leben. Ist das Opfer hingegen zur Tatzeit bereits tot, kann nie ein Mord geschehen. Hier kommt der Mörder zu spät. 764)TX sei Totschlag oder Mord g) „Hintergrund ist, dass die Explantation lebensnotwendiger Organe aus einem lebenden Menschen juristisch als Totschlag oder auch als Mord gilt. Sie ist weder mit dem deutschen Strafrecht noch mit der ärztlichen Standesethik kompatibel.“ Ba) „Die Kirche erklärt Organtransplantationen als 'Akt der Nächstenliebe' und macht sich unsäglich schuldig an allen oben aufgezeigten seelischen Leiden und weit reichenden negativen Folgen, auch weit über den Tod hinaus. Und die Kirche führt die Menschen auch hinsichtlich des 5. Gebotes "Du sollst nicht töten" in die Irre.“ Ba) „'Du sollst nicht töten.' Doch die Mediziner töten mit kirchlicher Erlaubnis sterbende Menschen, die alle nur erdenkliche Hilfe und seelischen Beistand bräuchten, z. B. beim Loslassen und Abschied nehmen können, auch wenn keine Hirnströme mehr von den groben technischen Instrumenten messbar sind.“ ab) „Da ich weiß, was die Organtransplantation de facto bedeutet, wenn es sich um ein unpaariges lebenswichtiges Organ handelt, und da mir die ethischen, aber auch die anthropologischen Implikationen einer solchen Aktion bewusst sind, bedarf die negative Antwort keiner langen Überlegung. Zudem frage ich mich und so müssten sich auch alle Betroffenen fragen: Was ist das für ein Weiterleben, das nur ermöglicht wurde dadurch, dass ein anderer getötet wurde?“ az) „Jedenfalls wird man davon ausgehen müssen, dass das Hirntod-Kriterium zur Tötung einer weltweit unabsehbar großen Zahl von Menschen führt. Und dazu muss geschwiegen werden, weil diese Tötungen von der Transplantationsmedizin unbedingt gebraucht werden, koste es, was es wolle.“ Bl) „Hirntote Menschen sind in Wirklichkeit sterbende Menschen - die Organentnahme bewirkt erst den eigentlichen Tod, ist Mord.“ Ca) an Bundesgesundheitsminister: „Durch Ihre derzeitige Werbeveranstaltung „Pro-Organspende“ und Ihre Aufforderung an alle Bürger unseres Staates, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen und sich diesbezüglich zu äußern, begehen Sie Rechtsbruch. Ihnen ist die derzeitige rechtswidrige Praxis genau bekannt. Sie wissen, dass Organspender keinesfalls Tote sind, sondern im Sterben liegende, lebende Menschen! Dadurch bringen Sie die Explantationsärzte wissentlich in große Schwierigkeiten, denn diese begehen wissentlich und durch Sie aufgefordert einen Mord! Wir erwarten von Ihnen als Gesundheitsminister, sich für das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung einzusetzen und nicht zu kollektivem Mord aufzurufen.“ Ca) „Organentnahme aus Sterbenskranken ist Mord! Denn erst durch die Organentnahme sterben die Menschen auf dem OP-Tisch (5. Gebot: Du sollst nicht töten!)“ Kd) „Da dies, unverschnörkelt ausgedrückt, die Legalisierung eines Mordes bedeuten würde, um Petra Gehrings Ausführungen einmal aufzugreifen, ist dies natürlich ein 'sehr heißes Eisen'.“ Nb) „Die Hirntod-Definition ermöglicht es, lebende Menschen für tot zu erklären, um sie anschließend zu ermorden.“ Nb) „Moralisch korrekt ist dieser Sachverhalt als Mord oder Selbstmord zu bezeichnen – je nach dem, ob eine Zustimmung des Spenders vorliegt oder nicht.“ Beim Schwangerschaftsabbruch (SSA) – auch dem in den ersten 12 SSW, gemäß der Fristenlösung – wird auf jeden Fall ein Leben zerstört. Hier spricht weder Strafrecht noch ärztliche Standesethik von Totschlag oder gar von Mord. - Nur die kath. Kirche und einige Lebensschützer sprechen bei SSA von Mord. Während es sich bei einem SSA um ein Kind handelt, das das Leben noch vor sich hat, handelt es sich bei einem Organspender um einen Hirntoten, d.h. um einen Toten, der sein ganzes Leben hinter sich hat. Bei ihm sind Körper und Geist bereits getrennt. Jede PV ist weitreichender als der OSA: Damit eine PV in Kraft treten kann, muss der Unterzeichnende lediglich nicht ansprechbar in einem schwer kranken Zustand sein. Er muss sich dabei nicht im Sterbeprozess befinden. Er kann sogar gute Aussichten haben, zum Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und kommunikationsfähig zu gelangen, jedoch als schwerer Pflegefall, und dennoch werden auf Wunsch des Unterzeichneten die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet. - Warum wird hier nicht von Euthanasie, Tötung oder Mord gesprochen? Liegt die Ursache darin, dass die Wahrscheinlichkeit mit halbem Bewusstsein dahinzuvegetieren oder dauerhaft Pflegefall zu sein häufiger vorkommt als der Hirntod? Oder liegt es daran, weil wir uns nicht in rechter Weise über Hirntod informieren und der Hirntod für uns so schwer vorstellbar ist? Die HTD wird nachweislich in den meisten Fällen nicht für die OS benötigt, sondern für die Beendigung einer sinnlosen Therapie. OS steht hier an 2. Stelle. Dies kommt in Deutschland darin zum Ausdruck, dass die Untersuchungen der Organe für eine evtl. OS erst nach Feststellung des Hirntods und Zustimmung zur OS mit den Untersuchungen der evtl. zu transplantierenden Organe begonnen werden darf. Dies schreibt der „Leitfaden für die Organspende“103 der DSO vor. Und schließlich: Wie kann man jemanden töten, der schon tot ist? 765)OS sei Mord bt) „Unter Mord gemäß § 211 StGB versteht das Strafrecht die besonders verwerfliche Tötung eines anderen Menschen. Darunter fallen auch die gefährliche und unmenschliche Tatausführung. Darunter versteht man u.a. die Heimtücke und/oder die Grausamkeit. Heimtückisch handelt, wer die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewußt zur Tat ausnutzt. Arglos ist, wer sich zur Tatzeit eines Angriffes nicht versieht. Das 'Tückische' liegt darin, dass der Tötende sein Opfer in hilfloser Lage überrascht, sodass es dem Anschlag auf sein Leben nicht begegnen kann. Grausam tötet, wer seinem Opfer Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zufügt, die nach Stärke oder Dauer über das für die Tötung erforderliche Maß hinausgehen. Das alles ist bei der Tötung durch Entnahme der lebenden Organe aus dem noch lebenden Körper offensichtlich der Fall, ebenso wie die Tatsache, dass der zu Explantierende ein Opfer ist, das außerstande ist, sich noch wehren zu können.“ Bi) „Die Organentnahme bewirkt erst den eigentlichen Tod = Mord!“ Cp) „Seither muss für die Rettung eines Patienten ein 'Hirntoter' ermordet werden.“ Cr) zum Organspendeausweis der Krankenkasse: „Ganz groß das Motto 'Organspende schenkt Leben', das eigentlich 'Organspende nimmt Leben' heißen müsste.“ Hirntote können nicht ermordet werden, weil sie schon tot sind. 766)OS sei Tötung bf) zitiert Transplantationsmediziner anlässlich der Beratung über das TPG im Jahre 1997 mit den Worten: „Wenn das Gesetz nicht kommt, legen wir die Arbeit nieder, denn dann könnte man uns des Tötens bezichtigen.“ bg) über den Organspender: „Obwohl er noch Rechte als Sterbender auf Leben und körperliche Unversehrtheit besitzt, wird er durch den Akt der Organentnahme getötet.“ (Seite 23) ca) „Der zu Beginn einer Explantation noch lebende komatöse Patient wird während der OP getötet.“ Bk) „Der Preis für ein paar irdische Jahre verlängertes Leibesleben ist hoch. Billigend wird dafür die Tötung eines sterbenskranken Menschen in Kauf genommen.“ Wie die „Dritte Fortschreibung 1997 mit Ergänzungen gemäß Transplantationsgesetz (TPG)“ in der „Richtlinie zur Feststellung des Hirntodes“ bereits ausdrückt, gab es vor dem Jahre 1997 bereits zwei ältere Richtlinien der [[BÄK]] zur HTD. Die Ärzte wollten mit dieser Formulierung Druck auf den Gesetzgeber machen, hatten aber schon seit Jahrzehnten für die OS die ersten beiden Richtlinien der [[BÄK]] als Rechtssicherheit. Hirntote sind Tote und können daher nicht mehr getötet werden. 767)Ärzte seien Erfüllungsgehilfen zum vorzeitigen Tod Bj) „Gaben Angehörige die Erlaubnis dazu, sind sie (meist aus Unwissenheit) ebenso wie der Arzt Erfüllungsgehilfen zum vorzeitigen Tod bzw. bei entsprechenden Motiven des Arztes sogar zu Mord.“ Mit der HTD wird nicht gemordet, sondern der Tod des Menschen festgestellt. 768)OS sei juristisch gerechtfertiges Morden as) „Man überlegt sich nun, die Organentnahme als «justified killing» zu betrachten, als gerechtfertigtes Töten.“ az) „ Die absurde Formel der Transplantationsmedizin lautet: Leben retten durch Töten. Und dieses Töten wird kurzerhand als 'justifiable necessity for procuring transplantable organs' erklärt. Wer kann dieses Töten wirklich rechtfertigen? Das Problem der Förderung der Bereitschaft zur Organspende liegt darin, dass sie die wohl meist nicht bewusste Bereitschaft einschließt, sich töten zu lassen. Und das darf nicht verschwiegen werden.“ Cf) „Nun wird in den USA darüber diskutiert, ob man sich von der Sprachregelung verabschieden soll, Organe nur von Toten zu explantieren, sondern die Organentnahme als 'justified killing', als gerechtfertigtes Töten, zu legalisieren.“ Ga) „Es gibt einfach zwei total gegensätzliche Standpunkte. Da gibt es die Transplantationsmediziner, die den Hirntod als Tod definieren. Und so steht es auch im Organspendeausweis. Es geht aber um den Hirntod. Und nach neuestem Wissen und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist der Hirntod ein Moment im Sterben eines Menschen. Das heißt: Die Organspende wird vorgenommen, wenn ein Mensch noch im Sterben liegt. Heute wird die Organspende diskutiert unter dem Begriff 'justified killing' Und ich denke, das ist der Punkt, dass die Gesellschaft über diese Problematik überhaupt nicht aufgeklärt wird.“ Zum einen muss darauf hingewiesen werden, dass „justified killing“ ein Terminus aus den USA ist. Dort wird in der Tat überlegt, ob man unter Beibehaltung der amerikanischen Definition des Hirnstamm-Todes mit dieser Formulierung weiterhin Organe spenden könne. Der andere Weg wäre, die Amerikaner würden ihre Hirntod-Definition erweitern, hin zu einer Gesamthirntod-Definition, so wie wir es in Deutschland haben.104 - „Leben retten durch Töten“ (az)) ist falsch übersetzt. Es müsste für D/A/CH heißen: „Durch den eigenen Tod anderen Leben schenken.“ Was die Bereitschaft zur OS betrifft: Wer der OS nicht zugestimmt hat, wird nach Feststellung des Hirntods die künstliche Beatmung abgestellt, weil jede weitere Therapie sinnlos ist. Liegt hingegen eine Zustimmung zur OS vor, wird die Therapie in vollem Umfang bis zur Organentnahme fortgesetzt. - Hier stellt sich die Frage: Warum ist es im Falle von OS „justified killing“, im anderen Falle hingegen nicht? 769)OS sei eine strafbare Handlung Cf) „2010 sprach die American Academy of Neurology dem Hirntodkonzept die naturwissenschaftliche Begründung ab. Der Begriff 'justified killing' nennt zwar ehrlich, was bei einer Organentnahme geschieht. Diese Handlung müßte aber in zivilisierten Staaten strafrechtlich verfolgt und verboten werden.“ Das mag für die amerikanische Definition des Hirnstammtods gelten, aber nicht für die in D/A/CH geltende Definition von Gesamthirntod. 770)TX und aktive Sterbehilfe (Euthanasie) im Vergleich g) „Allerdings bestehen zwei wesentliche Unterschiede zwischen der Tötung eines hirntoten Patienten durch Organentnahme und der aktiven Sterbehilfe: Im ersten Fall wird keine Hilfe zum oder beim Sterben geleistet, sondern das Sterben verlängert und erschwert.“ ad) „Faktisch kommt ein Eingreifen in den Sterbeprozess um einer Organtransplantation willen immer der aktiven Euthanasie gleich. Ist es nicht gerechtfertigt, durch aktives Eingreifen einen schmerzlichen und langen Sterbeprozess zu beenden, dann ist es auch nicht gerechtfertigt, Sterbende Organe zu entnehmen, die ihren Tod herbeiführen.“ ba) „Ist nach allem die Tötung des Patienten durch Organentnahme nach Himtod-Diagnose (wie die Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib oder die Präimplantationsselektion - nicht PID: PIS!) eine der vielen heute praktizierten Formen der Euthanasie? Vor deren erneutem Aufkommen wollten unter dem damals noch frischen Eindruck der Euthanasie-Untaten in der Nazizeit die Verfassungsväter des Grundgesetzes (GG) die Deutschen für alle Zukunft schützen. Leider ohne Erfolg: Die Zahl unserer heutigen Euthanasie-Tötungen hat inzwischen diejenigen des Nationalsozialismus, über den wir uns so erhaben fühlen, weit übertroffen. Von der rechtswidrigen Abtreibung bis zur Hirntod-Organtransplantation wird der durch Artikel 2.2 GG jedem Bürger bis zum natürlichen Tod garantierte Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit immer weiter ausgehöhlt.“ bg) „Mit der Verabschiedung des Transplantationsgesetzes wird der Gesetzgeber sich nicht den Vorwurf ersparen können, einen schleichenden Prozess zur Euthanasie Vorschub zu leisten.“ (Seite 65) Ch) „Wiederholt sich die Geschichte der Euthanasie, heute für einen anderen 'guten Zweck'?“ Mk) „Das Hirntodkriterium treibe 'die Medizin in eine Form maskierter Euthanasie', pointiert der Philosoph Robert Spämann.“ Papst Pius XII. erlaubte im Jahre 1957, bei aussichtslosen Situationen die Therapie zu beenden. Bei Hirntoten liegt eine aussichtslose Situation vor. Daher ist es nicht Euthanasie. Euthanasie (griech. „eu“ = gut, richtig, leicht, schön; „thanatos“ = der Tod) steht außerhalb des Nationalsozialismus für eine bewusst gewollte Unterstützung durch eine andere Person, den eigenen Tod herbei zu führen. Da der Hirntote keine eigene Willensäußerung machen kann, ist es Nonsens, hier von Euthanasie zu sprechen. Hierbei muss auch bedacht werden: Bei einem Hirntoten werden auf jeden Fall nach Feststellung des Hirntods die Geräte abgeschaltet. Es ist nur die Frage, ob mit oder ohne OS. Dieses Faktum scheint erfolgreich ausgeblendet zu werden. Bei Schwangerschaftsabbruch hat das Kind das Leben noch vor sich. Ein Hirntoter hat jedoch sein ganzes Leben bereits hinter sich. Das ist der gravierende Unterschied zwischen Schwangerschaftsabbruch und Hirntod. Daher darf beides nicht miteinander verglichen werden. 771)Organentnahme sei aktive Sterbehilfe e) „Eine Entnahme von Lebenden bedeutet aber dann nichts anderes als aktive Sterbehilfe.“ Aktive Sterbehilfe – eigentlich Hilfe zum Suizid oder Tötung auf Verlangen – ist die Verabreichung eines todbringenden Mittels zu dem Ziele, dass dieser Mensch stirbt. Dieser Mensch leidet meist an einer unheilbaren oder tödlichen Krankheit im Endstadium, die er nicht länger ertragen will. OS ist die Entnahme von Organen aus dem Körper eines toten Menschen, bei dem einige wichtige vegetative Körperfunktionen durch Einsatz der Intensivmedizin bislang aufrecht gehalten werden. 772)Man dürfe nicht in den Sterbeprozess eingreifen ad) „Man kann nicht das aktive Eingreifen in den Sterbeprozess eines Menschen, der sterben möchte, als moralisch unerlaubt ansehen, die aktive Beendigung des Sterbeprozesses, um ein Organ zu gewinnen, jedoch als moralisch gerechtfertigt.“ Jede PV – auch die CPV – ist ein aktiver Eingriff in den Sterbeprozess eines Menschen. So kann in der CPV verweigert werden: künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, künstliche Flüssigkeitszufuhr, Dialyse, Antibiotika, Blut oder Blutbestandteile, ja sogar Wiederbelebungsmaßnahmen. Hiervon wird jedem Hirntoten gegeben: künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, künstliche Flüssigkeitszufuhr und bei Bedarf alles andere. Liegt ein Patient künstlich beatmet auf Intensivstation – kein Hirntoter(!) - und man erkennt, dass sein Leben nicht mehr gerettet werden kann und dass jede weitere Behandlung nur noch das Sterben verzögert, kann bei vorliegender CPV, die eine künstliche Beatmung ablehnt, diese dann abgeschaltet werden. Dies ist ein aktiver Eingriff in den Sterbeprozess, den die christlichen Kirchen gut heißen (d.h. moralisch vertretbar) und daher so in die CPV aufgenommen haben. Hier hat scheinbar ad) als kath. Theologe wohl nicht seine Hausaufgaben gemacht. Er sollte sich auf den aktuellen Stand bringen. 773)Organentnahme führe den Tod des Spenders herbei n) „Die Entnahme lebenswichtiger Organe – Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Lungen, Herz – führt den Tod des ‚Spenders‘ herbei.“ bb) „Mit der Entnahme der Organe ist der 'Hirntote' gestorben.“ Die Organentnahme führt nicht den Tod des Spenders herbei, sondern den Zusammenbruch des Blutkreislaufes. Tot ist der Organspender bereits Stunden früher. 774)Organentnahme sei Tötung d) „'Organentnahme von Hirntoten', folgert Müller aus den empirischen Befunden, 'sehe ich als Tötung an.'“ g) „Ein anderes wichtiges Argument ist, dass die Tötung von Patienten durch Ärzte, selbst mit deren Einverständnis, die Arzt-Patienten-Beziehung massiv beschädigt.“ r) „Jede Entnahme von Spendeorganen (nicht selten nach einer Narkosespritze und Abdeckung der Augen des Sterbenden), verursacht die endgültige Tötung des Betroffenen.“ r) „Einen Menschen in seiner Sterbephase (diese erstreckt sich bis zum ersten Moment des eingetretenen Todes) aktiv aus dem Leben zu "befördern", verletzt die Unantastbarkeit des Lebens und das 5. Gebot Gottes.“ s) zitiert Regana Breul: „Es kann und darf nicht sein, dass Menschen unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts oder dem der christlichen Nächstenliebe getötet werden.“ x) „Achtet das Leben und haltet Euch an das Tötungsverbot vom Sinai. Es ist kein Ausdruck von Liebe, der „Königin der Tugenden“, einen Menschen zu töten - auch wenn damit das Leben eines anderen Menschen verlängert werden kann.“ y) „Es sind Lebende bzw. Sterbende, die letztlich durch die Organentnahme - ich sage es mal so schlicht - getötet werden. Die, bis das letzte Organ entnommen ist, beatmet werden. Erst dann sind sie wirklich tot.“ Db) „Ich sehe immer auch den anderen Patienten, der eben nicht tot sein kann, der praktisch auf dem Operationstisch durch die Entnahme des Herzens – das wird meistens als Letztes entnommen – der erst dann zu Ende stirbt. Ich will es nicht so drastisch sagen, dass er getötet wird, aber das ist es ja eigentlich. Ich meine, als Arzt darf man auch nicht töten.“ ab) „Wenn aber nur ein geringfügiger vernünftiger Zweifel besteht, dass man durch die Explantation eines lebenswichtigen Organs eine lebende menschliche Person töten könnte, ist es ethisch geboten, eine solche Handlung zu unterlassen.“ af) „Dieser Tatbestand muss Ausgangspunkt sein für jede medizinische, ethische und rechtliche Reflexion über Organverpflanzung: einen Sterbenden im Hirnversagen (sogenannter 'Hirntoter') deshalb für tot zu erklären, um bei Organentnahme eine Tötung zu umgehen, stellt eine utilitaristische, willkürliche Setzung dar, die mit Redlichkeit als Vorraussetzung für jede ethische Betrachtung nicht zu vereinbaren ist.“ af) „Jede Diskussion zu diesem schwierigen Thema muss aber von der Wirklichkeit ausgehen: der Patient im Hirnversagen ist ein Sterbender, aber kein Toter. Organentnahme beendet phänomenologisch das Leben des Sterbenden, ist als eine Tötung. Diese Tatsache ist für die meisten nicht auszuhalten, daher werden Umdefinitionen vorgenommen.“ bn) „Es sollte sicher ausgeschlossen werden, dass potenzielle Organspender gegen ihren Willen durch die Organentnahme getötet werden und dabei leiden.“ Pa) „Ich bin gegen eine Medizin, die Menschen für andere bei einer Organentnahme umbringt. ... Heute, wo klar ist, dass Organspender Sterbende sind, geht es nicht nur um eine Glaubenssache, sondern es geht darum, dass wir wissen, es sind Sterbende, die wir durch die Organentnahme töten.“ Wie empirisch die genannten Befunde sind, das zeigt die Tatsache, dass man Apalliker als Hirntote bezeichnet, um dann Lebenszeiten von bis zu 14 Jahren ohne künstliche Beatmung aufführen zu können. Wer tot ist, kann nicht getötet werden. 775)OS sei Tötung, so wie Schwangerschaftsabbruch af) „Zum einen muss in aller Deutlichkeit festgehalten werden, dass durch Umdefinitionen sich eine Tötung nicht umgehen lässt. Zum zweiten: diese Figur existiert in der Medizin sowie im Rechtsleben bereits seit längerer Zeit. Der Schwangerschaftsabbruch stellt biologisch und rechtlich zweifelsohne die Tötung des Embryos dar. Unter bestimmten Bedingungen (u.A. Beratung, Indikation) die gesetzlich geregelt sind, ist diese Tötung straffrei.“ ak) „So legte man Anfang der siebziger Jahre in Deutschland im § 219 StGB per Definition den Beginn des menschlichen Lebens mit vollendeter Einnistung des jungen Menschen in der Gebärmutter fest, und man war die Sorge um die abtreibende Haupt- oder Teilwirkung verschiedener sog. Verhütungsmittel los.“ Schwangerschaftsabbruch ist Tötung, weil dieses Kind die Potenz (Fähigkeit) besitzt, sich zu einem erwachsenen Menschen weiterzuentwickeln. OS ist keine Tötung, weil der Hirntote nur die Potenz besitzt, dass auch noch seine übrigen 97% der Körperzellen absterben. Die Trennung von Körper und Geist ist bei ihm bereits vollzogen. Hier scheinten die Verfasser Schwierigkeiten mit der Potenz zu haben. 776)OS sei Selbstmord, stellvertretende Entscheidung sei Mord Bi) „Wer einer Organspende zustimmt, stimmt de facto seinem Selbstmord zu. Erlaubnis erteilende Angehörige stimmen de facto der Sterbehilfe bzw. Mord zu.“ Wer Organe spendet, ist bereits tot. Daher kann es weder Selbstmord noch Mord sein. 777)OS seit Aufruf zur Tötung, Hilfe zum Selbstmord Bk) und Mg) „Freiwillige Organspende beim Hirntod ist ein Aufruf zur eigenen Tötung, Hilfe zum Selbstmord. Dies kann auch nicht gerechtfertigt werden mit 'niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde' (Joh 15,13)“ Da der Hirntod der Tod des Menschen ist, kann OS weder Tötung noch Selbstmord sein. Bei Hirntoten wird ohne OS die künstliche Beatmung abgestellt, was binnen weniger Minuten zum Herztod führt. 778)Stimmen Hinterbliebene zur OS zu, so würden sie Mord zustimmen Bk) und Mg) „Erteilen Angehörige die Erlaubnis, so stimmen sie der aktiven Sterbehilfe bzw. Mord zu.“ Da Hirntote bereits tot sind, können sie nicht mehr getötet werden. 779)OS befände sich zwischen Mord und Totschlag Tc) „Nach den Erkenntnissen verschiedenster Persönlichkeiten und Ethik-Kommissionen (Hirntote werden erst mit der Organentnahme getötet), bewegen sich die Mediziner in der Nähe einer Grauzone um die §§ 211 und 212 Strafgesetzbuch (StGB) - Mord bzw. Totschlag.“ Diese Sichtweise hat man nur, wenn man den Hirntod nicht als Tod des Menschen anerkennt. 780)Hirntod sei Tötung, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden Bb) „Warum also das neue Wort 'Hirntod'? Darum: für tot erklären, um zu töten. Ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.“ Ist „Herztod“ dann auch ein neues Wort? - Der Hirntod wurde als Tod des Menschen definiert, weil er dieses de Facto auch ist. 781)Ärzte, die Organe entnehmen, sein Mörder Bb) „Organentnahme ist das chirurgische Öffnen des Körpers eines Lebenden, der durch diesen Eingriff stirbt. Schon beim Ansetzen des Skalpells und der Säge ist es beschlossene Sache, daß der Patient nach dem Eingriff tot sein wird. Organentnahme ist die wissentlich und willentlich herbeigeführte Tötung des Operierten. Lebende Organe können nur von Lebenden entnommen werden. Jeder Arzt, der Organe entnimmt, ist ein Mörder. Das ist die Rechtslage.“ Die Rechtslage ist: Hirntote sind Tote. Daher kann man sie nicht töten.

Kontrolle bei der TX

782)Es würde die rechtsstaatliche und parlamentarische Kontrolle fehlen Ea) „Die Leute, die das bestimmen und festlegen, das ist der nicht rechtsfähige Verein Bundesärztekammer, es macht die Deutsche Stiftung Organtransplantation, eine private Stiftung, Eurotransplant ist auch eine private Stiftung, die über die Vergabepraxis in Europa entscheiden. Das hat keine rechtsstaatliche und keine parlamentarische Kontrolle.“ In diesem einen Satz – diesen vier Zeilen – stecken eine ganze Reihe sachlicher Fehler: Die Bundesärztekammer ist ein nichteingetragener Verein ohne eigene Rechsfähigkeit. „Als Arbeitsgemeinschaft der 17 deutschen Ärztekammern (diese hingegen sind gesetzliche errichtete Körperschaften des öffentlichen Rechts) wirkt die Bundesärztekammer am gesundheitspolitischen Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft mit. Die Bundesärztekammer unterstützt die Arbeit der Ärztekammern und nimmt dabei mittelbar auch gesetzliche Aufgaben wahr. Unmittelbare gesetzliche Aufgaben sind der Bundesärztekammer unter anderem im Rahmen der Qualitätssicherung sowie der Transplantationsgesetzgebung zugewachsen.“105 Ein Gremien der [[BÄK]] ist ihr „Wissenschaftlicher Beirat“. Dieser „setzt sich zusammen aus fast 40 Wissenschaftlern aus allen Fachbereichen der Medizin. Seine Aufgaben sind die Beratung bei medizinisch-wissenschaftlichen Fragen, die bei der Vorbereitung und Durchführung von Gesetzen im Bereich des Gesundheitswesens und der ärztlichen Berufsausübung auftreten; die Erarbeitung von Leit- bzw. Richtlinien zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren und Methoden unter Berücksichtigung von ethischen Aspekten.“106 Im TPG ist die [[BÄK]] als normative Einrichtung eigens genannt. Auch wenn die [[BÄK]] kein eingetragener Verein ist, so stellte Werner Bartens diese in ein völlig falsches Licht: Die [[BÄK]] hat zusammen mit ihrem wissenschaftlichen Beirat vom TPG klare Aufgaben erhalten, weil es in Deutschland keine vergleichbare Organisation gibt, die diese erfüllen könnte. Die DSO legt nichts fest. Sie ist für die Koordination der TX in Deutschland zuständig. Sie hat dabei nach den Vorgaben des TPG und der [[BÄK]] zu verfahren. Die DSO ist somit nur das ausführende Organ dessen, was TPG und [[BÄK]] festlegen. ET entscheidet nicht über die Vergabepraxis in Europa. - Jedes ET-Land entscheidet selbst über die Vergabepraxis. Für Deutschland bestimmt die [[BÄK]] die Kriterien, nach denen die Organe zuzuteilen sind. Die Zuteilung erfolgt durch einen Computer, der anhand der reinen Daten und Zuweisungsrichtlinien die Organe zuteilt. An diese Vorgaben der einzelnen ET-Länder hat sich ET bei der Zuteilung der Organe zu halten. Somit ist auch ET nur ausführendes Organ, was die einzelnen ET-Länder bestimmen. Alleine die Existenz des TPG beweist, dass die gesamte TX einer rechtsstaatlichen wie auch parlamentarischen Kontrolle unterliegt. Sie ist aufgeteilt in: Die Legislative erließ das TPG. In ihm ist die [[BÄK]] mit ihren verschiedenen Aufgaben zur TX 11 Mal namentlich genannt. Die DSO und ET sind ausführende Organe zur TX, auf der Grundlage von TPG und den Richtlinien der [[BÄK]]: Die DSO koordiniert die OS, ET weist die Organe zu. Damit ist auch das Kriterium der Trennung von Koordination und Zuteilung im TPG erfüllt. Die vom TPG an die [[BÄK]] übertragene Aufgaben zur OS sind: § 11Abs. 1 [[BÄK]] u.a. beauftragen geeignete Einrichtungen zur Koordination der OS. § 11 Abs. 2 [[BÄK]] u.a. regeln die Aufgaben der Koordinierungsstelle. § 11 Abs. 3 [[BÄK]] u.a. überwachen die Einhaltung der Vertragsbestimmungen. § 12 Abs. 1 [[BÄK]] u.a. errichten oder beauftragen eine geeignete Vermittlungsstelle. § 12 Abs. 4 [[BÄK]] u.a. regeln die Aufgaben der Vermittlungsstelle. § 12 Abs. 5 [[BÄK]] u.a. überwachen die Einhaltung der Vertragsbestimmungen. § 16 Abs. 1 [[BÄK]] stellt den Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft in Richtlinien fest für: die Regeln zur Feststellung des Todes die Regeln zur Aufnahme in die Wartelisten die ärztliche Beurteilung der Organe die Regeln der Organvermittlung die Anforderungen für die Qualitätssicherung § 16 a [[BÄK]] u.a. sind zu hören, wenn Änderungen der Rechtsverordnungen zu TX anstehen. § 16b [[BÄK]] kann die Richtlinien für die Gewebespende festlegen. Unter der Seite http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.45.8858 kann jeder die „Richtlinien zur Transplantationsmedizin“ einsehen bzw. herunterladen. Es sind dies die Themen: Feststellung des Hirntodes Wartelistenführung und Organvermittlung Spendermeldung – ärztliche Beurteilung Spenderschutz – medizinische Beurteilung Maßnahmen zur Qualitätssicherung Organe aus anderen Ländern (außerhalb des ET-Bereichs) Die [[BÄK]] ist somit keine lose Gruppe von einigen Ärzten, wie Ea) die [[BÄK]] darstellte, sondern ein Gremium, das vom TPG Kompetenz und Verantwortung zur TX übertragen bekam. Die gesamte TX steht unter rechtsstaatlicher wie auch parlamentarischer Kontrolle. - Mit dieser Aussage über die [[BÄK]], die DSO und ET kam bei Ea) offensichtlich wieder der Ärztehasser durch (Eines seiner Bücher lautet: Das Ärztehasserbuch. Ein Insider packt aus). Es spricht für sich, dass eine Sendung diesen Mann als einzigen Mediziner zu einer Diskussion über TX einlädt. Es zeigt auf, dass es diesen Sendungen allein um Einschaltquoten geht. Denn ginge es diesen Sendungen wahrhaft um Information und Aufklärung zu diesem Thema, dann würde zumindest ein Arzt eingeladen werden, der die Position der Mehrheit vertritt. So aber entsteht der Eindruck, dass dieser Außenseiter von Arzt die ärztliche Meinung vertrete. Es war Frank-Walter Steinmeier, der in der Sendung zu dieser o.g. Äußerung die notwendige Korrekturen anbrachte: „Das muss man mindestens in zwei Punkten einschränken: Die Deutsche Stiftung Organtransplantation und Eurotransplant, die definieren nicht den Hirntod. Das macht schon die Ärztekammer. Und ich weiß nicht, ob es die bessere Alternative wäre, wenn die Politiker den Todeszeitpunkt definieren, oder ob es nicht gut und richtig ist, dass wir uns daran orientieren, was in Ihrem Metier, im medizinischen Metier ...“, hier wurde er von Dr. Bartens unterbrochen. 783)Ein nicht rechtsfähiger Verein habe eine juristische Definition getroffen Tc) Mit der Hirntod-Definition „versucht der nicht eingetragene und damit nicht rechtsfähige Verein Bundesärztekammer ... den Erkenntnissen zur Hirntoddefinition eine solide medizinisch-naturwissenschaftliche Basis zu geben, obwohl diese neue Todesart zunehmend nicht als wissenschaftliche, sondern als juristische Definition angesehen wird.“ Da jeder Tod noch immer medizin-wissenschaftlich bewiesen wird, ist es zunächst mal eine Aufgabe der Mediziner, diesen festzustellen. Es ist Aufgabe der Juristen, zu definieren, was als Tod anzusehen ist. So haben in D/A/CH die Juristen sich nicht für den amerikanischen Hirnstammtod entschieden, sondern für den Gesamthirntod. Dies kommt im TPG (Aufgabe der Juristen) zum Ausdruck. 784)Es sei verfassungswidrig, die HTD von der [[BÄK]] vornehmen zu lassen Cc) und Ea) „Es ist verfassungswidrig, dass die im Transplantationsgesetz (TPG) verankerte Definition des Todes von der Bundesärztekammer vorgenommen wurde. Schließlich obliegt die Gesetzgebung des Bundes nach Artikel 77 GG dem Deutschen Bundestag und nach Maßgabe des Artikels 50GG in den dafür vorgesehenen Fällen auch dem Bundesrat. Die Bundesärztekammer hingegen ist ihrer Rechtsform nach ein nicht rechtsfähiger Verein, auf den gemäß §54 Satz 1 BGB die Vorschriften über die Gesellschaft bürgerlichen Rechts Anwendung finden.“ Ms) „Die Medizin kann den Tod feststellen. Definieren kann sie ihn nicht. Genau das passiert aber nach derzeitiger Gesetzeslage in der Transplantationsmedizin: die Medizin definiert den Hirntod als Tod“. Es ist auffallend, dass sich die Worte von Ea) und Cc) so gleichen. Hat Ea) bei Cc) es gelesen oder gegengelesen oder gar für Cc) verfasst? - Minister hatten jedenfalls für solcherlei Plagiate schon abdanken müssen. Wer kann denn noch treffender den Tod definieren als Ärzte? Sicherlich nicht Politiker! Wenn ich operiert werden muss, dann will ich, dass dies von einem Chirurgen vorgenommen wird, nicht von einem Politiker. Um so mehr wünsche ich mir das an meinem Lebensende. - Hier ist Fachkenntnis gefragt. Diese haben hierbei die Ärzte. Daher delegierten die Politiker die Todesdefinition und die HTD an die [[BÄK]]. Papst Pius XII. sagte zu dieser Fragestellung im Jahre 1957: "Es ist Aufgabe des Arztes, den Tod und den Todeseintritt klar und eindeutig zu definieren." - Papst Johannes Paul II. griff dieses Zitat im Zusammenhang der Frage um den Hirntod auf.

OS und PV

785)OS und PV würden sich widersprechen Ms) „Dieser Sterbeprozess kann nur dann aufgehalten werden, wenn die Patientin / der Patient unmittelbar nach Eintritt des Hirntodes künstlich beatmet und intensivmedizinisch behandelt wird oder dies bereits vor Eintritt des Hirntodes wurde. Erst dann kann eine Hirntoddiagnostik durchgeführt werden. Organspender_in kann also nur werden, wer eine intensivmedizinische Versorgung uneingeschränkt für sich akzeptiert. Dies steht – und das ist vielen nicht bewusst – im Konflikt mit einer Patient_innenverfügung, sofern dort lebenserhaltende Maßnahmen und intensivmedizinische Versorgung explizit ausgeschlossen wurden.“ Auch hier zeigt sich das Nichtwissen von Ms) über den Ablauf: Bei Einlieferung in die weiß niemand vom Hirntod bzw. liegt dieser noch nicht vor. Wenn Ms) einen Weg nennen kann, um hier schneller und sicher den Hirntod zu diagnostizieren, möge sich Ms) bei der [[BÄK]] melden. - Das Ziel allen ärztlichen Handelns gilt dem Retten des Lebens und der Erhalt der Gesundheit. Aufgrund der vorhandenen Informationen handeln die Ärzte entsprechend. Nach Stunden oder Tagen zeigt sich jedoch, dass sich der Patient nicht so verhält, wie andere Patienten. Es drängt sich der Verdacht des Hirntods auf. Die HTD schafft Klarheit. Liegt Hirntod und Zustimmung zur OS vor, geht es zur Organentnahme. Liegt Hirntod und keine Zustimmung zur OS vor, wird die Therapie beendet. Liegt kein Hirntod vor, wird nach PV verfahren. - Es hängt somit alles am Ausgang der HTD. Eine PV wird erst relevant, wenn die medizinische Aussichtslosigkeit klar ist. 786)Widersprüche zwischen OSA und PV Ms) „Widersprüchlichen Willensbekundungen in Organspendeausweis und Patient_innenverfügung ziehen erhebliche ethische und auch rechtliche Probleme nach sich bei der Entscheidung, ob bei einer Patientin oder einem Patienten mit (möglichem) Hirntod die intensivmedizinische Behandlung zum Zweck der Organ- und Gewebeentnahme fortgeführt werden darf.“ Die PV zielt darauf ab, das Sterben nicht künstlich zu verlängern. Beim Hirntod ist das Sterben bereits abgeschlossen. Es geht bei der OS nur noch um die Organentnahme. Diese erfolgt in rund 70% der Fälle binnen 18 Stunden nach der Feststellung des Hirntods, bei rund 25% binnen 12 Stunden. 787) 788) 789) 790) 791) 792) 793)o

Organhandel

1993 forderte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine weltweite Ächtung von Organhandel. - In Deutschland steht Organhandel seit der Verabschiedung des TPG im Jahre 1997 unter Strafe. Selbst der Versuch ist strafbar. - Im Jahre 2008 hat die International Transplantation Society auf der Konferenz in Istanbul eine Deklaration verabschiedet, die Organhandel weltweit verbietet. - Papst Benedikt XVI. sagte vor der Päpstlichen Akademie für das Leben am 7.11.2008 in Rom zum Organhandel: „Die Missbräuche bei Transplantationen und der Organhandel, der häufig unschuldige Menschen wie Kinder betrifft, müssen von der Gemeinschaft der Wissenschaftler und Mediziner sofort und geeint als unannehmbare Praktiken abgelehnt werden. Sie sind daher entschieden als verabscheuungswürdig zu verurteilen.“107 Trotz alle dem: Es ist unbestritten, es gibt in einigen Ländern Organhandel, leider. 794)Du sollst nicht stehlen: Das Geschäft mit der Transplantation n) „Die Organempfänger sind nicht nur Patienten, sondern auch Kunden des Gesundheitssystems, für dessen Leistungen bezahlt wird. ... Zwar ist der Organhandel geächtet, doch wird auch Gewebe entnommen. 2006 wurden in der Schweiz 927 Gewebeentnahmen durchgeführt (497 Knochen, 419 Augenhornhäute, 10 Herzklappen und je ein Knorpel und eine Amnionmembran). Mit aufgearbeiteten Geweben läßt sich auf legalem Weg Geld verdienen.“ Wer sich als Organspender zur Verfügung gestellt hat, der stimmt damit auch der Gewebeentnahme zu. Will er hiervon – ob Organ oder Gewebe - etwas ausschließen, so hat er hierzu die Möglichkeit. - Es handelt sich hierbei daher keineswegs um Diebstahl, wie es in der Überschrift zu diesem Zitat von n) genannt ist. 795)Wegen Organhandel ist man gegen OS Pg) hat ihren OSA vernichtet: „Ich hatte ganz lange Zeit einen Organspendeausweis, habe mich dann aber ganz strikt dagegen entschieden, allerdings auf einem ganz anderen Hintergrund, den wir hier noch gar nicht diskutiert haben, nämlich den Handel mit Organen. Man liest und sieht im Fernsehen auch häufiger Berichte darüber.“ Es gibt weltweit Organhandel, leider. - Es ist jedoch auch so, dass kein Organ, das in einem ET-Land entnommen wird, in den weltweiten Organhandel fließt, sondern nur den Menschen zugute kommt, die in einem ET-Land leben, ganz ohne Organhandel. Die Zuteilung der Organe erfolgt in den ET-Ländern ganz ohne Zahlung für ein Organ. 796)Weltweiter Organhandel aa) „In der 3. Welt ist Organhandel ein Tagesgeschäft. Kinder werden zum Zwecke der Organentnahme gezeugt und umgebracht. Menschen werden von der Straße weggefangen und als Organspender gegen ihren Willen oder ohne ihr Wissen missbraucht. Leichen, denen Organe fehlen, werden auf Müllhalden gefunden. Seit Jahren können wir so etwas in der Zeitung lesen. Wir vermeiden es, einen Zusammenhang zu unserem zivilisierten Europa zu sehen. Doch der Bedarf hier bei uns schafft überhaupt erst die Notwendigkeit, Menschen, wo auch immer auf der Welt sie leben, Organe zu entnehmen.“ Gg) „Außerdem würde ein derartiges Gesetz dem illegalen Organhandel entgegenwirken. Und ganz ehrlich: Mir ist es lieber, dass man einem Toten Organe entnimmt, als wehrlosen Kindern aus Dritten-Welt-Ländern, die oft auf Grund der katastophalen hygienischen Bedingungen nach dem Organklau sterben.“ Der gesamte Ablauf einer TX ist klar geregelt und gegen alle Möglichkeiten der Manipulation abgesichert. Kein deutsches Tx-Zentrum kann es sich erlauben, auch nur ein auf dem Weltmarkt angebotenes Organ anzunehmen. Wenn es aa) stört, dass in anderen Ländern Organhandel zugelassen, toleriert oder strafrechtlich zu wenig verfolgt werden, kann sich aa) gerne dafür einsetzen, dass dies anders wird. - Das von aa) aufgezeigte Bild, dass wir in Deutschland Organe aus dem Welthandel aufkaufen (werden), ist ein Trugbild. Der Beitrag von Gg) verdeutlicht das Armutszeugnis, dass 14 Jahre nach Einführung des TPG dieses kaum bekannt ist. Darin verbietet Deutschland Organhandel eindeutig und umfassend, d.h. auch keine gehandelten Organe nach Deutschland lässt. Wer dies dennoch tut, macht sich strafbar. Bereits der Versuch dazu ist strafbar. - Es ist ein Armutszeugnis, dass von Fernsehsendungen zwar das Thema Organhandel aufgegriffen wird, dann aber nicht korrekt aufgeklärt wird. Damit verbreiten diese Sendungen das Zerrbild von Organhandel. 797)Europäischer Organhandel aa) und Bi) und Mo) „Über Organverteilerstellen werden sie wie Ware angeboten und in Europa verteilt. ... Der Mensch verkommt zum Sonderangebot, tiefgefroren bis zur Verwertung. Wollen wir das wirklich oder sollten wir nicht endlich Einhalt gebieten?“ Für Deutschland und einigen anderen europäischen Staaten gibt es nur ET als die eine Vermittlungsstelle. Dort werden die Organe nicht angeboten, sondern gemeldet. Ein Computerprogramm bei ET sucht nach den Richtlinien der [[BÄK]] für die Verteilung der Organe die geeigneten Empfänger aus. Keines der Organe aus den ET-Ländern wird als Ware angeboten, schon gar nicht als Sonderangebot, denn für das Organ selbst fließt kein Geld. Es wird nur die Arbeit und der Aufwand pro Organ vergütet. Wer anderes behauptet, sagt die Unwahrheit. Keines der im Organhandel angebotenen Organe ist tiefgefroren. Einfrieren würde das Organ unbrauchbar machen. - Auch hier zeigt sich die mangelnde Fachkenntnis von aa), die zwar über Organhandel schreibt, aber keine Ahnung hat, wie es abläuft. Was aa) mit diesen Formulierungen beabsichtigt, ist in der Überschrift zu finden: „Organspende – nie wieder!“ 798)Es soll ein kontrollierter Organhandel erfolgen Gc) „Die Spendenbereitschaft ist nicht sehr hoch. Allein moralische Appelle reichen nicht. Das heißt, wir müssen finanzielle Anreize schaffen. Das ist für mich letztlich eine Frage der Vernunft.“ § 17 TPG verbietet Organ- und Gewebehandel.

Dies wurde auch in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt. 

„Das wichtigste Argument für die Ablehnung einer finanziellen Regelung zur Organspende besteht in der großen Gefahr eines Organmarktes und damit einer „Zwei-Klassen-Medizin“, die den Wert eines Menschen nicht nach seinem Menschsein an sich, sondern nach seiner Kaufkraft bemisst. Zudem bestünde Gefahr, dass beispielsweise arme Menschen aus Entwicklungsländern aus finanziellen Motiven der Organabgabe zustimmen – verbunden mit der Gefahr lebensbedrohlicher Situationen. Nicht zuletzt sind gerade der altruistische Gedanke der Spende ohne Gegenleistung und auch der Solidarität das Fundament der Organspende. Eine Kommerzialisierung dieses Spendeaktes könnte dazu führen, dass dessen Akzeptanz in der Bevölkerung abnimmt.“108 799)In Münchens TXZ hätte man für Organe bezahlt Sb) „In den Münchner Kliniken stehen die Organanwärter Schlange. Darunter auch solche mit dicken Geldbündeln und kranken Lebern. Und so kann es vielleicht kommen, dass Unfallopfer schon mal 'standrechtlich' für 'hirntot' erklärt werden.“ Jeder Kranke mit noch so dickem Geldbündel bekommt in Deutschland nur ein über ET vermitteltes Organ. In ET entscheidet nach klaren Vorgaben ein Computer über die Zuteilung der Organe. Den interessiert kein Geld, sehr wohl aber der Strom, damit er funktionieren kann. Dieser ist jedoch sichergestellt. Daher kann es in Deutschland gar nicht vorkommen, dass ein Unfallopfer „schon mal“für hirntot erklärt wird. 800)Organhandel wäre auch in Deutschland möglich gewesen Tb) „Er hätte den Handel auch in Südafrika, den USA oder Deutschland abwickeln können, sagt Verlinsky.“ Das TPG verbietet in Deutschland für Ärzte und Patienten Organhandel. Jedes gespendete und eingesetzte Organ muss über ET vermittelt werden. Daher wäre es in Deutschland nicht möglich gewesen. 801)Deutsche würden sich in Indien eine Niere einsetzen lassen Tb) „Engländer und Deutsche fliegen nach Indien“ zum Kauf einer Niere. Das war noch vor der Verabschiedung des TPG im Jahre 1997. Daher ist zumindest der im Jahre 2005 veröffentlichte Bericht falsch, denn wer sich als Patient im Ausland ein Organ kauf, wird in Deutschland juristisch dafür belangt. 802)Weltweit mind. 10.000 illegal verpflanzte Nieren Cm) „66.000 Menschen erhalten jährlich eine neue Niere, mehr als 20.000 eine Leber und etwa 5.300 ein Herz. Die WHO schätzt, dass noch etwa 10% zusätzliche illegale Organverpflanzungen vorgenommen werden. Diese Eischätzung kann auf keinen Fall der Realität entsprechen, denn nach den Recherchen der UNO werden jedes Jahr mindestens 10.000 Nieren illegal verpflanzt und viele Forscher gehen davon aus, dass es bei mehr als 20.000 illegale Verpflanzungen sind.“ In D/A/CH steht Organhandel unter Strafe. 803)Je ärmer die Menschen, desto bereiter zum Verkauf der Niere Tb) „'Je ärmer ein potenzieller Verkäufer, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Verkauf seiner Niere jedes Risiko lohnt', schrieb etwa die britische Philosophin Janet Radcliffe-Richards mit anderen Autoren im Fachblatt The Lancet. Auch den Reichen verbiete ja niemand einen gefährlichen Freizeitsport oder einen hoch dotierten, riskanten Job. Da sei es schwer einzusehen, warum man nun gerade die Armen vor sich selbst schützen müsse.“ Dies ist eine traurige Wahrheit mit verwerflichem Charkater. 804)Deutsche würden in der Dritten Welt sich ein Organ kaufen Ms) „So reisen beispielsweise wohlhabende Deutsche, die krank sind, in ein asiatisches, afrikanisches oder lateinamerikanisches Land, um dort ein Organ zu kaufen und sich implantieren zu lassen .“ Als Quelle hierzu wird angegeben: www.aerzteblatt.de/nachrichten/50933/transplan tationstourismus-ist-weltweit-zurueckgegangen-aber-nicht-gestoppt vom 18.7.2012. Hierin wird mit keinem Wort erwähnt, dass „Deutsche“ in Dritte-Welt-Länder reisen, um sich dort ein Organ einsetzen zu lassen. Würde dies in Deutschland bekannt werden, z.B. durch einen späteren Krankenhausaufenthalt in Deutschland, würde dieser Patient wegen Organhandel der Staatsanwaltschaft überstellt werden. - Das ist ein Beispiel wie aus einer sachlichen Information eine Unwahrheit wird. 805)Angeblicher Strafbestand gegen [[BÄK]] und DSO Bb) „Straftatbestand: Mord und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die Genannten sind die Manager und Marketingstrategen des Organhandels. Unter dem Vorwand 'Hirntod' werden Patienten getötet. Das 'Hirntodkonzept' ist ein ärztliches Tötungs-Konzept. Das Mordmerkmal 'Habgier' ist erfüllt. Der organisatorische Zusammenschluß und der gemeinsame Wille zur Begehung der Morde erfüllen den Tatbestand der kriminellen Vereinigung. Es ist Anklage zu erheben. Des weiteren ist Anklage zu erheben auch gegen all diejenigen Ärzte, die bei der Bundesärztekammer und bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation täterschaftlich in den Organhandel eingebunden sind. Die Namen dieser Mittäter am Tötungsgeschäft sind von der Staatsanwaltschaft zu ermitteln.“ Hierbei hat Bb) übersehen, dass die [[BÄK]] und die DSO hierzu von der Bundesregierung dazu beauftragt wurde. Es handelt sich daher hierbei um Auftragsmord. Hinzu kommt, dass der Deutsche Ethikrat dies vorgeschlagen und das Bundesverfassungsgericht dagegen keine Einwände hatte. - Des weiteren übersah Bb), dass die Anzeige alle Merkmale einer Verschwörungstheorie besitzt.

Besitzrechte an Körper und Organen

806)Die Kontrollrechte über den eigenen Körper seien nicht eindeutig geregelt bm) „Auch das Eigentum am und damit verbundene Kontroll rechte über den eigenen Körper sind nicht eindeutig geregelt: Während der Handel mit Organen verboten ist, kann entnommenes Körpermaterial für Forschungszwecke genutzt werden.“ Im § 3 TPG (seit 1997) steht klar, dass die OS nur zulässig ist, wenn der „Organ- oder Gewebespender in die Entnahme eingewilligt hatte“. Liegt von ihm keine Erklärung (für oder gegen OS) vor, ist in § 4 TPG klar geregelt, wer dann zustimmen oder widersprechen darf. - Das Heft trägt den Titel: „Organspende und Selbstbestimmung“ Auch „Körpermatierial“ unterliegt der Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen bzw. seinen Hinterbliebenen. Da es nicht Bestandteil der OS ist, steht es nicht im TPG. Das StGB und und einige Bestattungsgesetze nennen für Tote Verfügungsberechtigte. Deren Zustimmung muss eingeholt werden, wenn „Körpermaterial“ für Forschungszwecke verwendet werden soll. So heißt es in § 168 StGB: „Wer unbefugt aus dem Gewahrsam des Berechtigten den Körper oder Teile des Körpers eines verstorbenen Menschen, eine tote Leibesfrucht, Teile einer solchen oder die Asche eines verstorbenen Menschen wegnimmt oder wer daran beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ 807)Wem gehört der Körper? Me) „Im Kern zielen diese Debatten auf die Frage, wem der eigene lebendige bzw. tote Körper gehören soll.“ Der Körper gehört der Person, denn jede Person ist Körper und Geist. Dies kommt z.B. darin zum Ausdruck, dass man selbst zustimmen muss, wenn der Arzt an diesem Körper eine Operation vornehmen möchte. Er hat bei der betreffenden Person hierzu die Einwilligung einzuholen. - Dies ist nicht der Kern der Debatten. 808)Niemand hat Anspruch auf den Körper eines anderen bp) „ Wir gehen davon aus, dass alle Menschen über sich selbst verfügen dürfen. Vor diesem Hintergrund kann Eigentum, das heißt Rechte anderer an unserem Körper, wohl keine Rolle spielen.“ Richtig. Das tut es auch nicht im Bereich der OS. Hierfür ist die Zustimmung notwendig. 809)Man dürfe nicht stellvertretend zur OS Ja sagen Be) „So werden also ggfls. Angehörige etwas spenden, das ihnen gar nicht gehört“ Die Hinterbliebene sind die Verfügungsberechtigten von Toten. Damit können sie entscheiden, ob die OS möglich ist oder nicht, ob Feuer- oder Erdbestattung u.v.a.m. 810)OS sei nicht möglich, da man nicht verfügungsberechtigt sei Mh) „Was heißt dann 'Organspende', wenn ich nicht verfügungsberechtigt bin?“ Ich bin mein Körper, meine Geist, meine Seele. Niemand kann mir meinen Körper nehmen, ohne dass ich selbst Schaden nehme. Einen stärkeren Ausdruck an Besitz gibt es nicht. Mit diesem meinen Besitz darf ich machen, was ich will. Dies gilt insbesondere für die Zeit meines Todes. 811)Der Staat schreibt den Umgang mit Organen vor bp) „ Da die Weitergabe von Organen an andere in Deutschland streng reguliert ist, ist auch unsere Verfügungsgewalt über unsere eigenen Organe, wenn sie aus dem Körper entfernt werden, entsprechend eingeschränkt. Der Staat schreibt uns also vor, wie wir mit aus dem Körper entfernten Teilen umzugehen haben.“ Sachlich absolut richtig – damit kein Missbrauch mit den gespendeten Organen betrieben wird, z.B. damit Organhandel unmöglich gemacht wird. Diese Richtlinien sind frei nachzulesen. - Außerdem sind die Organe eine Spende an schwer kranke Menschen. Der Staat achtet mit seinen Gesetzen darauf, dass die Organe auch dort ankommen, wo sie als Spende auch gedacht sind. 812)Kein verfüttern an wilde Tiere bp) „So wäre beispielsweise eine testamentarische Verfügung, unseren Körper nach dem Tod an wilde Tiere verfüttern zu lassen, ungültig, während uns zu Lebzeiten vielleicht niemand daran hindern würde, uns von denselben Tieren auffressen zu lassen.“ Tc) „Nach dem Tod darf nicht einmal der Mensch selbst mit seinem Leichnam machen lassen, was ihm während seines Lebens gerade in den Sinn kam. So wäre beispielsweise eine testamentarische Verfügung, den Körper nach dem Tod an wilde Tiere verfüttern zu lassen, ungültig, während zu Lebzeiten ihn niemand daran hindern würde, sich von denselben Tieren auffressen zu lassen. Damit möchte der Staat gewisse Praktiken verhindern, die er für unsittlich hält.“ Wenn jemand beobachtet werden würde, der sich lebend an wilde Tiere verfüttern lassen will, würde wegen Selbstgefährdung stationär in die Psychiatrie eingewiesen werden. - Ansonsten steht das Recht auf Selbstbestimmung höher als andere ethische Regeln. Dies kommt insbesondere bei bewusst ungesunder Lebensweise (z.B. harte und weiche Drogen) zum Ausdruck. Da der Mensch seine Würde auch durch den Tod nicht verliert und Tote für sich nicht eintreten können, achtet der Staat darauf, dass auch mit Toten würdevoll umgegangen wird. Ein verfüttern an Tiere ist würdelos – gleichgültig ob an wilde oder zahme Tiere. Dann ist auch eine Körperspende an ein pathologische Institut unsittlich? Sind nicht einige Bestattungsformen dann nicht auch unsittlich, wie z.B. die Promession.109 813)Trotz pluralistischer Gesellschaft keinen Freischein im Umgang mit Toten bp) „ Offensichtlich ist auch unsere pluralistische Gesellschaft nicht bereit, alle möglichen Arten des Umgangs mit dem toten Körper zu ertragen und macht deshalb genaue Vorschriften, wie mit dem Körper umzugehen ist.“ Ta) „Unsere Selbstbestimmung wird mit Füssen getreten ...“ In der Spalte daneben weist bp) auf die Möglichkeit hin, den Leichnam an wilde Tiere zu verfüttern bzw. verfüttern zu lassen. - Bei allem Pluralismus, ein Mindestmaß an guten Sitten ist bei allem einzuhalten. Wenn man selbst nicht dazu bereit ist, muss an dieser Stelle eben der Staat einschreiten.

Sonstige juristische Irrtümer

814)In Deutschland dürfe man seit 1997 nur von Toten Organe entnehmen Ms) „In Deutschland dürfen – sofern es sich nicht um Lebendspende handelt – seit Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes von 1997 Organe nur Toten entnommen werden.“ Auch wenn es in Deutschland vor 1997 kein TPG gab, so durften auch vor 1997 eine Organentnahme nur bei Hirntoten erfolgen. Hierzu gab es von der [[BÄK]] auch vor 1997 entsprechende Richtlinien für die Feststellung des Hirntods. 815)Erklärung dürfe nicht von den Bürgern verlangt werden Ak) „Eine Entscheidung des Einzelnen über eine derart höchstpersönliche Frage darf den Bürgern nicht gesetzlich durch den Staat notorisch aufgedrängt werden, schon gar nicht ohne eine vorherige detaillierte Aufklärung über die ethischen und rechtlichen Probleme des so genannten Hirntodes, der im Gesetz indessen als solcher nicht einmal erwähnt wird.“ Und warum dürfe der Staat diese Erklärung nicht verlangen? Ist es besser, wenn die Hinterbliebenen in der Situation des Hirntods stellvertretend die Entscheidung fällten? 816)Die Befragung bedränge und bevormunde die Bürger Ak) „Die regelmäßige Abfrage durch die Krankenkassen und die Dokumentation der Antworten in der elektronischen Gesundheitskarte bedrängt und bevormundet die Bürger und Bürgerinnen in unverhältnismäßiger Weise.“ Der Bürger wird nur befragt, es wird nicht über ihn bestimmt. Daher ist es weder eine Bedrängung noch eine Bevormundung. 817)Die Befragung verletze das Recht auf informationelle Selbstbestimmung Ak) „Ferner wird durch die Regelmäßigkeit und die Dokumentation auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt und damit eine nicht unerhebliche Einschränkung des vom Grundgesetz geschützten Persönlichkeitsrechts der Bürgerinnen und Bürger verfügt.“ Wenn es wirklich ein Verstoß gegen das GG ist, kann Ak) erfolgreich gegen dieses im Herbst 2012 geänderte TPG klagen. 818)Hinterbliebene dürften nicht für Hirntote entscheiden ca) „Dabei ist zunächst festzustellen, dass der Begriff 'Organspende' von der Transplantationsmedizin in den überwiegenden Fällen missbraucht wird. Denn die 'erweiterte Zustimmungslösung' des Transplantationsgesetzes erlaubt, entgegen den Verboten des Betreuungsgesetzes, Angehörigen, über das Schicksal eines sterbenden Menschen zu entscheiden, und zwar zu dessen Lasten. Diese erteilen in der Regel die Zustimmung zur Organentnahme und „spenden“ damit etwas, was ihnen nicht gehört.“ Im Betreuungsgesetz haben die Angehörigen oder eine andere vom Amtsgericht eingesetzte Person über die Behandlung eines nicht ansprechbaren Patienten zu entscheiden, wenn keine PV vorliegt. Hierbei haben sie nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten zu richten. Gleiches gilt bei OS auch für Hirntote. Dort lässt jedoch das TPG nur Hinterbliebene zu. - Da die Hinterbliebenen im Sinne des Hirntoten handeln sollen, wird deren Wille erfüllt, auch der Wille der OS. 819)OS sei Körperverletzung mit tödlichen Folgen ca) „Denn strafrechtlich setzt zur Abwehr einer Strafe wegen Körperverletzung jeder medizinische Eingriff eine Einwilligung des Patienten nach vorheriger Aufklärung voraus. Hier wird aber aus gutem Grund darauf verzichtet, da es sich um einen nicht indizierten fremdnützigen Eingriff handelt, der letztlich der Organbeschaffung dient und für den Betroffenen tödliche Folgen hat.“ Bereits das Messen von Blutzucker und das Verabreichen von einer Injektion stellt einen Körperverletzung dar. Mit der Zustimmung zur OS hat die Person auch dieser Form der Körperverletzung zugestimmt. Diese hat keine tödlichen Folgen, da der Tod bereits vor Durchführung der HTD eingetreten ist. 820) 821) 822) 823) 824) 825) 826)Die Verteilungsgerechtigkeit sei ungelöst Mf) „ Ungelöst: Verteilungsgerechtigkeit.“ Gerechtigkeit ist schwer zu leben. Den von der [[BÄK]] beschrittene Weg mit dem Punktesystem bei der Zuteilung der Organe berücksichtigt viele Faktoren und kommt der Gerechtigkeit sehr nahe. Wenn Mf) hier Verbesserungen einbringen will, darf er das gerne. Dadurch wird er jedoch angreifbar, weil er Stellung bezieht. 827)HTD sei eine gefährliche Körperverletzung Tc) Im Zusammenhang mit „Geschäftsführung ohne Auftrag“ zur HTD: „Bei den Tests zur Hirntodfeststellung handelt es sich noch um einen Patienten, aber es liegt kein Notfall vor (Patient liegt ja bereits im Krankenhaus) und es wird auf keinen Fall zu seinem Wohle, sondern ganz im Gegenteil zum Wohle unbekannter Dritter gehandelt. Damit ist ein Verstoß gegen § 223a StGB - gefährliche Körperverletzung – gegeben.“ Die HTD hat das Ziel, den Patienten vom Hirntoten zu unterscheiden. Hirntote brauchen nicht weiter therapiert zu werden, da sie tot sind. Damit erfüllt auch die HTD eine „Geschäftsführung ohne Auftrag“ und stellt keine gefährliche Körperverletzung dar. 828)Sammelanzeige wurde zurückgewiesen bt) „Als ich mich einer Sammelanzeige wegen Mordes gegen Organtransplanteure anschloß, teilte mir die Staatsanwaltschaft in Berlin mit, das Verfahren sei eingestellt worden mangels Tatverdachtes. Die Politik habe darauf erkannt, dass 'gehirntot = tot sei'. Einen toten Patienten könne man durch die Organentnahme nicht mehr töten!“ Richtig, einen Toten kann man nicht mehr töten, auch nicht durch Organentnahme. 829)Die Weitergabe der Daten verstoße gegen den Datenschutz Tc) „Gemäß Transplantationsgesetz gibt es eine Meldepflicht und die europaweite Bekanntgabe von Hirntoten mit ihren intimsten persönlichen Daten. Das ist ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht und gegen den Datenschutz.“ Wenn Tc) Recht hätte, hatten denn die Datenschützer bei der Verabschiedung des TPG geschlafen oder waren sie im Urlaub? - Die Daten werden verschlüsselt weitergegeben. Damit steht es im Einklang mit dem Datenschutz. 830)Angehörigenbefragung verstoße gegen das Eigentumsrecht Tc) „ Mit der Angehörigenbefragung werden diese aufgefordert, etwas zu spenden, das ihnen gar nicht gehört.“ Die Hinterbliebenen werden nur bei hirntoten Kindern gefragt, was sie wollen. In allen anderen Fällen wird gefragt, was die Einstellung des Hirntoten war. Es geht um Erfüllung seines Willens, nicht um den der Hinterbliebenen. 831)Hirntot ist Ende des Vertragsverhältnisses mit der Krankenkasse y) „Sobald der Hirntod festgestellt ist, erlischt das Vertragsverhältnis mit der eigenen Krankenkasse. Es gibt dann sozusagen zwei Optionen. Wenn der Totenschein ausgefüllt ist, wird den Patienten, die nicht als Organspender in Frage kommen, die Beatmung abgestellt. Organspender hingegen, die ebenso für tot erklärt wurden, werden weiter beatmet und mit allem versorgt, was für die ,lebendfrische' Organentnahme notwendig ist.“ Hier hat y) die hirntote Schwangere als 3. Möglichkeit übersehen, die noch bis zur Entbindung ihres Kindes an der künstlichen Beatmung angeschlossen bleibt. Ansonsten hat y) die Situation in allen Punkten faktisch korrekt aufgeführt. 832)Durch Unterschrift wird man zur Leiche Tc) „Mit ihrer Unterschrift, Datum und Uhrzeit verwandeln die beiden Ärzte einen eben noch lebenden Patienten in eine Leiche.“ Durch Unterschrift wird man auch beim Herztod zur Leiche. Hier geht voraus, dass der Arzt 2 Stunden nach dem Herzstillstand die sicheren Todeszeichen kontrolliert. Beim Hirntod wird statt dessen die HTD durchgeführt. 833)Künstliche Beatmung rettet den Menschen, 2 Unterschriften würden ihn töten Tc) „Und das Paradoxe dabei: Die Herz-Lungen-Maschine rettete einen Menschen vor dem Tod, zwei Unterschriften töten ihn.“ Das ist beim Herztod nicht anders. Nur die Feststellung des Todes ändert sich. 834)Zeigen sich Reflexe, würde er wieder ein normaler Patient Tc) „Wenn der Mensch nach dieser Tortur nicht hirntot ist, hat er einfach Pech gehabt, dass er diese Quälereien zwei mal hat über sich ergehen lassen müssen. Er ist dann wieder ein 'normaler' Koma-Patient.“ Bis zum Abschluss der HTD ist er ein Koma-Patient. Erst mir Abschluss der HTD, wenn sich keines der kontrollierten Lebenszeichen gezeigt hat, ist er ein Hirntoter. Quälerei hat etwas mit Schmerzempfinden zu tun. Hirntote in D/A/CH können keine Schmerzen empfinden. Ist er kein (noch) Hirntoter, wird die HTD nach der ersten Reaktion eines zerebralen Reflexes abgebrochen. 835)Warum nicht Sonderform des Lebens? Tc) „Bei der wiederholten Behauptung der Hirntodbefürworter, der Hirntod sei eine Sonderform des Todes, kann die berechtigte Frage nur lauten: Warum keine Sonderform des Lebens? Und in Abwandlung der Regel 'In dubio pro reo' (Im Zweifel für den Angeklagten) muss es bei der Hirntodproblematik heißen: 'In dubio pro vita' (Im Zweifel für das Leben).“

Es ist notwendig, im Laufe eines Sterbeprozesses einen Schnitt zu machen, und den Tod zu definieren. Dieser Schnitt besagt, wo menschliches Leben endet und in intermediäres Leben übergeht. Dieser Schnitt ist beim Hirntod getroffen worden.

Zum Leben wird der Hirntod nicht mehr gezählt, weil Bewusstsein und Wahrnehmung erloschen sind. 836)Widerspruchsregelung sei ein totalitäres Gesetz Ta) „Die in Österreich seit 1982 geltende Widerspruchsregelung ist ein totalitäres Gesetz.“ Jedes Gesetz ist totalitär. Es bestimmt über Menschen. - Der Bürger hat jedoch die Möglichkeit, sich im Rahmen des Gesetztes zu bewegen, d.h. hier: zu widersprechen. 837)Viele Fragen seien noch offen Me) „Erst 1997 wurde das geltende Transplantationsgesetz verabschiedet. Noch immer sind viele Fragen uneindeutig, umstritten und ungeklärt. Ist der menschliche Körper sozialpflichtiges Spendengut? Oder individuell frei verfügbares Eigentum?“ Me) „Inwieweit wollen wir den menschlichen Körper als sozialpflichtiges Spendengut oder als individuell frei verfügbares, ggf. auch individuell handelbares Eigentum betrachten?“ Diese hier genannten Fragen sind im TPG eindeutig geklärt: Organe sind in Deutschland kein „sozialpflichtiges Spendengut“, sondern von jedem Menschen „individuell frei verfügbares Eigentum“. Dies kommt darin zum Ausdruck, dass keine OS ohne Zustimmung des Hirntoten oder seiner Hinterbliebenen erlaubt ist (§ 3 TPG) 838)Das TPG sei verabschiedet worden, um die Spenderzahlen zu erhöhen Me) „Das Ziel des Transplantationsgesetzes, die Transplantationszahlen zu erhöhen bzw. die Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung zu befördern (s.o.), ist bis heute nicht erfüllt.“ Mf) „Die erwartete Steigerung der Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ist nicht erfolgt.“ bt) „ Das neue Transplantationsgesetz von 2012 verfolgt das ausdrückliche Ziel, die Zahl der Organtransplantationen zu erhöhen.“ bw) „Das Ziel des Gesetzes ist es, die Bereitschaft, Organe zur Verfügung zu stellen, zu erhöhen. Dies widerspricht einem offenen Diskurs, in dem zweckfrei die Argumente verhandelt werden können.“ bx) „Mit breiter Mehrheit hat der Bundestag heute die Gesetze zur Neuregelung der Organspende beschlossen, wobei vor allem wichtige Weichenstellungen die postmortale Organspende fördern sollen.“ Das Ziel des TPG ist nicht die Erhöhung der Spendebereitschaft, sondern die Schaffung von Rechtssicherheit. Dabei wurden auch das Verbot des Organhandels, die Rechte der Hinterbliebenen (Möglichkeit der Verabschiedung nach der Organentnahme) und die Forderung um würdevollem Umgang mit dem Organspender festgeschrieben. In der Fassung vom 19.10.2012 heißt es in § 1 Abs. 1: „ Ziel des Gesetzes ist es, die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland zu fördern. Hierzu soll jede Bürgerin und jeder Bürger regelmäßig im Leben in die Lage versetzt werden, sich mit der Frage seiner eigenen Spendebereitschaft ernsthaft zu befassen und aufgefordert werden, die jeweilige Erklärung auch zu dokumentieren.“ Dies fehlte bei der alten Fassung. Dieser Satz kann inhaltlich nur auf die Erklärungsregelung bezogen werden. alle anderen Teile des TPG sind hiervon nicht betroffen. Es ist sachlich somit eine unangemessene Begründung dieses Gesetzes. Dies trifft für die Novellierung des TPG zu, und ist auch hierfür eine höchst unpassende Begründung. Diese Begründung sollte durch eine andere ersetzt werden, die weitaus zutreffender ist: „Ziel des Gesetzes ist es, die Organtransplantation in Deutschland einen gesetzlichen Rahmen zu geben, der bei Zuwiderhandlung juristisch geahndet werden kann. Mit der Erklärungsregelung soll jede Bürgerin und jeder Bürger regelmäßig im Leben in die Lage versetzt werden, sich mit der Frage seiner eigenen Spendebereitschaft ernsthaft zu befassen und aufgefordert werden, die jeweilige Erklärung auch zu dokumentieren. Damit soll den Hinterbliebenen die Frage um Zustimmung zur Organspende erspart werden.“ 839)Körperteile werden durch Trennung vom Körper zur Sache bp) „Der lebende menschliche Körper ist keine Sache, aber in Deutschland wird davon ausgegangen, dass ein Körperteil oder ein Organ, welches vom Körper entfernt wird, die Eigenschaften einer Sache erlangt.“ Durch die Trennung vom lebenden Körper werden Körperteile zur Sache. Das zeigt sich anhand aller in der Chirurgie anfallenden Körperteilen wie z.B. Raucherlunge und Raucherbein. Diese werden in eigens dafür ausgelegten Verbrennung verbrannt. Ein lebender Mensch – der keine Sache ist -, wird durch den Tod juristisch zur Sache. Dabei ist der ganze Leichnam Sache. Bei der Organentnahme stellt die Trennung der Organe von einem Hirntoten juristisch somit ein Aufteilen einer Sache dar. 840)Der OSA hätte keine rechtliche Relevanz Ga) „Alle die, die jetzt so vollmundig sagen, ich fülle einen Ausweis aus, da frage ich zuerst mal: 'Was hast Du da ausgefüllt?' Wenn Sie hier fragen: 'Hast Du einen Organspendeausweis?', heißt das noch überhaupt nicht, dass ich das 'Ja' angekreuzt habe. Sonst heißt es einfach nur: 'Ich habe einen in der Tasche.' Dass der gar keine rechtliche Relevanz hat, da redet heutzutage keiner drüber. Aber wichtig ist, Sie müssen alle erst sterben, ehe Sie für eine Organentnahme in Frage kommen.“ Der OSA besitzt rechtliche Relevanz, wenn er korrekt ausgefüllt ist, d.h. mit Name, Datum, Unterschrift und einem Kreuz bei „Ja“ oder „Nein“ versehen ist. Da ändert auch das ganze Gerede von Ga) nichts. Mit dem Hinweis, dass die Menschen erst mal sterben müssen, bevor sie Organe spenden können, stimmt sachlich für eine Totspende. Der Ton und der Nachdruck, mit der Ga) dies sagt, drängt den Eindruck auf, dass sie die Menschen vor dem Ausfüllen eines OSA abhalten will. - Es stellt auch eine Verdrehung des Sachverhaltes dar: Keiner der Menschen will vorzeitig sterben, damit er Organspender wird. Im Falle eines vorzeitigen Todes wollen sie jedoch einer OS zustimmen. 841)Bei OS würden Gesetze außer Kraft gesetzt werden bf) „Persönlichkeitsrechte und Datenschutz der Patienten werden außer Kraft gesetzt: Denn Krankenhausärzte sind verpflichtet, mögliche Organspender an die nächsten Transplantationszentren zu melden. Diese Meldung erfolgt ohne Wissen und Zustimmung der Angehörigen.“ Wie können denn Krankenhausärzte zu etwas verpflichtet sein, was gegen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte ist? Da muss doch etwas bei der Abfassung dieser Pflicht etwas nicht korrekt gelaufen sein! - Wenn bf) der Meinung ist, das hier gegen Gesetze verstoßen werde, kann bf) den Rechtsweg einschlagen.110 842)Das TPG sei verfassungswidrig bg) „Durch irreführend terminologische Tricks in Gesetz und Anträgen, Formulierungen wie 'Feststellung des Todes', 'postmortale Organspende', 'nur bei Verstorbenen zulässig' wurde auch dem letzten Abgeordneten – ohne Verpflichtung, darüber nachzudenken – klargemacht, dass er einem Gesetz bedenkenlos zustimmen konnte, das verfassungsrechtlich nicht haltbar ist.“ (Seite 32) ca) „Es muss deshalb niemanden wundern, dass der weitaus überwiegende Teil der Straf- und Staatsrechtler, die als Experten im Gesundheits- und Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages während des Gesetzgebungsverfahrens gehört wurden, die Auffassung vertraten, dass das Transplantationsgesetz verfassungswidrig sei.“ Wer hier mit „irreführend terminologische Tricks“ arbeitet, sollte zunächst mal geklärt werden. Es deutet alles darauf hin, dass hier ein Autor schreibt, der sich wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn darüber aufregt, dass so viele Geisterfahrer unterwegs sind. - Wie bf) kann auch bg) und ca) (zusammen mit diesen „überwiegende Teil der Straf- und Staatsrechtler“) eine Verfassungsklage einreichen, wenn sie meinen, dass hier verfassungswidrig gehandelt wurde. 843)Minister Laumann sei unwissend oder hätte vorsätzlich getäuscht ca) „Ist es Unwissenheit, Ihr Schreiben in dieser Form abzufassen oder, was schwerer wiegt, eine vorsätzliche Täuschung von Bediensteten und Pensionären des Öffentlichen Dienstes, glauben zu machen, Organe würden erst nach dem Tod entnommen? Mit Ihrer werblichen Desinformation machen Sie sich einer groben Verletzung Ihrer Amtspflichten schuldig. Deshalb erwarten wir im Sinne des Presse- und Werberechts eine entsprechende Gegendarstellung, die Sie der nächsten Lohnabrechnung für denselben Empfängerkreis beifügen wollen.“ Minister Laumann hat sich mit diesen Aussagen, dass Organe aus Toten entnommen werden, absolut gesetzeskonform verhalten. Es ist ca), die sich nicht gesetzeskonform verhalten. Hirntote sind in D/A/CH Tote. 844)Hirndiagnostik-Teams würden gegen das TPG verstoßen bf) „Der Einsatz mobiler Hirntoddiagnostik-Teams, die von Transplantationszentren in die 'Spenderkliniken' entsandt werden, verstößt gegen das Transplantationsgesetz. Denn in diesem Gesetz steht, dass zwei erfahrene, unabhängige Intensivmediziner den irreversiblen Hirntod feststellen müssen. Die Unabhängigkeit ist aber nicht gewährleistet, wenn die Diagnostiker Transplantationskliniken zugeordnet sind. Das Gesetz schreibt eine strikte Trennung von Hirntodfeststellung und Organentnahme vor.“ In § 5 T'PG heißt es: „ Die an den Untersuchungen nach Absatz 1 beteiligten Ärzte dürfen weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Organe oder Gewebe des Spenders beteiligt sein. Sie dürfen auch nicht Weisungen eines Arztes unterstehen, der an diesen Maßnahmen beteiligt ist.“ In der Regel sind die beiden voneinander unabhängigen Ärzte in der Klinik tätig, in der der Patient liegt. Dies kann eine TX-Klinik sein. Dies ist kein Verstoß gegen das TPG. Kleinere Kliniken haben oft nur einen entsprechenden Facharzt, der die HTD durchführen kann. In diesem Falle führt ein entsprechender Facharzt der DSO als Zweiter die HTD durch. Dies verstößt auch nicht gegen das TPG, da auch er an der Organentnahme nicht beteiligt ist. 845)Die Menschenwürde gilt auch für Hirntote c) „Mit gutem Grund ist das Prinzip der Menschenwürde ... universell gedacht. Es gilt für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Eigenschaften. ... Durch die Technik werden menschliche Lebensweisen geschaffen, die es zuvor nicht gab, wie tiefgefrorene Embryonen oder lebende Hirntote, und erschüttern unsere vermeintlichen anthropologischen Gewissheiten.“ Wo widerspricht es denn der Menschenwürde, wenn ein Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte in einer PV bestimmt, dass er sein Sterben nicht durch die High-Tech-Medizin verlängert bekommen möchte? Wo widerspricht es der Menschenwürde, wenn dieser Mensch auch noch durch einen OSA verfügt, dass man seine Organe im Falle seines Hirntodes für andere Menschen verwenden darf? In den Bestattungsgesetzen der Länder ist immer wieder zu lesen, dass auch der Tote Würde besitzt. Wer diese Würde verletzt, wird bestraft. Wenn eine Operation – eindeutiger Tatbestand der Körperverletzung - die Würde eines Menschen verletzen würde, dürfte keine Operation durchgeführt werden. Wenn eine Obduktion gegen die Menschenwürde verstoßen würde, dürfte kein Leichnam aufgeschnitten werden, um die wahre Todesursache zu ergründen (Obduktion – ob nun gerichtsmedizinisch (Strafverfolgung) oder medizinisch (Qualitätssicherung)). Bereits die alten Ägypter balsamierten den Leichnam ein und verletzten dabei diesen. Das Christentum zerstückelte den Leichnam von Heiligen (!), um auch andernorts Reliquien von ihm zu haben. Die Wittelsbacher ließen ihr Herz in der Gnadenkapelle von Altötting beisetzen, die Habsburger setzten ihr Herz in der Loretokapelle der Augustinerkirche und die Eingeweide im Stephansdom in Wien bei. Das Herz von Pierre de Coubertin (+1937), Begründer der modernen Olympischen Spiele, liegt in einer Säule vor dem antiken Stadion von Olympia. Für die Wanderausstellung „Körperwelten“ von Gunther von Hagen bleibt der Leichnam alles andere als unverletzt, ebenso, wenn jemand seinen Leichnam für med. Studien zur Verfügung stellt. - Warum erheben sich hier keine Menschen dagegen? - Zumal bei der OS die Zustimmung für diesen chirurgischen Eingriff vorliegen muss, gibt es weder rechtliche noch moralische Einwände, die dies nicht zulassen. 846)OS würde die Menschenwürde verletzen Md) „Die Würde des Organspenders wird verletzt, weil er nicht mehr als Subjekt angesehen und behandelt wird, dem alle ärztliche Behandlung und Pflege bis zuletzt zu gelten hat, sondern als Objekt. Es geht nicht mehr um ihn als Menschen, sondern um seine Organe, ...“ Mh) „Die Würde des Organspenders wird verletzt, weil er nicht mehr als Subjekt angesehen und behandelt wird, sondern als Objekt: Sobald er als Organspender in den Blick kommt, gelten ärztliche Behandlung und Pflege nicht mehr ihm selbst, sondern dem Optimieren seiner Organe für die Empfänger.“ Richtig, es geht bei der OS nicht um den Hirntoten – der ist bereits tot -, sondern um die schwer kranke Menschen. Für sie hat der Hirntote seine Organe gespendet. 847)Die Würde des Menschen gelte bis zum letzten Atemzug Ca) „Die Würde des Menschen ist unantastbar! Dieses ist in unserem Grundgesetz verankert (GG Artikel 1.1) Die Würde eines Menschen dauert bis zu seinem letzten Atemzug.“ Dies ist sehr kurz gefasst. - Jeder Hirntote hat Stunden und Tage vor dem festgestellten Hirntod seinen letzten Atemzug gemacht. Bis zur Feststellung hirntot bleibt er Mensch mit all seiner Würde. Nach der Feststellung hirntot ist er Leichnam mit all seiner Würde. 848)Die Würde des toten Menschen sei unantastbar bm) „Auch die Würde des toten Menschen ist unantastbar.“ Wer bestreitet dies? Wodurch wird die Würde des toten Menschen verletzt? Diese Erklärung gibt bm) nicht. 849)Die Menschenrechte eines Toten seien höher als die eines Lebenden Gg) „Wie kann man die Menschenrechte eines Toten für wichtiger als die eines lebenden halten“? Die Antwort auf die Frage steckt in der Frage selbst: Ein Mensch ist ein Lebender. Ein Toter ist ein Leichnam. Daher hat kein Toter Menschenrechte. Er hat zwar Würde und es soll würdig mit ihm umgegangen werden. Dies verlangt auch § 6 des TPG. Zudem: Der Tote hat zu seinen Lebzeiten dieser OS zugestimmt bzw. billigend in Kauf genommen, dass nach seinem Tod seine Hinterbliebene diese Zustimmung geben. 850)TX würde sich über Rechte anderer und über Bräuche hinwegsetzen i) „Die Transplantationsmedizin muss sich über diese Angehörigenrechte und Bestattungsbräuche hinwegsetzen.“ bo) „ Die Transplantationsmedizin muss sich über diese Angehörigenrechte und Bestattungsbräuche hinwegsetzen.“ Da für jede OS eine Zustimmung des Spenders bzw. seiner Hinterbliebenen vorliegen muss, werden keine Rechte verletzt. Bis in die Neuzeit hinein wurden von verstorbenen Herrschern und Heiligen Körperteile entnommen, um sie an anderer Stelle zu bestatten bzw. aufzubewahren. Den Brauch der Unversehrtheit des Leichnams gab es noch nie. - Bei der OS hingegen dient es erstmals dem Leben anderer Menschen. 851)OS erzeugt ein Tötungsbewusstsein i) „Zudem wird das Tötungstabu dramatisch berührt, sofern professionell Beteiligte den Hirntod nicht als Tod des Menschen wahrnehmen können. In diesem Fall erzeugt die Mitarbeit an der Explantation ein Tötungsbewusstsein.“ Es ist ein emotionales Problem, dass der Hirntod nur rational erfasst werden kann, nicht mit unseren Sinnen. Deswegen kann bei Menschen, die bei der Organentnahme mitwirken, ein Tötungsbewusstsein entstehen. Genährt wird dieses Tötungsbewusstsein vor allem durch die Argumente der Kritiker und Gegner. Sie sind es, die gebetsmühlenartig immer wieder behaupten, dass Hirntote noch leben würden. 852)Vom hirntoten Patienten zur herztoten Leiche i) „Der Moment, in dem der hirntote Patient sich in eine herztote Leiche verwandelt, ist auf dem Operationstisch wie in einem Laboratorium beobachtbar und wird von dem Pflegepersonal häufig als eine traumatische Erfahrung geschildert.“ Es ist unstrittig, dass ein Hirntoter kein Patient ist. Juristisch ist ein Hirntoter nach festgestelltem Hirntod ein Leichnam. - Hier spielt i) mit Begriffen, um den Eindruck zu erwecken, dass der Hirntote vor der Organentnahme noch leben würde und durch die Organentnahme umgebracht werden würde. Die ist Polemik. Es ist durchaus möglich, dass schlecht informiertes Pflegepersonal, das einer Organentnahme assistiert, diese als traumatisch erleben. Hier bedarf es der Aufklärung, um dem vorzubeugen. 853)Der Staat dürfe menschliches Leben nicht bewerten bg) zitiert den Verfassungsrechtler H.-U. Gallwas mit den Worten: „Es ist nicht Sache des Staates, zu entscheiden, wann das Leben des Menschen endet, ob also der Hirntote ein Toter oder noch ein Sterbender ist“. (Seite 69) Der Staat nimmt am Anfang des Lebens auch solche Definitionen vor. So definiert er z.B. die Person damit, ob lebend geboren oder – bis 1979 mit mind. 35 cm – bis 1994 mit mind. 1.000 Gramm – seit 1994 mit mind. 500 Gramm tot geboren. Der Staat muss die Grenzen des Lebens festlegen, weil sie juristisch notwendig sein. Wie er dies macht, ist eine andere Sache. Fakt ist, dass es die Parlamentarier nicht isoliert nur im Plenarsaal machen, sondern dass sie Mediziner, Theologen, Ethiker und andere Personengruppen in den Findungsprozess mit integrieren um dann abschließend zu entscheiden. So wurde es auch beim Hirntod gemacht. 854)Der Staat dürfe nicht menschliches Leben bewerten bg) zitiert den Verfassungsrechtler H.-U. Gallwas mit den Worten: „Dem Staat ist es wegen der Verfassung verwehrt, menschliches Leben zu bewerten und je nach dem Ausgang der Bewertung das Grundrecht des einen dem Grundrecht des anderen zu opfern“. (Seite 69) Die HTD erfolgt losgelöst von OS. Damit erfolgt keine „Bewertung das Grundrecht des einen“, um sie „dem Grundrecht des anderen zu opfern“. 855)Menschen könne man nicht zu einer Erklärung verpflichten Da) „Ich glaube, dass man keine Menschen zu irgend einer Erklärung verpflichten kann. Vor allem leben wir in einer Welt, die sich überhaupt nicht mit dem Tod auseinander setzt. Und ich glaube, dass man da überhaupt erst die ersten Basisfragen behandelt hat.“ Rechtlich wie auch ethisch ist es vertretbar, die Menschen zu einer Erklärung bezüglich einer möglichen OS zu befragen. Dies zeigt, dass dieser Vorschlag durch einen Stellungnahme des Deutschen Ethikrats 1997 an die Bundesregierung gestellt wurde. Diese Erklärung würde nebenbei auch genau das Anliegen von Da) aufgreifen, dass sich die Menschen mit mehr bzw. überhaupt mal mit dem eigenen Tod beschäftigen würden. Dann hätten auch mehr jüngere Menschen – ab 18 Jahren – eine PV. 856)Selbstbestimmungsrecht des Menschen o) „Und es muss ebenfalls angemerkt werden, dass aus christlicher Perspektive niemand das Recht hat, über seinen eigenen Leib willkürlich zu verfügen.“ ai) „In diesem Punkt irrt Weber, wenn er meint, der Patient hätte ein Selbstbestimmungsrecht über die Reststrecke seines Lebens. Denn die Lehre der Kirche besagt, daß niemand das Recht hat, über Leben zu verfügen. Ansprache Papst Pius XII. am 14. September 1952 an die Teilnehmer des 1. internationalen Kongresses für Histopathologie des Nervensystems: Was aber den Patienten betrifft, so ist er nicht unbeschränkter Herr über sich, über seinen Leib und seinen Geist. Er kann also erlaubterweise nicht verfügen, wie ihm beliebt.“ Dies stimmt nur bedingt: Selbst in der CPV des Jahres 2010 hat der Christ die Möglichkeit eine Behandlung abzulehnen, die sein Sterben nur verlängert. In der CPV ist sogar eigens das Feld angegeben, ob man einer OS zustimmt, im vollen Bewusstsein, dass man damit noch einige Stunden länger auf der Intensivstation liegt. Es sei hierzu auch an die Ansprache von Papst Pius XII. vom 24.11.1957 erinnert. 857)Wer darf für einem Hirntoten entscheiden? ak) „Sie sollen den sog. 'mutmaßlichen Willen' des für 'hirntot' Deklarierten berücksichtigen, mit allen Schwierigkeiten, die das mit sich bringt: Wer ist Angehöriger? Die Eltern, der Bruder oder der Lebenspartner? Und was ist, wenn diese sich nicht einigen können? Was, wenn sie der Pression der 'guten Tat' unterliegen?“ In § 1a TPG heißt es über die nächsten Angehörigen: „sind nächste Angehörige in der Rangfolge ihrer Aufzählung a) der Ehegatte oder der eingetragene Lebenspartner, b) die volljährigen Kinder, c) die Eltern oder, sofern der mögliche Organ- oder Gewebespender zur Todeszeit minderjährig war und die Sorge für seine Person zu dieser Zeit nur einem Elternteil, einem Vormund oder einem Pfleger zustand, dieser Sorgeinhaber, d) die volljährigen Geschwister, e) die Großeltern“ Damit ist seit 1997 klar geregelt, wer für den Hirntoten die Freigabe zur OS gibt bzw. ihr widerspricht, falls dieser keinen OSA hat. Nach der Quellenlage scheint ak) seinen Artikel im Jahre 1997 verfasst zu haben, in dem Jahr der Verabschiedung des TPG. 858)Hinterbliebene müssen für den Hirntoten entscheiden aj) „Nun wird argumentiert, dass die Betroffenen ja zustimmen. Erstens müssen oft die Angehörigen anstelle der Betroffenen entscheiden; und das in einem Augenblick, wo sie ohnehin unter gewaltigem seelischem Druck stehen. Zweitens wage ich zu bezweifeln, dass jenem großen Teil der Bevölkerung, der nach statistischen Erhebungen bereit sein soll, seine Organe zu spenden, bewusst ist, wie das vor sich geht. Vielmehr glaubt man: Wenn ich tot bin, bin ich tot – was soll ich da noch mit meiner Leber!“ Wem es wichtig ist, dass nicht die Hinterbliebenen unter diesem seelischen Druck die Frage nach der OS beantworten müssen, darf auf dem OSA „Nein“ ankreuzen. - Auch aus diesem Grunde soll nun die Erklärungsregelung kommen, damit diese Bürde nach der Frage um Freigabe zur OS nicht die Hinterbliebenen zu tragen haben. Es mag sicherlich ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung wissen, wie die Organentnahme vor sich geht. Man darf jedoch davon ausgehen, dass es die wenigsten Menschen interessiert, wie diese im einzelnen abläuft. Wer sich informieren will, der kann dies über das Internet. Dort stehen verschiedene Seiten mit guten Informationen über den Ablauf der TX, aber auch Seiten der Kritiker und Gegner der TX, die den Ablauf der OS so richtig bluttriefend beschrieben, ganz wie in einem Krimi. 859)Organspender hätten keine Lobby Db) „Der Spender hat keine Lobby, und den sehe ich eben auch.“ Qa) „Was ich fordere und erwarte, dass man sich genauso ernsthaft ... mit der gleichen Gründlichkeit und gleichen Redlichkeit erwarte ich, dass man sich um den Spender kümmert.“ Als potentieller Organspender muss ich mich hier entschieden zur Wehr setzen: Ich möchte durch den OSA klar meinen Willen zum Ausdruck bringen dürfen, dass nach meinem Hirntod meine Organe entnommen werden dürfen. Dieses Engagement der Lebensschützer ist eine ungebetene Zuwiderhandlung meines ausdrücklichen Wunsches. Es stellt sich hierbei die Frage, ob dieses Engagement mit dem Verdrehen meines ausdrücklichen Wunsches nicht den Tatbestand einer strafbarer Handlung erfüllt. Da die Mehrheit der Deutschen der OS zustimmen, geschieht hier ein Eingriff einer Minderheit in die Freiheit der Mehrheit. Für die vielen Hirnntoten, die sich nicht zu Lebzeiten für eine OS aussprechen und für die die Hinterbliebene entscheiden, sehe ich den Deutschen Ethikrat und die Politiker als deren Lobby an, wenn sie nun die Erklärungsregelung als gesetzlichen Rahmen für die OS anstreben. Es kann nicht sein, dass das Selbstbestimmungsrecht jedes Einzelnen von engagierten Lebensschützern und Gegnern der TX übernommen wird. Jeder soll selbst entscheiden können, ob er sich im Falle seines Hirntodes als Organspender zur Verfügung steht. Dieses Selbstbestimmungsrecht soll auch weiterhin bei jedem einzelnen bleiben. 860)Menschen hätten eine Bringschuld bi) „Darf man Menschen einreden, weil sie bedürftig sind, hätten sie ein Anrecht auf Organe und andererseits damit, dass man das Versprechen einlösen kann, die 'Spende' durch moralischen Druck und Vertuschungen zur 'Bringeschuld' verkommen zu lassen?“ (Seite 114) Wer spricht davon, dass schwer kranke Menschen ein Anrecht auf ein Organ hätten? Nur Kritiker und Gegner sprechen davon. Ein moralischer Druck soll nicht aufgebaut werden. Dürfen für kirchlich gebundene Menschen die Kirchen nicht ihre Position zur TX darlegen? Ist es bereits ein moralischer Druck, wenn sie TX als „Akt der Nächstenliebe“ bezeichnet? Nirgendwo steht, dass die Menschen, die Nein zur OS sagen, schlechtere Menschen seien. 861)Macht man sich schuldig, wenn man kein Organspender ist? z) (79) „Bin ich wirklich verantwortlich für den Tod anderer, wenn ich eine Organentnahme verweigere?“ In § 323c Strafgesetzbuch (StGB) heißt es zur unterlassenen Hilfeleistung: „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ Die schwer kranken Menschen sind in Not und in (Lebens-)Gefahr. Jeder Hirntote hat die Möglichkeit, ohne selbst zu Schaden zu kommen, diesen schwer kranken Menschen zu helfen. Daher erfüllt in Sinne des § 323c des StGB eine Verweigerung der Organentnahme den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung. 862)Menschen sterben, weil ... Nb) „Mons. Fürst beklagt, daß ein Drittel der Patienten aufgrund des Fehlens von Organen sterben. Dem muß man hinzufügen, daß das andere Drittel in dem Augenblick sterben würde, wenn es seine Organe spendet.“ Hirntote können nicht sterben, weil sie schon tot sind. Wenn sie nicht zur OS freigegeben sind, werden daher die Geräte abgeschaltet. Zudem ist das Zahlenverhältnis nicht 1:1. So wurden im Jahre 2010 von 1.296 Organspendern 4.205 Organe entnommen.111 Das heißt, dass im Durchschnitt ein Organspender über 3 Menschen das Leben rettet bzw. deren Lebensqualität verbessert. 863)Lebensbedrohend sei nie die Spendenunwilligkeit Tc) Die „ Pro-Organspende-Werbung setzt ja darauf oder behauptet sogar, dass jedes nicht gespendete Organ das Leben eines Kranken bedrohe. Diese Argumentation ist jedoch völlig absurd, weil damit die Zusammenhänge gründlich verkehrt werden. Lebensbedrohend kann (vielleicht) eine Krankheit sein, niemals jedoch der spendenunwillige potentielle Organspender.“ Es stimmt, die unheilbare Krankheit ist lebensbedrohend. Die Spendeunwilligkeit erfüllt in D/A/CH jedoch den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung: in Deutschland nach § 323c StGB112 (Unterlassene Hilfeleistung), in Österreich nach § 95 StGB113 (Unterlassung der Hilfeleistung), in der Schweiz nach Art. 128 (120) StGB114 (Unterlassung der Nothilfe). 864)Hirntod sei Vorverlegung des Todes ad) „Mit Recht hat man von einer 'Vorverlegung des Individualtodes' durch den Hirntod gesprochen.“ ak) „Wollte man sich also nicht dem Vorwurf des Totschlags oder gar Mordes aussetzen und dennoch Organe zur Transplantation gewinnen, so mußte schlicht und einfach der Todeszeitpunkt vorverlegt werden. Das hat man 1968 getan.“ Bl) „Um die Transplantationsärzte nicht dem Vorwurf des Totschlages oder gar Mordes auszusetzen, wurde schlicht und einfach der Todeszeitpunkt vorverlegt, so dass durch die juristische Umdefinierung des Todesbegriffes die Menschen als tot gelten, wenn sie den Hirntod erleiden.“ Mit dem Hirntod wurde nicht der Tod vorverlegt, sondern mit dem Hirntod hat sich die Reihenfolge des Sterbens geändert: Statt Herztod, Hirntod, biologischer Tod ist nun Hirntod, Herztod, biologischer Tod die Reihenfolge. 865)OS sei Organraub Ca) an Bundesgesundheitsminister: „Wir fordern Sie hiermit auf, sich gegen das Ausschlachten von Sterbenden auszusprechen und den derzeitig praktizierten Organraub aus Sterbenden zu unterbinden – Grundgesetz § 1 (1) : 'Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt'.“ Ka) „In Hinsicht auf die moderne Medizin und namentlich ihren in den Bereich der Teildisziplin 'Transplantationsmedizin' verorteten größten räuberischen Zugriff auf den menschlichen Körper und damit auch das Leben des Menschen ...“ Da zur OS eine Zustimmung vorliegen muss, kann es kein Organraub sein. 866)Pflicht zum detaillierten Informieren? Cc) „Auch über diese gravierenden medizinischen Eingriffe vorab der eigentlichen Organgewinnung ist jeder einzelne Organspender detailliert zu informieren, denn wie bei jeder invasiven Diagnostik kann erst nach einer Aufklärung die schriftliche Einwilligung erfolgen.“ Ke) „Viele Kritiker vertreten die Auffassung, daß die sogenannte Organspende ungeachtet ihrer geradezu aggressiven Bewerbung kaum Zustimmung finden würde, wenn die Menschen, die dazu ihre Bereitschaft bekunden, tatsächlich wüßten, was eine solche Explantation bedeutet. Der Rechtsanwalt Uwe Friedrich, der durch das von ihm erstellte 'Merkblatt: Aufgeklärte (!) Organspende' zur Aufklärung beizutragen sucht, spricht denn auch von einer 'bewussten Irreführung der Bevölkerung'.“ Ich kann mich nicht erinnern, dass ich vor meiner Operation detailliert aufgeklärt wurde. So wurde mir z.B. nicht gesagt, mit welchem Skalpell ich aufgeschnitten und mit welcher Fadenstärke meine Wunde wieder vernäht wurde. Wen diese Details zur OS interessieren, kann sich gerne informieren. Über das Internet bekommt man fast alle Informationen, nur nicht die über das Skalpell und Fadenstärke. Hierzu möge sich der Hirntote – er lebe ja schließlich noch vor der Organentnahme – persönlich an den Chirurgen wenden. In der Richtlinie der [[BÄK]] zur HTD – sie ist für jeden Internetsurfer auf der Seite der [[BÄK]] frei zugänglich – findet er sogar die Angabe, welche Elektroden beim EEG zu verwenden sind, nach welchem System diese zu setzen sind, wie groß die Elektrodenübergangswiderstände sein sollen, mit welcher Grenzfrequenz zu messen ist, auf wie viel mV/mm die Verstärkereinstellung vorzunehmen ist, u.a.m. Ähnlich detaillierte Angaben sind in der Richtlinie auch zu den anderen Tests nachzulesen. 867)Der Organspender solle wissen, was er sich und den Hinterbliebenen antue Kg) „Und daß der, der als Spender umworben wird, erfährt, was mit ihm geschieht, ganz praktisch, und daß er auch weiß, was er seinen Angehörigen antut.“ Jeder kann sich heute informieren. Nur ist es schwierig, korrekte Informationen zu erhalten. Das beweist dieses Buch. - Was tun Organspendern den Hinterbliebenen an? 868)Unwissenheit sei problematisch bl) „Ich bin der Auffassung, dass Organtransplantation nur durchgeführt werden dürfen, wenn jeder Mensch – der Spender und der Empfänger – über den Vorgang der Explantation und Transplantation genau informiert wurde in in voller Kenntnis der Zusammenhänge seine schriftliche Einwilligung gegeben hat.“ (Seite 174) Cb) „Höchst problematisch ist aus unserer Sicht die Meinung des Vorsitzenden der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, Prof. Hans Lilie, Zitat: '..es bleibt den Einzelnen überlassen, sich selber die notwendigen Informationen zu besorgen, sodass eine Organspende auch dann zulässig ist, wenn der Betreffende sich für die Spende ausgesprochen hat, ohne über die Einzelheiten zuvor aufgeklärt worden zu sein.'“ Mo) „nicht verwunderlich ist in diesem Zusammenhang die Meinung des Vorsitzenden der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, Prof. Hans Lilie: 'es bleibt dem Einzelnen überlassen, sich selber die notwendigen Informationen zu besorgen, sodass eine Organspende auch dann zulässig ist, wenn der Betreffende sich für die Spende ausgesprochen hat, ohne über die Einzelheiten zuvor aufgeklärt worden zu sein'“ Jeder Patient hat ein Recht auf Unwissenheit seiner Krankheit. Warum soll nicht jeder mögliche Organspender auch ein Recht auf Unwissenheit haben? Wer sich informieren will, kann es doch. Es gibt informative Bücher und Internetseiten über Hirntod und TX. 869)OS ist fremdnütziger Eingriff Cb) „Ist eine Organentnahme vorgesehen, handelt es sich um einen fremdnützigen Eingriff.“ Cc) „Auch die Hirntoddiagnostik ist, sofern sie im Rahmen einer anschließenden Organentnahme durchgeführt wird, fremdnützig.“ af) „Diese fremdnützige Instrumentalisierung, die dadurch eintretende Verdinglichung des Sterbenden, ist mit der Verfassung der Bundesrepublik nicht kompatibel.“ Jede Blutspende ist auch ein fremdnütziger Eingriff. Da diesem Eingriff jedoch zugestimmt wird, heißt es auch „Spende“. 870)Therapieabbruch Ja – Fremdnützigkeit Nein bn und Mo) „Der Therapieabbruch bei hirntoten Patienten sei nur dann gerechtfertigt, wenn er dem Interesse des Patienten selbst die ne, aber nicht für fremdnützige Zwecke.“

Warum sollte man nicht verfügen dürfen, dass man nach Feststellung des Hirntods die Therapie zwar abbrechen, aber keine Organe entnommen wird? Warum soll ich auch mit meinem Tod nicht altruistisch handeln dürfen? Haben die Verfasser dieser Forderung ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht so altruistisch sind?

871)Verstoß gegen den Datenschutz? Cb) „Patientenbezogene Daten dürfen ohne ausdrückliche Zustimmung des Spendenwilligen (zu Lebzeiten) nicht an die DSO und Eurotransplant weitergegeben werden.“ Wer einer OS zustimmt, stimmt damit auch automatisch der Weitergabe seiner personenbezogener Daten an DSO und ET zu. 872)Kann denn ein Spender über OS entscheiden? ad) „Eine weitere Frage ist die, ob der Sterbende selber die Tötung wollen oder in sie einwilligen kann, um damit einem anderen das Leben zu verlängern. Man sollte nicht dagegen einwenden, dass der Einsatz des eigenen Lebens für das Leben eines anderen stets als heroische Tat verstanden worden ist oder auch der Einsatz für die Wahrheit und für die Gerechtigkeit. Denn es ist ein Unterschied, ob ich mein Leben einsetze, um das Leben eines anderen zu retten oder um die Wahrung und die Gerechtigkeit zu bezeugen, oder ob ich mich selber töte oder die eigene Tötung durch andere will oder zulasse.“ Hierzu sei auf Maximilian Kolbe verwiesen, der anbot, für einen Familienvater in den Hungerbunker zu gehen und dafür von der kath. Kirche heilig gesprochen wurde. Es sei auf die Berufe hingewiesen, die diesen mit Einsatz ihres Lebens ausüben, Feuerwehr, Polizei115 oder Bundeswehr. Diese Berufe wären dann unethisch. Ganz abgesehen davon, dass ein Hirntoter tot ist. 873)Hirntoten würden Rechte aberkannt werden ag) Mit der HTD „können dem Hirntoten die Rechte Lebender aberkannt werden, ihre Menschenwürde. Ihr Anrecht auf körperliche Unversehrtheit kann ihnen ungestraft genommen werden.“ ag) „Niemand kann ihnen in ihrem Sterben den vollen Schutz ihrer Menschenwürde nehmen, ihr Anrecht auf körperliche Unversehrtheit.“ Eb) betont, „auch Tote haben ein Recht auf Unversehrtheit.“ Dieses Recht billigt der Gesetzgeber jedem Bürger zu, indem er sich gegen die OS entscheiden darf. Er muss seine Entscheidung auch nicht begründen. In der Rechtssprechung kennt man jedoch auch den Ausdruck des „höherrangigen Rechts“. Im Straßenverkehr heißt das, dass Feuerwehr, Rettungswagen, Notarzt und Polizei im Einsatz – d.h. mit Blaulicht und Martinshorn – gegenüber dem anderen Verkehr Vorrang hat, auch bei einer roten Ampel. Dieses höherrangige Recht ließe sich auch auf OS anwenden, indem man sagt, dass mit der OS das Leben von schwer kranken Patienten gerettet wird und daher der Hirntote mit seinen Rechten dagegen zurücktreten muss. Außerdem: Selbst bei Lebenden wird die Unversehrtheit des Körpers immer wieder verletzt. Bei jeder Notoperation wird an dem Patienten geschnitten, ohne dass zuvor hierfür eine Zustimmung eingeholt wurde. Selbst das Verabreichen einer Spritze stellt den Tatbestand einer Körperverletzung dar. - Auch hier tritt dieses Recht gegenüber das Recht auf Leben und Gesundheit zurück. Ein Hirntoter ist ein Toter im Sinne von Trennung von Körper und Geist. Ihre Würde behalten sie auch als Tote. Das Anrecht auf körperliche Unversehrtheit wurde durch die freiwillige Zustimmung zur OS aufgehoben. Es wird somit gegen kein Gesetz verstoßen. 874)Todeserklärung sei eine alte Übung ag) „Die Todeserklärung per Gesetz ist eine durchaus alte Übung: Im späten Mittelalter hat man in Deutschland und anderen europäischen Ländern Leprakranke ausgesetzt (daher die Bezeichnung 'Aussatz'), enterbt und auch gesetzlich für 'tot' erklärt.“ Im Mittelalter wurden Leprakranke aus reinem Selbstschutz der Gesellschaft ausgesetzt, im Sinne von isoliert, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern. Man kannte damals keinen anderen wirksamen Schutz für die Gesellschaft. - Hierzu ist auch darauf hinzuweisen, dass das Mittelalter auch eine Blüte der Leprosenhäuser war, in denen in hingebungsvoller Weise auch Gesunde diese Menschen gepflegt und auch mit ihnen gelebt haben. Durch diese Maßnahme konnte eine seuchenartige Verbreitung der Krankheit verhindert und die Krankheit in Europa ausgemerzt werden. Der Vergleich der Hirntoten mit den Aussätzigen hinkt noch in anderer Weise: Aussätzige waren noch handlungs- und entscheidungsfähig. Trotz 50 Jahre Geschichte des Hirntods hat man bisher noch keinen Hirntoten erlebt, der mal ein Testament auch nur unterzeichnet hätte. Die Leprosen des Mittelalters wären dazu in der Lage gewesen. 875)Komapatienten könnten Organspender werden bn) „Individuen im dauerhaften Koma sollten als Organspender verwendet werden; da sie keine Personen mehr seien, sei ihre Tötung nicht verwerflicher als das Töten einer Pflanze.“ Die von bn) angegebene Quelle verweist auf die USA. In Deutschland wird diese Diskussion nur von Kritikern und Gegnern betrieben. Damit erfüllt bn) mit der Importierung dieser Diskussion den Tatbestand der Unruhestiftung. 876)Wachkomapatienten könnten Organspender werden ak) „Um mehr Organe und frischere Organe zu bekommen, könnte die sog. 'Ethikkommission der Bundesärztekammer' entscheiden, zum 'Teilhirntod' oder zum 'Persönlichkeitstod' überzugehen, um, wie bereits diskutiert wird, die jährlich ca. 40.000 Wachkomapatienten für tot zu erklären.“ ak) „Man diskutiert in wissenschaftlichen Zirkeln und auch ganz öffentlich, z. B. in der Bioethik-Konvention darüber, die jährlich 'anfallenden' ca. 40.000 Wachkoma-Patienten als Organcontainer zu nutzen.“ In § 3 TPG heißt es, dass für eine Totspende nur zugelassen ist, wenn „der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach Verfahrensregeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist.“ Dies zeigt ganz deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, wie es ak) darstellt. Wenn die [[BÄK]] o.g. Erweiterung einführen will, hat sie dies dem Bundestag vorzuschlagen. Dieser und der Bundesrat müssten für diese Gesetzesänderung zustimmen. Hierfür wird es jedoch nie eine Mehrheit geben, weil hierbei auch die Kirchen laut dagegen protestieren werden. Damit ist klar: O.g. Aussage ist reine Angstmacherei. 877)Der Tod darf nur hinterher erklärt werden ai) zitiert Paul A. Byrne nach eigener Übersetzung: „Große Sorgfalt muß darauf angewendet werden, daß niemand für tot erklärt wird, bevor der Tod tatsächlich eingetreten ist. Der Tod darf nur hinterher, nicht vorher festgestellt werden. Vorzeitig den Tod festzustellen, bedeutet eine große Ungerechtigkeit. Der Mensch lebt auch noch einen Augenblick vor seinem Tod und muß dementsprechend behandelt werden.“ Der Hirntod ist bei der HTD bereits eingetreten. Niemand kann sagen, wie lange dieser Zustand schon besteht. Dies ist bei der Todesfeststellung auch völlig unwichtig. 878)[[BÄK]] wurde nicht vom Volk gewählt Nb) „Wurde die Bundesärztekammer vom Volk gewählt? Gehört sie zur Legislative oder zur Judikative? Wie auch immer: Der Gesetzgeber tat, was die Ärztekammer wollte.“ Nc) „Die Bundesärztekammer ist nicht vom Volk gewählt. Es ist auch unklar, ob sie zur Legislative oder Judikative gehört. Dennoch hört der Gesetzgeber auf sie.“ Richter werden auch nicht vom Volk gewählt, und dennoch machen die Politiker, was ihnen von den Richtern aufgetragen wird. Ärzte können eher den Tod definieren als Politiker. Elektriker finden eher den fehlerhaften Anschluss, warum der Herd unter Strom steht, als ein Zimmermann. Daher wendeten sich die Politiker bei der Todesdefinition an die Ärzte. 879)Niemand sei vor Organjägern sicher ay) „Denn wer beispielsweise in Österreich, Spanien oder estnischen Staaten tödlich verunglückt, dem können automatisch Organe für Transplantationen entnommen werden - auch ohne Einverständnis der Angehörigen.“ Nb) „Niemand soll glauben, daß er vor Organjägern sicher ist. In Österreich gilt zum Beispiel: Wer nicht ausdrücklich widersprochen hat, gilt als Organspender.“ Trotz Widerspruchsregelung wird auch in Österreich und Spanien keinem Hirntoten ohne Zustimmung der Hinterbliebenen die Organe entnommen. - Hier gibt es einen wohlwollenden Unterschied zwischen dem Recht (Widerspruchsregelung) und der Praxis (keine Organentnahme ohne Zustimmung der Hinterbliebenen). 880)Anspruchsrechte der Lebenden sei höher als die der Hirntoten bj) „Der moderne Individualismus hat dazu geführt, dass die Anspruchsrechte der Lebenden über die Schutzrechte der Sterbenden gestellt werden.“ (Seite 146) Es gibt kein Anspruchsrecht der Lebenden, sondern Organspende. Dadurch hat der Spender diesem Weg aus freiem Willen zugestimmt. Es werden somit keine Rechte verletzt oder über- und untergeordnet. 881)Gespendete Organe hätten keine Rechte bk) „Spenderorgane haben – anders als der menschliche Spender – keine Rechte und Interessen, sie zählen zu den handhabbaren Dingen und gelten nicht selbst als Rechtssubjekte.“ (Seite 162) Warum sollte ein Organ, auch ein Spenderorgan, Rechte haben? - Aus der Sache der OS heraus sind die Mediziner sehr daran interessiert, dass es dem entnommenen Organ „gut“ geht, denn so wird dessen Funktionalität sichergestellt. Was bedarf das Organ darüber hinaus noch weiterer Rechte? 882)Hirntote werden zum rechtlosen Organdepot bk) „Die vorgezogene Todesdefinition verschiebt die anstehenden Entscheidungsfragen von der sittlichen auf die technische Seite. Als Mensch und Patient hätte er eigene Rechte und Würde, ein Leichnam aber hat im eigenen Sinn weder Rechte noch Interessen, er wird – abgesehen von Gründen der Pietät – verfügbar, tendentiell also auch zum Organdepot.“ (Seite 163) Die Hirntoddefinition erlaubt zunächst mal das Beenden einer sinnlosen Therapie bei einem Hirntoten, d.h. sein Bewusstsein, seine Wahrnehmung und lebenswichtige Reflexe sind bei ihm erloschen. Nach § 6 TPG bewahrt der Hirntote – wie jeder andere Leichnam – seine Würde. Die OS ist ein freiwillige Akt. 883)Hirntote verlieren den Versicherungsschutz ba) „Stellen die Ärzte nach ihren Regeln den sog. 'Hirntod' fest, erhalten aber die gewünschte Zustimmung zur Organspende nicht, so endet für den Patienten ab dem Zeitpunkt der Hirntod-Feststellung der Versicherungsschutz. Denn nach der ärztlichen Todeserklärung zahlen die Krankenkassen nicht für die Weiterbehandlung der 'Leiche' Da der Patient aber nach AbstelIung der künstlichen Beatmung oft nicht sogleich verstirbt und, auch wenn er letztlich nicht ins Leben zurückkehren sollte, manches Mal noch Wochen lebt, kann die zwecks Organbeschaffung durchgeführte Hirntod-Diagnose wegen des dadurch ausgelösten Fortfalls des Versicherungsschutzes zum finanziellen Ruin einer Familie führen.“ bt) „Verweigern die Angehörigen die Organentnahme, zahlen Krankenversicherungen die wochen- bzw. monatelange Behandlung des schwer gehirnverletzten Patienten nicht mehr, da dieser nach der Hirntodfeststellung ja rechtlich bereits gestorben und damit tot sei. Für die Behandlung toter Patienten seien die Krankenkassen bzw. Versicherungen nicht mehr zuständig.“ Mit dem Tod eines Menschen verfällt nicht nur sein Versicherungsschutz. Alle rechtlichen Verträge enden durch den Tod eines Menschen.116 Zu welchem Zweck sollte denn ein Hirntoter noch weiter behandelt werden? Ein Kriterium des Hirntods ist die fehlende Eigenatmung. Nach Abschalten der künstlichen Beatmung schlägt das Herz eines Hirntoten noch wenige Minuten, aber keine Stunden und erst recht keine Wochen. 884)1968 hätte es „totere Tote“ gegeben Tc) zitiert Gralswelt Nr. 49 mit den Worten: „Allerdings verlangten die Harvard-Kriterien noch ‚totere Tote’ als die heutige Medizin: Hirntote durften zu keiner einzigen Bewegung mehr fähig sein. Heute gelten insgesamt 17 mögliche Bewegungen beim Mann und 14 bei der Frau als mit dem Status einer Leiche vereinbar“. Diese 17 spinale Reflexe beim Mann und 14 spinale Reflexe der Frau hatten die Hirntoten nach der Harvard-Kriterien von 1968 auch, nur hat man sie damals nicht in den Blick genommen. - Der in D/A/CH geltende Gesamthirntod ist mehr Tod als der noch heute in den USA und England geltende Hirnstammtod. 885)Vermeintliche Lebenszeichen Tc) „Außerdem nimmt man seit jeher stillschweigend zur Kenntnis: - Hirntote regulieren selbständig ihre Körpertemperatur, - sie bekämpfen Infektionen und Verletzungen (z. B. durch Fieber), - sie reagieren mit Blutdruckanstieg auf Schmerzreize, - sie produzieren Exkremente und scheiden diese auch aus, - Frauen haben noch einen Eisprung, - Männer können noch eine Erektion bekommen.“ Die Erektion ist ein spinaler Reflex. Daher haben hirntote Männer mehr spinale Reflexe als hirntote Frauen. Dass dies Tc) nicht weiß, verwundert, da er doch zwei Absätze zuvor diesen Unterschied eigens nennt. - Der Eisprung wird durch das in der Hirnanhangdrüse produzierte Clomifen ausgelöst. Hier hat das Gehirn nichts damit zu tun. - Die anderen Themen wurden bereits oben beschrieben. (siehe: 886)Die Harvard-Kriterien seien ungültig Tc) zu einer Tagung der päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Februar 2005: „Die Mehrheit der Tagungsteilnehmer stellte fest, dass die sogenannten Harvard-Kriterien wissenschaftlich ungültig seien.“ Die „Harvard-Kriterien“ (Hirnstammtod) definieren als Tote, was in D/A/CH noch als Komapatient gilt. Insofern wird der Hirnstammtod als Definition des Hirntods kritisiert. 887)Verstümmelung eines Menschen ist moralisch unzulässig Tc) zitiert aus dem Bericht der päpstlichen Akademie der Wissenschaften vom Februar 2005: „Es ist moralisch unzulässig, die Verstümmelung oder den Tod eines Menschen unmittelbar herbeizuführen, auch dann nicht, wenn dadurch der Tod von anderen Menschen hinausgeschoben werden kann. Es ist niemals erlaubt, einen Menschen zu töten, um einen anderen zu retten“. Die Verstümmelung der Menschen richtet sich gegen Organraub (Niere, Teilleber) an lebenden Menschen. Die Herbeiführung des Todes richtet sich gegen die NHBD. 888)Das TPG stehe einer Verurteilung wegen Mordes nicht entgegen Bb) „Das Transplantationsgesetz (1997) steht einer Verurteilung wegen Mordes nicht entgegen. Das Transplantationsgesetz regelt die 'post-mortale Organspende'. Eine 'post-mortale' Organspende gibt es nicht. Niemandem wurde je nach seinem Tod ein Organ entnommen. Alle haben sie noch gelebt. Sie wurden getötet durch die Organentnahme.“ Es scheint, dass Bb) das TPG nicht so recht kennt, denn darin heißt es in §3, dass eine Organentnahme unzulässig ist, wenn „ nicht vor der Entnahme bei dem Organ- oder Gewebespender der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach Verfahrensregeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, festgestellt ist.“ Damit handeln die Ärzte absolut konform und Bb) kann keine Klage wegen Mord einreichen. Das TPG steht dieser Anklage wegen Mordes eindeutig entgegen.d 889)Das TPG erlaubt nur die OS nach dem Tode Be) „Denn nach dem deutschen Transplantationsgesetz (TPG) dürfen lebenswichtige Organe nur von Toten entnommen werden.“ Das TPG verbietet die Organentnahme, wenn nicht zuvor der Hirntod festgestellt wurde. 890)Für Leben einsetzen heißt auch, mit „eigenem Leib sterben“ Mir) „Leben bewahren heißt auch, sich für das Recht der Menschen einzusetzen, ungestört und in Würde und mit ihrem eigenen Leib sterben ....“ Wie kann man sonst sterben, außer mit eigenem Leib? Hirntote sind bei der Feststellung des Hirntod bereits im (eigenen Leib) gestorben. 891)Ein Geschenk setze die Kenntnis aller Folgen voraus Mi) „Zudem setzt ein Geschenk, das die Organspende ja sein soll, voraus, dass sowohl Geber als auch Empfänger sich aller Voraussetzungen und Folgen bewusst sind.“ Wie viele Handlungen erfolgen in Unkenntnis, auch in der Politik (Mi) sind Politiker)? Der Organspender konnte sich vor dem Ausfüllen des OSA kundig machen, der Organempfänger wurde vor der Listung bei ET aufgeklärt. Außerdem gibt es auch ein Recht auf Nichtwissen. Niemand ist verpflichtet, Wissen anzunehmen. Hierfür gibt es genügend Beipsiele, auch beim Thema TX. 892)Die Politiker hätten die Todesdefinition den Ärzten überlassen bx) „Im Gesetz ist denn auch stets von Organentnahme n a c h dem Tod die Rede, die Definition des Todes überläßt der Gesetzgeber den Ärzten.“ Im TPG steht in den §§ 3, 9 und 16 die Definition des Hirntods: „nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“. 893)Die Bürger müssten über Leben und Tod entscheiden bx) „Auch das regelmäßige Anschreiben aller Bürger, um ihre Organspendebereitschaft zu erfassen und damit Auskunft über eine persönliche Frage auf Leben und Tod zu erhalten, offenbart eine unglaubliche Hybris des Staates.“ Die Frage um Bereitschaft ist keine Frage über Leben und Tod. Niemand fällt hier eine Entscheidung über Leben und Tod. Die HTD stellt nur den vorliegenden Hirntod fest. 894) 895)o

Philosophisch-religiöse Irrtümer

Philosophische Irrtümer

896)Was zählt, ist die Wahrheit ad) „Was zählt, ist die Wahrheit. Die Klassifizierung derer, die sie vertreten, ist kein Argument gegen sie.“ af) „Ethische, biologische und phänomenologische Fragen haben mit demokratischen Mehrheiten oder Minderheiten nichts zu tun - es handelt sich um eine Frage der wissenschaftlichen Aufrichtigkeit. Wer so argumentiert, versucht durch Arroganz Machtfragen für sich zu entscheiden.“ af) „Nur auf der Basis einer redlichen Argumentation, einer aufrichtigen Würdigung der Phänomene, im Respekt der Freiheit aller Beteiligten, lässt sich eine in sich konsistente ethische Betrachtung führen.“ In der Diskussion um den Hirntod ist die Wahrheit dadurch relativ, weil nationale Unterschiede zur Definition des Hirntodes zu beachten sind: In den USA und England gilt als hirntot, wenn sein Hirnstamm abgestorben ist, in Deutschland hingegen muss Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm abgestorben sein, also das gesamte Gehirn. Hieraus resultiert: Die in den USA und England vorgebrachten Argumente gegen den Hirntod dürfen nicht in jedem Fall 1:1 nach Deutschland importiert werden. Um der o.g. Wahrheit gerecht zu werden, müssen diese Argumente ggf. angepasst werden. Meist jedoch führen diese Kritikpunkte bei der Anpassung zu ihrer Auflösung. Wer als Kritiker oder Gegner der HTD nicht um diese nationalen Unterschiede weiß, sollte sich auf diesem Gebiet rasch weiterbilden. Wer als Kritiker der HTD um diese nationalen Unterschiede weiß und dennoch die in den USA und England vorgebrachten Kritiken an den dort definierten Hirnstammtod 1:1 nach Deutschland importiert, erfüllt den Tatbestand der bewussten Irreführung. Was zählt, ist die Wahrheit. Bei dieser sollten auch die Kritiker und Gegner der HTD und/oder TX gelten. 897)Tod müsste philosophisch oder theologisch definiert werden a) „Die Beschränkung auf biologische und neurologische Kriterien hatte den Vorteil, die Suche nach einer philosophischen oder theologischen Todesdefinition zu umgehen.“ Doch wo sind diese philosophischen oder theologischen Todesdefinitionen? In seinem Artikel fehlen sie. Und vor allem: Wie soll das aussehen, wenn philosophisch oder theologisch der Tod eines Menschen bestimmt werden soll? In der Philosophie und Theologie sind mir keine „Messmittel“ bekannt, die dies bestimmen könnte. Man wird bei der Definition des Todes immer auf allgemein überprüfbare Möglichkeiten der Naturwissenschaft und Medizin zurückgreifen müssen. Nur diese sind allgemein überprüfbar und für jeden reproduzierbar. 898)Hirntod allein beschreibe nicht den Tod eines Menschen Bc) „Es wird immer deutlicher, dass ein hirntoter Mensch keine Leiche ist und der Hirntod allein nicht in der Lage ist, den Tod als Ende der physischen, geistigen und biologischen Einheit eines Menschen in seiner Ganzheit zu bestimmen.“ ad) zitiert Lothar Dinkel in seinem Beitrag im Deutschen Ärzteblatt vom 27.7.1995 mit den Worten: „Alle unsere Glieder machen unser Ganzes, und wir leben in allen. Aber wir sterben auch in allen, und unser Tod ist deshalb nicht auch einen irreversiblen Organausfall gegeben, sondern höchstens vorgegeben ... Die absolute Demenz macht den Menschen weder zum Un-Menschen noch zum Leichnam ... Heute können gar die lebensnotwendigsten Minimalimpulse des Hirnstamms apparativ ersetzt werden ... Der Tod ... ist schon wesensmäßig etwas ganz anderes als der Untergang eines Organs.“ al) „Wir brauchen somit eine entschiedene Rückkehr zur ganzheitlichen Sicht des Menschen und dementsprechend auch zur ganzheitlichen Medizin, die sowohl die leibliche wie auch die geistige Dimension des Menschen ernst nimmt, vor allem auch in Bezug auf die Problematik des Hirntods.“ Woran will Bc) die geistige Einheit des Menschen festmachen, wenn nicht am Gehirn? - Und eben dieses Gehirn ist tot, d.h. keine Wahrnehmung, kein Bewusstsein, nichts! Die physische und biologische Einheit ist bei einem Hirntoten dadurch verloren gegangen, indem er weder selbständig atmen noch selbständig Nahrung aufnehmen kann – er kann nicht schlucken, da ihm auch dieser Reflex fehlt. Hirntod und Demenz ist biologisch und medizinisch ein großer Unterschied. Der lebensnotwendige Minimalimpuls des Hirnstamms wird nicht ersetzt, sondern die Luft wird in die Lunge gepumpt und wieder abgesaugt. Die Lunge erfüllt bei einem Hirntoten nur die Aufgabe des Sauerstoffaustausches, aber nicht die der Atmung. Bc) schreibt an den Schluss seines Artikels: „Was geschähe, hätte Thomas von Aquin recht: 'Anima hominis est tota in toto corpore eius, et iterum tota in qualibet parte ipsius' ('Die Seele des Menschen ist als ganze in seinem ganzen Körper, und wiederum als ganze in jeglichem Teil davon.' Summa Theologiae, Ia, q. 93 a. 3 co.)?“ Damit will Bc) ausdrücken, dass der gesamte Körper des Menschen beseelt sei. - Haare und Nägel besitzen auch Stoffwechsel. Schneidet Bc) diese aus Ehrfurcht vor seiner Seele diese dann nie? Thomas von Aquin (1225-1274) ist zwar Heiliger und Kirchenlehrer, aber er ist auch Kind seiner Zeit. So sind einige seiner Aussagen heute eindeutig widerlegt: „Hinsichtlich der Einzelnatur ist das Weib etwas Mangelhaftes und eine Zufallserscheinung; denn die im männlichen Samen sich vorfindende Kraft zielt darauf ab, ein ihr vollkommen Ähnliches hervorzubringen. Die Zeugung des Weibes aber geschieht auf Grund einer Schwäche der wirkenden Kraft wegen schlechter Verfassung des Stoffes.“ und "Femina es mas occasionatus" (= "Die Frau ist ein verfehlter Mann"). „Die Frau ist von Natur aus mit weniger Tugend und Würde ausgestattet als der Mann.“ Allesamt: Summa Theologica I/92/1 Weitere Aussagen des Heiligen: Ein männlicher Fötus würde nach 40 Tagen beseelt, ein weiblicher nach 80 Tagen - ganz zu schweigen von seinen Vorstellungen über Teufel, Dämonen, Teufelspakt, Männerteufel und Frauenteufel. 899)Wir bräuchten eine Rückkehr zur ganzheitlichen Sicht des Menschen al) „Wir brauchen somit eine entschiedene Rückkehr zur ganzheitlichen Sicht des Menschen und dementsprechend auch zur ganzheitlichen Medizin, die sowohl die leibliche wie auch die geistige Dimension des Menschen ernst nimmt, vor allem auch in Bezug auf die Problematik des Hirntods.“ bj) „Das liegt daran, dass menschliches Leben ein ganzheitliches Phänomen ist, das nicht säuberlich in unterschiedliche Teilleben zerlegt werden kann. Auch hierin zeigt sich, dass der Mensch Individuum, ein unteilbares Wesen, und kein Dividuum, kein teilbares Wesen, ist.“ (Seite 137) Beim Hirntod stellt sich die geforderte ganzheitliche Sicht des Menschen in der Weise dar, dass der Geist mit dem Tod von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm erloschen ist. Mit dem Tod des Hirnstamms fehlen dem Menschen lebenswichtige Reflexe, vor allem die der Atmung und der Nahrungsaufnahme. Damit ist der reine Körper nicht mehr lebensfähig. Die alte Definition von Tod als Trennung von Körper und Geist ist bei einem Hirntoten vollzogen. 900)Hirntoddefinition trenne das Gehirn vom übrigen Körper i) „Als Sitz der Person und daraus folgernd auch ihres Todes trennt das Hirntodkonzept das Gehirn vom Sterben des so verstandenen 'noch überlebenden übrigen Körpers' ab, der weiterhin als lebendig gilt. Der Todeseintritt wird damit auf einen einzigen Zeitpunkt und ein einziges Organ fixiert, wodurch nicht nur der prozesshafte Charakter des Sterbens im biologischen Sinne, sondern das Sterben auch als soziales Ereignis verleugnet werden.“ as) „Diesem Todeskriterium liegt eine Fixierung auf das Gehirn zugrunde, die Vorstellung, dass das Gehirn den ganzen Organismus integriert und dieser auseinanderfällt, wenn es nicht mehr funktioniert.“ Ne) „Dagegen teilt die Transplantationsmedizin den Menschen auf in Körper und Steuerzentrale Gehirn und macht das Menschsein allein von einem funktionierenden Gehirn abhängig.“ In den Jahrzehnten vor dem Hirntot setzten wir den Todeseintritt mit dem letzten Herzschlag fest. Damit war Leben und Tod auch an das Funktionieren eines einzigen Organes geknüpft. Niemand hat sich hierbei aufgeregt. Jeder hat es akzeptiert. Nun haben wir mit dem Hirntod eine viel tiefgreifendere Definition des Todes - die wirkliche Trennung von Körper und Geist -, und einige Menschen haben damit ihre Schwierigkeiten und treten damit lautstark auf. Es ist nicht nur der Geist, der erloschen ist, sonder auch alle lebenswichtigen Reflexe. Dies entspricht einer mit dem Leben nicht zu vereinbarender Verletzung. 901)Körper und Person seien eine Einheit i) „Körper und Person eines Menschen bilden in der Hirntodkritik eine Einheit, die weder medizinisch noch anthropologisch voneinander getrennt werden kann.“ ad) „Mit dem Ausfall der Gesamtfunktion ist die anthropologische Basis für die personale Einheit des Organismus nicht zerstört, sondern beginnt sie zu zerfallen.“ Person bedingt, dass dieser Mensch lebt. Ist dieser Mensch tot, ist er keine Person mehr. Das hat mit TX und HTD gar nichts zu tun, sondern gilt allgemein. Nun ist beim Hirntod das Problem, dass das Totsein nicht so deutlich ist wie beim Herztod. Bei einem Hirntoten funktionieren noch einige seiner vegetativen Anteile. Sein Personsein mit all seinem Denken und Fühlen ist unwiederbringlich erloschen. 902)Was ist ein Hirntoter? bj) „Was weiß der 'Wissende' von sich selbst? Ich mache die Probe mit der Frage nach dem, was nicht Gehirn ist im Menschen. Was ist mit dem Rest? Nicht-Mensch? Menschlich unwesentlich? 'Human vegetable'?“ (Seite 136) Das Gehirn ist nicht der Mensch, sondern ist ein Teil des Menschen. Wenn das Gehirn tot ist, ist der Mensch an sich auch tot, auch wenn der Körper noch durchblutet wird. Nach dem Herztod verdauen wir auch noch 24 Stunden lang weiter. Deswegen ist der Körper dennoch ein Leichnam. 903)Forderung um Nachweis des Todes bei Hirntod k) “Da es aber bei der Hirntod-Debatte um die Frage nach dem Tod des Menschen geht, muss der Nachweis geführt werden, dass der Tod eines Organs des Menschen gleichzeitig auch als Tod dieses Menschen interpretiert werden kann.“ Ein Nachweis kann nur erbracht werden, wenn das gesetzte Ziel zunächst definiert ist. Der Hirntod wurde von der [[BÄK]] definiert „als Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms.“ Dieser Zustand ist eindeutig nachweisbar. Beim Herztod ist nur ein Organ tot, und niemand hat damit seine Probleme. Beim Hirntot ist ein anderes Organ tot, und man will behaupten, dass der Hirntote lebe. 904)Biochemische Prozesse seien überall gleich k) „Allerdings stellt sich dann ganz grundsätzlich die Frage, warum ausgerechnet die im Gehirn ablaufenden biochemischen Vorgänge wichtiger sein sollen als andere biochemische Vorgänge im menschlichen Körper und weshalb dem noch nicht 'hirntoten' Menschen überhaupt eine besondere Achtung gebührt werden solle, wenn es doch eigentlich nur um 'Biomsasse' geht.“ Wenn k) so viel Ehrfurcht vor allen seinen „biochemischen Vorgängen“ hat, dann dürfte er sich weder Haare noch Nägel schneiden, auch keinen Bart. Weil eben die Medizin – und nicht nur die Transplantationsmedizin(!) - den Menschen nicht nur als „Biomesse“ ansieht, sondern als Einheit von Körper und Geist, ist so etwas wie Hirntod überhaupt erst möglich. Unser ganzes Bewusstsein ist im Gehirn verortet. Wenn das Gehirn als Organ nicht mehr arbeitet, ist sein Bewusstsein, seine Wahrnehmung und seine lebenswichtigen Reflexe erloschen, dann ist dieser Mensch tot. 905)Niemand würde OS zustimmen, wenn er alle Zusammenhänge erkennen würde Tc) zitiert aus einem Buch: „Niemand würde einer Organtransplantation zustimmen, wenn er all die Zusammenhänge sehen könnte.“ Ich erkennen die Zusammenhänge und bin gerade deswegen zur OS bereit. Heiße ich deswegen nun „Niemand“? 906)Die unheilbar Kranke würden freudig sterben Tc) zitiert aus einem Buch: „Der unheilbar Kranke würde seinem Lebensende gefasst und oft sogar mit Freude entgegensehen, weil ihm klar wäre, was am anderen Ende des Tunnels auf ihn wartet.“ Genau so wie einige Christen in der Zeit um 300, die es provoziert haben, dass man sie zum Tode verurteilt, damit sie schneller in den Himmel kommen. Es bedurfte eines Konzils, das beschloss, dass man nicht in den Himmel komme, wenn man aus diesen Motiven das Martyrium anstrebe. 907)Tod sei der Mensch beim Herztod bj) „Tod ist ein Mensch erst, wenn sein Kreislauf zum Stillstand gekommen ist und er in keiner Weise mehr auf Reize aus der Umwelt reagiert. Da reichen die alten und unbezweifelten Todeskriterien aus, die auch in der Bevölkerung akzeptiert werden.“ (Seite 136) Da dieses von bj) beschriebene Todeskriterium von der Bevölkerung akzeptiert würde, braucht kein Rettungssanitäter einen bewusstlosen (reagiert nicht auf Umweltreize) Menschen mit Herzstillstand versuchen zu reanimieren, denn es würde akzeptiert, dass dieser tot sei. - Oder anders gesehen: Dann lebt der Mensch noch ca. 8 Stunden nach dem Herzstillstand, weil man durch mechanische oder elektrische Schläge – d.h. Reize der Umwelt – noch Muskelkontraktionen hervorgerufen werden können. 908)Bisherige Todeszeichen bo) „Stillstand der Atmung und des Herzens, Leichenblässe, Verwesung, Totenstarre und -flecken sind seit der Einführung der Hirntodkriterien im Jahre 1968 keine zwingenden Todeszeichen mehr.“ Sichere Todeszeichen sind „Verwesung, Totenstarre und -flecken“. „ Stillstand der Atmung und des Herzens“ sind seit Ende des 18. Jh. keine Todeszeichen mehr. „Leichenblässe“ ist ein Begriff der Umgangssprache, aber nicht der Medizin, denn auch ganz normal Lebende können Leichenblässe aufweisen. 909)Abwarten auf „sichere Todeszeichen“ k) „Nur noch einige Zellen des Skeletts oder die Hornhaut können zu den Zeitpunkten, an denen 'sichere Todeszeichen' auftreten, ihre 'Lebendigkeit' im Sinne der Funktionsfähigkeit erhalten haben. Diese 'Inseln' einzelner noch funktionstüchtiger Gewebeteile oder Zellen bilden ersichtlich keinen in sich zusammenhängenden, 'ganzheitlichen' Organismus mehr. Wer auf der sicheren Seite bleiben möchte, wird daher das Auftreten der 'sicheren Todeszeichen' abwarten.“ Nb) „Es gab und gibt seit Jahrtausenden todsichere Todeszeichen wie Leichenstarre, Verwesungsprozeß, Dysfunktion sämtlicher Organe.“ Nc) „Eine solche Definition war seit Beginn der Menschheit nie nötig gewesen. Denn seit Jahrtausenden gibt es leider sehr sichere Todeszeichen wie Leichenstarre, Verwesungsprozeß, Ausfall sämtlicher Organe.“ Diese „sicheren Todeszeichen“ sind auch nur Definitionen. Sie besagen nur, dass aus diesem Zustand keine Rückkehr ins Leben möglich ist. k) nennt zu den sicheren Todeszeichen neben Totenstarre und Totenflecken noch Verwesung. Damit hat k) noch zwei weitere sichere Todeszeichen nicht genannt: mit dem Leben unvereinbare Verletzung (z.B. die Abtrennung des Kopfes vom Rumpf oder die Durchtrennung des Oberkörpers) sowie den Hirntod. Nimmt man k) Ansatz ernst, dass der ganze Körper beseelt sei, so erscheint k) hier inkonsequent. Er müsste bis zum Absterben der letzten Körperzelle warten, bis er vom Eintritt des Todes sprechen kann. Auch dürfte er keine Haare und Nägel schneiden. Die von Nb) und Nc) genannten sichere Todeszeichen gibt es gerade mal seit rund 200 Jahren. Die Möglichkeit, den Herzstillstand aufzuheben, machte diese notwendig. 910)Der biologische Tod sei durch die sicheren Todeszeichen gekennzeichnet Bl) „Auf den klinischen Tod [der Hirntod ist kein Tod] folgt in der Regel der biologische Tod. Alle Organ- und Zellfunktionen sind nun irreversibel erloschen. Der biologische Tod ist durch die sicheren Todeszeichen gekennzeichnet, die in folgender Reihenfolge auftreten. Totenflecke, die auch als Leichenflecke oder Livores bezeichnet werden: Sie treten 20 - 30 Minuten durch Absinken des Blutes auf.“ Auch der Verweis auf den Pschyrembel bewahrt Bl) nicht vor Unverständnis: Der biologische Tod ist der Tod der letzten Körperzelle. Dies ist beim Menschen ca. eine Woche nach Auftreten der Totenflecken (sichere Todeszeichen). 911)Zweifel am Todeskriterium der Integration der körperlichen Ganzheit k) „Ob dieses Todeskriterium – Verlust der Integration zur körperlichen Ganzheit - ... in jedem Detail überzeugend ist, soll hier dahinstehen. Es beschreibt jedenfalls nicht den 'Hirntod', zu dessen Rechtfertigung es formuliert ist.“ Hier zeigt sich, warum k) zuvor die mit dem Leben unvereinbaren Verletzungen nicht als sicheres Todeszeichen genannt hatte: Es passt ihm hier nicht ins Konzept, ja widerspricht ihm sein hier vorgebrachtes Argument. Die Integration der körperlichen Ganzheit darf nicht außer acht gelassen werden, denn es gibt Situationen – Rettungskräfte können aus schweren Unfällen hiervon berichten -, da ist eine rein körperliche Verletzung mit dem Leben nicht vereinbar, wenn dem Verletzten z.B. über dem Becken der Oberkörper durchtrennt wurde. Das hat nichts mit Hirntod zu tun. Daher kann diese Definition als sicheres Todeszeichens nicht der Rechtfertigung des Hirntodes zugeschrieben werden. Daher diese Ausflüchte. 912)Menschen mit Herzschrittmacher sind keine Toten k) „Das Fehlen des Atemimpulses kann jedoch durch Einsatz eines Beatmungsgerätes ausgeglichen werden. Menschen, die beispielsweise auf einen Herzschrittmacher, einen Dialyseapparat oder gar ein künstliches Herz angewiesen sind, werden auch nicht für tot erklärt, nur weil ihr Körper eine bestimmte Integrationsleistung nicht mehr erbringen kann und auf medizinisch-apparative Hilfe angewiesen ist.“ Der Herzschrittmacher stellt die regelmäßigen Herzschläge sicher. Das Herz schlägt aber weiterhin selbständig. Selbst ein Kunstherz übernimmt nur die Aufgabe des ausgefallenen Organs. Fehlt jedoch der Atemimpuls weil der Hirnstamm abgestorben ist, so ist nicht nur dieses abgestorben, sondern das Gehirn in seiner Integration als funktionierendes Organ ist nicht mehr gegeben. - Dies blendet k) offensichtlich bewusst aus und reduziert den Hirntoten einzig und allein auf den fehlenden Atemimpuls. Außerdem: Für den Ausfall des Gehirns gibt es keinen Ersatz. - Das wird deutlich beim genannten Dialysegerät: Es übernimmt die Funktion der Niere, die Blutwäsche. Das Gehirn besitzt jedoch noch mehr Aufgaben, als nur die Atmung. Welches Gerät will denn alle diese Funktionen übernehmen? Und – wo ist das Backup unserer Erinnerungen, unserer Erfahrungen, unseres angesammelten Wissens, bevor unsere Gehirnzellen in den Hirntod gestorben sind, damit es diesem Gerät wieder aufgespielt werden könnte? Das Herz hat die Aufgabe des Pumpens. Das Gehirn hat nicht nur die Aufgabe des Atmenimpulses. Hierin liegt der wesentliche Unterschied dieser beiden Organe. 913)Hirntote würden zur käuflichen „leeren Körperhüllen“ ag) „Eine 'leere Körperhülle' soll der hirntote Mensch sein, so wird uns heute gesagt. Dies ist die Stimme die der Instrumentalisierung des Menschen das Wort redet. Dieses Menschenbild geht vom Sterbenden und Toten als verfügbarer Biomasse aus. Der Körper wird zur käuflichen und verkäuflichen Ware. Der Mensch hat nur noch einen Preis aber keinen Wert mehr.“ Eine Spende kann man nicht kaufen. Daher stimmt schon mal das Wortspiel von Preis und Wert nicht. - Zudem ist es nicht die Stimme der Instrumentalisierung des Menschen, sondern die des Organspenders, die das sagt: Wenn ich eh´ schon vorzeitig und plötzlich sterbe, dann soll der Tod noch einen Sinn haben: Mein Tod soll anderen Menschen Leben retten. 914)Das Leben würde industralisiert ag) „Die Industrialisierung des Lebens, die historisch mit dem Verkauf von Muskelarbeit in der Sklaverei ihren Anfang genommen hat, setzt sich konsequent über die Vermietung des Körpers (Leihmutterschaft) bis zur Organtransplantation fort.“ Leihmutterschaft kam zeitlich nach der TX auf. Diesen Zusammenhang zwischen der Sklaverei und TX herzustellen, ist unstatthaft: In die Sklaverei wurden die Menschen mit körperlicher Gewalt gezwungen, OS ist eine freie Entscheidung jedes Einzelnen oder seines gesetzlichen Vertreters. Zudem trifft für hirntote Schwangere der Begriff der Leihmutterschaft gar nicht zu, weil diese ihr eigenes Kind im Bauch hat. Auch darf ag) versichert sein, dass es allen hirntoten Schwangeren lieber wäre, die Schwangerschaft nicht als Hirntote zu beenden. 915)Das Gehirn hätte keine übergeordnete Funktion k) „Auf biologisch-physiologischer Ebene hat das Gehirn jedoch keine absolut übergeordnete Stellung im menschlichen Körper. Das Gehirn erhält den Menschen nicht allein lebendig, sondern kann dies nur in Integration mit den anderen lebenswichtigen Organen – Herz, Lunge, Nieren etc. Dem Kreislaufsystem kommt hierbei eine besonders wichtige Integrationsaufgabe zu, da es die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des gesamten Körpers sicherstellt.“ Hierbei wird Albert Einstein mit seinem Zitat über Gehirn, Rückenmark und Marschmusik in Erinnerung gerufen. Was uns Menschen von allen anderen Lebewesen wesentlich unterscheidet, das ist unser Geist, unser Bewusstsein. Wenn aber das Organ, wo dieser Geist, dieses Bewusstsein unstrittig verortet ist, abgestorben ist, dann ist es nur mehr als rechtens, hier von einem Toten zu sprechen. Zumal mit dem Tod des Gehirns auch alle lebenswichtigen Reflexe erloschen sind. Welch übergeordnete, natürliche Rolle das Gehirn hat, zeigt die Blut-Hirn-Schranke: Alle Landwirbeltiere besitzen sie. Sie ist eine physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Gehirn, ähnlich der Plazentaschranke zwischen Mutter und Kind. - Die Blut-Hirn-Schranke sorgt u.a. dafür, dass Schwankungen des Blut-pH-Wertes nicht an das Gehirn weitergegeben werden oder dass Krankheitserreger (Viren oder Bakterien) das Gehirn befallen. So ist es möglich, dass das Gehirn seine eigene Homöostase besitzt, geschützt von sonstigen Vorgängen im Körper. 916)Der Tod führe zu einem Zerfall des Organismus k) „Ganz allgemein ist es ein wesentliches Kennzeichen für 'lebende' Systeme, einen geordneten Zustand aufrecht zu erhalten bzw. einen solchen bei Störungen wieder anzustreben. Der Tod führt dagegen zu einem Zerfall des Organismus, zur Auflösung in seine biologischen und physikalischen Bestandteile Bei einem 'Hirntoten' unter maschineller Beatmung ist aber gerade keine zunehmende Desintegration, kein Zerfall der Organe, Gewebe und Zellen zu beobachten.“ l) „Der Tod führt ... zu einem Zerfall des Organismus, zur Auflösung in die biologischen und physikalischen Bestandteile. Bei einem Hirntoten unter maschineller Beatmung ist aber gerade keine zunehmende Desorganisation der Organe, Gewebe und Zellen zu beobachten.“ Damit reduziert k) den Menschen auf die rein biologische Ebene, die er oben bereits als „Biomasse“ bezeichnete. Auch wird hier völlig außer acht gelassen, dass das Gehirn bereits als ein Teil des Körpers abgestorben ist. Dieses Absterben der Gehirnzellen hat zur Folge, dass sie sich mit Wasser vollsaugen. Damit steigt der Innendruck im Kopf, was das Zellsterben weiter beschleunigt. Schließlich platzen die Gehirnzellen. Wenn diese nicht als Zerfall bezeichnet werden kann! - Diese Desorganisation des Gehirns lässt sich zweifelsfrei belegen, durch MRT und Autopsie. Wenn man jedoch auf das autonom schlagende Herz blickt, dann hat das Huhn von Alexis Carrel tatsächlich über 27 Jahre gelebt. 917)Lebenszeichen dürften nicht ignoriert werden k) Über das „Leben“ von Hirntoten: „Soweit in dieser kurzen Zeitspanne deutliche Lebenszeichen vorhanden sind, gehören diese Stunden oder Tage eben zum Leben.“ Wenn wir alle deutlichen Lebenzeichen abwarten, dann sind wir wieder beim biologischen Tod, dem Tod der letzten Körperzelle. - Siehe auch Carrel´s Huhn. 918)Die Irreversibilität könne nicht den Hirntod stützen k) „Die 'Irreversibilität' des Hirnfunktionsausfalls ist ebenfalls nicht zur Stützung des Hirntod-Konzepts geeignet, denn sonst müsste man auch andere Patienten, deren Sterben nicht mehr aufgehalten werden kann, kurzerhand für tot erklären.“ Dieses Argument zeigt deutlich, dass hier die Hirntod-Definition nicht verstanden wurde: Es geht nicht um das unabwendbare Sterben eines Menschen, sondern um dessen Tod. Bei einem Sterbenden ist Hirnaktivität vorhanden, bei einem Hirntoten nicht mehr. Daher wird der Sterbende noch dem Leben zugeschrieben, der Hirntote dem Tod. Auch das Sterben von k) ist nicht aufzuhalten, ebenso wenig wie das eines Kindes oder eines Embryos. Von keinem Lebewesen ist das Sterben aufzuhalten. Alles Lebendige stirbt einmal. Das ist der Lauf der Natur. Deswegen werden wir nicht als tot definiert. 919)Hirntote seien keine Leichen k) „Der Vergleich eines 'hirntoten' mit einem wirklich toten Menschen, also einer Leiche, zeigt den nicht zu leugnenden Wesensunterschied: Würde man eine Leiche an eine Beatmungsmaschine anschließen und ihr Medikamente zuführen, bleibe dies ohne jeden Effekt. Sie würde sich nicht erwärmen, die Lungenflügel würden nur aufgeblasen, statt Sauerstoff aufzunehmen, und der Zerfall des Körpers würde sich ohne Anzeichen von Leben fortsetzen. Bei einem 'hirntoten' Patienten sieht es ganz anders aus: Der Luftsauerstoff wird aufgenommen, im Körper verteilt, und alle Organe und Gewebe 'leben' weiter. Beide Zustände auf eine Stufe zu stellen, ist nicht angemessen.“ Am 6.11.1780 entdeckte Luigi Galvani, dass sich abgetrennte Froschschenkel unter Einfluss von Elektrizität bewegen. - Ist das ein Beweis für Leben in den abgetrennten Froschschenkeln? Das Huhn von Alexis Carrel, lebte das auch über 27 Jahre? 920)Tod des Menschen fast ausschließlich unter TX erörtert k) „Leider wird die Frage nach dem Tod des Menschen heutzutage fast ausschließlich unter dem dem Gesichtspunkt erörtert, wie man die Zahl der für Transplantationszwecke geeigneten Organe erhöhen kann.“ Als Gegner der HTD mag sich die Welt so zeigen. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus: Von den jährlichen rund 900.000 Verstorbenen in Deutschland sterben maximal 0,5 % auf Intensivstationen in den Hirntod (ca. 5.000). 921)Viele Ärzte würden den Hirntod nicht als Tod des Menschen anerkennen bf) „ Die meisten der sogenannten Hirntoten werden weder aus Bequemlichkeit noch wegen zu geringer Fallpauschalen nicht an die Transplantationszentren gemeldet, sondern weil die behandelnden Ärzte ihre im Koma liegenden Patienten nicht als tot ansehen und weil sie diese nicht einer würdelosen Organentnahme ausliefern wollen.“ Von den jährlich rund 5.000 Hirntoten in Deutschland werden bei rund 1.000 die Organe entnommen, weil hierfür eine Zustimmung vorliegt. Bei rund 500 Hirntoten wurde eine OS abgelehnt. Bei den verbleibenden rund 3.500 Hirntoten wurde nach der Feststellung des Hirntods die künstliche Beatmung abgeschaltet, worauf das Herz nach wenigen Minuten stehen blieb. - Die Aussage von bf) ist somit Wunschdenken, fern aller Realität. 922)Bereitschaft zur OS wird sich so nicht heben lassen k) „Trotzdem wird den Hirntod-Kritikern häufig vorgeworfen, sie würden schwer kranken Patienten, die auf Organtransplantation angewiesen sind, nicht das Weiterleben gönnen und der Organspendebereitschaft schaden. Es ist eher umgekehrt: Der Versuch, mit unstimmigen und kontraintuitiven Argumentationen den Menschen einreden zu wollen, ihre bewusstlosen, beatmeten Kinder, Geschwister und Ehegatten seien tot, obwohl sie mit Pulsschlag, Körperwärme und zahlreichen Lebenszeichen im Klinikbett liegen, erzeugen vielfach Misstrauen und Ablehnung. Die Bereitschaft zur Organspende wird sich gerade so nicht heben lassen.“ Das Huhn von Alexis Carrel lebte schließlich auch über 27 Jahre. Von „bewusstlosen, beatmeten Kindern, ...“ stellt eindeutig eine Irreführung dar. Damit missbraucht k) das Wort „bewusstlos“ für einen völligen anderen Sachverhalt, den Hirntod. Hirntote sind weder bewusstlose noch komatöse Patienten, sondern Tote. Bei einem Hirntoten von einem bewusstlosen Patienten zu sprechen, entspricht nicht dem Sachverhalt. - Selbst ein tief komatöser Patient, dem auch der Impuls der Eigenatmung fehlt, unterscheidet sich zwar äußerlich in nichts von einem Hirntoten. Es gibt jedoch einen gravierenden Unterschied: Der tief komatöse Patient besitzt noch zumindest teilweise eine Grundlage eines Bewusstseins. Bei ihm sind noch nicht alle Gehirnzellen abgestorben. Dem Hirntoten hingegen sind alle Gehirnzellen abgestorben. Damit ist ihm die biologische Grundlage des Bewusstseins und der Wahrnehmung – auch des größten Schmerzes – genommen. Daher wird der Hirntote als Toter angesehen, der tief komatöse Patient als Patient. 923)Hirntod-Konzept basiere auf keiner soliden Grundlage k) „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Hirntod-Konzept auf keiner schlüssigen anthropologischen und philosophischen Grundlage basiert.“ Der Tod als Trennung von Körper und Geist wird philosophisch seit Platon (428-348 v.C.) angesehen. Anthropologisch – als Lehre bzw. Wissenschaft vom Menschen – wird der Geist im Gehirn verortet. Wenn das Gehirn verstorben ist, ist der Geist erloschen, ist die Trennung von Körper und Geist vollzogen, ist der Mensch tot. - Das ist eine schlüssige anthropologische und philosophische wie auch religiöse Grundlage. 924)Hirntod sei nur der Tod eines Organs k) „Der so genannte 'Hirntod' ist lediglich der Organtod des Gehirns und kann nicht mit dem Tod des Menschen, der in der Trennung von Leib und Seele besteht, gleichgesetzt werden. Dieser Trennungsvorgang kann prinzipiell durch medizinisch-naturwissenschaftliche Tests und daher auch durch die Hirntod-Diagnostik nicht unmittelbar festgestellt werden.“ Dass der Mensch eine Seele habe, bestreiten Atheisten. - Mit dem Gebrauch des Begriffs „Seele“ befinden wir uns auf der religiösen Ebene. Diese ist für die reine Naturwissenschaft unzugänglich. Wird hingegen für „Seele“ der Begriff „Geist“ verwendet, dann kann die Verortung im Menschen eindeutig im Gehirn vorgenommen werden. Damit kann nachweislich die Trennung von Körper und Geist bewiesen werden. Dies erfolgt in der HTD. Mit der Abstufung des Hirntods als „Organtod des Gehirns“ nimmt k) eine rein biologische Sichtweise des Menschen an, die diesen als „Biomasse“ sieht. 925)Gehirn ist nicht alleiniges Integrationsorgan k) „Die Darstellung des Gehirns als alleiniges und maßgebliches Integrationsorgan ist nicht gerechtfertigt.“ Das Gehirn ist nicht alleiniges und maßgebliches Organ im Sinne der Integration eines Lebewesens. Wenn dem so wäre, gäbe es keine gehirnlose Lebewesen (z.B. Nesseltiere), auch gingen dann alle Körperfunktionen vom Gehirn aus, auch Verdauung und Herzschlag. Das Gehirn ist jedoch unstrittig das Organ unseres Bewusstseins und aller lebenswichtigen Reflexe. In diesem Sinne ist es alleiniges und maßgebliches Integrationsorgan, denn als solches bringt es die im Bewusststein entstandenen Gedanken über den Körper ins Leben. Dies geschieht mit allem, was wir aus unserem Bewusstsein heraus tun. 926)Hirntod-Befürworter ignorieren die Lebenszeichen der Hirntoten k) „Hirntod-Befürworter ignorieren die zahlreichen klinischen Lebenszeichen bei Patienten mit Ausfall der Hirnfunktionen.“ Hirntod-Befürworter ignorieren diese „Lebenszeichen“ nicht, sondern sie interpretieren sie anders. Für sie sind diese „Lebenszeichen“ rein vegetative Körperfunktionen, die mit integralem menschlichem Leben nichts mehr zu tun haben. Der Geist und alle lebenswichtigen Reflexe sind erloschen. Daher spricht die Medizin hierbei von einem Hirntoten, nicht von einem Patienten. 927)Hirntote seien nicht sicher tot k) „Nach dem Organtod des Gehirns ist das Leben des Menschen dem Tod zwar sehr nahe. Der Tod des Menschen ist aber nicht – und keinesfalls 'sicher' – eingetreten.“ Der Tod des Menschen ist bei Hirntod sehr wohl sicher eingetreten. Lediglich der Tod des Körpers eines Hirntoten ist noch nicht erfolgt. Wenn k) an dem „sicher“ zweifelt, kann er sich gerne mal um die tief komatösen Bewohner von Pflegeeinrichtungen bemühen und diese wieder ins bewusste Leben zurückholen. Damit erfüllt er vielen von ihnen einen großen Herzenswunsch, denn sie wollten ihre letzten Lebensjahre nicht so verbringen. Dass beim Hirntod der Tod des Menschen sicher eingetreten ist, belegt selbst für den letzten Kritiker ein Szintigramm durch den fehlenden Sauerstoffwechsel im Gehirn, nach etwa 7 Tagen das MRT durch die Selbstauflösung des Gehirns, nach der Öffnung des Kopfes bei der Obduktion die vorliegende Verflüssigung des Gehirns. 928)Hirntote seien keine Leichen l) „Leichen können bestattet und seziert werden. Das würde man mit einem hirntoten Patienten nicht machen.“ Wenn die HTD nachgewiesen hat, dass der Hirntod eingetreten ist, wird der Totenschein unterschrieben. Dies ist völlig unabhängig davon, ob der Hirntote Organspender ist oder nicht. Juristisch hat er damit den Status eines Leichnams und kann sehr wohl seziert und bestattet werden. 929)Medizin und Recht l) „Solange die Mehrheit der medizinischen Experten den Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichsetzt, werden aber wohl auch die Gerichte dies als 'Stand der medizinischen Wissenschaften' anerkennen.“ Damit gibt l) zu, dass er mit seiner Auffassung gegen die Mehrheit der Mediziner steht. 930)Appell an die Politik l) „In einem demokratischen Rechtsstaat hat formal der Gesetzgeber die wesentlichen Entscheidungen zu treffen. Hinsichtlich des Todes hat sich das Parlament bislang vor einer klaren Entscheidung gedrückt.“ Gab es denn je eine vom Staat verordnete Definition, wann ein Mensch tot ist? Ist es denn überhaupt üblich, dass der Staat den Tod definiert? Ist es denn nicht sinnvoll, dies weiterhin den Fachleuten (Medizinern) zu überlassen? Im Falle einer gesetzlichen Festlegung, wer tot ist, müssten die Politiker eh´ die Mediziner fragen. Dies geschieht bereits seit Jahrzehnten bei der Definition, wer Person ist: Seit 1.4.1994 ist in Deutschland Person, wer lebend geboren wurde oder wer mit mind. 500 Gramm tot geboren wurde. Dieses 500 Gramm sind nicht willkürlich gewählt, sondern stellte 1994 die Grenze dar, ab der man ein Frühchen – ein zu früh geborenes lebendes Kind – mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am Leben erhalten konnte. Bis 1.4.1994 lag dieses Gewicht bei 1.000 Gramm. Bis 1979 waren hierfür 35 cm notwendig, um tot geboren als Person zu gelten. 931)Weil nur Gehirn tot ist, sei nicht der Mensch tot l) „Hier wird bereits deutlich, dass der Organtod des Gehirns nicht ohne weiteres mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt werden kann, weil sich der Todesbegriff jeweils auf unterschiedliche Subjekte bezieht.“ ay) „Es war schon eine anmaßende und irreführende Behauptung, als man bei der Todesdefinition der Auffassung war, dass mit dem Tod des Gehirns auch der Tod der Person klinisch festgestellt werden könnte, während gleichzeitig der Körper weiterlebt und von seinem autonom schlagenden Herzen mit Blut versorgt wird.“ War dann der Herztod nicht der Tod des Menschen, weil er sich nur auf das eine Organ bezieht? Dieser Tod geht auch nur von einem Organ aus. Wie kann es dann möglich sein, dass er den Tod des ganzen Menschen darstellt? Mit diesen Worten deklariert l) den Menschen zur reinen „Biomasse“. Es sieht nicht den Tod als Trennung von Körper und Geist an, denn er klammert den Geist aus. 932)Hirntod könne nicht allein die Medizin beantworten l) „Ob jedoch der Funktionsausfall des gesamten Gehirns überhaupt als 'sicheres Todeszeichen' taugt, ist eine Frage, die nicht allein von Medizinern beantwortet werden kann.“ o) „Bei dieser Lage, in der wir uns befinden, ist aber die eingangs gestellte Frage durchzuhalten, ob heute wirklich die Medizin allein die maßgebende Instanz sein kann, um Leben oder Tod eines Menschen festzustellen, ober ob bei der gegenwärtigen Verwirrung ethische und theologische Instanzen mahnend und korrigierend eingreifen müssen, um der Wirklichkeit des Menschlichen gerecht werden zu können.“ ab) „Der Eintritt des Todes ist nicht eine rein medizinische Frage, es sei denn man versteht den Menschen allein von seiner Biologie her.“ Hierzu fehlt die Angabe, wen l) bei der Definition des Hirntodes noch mit dabei haben möchte. Auch fehlt die Begründung, warum es nicht alleine die Mediziner beurteilen können. Den oben geforderten Politikern fehlt hierzu die Fachkompetenz. Sollten hierfür noch Theologen hinzugezogen werden, so keinesfalls welche des Formats von o), die ein Zerrbild von Hirntod besitzen. 933)Hirntod darf nicht in einem Nebensatz behandelt werden bj) „Die Frage nach dem Todeskriterium ... kann auch nicht Sache eines Parlamentes sein, eine so fundamentale anthropologische Problematik, die auch die religiöse des Menschen betrifft, in einem Nebensatz des Transplantationsgesetzes regeln zu wollen.“ (Seite 136) Die große Zahl der Anhörungen zur Hirntoddefinition widersprechen, dass diese Frage „in einem Nebensatz“ geregelt wurde. Dieses Thema wurde von verschiedenen Berufs-gruppen wie aber auch Kritikern und Gegnern vorgetragen. Hieraus wurde schließlich eine Definition getroffen: Mit dem Hirntod ist der Mensch tot. 934)Tod sei das Ende des Lebens l) „Der Tod ist das Ende des Lebens. Daher kann man den Tod letztlich nur daran erkennen, dass die Lebenszeichen erloschen sind.“ Bei Wikipedia heißt es: „Der Tod ist der endgültige Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen.“ Mit seiner Definition des Todes steht l) alleine da. - Ist es für einen Menschen typisch, hirntot an einer Beatmungsmaschine zu hängen? Wikipedia zum Tod der Säugetiere: Der Tod ist „durch die unumkehrbare Desintegration lebensnotwendiger Organe wie des Herzkreislaufsystems und des zentralen Nervensystems (Gehirn), was wiederum durch den 'Tod' der einzelnen Zellen ausgelöst wird.“ - Hiermit benennt Wikipedia den Hirntod eindeutig als Tod des Menschen. 935)Selbständigkeit des Hirntoten sei massiv eingeschränkt l) „Die Selbständigkeit eines hirntoten Patienten ist – verglichen mit einem Gesunden – natürlich massiv eingeschränkt.“ Man könnte es auch so ausdrücken, dass die Selbständigkeit eines Hirntoten nicht größer als Null sei. - Der Hirntote hat keine Selbständigkeit, denn sein Bewusstsein, seine Wahrnehmung und alle lebensnotwendigen Reflexe sind erloschen. 936)Kernfrage: Was ist der Mensch l) „Man müsste zur Kernfrage zurückkehren: Was ist der Mensch? Nur von daher kann man auch definieren, was der Tod des Menschen ist und überlegen, welche wahrnehmbaren Vorgänge dieses Ereignis sicher anzeigen kann.“ Weiße Worte am Ende eines Interviews. - Der Tod des Menschen wird seit Platon als Trennung von Körper und Geist angesehen. Die überprüfbaren Kriterien für die HTD sind festgelegt. Sie beschreiben den Zustand, in dem Körper und Geist getrennt sind. 937)Trennung von Körper und Seele m) „Nach dem wirklichen Tod, d.h. der Trennung der Seele von Körper, sendet der Herzschrittmacher zwar noch ein Signal, aber er kann den Herzschlag nicht mehr in Gang setzen.“ Ba) „Auch wenn das Gehirn von Ärzten schon für 'tot' erklärt wurde, ist "des Leibes Leben" immer noch "in seinem Blut", was auch bedeutet: Die unsterbliche Seele befindet sich nach wie vor im sterbenden Körper und durchdringt diesen weiterhin mit ihrem Lebensatem.“ ay) zitiert aus einem Schreiben der Initiative KAO: „Doch Definitionen von Leben, Sterben und Tod betreffen uns alle, sie sind tief verwurzelt in unserem kulturellen Verständnis, das den Menschen als untrennbare Einheit von Körper, Seele und Geist begreift. Die Transplantationsmedizin jedoch teilt den Menschen auf in Körper und Steuerzentrale Gehirn und macht das Menschsein allein vom funktionierenden Gehirn abhängig. Diese Definition ermöglicht es, Menschen im Hirnversagen mit lebendigem Leib schon zu Beginn des Sterbeprozesses für tot zu erklären.“ Woran machen die Verfasser fest, dass die Seele den Körper verlassen hat? Woran ist dies überprüfbar, messbar? - Atheisten behaupten, dass es keine Seele gäbe. Wenn ein Mensch mit Herzschrittmacher den Herztod stirbt, bleibt zunächst sein Herz stehen. Damit ist aber das Gehirn noch nicht abgestorben. Bis der Herztote auch hirntot ist, dauert es noch etwa 10 Minuten. In dieser Zeit ist der Patient zwar herztot aber noch nicht hirntot. Mit dem Hirntod – dem Tod des Großhirns, Kleinhirns und Hirnstamms – ist dem Geist die Grundlage genommen. Bewusstsein und Wahrnehmung ist nicht mehr möglich. Dies stellt die Trennung von Körper und Geist (Seele) dar. - Daher ist es u.U. möglich, einen Herztoten in den ersten 10 Minuten nach dem Herzstillstand zu reanimieren, eben weil das Gehirn noch nicht (vollständig) abgestorben ist. Auch ein Herztoter hat noch Blut in seinen Adern. Warum hat er dann kein Leben in seinem Leib? Wodurch unterscheidet sich denn das Blut einen Herztoten von dem eines Hirntoten, dass der eine als tot anerkannt wird, der andere nicht? Die Medizin teilt den Menschen nicht auf in einen Körper mit Steuerzentrale Gehirn, sondern sagt vielmehr: Der Geist eines Menschen ist nachweislich im Gehirn verortet.117Wenn die Zellen des Gehirns abgestorben sind, ist die Grundlage für einen funktionierenden Geist genommen, ist Geist nicht mehr möglich, kein Bewusstsein, keine Erinnerung, keine Wahrnehmung, auch keine Schmerzwahrnehmung. Diesen Zustand, der bei einem Hirntoten nur auf der Intensivstation mit künstlicher Beatmung möglich ist, nennt die Medizin Hirntod. Die biologische Grundlage von Geist ist tot. Was noch an Körper eines Menschen vorhanden ist, funktioniert nur, weil dieser Zustand künstlich aufrecht gehalten wird. Der Mensch als Person ist damit tot. - Theologisch kann bei einem Hirntoten gesagt werden: Die Trennung von Körper, Geist und Seele ist vollzogen. 938)Der Mensch sei durch die TX keine Einheit bi) berichtet von einem Traum einer Herz-Transplantierten: „Als sie ihren Pullover auszog, sah sie in ihrem zu ihrer Überraschung gläsernen Brustkorb, anstelle des Herzens, den schreienden Kopf eines Kindes, das wieder herauswollte. Das Traumbild spricht gegen die mechanische Vorstellung, ein Herz sei nichts weiter als eine Pumpe.“ (Seite 103) Organe besitzen unbestritten ihren Funktionswert. Dies wird daran deutlich, wenn ein Organ nicht mehr (korrekt) funktioniert. Daher wird auch in der Medizin von einer Leberfunktion und Nierenfunktion gesprochen. - Ein Kunstherz wäre für Erwachsene ein vollwertiger Ersatz für ein schwaches Herz, wenn nicht das Problem der Energieversorgung und der damit verbundenen Infektion wäre. - Nur Kinder bekommen Kinderherzen. Hier spielt die Größe des Organs eine große Rolle. 939)Drei Kriterien des Lebens m) „Ein Mensch sollte nicht für tot erklärt werden, solange nicht ein Minimum an Voraussetzungen erfüllt ist. Dieses Minimum sollte bei einem Organismus, der so komplex ist, wie der des Menschen, die Zerstörung der drei wesentlichen lebenserhaltenden Systeme enthalten: Kreislauf, Atmung und die gesamte Gehirntätigkeit. Vor dem Ausfall mindestens dieser drei Systeme sollte niemand für tot erklärt werden.“ Die von m) genannten drei Systeme sind in dieser Weise im Zusammenhang mit Tod nicht vergleichbar. Atmung, Blutkreislauf und Hirntätigkeit drücken Leben aus. Das ist aber auch schon alles. Hirnaktivität können wir nicht abstellen oder zeitweise anhalten. Entweder unsere Gehirnzellen arbeiten oder sie arbeiten nicht. Dann sind sie tot. Wenn alle Gehirnzellen tot sind, ist der Mensch hirntot. Unser eigenes Herz können wir auch nicht anhalten. Es schlägt autonom und versorgt unser Gehirn und den übrigen Körper mit Sauerstoff und Nährstoff. Bleibt das Herz stehen, kann es bei den meisten Menschen durch Reanimation wieder zum selbständigen Schlagen angeregt werden. Dauerte der Herzstillstand wenige Minuten, erfolgt die Reanimation ohne erkennbaren Schaden. Dauerte der Herzstillstand länger als 10 Minuten, sind meist deutlich erkennbare Schäden des Gehirns vorhanden. Dauerte der Herzstillstand noch länger, kann mitunter das Herz zwar zum selbständigen Schlagen angeregt werden, aber der Mensch ist hirntot, da durch den langen Sauerstoffmangel das Gehirn als empfindlichstes Organ als erstes abstirbt. Auf die Atmung können wir willentlich Einfluss nehmen. Perlentaucher vermögen es durch jahrelanges ständiges Training bis zu 20 Minuten den Atem anzuhalten. Für einen ungeübten Menschen bedeutet dies höchste Lebensgefahr, wenn nicht gar den Tod. Was bei m) Aufzählung fehlt, das ist die Ernährung. Wenn er schon die Atmung nennt, so gehört die Ernährung mit hinzu, denn wenn das Blut zwar Sauerstoff aber keine Nährstoffe mehr beinhaltet, sterben die Zellen in unserem Körper auch ab, auch hier wieder zuerst die Gehirnzellen, weil diese keine Energiereserven eingelagert haben und ständig Sauerstoff und Nährstoffe benötigen. Zwischen den Mahlzeiten holt sich der Körper diese Nährstoffe aus dem Magen-Darm-Bereich, in größeren Zeitabständen von gar mehreren Tagen oder bei sehr großem Energiebedarf auch aus den körpereigenen Reserven. Beim natürlichen Sterben eines alten Menschen ist immer wieder zu beobachten, dass erst die Atmung aufhört, das Herz aber oft noch einige Minuten weiter schlägt, bis es dann stehen bleibt. Danach folgt der Hirntod. Nach dem Hirntod werden die Totenflecken sichtbar und tritt die Totenstarre ein. Schließlich folgt der biologische Tod. Atemstillstand und Herzstillstand können aufgehoben werden, wenn der Mensch sofort reanimiert wird. - Für den Hirntod gibt es keine Reanimation und wird es auch in ferner Zukunft keine Reanimation geben. Grund: Im Gegensatz zu Atem- und Herzstillstand, bei dem noch keine Körperzellen dieses Organs abgestorben sind, sind beim Gehirntod die Gehirnzellen bereits abgestorben. Mit dem Hirntod ist somit eine Stufe des Sterbens eingetreten, die tiefer greift als der Herztod. Daher kann mit Recht der Hirntod als sicheres Todeszeichen bezeichnet werden. Nach dem Hirntod folgt nur noch das intermediäre Leben. 940)Der wahre Tod tritt bei der Organentnahme ein m) über das Prozedere nach festgestelltem Hirntod: Es „tritt der wahre Tod ein, wenn die lebenswichtigen Organe entnommen sind oder wenn die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet wurden und der Patient nicht selbständig atmen kann.“ Ein Hirntoter kann nicht atmen, andernfalls ist er nicht hirntot. Daher kann bei einem Hirntoten nach Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen nicht von einer selbständigen Beatmung gesprochen werden. Wenn überhaupt, so ist der Zeitpunkt des Herzstillstand wichtig. Dieser erfolgt wenige Minuten nach dem letzten Atemzug. Mit der Deplatzierung der Atmung als Todeskriterium zeigt sich, wie viel m) vom Sterben und Hirntod versteht. 941)Über das Signal zur Organentnahme m) „Wenn der Patient nach Absetzen des Beatmungsgerätes keine Spontanatmung zeigt, ist dies das Signal zur Entnahme des schlagenden Herzens.“ Dies ist sachlich unkorrekt. (Über die Wortwahl will ich mich nicht auslassen.) Dem Apnoe-Teste gehen eine Reihe anderer neurologischen Tests voraus. Diese müssen alle belegen, dass keiner der Reflexe vorhanden ist. Mit dem Apnoe-Test ist erst eine erste Runde geschafft. Es ist gefordert, bei primärer Hirnschädigung diese Tests nach 12 oder bei sekundärer Hirnschädigung nach 72 Stunden zu wiederholen ist. Es wird dem Gehirn somit 24 bzw. 72 Stunden Zeit gelassen, sich zu regenerieren, wenn es da noch was gibt, was regenerierbar ist. Erst wenn die 2. HTD auch zum Ergebnis hirntot kommt, kann die Organentnahme konkret angegangen werden. 942)Die Heiligkeit des Lebens n) Obwohl der Mensch „Tiere töten und essen darf, bleibt ihm bewußt, daß er damit das sakrosankte Leben berührt (Gen 9,4). Menschliches Leben steht unter besonderem Schutz, von Tier und Mensch wird dafür Rechenschaft eingefordert (Gen 9,5f).“ In Gen 9,4 heißt es: „Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen.“ Dies gründet auf die alttestamentliche Vorstellung, dass im Blut das Leben sei. Daher wird beim Schächten, dem rituellen Schlachten, im Judentum und im Islam mit einem speziellen Messer mit einem Schnitt die Halsunterseite des Tieres aufgeschnitten und dabei die großen Blutgefäße sowie Luft- und Speiseröhre durchtrennt. Das Tier hat zu verbluten, damit kein Blut (kein Leben) in dem Tier ist. - Der Deutsche Tierschutzbund verurteilt das Schächten von unbetäubten Tieren.118 Damit wird in Gen 9,4 deutlich ausgesagt, dass es dem Menschen erlaubt ist, Tiere zu essen. Sie müssen nur geschächtet werden. Dies kommt in Gen 9,3 deutlich zum Ausdruck: „Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen.“ Zur Heiligkeit des Lebens: Dieser Gott forderte im AT mehrmals: „Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.“ (Dtn 13,6; 15,10 und 8 weitere Stellen) - Dies sollte geschehen über Steinigung (siehe: Dtn 13,11; 17,5, 21,21; 22,21 und 22,24) oder sonst wie nicht am Leben lassen (siehe: Gen 22,17). Dabei soll man kein Mitleid in sich aufsteigen lassen. (siehe: Dtn 7,16; 13,9; 19,13 u.a.m.) - Wie verhält es sich mit der Heiligkeit des Lebens, wenn dieser Gott fordert, alles Männliche und alle Frauen dem Untergang zu weihen und nur die Jungfrauen am Leben zu lassen (siehe: Ri 21,11), oder ganz Städte zu erschlagen (siehe: Jos 6,17; 8,26; 10,37; 10,40 u.a.m.)? Niemand wurde ausgelassen: „Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel.“ (Jos 6,21) Die Heiligkeit des Lebens wurde auch beim Hirntoten beachtet. Bis zum Nachweis des Hirntods wurde alles menschenmögliche getan, um sein Leben zu retten. Leider ist dies nicht gelungen. Leider werden diese vorausgegangenen Bemühungen der Ärzte von Kritikern und Gegnern der HTD und/oder OS ausgeblendet. 943)Kirchliche Bewertung der OS ist wichtig n) „Christlich geprägte Kulturen schätzen die Hingabe des eigenen Lebens für andere. Das spielt in die kirchliche Bewertung der Organspende hinein.“ Richtig: Der Franziskaner Maximilian Kolbe wurde 1982 von Papst Johannes Paul II. dafür heiliggesprochen, dass er im KZ Auschwitz für einen Mithäftling, einem Familienvater, in den Hungerbunker ging und für ihm am 14.8.1941 starb. 944)TX sei Diebstahl aa) „Heben wir nicht auch das letzte Gebot auf: 'Du sollst nicht begehren, was Deines Nächsten ist'?“ Wie kann denn eine Spende Diebstahl sein? - Wenn schwer kranke Menschen auf ein Organ warten, dann begehen sie nicht den Tod eines gesunden Menschen. Dies ist ähnlich, wie bei den Plätzen im Pflegeheim und Hospiz. Außerdem: Dieser OS wurde durch den Hirntoten oder seinem gesetzlichen Vertreter zugestimmt. Daher heißt es auch „Organspende“ und nicht „Organaneignung“ oder gar „Organraub“. Damit ist es keinesfalls ein Diebstahl. 945)Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten ablegen n) „Während ein Mensch, dessen Herz, Blutkreislauf und Atmung längere Zeit still stehen, durch sichere äußere Todeszeichen wie Totenflecke, Totenstarre und Anzeichen der Verwesung zweifelsfrei als Leichnam zu erkennen ist, treten diese Anzeichen durch die Beatmung und übrige Intensivbehandlung bei ‚Hirntoten‘ nicht auf.“ Diese Todeszeichen wie Todesflecken und Totenstarre treten etwa zwei Stunden nach Herzstillstand auf. Der Tod des Menschen wird aber schon mit dem Stillstand des Herzens datiert. Bd) „Anders als bei Leichen können hier keine Leichenflecke, Kälte und Steifheit ausgemacht werden.“ Der Hirntod lässt sich auch so formulieren: Der Hirntod ist durch den dauerhaften Ausfall aller lebenswichtigen Reflexe „eine mit dem Leben nicht zu vereinbarende Verletzung“. Diese Definition gehört zu den sicheren Todeszeichen. Darüber hinaus ist durch den Tod der Gehirnzellen die biologische Grundlage für Bewusstsein, Wahrnehmung und Handeln genommen. In Kombination mit dem dauerhaften Ausfall aller lebenswichtigen Reflexe beschreibt es den Zustand Tod. 946)OS als Glaubensentscheidung n) „Also steht man vor einer Glaubensentscheidung. Glaubt man den Befürwortern der Organspende, die das Lazarus Phänomen, d.h. die Bewegungen der ‚Hirntoten‘, als Rückenmarkreflexe erklären? Oder glaubt man den Verfechtern der ischämischen Penumbra, die meinen, der Anstieg von Blutdruck und Puls nach dem Einschnitt des Skalpells zur Organentnahme führt zu einer erhöhten Blutzufuhr im Gehirn und zu vorübergehender Rückkehr fragmentarischer Hirnfunktionen und Bewegungsaktivität.“ Wenn ein Hirntoter durch Ischämie (Minderdurchblutung, meist durch längeren Herzstillstand hervorgerufen) gestorben ist, dann ist das nicht nur ein lokales Absterben der Gehirnzellen, etwa wie beim Hirnschlag, sondern das Zellsterben betrifft den gesamten Körper. Da nun aber das Gehirn mit nur knapp 3% Körpermasse in Ruhe 20% des Sauerstoffs und 25% der Glukose (Energie) benötigt und kaum Energiereserven besitzt, ist das Zellsterben im Gehirn besonders groß. Als „Penumbra“ (lat. Halbschatten) wird in der Medizin nach einem Hirninfarkt der Bereich bezeichnet, der unmittelbar an die zentrale Nekrosezone (Zone abgestorbener Zellen) angrenzt und noch überlebensfähige Zellen enthält. Alleine mit dieser Wortwahl erweckt n) den Eindruck, als wäre der Hirntod so etwas wie ein Koma, eine Grauzone zwischen Leben und Tod. Das ist der diagnostizierte Hirntod keinesfalls. Der genannte Anstieg von Blutdruck und Puls kann noch so groß sein. Er wird keine der abgestorbenen Gehirnzellen wieder zum Leben erwecken. Er erfolgt auch nicht über das Gehirn, sondern über die Verbindung des Rückenmarks mit der Nebenniere. Dort werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gebildet. Das Gehirn ist daran gar nicht beteiligt. Eine „vorübergehender Rückkehr fragmentarischer Hirnfunktionen“ ist bei einem Hirntoten gar nicht möglich, denn wo Zellen abgestorben sind, können diese nicht irgendwie regeneriert werden. Aus der Asche einer verbrannten Trockenblume wird auch keine blühende Blume. Die genannte „Bewegungsaktivität“ hat nichts mit dem Gehirn zu tun, sondern ist vegetativer Natur. Hier sei an das enthauptete Huhn erinnert, das in der Lage ist, einige Sekunden sinn- und ziellos umherzurennen, bis es verblutet zusammenbricht. Daran sind diese gehirnlosen Bewegungen wohl am deutlichsten verständlich zu machen. Die von n) gemachte Aussage steckt damit voller sachlicher Fehler. 947)Du sollst nicht trachten nach deines Nächsten Gut n) Organspende hat auch ihre Schattenseiten. So wird ein schwer herzkranker Mann zitiert, der dreieinhalb Monate auf ein Spenderherz wartete: „Es regnet, das ist schlecht, … bei Regen fahren keine Motorradfahrer. ... Wenn sie nicht fahren, verunglücken sie nicht.“ ab) „Man könnte auch fragen, ob hier nicht die Pietät verletzt wird: Da wartet bei der Organtransplantation ein Mensch, vielleicht gar ungeduldig, auf den Tod eines anderen und wünscht ihn herbei, um selber davon zu profitieren.“ ad) „Hier sei auch an das Pietätsempfinden zu erinnern: Bei der Organtransplantation wartet ein Mensch, vielleicht gar ungeduldig, auf den Tot eines anderen und wünscht ihn herbei, um selber davon zu profitieren.“ ak) Ein Arzt soll einem schwer kranken Menschen gesagt haben: „Haben Sie noch ein paar Wochen Geduld, dann kommt das Frühjahr, und wir bekommen wieder Motorradfahrer rein.“ ak) „Eine Frau erzählte, dass man ihren Mann damit tröstete, dass man ihm in Aussicht stellte, in der Weihnachtszeit gäbe es erfahrungsgemäß viele Selbstmörder, die als Organspender auch in Frage kämen.“ Wie die Empfänger der Organe mit den Wartezeiten umgehen, ist ein wichtiges Thema. Das gleiche Thema stellt sich in ähnlicher Weise auch, wenn es um einen Platz in einem Pflegeheim oder Hospiz geht. Erst müssen dort so viele Menschen sterben, bis man in der Warteliste ganz oben steht und nun selbst dran ist, den Platz zu bekommen. - Mit dem Trachten nach des Nächsten Gut hat dies nichts zu tun. Was ist das Ansinnen von n) mit dieser Aussage? Soll deswegen die TX aufgegeben werden? Wenn ja, dann müssten aus gleichem Grunde auch alle Hospize und Pflegeheime geschlossen werden. Es sei zur OS auch an diese Fakten erinnert: 1.Es gibt zu wenig Organspender. Daher sind die Wartezeiten so lang. 2.Jeder dritte, der auf ein Spenderherz wartet, stirbt, bevor für ein ein geeignetes Herz zur Verfügung steht. 3.Auch bei Lunge, Leber und Niere sterben schwer kranke Menschen bevor sie ein für sie passendes Organ erhalten. 4.Niemand ist dazu verpflichtet, ein gespendetes Organ anzunehmen. Es steht ihm frei, mit seinem schwer kranken Organ und den daraus resultierender Verkürzung bzw. Einschränkungen seines Lebens weiterzuleben. Kaum einer der schwer kranken Menschen wünscht sich den Tod eines anderen herbei, damit er das benötigte Organ bekommt. Weiß doch gerade als dem Tode naher Patient mehr als alle andere Menschen, wie wertvoll Leben ist. Hier sei auch an das Pietätsempfinden zu erinnern: Die Darstellung, dass ein schwer kranker Mensch den Tod eines anderen herbeiwünscht, verletzt das Pietätsempfinden. Dass Ärzte den schwer kranken Menschen nach langer Wartezeit Hoffnung machen wollen, ist mehr als verständlich. Dass sie es auf diese Art und Weise machen, ist eher unwahrscheinlich. Wenn es um Organspender geht, wird häufig von den Motorradfahrern gesprochen. Sie machen jedoch eine untergeordnete Gruppe aus. 53% der Organspender starben aufgrund von Hirnblutungen und nur 18% durch Unfälle. Hierbei sind es nicht nur die Motorradfahrer, sondern auch alle anderen Unfälle, die Stürze auf Eis, von der Leiter oder Treppe. Dies zeigt mal wieder, wie wenig die Bevölkerung von OS weiß. 948)OS widerspreche der biblischen Ethik der Zehn Gebote n) Organspende „widerspricht dem Lebensschutz, den die biblische Ethik in den Zehn Geboten formuliert.“ Hierbei wird völlig vergessen, dass der Organspender an einer plötzlich auftretender Krankheit oder einem Unfall stirbt, dass er vor der Organentnahme tot ist und dass er oder sein gesetzlicher Vertreter der OS zugestimmt hat. Auch blenden diese Menschen die Worte Jesu aus: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13) Organspender haben eine große Liebe für schwer kranke Menschen. Auch wenn sie diese nicht persönlich kennen, so wollen sie doch mit ihrem plötzlichen und vorzeitigen Tod diesen Leidenen helfen. Dies ist kein Verstoß gegen eines der Zehn Gebote, sondern eine entschiedene Form der Nachfolge Christi und die Erfüllung des wichtigsten Gebotes (Mt 22,36-40): „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ - Wenn die Organe schon nicht mehr dem eigenen Leben dienen können, da hirntot, sollen sie wenigstens anderen Menschen zum Leben dienen. 949)Zu Tode definierte Menschen Bd) „Durch Definitionsakrobatik darf niemand für tot erklärt werden, der es gar nicht ist.“ Bd) „Die Frage, wann ein Mensch tot ist, darf nicht nach Opportunitätsmaßstäben ausgemacht werden.“ o) „Wohl kann man Menschen zu Tod definieren, aber in Wahrheit ist bis heute an einer Definition noch niemand gestorben.“ ak) und Bl) „Dennoch erklärt man diese Menschen für tot. Aber an einer Todeserklärung ist noch niemand gestorben.“ af) zitiert Tröndle: „Denn der Mensch verliert sein Leben nicht aufgrund einer Definition.“ bf) „Patienten werden für tot erklärt und als Leiche definiert, wenn bei ihnen ein unumkehrbares Hirnversagen festgestellt wird.“ Mf) „Menschen werden 'totgesagt', trotz offensichtlicher Lebenszeichen.“ Ein schönes Wortspiel, voller Ironie und Polemik. Man kann ... – oder hat man bereits jemand zu Tode definiert? Wenn ja, womit? Kein Mensch verliert sein Leben durch eine Definition. Den Tod hat jedoch die Medizin zu definieren, da sie am ehesten weiß, wann menschliches Leben zu Ende ist. Dies wird bei der Reanimation eines Menschen am deutlichsten. Irgendwann wird jeder erfolglose Reanimationsversuch abgebrochen, je nach Alter und Chance des Patienten. Bei einem Hirntoten gibt es nichts mehr zu reanimieren, gibt es keine Rückkehr in das Leben, sondern nur noch das Absterben der übrigen 97% Körpermasse. 950)Die Definition entschuldige das eigene Handeln bg) zitiert Dietmar Mieth mit den Worten: „Die Selbstaufklärung eines Systems ist oft Propaganda, die dagegenwirkende Kritik erscheint oft hilflos angesichts eines echten Dilemmas. ... lieber halte ich jemanden für tot als für lebend, wenn ich lebensbeendend in ihn eingreifen soll. Denn dann ist die Definition an allem Schuld, nicht aber ich bin verantwortlich.“ (Seite 67) Definitionen dienen der Klärung. 951)Liebesgebot als unerlaubtes Verfahren p) „Ich sehe es als ein unerlaubtes Verfahren an, wenn das christliche Liebesgebot, das der Gemeinde Christi gilt, dazu herhalten muss, ein 'Lebensrecht' im Sinne eines Lebensverlängerungsrechts oder eines Rechts auf Verbesserung der Lebensqualität durch Implantation fremder Organe zu begründen. Ist ein solches Anspruchsdenken erst einmal praktisch etabliert und die Organ-'Spende' damit zugleich zur Pflicht gemacht, so ist prinzipiell kein Sterbender mehr davor bewahrt, als 'Spender' behandelt zu werden, wenn er in Todesnähe gerät.“ Es gibt weder ein Recht auf Lebensverlängerung noch eins auf Verbesserung der Lebensqualität. Es gibt jedoch ein Recht auf Hilfe und eine Pflicht der Hilfeleistung sowie einen Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung. Tausenden schwer kranken und vom Tode bedrohten Menschen kann die heutige Medizin helfen. Dazu hat sie die Technik, die Ärzte, die Medikamente. Was ihr jedoch fehlt, das sind die dafür benötigten Organe. Es liegt an jedem einzelnen Bürger, ob er sich im Falle seines Hirntodes dieser Hilfestellung verschließen und seine brauchbaren Organe ungenutzt mit ins Grab nehmen will. Auch heißt es „Organspende“, nicht „Organrecht“ oder „Organpflicht“. Hier hat p) den Begriff verfremdet. - Auch gibt es jetzt, 20 Jahre nach der gemeinsamen Erklärung und 15 Jahre nach dem Erscheinen des Artikels von p), für keinen schwer kranken Menschen ein Recht auf ein Organ. Die Aussage, dass kein Sterbender davor bewahrt bleiben könnte, als Organspender behandelt zu werden, ist reine Panikmache, da nach dem Gesetz nur Hirntote zur OS herangezogen werden dürfen. - Sterbende kann man auch nicht gezielt in den Zustand Hirntod steuern. Hirntod ist das Ende eines Prozesses, an dessen Anfang die Rettung des Lebens stand und die Medizin irgendwann feststellen muss, dass das Gehirn tot ist. 952)Mehr Organspender durch Gesetzesänderung p) „Die ca. 30000 Toten jährlich, die durch Unfall oder Suizid sterben, könnten dann irgendwann sogar dem Gesetzgeber angesichts des hohen Organbedarfs als ein Spekulationsposten erscheinen, an dessen Verminderung kein wirkliches Interesse besteht.“ Auch heute, im Jahre 2012, ist die Bemühung der Ärzte, das Leben von Unfallopfern und Suizidalen zu retten. Grundlage ist der hippokratische Eid. - Es ist keine Änderung dieser ärztlichen Haltung zu erkennen. Konnte dieses Ziel der Rettung des Lebens nicht erreicht werden und ist der Patient den Hirntod gestorben, nur dann stellt sich die Frage, ob er als Organspender in Frage kommt. Daher ist die Sorge von p) völlig unbegründet. Sollte eine unethische Gesetzesänderung anstehen, mit dem Ziel zu mehr Organspendern zu kommen, kann die Kirche die Stimme erheben. Jetzt aber sich in derartige Spekulationen zu verlieren, muss als reine Panikmache abgetan werden. Es besteht sehr wohl ein wirkliches Interesse daran, die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Dies wird an allein am Verbot und an der Durchsetzung bestimmter Fehlverhalten ersichtlich: 1.Verkehrskontrollen mit Kontrollen nach Alkohol und anderen Rauschmitteln. 2.Verkehrskontrollen mit Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit. 3.Verkehrskontrollen mit Einhaltung der Anschnallpflicht. 4.Verkehrskontrollen mit Einhaltung des Handyverbots. Wer hierzu das Bußgeld bezahlt oder dazu gar noch den Führerschein abgenommen bekommt, dem wird sehr deutlich bewusst, dass es dem Staat sehr wohl um die Senkung der Verkehrstoten geht. 953)Das Ebenbild Gottes würde zum Ersatzteillager degradiert s) zitiert Regina Breul, der die Stimme ihres Gewissens sage: „Das Ebenbild Gottes wird zum Ersatzteillager degradiert.“ aa) „Wir steuern auf die recyclebare Gesellschaft zu. Wir müssen endlich eigene Maßstäbe entwickeln und begründen, wenn wir nicht eines Tages in einer Welt leben wollen, in der Menschen zu Ersatzteillagern werden und die Medizin eine Reparaturwerkstatt ist.“ ay) zitiert Jürgen Meyer, einem Vorstandsmitglied der Initiative KAO: „Für meine Vorstellung ist das mit unserem Menschenbild als Christen nicht vereinbar, weil ich denke, der Mensch ist eine Ganzheit und wir haben nicht das Recht, einzelne Teile wie bei einer Maschine auszutauschen und dem das Leben zu verkürzen.“ Ra) „Auch sollten wir uns die Frage stellen, ob wir Menschen wirklich den Weg als Ersatzteillieferant gehen wollen.“ Es stellt sich die Frage, wie wir mit dem Thema TX umgehen und wie wir es sehen. Wenn man die Haltung besitzt, dass der Mensch nur ein Ersatzteillager ist, sollte man sich die Frage stellen, ob man selbst so gesehen werden will. Wenn man die Haltung besitzt, als Kinder Gottes ist die Menschheit die große Familie Gottes und wenn ich dazu bereit bin, von einem Hirntoten die Organe als Geschenk an mich anzunehmen, warum sollte ich im Falle meines Hirntotes anderen Menschen in Not meine Organe vorenthalten und nutzlos mit ins Grab nehmen? Herr Meyer und ay) dürfen gerne bei Ihrer Vorstellung eines Menschenbildes bleiben. Sie mögen es jedoch akzeptieren, dass andere Menschen sehr wohl bereit sind, im Falle ihres Hirntodes ihre Organe zu spenden.119 954)Die Natur hat OS nicht vorgesehen Bm) „Ich denke, dass wir Menschen weder teilbar sind noch aus Einzelteilen bestehen. Die Natur hat so etwas nicht vorgesehen; sonst könnte man ja nach unserem mechanistischen Weltbild alle Organe irgendwo aus- und woanders wieder einbauen. Dann gäbe es aber die Abstoßungsreaktionen nicht, mit denen der Körper das Fremde wieder loswerden will“ Das schreibt Bm), nachdem sie einen Absatz zuvor zugibt, bei Bedarf eine Niere an ihren Mann bzw. ihre Schwester zu spenden oder auch von denen annehmen. Also besteht der Mensch im „mechanistischen Weltbild“ doch aus „Einzelteilen“?! Die Natur hat auch nicht vorgesehen, dass wir uns in die Lüfte erheben, dass wir in die Tiefsee tauchen und dass wir Schmerzmittel verabreichen. 955)Darf man Menschen wie eine Apparat betrachten? bi) „Darf man Menschen betrachten wie einen Apparat und Organe wie Ersatzteile?“ (Seite 114) Wer betrachtet Menschen wie einen Apparat? Wodurch geschieht dies? - Für die transplantierten Organe kann dies durchaus so gesehen werden, aber nicht für den Menschen als Ganzes, als Leib-Seele-Einheit. Außer Kritiker und Gegner bezeichnet niemand Organe als Ersatzteile. 956)Sterbende würden zu einer Sache degradiert bf) zitiert S. Hartwig: „Der Sterbende wird zur Sache degradiert.“ Der Hirntote ist kein Sterbender, sondern ein Toter. Er wird zu keiner Sache degradiert, denn eine Sache besitzt keine Würde. In § 6 TPG heißt es hingegen: „ Die Organ- oder Gewebeentnahme bei verstorbenen Personen und alle mit ihr zusammenhängenden Maßnahmen müssen unter Achtung der Würde des Organ- oder Gewebespenders in einer der ärztlichen Sorgfaltspflicht entsprechenden Weise durchgeführt werden.“ 957)Hirntote würden zu einem begehrten Rohstoff bf) „Sterbende Menschen im Hirnversagen und gerade Verstorbene sind zum begehrten wertvollen Rohstoff geworden.“ bj) „Der Mensch hat sich auch den Menschen zum Rohstoff gemacht, um seine Ziele verfolgen zu können.“ (120) Bei der OS handelt es sich nicht um „Sterbende Menschen im Hirnversagen“, sondern immer um Hirntote. - Ihn als „begehrten wertvollen Rohstoff“ zu sehen ist eine Sichtweise. Eine andere Sichtweise ist zu sagen, dass sie mit ihrem Tod schwer kranken Menschen helfen, ihnen Leben schenken und Lebensqualität verbessern. 958)Ungesunde Lebensweise würde gefördert bf) „ Es wird ein Denken gefördert, bei dem man im Vertrauen auf Ersatzorgane ungesund darauf los leben kann, bei dem der Tod getrost verdrängt werden kann und bei dem das Hoffen auf den Tod eines vitalen 'Spenders' gesellschaftsfähig ist.“ Es ist nicht völlig auszuschließen, dass dieses Denken auf das Ersatzorgan aufkommen kann, übersieht jedoch gleichzeitig, dass diese „Werbung“ immer wieder betont, dass die Dialysepatienten durchschnittlich 5 Jahre auf eine Niere warten müssen. Wer einen gesunden Menschenverstand hat, wird sich überlegen, ob er erst mal 5 Jahre zur Dialyse gehen will, bis er eine neue Niere bekommt. Dass das „Hoffen auf den Tod eines vitalen 'Spenders'“ gesellschaftsfähig sei, ist eine haltlose Unterstellung und wird sicherlich nie gesellschaftsfähig werden. 959)Der Mensch würde auf Gehirn und Geist reduziert x) über die HTD: „Ein radikal naturalistisches Menschen- und Weltbild ist wohl die große Herausforderung für die Kirche und Theologie dieser Tage: Der Mensch wird auf Gehirn und Geist reduziert.“ ab) „Man sagt: Tot ist der Mensch, wenn sein Gehirn tot ist. Allein, reduziert man da nicht den Menschen auf sein Gehirn?“ as) „Der Mensch wird auf mentale, neuronale Kapazitäten reduziert, und wenn diese nicht mehr leistungsfähig sind, erklärt man ihn für tot.“ Niedere Tiere wie Schwämme und Nesseltiere (z.B. Quallen) besitzen kein Herz. Alle höheren Tiere besitzen ein Herz und damit Blutkreislauf. Sie alle atmen auf ihre Art und Weise (Fische holen sich den Sauerstoff aus dem Wasser). Alle höheren Tiere besitzen ein Gehirn. - Was unterscheidet denn den Menschen von den höheren Tieren? Ein „radikal naturalistisches Menschen- und Weltbild“ könnte auf diese Frage nur antworten: „Nichts“ - Von rein physikalisch messbaren Größen hat jedes höhere Tier das, was der Mensch auch hat. Mehr noch, Tiere übertreffen den Menschen: Der Blauwal wird bis zu 30 m lang und über 150 t schwer, bei bester Gesundheit, nur wenige Menschen werden über 2 m groß, keiner erreichte die 3-m-Grenze und 150 kg erreichen die Menschen nicht im gesunden Zustand. - Ein Gepard schafft es, in 3 sec von 0 auf 100 km/h zu kommen. Das schafft noch nicht mal ein Formel-I-Rennwagen. Nur wenige Menschen schaffen es, 100 m in weniger als 10 sec zu laufen. - Das Gehirn des Pottwal wiegt bis zu 9 kg, das des Menschen noch nicht mal 1,5 kg. Bei dieser Fragestellung wird man zwangsweise an Albert Einstein erinnert, dem bei einer Vorlesung über die Relativitätstheorie ein Student unter Protest aufgestanden ist und sagte: „Wir sind doch hier nicht in der Kirche. Ich glaube nur an das, was ich sehe.“ Hierauf lächelte Albert Einstein den Studenten an und antwortete: „Dann kommen Sie doch bitte nach vorne und legen uns Ihren Verstand auf den Tisch.“ Hirntoten ist nicht nur der Geist erloschen (Bewusstsein, Wahrnehmung), sondern auch alle lebenswichtigen Reflexe und Teile der Homöostase. Daher sind Körperfunktionen wie Blutkreislauf ohne ständige apparative und medikamentöse Hilfe nicht möglich. Bei so viel und so gravierendem Ausfall (der gesamte Mensch als Geistwesen ist tot) kann man nur noch vom Tod eines Menschen sprechen. Mit der HTD wird niemand für tot erklärt, der nicht mehr leistungsfähig ist, sondern jemand, dessen Geist und alle lebenswichtigen Reflexe erloschen sind. Ein geistig verwirrter Mensch ist nicht mehr leistungsfähig. Deswegen wird er nicht als tot erklärt. Gleiches gilt für einen voll pflegebedürftigen Menschen. 960)Tod dürfe nicht auf biotechnisch-medizinische Erkenntnisse reduziert werden Mf) „ Die Bestimmung des Todes ist nicht auf biotechnisch-medizinische Erkenntnisse zu reduzieren.“ Wie anderes soll der Tod festgestellt werden, als mit biotechnisch-medizinischen Tests? Diese Antwort bleibt Mf) schuldig. Jedes andere Verfahren ist Willkür. 961)Das Menschsein darf nicht auf gewisse Fähigkeiten begrenzt werden x) „Gerade deshalb darf man Menschsein auch nicht auf gewisse Vermögen verkleinern: nicht auf unsere Erinnerung, nicht auf das, was wir bewusst tun. Die Person ist das, was Leib und Seele umfasst. Sie entsteht nicht durch eine Bündelung von Eigenschaften, durch charakteristische Merkmale oder Hirnfunktionen. Beeinträchtigungen des Gehirns können freilich erhebliche Folgen für das Leben und Denken des Menschen haben. Es ist aber eine Irrlehre anzunehmen, unser Gehirn mache unser Personsein aus. Die leib-seelische Personeinheit besteht bis zum Tod.“ bj) „Eine 'innere Enthauptung' geschieht also nicht durch den Ausfall der messbaren Hirnfunktionen selbst, sondern durch einen definitorischen Akt der Schreibtischtäter, die ein funktionierendes Gehirn mit dem Menschsein gleichsetzen.“ (Seite 135) Es ist eine Irrlehre anzugeben, dass der hirntote Leib alleine unser Personsein ausmache. Dann wäre ein erkalteter Leichnam auch Person. Um Person zu sein bedarf es der Leib-Seele-Einheit. Diese Leib-Seele-Einheit ist jedoch mit dem Hirntod zerbrochen. Der Hirntote ist tot. 962)OS im Blick der Gottes- Nächsten- und Selbstliebe q) Die OS „in eine kreative Spannung mit der christlichen Berufung zur Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe zu setzen, ist Hintergrund der folgenden Gedanken.“ Mit der Anspielung auf das wichtigste Gebot (siehe: Mt 22,37-39; Mk 12,30f; Lk 10,27) stellt q) die Gewichtung seines Artikels voran: Organspende im Blick des wichtigsten jüdischen und christlichen Gebotes. 963)Empfänger erleben die OS nicht mehr q) „Wessen Organversagen nicht zumindest auf Zeit durch ein medizinisches Verfahren wie beispielsweise die Dialyse ersetzt werden kann, läuft Gefahr, die Zeit der 'Listung' nicht zu überleben.“ Dies ist eine traurige Tatsache, die wesentlich damit zusammenhängt, dass es zu wenig Organspender gibt. 964)In Begegnungen stehe der Leib im Vordergrund Bd) „Im Alltag machen wir immer wieder die Erfahrung, dass in der Begegnung von Menschen nicht das Gehirn oder das Bewusstsein von Menschen im Vordergrund steht, sondern der Leib.“ Diese Aussage mag vor allem im Berufszweig der Prostitution durchaus stimmen. Doch auch hier wird nicht nur nach dem Leib ausgesucht. Umarmungen sind etwas sehr Körperhaftes. Wenn o.g. Aussage stimmen würde, empfänden alle Menschen eine Umarmung als etwas Schönes und Angenehmes. Es gibt jedoch zuhauf Beispiele von Umarmungen, die als sehr unangenehm empfunden werden. Dies hat nichts mit der körperlichen Kraft zu tun, mit der diese Umarmung ausgeübt wurde. Es hat etwas damit zu tun, wie die beiden Menschen zueinander stehen und/oder mit welchem Gefühl diese Umarmung ausgeübt wurde. Die Beziehung von Menschen zueinander wie auch das Gefühl ist nichts Körperliches, wenngleich es im Körper wirken kann. Beides geht vom Geist aus. Damit sind wir wieder beim Gehirn, das beim Hirntoten tot ist. 965)Der Leib sei die Brücke zum Anderen Bd) „Der Leib ist unsere Brücke zum Anderen, ermöglicht Kommunikation. Hieran ließe sich in dieser Frage anknüpfen. Auch der irreversibel komatöse Mensch begegnet mir in seiner Leiblichkeit. Wenn ich seine Hand ergreife, fühlt sie sich ganz sicher anders an als die Hand einer Leiche im Sarg. Solange noch nicht sämtliche Vitalfunktionen erloschen sind, haben wir es noch mit einem Leib zu tun. Und diesen gilt es zu achten.“ Zwar begegnet uns der „irreversibel komatöse Mensch“ in seiner Leiblichkeit, aber dieser nimmt von dieser Begegnung nichts wahr. Diese Begegnung erfolgt absolut einseitig. - In gleicher Weise begegnen uns auch ein Leichnam in seiner Leiblichkeit – wenn auch anders, doch auch diese nimmt von dieser Begegnung nichts wahr. Auch hier ist die Begegnung absolut einseitig. Daher führt die Argumentation über die Leiblichkeit als Brücke zum Andern hier nicht weiter. Der „irreversibel komatöse Mensch“ besitzt noch einen Rest an Gehirntätigkeit und besitzt damit noch so etwas wie einen Rest an Chance, aus diesem Zustand wieder zurück zu kommen. Der Hirntote besitzt keine Gehirntätigkeit mehr und hat damit keine Chance, aus diesem Zustand zurück zu kommen. Daher gilt der Hirntote als tot. 966)Sterben sei mehr als der Ausfall eines Organs Bd) „Zum anderen ist damit gemeint, dass derjenige, der stirbt, eben noch nicht zum Kreis der Verstorbenen zählt und Sterben mehr ist, als dass ein Organ unseres Organismus seine Tätigkeit nicht mehr ausüben kann.“ ak) „Alle Glieder ergeben zusammen unser Ganzes und wir leben in allen. Aber wir sterben auch in allen, und unser Tod ist deshalb nicht durch einen irreversiblen Organausfall gegeben.“ bj) „Kein Ausfall eines einzelnen Organs, und sei es der irreversible Ausfall des Gehirns, beendet das Menschsein des sterbenden Menschen.“ (Seite 133) Wenn ein vergrößertes Herz bei körperlicher Belastung plötzlich reißt und das Blut nur noch in den Brustraum pumpt, dann erfolgt ein sogenannter Sekundentod. Das Sterben des Herzens erfolgt hierbei innerhalb von Sekundenbruchteilen. - Mit einem Augenblick ist dieser Mensch herztot. Er verliert etwa 10 Sekunden später das Bewusstsein. Sein Hirntod erfolgt etwa 10 Minuten später. Es ist nur das Herz, das von einem Augenblick auf den anderen nicht mehr arbeitet. Dies zeigt, dass es sehr wohl möglich ist, dass Leben und Tod vom Funktionieren nur eines Organs abhängt. Wenige Absätze zuvor gibt ak) noch an, dass vor 1968 der Tod mit dem Herztod, dem unwiderruflichen Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems „weltweit anerkannt war“. Das Herz ist doch auch nur ein Organ. Wie kann ak) dann hier behaupten, dass der Tod „nicht durch einen irreversiblen Organausfall gegeben“ sei? Hierzu muss auch angemerkt werden, dass seit Ende des 18. Jh. - damals wurden die ersten erfolgreichen Reanimationen durchgeführt, auch die ersten mit Stromstößen – der Herztod kein sicheres Todeszeichen mehr ist. Technisch lässt es sich auch an einem Vorderrad eines Fahrrads verdeutlichen: Wenn dem Rad die Nabe genommen wird, sind zwar noch alle Speichen vorhanden, ebenso Felge und Mantel. Im Schlauch ist noch ausreichend Luft. Aber dieses Vorderrad fährt nicht mehr. Es lässt sich in kein Fahrrad einbauen. 967)Empfinden und denken liegen nicht auf einer Ebene bj) „Außerdem werden in dieser Aussage Grenzen verwischt, die zu respektieren gewesen wären: (anthropo-)logisch liegen z.B. 'empfinden' und 'denken' keinesfalls auf derselben Ebene“. (Seite 134) Empfinden und denken liegen nicht auf gleicher Ebene, beides geschieht jedoch am gleichen Ort, mit dem gleichen Organ, dem Großhirn. Daher ist mit dem Hirntod das Empfinden, das Denken und das Bewusstsein erloschen. 968)Tot sei man dann, wenn man keine Entelechie habe Bd) „Ein Mensch ist tot, wenn sämtliche Lebensvollzüge seines Organismus aufgehoben sind, dieser Organismus also keine Entelechie, keine Seele, mehr hat.“ Kc) zitiert Ingensiep zu dem Kunstwort Entelechie mit: „Die anorganischen Dinge sind, Pflanzen leben, Tiere empfinden, Menschen denken. Das ist quasi die Stufenordnung. Aber das Spannende ist eigentlich die Stufenordnung auf der moralischen Seite, denn die wird parallel geführt. Das ist eine Parallelität von Seinsordnung und Lebensordnung. Wer nur ist, im wahrsten Sinne des Wortes sein, sich hängen läßt, dahinvegetiert oder noch niedriger im Seinszustand ist, der ist wie ein Stein. Wer bloß lebt, der ist wie eine Pflanze. Wer trinkt und frißt, der ist wie ein Tier. ... Wer aber denkt, das ist hier so ein Studiosus, ein Gelehrter, der hat den höchsten Punkt erreicht.“ Wikipedia beschreibt Entelechie wie folgt: „Ein Mensch ist tot, wenn sämtliche Lebensvollzüge seines Organismus aufgehoben sind, dieser Organismus also keine Entelechie, keine Seele, mehr hat.“ (Wikipedia: Entelechie) Welches Ziel besitzt denn ein Hirntoter? - Ist es das Ziel des Menschseins, dass er dauerhaft ohne drei lebenswichtigen Funktionen (atmen, essen, trinken) an Geräten angeschlossen, ohne eine bewusste und zielgerichtete Bewegung daliegt, ohne Bewusstsein und ohne die Fähigkeit, irgend etwas wahrzunehmen? Wenn der Hirntote mal einen Arm hebt, welches Ziel verfolgt er dabei? Die Sonnen blume dreht bis zur Mittagszeit die Blüte mit der Sonne, damit diese von ihr beschienen wird. Wo aber ist das Ziel der Bewegung eines Hirntoten, welchen Sinn hat seine Bewegung? Lebt denn ein Hirntoter wie eine Pflanze? Vegetiert er auf diesem niederen Seinszustand dahin? - Keinesfalls, bei Wikipedia heißt es zum Leben: „Leben und im engeren Sinne Lebewesen reichen über die Welt des toten Stoffes hauptsächlich dadurch hinaus, dass sie sich fortzupflanzen vermögen ..., dass sie sich selbst organisieren, dass sie einen Stoffwechsel besitzen und dass sie Gebilde ausmachen, die als ein System nach außen abgeschlossen sind.“ Ein Hirntoter organisiert sich selbst nicht mehr. Zwei lebensnotwendige Reflexe fehlen ihm dauerhaft: Atmung und Nahrungsaufnahme. Damit gehört ein Hirntoter nicht mehr zum Leben im weitesten Sinne. Die Homöostase ist gestört und muss durch Medikamente gestützt werden. - Schließlich zur Fortpflanzung: Wenn man den Samen eines Hirntoten in die Gebärmutter einer Hirntoten bringt (ohne fremde Hilfe können sich Hirntote auch nicht fortpflanzen), kann daraus nie ein Hirntoter geboren werden, denn hirntot ist kein natürlicher Zustand, sondern ein künstlicher, den allein die Intensivmedizin ermöglicht. 969)Leben dürfe nicht beendet werden, um die Lebenschance anderer zu erhöhen ad) „Auch die Wahrscheinlichkeit des eingetretenen Todes würde einen todbringenden Eingriff nicht rechtfertigen können. Zudem: Ist es erlaubt, 'dass das Leben von Menschen beendet wird, dass Menschen getötet werden, um dadurch die Lebenschancen anderer Menschen zu erhöhen'?“ In einem Verteidigungskrieg wird bewusst Leben beendet, um anderes Leben zu retten. Bei Notwehr kann bewusst Leben beendet werden, um anderes Leben zu retten. - Das nur allgemein zu diesem Sachverhalt. Ein Hirntoter ist tot. Er kann nicht mehr getötet werden. 970)Kontroverse Stellungsnahmen zum Hirntod ad) „Wenn man absieht von der Frage der Menschenwürde im Kontext der Organtransplantation, die hier selbstverständlich immer ein großes Gewicht hat, bleibt in jedem Fall die Frage der Feststellung des Todes als Voraussetzung für die Organentnahme. Solange diese kontrovers ist bei Medizinern, Philosophen und Theologen, wird die Kirche keine positive Stellungnahme abgeben können.“ Wenn man innerhalb der kath. Kirchen die Weltkirche ansieht, dann gibt es selbst dort heute noch Priester und Bischöfe, die der Überzeugung sind, dass die Messe nur in Latein gefeiert werden dürfe oder dass nur Mundkommunion ein würdiger Empfang des Sakraments sei. - So auch hier bei der OS. Sogar das Zahlenverhältnis ist ähnlich. 971)Ethischer Grundsatz: Im Zweifelsfall für das Leben al) „Es gilt jedoch der ethische Grundsatz: 'In dubio pro vita' – 'im Zweifelsfall für das Leben', d.h. bei fehlender Sicherheit darüber, ob die Intensivbehandlung einer Lebensverlängerung dient oder einer ethisch unzulässigen Verlängerung des Sterbeprozesses, soll sie fortgesetzt werden.“ Bei einem Hirntoten ist der Geist erloschen, da das Gehirn tot ist. Der Körper ist tot, weil ihm alle lebenswichtigen Reflexe fehlen, vor allem die der Atmung und der Nahrungsaufnahme. Wer hier von „Lebensverlängerung“ spricht, verkennt die Fakten. 972)Die unteilbare Ganzheit des Menschen müsse betrachtet werden bh) „Diese Beschreibung der 'unteilbaren Ganzheit' widerspricht der 'Hirntoddefinition' und dem praktischen Vorgehen während der Organentnahme.“ Bei Hirntoten – und damit auch bei Organspendern – ist die Trennung von Körper und Seele vollzogen. Der Hirntote ist entseelt. Damit ist die Ganzheit von Leib und Seele zerbrochen. Dies widerspricht somit nicht der Hirntoddefinition, sondern unterstreicht sie. Sie erlaubt damit auch das Vorgehen bei der Organentnahme. 973)Das Sterben eines Menschen bedürfe keiner Sinnzumessung durch OS Mi) „Das Sterben eines Menschen bedarf keiner Sinnzumessung durch eine Organspende.“ Sinnloses Leid ist für uns Menschen schwer zu ertragen. Daher neigen wir dazu, dem Leid einen Sinn zu geben. Dies gilt in religiöser wie auch in profaner Weise. Hirntod bedarf keines Sinnzumessung, aber viele Hinterbliebene tröstet es zu wissen, dass durch den Tod des Angehörigen anderes Leben gerettet werden konnte. 974)Organe sind nicht beliebig austauschbar Mj) „Wenn es wirklich so wäre, daß Organe bei Menschen beliebig austauschbar sind, dann sollte man auch davon ausgehen können, daß der Empfängerkörper, ebenso wie eine reparaturbedürftige Maschine, keinerlei Abstoßungsversuche gegen das fremde Organ unternimmt.“ Der Abstoßungsversuche liegt die Immunabwehr zu Grunde, die alle höheren Lebewesen besitzen. Sie hilft uns, in der Welt voller Bakterien und Viren zu überleben. Im Fall der TX muss der Immunabwehr klar gemacht werden, dass hier ein Organ ist, das zwar nicht aus seinem Körper ist, er jedoch dieses Organ zu akzeptieren hat. Dies geschieht durch die Immunsuppressiva. 975)Die Definition des Todes sei prämär eine philosophische Frage bz) „'Mit dem Hirntod ist naturwissenschaftlich-medizinisch der Tod des Menschen festgestellt'. Wenn das gestimmt hätte und es tatsächlich eine naturwissenschaftlich-medizinische Frage wäre, ob Hirntote tot sind, wäre die ganze Hirntod-Debatte witzlos gewesen, doch weder damals noch heute bezweifelt kaum jemand, dass es nicht allein Sache der Mediziner ist, sich für ein Todesverständnis zu entscheiden, sondern dass diese Frage primär philosophisch-begrifflich ist.“ Als Philosoph muss bz) selbstbewusst schreiben, dass die Definition des Todes primär eine philosophische Frage sei. Dies beweist Selbstbewusstsein. 976)Die „Lebendigkeit“ der Hirntoten beweise, dass sie leben würden bz) „Angesichts dieser phänomenalen 'Lebendigkeit' der Hirntoten berufen sich Hirntodkritiker darauf, dass sich unser Personsein eben nicht auf bestimmte psychische Eigenschaften reduzieren lassen dürfte, sondern dass auch die Leiblichkeit eine Rolle spiele, es also nicht ausgemacht sei, dass der Verlust des Psychischen bei fortbestehender Lebendigkeit des Leibes dem personalen Leben ein Ende setzt.“ Spinale Reflexe, ob mit oder ohne künstlicher Beatmung, sind kein Beweis für die Lebendigkeit eines Menschen. Das erkannte bereits Moses Maimonides (1135-1204) angesichts der Zuckungen von Enthaupteten. - Nur Kinder glauben an die Lebendigkeit eines Hampelmanns, weil sich dieser bewegt, wenn man an seiner Schnur zieht. 977)Vom Tod der Person und Tod des Menschen bz) „Zum anderen spricht dagegen, dass Leben und Tod zu unseren natürlichen Eigenschaften zählen, die wir mit der restlichen belebten Natur teilen, während der Personenbegriff normalerweise gerade dazu dient, dasjenige zu betonen, was an uns Menschen besonders ist und uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Leben und Tod, könnte man diese Position zusammenfassen, sind eine Sache unserer Biologie, nicht unseres Personseins.“ Der Mensch ist Person. Die beiden Begriffe lassen sich nicht voneinander trennen. Daher ist der Tod der Person auch der Tod des Menschen. Was nach dem Tod des Menschen folgt, ist intermediäres Leben. 978)Da bei Hirntoten noch vieles funktioniere, würden sie leben bz) Es sei klar „dass mit dem Hirntod wesentliche biologische Funktionen des Menschen ... unwiderruflich verloren gegangen sind. Die entscheidende Frage ist nur, ob diese Funktionen insgesamt notwendig dafür sind, dass ein Mensch biologisch am Leben ist, oder ob die dem Hirntoten verbliebenen Funktionen nicht doch den Schluss zulassen, dass der Körper und damit der Mensch selbst noch am Leben ist (und nicht nur einzelne seiner Bestandteile).“ Zum Wesen des Menschen gehört die biologische Grundlage des personalen Bewusstseins. Diese ist bei Hirntoten erloschen. Daher sind Hirntote tot. 979)Das Gehirn sei wichtig, aber nicht unverzichtbar bz) „Das Gehirn ist zweifellos das wichtigste Organ für die Aufrechterhaltung des menschlichen biologischen Lebens, aber auch das Gehirn ist nicht unverzichtbar.“ Ohne Gehirn ist der Mensch nicht lebensfähig. Dies beweisen anezephale Kinder, bei denen noch nicht mal der Hirnstamm angelegt ist. 980)Herztote leben gar nicht mehr, Hirntote ein bisschen bz) „ Der Herztote, könnte man sagen, lebt biologisch gesehen gar nicht mehr, der Hirntote nur noch ein bisschen, wir dagegen voll und ganz.“ Klarer lässt es sich so bezeichnen: Herztote wie Hirntote befinden sich bis zum Absterben der letzten Körperzelle im intermediären Leben. Nur ist beim Hirntoten mehr intermediäres Leben vorhanden. In beiden Fällen ist es ein Leben nach dem Tod. 981) 982) 983) 984) 985) 986) 987) 988)Bei aller Kritik, dennoch Organspender q) „Bei aller Kritik an der Hirntoddefinition trage ich meinen Organspendeausweis bei mir, weil ich bereit bin, im Fall des Falles auf die letzte Wegstrecke meines unaufhaltsam begonnenen Sterbens zu verzichten und auf diese Weise anderen eine Chance auf ein Weiterleben zu ermöglichen. Praktizierte Nächstenliebe kann und darf viele Gesichter haben. Die Bereitschaft zur Organspende verbunden mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen gehört für mich dazu.“ Damit bleibt eine kritische Haltung zur HTD und ein entschiedenes Ja zur OS. Auch so kann man leben – sowohl als auch - und Vorbild sein.

Ethische Irrtümer

989)Über die wehrlosen Hirntoten werde verfügt Co) „Die Menschen im sog. Hirntod sind wehrlos, sie können keine Stellung mehr beziehen, über sie wird verfügt.“ Die OS wird nur mit Zustimmung vorgenommen. Das bestimmt das TPG. 990)TX, eine lehre Versprechung? bi) „Darf man Leben durch ein neues Organ versprechen, obwohl man weiß, das die Chance nur sehr klein ist, eines zu bekommen?“ (Seite 114) Wer verspricht denn, dass jeder ein Organ bekommt? In jedem Jahresbericht der DSO sind die Zahlen enthalten, wie viele Patienten auf der Warteliste stehen, wie viele neu hinzugekommen sind, wie viele TX durchgeführt wurden, wie lange die Wartezeit ist. Diese Zahlen werden im Aufklärungsgespräch für das benötigte Organ klar gesagt. Damit weiß der schwer kranke Patient, auf was er sich da einlässt. Dass es nicht mehr Organe sind, liegt auch an der hohen Verweigerung zur OS. So standen 1.046 Organtransplantationen 434 Verweigerungen im Jahre 2012 gegenüber. Mit daran Schuld sind Menschen wie bi), die die Menschen nicht informieren, sondern verunsichern. Dies zeigt dieser Katalog rethorischer Fragen auf Seite 114. 991)Die Hirntoddefinition verderbe die Reinheit der wissenschaftl. Argumentation bj) „Ja, dieses Fremdinteresse begründet den deklarierten Beschluss, den 'Hirntod' und den Tod des Menschen gleichzusetzen – und verdirbt so die Reinheit der wissenschaftlichen Argumentation.“ (Seite 129) Die HTD wird zunächst dazu benutzt, eine sinnlose Therapie zu beenden. Bei rund 20% der Hirntoten werden hernach die Organe entnommen, weil hierfür die Zustimmung vorliegt. Bei rund 80% der Hirntoten wird die künstliche Beatmung abgeschaltet. - Es geht somit nicht um eine Fremdbestimmung, sondern um ein einheitliches Maß, wann die sinnlose Therapie beendet werden kann. 992)Das Eigeninteresse des Sterbenden wäre zu schützen bj) über die Hirntoddefinition: „Aber es tut außerdem, was ethisch nicht zu tun erlaubt ist: Es setzt ein Fremdinteresse dort als bestimmende Größe ein, wo die Würde des Sterbenden, sein Eigeninteresse, unbedingt zu schützen gewesen wäre.“ (Seite 129) Bei einer OS liegt eine Zustimmung vor, entweder vom Hirntoten selbst oder von dessen Hinterbliebenen, die in seinem Sinne entschieden haben. Außerdem: Worin unterscheidet sich die Würde eines Patienten mit großer Operation (z.B. zerschmetterter Hüfte) von der Organentnahme? Bei beiden OPs geht es sehr blutig zu und beide OPs hinterlassen sehr große Wunden. 993)Der Stärkere muss Rücksicht auf den Schwächeren nehmen bj) „Die Stärkeren werden an denen schuldig, deren Recht auf leibliche Integrität, eigenes Sterben und Totenruhe sie missachten.“ (Seite 145) bl) „Der Mächtigere fällt eine schwerwiegende Entscheidung über einen nicht mehr Einwilligungsfähigen, einen Unmächtigen.“ (Seite 172) Mh) „Bei der Explantation der Organe wird nicht nur 'die Ruhe der Toten' gestört (denn es ist üblich, einen Leichnam respektvoll, ohne ihn zu beschädigen, zu waschen, zu kleiden und aufzubahren), sondern die Ruhe eines Sterbenden wird gestört, sein ruhiges Hinübergehen in Gottes Zukunft wird abrupt beendet, weil seine lebenden Organe gebraucht werden.“ Tc) „§ 168 StGB schützt den Verstorbenen mit Eintritt seines Todes ausdrücklich vor der Störung der Totenruhe und vor der Leichenschändung. Die Organentnahme ist aber eindeutig als gewalttätig und damit als Leichenschändung zu bezeichnen, weil der 'Tote' mit diversen Messern, Sägen, Hammer und Meißel in seine Einzelteile zerlegt und damit massiv in seiner Integrität verletzt wird, von der Störung der Totenruhe ganz zu schweigen.“ Da es eine Spende ist, seit der 2012 getroffenen Erkärungsregelung noch mehr, macht sich niemand an der Organentnahme schuldig. Es werden daher weder Rechte verletzt noch die Totenruhe missachtet. - Wie ist das mit der Totenruhe bei einer Feuerbestattung? Ist das Verbrennen des Leichnams nicht eine schwerwiegendere Störung der Totenruhe als die Organentnahme? Läuft die Totenruhe nach einer gewissen Zeit ab, so dass man ungestraft die Verbrennung des Leichnams vornehmen darf? Warum kommt hierbei keinem der Kritiker und Gegner der Vergleich mit den Verbrennungsöfen in den KZs in den Sinn, so wie sie bei anderen Stellen aus dem 3. Reich schöpfen? 994)Organe seien nicht sozialpflichtig af) „Prof. Tröndle hat es einmal so formuliert: 'menschliche Organe sind nicht sozialpflichtig', es existiert also keine Pflicht, Organe spenden zu müssen, aus Solidarität oder anderen Gründen!“ ai) zitiert Weber: „‘menschliche Organe sind nicht sozialpflichtig’ und ‘der Mensch verliert sein Leben nicht aufgrund einer Hirntod-Definition’.“ In Wikipedia:sozial steht: „(von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet‘) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen). Was können af) oder ai) dafür, dass sie einen gesunden Körper haben und der andere einen Gen-Defekt? Was können sie dafür, dass sie Sport treiben können und der andere durch einen angeborenen Herzfehler daran gehindert ist? - Ist es dann nicht ein Ausdruck von Solidarität, im Falle des eigenen Hirntods die gesunden Organe nicht ungenutzt mit ins Grab zu nehmen, sondern denen zur Verfügung zu stellen, die sie zum Weiterleben dringend brauchen? Niemand wird zum sozialen Handeln gezwungen. Ein jeder darf sich auch unsozial verhalten. Wer sich der OS verweigert, muss sich die Frage gefallen lassen: Ist es dann nicht unsozial, die guten Organe ungenutzt mit in das Grab nehmen? 995)Es gäbe keine ethische Pflicht zur OS Ms) „Niemand ist gesetzlich verpflichtet, ihre oder seine Organe und/oder Gewebe zur Verfügung zu stellen, wenn sie oder er stirbt. Es gibt auch keine ethische Pflicht – wer sich jedoch altruistisch handelnd verstehen will, wird die Organe nach dem eigenen Tod anderen spenden.“ Leider gibt es zur OS in Deutschland nicht die Notstandregelung, so wie in Bulgarien, denn dann hätten wir die ganze Diskussion nicht. Dann wäre jeder Hirntote mit guten Organen per Gesetz ein Organspender. So aber diskutieren wir darüber, ob es eine ethische Pflicht zur OS gibt. - Wenn es keine ethische Pflicht zur OS gibt, können wir auch gleich § 323c StGB120 (unterlassene Hilfeleistung) streichen. 996)Menschen mit Gemeinschaftssinn wird OS zur inneren Pflicht Ms) „Wer also ein Mensch mit Sinn für die Gemeinschaft sein will, dem wird Organspende sozusagen zur inneren Pflicht.“ Der Begriff „Organspende“ war 1997 ein Kandidat für die Wahl zum Unwort des Jahres. Die Jury begründete das mit einer „Pervertierung“ des Spendenbegriffs. (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Unwort_des_Jahres_%28Deutschland%29; Zugriff am 30.07.2013). 997)Das ist absolut zutreffend, wenngleich sich Ms) argumentativ dagegen stellt. - Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass allen Verweigerer der OS der Sinn für die Gemeinschaft fehlt. Anders ausgedrückt, sie sind egoistisch. 998)„Organspende“ als Kandidat für die Wahl zum Unwort des Jahres 1997 Ms) „Der Begriff 'Organspende' war 1997 ein Kandidat für die Wahl zum Unwort des Jahres. Die Jury begründete das mit einer 'Pervertierung' des Spendenbegriffs.“ 1997 war in Deutschland der Verabschiedung des TPG. Damals schlugen zum Thema OS die Emotionen besonders hoch. Daher ist es kein Wunder, dass „Organspende“ einer der Kandidaten für das Unwort des Jahres wurde. Besieht man die anderen Unwörter und Kandidaten der angegebenen Quelle121, so muss man sich für eine solche Wahl nicht nur wundern, sondern auch schämen: 2011 = Gutmensch – hat „ein verstärktes Potential als Kampfbegriff entfaltet“. Wie soll man künftig Gutmenschen benennen? Wird demnächst auch „Altruist“ zum Kandidaten für das Unwort des Jahres? 2005 = Ehrenmord - „inakzeptable Berufung auf eine archaische 'Familienehre' zur Rechtfertigung der Ermordung eines meist weiblichen Familienmitglieds“. Keiner der Familienmitglieder (Täter und ihre Auftraggeber) bezeichnen dies als „Mord“. Ihnen geht es um die Wiederherstellung der Ehre. Daher ist „Ehrenmord“ als ein die Tat bezeichnender Begriff sehr zutreffend zu gebrauchen. 1992 = Beileidstourismus – für Trauerbekundungen anlässlich der Morde von Mölln. Zu was für einer Kultur verkommen wir, wenn wir Beileidsbekundungen derart diffamieren? Was ist eine Bestattung ohne Beileidsbekundung? Dass nach den Morden von Mölln die Menschen von weit her angereist kamen, zeugt davon, dass sie über die ausländerfeindlichen Brandanschläge tief betroffen waren. Dieses schlecht als Kandidate für das Unwort des Jahres schlecht zu reden, verkennt die Intension wie auch die Wirkung von Beileidsbekundungen. 999)OS sei „sozialer Zwang zum Altruismus“ Ms) „Der Soziologe Werner Schneider benennt dieses Phänomen prägnant als 'sozialen Zwang zum Altruismus'.“ Ein „sozialer Zwang“ wäre eine Notstandregelung, die, wie in Bulgarien, jeden Hirntoten mit guten Organen per Gesetz zum Organspender macht. Niemand hat dort die Möglichkeit, sich gegen die Organentnahme zu wehren. 1000)Frauen reagieren stärker auf Appell zur Nächstenliebe Ms) „Jedoch klingt im Begriff Respekt – verstärkt durch den Argumentationszusammenhang – oft bereits mit, dass die Ablehnung einer Organspende die schlechtere Wahl ist, die den Menschen aber aufgrund ihrer Entscheidungsfreiheit zuzugestehen ist. Die weitgehend uneingeschränkte Unterstützung der Kirchen für die Werbung um Organspenden nach Hirntod ist auch in geschlechtsspezifischer Hinsicht bedeutsam – jedenfalls dann, wenn dabei das Nächstenliebe-Argument hervorgehoben wird. Denn in noch höherem Maße als kirchlich sozialisierte Männer reagieren Frauen aufgrund der weiter wirkenden traditionellen Geschlechterstereotype auf diesen Appell.“ Verweigerer der OS wird die schlechtere Wahl zugestanden. Auch wenn Frauen stärker auf Nächstenliebe ansprechen, so haben hier Männer noch stärkeres Entwicklungspotential. Deswegen braucht man OS nicht über Bord werfen. 1001)Persönliche und auf Dauer angelegte Beziehung sei bei OS ausgeschlossen Ms) „Ausgeblendet bleibt in der gesamten Geschenk-Metaphorik, dass die Gabe eines Geschenks sich einem ganz bestimmten 'Sitz im Leben' verdankt. Menschen machen einem (oder mehreren) realen anderen Menschen Geschenke, und das gilt erst recht für das Geschenk des Herzens. 'Ich schenke dir mein Herz' – das sagt (und tut) eine_r gemeinhin in einer Situation verlässlicher und auf eine gemeinsame Zukunft gerichteten Partnerschaft. Eben diese persönliche und auf Dauer angelegte Beziehung aber ist im Kontext einer Transplantation ausgeschlossen.“ Binnen eines knappen Jahres haben die Deutschen den Opfer des Tsunami vom 26.12.2004 im Indischen Ozean, der über 231.000 Menschen das Leben gekostet hat, knapp 670 Mio. Euro gespendet.122 Es ist nicht davon auszugehen, dass es vor oder nach diesem Tsunami eine „persönliche und auf Dauer angelegte Beziehung“ zwischen den Spendern und den Empfängern des Geldes gegeben hat. Man hat gespendet, weil Menschen diese Hilfe benötigten und man helfen konnte. - Ebenso ist der Sachverhalt bei der OS. Nur wird dabei nicht Geld gespendet, sondern seine Organe. 1002)Es käme zu einem Erdrutsch in den Kriterien bj) „Denn die Bindung der Explantation an ein persönliches Einverständnis ist ein Grundsatz, der mit der personalen Integrität der Menschen begründet ist. Den Verzicht darauf kann niemand stellvertretend beschließen. Wenn dieser Grundsatz an einem Punkt durchbrochen wird, sind andere Vorschläge nur noch schwer abzuweisen, die vorsehen, anenzephale oder Koma-Patienten, also nicht einwilligungsfähige Menschen, prinzipiell für die Organentnahme vorzusehen.“ Es ist verwunderlich, dass bj) die „nicht einwilligungsfähigen Menschen“ nicht gleich auf nicht geschäftsfähige Menschen erweitert hat. Damit hätte er Kinder, geistig Behinderte, und Pflegschaft stehend und viele alte Menschen auch gleich dabei. Das TPG wurde im Jahre 1997 verabschiedet. In den über 25 Jahren wurde noch nie ein ernsthafter Ruf laut, wie ihn bj) beschrieb. 1003)Medizinische Experimente an Hirntoten bj) „Die größte Gefahr, die uns droht, ist, dass nach jenem Dogma 'Hirntot' = Tod des Menschen gerufen wird, um 'Hirntote' für medizinische Experimente aller Art freizubekommen. Denn 'Hirntote' mit lebendem Organismus reagieren ja weiterhin in sehr vielen Bereichen wie Menschen mit einem funktionstüchtigen Gehirn, sie wären aber, würde das Dogma vom Gesetzgeber akzeptiert, keine Menschen mehr und vom grundgesetzlichen Schutz des Lebens nicht mehr geschützt. Welche Versuchung!“ (S. 142) bj) „Es gehören keine prophetischen Gaben dazu, um vorherzusagen, dass ... Experimente – wie zum Beispiel Tests von Medikamenten – dann bald vorzugsweise mit 'Hirntoten' durchgeführt werden würden.“ In den über 25 Jahren TPG hat sich auch hier niemand zu Wort gemeldet. Außerdem wird der würdevolle Umgang mit Hirntoten in § 6 TPG eigens genannt. Juristisch dürfen ohne Zustimmung des Verstorbenen bzw. dessen Hinterbliebenen weder Organentnahme noch Forschung am Hirntoten vorgenommen werden. Auch für eine Obduktion benötigen die Ärzte die Zustimmung der Hinterbliebenen – einzige Ausnahme: wenn es sich um eine gerichtsmedizinische Obduktion nach unklarem Tod handelt. Hier hat die Staatsanwaltschaft Interesse daran, eine mögliche Straftat aufzudecken. Hierbei haben Hinterbliebene kein Mitspracherecht. Die Medizin hat kein Interesse daran, Tests mit Medikamente an Hirntoten durchzuführen, denn diese bekommen bereits verschiedene Medikamente, u.a. um die gestörte Homöostase zu stützen. - Um neue Herzmedikamente zu testen, werden hierfür eigens Meerschweinchen gezüchtet, denen unter Vollnarkose das Herz entnommen und in eine Nährlösung gehängt wird. Nach der Zugabe des Medikaments wird die Reaktion beobachtet. Dies wird getan, um andere Einflüsse (z.B. der aus der Nebenniere ausgestoßenen Stresshormone, u.a. Adrenalin) zu unterbinden, damit diese das Ergebnis nicht verfälscht. - Es gehört somit wenig Sachverstand, aber dafür viel Phantasie dazu, um auf solche Prophezeiungen zu kommen. 1004)Bei OS stünden Lebensrettung und Umgang mit Sterbenden gegenüber bo) „ Zwei sich widersprechende Ethiken stehen in einem konkurrierenden Verhältnis: auf der einen Seite geht es um die potenzielle Lebensrettung durch Organspenden, auf der anderen Seite sind damit Tabuüberschreitungen verbunden, die unsere Vorstellungen über Menschenwürde, medizinische Ethik und den sozialen Umgang mit einem sterbenden sowie toten Menschen aus den Angeln heben.“ Hirntote sind keine Sterbende, sondern Tote. Wo ist die Tabuüberschreitung bei der OS? - Ist es Tabubruch, wenn man zu Lebzeiten verfügt hat, dass man seinen Leichnam als Ganzkörperspende einem anatomischen Institut spendet, oder wenn Hinterbliebene einer von den Ärzten angefragten Obduktion zustimmen, oder wenn die Staatsanwaltschaft den Leichnam zur Todesfeststellung beschlagnahmt hat und ihn gerichtsmedizinisch untersuchen lässt, oder wenn man Ja zur OS sagt? Wo ist hier die Tabuüberschreitung? bo) Seiten später zur Tabuüberschreitung: „Im Laufe der großen Operation einer Organentnahme gibt es nicht eine einzige medizinische Handlung, die im Sinne des Hippokratischen Eides dem Wohl eines Hirntoten verpflichtet ist. ... Alle sonst verbindlichen Normen sind während einer Explantation außer Kraft gesetzt. Als Tote gilt ihnen nicht die so bezeichnete 'heilige Scheu'. Ekel, Ohnmacht, Erbrechen – extreme körperliche Reaktionen – sind aus Sektionsübungen im Medizinstudium bekannt. Sie werden durch die Zerstörungshandlung des Leichnams ausgelöst, was auf die Macht des Todestabus und auf die hohe kulturelle Bedeutung des Totenkults verweist, der seit Jahrtausenden die Verstorbenen und die Trauernden vor der Bemächtigung der Toten zu schützen versucht.“ Der Hirntote hat als Toter kein Recht auf ärztliches Handeln. Daher kann dies nicht im Sinne des Hippokratischen Eids gesehen werden. - Die geschickte Wortwahl suggeriert, dass hier der Arzt gegen den Hippokratischen Eid handle. Die „sonst verbindlichen Normen sind während einer Explantation“ sehr wohl einzuhalten. So heißt es in § 6 TPG ausdrücklich: „Die Organ- oder Gewebeentnahme bei verstorbenen Personen und alle mit ihr zusammenhängenden Maßnahmen müssen unter Achtung der Würde des Organ- oder Gewebespenders in einer der ärztlichen Sorgfaltspflicht entsprechenden Weise durchgeführt werden.“ Bei der Organentnahme wird die gleiche „Zerstörungshandlung“ vorgenommen, wie bei jeder anderen Operation auch, nämlich keine. Schließlich will man gut erhaltene Organe transplantieren, zerstörte Organe haben noch nie funktioniert. Niemand bemächtigt sich der Toten. Bei der OS hat der Hirntote zu Lebzeiten oder hernach seine Hinterbliebenen dieser zugestimmt. Ohne diese Zustimmung darf nach § 3 und 4 TPG keine Organentnahme erfolgen. 1005)Totspende solle verboten werden Cf) „Philosophieprofessor Andreas Brenner ... fordert: 'Die Leichenspende soll verboten werden.' Dabei bezieht er sich auf den Geist des seit über 2000 Jahren geltenden hippokratischen Eides, wonach Ärzte das Leben nicht beenden dürfen.“ Nach diesem hippokratischen Eid soll der Arzt aber auch das Sterben nicht unnötig hinauszögern. Außerdem ist ein Hirntoter bereits tot. 1006)OS verletze ein Tabu bo) „Diese Tatsachen verweisen ... auf ein ethisches Problem, das in der verpflanzungsmedizinischen Praxis begründet liegt. Es wurzelt in den durch eine Organentnahme berührten Tabus, deren ethisches Fundament mit der Organgewinnung aus dem Körper von Hirntoten kollidiert.“ Das Problem ist nicht auf ein Tabu zurück zu führen, sondern auf die Halb- und Unwahrheiten, die über Hirntod und OS unter das Volk gebracht werden. Wie anders lässt es sich sonst erklären, dass über 70% der Deutschen OS gut finden? 1007)OS verletze ethische und kulturelle Normen i) „Egal, ob wir hirntote Organspender als Patienten, Sterbende oder Leichen betrachten: Alle sonst verbindlichen Normen sind während einer Explantation außer Kraft gesetzt. Als Tote gilt ihnen nicht die so bezeichnete 'heilige Scheu'. ... Sie werden durch die Zerstörungshandlung des Leichnams ausgelöst, was auf die Macht des Todes6s und auf die hohe kulturelle Bedeutung des Totenkults verweist, der seit Jahrtausenden die Verstorbenen und die Trauernden vor der Bemächtigung der Toten zu schützen versucht.“ Mb) „Vor allem aber gibt mir immer wieder zu denken, dass die Menschen aller Kulturen über die Zeiten hinweg ihre Toten geachtet und ihnen Ruhe gegönnt haben – in tiefem Respekt vor dem großen Geheimnis des Sterbens.“ Im Laufe der Geschichte wurden immer wieder Grenzen verletzt, zum Glück. So beging Leonardo da Vinci (1452-1519) das Sakrileg, Leichen z öffnen und anatomische Studien an ihnen durchzuführen. Hätte man nicht dieses Tabu gebrochen, würden viele Menschen heute nicht mehr leben. Jede Operation erfüllt den Tatbestand einer Körperverletzung und dennoch wird sie nicht geahndet: Wurde sie im Notfall durchgeführt, gehen die Ärzte vom mutmaßlichen Willen des Patienten aus. Wurde sie regulär durchgeführt, hat der Patient durch seine Unterschrift zugestimmt. Bei der OS ist es ähnlich: Der Organspender hat mit seinem OSA der OS zugestimmt, ggf. auch seine Hinterbliebenen. Damit kann keinesfalls von einer „Bemächtigung der Toten“ gesprochen werden. Wenn Anna Bergmann jeden Leichnam unangetastet wissen möchte, hätte Medizin und Justiz ein Problem: Manchmal will die Medizin wissen, weshalb das Sterben diesen Verlauf genommen hat, weshalb der Patient verstorben ist. Manchmal möchte die Justiz wissen, was die Todesursache war um einen evtl. Mord aufzuklären. Um eine Antwort auf diese brennende Frage zu bekommen, ist eine Obduktion unumgänglich. Hierbei denkt niemand an eine Störung der Totenruhe. 1008)Bei OS würden ethische Normen über Bord geworfen werden i) und bo) „Unsere ethischen Normen im Umgang mit Sterbenden und Toten, die Prämissen der medizinischen Ethik und schließlich das Tötungsverbot werden durch das Prozedere der Organgewinnung über Bord geworfen. Eine ethische Verpflichtung zur Organspende kann es daher nicht geben.“ Ein Hirntoter wurde nicht umgebracht, weder vor noch durch die Organentnahme. Daher muss der Vorwurf der Tötung zurückgewiesen werden. Es widerspricht keiner Ethik, auch nicht der medizinischen Ethik, wenn ein Mensch zu seinen Lebzeiten verfügt, dass man im Falle seines Hirntods seine Organe entnehmen kann. Es ist vielmehr ein Ausdruck von ethischem Verhalten, im Falle seines Hirntods die eigenen Organe schwer kranken Menschen zur Verfügung zu stellen. Ethisch wird jeder zur OS eingeladen und aufgefordert, niemand aber verpflichtet. Bestünde eine Verpflichtung, dann wäre per Gesetz jeder Hirntoter Organspender, dann würde die Notstandsregelung gelten, so wie in Bulgarien. Daher muss auch diese Behauptung zurückgewiesen werden. 1009)Vergleich der Hirntoten mit Totenasche und Embryonen aj) „In der Frage der Präimplantationsdiagnostik wird vehement dafür gekämpft, dass einem kaum mit der Lupe wahrnehmbaren Häuflein völlig undifferenzierter Zellen der grundgesetzlich garantierte Schutz der Menschenwürde zukommt. Im Bestattungsrecht genießt selbst die Handvoll Asche, die von einem Verstorbenen nach der Einäscherung noch übrig ist, einen solchen Schutz, dass es Angehörigen verwehrt wird, diese in einer ihnen gemäßen Art beizusetzen. Aber wenn es um Organspende geht, darf ein noch voll durchblutetet menschlicher Leib mit rosigem Angesicht nach Bedarf ausgeschlachtet werden. Bei Embryonen darf das Argument des Bewusstseins bei der Beurteilung keine Rolle spielen, im Falle des Hirntods wird es zum einzigen Argument, das das medizinische Handeln, also die Organentnahme, rechtfertigt.“ Es ist die begrenzte Sicht von aj), den Hirntoten nur als einen Menschen ohne Bewusstsein zu sehen. Ihm fehlen auch dauerhaft einige lebenswichtige Reflexe, allen voran die Atmung und die der Nahrungsaufnahme (Schlucken). In Abgrenzung zur befruchteten Eizelle besitzt der Hirntote nur die Potenz (Fähigkeit), dass ihm die übrigen 97% Körperzellen absterben. Die befruchtete Eizelle hingegen besitzt die Potenz, sich zu einem erwachsenen Menschen weiter zu entwickeln. Diese „völlig undifferenzierter Zellen“ sind Keimzellen (Gamaten), von denen eine jede einzelne Zelle die Potenz besitzt, ein erwachsener Mensch zu werden. - Mit dieser Wortwahl legt gibt aj) ein deutliches Zeugnis, welchen Stellenwert, welche Würde für sie der Mensch am Anfang seines Lebens zuspricht. Der Embryo hat zwar in den ersten Wochen noch kein Gehirn, aber es bekommt ein Gehirn. Dem Hirntoten ist das Gehirn abgestorben. Sein Gehirn lässt sich nicht reanimieren, reaktivieren, wiederbeleben oder sonst wie zum Leben erwecken. Für das von aj) genannte „ausgeschlachtet werden“ – die meint damit die OS – erfolgt mit Zustimmung des Hirntoten bzw. dessen gesetzlichen Vertreters. Es gibt somit eine Reihe von Gründen, dass man einem Embryo einen grundgesetzlichen Schutz der Menschenwürde zuspricht, einem Hirntoten nicht. 1010)Religiöse und ethische Gründe stünden der OS entgegen r) „Religiöse und ethische Gründe stehen der Entnahme von Organen beim noch nicht vollendeten Sterben entgegen.“ Medizinisch ist das Sterben mit dem Hirntod vollendet. Religiös ist das Sterben mit der Aufgabe des Geistes vollendet.123 Philosophisch ist das Sterben mit der vollendeten Trennung von Körper und Geist vollendet. Es spricht somit nichts gegen OS. 1011)Hirntote würden zum herrenlosen Gut ag) „Als fraktales Subjekt oder menschlich codiertes Terminal wird der Körper beschrieben, und der Leichnam zum herrenlosen, verfügbaren Gut degradiert. Der Körper wird zum Objekt sozialer Verfügbarkeit und fremder Ansprüche. Er weckt Begehrlichkeiten, die die Medizin zunehmend weniger befriedigen kann. Diese angeblich herrenlose Materie wird zum heiß gesuchten Wirtschaftsgut.“ Ta) „Ist der tote menschliche Körper ein 'herrenloses Gut' oder gibt es jemand, der ein 'Sorgerecht' hat ?“ In Deutschland ist kein Hirntoter herrenloses Gut. Organe sind Spenden, daher auch „Organspende“. Spenden kann nur jemand, der besitzt bzw. Verfügungsgewalt hat. Dies war der Hirntote selbst oder seine gesetzlichen Vertreter (siehe § 1a TPG). Damit sind die Besitzverhältnisse klar geregelt. Für den übrige Körper bestimmen die Bestattungsgesetze, wer verfügungsberechtigt ist. 1012)Aufweichung des Tötungsverbots g) „Ob eine Aufweichung des Tötungsverbots bei ausdrücklicher Zustimmung des Patienten ethisch akzeptabel und rechtlich möglich ist, ist eine schwierige Frage.“ Dies ist keine schwierige Frage, sondern in Deutschland eine seit Herbst 2009 in klare Gesetze gepackte Praxis: Jede Patientenverfügung – auch die von den christlichen Kirchen 2011 herausgegebene – bietet die rechtliche Möglichkeit, in bestimmten Situationen (z.B. im Sterbeprozess befindlich, aber auch komatös) auch jede begonnene Therapie zu beenden, wenn zu erkennen ist, dass keine Besserung mehr zu erwarten ist. 1013)Für den Arzt habe das Wohl des Patienten zu gelten af) „Selbst wenn man folgender Argumentation folgt: allein der Wille des Patienten ist Maßstab allen ärztlichen Handelns, nicht das Wohl oder die Fürsorge - selbst dann stellt sich die Frage nach der Berechtigung, einen 'für-Tod-erklärten' Menschen, also eine Leiche, weiter zu behandeln, zu beatmen, auch ohne seine ausdrückliche Einwilligung.“ In Deutschland hat der Patient über seinen Körper und seine Gesundheit absolutes Verfügungsrecht, nicht der Arzt mit seiner Fürsorge. Dies zeigen ganz deutlich Zeugen Jehovas mit ihrer Ablehnung gegenüber Bluttransfusionen. So ist es rechtens, dass ein erwachsener, geschäftsfähiger Patient eine medizinische Behandlung ablehnt, auch wenn klar ist, dass diese – und nur diese – sein Leben retten würde. Auch hierbei handelt es sich nicht um Mord oder unterlassene Hilfeleistung. Dieses Selbstbestimmungsrecht kommt sehr deutlich bei der PV zum Ausdruck. 1014)Kein Mensch habe Verfügungsrecht über sein Leben ak) „Ein anderer Einwand lautet, der Organspender stimme bei der Organentnahme doch selbst zu. Auch hier gilt: Der Mensch hat kein Verfügungsrecht über das Leben, auch nicht über sein eigenes! Ein anderer, der explantierende Arzt, tötet! Auch wenn der Organentnahme zugestimmt wird, ist dies Tötung eines sterbenden, aber noch lebenden Menschen und sittlich zu verwerfen.“ PV ist nur auf dem Hintergrund möglich, weil jeder erwachsene Mensch über sein Sterben verfügen kann. Dieses Recht wird vom deutschen Staat wie auch von den christlichen Kirchen geachtet. Daher gibt es auch die CPV. 1015)Euthanasie sei ethisch niemals zu rechtfertigen ab) „In ethischer Perspektive kann man eine Explantation von lebenswichtigen Organen aus einem lebendigen Menschen auch dann nicht rechtfertigen, wenn er selber oder die Angehörigen ihre Zustimmung dazu gegeben haben, denn aktive Euthanasie ist niemals moralisch zu rechtfertigen, niemand kann zu keiner Zeit über den Abschluss seines Lebens verfügen.“ Zu beginn des gleichen Absatzes waren für ab) Hirntote noch Sterbende, am Ende des Absatzes sind sie nun wieder lebendige Menschen. Was sind sie nun? Gleichgültig, ob sie nun lebende oder sterbende Menschen sind, mit seinem Argument spricht sich ab) gegen die CPV aus. Darin ist es von der evangelischen wie auch der katholischen Kirche und auch den Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gut geheißen worden, dass in aussichtslosen Situationen jeder Einzelne für sich entscheiden darf, dass er keine weitere Therapie haben möchte, auch wenn dies zu einem raschen Tode führt. Außerdem: Wer sagt denn, dass OS oder PV Euthanasie sei? 1016)Das Leben eines Menschen dürfe nie zur Disposition stehen ab) Bei der OS „wird der Mensch indessen instrumentalisiert und in seiner unantastbaren Würde in Frage gestellt, da wird im Grunde das fundamentale ethische Prinzip verlassen, dass das Leben eines Menschen niemals zur Disposition stehen darf.“ Der Hirntote ist tot. Der schwer kranke Patient wird bald sterben, wenn er nicht das für ihn passende Organ bekommt. Welchen Grund soll es geben, nicht die Organe eines Hirntoten zu nehmen und damit das Leben des schwer kranken Menschen zu retten? Jeder Rettungssanitäter, der zu einem Unfall mit zahlreichen Verletzten kommt, muss innerhalb von Sekunden entscheiden, wem er sich zuwendet und wen er als hoffnungslos liegen lässt. - Ein Hirntoter ist ein hoffnungsloser Fall, da bereits verstorben. Der schwer kranke Mensch hat jedoch mit dem Organ des Hirntoten die reelle Chance zu überleben. Warum soll er es nicht bekommen? Zählt denn der schwer kranke Mensch nichts? Hat dieser denn kein Recht auf Leben, zumal durch OS kein Mensch zu Schaden kommt? 1017)Mit OS würde ein Naturrecht abgelehnt ab) „Die Ablehnung des Naturrechtes und der daraus folgende Rechtspositivismus verstellen uns weithin den Blick auf die ethische Beurteilung der Organtransplantation, die ihre eigene Dynamik entwickelt.“ Mit OS wird kein Naturrecht abgelehnt, sondern beachtet und versucht umzusetzen. Es wird das Naturrecht des schwer Kranken auf Leben geachtet ohne ein Naturrecht des Hirntoten zu missachten. Leider fehlt es an Menschen, die sich bzw. ihre hirntoten Angehörigen zur OS frei geben. 1018)Kein Mensch hat Anspruch auf ein neues Organ ad) „Es ist hier auch zu fragen: Hat jeder Mensch wirklich Anspruch auf ein neues Organ, wie man es häufig formuliert? Eine Distanzierung gegenüber den Transplantationen im großen Stil würde auch einem Denken entgegentreten, für das der Mensch grenzenlos verfügbar ist.“ bi) „Da das Organgeschenk zu etwas wird, was einem zusteht, verliert es den Zauber, der Geschenken anhaftet, mit dem der Beschenkte sich auch wandeln kann.“ (S. 108) Ansonsten hat ad) reichlich zitiert, warum denn nicht auch hier? Wo wird der Anspruch auf ein neues Organ „häufig formuliert“? - Mir ist diese Anspruchshaltung nur aus den Schriften der Kritiker und Gegner bekannt. Ansonsten ist mir diese noch nie begegnet. Damit stellt diese Behauptung eine Unterstellung dar, die von den Kritikern und Gegnern der HTD und/oder TX selbst betrieben wird. Dem Denken, dass andere Menschen grenzenlos verfügbar seien, kann auch auf anderem Wege wirksam entgegen getreten werden: Wenn für die Zuteilung der Organe wesentlich auch das Selbstverschulden des Krankheitszustandes mit berücksichtigt wird, wird allen Menschen ganz schnell klar, dass OS nicht nur Verwaltung eines Mangels ist, sondern dass es eine Spende ist und kein Recht auf ein Organ. 1019)Gibt es einen Anspruch auf Organe? aj) „Es gibt viele Menschen, die unter lebensbedrohlichen Krankheiten leiden. Ihnen kann geholfen werden, wenn andere ihre Organe spenden. Aber kann man daraus einen Anspruch ableiten, dass Menschen Teile ihres Leibes hergeben sollen?“ Wer außer den Kritikern der OS äußert denn diesen Anspruch? Es heißt „Organspende“ und Spenden kann man nicht einfordern, nicht einklagen. 1020)Es gäbe ungeklärte ethische Fragen ar) „Für viele Mediziner gibt es bei der Feststellung des Hirntodes auch ethische Fragen, die nicht ausreichend geklärt sind: Ist das wirklich ein toter Mensch?“ Medizinisch wie auch ethisch ist es bei der deutschen Definition von Hirntod als irreversibler Ausfall von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm klar, dass der Mensch tot ist. Dass es einzelne Mediziner gibt, die anders denken, gibt keinen Anlass, von „viele Mediziner“ zu sprechen. Ihr Anteil dürfte in Deutschland kleiner 0,1% betragen. 1021)Von der moralischen Verpflichtung, gefälligst nicht egoistisch zu sein aj) „Aus der Bereitschaft, für einen leidenden Menschen ein Stück der eigenen Existenz zu opfern, wird die moralische Verpflichtung, gefälligst nicht egoistisch den eigenen Körper für sich behalten zu wollen, wenn man ihn ohnehin nicht mehr braucht. Zu einer Lebendspende wäre ich ja bereit; aber meinen Organspendeausweis habe ich, nachdem ich erfahren habe, unter welchen Bedingungen den Hirntoten Organe entnommen werden, vernichtet.“ Hat aj) ein schlechtes Gewissen, weil sie ihren OSA vernichtet hat, während andere Menschen noch ihren OSA haben? - Warum vernichtet aj) den OSA und lädt damit im Falle ihres Hirntodes den Hinterbliebenen die Last der Entscheidung auf, die sie selbst Zeilen zuvor so heftig kritisiert? - Warum nahm denn aj) nicht einfach einen neuen OSA und kreuzte dort „Nein“ an? Damit wäre alles erledigt. Warum denn dieses laute Geschrei? Warum sollen andere Menschen nicht ihre eigene Meinung haben dürfen? Mit welchem Recht will aj) andere Menschen davon abhalten, Gutes zu tun? 1022)Mit regelmäßiger Befragung übt der Staat moralischen Druck aus Ak) „Die verharmlosend Entscheidungslösung genannte Erfassung aller Bürgerentscheidungen zur Organspende respektiert keinesfalls deren Freiwilligkeit, vielmehr übt der Staat moralischen Druck auf die Bürger durch deren regelmäßig wiederholte Befragung aus, was zumindest als nötigend empfunden werden wird.“ Jeder hat die Möglichkeit, bei jeder Anfrage „Nein“ anzukreuzen. Wer damit Probleme hat, Nein zu sagen, kann es hiermit einüben, denn es ist wichtig,124 im Leben auch Nein sagen zu können, auch mit guten Gewissen Nein zu sagen. - Alle 10 Jahre einen neuen Personalausweis und Reisepass zu beantragen ist wesentlich mehr Arbeitsaufwand. Dies müsste daher noch stärker als nötigend empfunden werden. 1023)Die Würde des Organspenders trete gegenüber der TX zurück bf) zitiert den Deutschen Bundesverband für Pflegekräfte e.V. (DBfK) mit den Worten: „Die Würde des Menschen und die Achtung vor dem Tod treten gegenüber den Interessen der Transplantationsmedizin und wirtschaftlichen Interessen zurück.“ Leider ist die Quelle nicht genannt. Sie muss jedoch noch aus dem letzten Jahrhundert stammen, denn auf Anfrage beim DBfK kennt dort niemand dieses Zitat. Man scheint sich von dieser Haltung inzwischen distanziert zu haben. Eine neue Erklärung wird derzeit ausgearbeitet. 1024)Ethik der Würde hätte Vorrang gegenüber der Ethik des Nutzens ag) „Die Ethik der Würde hat hier den Vorrang vor der Ethik des Nutzens.“ Wenn der Hirntote oder sein gesetzlicher Vertreter der OS zugestimmt hat, ordnet er aus freien Stücken seine eigene Würde dem Nutzen für den anderen unter. - Nur mal um in der Formulierung von ag) zu bleiben. 1025)Vom Wohl des Kindes und Wohl der schwer kranken Menschen al) baut eine Brücke von den ungeborenen Kindern der hirntoten Schwangeren zu den schwer kranken Menschen: „Eine weitere Frage schließt sich an: Ist es immer sinnvoll, mit Hilfe neuester Apparaturen und Medikamente den Sterbeprozess eines Menschen – hier der Schwangeren – zu verlängern und den Todeszeitpunkt hinauszuzögern, um anderen Menschen dadurch Vorteile zu verschaffen? Im Erlanger Fall war es das eigene Kind im Mutterleib, also wird man aus ethischer Sicht zustimmen dürfen. Gilt das aber ebenfalls zum Wohl fremder Empfänger eines explantierten Organs des Hirntoten? Darf man also Sterbende durch die Hinauszögerung ihres Todeszeitpunktes in eine Organbank verwandeln? Für eine angemessene Zeit wäre dies wohl aus ethischer Sicht zu rechtfertigen. Jedoch das Gegenteil, nämlich die Tötung eines Menschen durch Organentnahme – auch für den guten Zweck der Lebensrettung eines anderen -, ist ethisch nicht vertretbar. Der gute Zweck, hier die Rettung eines Kranken, heiligt nämlich nicht das böse Mittel, hier die Tötung eines Unschuldigen.“ Es ist gut verständlich, warum al) die Frage nach der hirntoten Mutter nach der Entbindung ihres Kindes unterlässt: Danach werden die Geräte abgeschaltet. Nach der Überzeugung von al) damit getötet. Der hier vorgebrachte Vergleich zwischen ungeborenen Kind und schwer kranken Menschen ist sehr gut gewählt. Es gibt hierzu jedoch eine Feinheit zu berücksichtigen: Während der Apnoe-Test bei einem potentiellen Organspender zum Nachweis des Hirntodes durchgeführt wurde, wurde dieser bei der schwangeren Hirntoten unterlassen, damit Leben und Gesundheit des ungeborenen Kindes nicht gefährdet wird. Dies heißt: Es gibt somit ein Restrisiko, dass die hirntote Schwangere vielleicht noch Atemreflexe aufweist. Dieser wird nach der Geburt des Kindes auch nicht überprüft. Rein ethisch betrachtet stellen sich daher diese Fragen: Warum darf eine hirntote Schwangere ihrem ungeborenen Kind Leben schenken, während ein anderer Hirntoter mehrere anderen Menschen kein Leben schenken darf? Bei der hirntoten Schwangeren liegt hierzu keinesfalls eine Zustimmung vor, d.h. die Ärzte handeln nach mutmaßlichem Willen der Hirntoten. Beim Hirntoten muss hierzu eine Zustimmung des Hirntoten oder seines gesetzlichen Vertreters vorliegen. Warum ist die eine Hilfeleistung (Leben eines Kindes) ethisch gerechtfertigt, während die andere (Leben mehrerer Menschen) ethisch verwerflich sein soll? al) führt unmittelbar danach fort: „Daher ist eine Organentnahme bei Ausfall lediglich des Großhirns, bei noch intaktem Stammhirn das Atmung und Herzschlag regelt (apallisches Syndrom, von 'pallium' – Hirnrinde), ganz sicher ethisch nicht vertretbar.“ In diesem einen Satz sind zwei sachliche Fehler: Wenn der Hirnstamm noch intakt ist, wird in keinem Land der Erde dieser Patient als hirntot angesehen. Als Zweites: Das Herz schlägt völlig autonom. Es braucht keinen Impuls von außen. - Hierzu an das Huhn von Alexis Carrel (siehe oben). Der sachliche Fehler ist, dass in Deutschland der Ausfall von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm vorliegen muss, um für eine Totspende Organe entnehmen zu dürfen. - Wenn dies al) nicht klar war, warum schreibt er dann über Hirntod? 1026)Pflicht zur OS führe zu Anspruch auf Organe bj) „Wer eine Pflicht zur Organ'spende' behauptet, erklärt damit auch, dass die Gesellschaft einen Anspruch auf die Organe sterbender Menschen habe.“ (S. 124) In Deutschland gibt es keine Pflicht zur OS, daher auch „Spende“. Der genannte „Anspruch“ wird nur von Kritikern und Gegnern vorgegeben. 1027)Ist ein Hirntoter ein Toter oder ein Sterbender? al) stellt die Frage: „Ist der Hirntote tatsächlich ein Toter oder lediglich ein irreversibel, d.h. unumkehrbar Sterbender? Das Sterben ist nämlich – im Unterschied zum Tod – ein Prozess, der biologisch-medizinisch umschrieben und apparativ festgestellt werden kann, der Tod dagegen nicht, denn er ist ein 'momentanes Ereignis', das kein Apparat punktgenau anzuzeigen vermag.“ Beim Herztod lässt sich der Todeseintritt sehr wohl punktgenau feststellen, wenn auch immer nur rückblickend. Wenn klar die Parameter vorgegeben werden, nach denen der Herztod gemessen werden soll, lässt er sich sehr wohl punktgenau bestimmen: Wie klein müssen die zeitlichen Abstände der einzelnen letzten Zuckungen des Herzens sein, damit es noch als lebend angesehen werden kann? Wir groß müssen die Impulse – d.h. wie stark muss der Puls – mind. sein, damit er noch als Herzschlag angesehen werden kann? Damit ließe sich sehr genau der Eintritt des Todes festlegen. Mit der HTD wird nicht ausgesagt, wann der Hirntod eingetreten ist, sondern dass der Hirntot vorliegt. - Für die Frage, ob jemand jetzt tot ist, ist die Frage unwesentlich, ob er bereits von 1 oder 10 oder 120 Minuten tot war. Er ist jetzt tot.125 Es hat weder juristische noch medizinische Folgen, den Hirntod nicht punktgenau zu wissen. Entscheidend ist zu wissen, dass jetzt der Hirntod vorliegt. 1028)Wie NS-Parteibeschlüsse Nb) über den 114. Deutschen Ärztetag 2011 in Kiel: „Wenn man auf die dort verabschiedeten Resolutionen schaut, wird einem angst und bange. Sie klingen wie NS-Parteitagsbeschlüsse: Ja zur menschenverachtenden Präimplantations-Selektion und Ja zur Tötung durch Organspende.“ Es ist vielmehr menschenverachtend, wenn zu den Tausenden schwer kranken Menschen, denen mit TX geholfen werden kann, gesagt wird, dass sie ihr Sterben annehmen sollen. Hirntote sind Tote, nicht per Definition, sondern de facto. Der Vergleich mit NS-Parteibeschlüssen kann nur zu Satire oder Polemik zugeschrieben werden. 1029)OS sei demokratische Verbrechen NB) über OS: „Wir fordern Ärzte und Politiker auf, den Weg der demokratischen Verbrechen zu verlassen.“ Wo liegt ein Verbrechen vor, wenn ich für den Fall meines Todes meine Organe spende? Darf ich nicht auch durch mein vorzeitiges und plötzliches Sterben nicht auch noch Gutes tun? - Ist es nicht vielmehr ein Verbrechen, den schwer kranken Menschen zu sagen, dass man ihnen nicht helfen darf, weil einige Menschen ihre funktionstüchtigen Organe lieber mit ins Grab nehmen? 1030)OS im Vergleich zum Tierschutz ak) zitiert Gerhard Roth aus einer Anhörung am 27.6.1995 zu Hirntoten: „nach naturwissenschaftlich gesicherten Kriterien ist dieser Körper lebendig. Er kann und darf daher nicht als Leiche bezeichnet werden. Dies gilt selbst für den tierischen Organismus und die gesetzlichen Bestimmungen für Tierversuche!" at) „Selbst Eingriffe am tief narkotisierten Tier, dessen Gehirn unwiderruflich durch die tiefe Narkose geschädigt ist, dessen sonstige Organe aber noch funktionieren, sind ohne behördliche Genehmigung strafbar. Das hirntote Tier ist nach dem Tierschutzgesetz noch am leben, während der hirntote Mensch eine Leiche sein soll. Diese Unterscheidung zwischen Leben eines Tieres und Leben eines Menschen zuungunsten eines Menschen ist nicht nachvollziehbar.“ Dieser Unterschied zwischen Tier und Mensch besteht darin, dass das Tier gezielt durch Menschenhand in den Hirn