Gliazelle: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Gehirn kommt auf ein Neuron etwas 10 Gliazellen. Gliazellen vernichten die Ausscheidungen der [[Neuronen]].<ref>Markus Reiter: Gehirn. 100 Seiten. Stuttgart 2018, 16.</ref>
 
Im Gehirn kommt auf ein Neuron etwas 10 Gliazellen. Gliazellen vernichten die Ausscheidungen der [[Neuronen]].<ref>Markus Reiter: Gehirn. 100 Seiten. Stuttgart 2018, 16.</ref>
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Im [[Gehirn]] gibt es etwa 100 Mrd. [[Neuronen]], aber mindestens zehnmal so viele Gliazellen. Gliazellen senden keine Nervenimpulse ([[Aktionspotentiale]]) aus, aber sie haben viele wichtige Funktionen. Ohne die Gliazellen würden die [[Neuronen]] nicht richtig funktionieren. Gliazellen unterstützen die [[Neuronen]] physisch und ernähren sie, reinigen abgestorbene Gehirnzellen und isolieren sie. Gliazellen können auch die Art und Weise beeinflussen, wie [[Neuronen]] miteinander kommunizieren. Gliazellen unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von Nervenzellen:<ref>Eric H. Chudler: Inside Your Brain. New York 2007, 14. Nach: https://epdf.pub/inside-your-brain-brain-works.html Zugriff am 10.10.2020.</ref>
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* [[Neuronen]] haben mindestens 2 Arten von Verzweigungen ([[Axon]] und [[Dendriten]]); Gliazellen haben nur eine Art von Verzweigung.
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* [[Neuronen]] können [[Aktionspotentiale]] erzeugen, Gliazellen nicht.
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* [[Neuronen]] haben [[Synapsen]], die [[Neurotransmitter]] verwenden; Gliazellen haben keine chemischen Synapsen.
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Aktuelle Version vom 16. Oktober 2020, 09:47 Uhr

Gliazelle ist ein Sammelbegriff für strukturell und funktionell von den Nervenzellen (Neuronen) abgrenzbare Zellen im Nervengewebe. Der Entdecker der Gliazellen, Rudolf Virchow (1821-1902), vermutete Mitte des 19. Stütz- und Haltefunktion und gab den Zellen deshalb den Namen Gliazellen. Fast alle Gliazellen stammen, wie Nervenzellen, vom ektodermalen Keimblatt ab, genauer vom Neuroektoderm (Neuroglia); lediglich die Mikroglia (Mesoglia) ist mesodermalen Ursprungs.

Nach heutigen Erkenntnissen bilden Gliazellen nicht nur ein Stützgerüst für Nervenzellen, sondern sorgen auch durch ihre Umhüllung für deren elektrische Isolation. Weiterhin sind Gliazellen maßgeblich an Stofftransport und Flüssigkeitsaustausch sowie an der Aufrechterhaltung der Homöostase im Gehirn beteiligt. Darüber hinaus wirken sie auch im Prozess der Informationsverarbeitung, -speicherung und -weiterleitung mit.

Etwa die Hälfte der Zellen im menschlichen Gehirn sind Gliazellen, ähnlich wie bei anderen Primaten. Gliazellen sind meist kleiner als die Nervenzellen, im Unterschied zu diesen variiert ihre durchschnittliche Zellmasse im Nervengewebe nur gering bei verschiedenen Säugetierspezies. In deren Hirnstrukturen hängt das jeweilige Verhältnis von Glia zu Neuronen nach Anzahl und Volumen hauptsächlich von der durchschnittlichen Neuronengröße ab.

Im Gehirn kommt auf ein Neuron etwas 10 Gliazellen. Gliazellen vernichten die Ausscheidungen der Neuronen.[1]

Im Gehirn gibt es etwa 100 Mrd. Neuronen, aber mindestens zehnmal so viele Gliazellen. Gliazellen senden keine Nervenimpulse (Aktionspotentiale) aus, aber sie haben viele wichtige Funktionen. Ohne die Gliazellen würden die Neuronen nicht richtig funktionieren. Gliazellen unterstützen die Neuronen physisch und ernähren sie, reinigen abgestorbene Gehirnzellen und isolieren sie. Gliazellen können auch die Art und Weise beeinflussen, wie Neuronen miteinander kommunizieren. Gliazellen unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von Nervenzellen:[2]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Markus Reiter: Gehirn. 100 Seiten. Stuttgart 2018, 16.
  2. Eric H. Chudler: Inside Your Brain. New York 2007, 14. Nach: https://epdf.pub/inside-your-brain-brain-works.html Zugriff am 10.10.2020.