A/Allokation

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Allokation Regeln Statistik

Unter Allokation versteht man im Allgemeinen die Zuordnung von beschränkten Ressourcen an potentielle Empfänger. Durch den beständigen Organmangel (es gibt weitaus mehr Menschen auf der Warteliste als zur Verfügung stehende Organe) spricht man auch bei der Zuweisung der Organe von Allokation.

Grundsätze der Allokation

Eurotransplant Manual

Eurotransplant Manual

Jede Nation im ET-Verbund erstellt seine eigenen Richtlinien zur Vermittlung der Organe. Für Deutschland übernimmt dies nach dem TPG die BÄK. Diese Richtlinie wird in ein Punktesystem umgesetzt. Damit kann sie mathematisch berechnet werden.

ET ist das ausführende Organ für die Zuweisung der Organe. Dabei berechnet ein Rechenprogramm nach den Berechnungsgrundlagen der jeweiligen Länder für jedes zu vermittelnde Organ einen potentiellen Empfänger durch die Höchstpunktzahl. Diesem Empfänger wird das Organ zunächst angeboten. Lehnt er ab, kommt der mit der zweithöchsten Punktzahl dran, dann der mit der dritthöchsten Punktzahl. Wird auch dabei das Organangebot abgelehnt, wechselt ET für Deutschland in das beschleunigte Vermittlungsverfahren.

Deutschland

Die Gundsätze der Allokation sind in § 12 Abs. 2 TPG festgelegt:

Die vermittlungspflichtigen Organe sind von der Vermittlungsstelle nach Regeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, insbesondere nach Erfolgsaussicht und Dringlichkeit für geeignete Patienten zu vermitteln.

Hierbei fallen diese drei Begriffe besonders ins Gewicht: "insbesondere" "Erfolgsaussicht" und "Dringlichkeit". Die Interpretation dieser Begriffe obliegt der BÄK.

Die Grundsätze der Allokation, auf die das Punktestystem für die Zuweisung der Organe beruht, besitzt folgende Kriterien:[1]

  • Dringlichkeit
    Je dringlicher das Organ benötigt wird, d.h. je kränker der Patient ist, desto mehr Punkte erhält er.
  • Alter
    Je jünger ein Patient ist, desto mehr Punkte erhält er. Hinweis: Old for Old Programm für Nierenpatienten über 65 Jahre.
  • Größe, Gewicht
    Größe und Gewicht von Spender und Empfänger sollten etwa gleich sein. Je größer der Unterschied, desto weniger Punkte bekommt der Patient.
  • Blutgruppe
    Die Blutgruppe sollte verträglich (kompatibel) sein.
  • HLA-Typisierung
    Je ähnlicher der HLA-Typ ist, desto mehr Punkte erhält der Patient.
  • Wartezeit
    Je länger die Wartezeit des Patienten ist, desto mehr Punkte erhält er.
  • Ischämiezeit
    Je kürzer die Ischämiezeit des zu transplantierenden Organs ist, desto mehr Punkte erhält der Patient.

Verfahren

Standardverfahren
Beschleunigtes Vermittlungsverfahren

Im engl. Sprachraum wird hierbei von "Rescue" (Rettung) gesprochen, weil es hierbei um die Rettung eines Organs geht, das bei der Vermittlung nach dem Standardverfahren verloren gehen würde.

https://www.organspende-info.de/organ-und-gewebespende/verlauf/vergabe

Siehe: Beschleunigtes Vermittlungsverfahren

Österreich

Regeln für die Zuteilung von Organen

Schweiz

CH SOAS.jpg

Verordnung des BAG (Bundesamt für Gesundheit)

detaillierten Ausführungen der OZV EDI

Kriterien

allgemeine Kriterien

Für jedes zu transplantierende Organ gibt es eigene Kriterien, nach denen die Zuweisung berechnet wird. 2 Parameter werden bei allen Allokationen berücksichtigt, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung.

Blutgruppenkompatibilität

Die Blutgruppenkompatibilität (A-B-0-System)

HLA

0-Mismatch-Allokation

http://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=10566

Kriterien der einzelnen Organe

Stand Januar 2015.

Herz

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Herz-Lunge_09122013.pdf

Lunge

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Lunge_09122013.pdf

Leber

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/RiliOrgaLeber20130308.pdf

Niere

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Niere_0912013.pdf

Das ETKAS-Punktesystem für die Niere:

  • max. 400 Punkte für Übereinstimmung in den Gewebegruppen (HLA-Match)
  • max. 100 Punkte für Wahrscheinlichkeit, jemals ein gutes HLA-Match zu erreichen
  • 33,33 Punkte/Jahr = Wartezeit auf eine Nierentransplantation
  • max. 300 Punkte für Entfernung zwischen Spenderregion und Empfängerzentrum (je kürzer die Entfernung, desto mehr Punkte (siehe: Ischämiezeit; TX im Hause = 300 Punkte)
  • max. 200 Punkte für Nationale Import/Export Balance

Daneben sind noch Zusatzpunkte möglich:

  • max. 100 Punkte für Alter der Kinder; wenn HLA-Match, doppelte Punkte
  • 500 Punkte bei HU
  • 500 Punkte bei benötigter Niere nach Leber-TX

Pankreas

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Pankreas_09122013.pdf

Dünndarm

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Duenndarm_09122013.pdf

Anhang

Quellen

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Organverteilung durch Eurotransplant. Wie funktioniert das? 25 Jahre Tx-Zentrum Stuttgart (21.05.2011). In: https://www.klinikum-stuttgart.de/bautagebuch/uploads/tx_templavoila/Banas__2010.pdf Zugriff am 10.11.2018.