Mikroglia

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"Das Nervensystem ist ein gut geschützter, vermutlich der bestgesicherste Ort in unserem Organismus. Der kostbare Schatz unseres Denkorgans, die feine Architektur der Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, darf auf keinen Fall durch eindringende Mikroben gefährdet werden. Deswegen gibt es einen besonderen Zelltyp, der sich darauf konzentriert, Angreifer des Gehirns abzuwehren: die Mikroglia.
Mikroglia sind gewissermaßen die Security des Gehirns, hochspezalisierte Zellen, die sich darauf konzentrieren, Eindringlinge zu finden und zu vernichten."[1]

Mikroglia nehmen mit ihren feinen Antennen sofort wahr, wenn etwas nicht stimmt. Lokalisieren sie einen Eindringling, z.B. wenn Viren eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslösen, ändern Mikroglia sofort ihr Aussehen. Sie ziehen ihre Ausläufer ein - so kommen sie schneller durch die Nervenzellen - und begeben sich zum "Tatort". Am Ort der Infektion überschütten sie den Angreifer mit keimtötende Stoffe, vor allem giftige Sauerstoffradikale. Diese schädigen jedoch auch die Nervenzellen. Daher setzen Mikroglia auch Botenstoffe ins Blut ab, die Immunzellen anlocken. Diese setzen den Kampf gegen den Eindringling fort. - Als Hausmeister entsorgen Mikroglia auch Reste von abgestorbenen Gehirnzellen und führen auch kleinere Reparaturarbeiten durch.[2]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Henning Beck, Sofia Anastasiadou, Christopher Meyer zu Reckendorf: Faszinierendes Gehirn. Eine bebilderte Reise in die Welt der Nervenzellen. Heidelberg 2016, 128.
  2. Henning Beck, Sofia Anastasiadou, Christopher Meyer zu Reckendorf: Faszinierendes Gehirn. Eine bebilderte Reise in die Welt der Nervenzellen. Heidelberg 2016, 129.