Mein letzter Wille

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Mein letzter Wille Pius XII. (1957)

Mein letzter Wille

Original

 Mein letzter Wille
 Ich habe meinen Leib als Geschenk von Gott erhalten.
 Mit der Gesundheit meines Leibes
    bekam ich die Fülle des Lebens geschenkt.
 Ich habe meinen Körper gepflegt,
    auf dass er mir noch Jahrzehnte dienen möge.
 Mein vorzeitiger Tod setzt diesem Vorhaben ein jähes Ende.
 So bitte ich Euch: Macht aus meinem Tod Leben.
 Wenn mein Leib mir nicht mehr dienen kann,
    so soll er wenigstens anderen Menschen dienen.
 Daher will ich meinen Leib als Geschenk weiterschenken
    und die Anderen dürfen es als Geschenk annehmen.
 Schenkt mein empfangenes Leben in Fülle an andere weiter,
    damit diese an dieser Fülle teilhaben können.
 Schenkt mein Herz einem,
    nach dem der Tod greift, weil sein Herz zu schwach ist,
    oder für den ein Schritt bereits eine Überforderung ist.
 Schenkt meine Lungen einem,
    dem Atmen körperliche Höchstleistung abverlangt,
    oder dessen Atemzüge wie durch einen Strohhalm sind.
 Schenkt meine Leber einem,
    dessen Leib sonst langsam vergiftet wird,
    und der damit spürt, wie der Tod langsam nach ihm greift.
 Schenkt meine Niere einem,
    der drei Tage in der Woche für 5 Stunden an der Dialyse hängt
    und den Rest dieser Tage sich davon erholen muss.
 Schenkt meine Bauchspeicheldrüse einem,
    dem die Fehlfunktion des Pankreas die Niere angreift
    und er deswegen an die Dialyse muss.
 Schenkt meinen Dünndarm einem,
    dessen Dünndarm seine Arbeit eingestellt hat,
    und der deswegen nicht weiterleben kann.
 Sollte mein Herz für eine Transplantation ungeeignet sein,
    so schenkt meine Herzklappen einer jungen Mutter,
    die noch auf der Hochzeit ihrer Kinder tanzen
    und ihre Enkel erleben will.
 Schenkt mein Blut einem jungen Menschen,
    der aus den Trümmern seines Auto gezogen wurde,
    oder der einen viel zu niederen Hb-Wert hat.
 Schenkt die Hornhaut meiner Augen einem,
    der wieder die Farbenpracht der Blumen sehen will,
    oder der noch nie die Sonne aufgehen sah.
 Schenkt mein Gehör einem,
    der noch nie die Vögel singen hörte,
    und der nicht weiß, was Musik ist.
 Schenkt meine Hände einem,
    der seine Frau zärtlich streicheln
    und bei der Arbeit wieder kräftig zupacken will.
 Schenkt meine Haut einem,
    der sich großflächig verbrüht hat
    und deswegen nur mit viel Schmerzmittel leben kann.
 Schenkt meine Blutgefäße einem frischgebackenem Opa,
    der für sie seine Bypass-Operation am Herz braucht,
    damit er den Schulabschluss seiner Enkel erleben kann.
 Schenkt meine Zunge einer jungen Frau,
    die noch nie ein Wort sagen konnte,
    und die auch gerne singen will.
 Schenkt meine Lippen einem Verunglückten,
    dem der Unfall die Lippen weggerissen hat,
    damit er seinen Lieben wieder einen Kuss geben kann. 
 Schenkt meine Knochen einem,
    der sich nur mit großen Schmerzen bewegen kann, damit er
    im wahrsten Sinne des Wortes wieder springen kann.
 Schenkt meine Muskeln und Sehnen einem jungen Mädchen,
    und seht zu, dass es sich wieder bewegen kann,
    damit sie aus Freude tanzen kann.
 Schenkt meine Nervenstränge einem gelähmten Jungen,
    und seht zu, dass er auf die Bäume klettern kann,
    so wie ich es einst mit großer Freude tat.
 Nehmt mein Gehirn und experimentiert damit,
    vielleicht könnt ihr dadurch eines Tages Taube hörend,
    Blinde sehend und Stumme sprechend machen,
    und vielleicht auch Alzheimer vorbeugen
    und andere Gehirnerkrankungen heilen können.
 Nehmt die Zellen meines Körpers, die Ihr braucht,
    um Studien durchführen zu können,
    an deren Ende Ihr Krankheiten wie Aids heilen
    und Krebs erfolgreich bekämpfen könnt.
 Was ihr nicht gebrauchen könnt,
    das begrabt und gebt es der Erde zurück,
    die mich Jahrzehnte getragen und ernährt hat.
 Begrabt es mit allen meinen Fehlern und Schwächen,
    mit denen ich Mitmenschen verletzt habe,
    und allen meinen Vorurteilen,
    mit denen ich anderen Menschen keine Chance gab.
 Umsonst habe ich empfangen, umsonst will ich geben. (Mt 10,8)
 In reichem, überfließendem Maß wurde ich beschenkt. (Lk 6,38)
 Mit reichem, überfließendem Maß will ich daher schenken.
 Was ich mit meinem Leib nicht fertig brachte,
    sollen andere Menschen vollbringen und vollenden.
 Was ich an meinem Leib nicht geschätzt habe,
    sollen andere Menschen schätzen.
 Was ich meinen Leib nicht gepflegt habe,
    sollen andere Menschen gut pflegen.
 Wenn ich weiß, dass ihr diesen meinen letzten Willen erfüllt,
    gehe ich gerne auch vorzeitig aus dieser Welt.
 Denn dann weiß ich, dass nicht nur mein Leben,
    sondern auch mein Sterben einen Sinn hatte
    und anderen Menschen zum Geschenk wurde. 
 (P. Klaus Schäfer SAC) (16.12.2014)

Dieser Text ist copyleft, d.h. er darf frei kopiert und verbreitet werden. Das gilt für Internet, Handy wie auch für alle Formen von Printmedien.

Kurzfassung

 Mein letzter Wille
 Ich habe meinen Leib als Geschenk von Gott erhalten.
 Mit der Gesundheit meines Leibes
    bekam ich die Fülle des Lebens geschenkt.
 Ich habe meinen Körper gepflegt,
    auf dass er mir noch Jahrzehnte dienen möge.
 Mein vorzeitiger Tod setzt diesem Vorhaben ein jähes Ende.
 So bitte ich Euch: Macht aus meinem Tod Leben.
 Wenn mein Leib mir nicht mehr dienen kann,
    so soll er wenigstens anderen Menschen dienen.
 Daher will ich meinen Leib als Geschenk weiterschenken
    und die Anderen dürfen es als Geschenk annehmen.
 Schenkt mein empfangenes Leben in Fülle an andere weiter,
    damit diese an dieser Fülle teilhaben können.
 Schenkt mein Herz einem,
    nach dem der Tod greift, weil sein Herz zu schwach ist,
    oder für den ein Schritt bereits eine Überforderung ist.
 Schenkt meine Lungen einem,
    dem Atmen körperliche Höchstleistung abverlangt,
    oder dessen Atemzüge wie durch einen Strohhalm sind.
 Schenkt meine Leber einem,
    dessen Leib sonst langsam vergiftet wird,
    und der damit spürt, wie der Tod langsam nach ihm greift.
 Schenkt meine Niere einem,
    der drei Tage in der Woche für 5 Stunden an der Dialyse hängt
    und den Rest dieser Tage sich davon erholen muss.
 Schenkt meine Bauchspeicheldrüse einem,
    dem die Fehlfunktion des Pankreas die Niere angreift
    und er deswegen an die Dialyse muss.
 Umsonst habe ich empfangen, umsonst will ich geben. (Mt 10,8)
 In reichem, überfließendem Maß wurde ich beschenkt. (Lk 6,38)
 Mit reichem, überfließendem Maß will ich daher schenken.
 Was ich mit meinem Leib nicht fertig brachte,
    sollen andere Menschen vollbringen und vollenden.
 Was ich an meinem Leib nicht geschätzt habe,
    sollen andere Menschen schätzen.
 Was ich meinen Leib nicht gepflegt habe,
    sollen andere Menschen gut pflegen.
 Wenn ich weiß, dass ihr diesen meinen letzten Willen erfüllt,
    gehe ich gerne auch vorzeitig aus dieser Welt.
 Denn dann weiß ich, dass nicht nur mein Leben,
    sondern auch mein Sterben einen Sinn hatte
    und anderen Menschen zum Geschenk wurde. 
 (P. Klaus Schäfer SAC) (16.12.2014)

Dieser Text ist copyleft, d.h. er darf frei kopiert und verbreitet werden. Das gilt für Internet, Handy wie auch für alle Formen von Printmedien.

Ursprung

MEIN LETZTER WILLE
Wenn ich eines Tages sterbe,
verwendet meinen Leichnam, damit andere besser leben können.
Gebt meine Augen einem, 
der noch nie die Sonne aufgehen, 
das Gesicht eines Neugeborenen 
oder die Liebe in den Augen einer Frau gesehen hat. 
Gebt mein Herz jemandem, 
dem das eigene Herz tagaus tagein peinigende Schmerzen bereitet hat. 
Gebt mein Blut einem jungen Menschen, 
den man aus den Trümmern seines Autos gezogen hat, 
damit er weiterleben und einmal seinen Enkelkindern beim Spielen zusehen kann. 
Gebt meine Nieren einem, der sich nur mit Hilfe einer Maschine am Leben halten kann.
Nehmt meine Knochen, meine Muskeln und Sehnen und alle Nervenstränge und seht zu, 
ob ihr damit nicht ein gelähmtes Kind bewegungsfähig machen könnt.
Untersucht mein Gehirn bis in den letzten Winkel, 
nehmt euch davon was ihr wollt, und experimentiert damit. 
Vielleicht hilft es euch das, 
eines Tages einen sprachgestörten Jungen zu heilen 
und einem tauben Mädchen das Hörvermögen zu schenken.
Was dann noch von mir übrig ist, 
das verbrennt und verstreut die Asche in alle Winde, 
damit die Blumen schöner blühen.
Und wenn ihr etwas begraben müßt, 
dann begrabt meine Fehler, meine Schwächen und alle Vorurteile, 
die ich gegen meine Mitmenschen gehegt habe.
Gebt meine Sünden dem Teufel und meine Seele GOTT.
Wollt ihr meiner gedenken, 
so tut es mit einer guten Tat zum Wohle der Menschen, 
die euch brauchen, oder mit einem guten Wort.
Wenn ihr all das tut, dann werde ich ewig leben.
(Robert N. Test)

- - - - - - - - - - - - - - - - In einem Forum ist dieser Text zu lesen: (Zugriff am 17.2.1014.)

MEIN LETZTER WILLE

Eines Tages werde ich in einem Krankenhaus auf einem fein säuberlich über eine Matratze gespanntem weißen Laken liegen. Irgendwann wird ein Arzt konstatieren, daß meine Gehirntätigkeit aufgehört hat, meine Lebensuhr abgelaufen ist.

Versucht dann nicht, mich mit irgendwelchen Apparaten künstlich noch einmal zum Leben zu erwecken. Und sprecht nicht vom Sterbebett. Verwendet meionen Leichnam, damit andere besser leben können.

Gebt meine Augen einem, der noch nie die Sonne aufgehen, das Gesicht eines Neugeborenen oder die Liebe in den Augen einer Frau gesehen hat. Gebt mein Herz jemandem, dem das eigene Herz tagaus tagein peinigende Schmerzen bereitet hat. Gebt mein Blut einem jungen Menschen, den man aus den Trümmern seines Autos gezogen hat, damit er weiterleben und einmal seinen Enkelkindern beim Spielen zusehen kann. Gebt meine Nieren einem, der sich nur mit Hilfe einer Maschine am Leben halten kann. Nehmt meine Knochen, meine Muskeln und Sehnen und alle Nervenstränge und seht zu, ob ihr damit nicht ein gelähmtes Kind bewegungsfähig machen könnt.

Untersucht mein Gehirn bis in den letzten Winkel, nehmt euch davon was ihr wollt und experimentiert damit. Vielleicht hilft es euch das, eines Tages einen sprachgestörten Jungen zu heilen und einem tauben Mädchen das Hörvermögen zu schenken.

Was dann noch von mir übrig ist, das verbrennt und verstreut die Asche in alle Winde, damit die Blumen schöner blühen.

Und wenn ihr etwas begraben müßt, dann begrabt meine Fehler, meine Schwächen und alle Vorurteile, die ich gegen meine Mitmenschen gehegt habe.

Gebt meine Sünden dem Teufel und meine Seele GOTT.

Wollt ihr meiner gedenken, so tut es mit einer guten Tat zum Wohle der Menschen, die euch brauchen, oder mit einem guten Wort.

Wenn ihr all das tut, dann werde ich ewig leben.

Letzter Wille anderer Personen

Dick Swaab

Auch wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, kann man mit dem Tod selbst doch einiges erleben. Es erleichtert die Situation für alle Beteiligte, wenn man weiß, was sie persönlich dazu meinen, und wenn man genügend Zeit hat, alles mit ihnen zu besprechen. Was ich selbst will? Ich überlasse mein Gehirn der Niederländischen Hirnbank. Wenn mir die Zeit bleibt, werde ich meinen Kollegen eine Notiz schreiben, worauf sie besonders achten sollen, und gebe ihnen einige technische Hinweise für die Untersuchung meines Gehirns, was sie bestimmt ärgern wird. Meine übrigen Organe und mein Gewebe können gern für Transplantationen verwendet werden - wenn ich damit jemanden noch eine Freue machen kann, denn das tut schon ziemlich lange seinen Diensts. Und wenn die Ärzte eine Obduktion für sinnvoll halten, können sie diese meinetwegen vornehmen. Was mit dem Rest passiert, ist mir völlig einerlei. Das soll dann meine Familie entscheiden.[1]


Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Dick Swaab: Wir sind unser Gehirn. Wie wir denken, leiden und lieben. München 2010, 450.