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Im Organspende-Wiki wurden bereits 569 Artikel erstellt.

Einige Grundaussagen

Zitate kurze Statistik zum Jahr 2013
Mit dem Hirntod ist der Mensch tot.
Mit dem Herztod ist der Körper tot.
"Organspende ist ein besonderer Akt der Nächstenliebe."[1]
Organspende schadet niemandem - rettet aber Leben.
Ein Organspender rettet im Durchschnitt drei Menschen das Leben.


Deutschland 2013:
Von 1.370 potentiellen Organspendern[Anm. 1] wurde bei 402 "Nein" zur Organspende gesagt, bei 876 konnte die Organspende realisiert werden, bei 92 konnte die Organspende aus verschiedenen Gründen[Anm. 2] nicht durchgeführt werden.[2]

Anzahl = Anzahl der TX in Deutschland im Jahre 2013.[3]
Wartend = Anzahl der für eine TX auf der Warteliste stehenden Patienten in Deutschland am 31.12.2013[4]
Tote = Anzahl der im Jahr 2013 auf der Warteliste verstorbenen Patienten:[5]

Organ Anzahl Wartend Tote
Niere 1.417 7.671 385
Leber 779 1.491 368
Herz 297 904 154
Lunge 358 425 62
Pancreas + Niere 106 190
Leber + Niere 18 33
Pancreas 20 29 21
Herz + Lunge 12 12
Herz + Niere 2 12
[Anm. 3]Summe 3.012 10.784 930
"Die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Organ zu benötigen ist dreimal höher
als die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Spender zu sein."
[6]
Herzen der Organspender schlagen länger.[Anm. 4]
Benedikt XVI.: Eine Organtransplantationsmedizin, die einer Ethik des Spendens entspricht, erfordert von seiten aller das Bemühen, jede mögliche Anstrengung in der Ausbildung und Information zu unternehmen, um so die Gewissen immer mehr für eine Problematik zu sensibilisieren, die direkt das Leben zahlreicher Personen betrifft. Es wird daher notwendig sein, Vorurteile und Mißverständnisse zu beseitigen, Mißtrauen und Ängste zu zerstreuen, um sie durch Gewißheiten und Garantien zu ersetzen, um so in allen ein immer weiter verbreitetes Bewußtsein des großen Geschenks des Lebens zu ermöglichen.[7]

Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen. (Konfuzius (551-479 v.C.))[Anm. 5]

Soweit nichts anderes angegeben ist, handelt es sich in diesem Wiki immer um Totspende.
Diese Seite dient der sachlich korrekten Aufklärung über Hirntod und Organtransplantation.
Die Zielgruppe ist die breite Öffentlichkeit, wie aber auch Klinikpersonal.

Der Unterschied zwischen dem Zustand des Patienten, wenn er nach Patientenverfügung das Ende der Therapie wünscht, und dem Zustand Hirntod zeigt sich so:

Fähigkeit Patientenverfügung Hirntod
Kommunikation sich mitteilen können unmöglich unmöglich
Können gehen, sprechen, singen, musizieren, balancieren unmöglich unmöglich
Empfindung sehen, hören, riechen, schmecken, tasten möglich unmöglich
Bewusstsein denken, planen, erfinden, kreativ etwas erschaffen möglich unmöglich
Erinnerung was man erlebt hat möglich unmöglich
Wissen was wir gelernt haben möglich unmöglich
Gefühle Liebe, Hass, Vertrauen, Angst, Hoffnung, Sorge möglich unmöglich
Eigenatmung atmet selbständig, wenn auch schwer möglich unmöglich
Hirnstammreflexe Licht-, Lidschluss-, ... Atem-Reflex vorhanden nicht vorhanden
Homöostase Körpertemperatur, Wasserhaushalt gestört sehr gestört
Herzschlag vorhanden vorhanden
Verbesserung des Zustandes? sehr unwahrscheinlich völlig unmöglich
gewünscht Mord?

Bücher

2017 erschienene Bücher

2016 erschienene Bücher

2015 erschienene Bücher:

2014 erschienene Bücher:

Herzenssache

Herz 94b.jpg

Der Hirntod wird unabhängig von Organspende festgestellt.

Die HTD wird immer dann durchgeführt, wenn es deutliche Anzeichen für Hirntod gibt, denn bei vorliegendem Hirntod mache eine Weiterbehandlung keinen Sinn mehr, denn der Mensch ist mit dem Hirntod medizinisch und juristisch tot.[Anm. 6] Bringt die HTD als Ergebnis, dass Hirntod vorliegt, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Es ist keine Organentnahme möglich
    Keine Organentnahme ist möglich, wenn nicht beide Bedingungen erfüllt sind:
    1. Wenn der Hirntote keine gesunden Organe hat oder die Übertragung einer schwerwiegenden Krankheit[Anm. 7] möglich ist, wird aus medizinischen Gründen eine Organentnahme gar nicht in Betracht gezogen.
    2. Wenn keine Zustimmung zur Organentnahme vorliegt darf keine Organentnahme vorgenommen werden (Abs. 2 § 3 TPG).
      Wenn einer dieser beiden Fakten gegeben ist (1. kranke oder riskante Organe; 2. keine Zustimmung zur Organentnahme) wird keine Organentnahme vorgenommen. In diesem Falle wird die künstliche Beatmung abgeschaltet, was binnen weniger Minuten zum endgültigen Herzstillstand führt. Nach 1-2 Stunden sind erste Anzeichen von Totenstarre zu erkennen. Nach 6-12 Stunden ist die Totenstarre voll ausgeprägt.
      Die Beendigung der Therapie erfolgt bei mehr als der Hälfte aller Hirntoten. Siehe: Gemeinsame Erklärung der DGNI DGN DGNC (2015)
  2. Es ist eine Organentnahme möglich
    Wenn der Hirntote gesunde Organe hat und eine Zustimmung zur Organentnahme vorliegt, wird die intensivmedizinische Versorgung bis zur Organentnahme fortgesetzt. Zunächst werden die in Frage kommenden Organe genauer untersucht, ob sie für eine Transplantation geeignet sind. Die hierfür geeigneten Organe werden vom DSO-Koordinator an ET gemeldet. ET ermittelt die Organempfänger[Anm. 8] und meldet die entsprechenden TXZ an den DSO-Koordinator zurück. Inzwischen sind auch die Entnahme-Teams[Anm. 9] in der Entnahmeklinik eingetroffen. Zwischen Feststellung des Hirntods und Beginn der Organentnahme liegen meist 12 bis 24 Stunden.[8]
    In dieser Zwischenzeit sind die Hirntoten, denen keine Organe entnommen werden konnten, längst kalt und steif (= Totenstarre).

Weil es diese beiden Wege gibt (1. Ende der Therapie und 2. Organentnahme) kann auf jeden Fall gesagt werden, dass die Herzen der Organspender länger schlagen. - Damit haben die Hinterbliebenen auch Stunden länger Zeit, vom Hirntoten sich zu verabschieden und den Hirntod als Tod des Menschen zu realisieren. Wenn keine Organentnahme möglich ist, stehen diese Stunden nicht zur Verfügung.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Informationen zum Organspende-Wiki

  • Dieses Wiki wurde am 16.1.2014 installiert, zog am 28.2.2014 auf die Domain www.organspende-wiki.de um und befindet sich seither weiterhin im Aufbau.
  • Das auf einzelnen Seiten mit "Pschyrembel"[9] angegebene klinische Wörterbuch dient bei medizinischen Informationen als Quelle.
  • Die komplette Liste der Quellen können Sie hier einsehen.
  • Auf diese Schriften und Internetseiten brauchen Sie mich nicht hinweisen. Ich kenne bereits ihren Inhalt.
  • Sollten Sie feststellen, dass irgend welche Inhalte nicht korrekt sind oder Rechte verletzt worden sind, bitte ich Sie, mir dies formlos mitzuteilen. Ich werde es dann prüfen.[Anm. 10]
  • In diesem Wiki beginnen einige Links mit "xyz" statt mit "http". Ich will damit verhindern, dass diese Seiten durch die Robots der Suchmaschinen gefunden und damit höher bewertet werden.
  • Ich bemühe mich um Aktualität, kann diesen nicht garantieren. Daher: Wer aktuellere Informationen besitzt, möge sie mir bitte mitteilen.[Anm. 11]
  • Für Anregungen und Hinweise bin ich sehr dankbar.
  • Wer einen zu Hirntod oder Organspende gehörenden Begriff in diesem Wiki nicht findet, soll mir ein E-Mail senden an Email.gif. Ich will mich bemühen, diesen Begriff binnen Tagen und Wochen in das Wiki einzustellen.

Anhang

Anmerkungen

  1. Dies sind alle Hirntote mit transplantierbaren Organen, d.h. dass die Hirntote mit geschädigten Organen, die nicht transplantiert werden können, bereits herausgerechnet sind.
  2. Z.B. Abbruch vor oder während der Organentnahme.
  3. Der zahlenmäßig geringere Bedarf an Organen (<10) wurde nicht aufgeführt. Daher fällt die Summe größer aus als die Summe der hier genannten Organe.
  4. Wenn der Organspender sein Herz spendet, schlägt dieses um Jahre länger. Wenn dem Organspender sein nicht entnommen werden kann, schlägt sein Herz um Stunden länger als beim Organverweigerer. Wenn der Körper des Organverweigerers bereits erkaltet ist, schlägt in beiden Fällen (mit und ohne Herz-Transplantation) das Herz des Organspenders. D.h. auch, dass die Hinterbliebenen bei einem Organspender für die Abschiedsnahme vom warmen Körper mehr Zeit zur Verfügung steht, als beim Organverweigerer.
  5. Ich wollte nicht wie andere darüber klagen, wie schlecht in Deutschland über Organspende aufgeklärt wird, sondern ich wollte im Rahmen meiner Möglichkeiten aufklären. Wie bei Wikipedia soll dieses Wissen allen frei über das Internet zugänglich sein.
  6. Mit der Feststellung des Hirntods wird das Ende der HTD mit Datum und Uhrzeit auf den Totenschein eingetragen. Damit ist der Mensch medizinisch und juristisch tot. Mit dem Tod des Versicherten erlischt das Versicherungsverhältnis zwischen dem Versicherten und seiner Krankenversicherung. Damit bezahlt ab diesem Zeitpunkt keine Krankenkasse die Weiterbehandlung. Die Klinik will nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben. Dazu wird das Krankenbett auf der Intensivstation für Notfälle benötigt, deren Leben man noch retten und deren Gesundheit man wieder herstellen kann. Daher wird nach Feststellung des Hirntods die künstliche Beatmung abgeschaltet, was binnen weniger Minuten zum endgültigen Herzstillstand führt, es sei denn, es liegt eine Zustimmung zur Organspende vor.
    Siehe auch: Es gibt nur einen Tod
  7. Wenn vom Hirntoten bekannt ist, dass er z.B. Lungenkrebs oder eine andere Erkrankung schwerwiegende Erkrankung hat, widerspricht dies der Möglichkeit einer Organentnahme.
  8. Aus einem Organspender werden alle für eine Transplantation geeigneten Organe entnommen, die hierfür freigegeben sind. Im Durchschnitt sind dies über 3 Organe. Damit bewahrt ein Organspender durchschnittlich über 3 Menschen vor dem drohenden Tod.
  9. Ein Team entnimmt die Organe aus dem Brustbereich: Herz und Lunge. Ein anderes Team entnimmt die Organe aus dem Bauchbereich: Leber, Nieren, Pankreas und Dünndarm. Es sind immer Transplantations-Chirurgen, die diese Organe entnehmen, denn sie wissen, worauf bei der Entnahme zu achten ist, damit die entnommenen Organe auch wieder eingesetzt werden können.
  10. Hinweise, dass Hirntote Sterbende oder gar Lebende seien, können Sie sich sparen. Hierauf werde ich nicht antworten. Ansonsten schreiben Sie an: Email.gif
  11. Ich vergleiche es mit einer Bergwanderung: Es ist leicht, einen Gipfel zu besteigen. Es ist schwer, ständig auf dem Grat wandernd von einem Gipfel zum anderen zu gehen. - Daher bin ich um jeden Hinweis und jede Unterstützung dankbar.

Einzelnachweise

  1. Papst Benedikt XVI. in seiner Rede am 7.11.2008 an die Teilnehmer des internationalen Kongresses zum Thema "Ein Geschenk für das Leben. Überlegungen zur Organspende"
  2. DSO: Jahresbericht 2013, Seite 42.
  3. Eurotransplant: Eurotransplant Statistics der Jahre 2000 bis 2013. Stichtag: 31.12. jeden Jahres. Download über: http://www.eurotransplant.org/cms/index.php?page=yearlystats. Zugriff am 23.1.2014.
  4. Eurotransplant Monatsstatistik Zugriff am 25.1.2014.
  5. http://statistics.eurotransplant.org/reportloader.php?report=73738-30349&format=html&download=0 Zugriff am 27.1.2014.
  6. Elisabeth Pott. Zitiert nach: Bundesliga engagiert sich für Organspende. (2010) Im Internet erreichbar unter: http://www.organspende-info.de/presse-portal/pressemitteilungen/archiv/bundesliga Zugriff am 3.3.2014.
    Die Zahlenangabe ist falsch. Das Zahlenverhältnis war im Jahre 2015: Aus einem Organspender wurden im Durchschnitt 3,3 Organe entnommen. In den vorausgegangenen Jahren waren es auch über 3,0 Organe. Mit diesem Verhältnis können nicht alle Patienten ihr rettendes Organ erhalten. Es sterben noch immer knapp 1.000 Menschen jährlich, denen das rettende Organ zu spät gekommen ist. Es ist daher die Wahrscheinlichkeit eher 5:1, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst ein Organ benötigt ist etwa fünfmal höher, als die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Spender zu sein. Berücksichtigt man, dass inzwischen Patienten nicht auf die Warteliste gesetzt werden, weil es ihnen noch zu gut geht, um überhaupt ein Organ zu bekommen, dürfte die Wahrscheinlichkeit eher bei 10:1 liegen, dass man selbst ein Organ benötigt, als dass man den Hirntod stirbt.
  7. http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/november/documents/hf_ben-xvi_spe_20081107_acdlife.html Zugriff am 10.12.2016.
  8. Quelle: E-Mail-Antwort der DSO vom 03.04.2017 mit den Zahlen von 2016: <7 h = 0,2%, 7-12 h = 8,9%, 12-18 h = 38,4%, 18-24 h = 31,4%, über 24 h = 21,1%.
  9. Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. Berlin 2592002.