WSR in Gegenrede

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WSR in Gegenrede

Ich höre und lese ...

Ich höre und lese, dass Schweigen keine Zustimmung sei.

Es gibt keine Pflicht, ein Testament zu verfassen. Wer kein Testament verfasst hat, stimmt der gesetzlichen Erbfolge zu.
Es gibt keine Pflicht, eine Patientenverfügung zu verfassen. Wer keine PV verfasst hat, stimmt zu, dass ein Richter des Amtsgerichts einen Betreuer einsetzt.
Es gibt keine Pflicht, für seine unmündigen Kinder eine Verfügung zu verfassen. Wer keine entsprechende Verfügung verfasst hat, stimmt zu, dass bei Ausfall aller Elternteile sich das Vormundschaftsgericht um die unmündigen Kinder kümmert.
Wenn ein Mensch bewusstlos aufgefunden wird, fragt niemand, ob man ihn reanimieren darf.
Wenn jemand nach misslungenem Suizidversuch bewusstlos aufgefunden wird, handeln die Ärzte sogar wissentlich gegen den Willen des Patienten.

Schweigen = Zustimmung, zumindest in diesen Fällen.

Warum soll der Staat auch bei der Organspende das so regeln,
wie er es in anderen Fällen geregelt hat?


Ich höre und lese, dass mit der WSR das Selbstbestimmungsrecht nicht gegeben sei.

Mit der aktuellen Regelung liegt seit Jahren nach Feststellung des Hirntodes bei rund 20% eine schriftliche Willenserklärung - ob Zustimmung oder Ablehnung - zur Organspende vor, bei rund 15% eine mündliche Willenserklärung. Das bedeutet, dass in rund 2/3 der Fälle die Hinterbliebenen über Organspende entscheiden. Das ist ein massiver Verstoß gegen das, was hier gefordert wird.

Mit Einführung der WSR hätten wir 100% Selbstbestimmung.


Ich höre und lese, dass das Vertrauen durch die Skandale im Jahr 2012 verloren ging.

Bis zum Jahr 2012 lag nach Feststellung des Hirntodes bei 64,2 bis 69,1% der Hirntoten eine Zustimmung zur Organentnahme vor. Im Jahr 2013 sank diese auf 63,9%. Seither schwankt sie zwischen 68,8 und 76,5%. Das sind 5 bis 10 Prozentpunkte mehr als vor den Skandalen. Der genannte Vertrauensverlust ist daher nur für das Jahr 2013 erkennbar.

Seit 2014 ist ein Vertrauensgewinn zu verzeichnen.


Ich höre und lese, dass mit der WSR Organspende zur Pflicht oder gar zum Zwang werden würde.

Es wird nirgendwo davon gesprochen, dass es Pflicht sei, ein Testament, eine Patientenverfügung oder für seine unmündigen Kinder eine Vorsorgevollmacht erstellt. Warum wird dann bei der Organspende es behauptet?

Mit der WSR regelt der Staat das, was die meisten Bürger nicht geregelt haben.


Ich höre und lese, dass die WSR die Würde des Hirntoten verletzen würde.

Die WSR verletzt in keiner Weise die Würde der Hirntoten, aber die Diffamierungen der Organspende und der Organspender verletzen die Würde der Organspender. {{Achtung_gruen|Nicht die WSR verletzen die Würde der Organspender, sondern die Diffamierungen.


Ich höre und lese, dass mehr Aufklärung betrieben werden müsse.

Seit Ende 2012 klären die Krankenkassen und die BZgA - jetzt BIÖG - massiv zu Hirntod und Organspende auf. Der Erfolg ist, dass nach der Feststellung des Hirntods im Jahr 2012 bei rund 10% der Hirntoten eine schriftliche Willenserklärung vorlag. Dies stieg bis zum Jahr 2020 auf rund 20%. Seither stagniert die Zahl.
Haben die Leute, die im Jahr 2026 mehr Aufklärung fordern, die letzten 10 Jahre geschlafen oder auf einem anderen Planeten gelebt?

Es gibt keinen Zwang, aufgeklärt zu werden, aber ein Recht auf Nichtwissen.


Ich höre und lese, dass der Hirntod als Tod des Menschen umstritten sei.

Es ist auch umstritten, dass die Erde eine Kugel sei. Siehe: Todesverständnis, Hirntodkonzept, Sterbeprozess

Mit der Feststellung des Hirntods ist der Tod des Menschen festgestellt.


Ich höre und lese, dass der Staat nicht über den Körper seiner Bürger verfügen dürfe.
Mit Einführung der WSR verfügt der Staat so wenig über die Körper seiner Bürger wie beim Ausfall beider Elternteile ohne Vorsorgevollmacht über deren unmündigen Kinder.


Ich höre und lese, dass die Organspende mit der WSR an Freiwilligkeit verlieren würde.

Es steht jedem Bürger frei, ein Testament und eine [[Patientenverfügung zu verfassen. Es steht allen Eltern frei, für den Fall ihres Ausfalls für ihre unmündigen Kinder eine entsprechende Verfügung zu schreiben. Wenn dies nicht vorliegt, gilt das, was der Staat hierfür bestimmt hat. {{Achtung_gruen|Mit der WSR regelt der Staat das, was rund 80% der Bürger nicht geregelt hat.


Ich höre und lese, dass die WSR unmoralisch sei.

Deutschland importiert jährlich über ET rund 600 Organe aus den Ländern des ET-Verbunds. Alle diese Organe stammen aus der WSR. Wenn die WSR unmoralisch wäre, müssten wir diese 600 Organe ablehnen.

Es ist Doppelmoral, Organe aus Ländern mit WSR anzunehmen und gleichzeitig im eigenen Land die WSR als unmoralisch abzulehnen.

Ich höre und lese, dass {{Achtung_gruen|


Fazit: Denn sie wissen nicht, was sie reden und schreiben.

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise