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2014 veröffentlichte P. Kinnaert den Artikel "The definition of death and organ retrieval  : a persistingphilosophical controversy" (Die Definition von Tod und Organentnahme: eine anhaltende philosophische Kontroverse).[1]

Türk, H. J.: Der Hirntod in philosophischer Sicht. 43 (1997) 1, S.17 (1997).

Gruppe A

Martin Lintner: Wann ist ein Mensch tot? (2015)

Am 26.11.2015 hielt Martin Lintner das Immpulsreferat "Wann ist ein Mensch tot?".[2] Darin heißt es:

Obwohl die Harvard-Kommission nachweislich nicht die erste ist, die das Hirnodkriterium erarbeitet hat, wird ihr bekanntlich vielfach vorgeworfen, das Hirntodkriterium deshalb definiert zu haben, um dadurch an die Organe von Menschen zu gelangen.
Zudem besteht die Schwierigkeit, dass rein phänomenologisch ein Hirntoter nicht als tot erscheint, also nicht der lebensweltlichen Vorstellung eines Toten entspricht und deshalb nicht als tot wahrgenommen wird.
Würde man die Funktion des Gehirns im Hinblick auf die personalen Fähigkeiten bewerten, würde dies die Reduktion des Personseins auf die kognitiven Fähigkeiten und Leistungen zur Folge haben. Eine weitere Folge wäre, dass man dann nicht am Gesamthirntod festhalten müsste, weil die neurobiologischen Grundlagen für die kognitiven Tätigkeiten dem Großhirn zugeordnet werden können.
Nur unter dieser anthropologischen Voraussetzung kann man den Gesamthirntod als sicheres Zeichen dafür ansehen, dass ein Mensch verstorben ist. Die Organentnahme tötet ihn dann nicht, sondern der Sterbeprozess ist an sein Ende gelangt und der Mensch ist bereits verstorben.
In der heutigen philosophischen Diskussion wird auf zwei Punkte hingewiesen, die bereits genannt worden sind: Erstens, dass das personale Sein nicht auf die kognitiven Leistungen reduziert werden darf; zweitens, dass eine Person auch nicht auf die funktional integrierte Gesamtheit eines Organismus reduziert werden kann.

Klaus Steigleder: Der Tod des Menschen als komplexes Phänomen ()

Klaus Steigleder veröffentlichte den Artikel "Der Tod des Menschen als komplexes Phänomen – Die Unterscheidung von Todesbegriffen und ihre moralische Relevanz".[3] Darin heißt es:

Andere behaupten, das traditionelle Herztodkriterium habe immer schon für ein personales Todeskonzept gestanden, welches das Ende nicht des menschlichen Organismus, sondern der menschlichen – mit Bewusstsein und Selbstbewusstsein ausgestatteten – Person besagt. Denn schließlich führt der Verlust von Atmung und Herztätigkeit in kürzester Zeit zum Ende aller Hirnfunktionen und damit zum Ende jeden Bewusstseins. (2)
Traditionell sind im Tod eines Menschen zwei Todeskonzepte miteinander verbunden, nämlich zum einen ein organismisches Todeskonzept,das Ende des Menschen, insofern er ein biologisches Lebewesen ist, zum anderen ein personales Todeskonzept, das Ende des Menschen als ein betreffbares Ich oder ein Jemand,insofern der Mensch nicht einfach nur Lebewesen, sondern auch vernunftbegabtes Lebewesen ist. (3)
Person ist ein Wesen dann, wenn es ein rationales, bewusstes und selbstbewusstes Wesen ist,ein Ich, das sich durch Veränderungen hindurch und über Unterbrechungen hinweg durchhält. (6)
Wenn wir an unsere Kindertage zurückdenken, dann ist uns wahrscheinlich klar, wie sehr wiruns seither verändert haben. (6)
Ein Handlungsfähiger, ein Ich kann aber ein definitives und irreversibles Ende finden, dannn ämlich, wenn jemand definitiv aufhört, selbst im dispositionellen Sinne handlungsfähig oder ein Ich zu sein. Dieses definitive Ende ist analog dem definitiven Ende eines Organismus als eines Funktionsganzen – es macht deshalb Sinn, vom „Tod der Person“ zu sprechen. (6)
Selbstverständlich ist die menschliche Person nicht einfach nur Gehirn oder in ihrem Gehirn lokalisiert. Sie existiert vielmehr leibhaft und ist deshalb auch in ihrem ganzen Leib betreffbar. (7)
Ist also der Hirntod der Tod des Menschen? Nicht unbedingt schon, wenn wir „Mensch“ einfach nur als einen biologischen Begriff verstehen. Doch ja, wenn wir „Mensch“ als ein betreffbares Ich oder einen betreffbaren Jemand verstehen (7)
Vielmehr waren traditionell im Tod des Menschen ein biologisches und ein personales Todesverständnis miteinander verquickt. Da im Rahmen der Intensivmedizin personaler und biologischer Tod auseinander treten können, stellt sich die Frage, was der eigentlich moralisch relevante Todesbegriff ist. (7)

In-Hoe Choi: Ethische Fragen im Zusammenhang mit Organtransplantationen (1998)

1998 veröffentlichte In-Hoe Choi die phil. Diss. "Ethische Fragen im Zusammenhang mit Organtransplantationen".[4]

Die gelegentlich zu hörende Aussage, daß ein 'klinischer Toter' durch Behandlungsmaßnahmen überlebt habe, ist insofern falsch, als der eingetretene Tod des Menschen definitionsgemäß irreversibel ist; gemeint ist mit einer solchen Feststellung lediglich, daß bei einem Patienten ein nur kurzdauernder, noch nicht tödlicher Atem- oder/und Kreislaufstillstand behoben werden konnte. (2)
Im allgemeinen wird der Tod verstanden als das Ende des Menschen als Lebewesen und als Organismus in seiner Ganzheit. Der Organismus als Funktionseinheit endet mit dem Tod des gesamten Gehirns und der irreversible Ausfall der Hirnfunktion wird als eindeutiges Todeszeichen gewertet. (4)
Eine große Rolle für die Rechtfertigung der Hirntod-Definition spielte bisher das Argument, daß damit keine neue Todesdefinition eingeführt, sondern lediglich die alte Auffassung des Todes durch ein neues Kriterium ergänzt würde. (5)
So kann er zum Beispiel als Folge eines malignen Hirnödems mit exzessiver Hirndrucksteigerung unter den Bedingungen einer Intensivbehandlung eintreten. Letztere führt über eine allgemeine Gefäßkompression zum intrakraniellen Zirkulationsstillstand und damit zu einer völligen Ischämie des gesamten Gehirns - Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm betreffend-, während die Durchblutung des übrigen Organismus aufrechterhalten bleibt. (6)

Dieter Birnbacher, Wolfram Höfling: Organspende - Reicht der Hirntod als Kriterium? (2018)

Am 20.10.2018 wurde das Interview "Organspende - Reicht der Hirntod als Kriterium?" mit Dieter Birnbacher und Wolfram Höfling veröffentlicht.[5]

Das zentrale Organ für das Fühlen, für die Emotionen, für die Kommunikation und für den Austausch mit der Umwelt ist das Gehirn. Und wenn das Gehirn in seiner Komplettheit für immer ausgefallen ist, dann ist das Ich, dann ist der Mensch nicht mehr existent. (Birnbacher)
Das Hirntodkriterium oder besser: das Kriterium des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls ist ein überzeugendes Kriterium für den Tod des Menschen, weil es den Punkt markiert, an dem der Organismus die Fähigkeit verliert, sein eigenes Funktionieren aufrechtzuerhalten. Die Hauptfunktionen des Körpers, Atmung und Blutkreislauf, werden bei einer Organentnahme allein von einem externen Mechanismus, in der Regel einem Beatmungsgerät, aufrechterhalten. (Birnbacher)
Ein Mensch, dessen Herz und Lunge, dessen Leber und Pankreas, dessen Nieren und Dünndarm als vitale Organe auf einen anderen Menschen übertragen werden können – ein solcher Mensch ist keine Leiche, auch wenn seine Hirnfunktionen irreversibel ausgefallen sind. Der letztgenannte Umstand allein liefert kein tragfähiges Kriterium dafür, ihn als tot zu qualifizieren. Zwar wäre er ohne medizinische Unterstützung zweifelsohne tot, aber unter Beatmung ist ein solcher Mensch in der Lage, unterschiedliche Organsysteme zu einem funktionellen Ganzen zu integrieren. Kurzum: Sogenannte hirntote Menschen sind Lebende! (Wolfram Höfling)

Siehe: Todesverständnis

Dieter Birnbacher, Wilfried Härle: Sterben gehört zum Leben (2006)

In GEHIRN&GEIST 12/2006 wurde unter dem Titel "Sterben gehört zum Leben" die Diskussion zwischen Dieter Birnbacher und Wilfried Härle wiedergegeben.[6] Darin heißt es:

Der Tod ist das definitive Ende aller aktiven Möglichkeiten eines Menschen. Dass Sterben ein Prozess ist, war schon immer klar. Doch wir müssen lernen, dass auch der Tod selbst ein Prozess ist – egal, ob zuerst das Herz ausfällt und das Gehirn noch weiterarbeitet oder umgekehrt. An die Stelle eines Todeszeitpunkts tritt eine Art »Todeszone«. (Wilfried Härle) (36)

Tod ist ein definierter Zustand, ebenso wie das Leben. So wenig, wie es eine "Lebenszone" in Abgrenzung zum Tod gibt, so wenig gibt es eine "Todeszone" in Abgrenzung zum Leben.

Was letztlich als  »Tod«  gilt, ist eine gesellschaftliche und politische Frage. (Dieter Birnbacher) (36)
Ein Mensch ist erst dann tot, wenn er phänomenologisch, also auch äußerlich sichtbar tot ist. (Dieter Birnbacher) (37)

Siehe: Anna Bågenholm

Nicht ratsam erscheint es mir allerdings, dass jeder seine Todesdefinition selbst wählt, wie es in Teilen der USA mittlerweile möglich ist. (Dieter Birnbacher) (37)[Anm. 1]
Solange noch einige grundlegende Hirnfunktionen nachweisbar sind, wie zum Beispiel im

Wachkoma, dürfen Menschen auch auf eigenen Willen noch nicht als tot erklärt werden. (Wilfried Härle) (37)

Das ist in D/A/CH mit seiner Definition des Gesamthirntodes auch nicht der Fall.

Wir müssen anerkennen, dass hirntote Menschen eben noch nicht tot sind, dass wir sie aber dennoch als Organspender heranziehen können. Vorverlegen dürfen wir diese Grenze jedoch nicht. Wir sollten auch bedenken, unter welcher Belastung die Angehörigen von Patienten in einem irreversiblen Koma oder einem dauerhaft vegetativen Zustand leiden. In dieser Situation wäre eine Organentnahme völlig inakzeptabel. Deshalb muss das Hirntodkriterium als Entnahmekriterium unangefochten bleiben. (Dieter Birnbacher) (37)

Hirntod ist nicht mit einem irreversiblen Koma gleichzusetzen, denn beim irreversiblen Koma gibt es noch nachweisbare Hirnfunktionen, beim Hirntod nicht mehr. Siehe: Koma und Todesverständnis

Denn ob ein Koma – egal mit welcher Wahrscheinlichkeit – irreversibel ist, wissen wir ja immer erst nach dem wirklichen Tod des Patienten. Es sind genügend Fälle bekannt, bei denen Menschen aus einem »irreversiblen« Koma wieder aufgewacht sind. (Wilfried Härle) (37)
1990 haben sich die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland angesichts des akuten Mangels an Organen für eine erweiterte Widerspruchslösung ausgesprochen: Es sei eine »Liebespflicht«  gegenüber dem Nächsten, zur Organspende bereit zu sein. Dies löste damals eine heftige Diskussion aus. Fünf Jahre später hat die evangelische Kirche Buße getan, denn sie hatte inzwischen erkannt: Eine Spendepflicht darf es nicht geben. Deshalb ist sie zur Zustimmungslösung zurückgekehrt. (Wilfried Härle) (38)

Die gemeinsame Schrift von 1990 enthält keine Zustimmung zur Widerspruchsregelung. - Auch enthält die gemeinsame Schrift weder eines "Liebespflicht" noch sonst ein Ausdruck, dass Christen zur Organspende verpflichtet wären. Auf Seite 9 distanzieren sich die beiden großen Kirchen ausdrücklich von jeder Pflicht: "Kein Mensch ist zu einer Gewebe- oder Organspende verpflichtet und darf deshalb auch nicht dazu gedrängt werden."

Raimund Litz: Der Hirntod in der pluralen Gesellschaft (2003)

2003 veröffentlichte Raimund Litz den Artikel "Der Hirntod in der pluralen Gesellschaft".[7] Darin heißt es:

In einer pluralen Gesellschaft, die nicht eine einzige Meinung von vornherein verbindlich festlegen kann, müssen also alle an einem Disput beteiligten an einem Interessenausgleich interessiert sein. Niemand kann ein Monopol auf die Wahrheit und Richtigkeit seiner Überzeugung erheben und sie zum alleinigen Maßstab gesellschaftlicher Handlungsorientierung machen. (72)

Gesetze und Vorschriften legen jedoch vieles fest.

Raimund Litz führt zur Kritik am Hirntodkonzept aus: (73f)

  1. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod sei unzumutbar.
  2. Mit der Organspende würde die eigene Integrität und die Würde verletzt werden.
  3. Die Transplantationsmedizin und ihre "Lobby" setzten mit dem Leid anderer Menschen den Bürgern unter Druck.
  4. Wiederkehrende Berichte über kriminellen Organhandel rücken die Transplantationsmedizin ins Zwielicht.
  5. In der 3. Welt sterben Millionen Menschen an Krankheiten, die ohne großen Aufwand behoben werden könnten, während in der 1. Welt mit großem Aufwand das Leben weniger gerettet wird.
  6. Man könne nicht sicher sein, dass man mit dem Hirntod auch wirklich tot ist.
Meine Erwiderung zu den oben genannten Einwänden und Kritikpunkte stelle ich unter folgende These: Man muß das Problemfeld des Hirntodes vom Zusammenhang mit der Transplantationsmedizin trennen. (75)

{{Zitat|Ich sage bewußt auch als Theologe: Es ist prinzipiell und ausschließlich Sache der Neurologen bzw. Ärzte, den Eintritt des Todes festzustellen. Philosophie und Theologie können keine empirischen Aussagen über ein Todeskriterium machen.

Daher steht es einem Theologen durch seine Profession auch nicht zu, theologische Vorschläge zur Todesfeststellung zu unterbreiten, welche die Diagnostik der Mediziner verbessern könnten. (75)
Der Hirntod gilt nicht deshalb als Tod des Menschen, weil gewissermaßen 'zerebrozentrisch' das Gehirn Sitz der Seele oder Personalität ist, sondern weil durch den Ausfall des Gehirns die Integration des gesamten Organismus zur spezifischen leibseelischen Einheit des Menschen nicht mehr gewährleistet ist. Diese Integration kann nach dem unumkehrbaren Ausfall der Hirnfunktionnen nicht mehr erbracht werden. (77)
Weder geschichtlich noch sachlich hängt die Bedeutung des Hirntodes als Todeszeichen von der Möglichkeit der Organtransplantation ab. (78)
Eine gesetzliche Regelung muß den Konsens innerhalb der Meinungsvielfalt einer pluralen Gesellschaft suchen. ... Alle Beteiligten sollten an einer verantworteten Urteilsbildung interessiert sein. (79)

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Gruppe B

Johannes Fischer: Warum es gute Gründe gibt, das Hirntodkonzept zu verabschieden (2018)

2018 veröffentlichte Johannes Fischer auf seiner Internetseite den Artikel "Warum es gute Gründe gibt, das Hirntodkonzept zu verabschieden"[8] Darin heißt es:

Beim medizinischen oder philosophischen Laien dürfte diese Kontroverse die Irritationen bezüglich der Transplantationsmedizin eher noch verstärken. Wenn schon die Experten sich nicht darüber einigen können, ob ein Organspender zum Zeitpunkt der Organentnahme tatsächlich tot ist, wenn also die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei einer Organtransplantation einem Menschen Organe bei lebendigem Leibe herausgeschnitten werden, ist es dann nicht das Vernünftigste, bis auf Weiteres von einer Organspende Abstand zu nehmen? (1)

Ein Grund, warum sich die "Experten" nicht einigen können, ist den unterschiedliche Wissensstand über den Hirntod, wie diese Seite zeigt.

Mediziner, die eine naturwissenschaftliche Ausbildung durchlaufen haben, tendieren zumeist dazu, den Tod als etwas zu begreifen, was sich auf der Ebene des menschlichen Organismus ereignet. (1)

Für die meisten Mediziner sind Hirntote Tote.

Gewiss ist bei intensivmedizinischen Behandlungen der Totalausfall des Gehirns ein wichtiger Indikator. Aber er ist nach dem Gesagten ein Indikator nicht für den Tod des Patienten, sondern dafür, dass aufgrund der Irreversibilität dieses Ereignisses die Behandlung ihren Sinn verloren hat und dass deshalb der Zeitpunkt gekommen ist, sie einzustellen und den Tod des Patienten zuzulassen. (2)

Siehe: Todesverständnis

Würde man hier argumentieren, dass das Herz ersetzt werden kann, so dass der Patient weiterleben kann, dass aber das Gehirn nicht ersetzbar ist, dann würde man einräumen, dass der Grund dafür, den Hirntoten für tot zu erklären, gar nicht der Totalausfall des Gehirns ist, sondern vielmehr die Nichtersetzbarkeit des Gehirns. Und man würde damit zugeben, dass der Totalausfall des Gehirns rein für sich genommen noch nicht gleichbedeutend mit dem Eintritt des Todes ist. Dann aber besteht zwischen dem intensivmedizinisch behandelten „Hirntoten“ und dem intensivmedizinisch behandelten Herzpatienten kein Unterschied. Beide müssen gleichermassen als lebend betrachtet werden. (2f)]

Im Gehirn ist die Persönlichkeit des Menschen verortet, unter anderem die Datenbank unseres Lebens. Mit dem Eintritt des Hirntodes ist dieser Persönlichkeit physiologisch zerstört. Mit nichts kann man sie ersetzen. Selbst wenn man jetzt ein neues Gehirn einsetzen könnte, so fehlt doch das Backup der Persönlichkeit.

Menschen im Koma nehmen wir in ihrer leiblichen Präsenz als Personen wahr. Den Namen auf dem Schild am Fussende des Klinikbettes lesen wir nicht als Bezeichnung eines blossen Organismus, sondern als Namen einer lebenden Person. Gilt nicht dasselbe auch für hirntote Menschen auf einer Intensivstation, deren Organismus intensivmedizinisch funktionsfähig erhalten wird? (3)

Hirntod ist existentiell etwas anderes als nur ein Komapatient - oder ein Schlafender, um die Reihe der Bewusstlosen weiterzuführen.

Warum sollten wir aufgrund der Auskunft, dass die betreffende Person hirntot ist, die lebensweltliche Perspektive, in der wir die leibliche Präsenz einer lebenden Person vor Augen haben, gegen eine naturwissenschaftliche Perspektive eintauschen, in der man uns versichert, dass die betreffende Person trotz gegenteiligen Anscheins tot ist? (3)

Weil der Hirntod ein unsichtbarer Tod ist. - Wir glauben auch an Radioaktivität oder Funkwellen, obwohl wir sie mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können.

Es wäre interessant herauszufinden, welchen Todeszeitpunkt Transplantationszentren dem Standesamt mitteilen, ob den Zeitpunkt der Feststellung des Hirntods oder den Zeitpunkt der Beendigung der intensivmedizinischen Behandlung. (3)

Der Hirntod wird nicht nur in TXZ festgestellt, sondern kann in jeder Klinik mit Intensivstation festgestellt werden. - Der Artikel wurde 2018 verfasst. In der Entscheidungshilfe 1986 heißt es: "Nachdem die Kriterien des Hirntodes gemäß 2. mit 3. oder 4. von zwei Untersuchern vollständig dokumentiert worden sind, ist damit der Tod festgestellt." In der Entscheidungshilfe 1991 und 1997 heißt es im Protokollbogen: "... der Hirntod und somit der Tod des Patienten festgestellt am ... um ... Uhr." In der Entscheidungshilfe 1997 heißt es zum Todeszeitpunkt: "Festgestellt wird nicht der Zeitpunkt des eintretenden, sondern der Zustand des bereits eingetretenen Todes. Als Todeszeit wird die Uhrzeit registriert, zu der die Diagnose und Dokumentation des Hirntodes abgeschlossen sind." In der Richtlinie des BMG von 2015 heißt es hierzu: "Festgestellt wird nicht der Zeitpunkt des eintretenden, sondern der Zustand des bereits eingetretenen Todes. Als Todeszeit wird die Uhrzeit registriert, zu der die Diagnose und Dokumentation des Hirntodes abgeschlossen sind." Damit ist seit über 20 bzw. über 30 Jahren - je nach Zählweise - diese Antwort festgelegt.

Eingangs war von den Verunsicherungen in Bezug auf die Transplantationsmedizin die Rede. Tragen Erwägungen, wie sie hier angestellt wurden, nicht lediglich zu dieser Verunsicherung bei: bei potentiellen Spendern, bei Ärzten, bei politischen Entscheidungsträgern oder im Rechtswesen? (3)

Es verunsichert in der Tat, doch das sollen wohl auch diese geschickt gewählte Worte.

Im Übrigen ist es die Transplantationsmedizin selbst, die mit ihrer Festlegung auf das Hirntodkriterium diese Debatte in Gang hält und dadurch indirekt und ungewollt zu anhaltender Verunsicherung beiträgt. (4)

Nicht die Medizin trägt zur Verunsicherung bei, sondern die Kritiker, weil sie nicht aufklären, sondern mit ihren Fragen Unsicherheit schüren. Ihre Halb- und Unwahrheiten zeugen davon, dass ihnen entweder das richtige Sachwissen fehlt oder dass sie bewusst täuschen wollen.

Angenommen, der Hirntod ist nicht gleichbedeutend mit dem Tod eines Menschenund intensivmedizinisch behandelte hirntote Menschen sind lebende Menschen. Warum soll es dann nicht dennoch möglich und ethisch vertretbar sein, dassein Mensch verfügt, dass an seinemLebensende der Tod intensivmedizinisch hinausgezögert werden darf, bis nach Eintreten des Hirntods dem eigenen Leib Organe oder Gewebe für Transplantationszwecke entnommen worden sind? Und welche ethischen Gründe sprechen dagegen, dass Ärztinnen und Ärzte genau dies tun und eine solche Organentnahme an einem noch lebenden Patienten vornehmen, der seine Einwilligung hierfür gegeben hat? Solche Fragen muten allen Beteiligten zu, mit überkommenen Denkgewohnheiten zu brechen. (4)

So wird schon seit über 10 Jahren verfahren, wenn in der Patientenverfügung steht, dass zum Erreichen des Hirntodes und damit zum Zweck der Organspende bis zum Erreichen des Hirntodes weitertherapiert werden darf. Nur werden die Hirntote als Tote angesehen.

Bleiben schliesslich die potentiellen Organspender. Sind sie nicht mit der Vorstellung überfordert, dass sie zum Zeitpunkt der Organentnahme am Lebensende nicht tot, sondern noch am Leben sind? M.E. muss man hier folgendes in Rechnung stellen: Wenn potentielle Organspender mit dieser Vorstellung tatsächlich überfordert sind, dann ist dies der Propagierung des Hirntodkriteriums zuzuschreiben, d.h. der Versicherung, dass Organspender zum Zeitpunkt der Organentnahme tot sind. (4)

Diese Verunsicherung wurzelt in den Kritikern, die das infrage stellen, was gesamtgesellschaftlicher Konsens ist.

Auf den 4 Seiten Text wurde 8 Mal die nachfolgende Hypothese mit "wenn" eingeleitet. Damit lassen sich alle möglichen und unmöglichen Konstrukte erzeugen, wie z.B.: "Wenn die Erde eine Scheibe ist, ...." Mit diesem Werkzeug ging Johannes Fischer das Thema Hirntod an.

Andreas Brenner, Andrea Marlen Esser: Hirntod und Organspende (2014)

In der Zeitschrift "Information Philosophie" (2/2014) wurden Andreas Brenner und Andrea Marlen Esser über den Hirntod und die Entnahme von lebenswichtigen Organen interviewt.[9] Darin heißt es:

Will man weiterhin Organe transplantieren, muss sichergestellt sein, dass man die Organe nicht Lebenden entnimmt. Das Hirntodkriterium erfüllt diese Bedingung nicht, wohl aber das Herztodkriterium. (Andreas Brunner)

Siehe: Todesverständnis

Ein „hirntotes“ Exemplar der Gattung Homo sapiens ist im biologischen Sinne nicht tot, sondern lebendig. (Andrea Marlen Esser)

Siehe: Todesverständnis

Die verschiedenen Kriterien lassen sich nicht nur instrumentalisieren, sie sind schlicht Instrumente: Instrumente zur ethischen Legitimation der Transplantationsmedizin. Die für die Hirntoddefinition herangezogenen Kriterien sind also zugleich die Voraussetzungen für die Transplantationsmedizin. Das zeigt auch, dass sich dieser Zweig der Medizin von der klassischen, von Hippokrates begründeten und im wörtlichen Sinne naheliegenden Perspektive, nämlich der Orientierung auf die erste Person, verabschiedet hat und die dritte Person an die Stelle der ersten stellt. Aus eben diesem Grunde verliert in der Transplantationsmedizin der Organspender seinen Advokaten, der die Seite gewechselt hat und die Sache der Anderen vertritt. (Andreas Brenner)

Siehe: Todesverständnis

Die Kirchen lassen sich übrigens vor den Karren der utilitaristischen Biopolitik spannen, und erklären jeden Zweifel am Hirntodkonzept mit einem Mangel an Nächstenliebe. (Andreas Brenner)

Die DBK sagte 2015 ganz klar, dass Organspender keine Sterbende sind, sondern Tote.

Menschen, von denen transplantierbare Organe entnommen werden, sind nicht tot. Sie leben und werden erst zu Toten durch den Akt der Extransplantation. (Andreas Brenner)

Siehe: Todesverständnis

Die neuesten Positionen zur Stellung des Gehirns werden mittlerweile selbst von Anhängern der Transplantationsmedizin so gedeutet, dass der zur Explantation vorgesehene Mensch nicht Leiche, sondern Patient ist. (Andreas Brenner)

Hier fehlt der Beleg.

Um dennoch die Transplantationsmedizin nicht aufgeben zu müssen, hat man sich in der amerikanischen Bioethik die Formel vom justified killing ausgedacht. (Andreas Brenner)

Siehe: justified killing

Wenn die Begriffe von Menschenrecht und Menschenwürde weiter Sinn machen sollen, muss man jetzt die Notbremse ziehen und zugeben, dass die Transplantationsmedizin ein gigantischer moralischer Fehler war und endlich damit aufhören. (Andreas Brenner)

Siehe: Todesverständnis

Die Lebendigkeit des Organismus soll darüber entscheiden, ob der Organismus lebt, das heißt, diese Frage soll nicht alleine mit Blick auf die Funktionstüchtigkeit eines partiellen Teils des Organismus beantwortet werden. (Andreas Brenner)

Genau dies aber geschieht auch beim "Herztod". Man blickt auf das Herz, als Eintritt des Todeszeitpunktes.

Andernfalls müssten wir beispielsweise am Beginn des Lebens, also beim Embryo, mit der Zuschreibung der Lebendigkeit warten, bis eine Hirnfunktion nachweisbar wäre. (Andreas Brenner)

Siehe: Irreversibilität

Ein anderer Widerspruch, in den uns das Hirntodkriterium bringt, besteht darin, dass wir Situationen, in denen Menschen lange nach ihrem diagnostizierten Hirntod weiterleben, nicht mehr als lebendig bezeichnen dürften. Dann aber muss man, was die interessierte Medizin tut, sich begrifflich sehr verrenken, wenn man beispielsweise erklären will, wie es etwa sein kann, dass eine Tote ein Kind während der Schwangerschaft weiter entwickelt und sogar gebiert. (Andreas Brenner)

Dann gebiert eine schwangere Hirntote ein Kind.

Personalität halte ich in der gesamten Thematik für außerordentlich wichtig; dies jedoch nicht dann, wenn sie von außen behauptet, sondern nur wenn sie aus der ersten Personperspektive erkannt wird. Wir sind Personen durch unser Menschsein, und unsere Personalität endet mit unserem Menschsein, und dieses endet nicht bereits mit dem Ende unserer Hirntätigkeit. (Andreas Brenner)

Siehe: Todesverständnis

Es geht hier darum, katastrophale Fehler zu vermeiden. Und um einen solchen handelt es sich, wenn man Menschen, deren Hirnfunktion irreversibel erloschen ist, nicht nur als hirntot bezeichnet, sondern zugleich behauptet, ihr Leben sei erloschen. (Andreas Brenner)

Siehe: Todesverständnis

Bis heute haben sich die Indizien vermehrt, dass genau dies die Frage ist und immer mehr Stimmen behaupten schlichtweg, dass der sogenannte Hirntote ein lebender Mensch sei. Diese Position vertrat übrigens bereits Hans Jonas. (Andreas Brenner)

Auch wenn namhafte Personen gegen das Hirntodkonzept sind, so beweist dies zur Sachlichkeit der Frage nichts, denn diese namhafte Personen können auch kein rechtes Verständnis über den pathophysiologischen Zustand des Hirntodes besitzen.

Die Transplantationsmedizin ist voll von diesen Widersprüchen: Da werden Menschen als Patienten bezeichnet, obwohl es sich nach dem eigenen Verständnis um Leichname handelt. (Andreas Brenner)

Von Kritikern werden sie als "Patienten" bezeichnet, von den Befürwortern des Hirntodkonzeptes als "Hirntote".

Wenn die Anhänger des Hirntodkonzepts es dennoch ins Spiel bringen wollen, dann müssen sie dafür einen Preis zahlen: Sie müssen dann nämlich einräumen, dass der Mensch noch nicht tot ist. (Andreas Brenner)

Wie dieses Interview zeigt, ist es Andreas Brenner, der immer wieder die Organspende einbringt und nicht beim Thema Hirntod bleibt. Sind seine Argumente gegen das Hirntodkonzept so schwach, dass er immer wieder zur Organspende ausweichen muss?

Wenn das klargestellt ist, wenn des weiteren über die Befunde informiert wird, was Menschen mutmaßlich unter der Explantation empfinden und erleiden, wenn aufgeklärt wird, dass nur unter Narkose Organe entnommen werden usw., dann kann man auf den Anspruch der Autonomie noch einmal zurückkommen. Ich bezweifle, dass sich dann all zu viele für ihre eigene Tötung aussprechen würden. (Andreas Brenner)

Siehe: Schmerzen und Todesverständnis

Bettina Schöne-Seifert: Der hirntodbasierte Tod als Rechtsfiktion? (2014)

2014 veröffentlichte Bettina Schöne-Seifert den Artikel "Der hirntodbasierte Tod als Rechtsfiktion?"[10] Darin heißt es:

Zudem fehlen ihnen, ebenfalls irreversibel, zentrale vegetative Steuerungsfähigkeiten, etwa zur Atmung, die somit ggf. künstlich aufrechterhalten werden muss. (3)

Hirntod und Eigenatmung schließen sich gegenseitig aus. Das wird bei jeder HTD durch den Apnoe-Test überprüft. Daher benötigen Hirntote nicht "ggf. künstliche" Beatmung, sondern immer.

Zu den relevanten empirischen Einsichten gehören vor allem die zahlreichen Nachweise komplexer Organfunktionen bei Patienten, die lege artis als hirntot diagnostiziert wurden. Erhaltene Temperaturregulation, das Potential zu Immunreaktionen, hormonellen Stressreaktionen oder Wundheilung sowie die reproduktive Fähigkeit, eine Leibesfrucht in sich heranwachsen zu lassen (s. o.) konterkarieren in den Augen sehr vieler das Diktum vom Totalverlust homöostatischer Organismusfunktionen. Solche Befunde, wie sie vor allem Alan Shewmon über viele Jahre gesammelt und in kritischer Absicht veröffentlicht hat13, stellen das Verständnis des Gehirns als (alleinige) Integrationsinstanz des Vegetativums und den Hirntod als Ende der organismischen Integriertheit ernsthaft in Frage. (4f)

Siehe: Leben der Hirntoten

Hingegen scheint es keine belastbaren neuen Daten und Einsichten zu geben, die eine in-trinsische Unsicherheit der Hirntoddiagnostik oder gar die grundsätzliche oder temporäre Unbeantwortbarkeit der Frage belegen würden, ob das biologische Substrat von Bewusstsein allein im Gehirn lokalisiert ist. (5)

Dies kann als Frage gestellt werden, aber es gibt bisher keine Hinweise, dass Teile des Bewusstsein außerhalb des Gehirns erfolgt.

Doppelt problematisch bleibt in meinen Augen der, wohl noch immer bestehende, deutsche Elitekonsens (s. o.), der ÄT damit begründet, dass der Hirntod zugleich den mentalen Tod und das Fehlen organismischer Integriertheit bedeute. Wenn schon für sich betrachtet die Relevanz des Mentalen für den Todesbegriff strittig ist und die Präzisierung des hirntod-relevanten, organismischen Funktionsverlusts aussteht oder unmöglich scheint – was macht dann eine Doppelbegründung attraktiv, in der beide Defizite nicht kompensiert, sondern addiert wer-den? Die einzig einleuchtende Antwort scheint die damit gewährleistete Differenzierung von hirntoten Patienten (als Toten), gegenüber irreversibel komatösen Patienten oder anenzephalen Babys (als Lebenden). (8f)

Ananzephalie hat verschiedene Ausprägungen. Ein anenzephales Neugeborenes ohne Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm - entspricht funktional einem Hirntoten - hat keine Hirnstammreflexe und ist daher nicht lebensfähig. Es wird als Todgeburt geboren. Hat das anenzephale Neugeborene Teile des Hirnstamms und ist damit zumindest zur Eigenatmung fähig - entspricht einem komatösen Patienten -, wird es als Lebendgeburt geboren, auch wenn es dann Stunden oder Tage später verstirbt. Zum Zeitpunkt der Geburt hat es jedoch gelebt.

Raphael E. Bexten: Hirntod. Lebendiger Körper – tote Person (2014)

2014 veröffentlichte Raphael E. Bexten den Artikel "Hirntod: Lebendiger Körper – tote Person?* – Wer stiftet hier Verwirrung?"[11] Darin steht:

„Eine Vielzahl biologischer Phänomene [wie z. B. ‘Herz-Kreislauffunktion, Nierenfunktion, Verdauung, Regulierung des Wasser- und Mineralhaushaltes, immunologische Reaktionen und Atmung auf Zellebene’], die an Hirntoten zu beobachten sind, gibt es nur bei Lebenden, und keines davon ist bei Toten feststellbar. (1)

Verdauung funktioniert nach bis zu 24 Stunden nach dem letzten Herzschlag. Auch Atmung auf Zellebene haben die Zellen während der Phase des intermediären Lebens.

... nämlich wie es möglich ist, dass z. B. eine „tote“ (hirntote) schwangere Frau einem gesunden Kind das Leben schenken kann. (1)
 : Die Plazenta befindet sich nicht in einem Vakuum oder einem künstlichen Uterus, sondern in einer lebenden Frau und nur deshalb funktioniert sie. (1)

Siehe: schwangere Hirntote, künstliche Gebärmutter und Plazenta

Zum ersten Grund ist zu sagen, dass es ethisch weder gefordert noch verpflichtend ist, einen todkranken Menschen durch den Einsatz von außerordentlichen Mitteln am Leben zu erhalten. Somit wird deutlich, dass der erste Grund, der vom „Harvard-Report“ von 1968 für die „Neudefinition“ des menschlichen Todes als „Hirntod“ genannt wird, in Wirklichkeit kein zureichender Grund für diese „Neudefinition“ darstellt, da auch ohne die definitorische Gleichsetzung des menschlichen Todes mit dem „Hirntod“ genaue und juristisch kodifizierte Kriterien für die Beendigung von medizinisch-technischen Unterstützungsmaßnahmen gefunden und erlassen werden können, da es ethisch weder gefordert noch verpflichtend ist, einen todkranken Menschen durch den Einsatz von außerordentlichen Mitteln am Leben zu erhalten. (2)

Es gibt auch Hinterbliebene, die trotz Feststellung des Hirntodes eine Fortsetzung der Behandlung fordern (siehe: Behandlungskosten). Ärzte müssen sich ihnen gegenüber rechtlich absichern, dass es nach der Feststellung des Hirntodes verpflichtend ist, die Therapie zu beenden.

Woher weiß J. Spindelböck das so genau, wenn doch das metaphysische Geschehen, die Trennung der Seele vom Körper, empirisch nicht genau zeitlich bestimmt werden kann und davon ausgegangen wird, dass Sterben ein Prozess ist? (4)

Siehe: Sterbeprozess

Wäre also ein irreversibles Hirnversagen die direkte Ursache für die Trennung von Leib und Seele, wie das z.B. J. Spindelböck zu behaupten scheint, so dürfte der Hirntote, der die Charakteristika des biologischen Lebens aufweist, diese nicht aufweisen. (4)

Trennung von Leib und Seele? Wie soll dies bewiesen werden?

Der lebende Körper ohne funktionsfähiges Gehirn ist nicht ein Sack voll lebendiger Organe, sondern ein hochkomplexes System, das viele Subsysteme nach wie vor koordiniert. Und diese Einheit stiftende Koordination heißt Leben. (4)

Es ist biologisches Leben eines Körpers, aber nicht das Leben eines Menschen.

Es ist somit ein großer Unterschied, ob wir über den „Tod“ eines menschlichen Organes oder den Tod des Menschen sprechen. Insofern ist es wichtig, genau zwischen (1.) und (2.) zu unterscheiden und nicht von (1.) einem „Organtod“ auf das Vorliegen von (2.) dem wirklichen Tod des Menschen zu schließen. (5)

Beim Herztod war es auch der Tod eines Organs, der den Tod des Menschen kennzeichnete.

Bei einem Leichnam, in dem noch viele Zellen und vielleicht sogar einige Organe lebensfähig sind, kann jedoch nicht mehr von einem lebendigen ganzen Organismus gesprochen werden, da das einheitsstiftende Prinzip, das Formprinzip des Ganzen, fehlt und somit der ursprünglich ganze Organismus in einzelne Zellsysteme und einzelne Zellen zerfallen ist. (5)

Ein Herztoter, der bei -22°C gefroren wird, hat keine Fäulnis, sein Körper zerfällt nicht, und dennoch ist er tot.

Die den Hirntoten in seiner Lebensaktivität32von außen unterstützenden technischen Hilfen, wie die Herz-Lungen-Maschine, generieren kein künstliches Leben, sondern können ihre unterstützende Tätigkeit nur aufgrund der Anwesenheit des personalen Lebensprinzips entfalten. (5)

Hirntote brauchen keine Herz-Lungen-Maschine, sondern nur eine künstliche Beatmung. Diese unterstützt nicht die Eigenatmung, sondern ersetzt sie.

Kann das intellektive (geistige) Seelenprinzip aufgrund eines physischen Defektes nicht ausgeübt werden, so heißt das nicht, dass dieses nicht auch weiterhin vorhanden ist. Der Mensch behält also seine einfache Geistseele, auch wenn er aufgrund eines Hirndefektes nicht mehr geistig tätig sein kann. (5)

Wie wird dies bewiesen?

Es ist somit falsch, zwischen biologischem menschlichen Leben und personalem menschlichen Leben unterscheiden zu wollen. (5)

Siehe: intermediäres Leben

Die Explantation vitaler Organe aus einer Person, deren Gehirnfunktionen irreversibel ausgefallen sind, geschieht somit immer prämortal und tötet darüberhinaus den Spender bzw. beschleunigt den Sterbeprozess. Entsprechend ist eine solche Handlung moralisch unzulässig. (5)

Dann ist Therapieende auch Mord?

Ralf Stoecker: Der Entnahmediskurs - Außen vor und mitten drin (14.09.2013)

Am 14.09.2013 wurde Ralf Stoecker interviewt.[12] Darin heißt es:

Wir waren daher sehr froh, daß wir Alan Shewmon für einen Vortrag gewinnen konnten, zumal Robert Veatch ihn in seinem Abschlußvortrag als jemanden würdigte, der praktisch im Alleingang die medizinischen Grundlagen der Hirntodkonzeption zerstoben hat.

Siehe: Alan Shewmon

Alexandra Manzei: Wer noch warm ist, ist nicht tot (22.05.2012)

Am 22.05.2012 wurde das mit Alexandra Manzei geführte Interview "Wer noch warm ist, ist nicht tot" veröffentlicht.[13] Darin heißt es:

"Alexandra Manzei hat 15 Jahre lang Komapatienten betreut und zur Organspende vorbereitet. Als sie das nicht länger ertragen konnte, gab sie ihre Arbeit als Krankenschwester auf und studierte Soziologie."
"Alexandra Manzei weiß, wovon sie spricht, wenn sie als Soziologieprofessorin über das Thema Organspende redet. Vor ihrer akademischen Laufbahn hat sie viele Jahre auf der Intensivstation einer Unfallklinik in Frankfurt am Main gearbeitet und dort hirntote Patienten auf die Entnahme ihrer Organe vorbereitet. Diese Erfahrung floss in ihre wissenschaftliche Arbeit ein, als sie an der TU Darmstadt über Transplantationsmedizin promovierte."
"Ich habe in meiner Ausbildung überhaupt nichts gelernt zum Thema Hirntod. Das ist in Deutschland erst seit 1997 sukzessive geschehen, seit der Verabschiedung des Transplantationsgesetzes."
"Diese Erfahrung war es, die mich später bewogen hat, mich mit dem Thema Hirntod wissenschaftlich auseinanderzusetzen."

Nein. Ich möchte weder Organe spenden noch erhalten, und ich möchte auch nicht, dass auf mich ein moralischer Druck ausgeübt wird zu spenden.

Diese Antwort gibt sie auf die Frage, ob sie einen Organspendeausweis besitzt. - Alexandra Manzei zeigt damit, dass sie das System nicht verstanden hat. Wenn sie nicht für sich entscheidet, mutet sie den Hinterbliebenen die Entscheidung zu. Dabei könnte sie mit ihrer ablehnenden Haltung auf einem OSA auch "Nein" ankreuzen.

Es war der Umgang mit den hirntoten Organspendern, die Sie ja als Krankenschwester oder Pfleger so weiter therapieren wie Sie es bei kranken Patienten gewohnt sind. Der einzige Unterschied ist ein rechtlicher. Nämlich, dass sie die hirntoten Patienten nicht mehr um ihrer selbst willen behandeln, sondern für einen Dritten, der seine Organe erhält. Das war mir nicht möglich.

Das war für Alexandra Manzei das Schlimmste. Dabei geht es hierbei um die Erfüllung des Wunsches des Hirntoten bzw. der Hinterbliebenen.

Sie werden von den Ärzten und Krankenschwestern mit ihrem Namen angesprochen, ...

Wer als Pflegekraft oder Arzt Hirntote (mit ihrem Namen) anspricht, hat den pathophysiologischen Zustand Hirntod und seine Tragweite nicht verstanden: Da im Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm nichts mehr funktioniert, können Hirntote nichts mehr wahrnehmen. Diese Ansprache ist daher sinnlos.

Wenn sie einen Patienten drehen, der Schmerzreaktionen zeigt, dann reagieren sie darauf, reden mit ihm.
Bekannt ist, dass es klare Schmerzreaktionen wie Schwitzen, Zucken, Blutdruckanstieg und die Rötung des Gesichts gibt.

Hirntote haben kein Schmerzempfinden, siehe: Schmerz

Wenn ich aus meiner eigenen Praxis berichte, sind das in der Regel Menschen gewesen, die ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Oftmals junge Leute, die nach einem Verkehrs- oder Skiunfall auf die Station kamen, manchmal nur somnolent, also das Bewusstsein etwas eingetrübt, aber durchaus ansprechbar.

Im Jahr 1993 waren 99 Organspender bis zu 16 Jahre alt, 790 Organspender zwischen 16 und 54 Jahre alt, 166 Organspender zwischen 55 und 64 Jahre alt und 69 Organspender über 64 Jahre alt. Bis zum Jahr 2015 entwickelte es sich so: 29 Organspender waren im Jahr 2015 bis zu 16 Jahre alt. 384 Organspender waren zwischen 16 und 54 Jahre alt. 194 Organspender waren zwischen 55 und 64 Jahre alt und 270 Organspender waren über 64 Jahre alt. Siehe: Statistik/Spender#Alter_der_Organspender

Zum Beispiel der Babinski-Reflex. Wenn man an der Fußsohle entlang streicht, biegt sich der große Zeh nach oben, das passiert bei gesunden Menschen nicht.

Der Babinski-Reflex gehört nicht zur HTD.

Dieser Prozess der Diagnostik, bei dem einzelne Tests in Abständen wiederholt werden, zieht sich zwölf bis vierundzwanzig Stunden hin, und in der ganzen Zeit verändert sich das Erscheinungsbild des Patienten nicht.

Bei primärer Hirnschädigung besteht der zeitliche Abstand mind. 12 Stunden, bei sekundärer Hirnschädigung mind. 72 Stunden.

Der Patient wird zur Organentnahme an den OP übergeben, und dort sind es dann ganz andere Pflegende und Ärzte, die mit ihm zu tun haben und wieder andere, die ihn anschließend in den Keller bringen. Das macht man, damit nicht diejenigen, die den Patienten betreut haben, ihn als Leiche zu sehen bekommen, kalt, weiß, steif.

Bei keiner Operation assistiert eine Pflegekraft oder ein Arzt im OP-Saal. Das Team im OP-Saal arbeitete nur dort. Es gibt eine klare funktionale Trennung des Personals zwischen dem Personal auf der Intensivstation und im OP-Saal. Die Ausbildung zum OP-Pfleger bzw. zur OP-Schwester ist eine eigenständige Ausbildung, so wie bei der Ausbildung für die Intensivstation. Das hat mit den dort benötigten Fachkenntnissen und Fertigkeiten zu tun.

Die Eltern können sich verabschieden, dann kommt der zuständige Anästhesist oder Neurologe und schaltet das Beatmungsgerät ab. Wir haben dann von außen in das Zimmer geblickt und darauf gewartet, dass das Herz des jungen Mannes zu schlagen aufhört. Das hat sich sieben oder acht Minuten hingezogen. Danach verändert der Patient sein Äußeres hin zu einer Leiche. Als ich diese Differenz erlebte, war mir klar, Hirntote sind keine Leichen. Diese Erfahrung war es, die mich später bewogen hat, mich mit dem Thema Hirntod wissenschaftlich auseinanderzusetzen.

Dies war bei einem Hirntoten mit Anfang 20 Jahren. Diese 7-8 Minuten bis zum Herzstillstand sind bei sonst körperlich gesunden Menschen normal. - Die "wissenschaftliche" Auseinandersetzung mit dem Hirntod lässt bei Vorlage:Alexandra Manzei zu wünschen.

Das stimmt, denn von Leichen können keine Organe mehr gewonnen werden. Mit Leichenteilen würde man den Empfänger vergiften, weil der Zersetzungsprozess in den Organen bereits begonnen hat.

Siehe: Todesverständnis

Erst als es Mitte des 20. Jahrhunderts möglich war, Menschen durch Maschinen zu beatmen, reichte die bisherige Definition nicht mehr. Es entstand ein Krankheitszustand, den man zunächst irreversibles Koma nannte: Die Menschen starben nicht, sie wachten aber auch nicht wieder auf.

Monate vor dem Coma depassé (überschrittenes Koma) durch Pierre Mollaret und Maurice Goulon wurde es von Pierre Wertheimer und seinem Team "mort du système nerveux" (Der Tod des Nervensystems) genannt. - Die Hirntote der 1950-er und 1960-er Jahre erlitten trotz fortgesetzter intensivmedizinischer Behandlung innerhalb der nächsten 8 Tagen nach Feststellung des Hirntodes einen irreversiblen Herzstillstand.

Um die Beschaffung von Organen überhaupt zu ermöglichen, setzte die Kommission das irreversible Koma ganz pragmatisch als neues Todeskriterium fest.

Dies war der 2. genannte Grund. Siehe: Ad-Hoc-Kommission

Der US-amerikanische Neurologe und Kinderarzt Alan Shewmon hat 1998 eine Studie durchgeführt, in der er mehr als 12.000 dokumentierte Fälle untersuchte, bei der Patienten das Abschalten der Beatmungsmaschinen länger als eine Woche überlebt hatten. Als verlässlich wertete er nur solche Fälle, bei denen der Hirntod korrekt diagnostiziert und dokumentiert worden war. Insgesamt fand er 175 Fälle, bei denen nach dem Abstellen der Beatmung nicht sofort der Tod eingetreten war. Zwischen Hirntod und Herzstillstand lag vielmehr ein Zeitraum von mehr als einer Woche bis hin zu 14 Jahren.

Alan Shewmon hat die Studie nicht 1998 durchgeführt, sondern 1998 veröffentlicht. - Bei allen diesen Fälle wurde die künstliche Beatmung fortgesetzt, denn Hirntod und Eigenatmung schließen sich einander aus. Dies wird bei jeder HTD durch den Apnoe-Test überprüft. - Von den 175 Fällen waren 56 sicher dokumentiert. - Siehe: Alan Shewmon

Hirntote Kinder wachsen, sie kommen in die Pubertät, Jungen entwickeln Bartwuchs. Die Wunden von Hirntoten heilen, sie können Fieber bekommen. Männer könnten noch Kinder zeugen. In einer Studie wurden bis 2003 weltweit zehn Fälle dokumentiert, bei denen eine schwangere Hirntote ein Kind entbunden hat. Das zeigt, dass das Gehirn eben nur ein Teil des Körpers ist, der längst nicht die herausragende Funktion für die Organisation des gesamten Organismus besitzt.

Siehe: Leben der Hirntoten

Hinzu kommt, dass sich mit neuen technischen Verfahren bei Patienten, die als hirntot diagnostiziert sind, ohnehin noch Aktivitäten im Gehirn nachweisen lassen.

Dies belegt jedoch nicht, dass da noch irgend etwas im Gehirn funktioniert.

Für mich ist es völlig indiskutabel, jemanden nicht mehr als Menschen zu betrachten, nur weil ihm das Bewusstsein fehlt – auch wenn dieser Zustand irreversibel ist. Menschliches Leben ist in erster Linie an den menschlichen Organismus geknüpft. Wer warm ist, sich bewegt und sogar zeugungsfähig ist, ist ein Mensch, kein Toter.

Damit lebt noch ein Mensch, der im Sommer bei 37°C im Schatten liegt, dem man 8 Stunden nach seinem letzten Herzschlag durch elektrische oder mechanisch Schläge zu Muskelkontraktionen und damit zu Bewegungen anregen kann? Er ist auch noch zeugungsfähig. Siehe: intermediäres Leben

Auch das Argument, dass ein Hirntoter ja nur dank der Beatmung noch keine Leiche ist, kann ich nicht gelten lassen. Heute gibt es viele Fälle, in denen Menschen nur durch Maschinen überleben, denken Sie an Herzschrittmacher. Das Kriterium der Technisierung kann also kein Kriterium für den Tod sein.

Hirntote brauchen für einen stabilen Blutkreislauf mehr als nur die künstliche Beatmung, andernfalls könnte man sie wirklich über Jahre und Jahrzehnte behandeln.

Nach dem Harvard-Kriterium muss das gesamte zentrale Nervensystem ausgefallen sein, also auch das Rückenmark, das Bewegungen und Reflexe steuert. Nach dieser Definition ist der hirntote Mensch also völlig reglos.

Hier musste die Ad-Hoc-Kommission bereits ein Jahr später nachbessern, weil diese Definition zu eng gefasst ist. Hirntote haben Rückenmarkreflexe.

Dass etwas unbewusst ausgelöst wird, heißt ja nicht, dass man nicht mehr lebt.

Dann lebt der Mensch, dem man 8 Stunden nach dem letzten Herzschlag durch elektrische oder mechanische Schläge zu Muskelkontraktionen und damit zu Bewegungen anregen kann? Dann lebt also der Frosch(schenkel), den Luigi Galvani 1780 durch Elektrizität zu Zuckungen anregen konnte?

Viele Patienten bekommen ein zweites, drittes oder viertes Spenderorgan. Bekannt sind bis zu sieben Re-Transplantationen. Hinzu kommt, dass durch bessere Medikamente die Altersgrenze für Transplantationen steigt.

Der Anteil unter den Transplantierten ()

Aber denken Sie auch einmal an die Pharmaindustrie, die mit Medikamenten gegen eine Abstoßung gut verdient. Der Empfänger einer Spenderleber benötigt im Jahr Medikamente im Wert von 150000 Euro.

Siehe: Kosten

Die meisten Erkrankungen, die heute zu Transplantationen führen, sind sogenannte Zivilisationskrankheiten, also Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes, die durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel gefördert werden, sowie Alkohol- oder Tablettenmissbrauch.

Woher hat Alexandra Manzei die Angabe, dass die meisten Erkrankungen darauf zurückgeführt werden können?

Außerdem müssen wir alternative Therapien fördern, die heute häufig gar nicht erst unternommen werden, weil eine Transplantation als Nonplusultra gilt.

Es kommt nur auf die Warteliste, für den es keine Alternative gibt.

Jährlich werden nur etwa 4.000 bis 5.000 Hirntote in Deutschland gezählt.

Dies ist keine Zählung, sondern eine Schätzung.

Die Zahl der potenziellen Spender sinkt wahrscheinlich sogar weiter, weil es den sprichwörtlichen Organspender, also den verunglückten Motorradfahrer, Gott sei dank seltener gibt.

Alle zum Hirntod führenden Schädel-Hirn-Traumen machen unter den Organspendern rund 15% aus. Über 50% hingegen ist eine massive Hirnblutung.

Vielen ist gar nicht bewusst, dass ihre Patientenverfügung im Widerspruch zu einem Ja auf dem Organspendeausweis steht. Wenn Sie am Ende Ihres Lebens nicht von Apparaten abhängig sein wollen, scheiden Sie als Spender praktisch aus. Denn dann werden Sie nicht mehr intensivmedizinisch betreut und intubiert, also beatmet.

Die Patientenverfügung wird meist in Verbindung mit der intensivmedizinischen Behandlung benötigt. Auf der Normalstation können sich Sterbende meist noch selbst mitteilen. Damit ist keine PV notwendig. Auf der Intensivstation können sich nur wenige Sterbende selbst noch mitteilen (die künstliche Beatmung raubt die Möglichkeit der Kommunikation). Daher ist dort die PV notwendig. D.h., das bei Anwendung der PV die meisten Sterbenden bereits künstlich beatmet auf der Intensivstation liegen.

Dürfen wir Begehrlichkeiten wecken, die Menschen dem moralischen Anspruch aussetzen, Teile ihres Körpers spenden zu sollen?

Warum sollen Menschen in Solidarität mit schwerkranken Menschen nach der Feststellung des Hirntodes ihre Organe nicht spenden dürfen?

Das sind keine Fragen für Expertengremien. Das muss man öffentlich diskutieren.

Wenn bereits "Experten" ein solch mangelhaftes Wissen über Hirntod haben, sollte zunächst diese auf einen sachlich korrekten Wissensstand gebracht werden, bevor die Öffentlichkeit zu einer Diskussion eingeladen wird.

Hartwig Wiedebach: Hirntod als Wertverhalt (2003)

2003 veröffentlichte Hartwig Wiedebach die Schrift "Hirntod als Wertverhalt".[14] Darin heißt es:

Konkret auf den Hirntod bezogen: Wenn jemand behaupten wollte, ein Leben Hirnaktivität sei sinnlos, so benennt er damit positiv einen Unwert, und die Feststellung von Unwert im Blick auf das Leben steht als positive Negation der Bestimmung 'Tod' - wie wir noch sehen werden - sehr nahe. (17)

Es wird mit dem Hirntod kein Unwert benannt, sondern der Tod des Menschen. Siehe: Todesverständnis

Nun kann man im gleichen Moment durchaus der Meinung sein, dieses 'sinnlose' Leben könne dadurch einen Sinn bekommen - und das heißt ja mit Cohn: erneut einen Wert darstellen -, daß man es z.B. für die Zwecke der Transplantationsmedizin opfert. (17)

Der Hirntod wird losgelöst von TX festgestellt, zur Bestimmung des Todes. Organentnahme ist nach Feststellung des Hirntodes eine Option.

Man verweist auf Kinder, die ohne Gehirn geboren werden, insbesondere aber auch auf die Fälle, in denen trotz Hirntod-Diagnose Schwangerschaften im Leib der betroffenen Frau möglich waren usw. (20)

Siehe: Anenzephalie und schwangere Hirntote

Unstrittig bleibt, daß die Integration des Organismus eines 'hirntoten' Patienten ... innerhalb kurzer Zeit zusammenbräche, sobald sie dieser Unterstützung beraubt würde. Dies gilt jedoch gleichermaßen für einen jungen, dem Augenschein nach gesunden (insulinabhängigen) Diabetiker, für einen Dialysepatienten oder für ein tief bewußtloses, schwerstverletztes Unfallopfer (Polytrauma). (22)

Bei den genannen Beispielen handelt es sich um einzelne Funktionen, die medikamentös oder technisch von der Medizin ersetzt werden können. Beim Hirntod geht es um die Homöostase, um den irreversiblen Verlust der Summe der lebenserhaltenden Selbstregulierungen, gepaart mit dem irreversiblen Verlust aller kognitiven Fähigkeiten und der Datenbank unseres Lebens.

Als Beweis könnte man eben seine Apparate-Abhängigkeit anführen; der Ausfall der Nieren ist ... ein Ausfall der Gesamtregulation. Dies ist durchaus ebenfalls der Verlust einer lebensfähigen 'Einheit'. Trotzdem würden wir einen solchen 'Beweis' mißtrauen, und zwar deswegen, weil er ausschließlich ex negativo verfährt: Wir wissen nur, daß der Ausfall der Nieren zum Tod führt. (23)

Beim irreversiblen Funktionsausfall der Niere handelt es sich um den Ausfall eines Systems, das zum Tode führt. Der irreversible Funktionsausfall des Gehirns hingegen bedeutet den aktuellen Ausfall der Homöostase und den Verlust aller kognitiven Fähigkeiten einschließlich der Datenbank unseres Lebens.

Wir haben nämlich keine synthetische Theorie von der Einheit des lebenden Organismus, die uns genau ausdifferenzieren würde, ob, und wenn ja, in welcher Weise die Niere positiv die Einheit des Organismus 'erzeugen'. 'Einheit' ist hier ein Begriff, an den wir uns nur über Negativbefunde herantasten, und das heißt methodisch gesprochen: ausschließlich analytisch.

Das ist beim Gehirn, rein physiologisch verstanden, keineswegs anders. (23)

Für das Gehirn haben wir diese synthetische Theorie von der Einheit des lebenden Organismus.

Es gibt keinen Grund, die biologischen Steuerungsfunktionen 'Ganzhirntoter' schon allein deshalb für nichtig zu erklären, weil sie nicht vom Gehirn, sondern vom Rückenmark ausgehen, oder weil sie - wie bei hormonell gesteuerten, 'homöostatischen' Prozessen - nicht notwendig auf der Grundlage neuronaler Informationsverarbeitung ablaufen. (24)

Siehe: Integration

Das einzige aber, was de facto feststeht, ist: Beim Hirntod-Patienten ist der zeitliche Abstand zwischen dem Abschalten der Apparatur und dem Ausfall auch der Restfunktionen sehr gering. Beim Patienten mit Niereninsuffizienz ist der zeitliche Abstand zwischen dem Entzug der Unterstützung und dem breiten Ausfall anderer Organfunktionen erheblich größer. Für beide aber, auch für das Gehirn, gilt: Positiv im Sinn einer konstruktiven Synthese der Gesamtregulation ist der Nachweis für ihre Einheitsleistung nicht erbracht. (25)

Nicht im Blick ist hier, dass der Nierenpatient über alle kognitiven Fähigkeiten und die Datenbank seines Lebens verfügt, der Hirntote hingegen nicht mehr. - Der Nierenpatient kann mit Dialyse Jahrzehnte leben, dem Hirntoten - so die Studie von Alan Shewmon - kann ab einem Alter von 35 Jahren der Blutkreislauf nur bis max. einen Monat aufrecht erhalten werden. - Der Nierenpatient benötigt nur eine Dialyse. Der Hirntote benötigt neben der künstlichen Beatmung eine Vielzahl von medikamentöser Unterstützung, oft auch eine Wärmedecke zur Sicherung der Körpertemperatur von 37°C.

Jeder Transport des Gehirns transportiert die Identität des Menschen mit. ... Wo aber wäre - da eine synthetische Physiologie der menschlichen Identität nun einmal nicht vorliegt - das Experiment am biologischen Material selbst, das auch nur im Ansatz einen Hinweis auf diesen 'Transport' der Identität enthielte? (26)
Das Ergebnis allerdings: die Lokalisierung dieses Metaphysischen, hier menschliche 'Identität' genannt, im Gehirn, ist erschlichen. (27)
Die Möglichkeit, dies dadurch zu beantworten, daß man elementare Sinnesleistungen definierten Raumteilen innerhalb des Organismus zurdnet, ist jedoch spätestens seit der Widerlegung von Hermann Lotzes Theorie der sogenannten 'Localzeichen' ausgeschlossen. Die menschliche Identität im Gehirn zu verorten, ist nichts als eine Wiederholung jener vergeblichen Lokalisierungsversuche. (27)

Schon Galenos stellte fest, dass ein starker Schlag auf den Hinterkopf zur Erblindung führen kann, obwohl das Auge unverletzt ist. Die Hirnforschung belegt ganz klar, dass die menschliche Identität im Gehirn verortet ist. Siehe: Lernen, Datenbank unseres Lebens, Wissen, Erinnerung und Beispiel Lesen

Auch meine Überlegungen führen, was diese Alternative betrifft, zu einer klaren Konsequenz: Ein von Hirntod betroffener Mensch ist nicht tot, sondern sterbend. (29)

Es ist bedauerlich, dass hier dir Gründe fehlen, die zu dieser Überzeugung geführt haben.

Zweitens haben wir die Haltung der zweiten Person. Hier ist der Patient Gegenüber in einer persönlichen Beziehung zwischen Ich und Du, die ihre Geschichte hat. (30)

Mit Eintritt des Hirntodes ist die Datenbank unseres Lebens erloschen. Damit ist die Geschichte des Hirntoten nur noch Erinnerung der Hinterbliebenen.

Und wir haben drittens die Haltung der ersten Person, die jeder Mensch nur zu sich selbst einnimmt. (31)

Da mit dem Eintritt des Hirntodes alle kognitiven Fähigkeiten und die Datenbank unseres Lebens erloschen sind, vermag kein Hirntoter über sich und sein bisheriges Leben reflektieren.

Der Zustand eines Hirntoten gilt keineswegs in jeder Hinsicht als eine zukunftslose Finalität. (34)

Siehe: Alan Shewmon

Solange ein mit dem Organismus verbundenes Erleben in basaler Form zumindest als möglich angenommen wird, ist sein Leben in einer Zukunft hinein noch nicht abgeschlossen. (35)

Siehe: Sterben auf der Intensivstation

Auch die hirntote Schwangere gilt, obwohl in ihr ein Kind heranwächst, im besten Fall als Sterbende (35)

Siehe: schwangere Hirntote

Mancher Koma-ähnlicher Zustand, manches Stadium im Sterben eines Menschen erwecken den Anschein, als sei die Reflexion ausgeschaltet, dennoch gibt es ein klar über Reaktionen bestimmbares Erleben (35f)

Siehe: intermediäres Leben und Supravitalität

Mit einer Lokalisierung der menschlichen 'Identität' im Gehirn oder deren Verlust im Fall des Hirntodes aber hat das, wie gesagt, nichts zu tun. (37)

Siehe: Datenbank unseres Lebens

Wir erkennen an, da die Hirntod-Diagnose es ausschließt, von einem Erleben bei dem Betroffenen in einem bestimmten Sinn zu reden. Aber wir lehnen es ab, diesen Menschen als einen Toten zu bezeichnen. Der Hirntod-Betroffene ist ein Sterbender. (43)
Der Mensch mit Hirntod rückt, dies scheint mir unvermeidlich, auf die Seite des Todes. Aber er ist nicht tot. (49)

Siehe: Todesverständnis

Die erkenntnislogische Wende der modernen Medizintechnik verallgemeinert das bloße Leben eines 'hirntoten' Menschen zu einer Ressource für die Sicherung höherstufiger Lebenswerte bei anderen Menschen. Damit wird diesem bloß leiblichen Leben die Individualität entzogen. (71)

HTD erfolgt nicht nur im Zusammenhang mit Organentnahme, sondern in den meisten Fällen zum Therapieende, weil der Mensch tot ist. - Der Autor sieht durch den ganzen Artikel hindurch Hirntod nur im Zusammenhang mit Organspende. Alleine dies ist ein Zerrbild.

Dieses, aus dem Zusammenhang einer Individialität herausgelöste und verallgemeinerte Leben der Organe ist logisch gesehen jenem Gesamtleben ähnlich, das Cohn als 'Grundlage alles Wertigen und Unwertigen' überhaupt charakterisiert hat. (71)

Das "bloße Leben", wie es der Autor auf Seite 51f nennt, ist ein Leben der Organe und Zellen, das dank verschiedener Maßnahmen der Intensivmedizin künstlich aufrecht erhalten wird, und das trotz aller Anstrengungen binnen Tagen oder Wochen in einem Herzstillstand endet. Die Homöostase ist erloschen. Siehe: intermediäres Leben

Man kann den genannten Unterschied nur dann festhalten, wenn man auf Seiten des von Hirntod Betroffenen der persönlichen Geschichte dieses Menschen gedenkt, die auch seinen Leib umfasst. (72)

Auch ein Leichnam ist ein Leib. Bei Hirntod stellt sich die Frage: Lebt noch der Mensch als Individuum oder leben nur noch seine Organe und Zellen = intermediäres Leben?

Durch eine Meditation nach Art des Maimonides wird am organischen Stoff des konkreten Leibes die individuelle Erschaffenheit erkannt. Trotzdem gibt es auch jetzt noch Wertstufen. Der Organismus bleibt ein 'bloßes Leben'. (73)

Moses Maimonides hatte bereits um 1200 erkannt, dass die Zuckungen der Enthaupteten nicht dem Leben zuzuschreiben sind, sondern dem Tod, da die zentrale Steuerung des Gehirns fehlt. Diese zentrale Steuerung der Homöostase, der Sinnes-[[Wahrnehmung]en und für die motorische Steuerung ist bei Hirntoten ebenso erloschen.

Der Organismus bleibt ein 'bloßes Leben'. Nach wie vor kann es dazu kommen, daß seine Gesamterhaltung gegenüber einem höheren Wert zurücktreten, konkret: daß die organische Einheit des hirntoten Menschen zum Wohl eines Anderen zerstört werden muß. (73f)

Da die Homöostase bei Hirntoten erloschen ist, kann hier nicht von einer organischen Einheit gesprochen werden. Das Leben der Organe und Zellen (= intermediäres Leben) der Hirntoten wird nicht nur durch die Organentnahme beschleunigt, sondern auch durch das im anderen Falle stattfindende Therapieende.

Es könnte ein Ziel der Medizinpolitik sein, unter dieser Maßgabe ein Verfassungswerk auszuarbeiten, daß die Zerstörung von Leben, sei es das nur vegetativ beschreibbare leben eines durch Hirntod Geschädigten, das Leben von Embryonen oder - um einen anderen Bereich zu nennen - das geistige Leben eines vom sozialen Untergang Bedrohten, unter Regel bringt. (74)

Siehe: Irreversibilität

Das Wort 'Vernichtung' spricht, auf unseren Konsens bezogen, logisch präzise aus, worum es geht: um die Zerstörung eines Lebens, obwohl man seinem Dasein einen Wert zuzuerkennen hat, der in seiner Erschaffenheit gründet. (75)

Auch Leichname wurden einst erschaffen. Wie Hirntote haben auch Leichname in den ersten Stunden intermediäres Leben, das nicht zerstört wird, sondern das zerfällt.

Willkür ist hier die strukturelle Eigenschaft einer bestimmten erkenntnislogischen Grunddisposition, eine prinzipielle voluntaristische Haltung im Umgang mit dem Stoff des organischen Lebens. Sie geht einher mit der Überführung des 'bloßen Lebens' in einen wertindifferenten Bereich. (76)

Das Hirntodkonzept stellt keine Willkür dar, sondern ist das Ergebnis medizinischer Erkenntnisse.

Der Ausdruck 'Ärztliche Vernichtungsordnung' ist treminologisch korrekt (wie immer es um seine politische Durchsetzbarkeit stehen mag). Der Schreck, den er auslöst, ist kein Nachteil. Nur tiefgehendes Erschrecken - auch vor dem, was heute getan werden kann und getan wird - leitet eine Grundlagenreflexion ein. (76)

Siehe: Diffamierung

Denn auch eine Fehlentscheidung vom Ausmaß einer Menschentötung, vor der man bis ins Innerste erschrickt, wiegt weniger schwer als die Reduktion des vegetativen Lebens auf einer wertindifferente Stoffressource, die ein unbefragter Common sense möglicherweidse stillschweigend vollzogen hat. Denn dies nähert sich de facto einer Vernichtung des Menschseins selbst. (77)

Mit diesen Worten endet der Artikel. - Siehe: Todesverständnis

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Walter Schweidler: Geht über die Pflicht hinaus

Walter Schweidler gab zum Thema Organspende das Zeitungsinterview "Geht über die Pflicht hinaus".[15] Darin sagte er:

Ich bin mir einfach unsicher, ob nach dem Hirntod nicht doch noch die Möglichkeit bestehen könnte, dass das Bewusstsein in irgendeiner Weise fortgesetzt wird.

Mit Eintritt des Hirntodes ist das Bewusstsein unwiderbringlich erloschen.

Jedoch bin ich mir nicht sicher, dass der Hirntod tatsächlich der Tod ist.

Siehe: Todesverständnis

Anhang

Anmerkungen

  1. Die meisten ev. Landeskirchen betreiben mit ihren Informationsschriften zu Hirntod und Organspende genau dieses: Sie nennen pro und contra des Hirntodkonzeptes und überlassen den Gläubigen, wie sie Hirntote sehen.

Einzelnachweise

  1. P. Kinnaert: The definition of death and organ retrieval  : a persistingphilosophical controversy. In: Rev Med Brux 2014  ; 35  : 103-11. Nach: Rev Med Brux 2014  ; 35  : 103-11. https://pdfs.semanticscholar.org/8e3d/0bfa5b7e4e0fc4e43916c7f4ca8e1ef3fb50.pdf Zugriff am 03.08.2019.
  2. Martin Lintner: Wann ist ein Mensch tot?. Nach: http://www.hs-itb.it/media/2e7b5a1f-e9a6-4fc5-950f-bd3b63bccf51/lintner-hirntod.pdf Zugriff am 08.08.2019.
  3. Klaus Steigleder: Der Tod des Menschen als komplexes Phänomen – Die Unterscheidungvon Todesbegriffen und ihre moralische Relevanz https://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/mam/ethik/content/tod_als_komplexes_phaenomen.pdf Zugriff am 08.08.2019.
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  6. Sterben gehört zum Leben. In: Gehirn&Geist 12/2006, 36-39. Nach: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=2ahUKEwiggMfv__njAhWMpIsKHXGnDXQQFjADegQIAhAC&url=https%3A%2F%2Fwww.spektrum.de%2Fpdf%2Fgug-06-12-s036-pdf%2F856712%3Ffile&usg=AOvVaw33jYTuVW29ORIbYhKqmEw- Zugriff am 09.08.2019.
  7. Raimund Litz: Der Hirntod in der pluralen Gesellschaft. In: Alberto Bondolfi, Ulrike Kostka, Kurt Seelmann (Hg.): Hirntod und Organspende. Basel 2003, 71-80.
  8. Johannes Fischer: Warum es gute Gründe gibt, das Hirntodkonzept zu verabschieden. (2018) Nach: http://profjohannesfischer.de/wp-content/uploads/2018/10/Hirntodkriterium-und-Transplantationsmedizin.pdf Zugriff am 13.08.2019.
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  12. Ralf Stoecker: Der Entnahmediskurs. Interview vom 14.09.2013. Nach: http://www.schattenblick.de/infopool/medizin/report/m0ri0022.html Zugriff am 08.08.2019.
  13. Alexandra Manzei: Wer noch warm ist, ist nicht tot. In: Frankfurter Rundschau (22.05.2012). Nach: https://www.fr.de/politik/noch-warm-ist-nicht-11324822.html Zugriff am 09.08.2019.
  14. Hartwig Wiedebach: Hirntod als Wertverhalt. Münster 2003. In: Peter Hucklenbroich (Hg.): Naturwissenschaft, Philosophie, Geschichte. Band 20. Nach: http://sammelpunkt.philo.at/2439/1/Wiedebach__Hirntod_als_Wertverhalt_-_Jonas_Cohn_-_Maimonides.pdf Zugriff am 12.08.2019.
  15. Walter Schweidler: Geht über die Pflicht hinaus. Nach: https://www.ku.de/fileadmin/120101/Homepage/Geht_%c3%bcber_die_Pflicht_hinaus.pdf Zugriff am 08.08.2019.