VTA

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Die Area tegmenatlis ventralis (VTA) gehört zum Hirnstamm und ist ein wesentlicher Teil des Belohnungssystems. In diese Region von Neuronen ist James Olds versehentlich die Sonde bei der Laborratte gerutscht, an der er den Schlaf-Wach-Rhythmus erforschen sollte und durch dieses Missgeschick das Glückszentrum entdeckte. Die VTA erhält Impulse vom präfrontalen Cortex (der die Erlebnisse emotional bewertet), vom Thalamus (die Sammelstelle aller Sinnesreize) und anderen Teilen des limbischen Systems. Von der VTA gehen Impulse zu den Kerngebieten des Belohnungssystems.[1]

Studien

Gert Holstege veröffentlichte 2003 seine neurologische Studien beim Orgasmus von Männern. Er verwendete dabei ein PET und das Sauerstoffisotop 15O. Da es eine Halbwertzeit von 2 Minuten besitzt, konnte er Aufnahmen vor, während und nach dem Orgasmus machen. Während der Mann in der Röhre lag, wurde er von seiner Partnerin zum Orgasmus gereizt. "Während der Ejakulation kam es zu exakt der gleichen Aktivierung wie beim Schnupfen von Kokain oder dem Spritzen von Heroin. Die stärkste Aktivierung geschah im Hirnstammm, woe das Mittelhirn in das Zwischenhirn übergeht und das für das Belohnungssystem wichtige Kerngebiet der VTA gelegen ist. Die VTA ist auch im Kokain- und Heroin-Flush hochaktiv. Holstege weist ebenfalls darauf hin, dass Heroinabhängige ein orgasmusähnliches Hochgefühl beim Spritzen von Heroin verspüren. Der Grund ist, dass beim männlichen Orgasmus die gleichen dopaminabhängigen Areale stimuliert werden."[2]

Holstege fand auch heraus, "dass bei Männern während des Geschlechtsakts und während der Ejakulation das Frontalhirn deaktiviert, also die willentliche Vernunft unterdrückt wird."[3]

Barry Komisaruk hat Frauen im fMRT untersucht, die sich selber zum Orgasmus stimuliert haben. Das Ergebnis gleichte stark dem männlichen Muster, hatte aber auch charakeristische Unterschiede. "Während des weiblichen Orgasmus waren beispielsweise wesentlich mehr Hirnrindananteile (zuständig für Planung und Vernunft) aktiviert als beim Mann. Vor allem der präfrontale Cortex, der beim Mann während des Orgasmus mehr oder weniger ausgeschaltet ist, leuchtete bei den untersuchten Frauen im Moment des Orgasmus stark auf. Auch der Hypothalamus war während des weiblichen Orgasmus stark aktiv. Hierbei handelt es sich um die Region, die für die Ausschüttung des Hormons Oxytocin zuständig ist, wodurch einerseits Kontraktionen des Uterus ausgelöst werden, andererseits ... Bindung entsteht.
Beiden Geschlechtern gemeinsam ist, dass im Moment des Höhepunkts der Nucleus accumbens als Glücks- und Belohnungsinstanz aktiviert wird und mit massiver Dopaminausschüttung für ein tiefes Glücksgefühl sorgt. Die VTA jedoch, die beim Mann für den Flush sorgt, wird bei der Frau nicht im gleichen dominierenden Maß angesprochen."[4]

"Zumindest bei Männer gilt es als erwiesen, dass regelmäßiger Sex mit mehr als einhundert Orgasmen pro Jahr statistisch signifikant vor einem Herzinfarkt schützt. Dies zeigen die Ergebnisse der Caerphilly-Cohort-Studie, in deren Rahmen zehn Jahre lang die Lebensgewohnheiten inklusive Sexualfrequenz und der Gesundheitszustand von 918 Männern genauestens aufgezeichnet wurden. Die positive Effekte sexueller Betätigung sind freilich auch schon Martin Luther aufgefallen, als er den berühmten Satz formulierte: 'In der Woche zwier, schaden weder ihm noch ihr.'"[5]

"Der Orgasmusforscher Barry Komisaruk hat außerdem festgestellt, dass nach dem weiblichen Sexualakt die Zahll der für die Infektabwehr zuständigen weißen Blutkörperchen um 20 Prozent ansteigt."[6]

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Siehe: Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 197.
  2. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 317.
  3. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 318.
  4. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 318.
  5. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 319.
  6. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 319.