Thalamus

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Der Thalamus (griech. Schlafgemach, Kammer) bildet den größten Teil des Zwischenhirns. Er setzt sich aus vielen Kerngebieten zusammen, die eine besonders starke Verbindung zur gesamten Großhirnrinde aufweisen.

Im Laufe der Hirnentwicklung spaltete sich der Thalamus in zwei Anteile. Alternativ wird auch das Begriffspaar Thalamus (für Thalamus dorsalis) und Subthalamus (für Thalamus ventralis) verwendet.

  • Der eigentliche Thalamus muss daher genauer als Thalamus dorsalis bezeichnet werden. Seine Aufgabe ist die Modulation der ein- und ausgehenden Informationen zum Großhirn und somit der kortikalen Erregung.
  • Der Thalamus ventralis (nicht zu verwechseln mit der ventralen Kerngruppe des Thalamus dorsalis) kontrolliert und moduliert wiederum die Erregung des eigentlichen Thalamus (dorsalis).

Der Thalamus setzt sich aus über 20 Kernen zusammen. Er arbeitet wie eine Relaisstation: er empfängt Informationen von allen Sinnen - außer dem Geruchsinn - und leitet sie an verschiedene Stellen des Cortex weiter.[1]

"Diese Struktur des Mittelhirns gilt als 'Tor des Bewusstseins', weil dort fast alle Sinneseindrücke verschaltet und in andere Hirnregionen weitergeleitet werden."[2]

Christof Kessler beschreibt die Aufgabe des Thalamus wie folgt:

Der leichte Druck des T-Shirts auf unsere Haut: unwichtig, nehmen wir gar nicht wahr. Das leise Rascheln der Heizung in unseren Ohren: wird herausgefiltert, wollen wir gar nicht registrieren. Tankstellen, Menschengruppen an der Kreuzung, wartende Autos, die auf dem Weg zur Arbeit an uns vorbeirauschen: weg damit, who cares. All das wird vom Thalamus weggefiltert.

Und das ist gut so. Wenn wir all unseren Sinneseindrücken gestatten würden, die Pforte in unser Bewusstsein zu passieren, könnten wir gar nicht mehr klar denken, uns auf nichts konzentrieren und wären erbarmungslos reizüberflutet."[3]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Rita Carter: Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störungen. München 2010, 26.
  2. http://hirntod-diagnose.de/gehirn.html Zugriff am 19.01.2019.
  3. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 92.