Rückenmark: Unterschied zwischen den Versionen

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* Hinterstrangsystem <br>  Im Hinterstrangsystem steigen die primären Afferenzen der Mechanosensibilität der Haut (Tastsinn) sowie primär afferente Fasern auf, die Informationen zur Vermittlung der bewussten [https://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeption Propriozeption] (u.a. Körperlage) leiten. Erst im [[Hirnstamm]] erfolgt die Umschaltung auf das 2. Neuron, dessen Fasern im Lemniscus medialis auf die Gegenseite kreuzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Lemniskales_System lemniskales System).
 
* Hinterstrangsystem <br>  Im Hinterstrangsystem steigen die primären Afferenzen der Mechanosensibilität der Haut (Tastsinn) sowie primär afferente Fasern auf, die Informationen zur Vermittlung der bewussten [https://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeption Propriozeption] (u.a. Körperlage) leiten. Erst im [[Hirnstamm]] erfolgt die Umschaltung auf das 2. Neuron, dessen Fasern im Lemniscus medialis auf die Gegenseite kreuzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Lemniskales_System lemniskales System).
 
* Vorderseitenstrang <br>  Der Vorderseitenstrang leitet die Modalitäten [[Schmerz]] und [[Temperatur]] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Viszerosensibilit%C3%A4t viszerale Sensibilität]. Die hier verlaufenden Bahnen werden bereits von Fasern der 2. Neurone gebildet, die größtenteil schon auf der Ebene des Rückenmarks gekreuzt haben. Ihre Zellkörper liegen in der grauen Substanz des Hinterhorns.
 
* Vorderseitenstrang <br>  Der Vorderseitenstrang leitet die Modalitäten [[Schmerz]] und [[Temperatur]] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Viszerosensibilit%C3%A4t viszerale Sensibilität]. Die hier verlaufenden Bahnen werden bereits von Fasern der 2. Neurone gebildet, die größtenteil schon auf der Ebene des Rückenmarks gekreuzt haben. Ihre Zellkörper liegen in der grauen Substanz des Hinterhorns.
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=== Zitate über das Rückenmark bei Hirntod ===
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F. Unterharnscheidt schrieb 1993 über das Rückenmark bei Hirntod:
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{{Zitat|Die geweblichen Veränderungen am Rückenmark nach intervitalem Hirntod wurden nur von wenigen Autoren beschrieben (BERTRAND et al. 1959; LINDENBERG 1963; MOLLARET et al. 1959).<br>
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Wie weiter oben ausgeführt wurde, kommt es etwa 24-36 h nach Unterbrechung des Hirnkreislaufes zur Bildung einer Demarkationszone im Bereich des [[Hypophysenvorderlappens]], in den Nn. optici und im Bereich des Halsmarks bei C2/C3 (HARTMT SCHNEIDER 1970; HARTMUT SCHNEIDER u. MATAKAS 1971).<ref>F. Unterharnscheidt: Traumatologie von Hirn und Rückenmark. Traumatische Schäden des Gehirns (forensische Pathologie). In: Wilhelm Doerr, Erwin Uehlinger (Hg.): Spezielle pathologische Anatomie. Band 13. Pathologie des Nervensystems VI.B. Berlin 1993, 487.</ref>}}
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{{Zitat|Das Rückenmark unterhalb von C2/C3 ist in den meisten Fällen von Hirntod nicht direkt befallen. Der vorübergehende Verlust der spinalen Tätigkeit, der in den Anfangsstadien von Hirntod beobachtet wird, ist dem bei Querschnittssyndrommen vergleichbar. Später kann das isolierte Rückenmark einige autonome Funktionen ausüben, falls der Kreislauf des Organismus aufrechterhalten wird (BUTENUTH et al. 1970; HARTMUT SCHNEIDER et al. 1967, 1969).<ref>F. Unterharnscheidt: Traumatologie von Hirn und Rückenmark. Traumatische Schäden des Gehirns (forensische Pathologie). In: Wilhelm Doerr, Erwin Uehlinger (Hg.): Spezielle pathologische Anatomie. Band 13. Pathologie des Nervensystems VI.B. Berlin 1993, 488.</ref>}}
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2020, 18:55 Uhr

Das Rückenmark (lateinisch Medulla spinalis oder Medulla dorsalis) ist jener Teil des zentralen Nervensystems ZNS der Wirbeltiere, der innerhalb des Wirbelkanals verläuft und wie das Gehirn von meningealen Hüllen umgeben wird. Dem Rückenmark sind über die Spinalnerven wesentliche Anteile des peripheren Nervensystems angeschlossen.

"Bewegungen können bewusst oder unbewusst erfolgen. Letztere werden durch das Rückenmark gesteuert."[1]

"Nerven, die von der Peripherie in der Zentralnervensystem hineinziehen (afferente Nerven) sind im Rückenmark mit efferenten Nerven (vom Zentralnervensystem in die Peripherie ziehend), verschaltet: Vegetativer Reflexbogen.".[2]

"Das Rückenmark ist die zentrale Datenleitung unseres Körpers. ... Über das Rückenmark stellt das Gehirn den Kontakt mit dem peripheren Nervensystem und somit unseren Organen her. Auf diese Weise empfängt es Sinnesreize, wie es umgekehrt auch Bewegungsimpulse zu den Muskeln leiten kann.[3]

Das Rückenmark zeigt im Querschnitt verschiedene Strukturen und Funktionen:[4]

  • In den Vorderhörnern liegen die Nervenzellkörper, die für die Motorik (vom Gehirn ausgehende Bewegungsimpulse) zuständig sind.
  • In den Hinterhörnern liegen die Nervenzellkörper, die Sinnesinformationen vom Körper an das Gehirn weiterleiten.
  • In den Seitenhörnern liegen die zum VNS gehörende Neuronen. Sie empfangen von den Organen Informationen und steuern die Eingeweide.


Spinale Reflexe

Siehe: spinale Reflexe

Verschaltungen im Rückenmark und im Hirnstamm

Man unterscheidet im Rückenmark 2 Bahnsysteme mit sehr unterschiedlichen Funktionen und Verläufen:[5]

  • Hinterstrangsystem
    Im Hinterstrangsystem steigen die primären Afferenzen der Mechanosensibilität der Haut (Tastsinn) sowie primär afferente Fasern auf, die Informationen zur Vermittlung der bewussten Propriozeption (u.a. Körperlage) leiten. Erst im Hirnstamm erfolgt die Umschaltung auf das 2. Neuron, dessen Fasern im Lemniscus medialis auf die Gegenseite kreuzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Lemniskales_System lemniskales System).
  • Vorderseitenstrang
    Der Vorderseitenstrang leitet die Modalitäten Schmerz und Temperatur sowie viszerale Sensibilität. Die hier verlaufenden Bahnen werden bereits von Fasern der 2. Neurone gebildet, die größtenteil schon auf der Ebene des Rückenmarks gekreuzt haben. Ihre Zellkörper liegen in der grauen Substanz des Hinterhorns.

Zitate über das Rückenmark bei Hirntod

F. Unterharnscheidt schrieb 1993 über das Rückenmark bei Hirntod:

Die geweblichen Veränderungen am Rückenmark nach intervitalem Hirntod wurden nur von wenigen Autoren beschrieben (BERTRAND et al. 1959; LINDENBERG 1963; MOLLARET et al. 1959).

Wie weiter oben ausgeführt wurde, kommt es etwa 24-36 h nach Unterbrechung des Hirnkreislaufes zur Bildung einer Demarkationszone im Bereich des Hypophysenvorderlappens, in den Nn. optici und im Bereich des Halsmarks bei C2/C3 (HARTMT SCHNEIDER 1970; HARTMUT SCHNEIDER u. MATAKAS 1971).[6]

Das Rückenmark unterhalb von C2/C3 ist in den meisten Fällen von Hirntod nicht direkt befallen. Der vorübergehende Verlust der spinalen Tätigkeit, der in den Anfangsstadien von Hirntod beobachtet wird, ist dem bei Querschnittssyndrommen vergleichbar. Später kann das isolierte Rückenmark einige autonome Funktionen ausüben, falls der Kreislauf des Organismus aufrechterhalten wird (BUTENUTH et al. 1970; HARTMUT SCHNEIDER et al. 1967, 1969).[7]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Hermann Bünte, Klaus Bünte: Das Spektrum der Medizin. Illustriertes Handbuch von den Grundlagen bis zur Klinik. Stuttgart 2004, 1530.
  2. Hermann Bünte, Klaus Bünte: Das Spektrum der Medizin. Illustriertes Handbuch von den Grundlagen bis zur Klinik. Stuttgart 2004, 625.
  3. Henning Beck, Sofia Anastasiadou, Christopher Meyer zu Reckendorf: Faszinierendes Gehirn. Eine bebilderte Reise in die Welt der Nervenzellen. Heidelberg 2016, 20.
  4. Henning Beck, Sofia Anastasiadou, Christopher Meyer zu Reckendorf: Faszinierendes Gehirn. Eine bebilderte Reise in die Welt der Nervenzellen. Heidelberg 2016, 21.
  5. Jan C. Behrends, Josef Bischofberger, Rainer Deutzmann, Heimo Ehmke, Stephan Frings, Stephan Grissmer, Markus Hoth, Armin Kurtz, Jens Leipziger, Frank Müller, Claudia Pedain, Jens Rettig, Charlotte Wagner, Erhard Wischmeyer: Physiologie. (Duale Reihe) 3. Auflage. Stuttgart 2017, 608.
  6. F. Unterharnscheidt: Traumatologie von Hirn und Rückenmark. Traumatische Schäden des Gehirns (forensische Pathologie). In: Wilhelm Doerr, Erwin Uehlinger (Hg.): Spezielle pathologische Anatomie. Band 13. Pathologie des Nervensystems VI.B. Berlin 1993, 487.
  7. F. Unterharnscheidt: Traumatologie von Hirn und Rückenmark. Traumatische Schäden des Gehirns (forensische Pathologie). In: Wilhelm Doerr, Erwin Uehlinger (Hg.): Spezielle pathologische Anatomie. Band 13. Pathologie des Nervensystems VI.B. Berlin 1993, 488.