Künstliche Gebärmutter

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Allgemeines

Bereits im Jahr 1924 prognostizierte der Wissenschaftler J.B.S. Haldane (1892-1964), dass im Jahr 2074 nur noch 30% der Geburten menschlicher Natur sein werden.[1] Dass die Ektogenese, wie die Technik der künstlichen Gebärmutter genannt wird, bis zum Jahr 2074 Wirklichkeit erden könnte, zeigen die aktuellen Entwicklungen.

Der japanische Prof. Yoshinori Kuwabara von der Juntendo Universität konzentriert sich mit seinem Team auf Methoden zur Rettung von Frühgeborenen. Im ist es ihm gelungen, Ziegen mit Hilfe einer Maschine inklusive Fruchtwasserbehältnis trächtig zu machen.[1]

Dr. Helen Hung-Ching Liu von der Cornell Universität will mit ihrem Team unfruchtbaren Frauen zu helfen. Ihr gelang es, im Jahr 2003 erfolgreich ein Mäusembryo zu züchten. Im Jahr 2017 gab sie bekannt, dass sie es schaffte, einen menschlichen Embryo für 10 Tage in einer künstlichen Gebärmutter heranwachsen zu lassen. Danach musste sie aufgrund gesetzlicher Vorgaben den Versuch beenden.[1]

Sabine Förderreuther berichtete im Jahr 2012 aus der medizinischen Forschung: "Man hat einer Ziege die Gebärmutter herausgenommen und die Gebärmutter als Organ künstlich mit dem Kind am Leben erhalten und entsprechend versorgt. Tatsächlich wurde eine Ziege geboren, ohne dass es ein lebendes Tier dazu gab. Insofern sind wir sicher, dass Schwangerschaft nicht von der Gehirnfunktion getragen werden, sondern von hormonellen Dingen, die im Körper reguliert werden können."[2]

Das Thema beschäftigt nicht nur Forscher, sondern auch die Menschen. So ist es nicht verwunderlich, dass seit Januar 2012 eine Dokumentation zum Thema "Künstliche Gebärmutter" auch bei Youtube zu sehen ist.

Im April 2017 wurde von US-amerikanischen Wissenschaftlern berichtet, die im Rahmen ihrer Forschung 8 Lämmer nach 105-120 Tagen Tragezeit[Anm. 1] durch Kaiserschnitt den Muttertieren entnommen haben und in eine künstliche Gebärmutter eingesetzt hatten. Die Lämmer blieben 3-4 Wochen in der künstlichen Gebärmutter und entwickelten sich normal weiter. Trotz einiger Komplikationen wurden keine schwere Schäden festgestellt, weder an Herz noch am Gehirn. Das angestrebte Ziel heißt, Frühchen ab der 23. SSW bessere Überlebenschancen zu geben.[3]

Seit April 2017 steht sogar unter Youtube über die Ziege in der künstlichen Gebärmutter eine kurze Meldung im Internet.

Chronik der künstlichen Gebärmutter

Die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der künstlichen Gebärmutter macht es sinnvoll, zu diesem Thema eine eigene Chronik anzulegen.

  • 1982 - Versuche in Bologna
    In Bologna wurden Versuche durchgeführt, menschliche Embryonen in einer künstlichen Gebärmutter wachsen zu lassen.[4]
  • 1983 - Am Mount Sinai Hospital in New York City wurde versucht, menschliche Embryonen in einer künstlichen Gebärmutter wachsen zu lassen.[4][Anm. 2]
  • 1990er - Ziegen lebten wochenlang in künstlicher Gebärmutter
    Mitte der 1990er Jahre ließen Forscher in Tokio Föten von Ziegen bis zu 3 Wochen in einer künstlichen Gebärmutter am Leben erhalten.[4]
  • 2002 - In London lebten menschliche Embryonen 6 Tage in eine künstlichen Gebärmutter.[5]
  • 2002 - Eine missgebildete Maus wurde als erstes Säugetier geboren, das die gesamte Schwangerschaft in einer künstlichen Gebärmutter verbrachte.[6]
  • 2011 - Eine Sendung auf Arte.[7]
  • 2012 - Bericht über Prototyp
    Es wird von einem Prototyp einer künstlichen Gebärmutter berichtet. Sie ist innen mit Zellen aus dem Endometrium (Zellschicht, welche die Gebärmutter auskleidet) hergestellt. Das Embryo nistete sich ein und wuchs. Doch nach 6 Tagen musste das Experiment aufgrund gesetzlicher Vorlagen abgebrochen werden.[8]
  • 2017 - Bei Lämmern ist es gut gelungen
    Lämmer blieben 3-4 Wochen in der künstlichen Gebärmutter und entwickelten sich normal weiter.[3][9]

Siehe: (Doku) Die künstliche Gebärmutter - Maschine statt Mama

Anhang

Anmerkungen

  1. Das entspricht beim Menschen der 23. bis 24. Schwangerschaftswoche.
  2. Die Versuche in Bologna und New York City warfen ethische Bedenken auf und wurden aufgrund heftigen Widerstandes eingestellt.

Einzelnachweise

  1. a b c Zoltan Istvan: Die künstlichen Gebärmütter der Zukunft befinden sich längst in der Entwicklung. Nach: https://motherboard.vice.com/de/article/4xampd/knstliche-gebaermuetter-sind-laengst-in-der-entwicklung Zugriff am 9.9.2017.
  2. http://www.ethikrat.org/dateien/forum-bioethik-21.-maerz-2012-simultanmitschrift Zugriff am 22.9.2016.
  3. a b Anja Grams: Lämmer wachsen in künstlicher Gebärmutter. (26.04.2017) Nach: http://www.n-tv.de/wissen/Laemmer-wachsen-in-kuenstlicher-Gebaermutter-article19809446.html Zugriff am 9.9.2017.
  4. a b c O.V.: Künstliche Gebärmütter sollen Babys ohne Schwangerschaft ermöglichen. (7.9.2016) Nach: https://www.pravda-tv.com/2016/09/kuenstliche-gebaermuetter-sollen-babys-ohne-schwangerschaft-ermoeglichen-video Zugriff am 9.9.2017.
  5. O.V.: Künstliche Gebärmutter entwickelt. (12.02.2002) Nach: http://derstandard.at/862441/Kuenstliche-Gebaermutter-entwickelt Zugriff am 9.9.2017.
  6. https://www.youtube.com/watch?v=bVh35pDmvp0 16:50 Zugriff am 29.9.2017.
  7. https://www.urbia.de/archiv/forum/th-3111407/gerade-auf-arte-die-kuenstliche-gebaermutter.html Zugriff am 9.9.2017.
    Es handelte sich wohl um diese Sendung, auf die am 9.9.2017 zugegriffen werden konnte:
    http://www.arte.tv/guide/de/036159-000/die-kuenstliche-gebaermutter
  8. Robin McKie: Künstliche Gebärmutter entwickelt. (12.02.2002) Nach: http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin-gesundheit/bericht-7653.html Zugriff am 9.9.2017.
  9. https://aerzte-fuer-das-leben.de/fachinformationen/schwangerschaft/eve-entwicklung-einer-kuenstlichen-gebaermutter Zugriff am 02.09.2019.