Joseph Schumacher

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Joseph Schumacher (*1934) ist katholischer Theologe.

Schriften

Organspende und Organtransplantation (2014)

Joseph Schuhmacher brachte im Jahr 2014 in der "Schriftenreihe der Aktion Leben e.V." (Nr. 31) das Heft "Organspende und Organtransplantation. Ihre Wertung im Licht der christlichen Ethik" heraus.[1] Darin heißt es:

Verwendet werden können für Transplantationen nur die Organe eines für tot erklärten Menschen. (4)

Der Hirntod wird immer von Ärzten festgestellt. Nur einige Journalisten und Kritiker erklären Menschen für hirntot.

Mit ihm kann man Menschen, bei denen keine Gehirnströme mehr zu messen sind, für tot erklären, auch wenn das Herz noch schlägt. (4)

Bei der HTD wird weitaus mehr durchgeführt, als nur der Versuch, ein EEG abzuleiten. Für medizinische Laien am deutlichsten wird der Hirntod bei der Diagnose, dass das Gehirn nicht mehr durchblutet wird. Dies kann durch verschiedene apparative Diagnostik sicher nachgewiesen werden.

Dabei tendiert jede weitere Folge solcher Kriterien dazu, weniger streng zu sein als frühere Folgen. (5)

D/A/CH hat seit Jahrzehnten den Hirntod als Gesamthirntod definiert. Eine Abweichung von dieser Definition ist nicht im Gespräch.

In keinem Fall haben sie ihren Grund in wissenschaftlichen Beobachtungsmethoden oder in Hypothesen, die aufgestellt und dann verifiziert wurden, was sehr bedeutsam ist. (5)

Keiner der über 170 von Alan Shewmon 1998 veröffentlichten Studie von Hirntoten, die intensivmedizinisch weiterbehandelt wurden, trat eine Besserung oder gar Genesung ein. Sie erlitten meist nach einigen Wochen einen Herzstillstand, die von Pierre Wertheimer 1959 beschriebenen 4 Hirntoten binnen 8 Tagen, ebenso die von Pierre Mollaret und Maurice Goulon ebenfalls 1959 beschriebenen 23 Hirntoten.

... im anderen Fall auf die Überlistung des Todes mit Hilfe der Organe des Sterbenden, die einem anderen Patienten eingepflanzt werden, der sonst sterben würde. (6)

Es ist unangemessen, hier von einer "Überlistung des Todes" zu sprechen, da der Organspender bereits verstorben ist. Passender ist es, hier von einer "Rettung des Lebens" zu sprechen, da mit der TX das Leben des Organ-Patienten gerettet wird.

... und der Spender atme noch, wenn auch mit der Unterstützung eines Beatmungsgerätes. (12)

Hirntod und Eigenatmung schließen sich gegenseitig aus. Dies belegt der Apnoe-Test, ein Bestandteil jeder HTD.

Auf dem Kongress wurde im Video gezeigt, wie ein „Hirntoter“ versucht, sich aufzurichten und die Arme zu verschränken. (12)

Dies sind auf spinale Reflexe zurückzuführen.

In einer Reportage des Zweiten Deutschen Fernsehens über den Organhandel stellten britische Ärzte der Universität Cambridge am 18. April 1989 fest, dass man nicht ausschließen könne, dass Hirntote noch Schmerz empfänden oder über andere Wahrnehmungen verfügten, (13)

Für britische Hirntote stimmt dieses Aussage, da dort der Hirntod als Hirnstammtod definiert ist, ebenso auch in Polen. Für Hirntote in D/A/CH ist diese Aussage unzutreffend, da hier der Hirntod als Gesamthirntod definiert ist.

Sie befinden sich im Prozess des Sterbens, in den man nicht aktiv eingreifen darf, ... Faktisch kommt ein Eingreifen in den Sterbeprozess um einer Organtransplantation willen immer der aktiven Euthanasie gleich. ... Man kann nicht das aktive Eingreifen in den Sterbeprozess eines Menschen, der sterben möchte, als moralisch unerlaubt ansehen, die aktive Beendigung des Sterbeprozesses, um ein Organ zu gewinnen, jedoch als moralisch gerechtfertigt. (13)

Hirntote im Vergleich mit Patienten, bei denen nach Patientenverfügung das Therapieende gewünscht wird.

Fähigkeit Patientenverfügung Hirntod
Kommunikation sich mitteilen können unmöglich unmöglich
Können gehen, sprechen, singen, musizieren, balancieren unmöglich unmöglich
Wahrnehmung sehen, hören, riechen, schmecken, tasten möglich unmöglich
Bewusstsein denken, planen, erfinden, kreativ etwas erschaffen möglich unmöglich
Erinnerung was man erlebt hat (DuL) möglich unmöglich
Wissen was wir gelernt haben (DuL) möglich unmöglich
Gefühle Liebe, Hass, Vertrauen, Angst, Hoffnung, Sorge möglich unmöglich
Eigenatmung atmet selbstständig, wenn auch schwer möglich unmöglich
Hirnstammreflexe Licht-, Lidschluss-, ... Atem-Reflex vorhanden nicht vorhanden
Homöostase Körpertemperatur, Wasserhaushalt gestört sehr gestört
Herzschlag vorhanden vorhanden
Verbesserung des Zustandes? sehr unwahrscheinlich völlig unmöglich
gewünscht Mord?
Das "unmöglich" ist beim Hirntod deswegen dauerhaft, weil die Gehirnzellen im Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm seit Eintritt des Hirntodes so schwer geschädigt sind, dass sie nicht nur nie wieder funktionieren werden (irreversibel). Sie befinden sich in einem so weit fortgeschritten Sterbeprozess, dass dieser unaufhaltsamen geworden ist und der nach Tagen des Hirntodes mit der Auflösung des Gehirns (Autolyse) endet.
Die Definition des Todes vom Ausfall der Gehirnfunktionen ist eine „Zweckdefinition zur Organgewinnung". (14)

Seit 1960 erfolgt nachweislich nach der Feststellung des Hirntodes das Therapieende. Die ersten Organe (Nieren) wurden 1964 aus Hirntoten entnommen. Siehe: Chronik/Hirntod

Eine sechsundzwanzigjährige krebskranke Amerikanerin hat am 1. August 2005, drei Monate nachdem sie als hirntot erklärt worden war, ein gesundes Kind zur Welt gebracht, um nach der Geburt bewusst zu sterben. (14)

Nach der sachlich korrekten Feststellung des Hirntodes hat noch kein Hirntoter des Bewusstsein wiedererlangt. Daher konnte auch diese Amerikanerin nicht "bewusst sterben". Siehe auch: schwangere Hirntote

Kann ein Leichnam ein Kind zur Welt bringen? Wie sollte das möglich sein ohne die Einwirkung und Steuerung durch das tot geglaubte Gehirn? (14)

Alle Kinder von schwangeren Hirntoten wurden per Kaiserschnitt entbunden, meist um die 30. SSW. Eine Schwangerschaft dauert gewöhnlich 40 SSW. Bei Kaiserschnitt wird kein Gehirn von der Mutter benötigt.

Und wieso darf man von dem Fehlen der Möglichkeit des Geistes, sich zu manifestieren, auf seine Abwesenheit schließen? (14)

Bei Hirntod ist der Geist nicht abwesend, so wie beim Schlaf oder Koma, sondern die physiologische Basis des Geistes, das Gehirn, ist zerstört.

Das völlige Aufhören der Gehirnaktivität kann nicht angemessen festgestellt werden. (15)

Ein Organ, beim Hirntod das Gehirn, das nicht mehr durchblutet wird, kann nur tot sein.

Irreversibilität ist eine Prognose, nicht eine medizinisch beobachtbare Tatsache. (15)

Niemand kehrte je vom Hirntod zurück, siehe: Alan Shewmon

Wir können heute viele Patienten erfolgreich behandeln, die in der Vergangenheit als hoffnungsloser Fall angesehen wurden. (15)

Hirntote brauchen ein neues Gehirn und ein Backup von der Datenbank ihres Lebens. Anders können diese nicht erfolgreich behandelt werden.

Eine Diagnose des Todes durch neurologische Kriterien allein ist Theorie, keine wissenschaftliche Tatsache. (15)

Dass beim Hirntod die Gehirnzellen keinen Stoffwechsel haben und sich auf den Weg zur Selbstauflösung (Autolyse) befinden, ist eine erwiesene Tatsache.

Im Gegenteil, von der Mehrheit der Teilnehmer des Kongresses wurde das Hirntodkriterium als wissenschaftlich unzureichend angesehen. (15)

Dies besagt nur, dass die Mehrheit der Teilnehmer den pathophysiologischen Zustand des Hirntodes und seine Tragweite auf das Menschsein nicht verstanden hat.

Dabei scheint in den letzten Jahren die Zahl derer zu wachsen, die massiv ethische Bedenken geltend machen angesichts der Organtransplantationen. (15)

Es scheint auch die Zahl der Kreationisten zu wachsen. Doch was beweist das schon?

Unter ihnen sind auch nicht wenige Mediziner, wenngleich sie, das sei zugegeben, in der Minderheit sind. (15)

In Deutschland dürften dies nicht mehr als 20 sein, eine sehr kleine Minderheit.

... er erinnerte dabei an den Stillstand der Atmung und des Herzschlags, an das Erlöschen der Augen und an die Leichenstarre, seit unvordenklichen Zeiten Zeichen für den Tod (16)

Die Totenstarre als sicheres Todeszeichen gibt es seit dem 19. Jh., Stillstand der Atmung und des Herzschlages seit dem 18. Jh. Davor hielt man jemanden für tot, der sich nicht mehr bewegte.

... beim Hirntodkriterium gehe es nicht mehr um die Erhaltung des Lebens eines Sterbenden, sondern darum, ihn möglichst schnell für tot zu erklären, damit die lebenserhaltenden Maßnahmen nicht mehr fortgeführt werden müssten und damit man lebenswichtige Organe erhalte, um das Leben anderer Menschen durch Transplantationen zu retten. (16)

Seit 1960 erfolgt nachweislich nach der Feststellung des Hirntodes das Therapieende. Die ersten Organe (Nieren) wurden 1964 aus Hirntoten entnommen. Siehe: Chronik/Hirntod

Deshalb gehe es hier nicht um die Interessen des Patienten, sondern darum, ihn als Subjekt der eigenen Interessen so bald wie möglich zu eliminieren. (16)

Dieser "Patient" ist ein Hirntoter, d.h. ein Toter mit maximal großem Anteil an Supravitalität.

Er betonte dabei, dass in Deutschland nicht nur Philosophen, sondern auch führende Juristen und Mediziner die Anwendung des Hirntodes als Bestimmung des Todes in Frage stellten. (16)

Es stellt sich hierbei die Frage, inwieweit diese Personen den pathophysiologischen Zustand Hirntod und seine Tragweite für das Menschsein verstanden haben.

Gehirnstamm ist im Hinblick auf die Aufrechterhaltung des Lebens ein Organ wie andere Organe auch und kann wie diese zumindest teilweise ersetzt werden (17)

Der Hirnstamm regelt vor allem vitale Grundfunktionen des Körpers. Das Bewusstsein und die Datenbank unseres Lebens ist jedoch vor allem an das Großhirn gebunden. Hierfür gibt es keinen Ersatz.

Der Tod ... ist schon wesensmäßig etwas ganz anderes als der Untergang eines Organs. (17)

Was ist dann der Tod, wenn nicht der Hirntod?

Kann ein Mensch für tot angesehen werden, wenn 97% seiner Körperzellen noch funktionieren, aber nur die 3%, die sein Gehirn ausmachen, ausgefallen sind? (17)

Noch nie wurde der Tod eines Menschen nach den Anteilen seiner biologischen Masse definiert.

Schließlich begründen auch die mehrfach beobachteten Hirntod-Schwangerschaften erhebliche Zweifel an der Annahme, der hirntote Organismus befinde sich in einem Zustand vollständiger Desorganisation. (18)

Dies belegt nur, zu was ein intermediäres Leben fähig ist, siehe: schwangere Hirntote.

Die Hirntod-Schwangerschaften ... sind geradezu exemplarisch für die ganzheitlichen Leistungen eines hirntoten Organismus. (18)

Das sind nicht die Leistungen eines hirntoten Organismus, sondern die Leistungen der Intensivmedizin.

Im Hirntod hat der Sterbeprozess begonnen. Hirntote sind Sterbende. (19)

Man könnte auch sagen, dass der Sterbeprozess mit der Zeugung begonnen hat, weil damit unweigerlich feststeht, dass man sterben wird. Hirntote sind höchstens sterbende Körper, denn der Mensch ist mit Eintritt des Hirntodes bereits tot.

Der Sterbeprozess eines menschlichen Organismus dürfte erst in dem Augenblick abgeschlossen sein, in dem dieser sämtliche Vitalfunktionen verloren hat, in dem man von Lebensprozessen nur noch auf der Ebene einzelner Organe oder Zellen sprechen kann. (19)

Bei Hirntoten kann man nur noch "von Lebensprozessen ... auf der Ebene einzelner Organe oder Zellen sprechen".

Der Hirntote ist kein Verstorbener, sondern ein Sterbender, ... (20)

Damit steht der Katholik konträr zur DBK, die im Jahr 2015 schrieb: "Nach jetzigem Stand der Wissenschaft stellt das Hirntod-Kriterium im Sinne des Ganzhirntodes ... das beste und sicherste Kriterium für die Feststellung des Todes eines Menschen dar, so dass potentielle Organspender zu Recht davon ausgehen können, dass sie zum Zeitpunkt der Organentnahme wirklich tot und nicht nur sterbend sind."[2]

Wie die Süddeutsche Zeitung mitteilt, wollen britische Wissenschaftlicher entdeckt haben, dass das menschliche Bewusstsein nach dem Hirntod auch dann noch aktiv ist, wenn das Hirn nicht mehr arbeitet. (20)

In Großbritannien gilt der Hirnstammtod. Daher ist es dort möglich. In D/A/CH gilt dies nicht, da hier der Gesamthirntod gilt.

Darüber hinaus sei von Medizinhistorikern und Ethikern in den vergangenen Jahrzehnten des Öfteren darauf hingewiesen worden, dass man die Todesdefinition der Harvard-Erklärung festgelegt habe, um an die für die Transplantationen nötigen Organe heranzukommen. (22)

Man kann vieles schreiben. Dies ist eine Halbwahrheit. Geschichtlich ging der Hirntod und das Therapieende der Harvard-Erklärung nachweislich um 8 Jahre voraus.

Im Übrigen sei immer die Gefahr gegeben, dass man einen Koma-Zustand mit dem Hirntod verwechsle. (22)

Es besteht auch die Gefahr, dass ein Meteorit einen Fußgänger erschlägt. Bei korrekt durchgeführter HTD dürften sich die Wahrscheinlichkeiten gleichen.

Ein aktives Eingreifen in den Sterbeprozess eines Menschen ist in jedem Fall moralisch verwerflich. (24)

Das erfolgt jedoch - auch mit dem Segen der beiden großen Kirchen - bei jedem Therapieende nach Patientenverfügung.

Kritiker des Hirntod-Kriteriums weisen in diesem Zusammenhang immer wieder darauf hin, dass es nicht einmal eine einheitliche Hirntoddefinition gibt, die weltweite Gültigkeit hat, dass etwa die einen den Stammhirntod als den endgültigen Tod definieren, die anderen aber den Gesamthirntod. (24)

Wenn den Kritikern dies nicht passt, können sie ja versuchen, dies zu ändern. Für D/A/CH gilt der Gesamthirntod, der weitreichender ist als der Hirnstammtod.

Immerhin wird von Hirntoten berichtet, die unerwartet wieder zum Leben erwacht sind. (24)

Siehe: Lebende Hirntote

... dass komatöse Patienten zuweilen, wenn sie aus dem Koma erwacht sind, berichtet haben, dass sie alles wahrnehmen konnten, ohne sich jedoch in irgendeiner Weise äußern zu können. (25)

Diese waren auch nicht hirntot.

Dürfen wir wirklich davon ausgehen, dass ein Mensch im ‚Zustand tiefer Bewusstlosigkeit’ nichts mehr empfindet? (25)

Hirntod ist weitaus mehr als nur tiefe Bewusstlosigkeit.

Wer kann wissen ... wenn jetzt das Seziermesser zu schneiden beginnt, ob nicht ein Schock, ein letztes Trauma einem nichtzerebralen, diffus ausgebreiteten Empfinden zugefügt wird, das noch leidensfähig ist?" (25)

Wenn man sich eingehender mit den physiologischen Abläufen beim Schmerz beschäftigt, sagt der Sachverstand, dass Hirntote keine Schmerzen wahrnehmen können, auch nicht diffus.

Solange dieser sich eindeutig vom Anblick einer Leiche unterscheidet, sollte er als lebender Mensch gelten. (25)

Die Beispiele fälschlicher Todesfeststellungen zeigen auf, dass noch so mancher am Leben ist, der wie eine Leiche aussah.

Das Ich und die Geistseele des Menschen sind medizinisch nicht faßbar. (26)

Die Geistseele ist zwar medizinisch nicht fassbar, sehr wohl jedoch das Ich, denn hierzu bedarf es eines funktionierenden Gehirns. Dieses ist bei Hirntoten nicht mehr vorhanden.

Es ist festzuhalten: Mit dem Ausfall der Gehirnfunktionen ist die anthropologische (dem Menschen eigene) Basis für die personale Einheit des Organismus nicht zerstört, sondern beginnt sie zu zerfallen. (26)

Mit dem Hirntod ist die personale Einheit des Organismus auf verschiedenen Ebenen zerstört, weil die Gehirnzellen, die diese Einheit sicherstellen, zerstört sind.

In der Pastoral galt in der Kirche stets, dass bis etwa zwei Stunden nach dem Eintritt des Todes noch das Sakrament der Krankensalbung sub conditione gespendet werden konnte („wenn du noch lebst ... “), ebenso die sakramentale Lossprechung im Fall der Disposition dessen, dem das Sakrament gespendet werden sollte. Dabei ging man davon aus, dass die leib-seelische Einheit auch dann noch gegeben sein kann, wenn keine geistigen Akte und keine Reaktionen mehr registriert werden können, dass die Geistseele den Menschen nicht sogleich im Augenblick seines biologischen Todes verlässt. (26)

Es heißt "wenn du noch lebst". Das bedeutet, wenn in denn ersten 5 Minuten der 2 Stunden der Tod eingetreten ist, dann ist dieses Sakrament unwirksam, da nur Lebende das Sakrament empfangen können. Dies bedeutet nicht, dass die Seele 2 Stunden nach Feststellung des Herz-Lungen-Todes die Seele verlassen hat. - Dieses "wenn du noch lebst" stammt noch aus der Zeit der unsicheren Todesbestimmungen im 18. und 19. Jh.

Vieles spricht dafür, dass die Seele erst dann den Leib verlässt ... wenn die Möglichkeit eines künstlichen „Am-Leben-Halten“ endgültig vorüber ist. (27)

Was genau spricht dafür?

In ausreichender Zahl werden die Organe kaum jemals vorhanden sein. Zudem wird der Bedarf mit der Praxis der Organtransplantation wachsen. (28)

Sollte man deswegen nicht zumindest versuchen, so vielen Menschen als möglich das Leben zu retten?

Wenn der Hirntod nicht der wirkliche Tod des Menschen ist, dann stellt sich die Frage, ob der Zweck, nämlich die gute Tat der Lebensverlängerung eines Menschen, das Mittel heiligt, die aktive Beendigung des Sterbeprozesses eines Menschen. (30)

Da der Hirntod den Tod des Menschen bedeutet, dürfen ihm Organe entnommen werden.

Die Hingabe Jesu und die seines Jüngers Maximilian Kolbe legitimierte nicht das Tun ihrer Peiniger. (30)

Maximilian Kolbe wurde für seine Tat heiliggesprochen. Damit wären auch alle Organspender als Heilige anzusehen.

... zu bedenken, dass Transplantationen den Organismus des Empfängers des Transplantates schwer belasten, dass die Übertragung des Organs in vielen Fällen nicht gelingt, dass sie oftmals nur von kurzer Dauer ist und dann wiederholt werden muss und dass die Unterdrückung des Immunsystems unter Umständen neue Krankheiten, oftmals auch todbringende Krankheiten hervorbringt. (30)
Fast ausnahmslos sind sie auf Hilfe und Betreuung angewiesen, physisch und psychisch. (31)
Zufriedenheit der Transplantierten
Frage: Wie sehen Sie heute Ihre TX an?[3]

A = stimmt / B = stimmt eher / C = eher falsch / D = falsch (n = 203)

Aussage (in %) A B C D o.A.
Die TX war für Sie ein wahres Geschenk. 89,7 3,9 0,5 0,5 5,4
Die TX verbesserte Ihre Lebensqualität. 82,8 8,4 1,0 1,0 6,9
Die TX bewahrte sie vor drohendem Tode. 72,9 10,3 6,9 4,4 5,4
Die TX würden Sie jederzeit wiederholen. 70,0 13,8 4,4 3,4 8,4
Die TX ist eine Zumutung, von der Sie abraten. 3,9 3,4 5,9 78,8 7,9
Die TX hat Ihr Leben eindeutig positiv beeinflusst. 77,8 12,3 2,0 1,0 6,9

Im Winterhalbjahr 2014/2015 wurde von Klaus Schäfer unter Transplantierten eine Online-Umfrage durchgeführt. Dachverbände der Transplantierten gaben den Link zum Online-Fragebogen an ihre Mitglieder weiter. Insgesamt nahmen 203 Transplantierte an dieser Umfrage teil. Hiervon hatten 28,6% ein Herz transplantiert, 24,1% eine Niere, 21,7% eine Lunge und 17,2% eine Leber.

Zu ihrer Zufriedenheit über die durchgeführte TX antworteten die 203 Transplantierten:
Für 89,7% der Transplantierten war die TX ein wahres Geschenk, die bei 82,8% der Transplantierten die Lebensqualität verbesserte und bei 77,8% der Transplantierten das Leben eindeutig positiv beeinflusst hat.
72,9% der Transplantierten hat die TX vor dem drohenden Tode bewahrt. 70,0% der Transplantierten würde die TX jederzeit wiederholen.
Der Aussage von Werner Hanne, dass TX eine Zumutung sei, von der abzuraten sei, stimmten 3,9% zu und lehnten 78,8% ab.

Es gibt bei der TX auch "Verlierer", d.h. ihnen geht es nach der TX schlechter als vor der TX. Dies soll nicht verschwiegen werden. Ihr Anteil ist jedoch kleiner 5%.

Über 70% - politisch ist das mehr als eine 2/3-Mehrheit; damit bekommt man sogar eine Grundgesetzänderung durch - der Transplantierten bewerten ihre TX positiv, weniger als 5% negativ.

TX ist damit eindeutig ein medizinischer Erfolg.

Damit sind die Mitleidsbekundungen einiger Kritiker reine Fehlinformationen oder gar geheuchelte Krokodilstränen.

Zudem wird der Transplantierte niemals wieder ein normales Leben führen können wie ein Gesunder. (30)
Die bleibende ärztliche Betreuung nach der Organtransplantation ist zeitaufwändig und kostspielig und aufs Äußerste belastend für den Transplantierten. ... Zudem kann von einer Wiederherstellung der Gesundheit bei den Transplantierten durchweg nicht die Rede sein. (31)

Dies ist korrekt, aber Transplantierte hatten die Wahl zwischen ihrem baldigen Tod und dem Leben, das in den meisten Fällen nach der TX besser ist als vor der TX.

Mit der Organtransplantation wird eine Therapie entwickelt - auch daran muss hier erinnert werden -, die von den unvorstellbar hohen Kosten her schon auf die Dauer nicht durchzuhalten ist, zumal wenn sie nicht selektiv sein will, wenn alle daran partizipieren sollen. (31)

Rund 80% der Immunsuppressiva benötigen Patienten mit Autoimmunerkrankung wie z.B. mit autoimmunbedingter rheumatischer Erkrankungen oder Sarkoidose, siehe Kosten

Vielfach begleiten sie Ängste vor neuen, durch die Tranplantation bedingten Krankheiten und gar auch Schuldgefühle, nicht nur im Falle einer Herzimplantation. (31)

Diese Schuldgefühle gründen zumeist in der Angabe der Kritiker, dass Hirntote noch leben würden und Organspender bei der Organentnahme getötet würden.

Zudem werden durch die Transplantation in der Regel nur wenige Lebensjahre erkauft. (31)

Krebstherapien, insbesondere die Chemotherapie, ist oft teurer und bringt oft auch nur wenige Lebensjahre. Deswegen helfen wir Krebspatienten dennoch.

Dank seiner Sonderstellung in der Schöpfung darf der Mensch niemals instrumentalisiert werden, darf er niemals Mittel zum Zweck für andere Menschen werden. (32)

Der Mensch wird mit TX nicht instrumentalisiert, denn der Organspender oder seine gesetzlichen Vertreter haben der Organentnahme zugestimmt. Es war deren ausdrücklicher Wille, die Organe zu spenden.

Es geht hier allgemein um die Mikrobiologie, sie führt uns in Abgründe. (33)

Die ersten TX mit Organen aus Hirntoten erfolgte im Jahr 1964. Nach 55 Jahren TX mit Organen aus Hirntoten sind diese Abgründe nicht zu erkennen, sehr wohl jedoch die steigende Erfolgsraten der TX.

Der gute Zweck heiligt nicht die Mittel. (33)
Herz 94a.jpg

Nach Feststellung des Hirntodes wird die künstliche Beatmung beendet, was zum Herzstillstand binnen weniger Minuten führt (Therapieende). Dies erfolgt zeitnah, da die Krankenkasse ab dieser Stunde keine Weiterbehandlung bezahlt (Tote brauchen nicht behandelt werden; siehe: Behandlungskosten). Die zwischen der Feststellung des Hirntodes und der Organentnahme anfallenden Behandlungskosten tragen die Krankenkassen der Organempfänger.

Zahlreich sind die Unwägbarkeiten bei der Organentnahme zum Zweck ihrer Transplantation, so dass von daher sich schon aus der Perspektive der katholischen Kirche eine Distanzierung (Abrücken) empfiehlt. (34)

Um was für "Unwägbarkeiten" soll es sich hierbei handeln? Es sind keine zu erkennen.

,,, dass es ethisch nicht erlaubt sein kann in den Sterbeprozess eines Menschen einzugreifen und diesen definitiv zum Abschluss zu bringen, weil man seine Organe oder eines seiner Organe transplantieren möchte. (34)

Nach allgemeinem, d.h. auch internationalem Todesverständnis sind Hirntote Tote. Siehe: Todesdefinition

Auch die Wahrscheinlichkeit des eingetretenen Todes würde einen todbringenden Eingriff nicht rechtfertigen können. (34)

Der Hirntod wird nicht vermutet, sondern festgestellt. Damit ist er Fakt.

Es ist hier auch zu fragen: Hat jeder Mensch wirklich Anspruch auf ein neues Organ, wie man es häufig formuliert? (34)

Es ist hierbei vielmehr zu fragen: Hat nicht jeder Mensch die moralische Pflicht, im Falle seines Hirntodes seine Organe zu spenden?

Wenn jemand einen Menschen tötet, ... es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. (Sure 5,32)
Und wer ein einziges Leben (aus Israel) gerettet hat, die Schrift rechnet es ihm an, als ob er eine ganze Welt gerettet hätte. (Talmud)
Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten. (EKD und DBK, 1990)
Es geht hier nicht zuletzt um ein menschenwürdiges Sterben, das durch die Organentnahme vereitelt wird. (35)

Was ist an einer Organentnahme menschenunwürdig? Wenn vom Krebs befallene Organe (z.B. Lunge, Leber) entfernt werden, wäre das dann auch menschenunwürdig und sollte daher verboten werden? Außerdem hat der Organspender oder seine gesetzlichen Vertreter dieser Organentnahme zugestimmt, zuweilen war es deren ausdrücklicher Wunsch.
"Menschenwürdiges Sterben" ist mit dem Tod des Menschen beendet. Dieser ist mit dem Hirntod eingetreten.

Zudem: Was bedeutet die Entnahme der Organe konkret für den Betroffenen, für die Angehörigen und nicht zuletzt auch für die Mediziner? (35)

Für die Betroffenen: Es wird ihr Wunsch erfüllt, Organspender zu sein.
Für die Hinterbliebenen: Mit der TX wird dem Tod ihres Geliebten ein Sinn gegeben. Durch seinen Tod konnte er anderen Menschen das Leben retten.
Für die Mediziner: Sie können mit den Organen - aus einem Organspender werden durchschnittlich 3,3 Organe entnommen - anderen Menschen das Leben retten.

Solange diese kontrovers ist bei Medizinern, Philosophen und Theologen, wird die Kirche keine positive Stellungnahme abgeben können. (36)

Es wird immer Menschen geben, die an alten Vorstellungen festhalten, so z.B. Priester, die weiterhin die hl. Messe in Latein feiern wollen. Wenn man auf einen einstimmigen Konsens warten würde, gäbe es keine Entwicklung und den Gebärenden würde mit Verweis auf Gen 3,16 noch heute jede Art von Schmerztherapie verweigert werden.

Hirntod und Organtransplantation (2013)

Im Jahre 2013 verfasste er in der Zeitschrift "Ethica" einen längeren Aufsatz.[4] Die in Klammer gesetzten Zahlen am Ende der Zitate bezeichnen die Seiten in der vorliegenden DOC-Datei.

Das Fundament oder die Voraussetzung der Organtransplantationsmedizin ist der Hirntod, verstanden als unumkehrbarer Ausfall aller messbaren Hirnfunktionen. (4)

Dies ist nicht präzise formuliert: Der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen wird nicht gemessen, sondern festgestellt. Die Nichtdurchblutung des Gehirns wird gemessen und daraus folgernd der sichere Tod der Gehirnzellen daraus gefolgert.

Aber die Feststellung, der Hirntod sei der Tod des Menschen, sie ist auf jeden Fall eine Konvention im Dienst der Organtransplantation. (6)

Bei über die Hälfte der Hirntoten werden nach Feststellung des Hirntotes keine Organe entnommen, sondern die künstliche Beatmung beendet.[5] Dabei waren im Jahre 2016 über 75% der potentiellen Organspender wirkliche Organspender.[6]

Man verweist darauf, dass möglicherweise die Apparate keine sichere Auskunft geben oder dass entwickeltere Apparate morgen möglicherweise bessere Ergebnisse bringen werden. (7)

In D/A/CH ist ohne klininisch Diagnostik (Feststellung des Ausfalls der Hirnstammreflexe ohne Geräte) keine HTD vollständig. Diese klinische Diagnostik gehört in D/A/CH zwingend zu jeder HTD.

Immerhin wird von Hirntoten berichtet, die unerwartet wieder zum Leben erwacht sind. (7)

Immer wieder werden Patienten vorgestellt, die den Hirntod überlebt haben, weil etwa ein Arzt oder eine Pflegeperson oder ein Angehöriger oder irgendein Zufall die geplante Explan-tation verhindert haben. (17)
Sieht man einmal ab von den Fällen, in denen Patienten den Hirntod überlebt haben, ... (19)

Es gibt diese Berichte, aber diese Berichte sind falsch. Aus dem Hirntod gibt es kein Zurück ins Leben. Das beweist auch die Studie von Alan Shewmon.

Zwischen 1968 und 1978 wurden mindestens dreißig verschiedene Folgen solcher Kriterien veröffentlicht, seither kamen noch viele weitere hinzu, woraus ersichtlich wird, dass in verschiedenen Ländern verschiedene Regelungen für die Organentnahme gelten. (8)

Diese Zahl von über 30 verschiedenen Kriterien taucht immer wieder auf. Noch nie wurde eine Liste dieser über 30 verschiedenen Kriterien gezeigt.

Die Geistseele, welche die Personalität des Menschen bedingt, manifestiert sich nicht nur im Gehirn, sondern auch in den anderen Organen des Menschen, mehr oder weniger. (9)

Ohne Gehirn besitzt der Mensch keine Geistseele, da diese aus dem Gehirn hervorgeht und sich beim Hirntod nicht in ein anderes Körperteil zurückziehen kann.

Offenbar weiß man, dass die Hirntoddefinition keine Gewähr dafür bietet, dass dem Hirntoten kein Leid zugefügt wird. (12)

Hirntoten in D/A/CH ist das Schmerzempfinden für immer erloschen.

Spaemann fügte hinzu, um die Fragwürdigkeit der Organtransplantation als solcher hervorzuheben, beim Hirntodkriterium gehe es nicht mehr um die Erhaltung des Lebens eines Sterbenden, sondern darum, ihn möglichst schnell für tot zu erklären, damit die lebenserhaltenden Maßnahmen nicht mehr fortgeführt werden müssten und damit man lebenswichtige Organe erhalte, um das Leben anderer Menschen durch Transplantationen zu retten. (13

Auch wenn wir keine Organtransplantation bräuchten, so bräuchten wir weiterhin die Feststellung des Hirntodes zur Beendigung einer sinnlos gewordenen Therapie.

"Kann ein Mensch für tot angesehen werden, wenn 97 % seiner Körperzellen noch funktionieren, aber nur die 3 %, die sein Gehirn ausmachen, ausgefallen sind?" (14)

Kann ein enthaupteter Mensch tot sein? Es sind dabei nur knapp 10% des Körpers abgetrennt.

In einer Reportage des Zweiten Deutschen Fernsehens über den Organhandel stellten britische Ärzte der Universität Cambridge am 18. April 1989 fest, dass man nicht ausschließen könne, dass Hirntote noch Schmerz empfänden oder über andere Wahrnehmungen verfügten (15)

In Großbritannien gilt der Hirnstammtod, weswegen dort der Hirntote noch Schmerzen empfinden kann.

Eine sechsundzwanzigjährige krebskranke Amerikanerin hat am 1. August 2005, drei Monate nachdem sie als hirntot erklärt worden war, ein gesundes Kind zur Welt gebracht, um nach der Geburt bewusst zu sterben. (15)

Es war Susan Torres. - Seit dem Jahr 1997 steht in der Entscheidungshilfe bzw. Richtlinie zur Feststellung des Hirntodes: "Das Fortbestehen einer Schwangerschaft widerspricht nicht dem eingetretenen Hirntod der Mutter. Eine Schwangerschaft wird endokrinologisch von der Plazenta und nicht vom Gehirn der Mutter aufrechterhalten" oder sinngemäß entsprechend. - Susan Torres ist nicht bewusst gestorben, denn spätestens mit Eintritt des Hirntodes ist Wahrnehmung und Bewusstsein für immer erloschen.

Der US-amerikanische Neurologe Alan Shewmon, heute "der heftigste Kritiker der Hirntodthese" dokumentiert bis 1998 175 Fälle von Überleben des Hirntodes, bei denen der Hirntod einwandfrei festgestellt worden sei. (17)

Alan Shewmon trug von 175 Hirntoten die Daten zusammen. Hiervon lagen nur von 56 Hirntoten sichere Belege für die Durchführung der HTD vor. Keiner von ihnen "überlebte" den Hirntod. Sie alle blieben bis zur Asystolie im Zustand Hirntod und besaßen nur einen funktionierenden Blutkreislauf.

Allein, selbst wenn man den Hirntod mit letzter Sicherheit feststellen könnte, wäre damit nicht die Sicherheit gegeben, dass ein Mensch tot ist. (17)

Den Hirntod kann man sicher feststellen. Der Hirntod ist die sicherste Diagnostik in der Medizin. Damit kann - bei korrekter Durchführung der HTD auch mit Sicherheit gesagt werden, dass der Mensch tot ist.

Wenn der Hirntod der Tod des Menschen ist, dann ist das ungeborene Kind vor der Bildung des Gehirns oder das Kind vor der Bildung des Großhirns noch kein Mensch. (18)

Wenn der Mensch ohne Puls tot ist, dann lebt der Mensch als Embryo bis zum Herzschlag auch nicht. Wenn der Mensch ohne Eigenatmung oder künstlicher Beatmung tot ist, dann ist das Kind im Mutterleib bis zum ersten Atemzug auch tot.

So halten Hirntote ihre Homöostase aufrecht, den Gleichgewichtszustand des Organismus. (18)

Die Homöostase ist bei Hirntoten schwer gestört. Daher müssen die Ärzte mit entsprechenden Medikamenten dies ausregeln.

Man kann den Hirntod von daher als „Vorverlegung des Individualtodes“ bezeichnen. (19)

Der Hirntod ist die Präzisierung des Individualtodes. Siehe: Es gibt nur einen Tod.

Wenn das Hirntod-Kriterium eine so breite Akzeptanz findet, beruht das, so könnte man sagen, auf dem blinden Vertrauen zu einer Definition, deren tatsächliche Bedeutung für medizinische Laien aber auch für viele Ärzte unbegreiflich bleiben musste. (20)

Hirntote im Vergleich mit Patienten, bei denen nach Patientenverfügung das Therapieende gewünscht wird.

Fähigkeit Patientenverfügung Hirntod
Kommunikation sich mitteilen können unmöglich unmöglich
Können gehen, sprechen, singen, musizieren, balancieren unmöglich unmöglich
Wahrnehmung sehen, hören, riechen, schmecken, tasten möglich unmöglich
Bewusstsein denken, planen, erfinden, kreativ etwas erschaffen möglich unmöglich
Erinnerung was man erlebt hat (DuL) möglich unmöglich
Wissen was wir gelernt haben (DuL) möglich unmöglich
Gefühle Liebe, Hass, Vertrauen, Angst, Hoffnung, Sorge möglich unmöglich
Eigenatmung atmet selbstständig, wenn auch schwer möglich unmöglich
Hirnstammreflexe Licht-, Lidschluss-, ... Atem-Reflex vorhanden nicht vorhanden
Homöostase Körpertemperatur, Wasserhaushalt gestört sehr gestört
Herzschlag vorhanden vorhanden
Verbesserung des Zustandes? sehr unwahrscheinlich völlig unmöglich
gewünscht Mord?
Das "unmöglich" ist beim Hirntod deswegen dauerhaft, weil die Gehirnzellen im Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm seit Eintritt des Hirntodes so schwer geschädigt sind, dass sie nicht nur nie wieder funktionieren werden (irreversibel). Sie befinden sich in einem so weit fortgeschritten Sterbeprozess, dass dieser unaufhaltsamen geworden ist und der nach Tagen des Hirntodes mit der Auflösung des Gehirns (Autolyse) endet.

Was lebt bei einem Hirntoten noch? Ist das für medizinische Laien so unverständlich?

In diesem Zusammenhang werden immer wieder Forderungen laut, nicht den Hirntod, sondern den Herztod als Bedingung für die Explantation der Organe rechtlich zu verankern, was in vielen europäischen Ländern, wenn auch unter strikten Auflagen, heute schon der Fall ist. (22)

DCD lehnen die BÄK und auch neurologische Gesellschaften ab, da die Sicherheit auf Hirntod damit nicht sicher gewährleistet ist.

Beim Herztod ist prinzipiell noch eine Reanimation möglich. (22)

Das ist nur bedingt richtig. - Davon eine Reanimation des Gehirns bei Hirntod abzuleiten ist falsch und damit irreführend.

Die Hingabe seines Lebens war keine Selbsttötung. Sein Tod war keinesfalls gerechtfertigt. Jene, die ihn töteten, begingen einen Mord. Gerade das werden jene, die die Explantation von Hirntoten verteidigen, nicht gelten lassen für jene, die die Explantation vornehmen. (30)

Als Ergebnis schreibt Joseph Schumacher: "Wir hatten gefragt, ob der Hirntod der wirkliche Tod eines Menschen sei und wie man ihn diagnostizieren kann. Beide Fragen müssen zumindest offen bleiben." Das obige Zitat zum Tod Jesu und Maximilian Kolbe lässt diese Vorsicht vermissen. Dort sagt Joseph Schumacher indirekt, dass die zum Mörder werden, "die die Explantation von Hirntoten verteidigen, nicht gelten lassen für jene, die die Explantation vornehmen".

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. xyz://www.aktion-leben.de/fileadmin/dokumente/PDF-Archiv/H-031.pdf Zugriff am 10.01.2019.
  2. http://www.dbk-shop.de/media/files_public/fwmsuermds/DBK_1241.pdf Zugriff am 10.01.2019.
  3. Klaus Schäfer: Leben - dank dem Spender. Ergebnisse aus Umfragen unter 203 Transplantierten. Karlsruhe 2013.
  4. Der Aufsatz liegt von Joseph Schumacher persönlich per E-Mail-Anhang am 24.05.2017 als DOC-Datei zugesandt vor.
  5. http://www.dgni.de/images/stories/pdf/150224_stellungnahme_hirntod_dgn_dgnc_dgni_final.pdf Zugriff am 22.5.2017.
  6. DSO: Jahresbericht 2016, 52.