Josefine Schiller: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 16. Januar 2020, 15:42 Uhr

Josefine Schiller ist gelernte Gesundheits- und Krenkenpflegerin, Fachschwester für Anästhesie und Intensiv, tätig auf der Interdisziplinären Intensivstation.[1]

Schriften

Josefine Schiller veröffentlichte im Januar 2020 in "intensiv 01/2020" den Artikel "Benötigen hirntote Organspender eine Narkose bei der Organentnahme".[2] Darin heißt es:

Der hirntote Patient unterscheidet sich nicht von einem normal beatmeten, intubierten intensivpflichtigen Patienten. (34)

Siehe: korrekte Sprache

Ethisch und moralisch ist dies manchmal schwer mit dem eigenen Gewissen zu vereinbaren, wie viele Pflegende berichten. (34)

Da aus einem Organspender durchschnittlich 3,x Organe entnommen werden, pflegen die Pflegekräfte mit einem Hirntoten im Grunde 3 Organempfänger. Da sollte Zeitmangel kein Grund für gute Pflege sein.

Biologischer Tod: Er tritt ein, nachdem alle Organ- und Zellfunktionen irreversibel erloschen sind. Als Folge kommt es zu Totenflecken und Leichenstarre. (35)

Siehe: biologischer Tod

Hirntod bzw. Individualtod: Er tritt ein, wenn alle Hirnfunktionen irreversibel ausgefallen sind, es mit medizinischen Apparaten jedoch gelingt, die Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion langfristig aufrechtzuerhalten. (35)

Nicht lang- sondern kurz- bis mittelfristig. Siehe: Alan Shewmon

Um den 'zweifelsfreien Nachweis' (...) der Irreversibilität des Hirnfunktionsausfalls zu erbringen, sind weitere apparative Untersuchungen notwendig. (36)

Apparative Untersuchungen sind nur in bestimmten Fällen notwendig. Siehe: HTD

Kritiker der Transplantationsmedizin sehen genau diese Umformulierung des Todes als Erfindung, um die Transplantationsmedizin voranzubringen. (39)

Siehe: Todesverständnis

Die 'erfolgreich' abgeschlossene Hirntoddiagnostik erklärt den eben noch als Komapatienten geltenden Menschen im rechtlichen Sinne zum Leichnam. (39)

Siehe: Todesfeststellung und Todeserklärung

Dem widersprechen aber die Definitionen des Todes. Das Konzept des Hirntods folgt also keiner rein biologischen Definition, sondern begründet sich viel mehr damit, dass der Ausfall der Hirnfunktionen unweigerlich den biologischen Tod zur Folge hat. (39)
Prof. Dr. Manzei erörtert, daß nicht nur das Bewusstseins-Argument immer wieder umstritten ist, sondern nach neuesten Studien auch das biologische Argument widerlegt ist, 'nachdem das Gehirn für die Integration des Organismus zuständig sei.' (39)

Siehe: Alan Shewmon

Es können, beispielsweise mit der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomografie (PET) bei hirntoddiagnostizierten Menschen noch Aktivitäten des Gehirns nachgewiesen werden. (39)

Mit MRT und PET kann lediglich ein Stoffwechsel von Zellen nachgewiesen werden, aber keine Aktivität des Gehirns.

Georg Meinecke beschreibt in seiner Entscheidungshilfe zur Organspende, dass männliche Gehirntote noch eine Erektion bekommen und Schwangere monatelang einen Embryo in ihrem Körper reifen lassen können: 'Gehirntote können noch Tage, Wochen oder Jahre leben' (...) und als 'lebender Leichnam' (...) gebären. (40)

Siehe: Leben der Hirntoten und schwangere Hirntote

Diese Problematik verunsichert das Pflegepersonal, da ein für Hirntod erklärter Patient äußerlich einem Komapatienten gleicht. (40)

Siehe: Todesfeststellung und Todesdefinition

Wer schon jemals am Bett eines hirntoten Menschen gestanden hat, wird nachvollziehen können, wie schwer es ist, einen solchen Menschen mit rosiger Hautfarbe an einem Überwachungsmonitor und einer Beatmungsmaschine mit ablesbaren Vitalparametern einer Leiche gleichzusetzen. Dies ist nicht nur für das Pflegepersonal, sondern auch für Angehörige, die die Entscheidung zur Organentnahme treffen sollen, eine große seelische Belastung. (40)

Siehe: Todesverständnis

Spätestens beim chirurgischen Hautschnitt der Explantation der Organe, wenn Herzfrequenz und Blutdruck steigen, ist bei allen Beteiligten ein 'mulmiges' Gefühl im OP-Saal spürbar. Daraus stellt sich für die Autorin die Frage: Ist eine Narkose bei einer Organexplantation notwendig? (40)

Siehe: spinale Reflexe und Schmerz

Eine Schwester berichtet: 'Ich bin gegen eine Organspende, da ich nicht entscheiden kann, an wen das Organ geht, und ich bin strikt für eine Narkose bei einer Entnahme, um das eigene Gewissen zu beruhigen. (40)

Ist dieses Schwester beratungsresistent?

Da nicht von Anfang an feststeht, dass der vorliegende Patient ein potenzieller Organspender ist, werden sedierende und schmerzstillende Medikamente verabreicht. (42)

Diese Medikamente werden zur Schmerzlinderung verabreicht. Sie müssen abgesetzt werden, nicht für die Organentnahme, sondern für die Durchführung der HTD, auch wenn anschließend keine Organentnahme erfolgen kann, z.B. wegen bekanntem Lungenkrebs.

So wurde im Dezember 2017 erstmalig ein Kopf transplantiert, was bisher nur an Affen getestet wurde und gescheitert ist. (42)

Auch an Hunden und Mäusen wurden schon Köpfe transplantiert. Die angegebene Quellen für für die Körper-TX an einem Menschen ist vom 18.09.2017 und nennt die Absicht. Von der Durchführung wurde bis zum 16.01.2020 nichts berichtet.

Es wurden Fehldiagnosen beschrieben, bei denen für Hirntod erklärte Menschen wieder erwacht und vollständig genesen sind. (42)

Siehe: lebende Hirntote

Es stellt sich auch die Frage, wie es sein kann, dass jedes Land andere Regelungen zur Organspende hat. (42)

Das ist Hoheitsrecht jeder einzelnen Nation.

Da es in Deutschland keine Richtlinie oder Verfahrensanweisung zum Thema Narkose bei einer Organentnahme gibt und des trotzdem immer wieder zur Verunsicherung des medizinischen Personals kommt, lässt es mich zweifeln, ob nicht doch eine Narkose notwendig ist. (43)

Wie wäre es mit einer sachlich korrekten Weiterbildung für das Personal?

Hinsichtlich der Hirndountersuchungen gibt es noch Verbesserungspotential. Laut einer Untersuchung des Neurologen und ehemaligen Leiters des Bereitschaftsdienstes der DSO, D. Hermann Deutschmann, zeigte sich, dass 30 Prozent der Hirntoddiagnosen falsch waren, wie 'Report München' in einer Reportage 2014 zeigte (...). Deutschmann stellte fest, dass Fehler bei der Durchführung des Apnoe-Tests auftraten und Vergiftungen übersehen wurde. Er kritisiert, dass eine mehrjährige Erfahrung eines Arztes in der Intensivmedizin nicht ausreicht (wie es die Richtlinie der Bundesärztekammern festlegt), um eine sichere Hirntoddiagnostik durchführen zu können. Vielmehr fordert er, dass die Diagnostik von Neurologen und Neurochirurgen durchgeführt werden. Diese Auffassung kann ich nur teilen. (43)

Seit 2015 schreibt die neue Richtlinie für die Durchführung der [[HTD] einen Neurologen oder einen Neurochirurgen vor.

Der deutsche Ethikrat hat im Februar 2015 eine Stellungnahme zum Thema Hirntod und Organentnahme abgegeben. Darin sieht die Mehrheit des Rates ein sicheres Kriterium im Hirntod. (43)

Dazu: Einstimmig sieht der DER den Hirntod als richtiges Kriterium für die Organentnahme an.



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Josefine Schiller: Benötigen hirntote Organspender eine Narkose bei der Organentnahme. In: intensiv 28 (01/2020), 43.
  2. Josefine Schiller: Benötigen hirntote Organspender eine Narkose bei der Organentnahme. In: intensiv 28 (01/2020), 32-43.