Jahi McMath

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Jahi McMath

Quelle 1
Die 13jährige Schülerin litt an Schlaf-Apnoe-Syndrom. Sie kam 2013 in das Children‘s Hospital Oakland. Dort wurde eine HNO-OP durchgeführt. Es kam zu postoperative Blutungen. Dies führte zu einem Schock und schließlich zu einem Herzstillstand. Die hypoxische Hirnschädigung war so groß, dass man 4 Tage nach der OP den Hirntod feststellte.
Die Eltern akzeptierten Todesfeststellung nicht und forderten die Fortführung der Intensivtherapie. Sie gingen vor Gericht. Das Urteil lautet: Die Klinik kann nicht zu Therapie gezwungen werden.
Hierauf ließ die Familie Jahi in eine anonyme Einrichtung in New Jersey verlegen, wo sie intensivmedizinisch behandelt wird. Oktober 2014 veröffentlicht die Familie ein Video, auf dem Jahi angeblich mit einer willentliche Fußbewegung zeigt (Lazarus-Phänomen?).[1]

Quelle 2
"Vor dem Transport hat der zuständige Gerichtsmediziner eine offizielle Totenerklärung unterschrieben."[2] [Anm. 1]

Quelle 3
Jahi McMath unterzog sich einer Mandeloperation, um sich ihre Schlaf-Apnoe beheben zu lassen. Als sie aus der Narkose erwachte, wollte sie ein Eis. 3 Tage später wurde an ihr der Hirntod festgestellt. Da die Eltern den Hirntod nicht akzeptierten, wurde Jahi in eine anonyme Klinik gebracht und weiterhin intensivmedizinisch versorgt.[3]

Recherche von Angela Speth

Angela Speth veröffentlichte am 21.05.2018 in Medscape den Artikel "Gefangen im Niemandsland: Eine 'chronisch Überlebende' entfacht die Diskussion um Trennlinie zwischen Leben und Tod neu." Gut recherchiert stellt sie die Sachlage dar.[4]

Es wurde Alan Shewmon hinzugezogen. Er beobachtete er sie 6 Stunden lang. "Dabei glaubte er zu bemerken, dass Bewegungen gehäuft erfolgten, wenn die Mutter ihr Anweisungen erteilte. Weil Dutzende von Videoaufzeichnungen, die er analysierte, diesen Eindruck zu bestätigen schienen, schloss er, das Mädchen habe zwar anfangs die Bedingungen des Hirntods erfüllt, aber inzwischen gelte das nicht mehr."[Anm. 2]

Prof. Dr. Calixto Machado "ließ MRT-Scans anfertigen in der Erwartung, wie bei anderen überdauernden Hirntoten ein sogenanntes 'Beatmungsgehirn' anzutreffen: verflüssigtes Gewebe, zerfallene Membranen. Tatsächlich waren bei Jahi der Hirnstamm sowie die Nervenbahnen zwischen rechter und linker Hemisphäre fast völlig zerstört, intakt aber weite Bereiche des Großhirns, das Sprache, Bewusstsein und willkürliche Bewegungen vermittelt. Um das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus zu prüfen, ließ der Neurophysiologe ihre Mutter einige Sätze sprechen, woraufhin sich Jahis Herzrate veränderte. Das geschieht seiner Einschätzung nach bei komplett Hirntoten nicht."

Prof. Dr. Sanford Schneider, ein Pädiater, "spricht von einer 'Leiche' und bestreitet, dass sie Instruktionen befolgt, einfach weil das Gehirn keinerlei Hörimpulse mehr weiterleite. Dabei beruft er sich auf ergebnislose Versuche, durch Beschallung mit verschiedenen Geräuschen Hirnwellen zu erzeugen. 'Es gibt absolut keine medizinischen Anzeichen, dass Jahi sich vom Tod erholt hat oder eine Erholung in Aussicht ist.'"

Ein von der Klinik beauftragter Krisenmanager bescheinigte den Angehörigen: 'Niemals habe ich eine so unbekümmerte Verleugnung der Wahrheit gesehen.' Zu behaupten, dass Jahi in gewisser Weise noch lebe, hält er für einen schlechten Scherz. Nach sämtlichen kalifornischen Gesetzen, nach jedem denkbaren spirituellen Glauben sei sie gestorben.

Bioethiker missbilligen die Weiterbehandlung von Jahi McMath. Es wurde auch eine "folie à famille" vermutet: Als kohärente Reaktion auf den Tod eines Kindes zögen sie Trost aus der Fantasie, dessen Willen zu erfüllen. Diese gemeinsame Wahnidee beherrsche sie derart, dass sie winzigen Gesten eine übertriebene Bedeutung beimessen.

Prof. Dr. Thaddeus Pope sagte hierzu: "Jede zusätzliche Stunde, die in die Pflege dieser toten Patienten investiert wird, ist eine Stunde, die für die Pflege eines anderen Menschen fehlt." Auch äußert er die Besorgnis, dass solche Debatten potenzielle Organspender davon abhalten, sich registrieren zu lassen. Denn die Bereitschaft dazu gründe sich ja auf das Vertrauen, dass man wirklich tot ist, bevor Organe entnommen werden.

Prof. Dr. Robert D. Truog wiederum mahnt die Kritiker, den sozialen Kontext der afro-amerikanischen Familie McMath zu bedenken. Doppelt so häufig wie weiße Landsleute bekundet diese Bevölkerungsgruppe in Umfragen den Wunsch, ihr Leben mit allen Mitteln verlängern zu lassen, selbst bei unwiderruflichem Koma.

Prof. Dr. Edmund Pellegrino, der Vorsitzende des White-Paper-Rats, beklagt: "Versuche, die Grenzen des Todes festzulegen, enden in einem Zirkelschluss: Der Tod wird über das Leben bestimmt, das Leben über den Tod – ohne eine wirkliche Definition des einen oder anderen."

Recherche

2014 erschien ein Artikel, der den Ablauf um Jahi McMath detailiert beschreibt:[5]

  • Am 09.12.2013 wurde an Jahi McMath eine Mandeloperation durchgeführt. Dabei erlitt sie eine massive Blutung.
  • Am 12.12.2013 wurde an Jahi der Hirntod von 2 Ärzten und 3 Spezialisten diagnostiziert.
  • In Californien gilt jemand als tot, wenn der Hirntod festgestellt ist. Daher wollten die Ärzte die Therapie beenden, doch die Mutter protestierte. Sie wandte sich an einen Anwalt, der vom Oberlandesgericht eine weitere HTD bewirkte.
  • Während die Eltern um ein Weihnachtswunder beteten, meldete der gerichtlich bestellte Arzt am 23.12.2013 an das Gericht, dass er an Jahi den Hirntod festgestellt habe.
  • Der Richter verfügte die Beendigung der Therapie, räumte aber den Eltern ein, bis zum 30.12.2013 gegen dieses Urteil Berufung einzulegen.
  • Die Familie schloss sich Demonstanten an, die "Gerechtigkeit für Jahi" forderten. Zudem versuchten die Eltern, Dr. Paul Byrne Jahi untersuchen zu lassen.
  • Kurz vor dem 30.12.2013 verlängerte Richter Evelio Grillo die Frist bis zum 07.01.2014.
  • Die Familie will eine Einrichtung gefunden haben, die Jahi McMath weiterbehandeln will. Hierfür haben sie über 58.000 $ gesammelt.
  • Da der Körper des Mädchens ohne Todesurkunde nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, stellte der Gerichtsmediziner von Alameda County am 03.01.2014 ein solches Dokument aus. Es listete das Todesdatum als 12.12.2013 auf, das Datum, an dem an Jahi McMath zuerst der Hirntod festgestellt wurde.
  • Nach der Ausstellung der Sterbeurkunde ermächtigte der Gerichtsmediziner mit gerichtlicher Genehmigung die Familie, das tote Mädchen in Gewahrsam zu nehmen.

Jahi McMaths Mutter sagte über die hirntote Jahi: "Sie ist warm und weich. Sie ist nicht kalt und steif wie der Tod. Sie riecht gut und wenn ich ihre Füße reibe, zieht sie sich zurück. . . . Sie ist nicht tot. Sie braucht Zeit, um gesund zu werden." Die Mutter ging noch weiter, als sie erklärte: "In diesem Land hat ein Elternteil das Recht, Entscheidungen über die Existenz seines Kindes zu treffen: nicht ein Arzt, der nur Zeilen auf einem Papier betrachtet oder die kalten schwarz-weißen Worte über das Gesetz liest, das "Hirntod" sagt". Das Fazit der Mutter: "Jahi ist nur dann tot, wenn ihr Herz stehen bleibt."[5]

"Diese Zurückhaltung sollte diejenigen, die mit Dostojewskis Erkenntnis vertraut sind, nicht überraschen, dass die menschliche Natur keine Verantwortung für kultische, angstproduzierende Entscheidungen übernehmen will. Wie wir bereits in CQ geschrieben haben, 'der Wunsch der Eltern und manchmal auch der Ärzte, die Verantwortung für den Tod eines Patienten zu vermeiden ... kann überwältigend sein.' Das Gleiche gilt für Richter. Ambiguität, Angst, Zweifel und Schuld sind nach Dostojewskis Ansicht keine Qualitäten, die man suchen sollte, sondern Lasten, die man meiden sollte. Obwohl der Richter im Fall Jahi McMath das geltende Gesetz sorgfältig auf die Sachlage anwandte, sträubte sich der Richter, als er mit der Verantwortung konfrontiert wurde, die Beendigung der Lebenserhaltung an einem Toten anzuordnen - eine Verantwortung, die das Krankenhaus und die Ärzte eifrig an das Gericht verschoben haben."[5]

In einem zu Recht renommierten Essay mit dem Titel The Nature of the Judicial Process kommentierte Richter Benjamin Cardozo die Rolle des Richters. In seinen Worten: "Er ist kein Ritter, der nach Belieben nach seinem eigenen Ideal der Schönheit oder der Güte strebt. Er soll sich von den geweihten Prinzipien inspirieren lassen. Er soll nicht dem krampfhaften Gefühl nachgeben, dem vagen und unregulierten Wohlwollen." Vielmehr sei ein Richter durch die "Disziplin des Rechtssystems" eingeschränkt. In einem Kommentar zu dieser Aussage bemerkte Richter Warren Burger, später Oberrichter der Vereinigten Staaten,: "Wir sollten Cardozos Rat der Zurückhaltung beachten und uns mit der Vorstellung versöhnen, dass es unzählige Probleme gibt und die Richter nicht in der Lage sind, diese zu lösen".[5]

Die schwere Schuld begann mit den Ärzten des Oakland Children's Hospital, die, nachdem die Diagnose Hirntod durch einen qualifizierten Neurologe gestellt worden war, die Erlaubnis der Eltern einholten, das Beatmungsgerät zu entnehmen. Es versteht sich von selbst, dass traurige Eltern eine schwierige Kultzeit haben könnten, die versteht, was "Hirntod" bedeutet, geschweige denn verarbeitet. Die Aufforderung an die Eltern, die Entfernung dessen, was sie als "Lebenserhaltung" empfinden, von ihrem Kind zu genehmigen, verwechselt das Bedürfnis der Eltern nach Empathie mit dem Wunsch, ihnen unwillkommene Entscheidungsbefugnisse zu geben.

Unter diesen Umständen ist es nicht nur nicht notwendig, die Erlaubnis der Familie einzuholen, ein Atemschutzgerät zu entfernen, sondern dies ist auch höchst unangemessen. Es gibt eine angebliche Wahl, wenn es tatsächlich keine gibt. Darüber hinaus öffnet es der Familie unnötige Ambivalenz- und Schuldgefühle, die zu einer moralischen Lähmung oder einer unerschütterlichen Ablehnung des Todes führen können. Diese Emotionen wiederum können, wie in diesem Fall geschehen, zu einer Entscheidung führen, die medizinische Intervention in der Hoffnung auf ein Wunder fortzusetzen. Sobald ein Appell an eine höhere Autorität oder göttliche Macht gerichtet wurde, ist die weitere Diskussion über den medizinischen Status des Patienten unerlässlich.[5]

Ein Ansatz, der besser auf die Realität der Situation abgestimmt ist, wurde von William Curran, einem Mitglied des ursprünglichen Harvard-Ad-hoc-Ausschusses zum Thema Hirntod, formuliert, der wiederholt betonte, dass die Bestimmung des Hirntods ein technisch-medizinisches Problem ist, das weder die Zustimmung des Patienten noch die Zustimmung der Familie erfordert. Sobald das medizinische Personal eine gut informierte Bestimmung des Hirntodes vorgenommen hat, ist der Patient tot. Die einzige moralische Frage, die noch offen ist, ist die richtige Disposition des Körpers. Ärzte, so wurde auch vorgeschlagen, sollten auch die Verwendung der Formulierung "hirntot" vermeiden. Die Veränderung der Todeswirklichkeit führt nicht nur zu Verwirrung und falschen Hoffnungen, sondern schafft auch, wie sich in diesem Fall gezeigt hat, die Familie sowie das Krankenhaus- und medizinisches Personal für scheinbar endlose Missverständnisse und damit verbundenes Misstrauen. Solche Ergebnisse führen fast zwangsläufig zu schwerfälligen, kostspieligen und unnötigen Rechtsstreitigkeiten.
Die Information der Eltern, dass ein Patient, der die Bestimmung des Todes nach neurologischen Maßstäben erfüllt, "tot" ist, vermeidet es, sie zu bitten, eine Entscheidung zu treffen, das Leben des Familienmitglieds zu beenden. Es schützt sie auch vor der Schuld des Denkens, dass sie nicht alles getan haben, um das Leben des Patienten zu retten. Der Tod wird unweigerlich zu Trauer führen. Aber wenn der hier beschriebene Ansatz gewählt wird, wird der Familie, obwohl sie um den Verlust eines geliebten Menschen trauert, falsche Hoffnungen, unerfüllbare Erwartungen und die scheinbar endlosen Missgeschicke, die diesen Fall ruiniert haben, erspart bleiben.[5]

Recherche 2

Zusammenfassung aus dem Artikel "Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls ('Hirntod') – was ist neu?" (2019).[6]

Am 12.12.2013 wurde bei Jahi der Hirntod durch 2 Pädiater gemäß den in den USA gültigen Richtlinien festgestellt. Diese fordern bei Kindern im Alter von > 30 Tagen bis zu 18 Jahren die zweimalige klinische Untersuchung mit Nachweis der klinischen Symptome des Ausfalls der Hirnfunktion im Abstand von 12 Stunden. Eine apparative Zusatzdiagnostik ist nur gefordert bei nicht möglicher vollständiger klinischer Untersuchung oder nicht durchführbarem Apnoe-Test. Nach einer kardiopulmonalen Reanimation wird eine Wartezeit von 24 bis 48 Stunden bis zur ersten klinischen Untersuchung empfohlen. Für den Apnoe-Test wird - anders als in Deutschland - gefordert, dass ein Anstieg des arteriellen Kohlendioxidpartialdrucks um mindestens 20 mmHg auf mind. 60 mmHg kein Einsetzen der Eigenatmung erfolgen darf.

Die Eltern drängten am 12.12.2013 auf zusätzliche klinische Untersuchungen durch weitere unabhängige Ärzte. Am 23.12.2013 erfolgte durch den Neurologen P.G. Fisher eine erneute HTD. Obwohl laut Leitlinien nicht gefordert, wurden bei Jahi am 11., 12. und 23.12.2013 ein Nulllinien-EEG abgeleitet. Eine am 23.12.2013 durchgeführte Perfusionsszintigraphie ergab fehlende Hirnperfusion. Daraufhin wurde die Todesfeststellung vom 12.12.2013 gerichtlich bestätigt und die amtliche Todesurkunde ausgestellt.

Die Eltern erreichten jedoch mit öffentlicher Unterstützung die Fortführung der Intensivbehandlung. Im August 2014 folgte die Entlassung mit Heimbeatmungsgerät in die Häuslichkeit, wo Jahi von ihrer Mutter und ihrer Schwester bis zu ihrem Herzstillstand am 22.06.2018 versorgt wurde. Nach Aussage der Mutter begannen bei Jahi im August 2014 regelmäßige Menstruationsblutungen, wie später auch durch den Neuropädiater Shewmon mitgeteilt wurde. Zudem bezeugte die Mutter adäquate motorische Reaktionen von Jahi auf einfache Aufforderungen (z.B. 'Bewege die Hand!') seit dem Frühjahr 2014. Die Familie nahm zahlreiche Videos von Jahi´s Reaktionen auf, die von Shewmon analysiert wurden und deren Echtheit unzweifelhaft sei; eine Auswahl ist im Internet einsehbar.

Im September 2014 wurde Jahi erneut mittels MRT des Kopfes untersucht. Es zeigte eine ausgedehnte Läsion des Hirnstamms sowie weitere Hirnschädigungen. Das EEG zeigte eine Nulllinie. Auch visuell und somatosensibel evozierten kortikalen Potenziale waren erloschen.

Auch im April und Mai 2016 wurden bei Jahi ein EEGs abgeleitet, die laut externer Beurteilung des Neurologen C. Machado niedrigamplitudige elektrokortikale Aktivität im Delta-Theta-Frequenzbereich zeigten.

Alan Shewmon beobachtete wenige Tage vor dem finalen Herzstillstand an Jahi, nach der Aufforderung ihrer Mutter, ihren Arm zu bewegen, bei Jahi einen Arms bewegen. Laut Shewmon lag bei Jahi ein minimaler Bewusstseinszustand und somit kein Hirntod. Truog schlug daraufhin eine mögliche partielle Reversibilität des Hirntodes vor.

Die von Alan Shewmon gezeigten Videos sind suggestiv. Das Auftreten der Menstruationen bei Jahi spricht gegen das Vorliegen eines Hirntodes, da diese eine funktionsfähige Hypophyse erfordert. Es ist gut belegt, dass der Ausfall der Hypophyse zum Stillstand der Menstruation führt und damit auch bei Hirntod. Dass es dennoch zu einer Menstruation gekommen ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Die US-amerikanischen Verfahren zur Feststellung ist nicht 100%-ig zuverlässig oder die HTD wurde nicht korrekt durchgeführt.

Gemäß WB-BÄK 2015 wäre bei Jahi zwingend der Nachweis des zerebralen Zirkulationsstillstands erforderlich gewesen. Bei Jahi eine Perfusionsszintigraphie durchgeführt, die keine Hirnperfusion gezeigt haben soll. In Deutschland wird hierzu ausschließlich lipophilen Radiopharmaka (wie Technetium-99m-Hexamethylpropylenaminoxim, Technetium-99m-Ethylcysteinatdimer) empfohlen. Was bei Jahi verwendet wurde, konnte nicht erfragt werden. Daneben gibt es auch nichtlipophilen Radiopharmaka, die nur eine kurzzeitige Gefäßdarstellung erlauben.

In Deutschland ist das nichtlipophilen Technetium-99m-DTPA für die HTD unzulässig. Wurde dieses für die Perfusionsszintigraphie bei Jahi verwendet, könnte es eine Nichtdurchblutung dokumentiert haben, wo es noch eine geringe Hirndurchblutung gab. "Zusammenfassend untermauern die hier referierten, international publizierten Fallberichte die Validität der deutschen Richtlinie zur Feststellung des IHA."

Recherche 3

Im August 2014 veröffentlichten John J. Paris, Brian M. Cummings, M. Patrick Moore den Artikel "'Brain Death', 'Dead', an Parental Denial. The Case of Jahi McMath.[7] Darin heißt es:

Jahi McMath ist nicht nur nicht ansprechbar, sondern auch hirntot. Angesichts der Tatsache, dass sie nach kalifornischem Recht (und dem jedes anderen Staates) unter finding medizinisch tot ist.

Kalifornien kodiert Gesundheit und Sicherheit Abschnitt 7180 des Codes lautet: "Eine Einzelperson der entweder (1) unumkehrbar Einstellung der Kreislauf- und Atemwege Funktionen, oder (2) die irreversible Einstellung von alle Funktionen des gesamten Gehirns, einschließlich der Hirnstamm, ist tot. Eine Bestimmung des Todes muss in Übereinstimmung mit mit anerkannten medizinischen Standards".

Als das Krankenhaus und die Familie einen Anwalt hatten, gerieten die Probleme außer Kontrolle. Die Familie schloss sich den Demonstranten an das Krankenhaus zu besetzen und "Gerechtigkeit für Jahi" zu fordern. Sie versuchten auch, das Mädchen von einem Neonatologen im Ruhestand aus Ohio, Dr. Paul Byrne, der einen Artikel im JAMA gegen den Hirntod veröffentlicht hatte, "untersuchen" zu lassen. Byrne und Kollegen beharrten in ihrem Aufsatz darauf, dass die Zerstörung des Gehirns und nicht nur die Einstellung von Funktionen für den Tod erforderlich ist. Damit es keine Bei jedem Zweifel an ihrem Standard für eine irreversible Funktion liefern die Autoren Beispiele für den Nachweis des Todes: "Wenn irgendein Kopf ist völlig zertrümmert worden durch einen Lastwagen oder durch eine Atomexplosion verdampft, oder wenn sein Gehirn durch eine massive Injektion von Schwefelsäure".

Anhang

Anmerkungen

  1. Wenn die HTD abgeschlossen und der Hirntod festgestellt ist, wird grundsätzlich der Totenschein unterschrieben, denn ab diesem Zeitpunkt gilt man juristisch als tot. Eine Weiterbehandlung - z.B. bis zur Organentnahme, bis zur Geburt des ungeborenen Kindes oder, so wie hier bis zum Herztod - ändert nichts an dieser Tatsache. Seit den Studien von Alan Shewmon weiß man, dass man hirntote Kinder noch jahrelang intensivmedizinisch weiterbehandeln kann, bis sie irgendwann in den Herztod sterben.
  2. Angela Speth verweist hierauf: "Die Reporterin des New Yorker verweist darauf, dass nach den Erfahrungen mit Terri Schiavo, die 15 Jahre im Wachkoma lag, sogar scheinbar objektiven Materialien gegenüber Vorsicht geboten ist: Ihre Familie hatte Videoclips so bearbeitet, dass die Zuschauer den Eindruck erhielten, als folge die schwer hirngeschädigte Frau anwesenden Besuchern mit den Augen. Tatsächlich jedoch war sie blind."

Einzelnachweise

  1. http://ierm.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/i_ethik_recht_medizin/Jox_IERM_Wien_Hirntodtagung_2014_v6.pdf Zugriff am 29.12.2014.
  2. http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/blogs/familie-holt-angeblich-tote-tochter-nach-hause-1.3380648 Zugriff am 29.12.2014.
  3. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/sterbehilfe-debatte-in-den-usa-a-943427.html Zugriff am 26.10.2018.
  4. Angela Speth: Gefangen im Niemandsland: Eine 'chronisch Überlebende' entfacht die Diskussion um Trennlinie zwischen Leben und Tod neu. (Medscape 21.05.2018) Nach: https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4906962 Zugriff am 22.12.2018.
  5. a b c d e f https://www.researchgate.net/publication/264539339_Brain_Death_Dead_and_Parental_Denial_The_Case_of_Jahi_McMath_vol_23_pg_371_2014 Zugriff am 15.06.2019.
  6. Uwe Walter, Stephan Brandt: Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls ('Hirntod') – was ist neu? In: Nervenarzt 2019 · 90:1021–1030. (16.07.2019)
  7. John J. Paris, Brian M. Cummings, M. Patrick Moore: "Brain Death", "Dead", an Parental Denial. The Case of Jahi McMath. (Aug. 2014) Nach: https://www.researchgate.net/publication/264539339_Brain_Death_Dead_and_Parental_Denial_The_Case_of_Jahi_McMath_vol_23_pg_371_2014 Zugriff am 22.02.2020.