Hirnstamm: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Hirnstamm ist zwar nicht an höheren Aktivitäten wie abstraktem Denken beteiligt, dafür umm so mehr an geistigen Prozessen der mittleren und unteren Ebene, etwa den automatischen Augenbewegungen, mit denen wir einen bewegten Gegenstand betrachten. Vor allem im [[verlängerten Mark]] sind Kerngruppen, die [[Atmung]], [[Herzschlag]] und [[Blutdruck]] zentral überwachen und steuern, ebenso Erbrechen, Niesen, Schlucken und Husten.<ref name="Carter63">Rita Carter: Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störungen. München 2010, 63.</ref>
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Der Hirnstamm ist zwar nicht an höheren Aktivitäten wie abstraktem Denken beteiligt, dafür um so mehr an geistigen Prozessen der mittleren und unteren Ebene, etwa den automatischen Augenbewegungen, mit denen wir einen bewegten Gegenstand betrachten. Vor allem im [[verlängerten Mark]] sind Kerngruppen, die [[Atmung]], [[Herzschlag]] und [[Blutdruck]] zentral überwachen und steuern, ebenso Erbrechen, Niesen, Schlucken und Husten.<ref name="Carter63">Rita Carter: Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störungen. München 2010, 63.</ref>
  
 
Durch Schädigung bestimmter Bereiche des Hirnstamms kann es zum [[Locked-in-Syndrom]] kommen.<ref name="Carter63"></ref>
 
Durch Schädigung bestimmter Bereiche des Hirnstamms kann es zum [[Locked-in-Syndrom]] kommen.<ref name="Carter63"></ref>

Aktuelle Version vom 4. Dezember 2019, 06:50 Uhr

Der Hirnstamm verbindet Gehirn und Rückenmark. Er umfasst mehrere Strukturen und kontrolliert eine Reihe grundlegender Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Atmung. Er leitet Signale vom Gehirn an Muskeln sowie von Sinnesorganen an das Gehirn weiter.[1]

"Das Gleichgewicht des Körpers im Gravitationsfeld der Erde wird normalerweise ohne willkürliche Anstrengung aufrechterhalten. Diese und weitere stützmotorische Aufgaben werden über Steuerung und Regelkreise geleistet, die motorische Hirnstammzentren einbeziehen."[2]

Im Hirnstamm gibt es insgesamt 18 Hirnnervenkerne bzw. -kerngruppen:[3]

  • 4 somatomotorische Kerne
  • 3 allgemein-somatosensible Kerne
  • 2 speziell-somatosensible Kerne
  • 4 allgemein-viszeromotorische Kerne
  • 4 speziell-viszeromotosche Kerne
  • 1 allgemein- und speziell-viszerosensible Kerngruppe

Der Hirnstamm ist zwar nicht an höheren Aktivitäten wie abstraktem Denken beteiligt, dafür um so mehr an geistigen Prozessen der mittleren und unteren Ebene, etwa den automatischen Augenbewegungen, mit denen wir einen bewegten Gegenstand betrachten. Vor allem im verlängerten Mark sind Kerngruppen, die Atmung, Herzschlag und Blutdruck zentral überwachen und steuern, ebenso Erbrechen, Niesen, Schlucken und Husten.[4]

Durch Schädigung bestimmter Bereiche des Hirnstamms kann es zum Locked-in-Syndrom kommen.[4]

Einzelne Hirnnerven besitzen mehrere Kerne und manche Kerne können verschiedenen Hirnnerven zugeordnet werden.[5]

Der untere Olivenkernkomplex im Hirnstamm erhält wichtige Informationen (Afferenzen) von motorischen Zentren.[6]

Hormone im Hirnstamm

Die kleinen, für unser seelisches Gleichgewicht von großer Wichtigkeit, Kerngebiete des Hirnstamms werden Raphe-Kerne genannt. "In ihnen wir ein für unser Glücksempfinden extrem wichtiger Stoff hergestellt und über das gesamte Gehirn verteilt: Serotonin. Dabei handelt es sich um eine spezielle Substanz, die für die Weiterleitung von elektrischen Impulsen zwischen Nervenzellen zuständig ist - auch Neurotransmitter genannt - und eine ausgeglichene Gemütslage schafft sowie Angstzustände, Kummer und Sorgen dämpft."[7]

Im oberen Teil des Hirnstamms ist die Substantia nigra, die für unsere Beweglichkeit und unsere Lebensfreude so wichtig ist. Sie ist die Hauptproduktionsstätte von Dopamin.[8]


Hirnstammsyndrome

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Rita Carter: Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störungen. München 2010, 27.
  2. Jan C. Behrends, Josef Bischofberger, Rainer Deutzmann, Heimo Ehmke, Stephan Frings, Stephan Grissmer, Markus Hoth, Armin Kurtz, Jens Leipziger, Frank Müller, Claudia Pedain, Jens Rettig, Charlotte Wagner, Erhard Wischmeyer: Physiologie. (Duale Reihe) 3. Auflage. Stuttgart 2017, 160.
  3. Martin Trepel: Neuroanatomie. Struktur und Funktion. 7. Auflage. München 2017, 117.
  4. a b Rita Carter: Das Gehirn. Anatomie, Sinneswahrnehmung, Gedächtnis, Bewusstsein, Störungen. München 2010, 63.
  5. Martin Trepel: Neuroanatomie. Struktur und Funktion. 7. Auflage. München 2017, 125.
  6. Martin Trepel: Neuroanatomie. Struktur und Funktion. 7. Auflage. München 2017, 127.
  7. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 99.
  8. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 101.