Datenbank unseres Lebens

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Die Datenbank unseres Lebens ist unser Gehirn. Alles, was wir erlebt haben, was wir erlernt haben, was wir gedacht haben und an was wir uns erinnern können, ist in Neuronen des Gehirns gespeichert.

Mit dem Hirntod ist diese Datenbank unseres Lebens zerstört. Dies lässt sich sehr gut im Vergleich mit einem PC verdeutlichen:

PC Mensch
Programme und Daten sind auf der Festplatte gespeichert Wissen und Können, ebenso unsere Erlebnisse sind im Gehirn gespeichert.
Wenn die Festplatte defekt ist, z.B. durch einen Headcrash.[Anm. 1] Dadurch können weder auf die Daten noch auf die Programme zugegriffen werden. Mit Eintritt des Hirntodes sind die Neuronen des Gehirns bereits so weit im Sterbeprozess, dass im Gehirn nichts mehr funktioniert. Synapsen lösen sich. Die neuronale Datenbank unseres Lebens ist damit zerstört.
Um den PC wieder betreiben zu können, braucht er eine neue Festplatte. Was der Hirntote bräuchte, wäre ein neues Gehirn.
Im PC kann man zwar eine neue Festplatte einbauen, aber die ist noch ohne Programme und ohne Daten. Selbst wenn die Medizin dem Hirntoten ein neues Gehirn einsetzen könnte, so ist die Datenbank seines Lebens leer.
Vorsichtige PC-Betreiber erstellen daher regelmäßig ein Backup (Datensicherung) von der Festplatte. Dieses Backup können sie nun auf die neue Festplatte aufspielen. Es fehlen damit nur noch die Programme und Daten, die seit dem letzten Backup aufgespielt bzw. eingegeben wurden. Für das menschliche Gehirn gibt es keine Datensicherung. Die Medizin ist wohl Jahrhunderte davon entfernt, ein Backup eines menschlichen Gehirns anzulegen, das im Falle eines Hirntodes wieder zurückgespielt werden könnte. Damit bleiben Hirntote bis zu jener fernen Zeit Tote.

Einsätze unserer neuronalen Datenbank

Die neuronale Datenbank unseres Lebens besitzt vielfältige Einsätze. Meist wird sie nur im Zusammenhang mit Abspeicherung unseres erlernten Wissens und unserer Erlebnisse verbunden. Die neuronale Datenbank unseres Lebens hat daneben noch vielfältige weitere Einsätze:

Demenz

{{Zitat|Die Aussicht, dass man schließlich vergessen wird, was man alles vergessen hat, und dass man das dann auch nicht vermissen wird, ist kein Trost, denn das bedeutet, dass man letztendlich selbst, als Person, ausgelöscht ist. (Douwe Draaisma, 2001)[1]

Anhang

Anmerkungen

  1. Der Schreiblesekopf hatte auf die Oberfläche der Festplatte aufgesetzt. Dadurch wurde die Festplatte wie auch der Schreiblesekopf beschädigt. Eine Reparatur ist selbst im Labor nicht mehr möglich.

Einzelnachweise

  1. Dick Swaab: Wir sind unser Gehirn. Wie wir denken, leiden und lieben. München 2010, 417.