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=== Positionspapier zu Organspende und Organtransplantation (April 2014) ===
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April 2014 veröffentlichte der DBfK ein "Positionspapier zu Organspende und Organtransplantation".<ref>DBfK: Positionspapier zu Organspende und Organtransplantation (April 2014). Nach: https://www.dbfk.de/media/docs/download/DBfK-Positionen/Position-Organspende-Organtranspl-2014-02-08-final.pdf Zugriff am 03.12.2019.</ref> Darin heißt es:
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{{Zitat2|Organspende und Organtransplantation bringen Entlastung und Hoffnung auf neue Lebensqualität, aber auch Belastungen für Spender, Empfänger, Angehörige,Pflegende, Ärzte und Angehörige anderer Heilberufe mit sich.}}
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{{Zitat2|Eine  erfolgreiche  Transplantation  verbessert  in  der  Regeldie  Situation eines Patienten, dennoch bleibt die Person ein Leben lang chronisch krank.}}
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{{Zitat2|Nicht  zuletzt  die  jüngsten  Skandale  führten  in  Deutschland  zu  einem  weiteren  Rückgang einer ohnehin geringen Spendenbereitschaft.}}
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{{Zitat2|Um die Spendenbereitschaft erhöhen zu können, ist es notwendig,  die  Skepsis  potentieller  Spender  hinsichtlich  des  Verbleibs  oder  potentieller Empfänger  hinsichtlich der Herkunft eines Organs zu beseitigen.}}
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Es ist zu bezweifeln, dass mit der Aufhebung der Anonymität die Spendebereitschaft erhöht werden kann. Zudem verstößt eine Aufhebung der Anonymität gegen das [[TPG]].
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{{Zitat2|Zu prüfen ist ein Verteilungsmodell, das stärker als bisher „Spenderfamilien“ berücksichtigt. Zu einer  solchen  Familie  zählen  Personen,  die  sich  persönlich  kennen  und  die  untereinander  Organe bereitstellen und somit über Herkunft und Verbleib derselben unterrichtet sind. Die Transplantationsfamilie  besteht  so  aus  Personen,  die  einander  die  Spendenbereitschaft  erklären.}}
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Dies entspricht einer "Club-Regelung" in sehr kleinem Rahmen. Die "Club-Regelung" wurde jedoch vom [[DER]] abgeleht. - Zudem: Die medizinischen Parameter, insbesondere der [[HLA-Typ]] passt in kleinen Gruppen weniger als in großen Pobulationen. Daher wurde [[ET]] gegründet.
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In den Druckschriften des Bundestages 13/116 (16.06.1995) und 13/165 (24.07.1995) äußerte sich der DBfK kritisch zum [[Hirntodkonzept]].<ref>Siehe: Wolfram Höfling, Stephan Rixen: Verfassungsfragen der Transplantationsmedizin. Hirntodkriteriumm und Transplantationsgesetz in der Diskussion. Tübingen 1996, 9.</ref>
 
In den Druckschriften des Bundestages 13/116 (16.06.1995) und 13/165 (24.07.1995) äußerte sich der DBfK kritisch zum [[Hirntodkonzept]].<ref>Siehe: Wolfram Höfling, Stephan Rixen: Verfassungsfragen der Transplantationsmedizin. Hirntodkriteriumm und Transplantationsgesetz in der Diskussion. Tübingen 1996, 9.</ref>
  
  
  
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== Anhang ==
 
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Aktuelle Version vom 3. Dezember 2019, 22:27 Uhr

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e. V. (DBfK) ist ein Verband zur Vertretung der allgemeinen aus der beruflichen Tätigkeit erwachsenden ideellen und wirtschaftlichen Interessen der selbständig tätigen oder abhängig beschäftigten Berufsangehörigen in der Alten-, Kinderkranken- und Krankenpflege und der öffentlichen Gesundheitspflege. Der Verband gliedert sich in einen Bundesverband und für den Bereich einzelner oder mehrerer Bundesländer in vier Regionalverbände mit der Rechtsform eingetragener Vereine.

Schriften

Positionspapier zu Organspende und Organtransplantation (April 2014)

April 2014 veröffentlichte der DBfK ein "Positionspapier zu Organspende und Organtransplantation".[1] Darin heißt es:

Organspende und Organtransplantation bringen Entlastung und Hoffnung auf neue Lebensqualität, aber auch Belastungen für Spender, Empfänger, Angehörige,Pflegende, Ärzte und Angehörige anderer Heilberufe mit sich.
Eine erfolgreiche Transplantation verbessert in der Regeldie Situation eines Patienten, dennoch bleibt die Person ein Leben lang chronisch krank.

Siehe:

Zufriedenheit der Transplantierten
Frage: Wie sehen Sie heute Ihre TX an?[2]

A = stimmt / B = stimmt eher / C = eher falsch / D = falsch (n = 203)

Aussage (in %) A B C D o.A.
Die TX war für Sie ein wahres Geschenk. 89,7 3,9 0,5 0,5 5,4
Die TX verbesserte Ihre Lebensqualität. 82,8 8,4 1,0 1,0 6,9
Die TX bewahrte sie vor drohendem Tode. 72,9 10,3 6,9 4,4 5,4
Die TX würden Sie jederzeit wiederholen. 70,0 13,8 4,4 3,4 8,4
Die TX ist eine Zumutung, von der Sie abraten. 3,9 3,4 5,9 78,8 7,9
Die TX hat Ihr Leben eindeutig positiv beeinflusst. 77,8 12,3 2,0 1,0 6,9

Im Winterhalbjahr 2014/2015 wurde von Klaus Schäfer unter Transplantierten eine Online-Umfrage durchgeführt. Dachverbände der Transplantierten gaben den Link zum Online-Fragebogen an ihre Mitglieder weiter. Insgesamt nahmen 203 Transplantierte an dieser Umfrage teil. Hiervon hatten 28,6% ein Herz transplantiert, 24,1% eine Niere, 21,7% eine Lunge und 17,2% eine Leber.

Zu ihrer Zufriedenheit über die durchgeführte TX antworteten die 203 Transplantierten:
Für 89,7% der Transplantierten war die TX ein wahres Geschenk, die bei 82,8% der Transplantierten die Lebensqualität verbesserte und bei 77,8% der Transplantierten das Leben eindeutig positiv beeinflusst hat.
72,9% der Transplantierten hat die TX vor dem drohenden Tode bewahrt. 70,0% der Transplantierten würde die TX jederzeit wiederholen.
Der Aussage von Werner Hanne, dass TX eine Zumutung sei, von der abzuraten sei, stimmten 3,9% zu und lehnten 78,8% ab.

Es gibt bei der TX auch "Verlierer", d.h. ihnen geht es nach der TX schlechter als vor der TX. Dies soll nicht verschwiegen werden. Ihr Anteil ist jedoch kleiner 5%.

Über 70% - politisch ist das mehr als eine 2/3-Mehrheit; damit bekommt man sogar eine Grundgesetzänderung durch - der Transplantierten bewerten ihre TX positiv, weniger als 5% negativ.

TX ist damit eindeutig ein medizinischer Erfolg.

Damit sind die Mitleidsbekundungen einiger Kritiker reine Fehlinformationen oder gar geheuchelte Krokodilstränen.

Nicht zuletzt die jüngsten Skandale führten in Deutschland zu einem weiteren Rückgang einer ohnehin geringen Spendenbereitschaft.

Die Entscheidung zur Organspende ab dem Jahr 2002.[3] [Anm. 1]

Entscheidung 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Potenziell[4] 1.868 2.090 1.865 1.963 1.866 1.888 1.876 1.799 1.584 1.370 1.339 1.317 1.248 1.178 1.416
Ja: (Abs) 1.259 1.313 1.198 1.217 1.296 1.200 1.046 876 921 926 857 863 955
schriftlich 5,0 5,5 7,3 5,8 6,8 6,2 6,3 8,8 7,3 8,9 10,3 14,3 16,1 15,2 16,4 19,7 17,6
mündlich 11,6 11,8 13,0 11,1 16,1 18,4 19,9 21,9 21,8 25,8 23,2 25,8 24,8 27,9 26,7 26,7 25,4
vermutet 75,4 76,8 75,9 79,1 68,1 66,6 60,9 51,8 53,5 47,7 50,6 43,6 42,0 44,2 44,5 41,0 45.5
Hinterbliebene 8,1 5,8 3,7 3,9 8,9 8,8 12,9 17,4 17,4 17,7 15,9 16,3 17,2 12,7 12,3 12,6 11,6
Nein: (Abs) 485 537 551 565 482 486 434 402 381 358 297 282 340
schriftlich 1,3 1,0 2,3 2,2 1,4 0,4 0,9 1,4 1,7 1,1 1,8 2,0 2,9 3,1 4,4 4,6 4,1
mündlich 15,9 17,5 17,7 18,9 21,4 22,9 22,7 30,8 28,8 31,2 31,1 35,1 32,0 35,8 32,3 29,8 32,1
vermutet 68,3 66,1 68,7 70,8 52,4 47,5 43,6 29,4 28,8 27,1 27,6 24,6 26,0 29,3 28,3 24,8 31,2
Hinterbliebene 14,5 15,3 11,3 8,1 24,7 29,2 32,8 38,4 40,7 40,6 39,4 38,3 39,1 31,8 35,0 40,8 32,6
Nein-Anteil 26,0 27,4 29,5 29,9 25,7 27,0 27,4 29,3 28,5 27,2 23,8 23,9 24,0
Ja-Anteil 67,7 66,9 64,2 64,5 69,1 66,7 66,0 63,9 68,8 70,3 68,7 73,3 67,4
Ja OSA % 4,6 4,1 4,0 5,7 5,0 5,9 6,8 9,1 11,1 10,7 11,3 14,4 11,9
Nein OSA % 0,4 0,1 0,3 0,4 0,4 0,3 0,5 0,6 0,8 0,8 1,0 1,1 1,0
OSA % 5,0 4,3 4,3 6,1 5,5 6,2 7,3 9,7 11,9 11,5 12,3 15,5 12,9

Ja OSA % = von den Organspendern hatten n% schriftlich der Organentnahme zugestimmt
Nein OSA % = von den Nicht-Organspendern hatten n% schriftlich der Orgenentnahme widersprochen.
OSA % = von den potentiellen Organspendern (Summe aus Organspendern und Nicht-Organspendern hatten n% ihre Entscheidung zur Frage der Organspende selbst schriftlich festgehalten, d.h. einen Organspendeausweis ausgefüllt. Im Jahr 2013 gab nach Feststellung des Hirntodes 29,3% "Nein" zur Organspende, doch 2008 waren es 29,5% und 2009 sogar 29,9%. Von 2013 bis 2016 ging der Nein-Anteil von 29,3% auf 23,8% zurück. Seither stagniert der Widerspruch zur Organspende bei ca. 24%. Von einem "Vertrauensverlust" kann hier wirklich nicht gesprochen werden, der einen Rückgang der Organspender um rund 30% bewirkte.

Um die Spendenbereitschaft erhöhen zu können, ist es notwendig, die Skepsis potentieller Spender hinsichtlich des Verbleibs oder potentieller Empfänger hinsichtlich der Herkunft eines Organs zu beseitigen.

Es ist zu bezweifeln, dass mit der Aufhebung der Anonymität die Spendebereitschaft erhöht werden kann. Zudem verstößt eine Aufhebung der Anonymität gegen das TPG.

Zu prüfen ist ein Verteilungsmodell, das stärker als bisher „Spenderfamilien“ berücksichtigt. Zu einer solchen Familie zählen Personen, die sich persönlich kennen und die untereinander Organe bereitstellen und somit über Herkunft und Verbleib derselben unterrichtet sind. Die Transplantationsfamilie besteht so aus Personen, die einander die Spendenbereitschaft erklären.

Dies entspricht einer "Club-Regelung" in sehr kleinem Rahmen. Die "Club-Regelung" wurde jedoch vom DER abgeleht. - Zudem: Die medizinischen Parameter, insbesondere der HLA-Typ passt in kleinen Gruppen weniger als in großen Pobulationen. Daher wurde ET gegründet.

Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, die der Organspende innewohnende Solidarität weiter zu fördern.

Auch dies muss in Frage gestellt werden, denn wenn Menschen in Bekanntenkreis keine Organ-Patienten besitzen, sehen sie keine Veranlassung, ihre Organe zu spenden.

Druckschrift des Bundestages (24.07.1995)

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Druckschrift des Bundestages (16.06.1995)

In den Druckschriften des Bundestages 13/116 (16.06.1995) und 13/165 (24.07.1995) äußerte sich der DBfK kritisch zum Hirntodkonzept.[5]


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Anhang

Anmerkungen

  1. Die Zahlen der Jahre 2002 bis 2005 wurden aus dem Jahrbuch der DSO entnommen. Die Zahlen der Jahre 2006 bis 2013 wurden nach den absoluten Zahlen der Jahrbücher der DSO berechnet. Dabei wurden nur die realisierten Organspenden mit den Ablehnungen nach Feststellung des Hirntods ins Verhältnis gesetzt. D.h. nicht berücksichtigt wurden dabei nicht erfolgte Organtransplantationen, z.B. durch Kreislaufversagen oder med. Gründen.

Einzelnachweise

  1. DBfK: Positionspapier zu Organspende und Organtransplantation (April 2014). Nach: https://www.dbfk.de/media/docs/download/DBfK-Positionen/Position-Organspende-Organtranspl-2014-02-08-final.pdf Zugriff am 03.12.2019.
  2. Klaus Schäfer: Leben - dank dem Spender. Ergebnisse aus Umfragen unter 203 Transplantierten. Karlsruhe 2013.
  3. DSO: Jahrbuch 2002ff.
  4. Die Anzahl der potenzieller Organspender umfasst alle Hirntoten, die mit für eine TX brauchbare Organe auf der Intensivstation liegen. Die meisten von werden tatsächlich Organspender. Bei einigen wird die die Organspende verweigert. Daneben gibt es noch eine Reihe von Hirntoten, bei denen zwar eine Zustimmung zur Organspende vorgelegen hat, bei denen es jedoch aus verschiedenen Gründen zu keiner Organspende gekommen ist. Die DSO unterscheidet hierbei unter:
    • Abbruch vor oder während der Organentnahme (z.B. Tumorfeststellung)
    • Medizinische Gründe (inkl. Herz-Kreislaufstillstand, ICD-10 I46.9)
    • Sonstiges (Keine Einwilligungsberechtigten, Gespräch nicht zumutbar, keine Freigabe durch den Staatsanwalt)
  5. Siehe: Wolfram Höfling, Stephan Rixen: Verfassungsfragen der Transplantationsmedizin. Hirntodkriteriumm und Transplantationsgesetz in der Diskussion. Tübingen 1996, 9.