Apnoe-Test

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Durchführung

Vorbeugung von Hirnschädigung

Hans-Peter Schlake und Klaus Roosen beschreiben im Jahr 2001 die Vorbeugung einer möglichen Hirnschädigung durch den Apnoe-Test so: "Um eine möglichst optimale Voroxygenierung zu erreichen, wird der bewusstlose Patient zunächst über einige Minuten mit 100%igem Sauerstoff beatmet. Der 'Sauerstoff-Patialdruck' (pO2 im Blut erreicht hierdurch im Allgemeinen weit übernormale Werte, was durch fortlaufende Blutgasanalysen in kurzfristigen Zeitabständen kontrolliert wird. Eine zusätzliche Kontrolle kann durch ein Pulsoxymeter erfolgen, welches heute wohl auf allen Intensivstationen verfügbar ist. ... Es wird dann unter fortlaufender Kontrolle dieser Messwerte die maschinelle Beatmung abgeschaltet bzw. auf einen sehr niedrigen Wert (z.B. 1 Atemzug pro Minute) reduziert. Eine zusätzliche Sauerstoff-Anreicherung kann dabei durch Totraum-Insufflation (Diffusion) von 100%igem Sauerstoff erfolgen, indem eine Sonde in die Luftröhre eingelegt wird (apnoische Oxygenation), was aber - bei ausreichender Voroxygenierung (s.o.) - nur in Ausnahmefällen erforderlich ist. ...
Durch Abschalten oder Reduktion der maschinellen Beatmung kommt es zu einem stetigen Anstieg des Gehaltes von Kohlendioxid (CO2) im Blut. Dieses Endprodukt des Stoffwechsels stellt durch direkte Stimulation des Atemzentrums im Hirnstamm den stärksten physiologischen Antrieg für die Spontanatmung dar. In den Richtlinien der Bundesärztekammer wurde ein bestimmter Mindest-Partialdruck im Blut (pCO2 ≥ 60 mm Hg; normal: 40 ± 5 mm Hg) festgestellt, welcher erreicht werden muss, ohne dass ein spontaner Atemzug des Patienten erkennbar ist. Es ist dann von einem unwiederbringlichen Ausfall des Atemzentrums im Hirnstamm auszugehen.[1]


Anhang

Quellen

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Hans-Peter Schlake, Klaus Roosen: Der Hirntod als der Tod des Menschen. 2. Auflage. Neu-Isenburg 2001, 33.