Antriebslosigkeit: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 22. März 2020, 19:04 Uhr


Antriebsstörungen bei lokalisierbaren Hirnschädigungen

"Medizin-historisch gesehen wurden die ersten Antriebsstörungen in der zeit der Enzephalitia-Ära, slso kurz nach dem ersten Weltkrieg bekannt, als Hauptmann bei postenzephalitischen Parkinson-Kranken erstmals einen deutlichen Mangel an Antrieb beschrieb. Zweifellos noch ergiebiger wurden aber für die Antriebsproblematik die Erfahrungen nach Leukotomie und nach isolierten Hirnschädigungen im Frontalhirnbereich und im Zwischenhirnbereich.

Bei Kranken, die im Rahmen eines Tumors oder eines Traumas schwere Schädigungen im Bereich der Stirnhirnkonvexität davongetragen hatten, wurden Zustände ausgeprägter Antriebsarmut beschrieben (...), wobei als Leitsymtom eine Anspontaneität bei erhaltener Fremdanregbarkeit imponieren kann. Die Fähigkeit, sich ein Ziel klar vorzustellen und eine Zielvorstellung auch beizubehalten, die Fähigkeit zu planen, zu entscheiden, ist in diesen Fällen erheblich gestört. Die Patienten sind häufig 'von farbloser Zufriedenheit und Unbekümmertheit - ein osoliertes, aktuelles Ich, ohne Hintergrund, es geht nichts vor, es taucht nichts auf' (...). Bei experimental-psychologischer Prüfung verlaufen die Leistungskurven sprunghaft und flüchtig bei erhaltener Fremdanregbarkeit.

Eine ganz andere Struktur der Antriebslosigkeit findet sich bei Schädigungen im Bereich des Zwischenhirns; hier liegen Beobachtungen an traumatischen Herdfällen (...), lokalen Kreislaufstörungen (...), Tumorfällen (...) und Reizversuchen bei Gehirnoperationen (...) vor. Es fällt dabei auf, daß die Beschreibung der Antriebsstörungen, wie sie bei Zwischenhirnaffektionen gesehen werden, keine so spezifischen Züge aufweisen, wie sie uns bei der frontalen Schädigung entgegentraten. Es wird hier von einer 'Senkung des allgemeinen Energieneiveaus'"[1] gesprochen, "wobei das unberichtete, diffuse, triebnahe dieser dienzephal betonten Antriebsstörungen besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Im Längsschnittbild der dienzephalen Antriebsschwäche stehen Rhythmik und Periodik im Vordergrund. Es gibt Patienten mit phasenweiser Antreibsenthemmung und phasenweiser Senkung des Antriebs, z.B. auch nach dienzephalen traumatischen Schädigungen bei Basalfrakturen (...), während bei der frontalbetonten Antriebsschwäche gerade der völlig gleichförmige Verlauf im Längsschnitt charakteristisch ist."[2]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. W. Klages: Probleme des menschlichen Antriebs. In: Med. Klinik 59.2 (1964), 1770.
  2. W. Klages: Probleme des menschlichen Antriebs. In: Med. Klinik 59.2 (1964), 1771.