ADH

Aus Organspende-Wiki
Version vom 24. März 2019, 07:24 Uhr von Klaus (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

ADH (Alkoholdehydrogenasen; Arginin-Vasopressin; Adiuretin; Vasopressin) sind Enzyme, die sowohl die Reaktion von Alkoholen zu den entsprechenden Aldehyden oder Ketonen und auch die Rückreaktion dieser (Aldehyd zu Alkohol) katalysieren. Beispiele hierfür sind der letzte Schritt der Alkoholischen Gärung durch Hefe, bei der Acetaldehyd zu Ethanol umgewandelt wird, als auch die umgekehrte Variante (Ethanol zu Acetaldehyd), die im menschlichen Körper im Rahmen des Alkoholabbaus stattfindet. Es handelt sich in jedem Fall um Redoxreaktionen. Alkoholdehydrogenasen kommen in allen Lebewesen vor.

Fehlt ADH, führt es in der Niere zu einer extrem gesteigerten Urinauscheidung ("Wasseruhr" = Diabetes insipidus) von bis zu über 20 Litern pro Tag.[1]

ADH ist chemisch verwandt zu Oxytocin. Wie dieses steuert es mütterliches Verhalten, auch die Agressivität der Mutter, die ihr Kind verteidigt. Bei Männern löst ADH Fremdenfeindlichkeit aus, bei Frauen hingegen die Sehnsucht nach Nähe.[2]

ADH und Oxytocin unterscheiden sich dadurch, dass 2 Aminosäuren als Bausteine ausgetauscht sind. ADH wird im Hypothalamus gebildet und in kleinen Bläschen der Hypophyse zwischengelagert. Im Körper spielt es eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wasserhaushalts und der Nierenfunktion. Im Gehirn ist es z.T. "als Gegenspieler (Antogonist) des Oxytocin an der Regulation sozialer Funktionen beteiligt, indem es aggressives Verhalten, sexuelle Motivation, Imponiergehabe (bei Tieren und beim Menschen gleichermaßen), aber auch die Bindung zum Partner und die Bereitschaft, das Nest zu verteidigen verstärkt."[3]


Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Hans-Peter Schlake, Klaus Roosen: Der Hirntod als der Tod des Menschen. 2. Auflage. Neu-Isenburg 2001, 22.
  2. Dick Swaab: Wir sind unser Gehirn. Wie wir denken, leiden und lieben. München 2010, 46.
  3. Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 131.