Korrekte Sprache

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Falschaussagen

Die Spendebereitschaft sei gesunken

In Deutschland kamen im Jahr 2012 einige Skandale zur Organtransplantation an die Öffentlichkeit. Hierauf ging die Zahl der Organspender zurück. Häufig wurde es in den Medien so dargestellt, dass die Skandale die Spendebereitschaft der Deutschen geschmälert hätten.[1]

Damit wird ein Zusammenhang hergestellt, der so nicht erwiesen ist[Anm. 1] und der sachlich falsch ist, denn der Anteil der Organverweigerer blieb über die Jahre hinweg bei rund 30% - siehe hier und unter Organmangel.

Die Zahl der Organspender sank in den Jahren 2012 bis 2014 um rund 30%.

Die Zahl der Organverweigerer blieb in den Jahren 2010 bis 2014 konstant bei rund 30%.

Die Patienten sterben, weil ...

Viele Menschen müssten "sterben, weil es zu wenig Spenderorgane gibt"[2] gespendet werden bzw. "sterben, weil es zu wenig Organe"[3] gibt.

Kritiker haben bei diesem Argument ein leichtes Spiel, weil sie damit darauf hinweisen können, dass diese Menschen nicht sterben, weil es zu wenig Organe gibt, sondern diese Menschen an ihrer Krankheit sterben. Mit dieser Formulierung spielt man daher den Kritikern in die Hände. Korrekter ist der Ausdruck, dass das Leben dieser Menschen mit mehr Organen hätte gerettet werden können oder dass diese Menschen mit mehr Organen vor ihrem Tod hätten bewahrt werden können.

Mit mehr Organen könnten mehr Menschen vor dem Tod bewahrt werden.

Begrifflichkeiten

Angehörige oder Hinterbliebene

Google kannte am 18.6.2016 ungefähr 18.200 Seiten mit den Begriffen "Organspender" und "Angehörige". Für die beiden Begriffe "Organspender" und "Hinterbliebene" sind es etwa 92.700 Seiten.

Google kannte am 18.6.2016 ungefähr 29.800 Seiten mit den Begriffen "Hirntote" und "Angehörige" sowie 19.300 Seiten mit den Begriffen "Hirntoter" und "Angehörige". Für die beiden Begriffe "Hirntote" und "Hinterbliebene" sind es etwa 9.210 Seiten sowie für die Begriffe "Hirntoter" und "Hinterblienene" 4.670 Seiten.

Fazit: In der Kombination mit "Organspende" werden "Hinterbliebene" rund 5 Mal häufiger genannt als "Angehörige". In der Kombination mit "Hirntod" werden "Angehörige" rund 3 bis 5 Mal häufiger genannt als "Hinterbliebene". Dabei sind Organspender immer Hirntote. Warum dieser sprachliche Unterschied?

Wikipedia nennt unter "Angehöriger" Personen, die zu einer Person oder einer Gruppe dazu gehören, unter "Hinterbliebener" Personen, die zu einer verstorbenen Person in Beziehung standen. Der Tod ist dabei der große Trenner. Er trennt die Patienten von den Angehörigen und macht aus ihnen (Hirn-)Tote und Hinterbliebene.
Hirntote sind genauso tot wie Organspender. Dennoch machen wir diese sprachlichen Unterschiede. Korrekt müssten wir bei Hirntod wie bei Organspende von "Hinterbliebenen" sprechen.

Lebende Patienten haben Angehörige,

Hirntote haben wie Tote Hinterbliebene.

Kein Weg zurück

Die DSO und die BZgA brachten gemeinsam die Broschüre "Kein Weg zurück" heraus.[4] Diese kostenlose Broschüre gehört mit zu den besten kostenlosen Schriften über den Hirntod.

"Kein Weg zurück" ist auch eine Formulierung, die vor allem Ärzte bei der Beschreibung des Hirntods verwenden.[5] Zuweilen wird mit dieser Formulierung auch versucht, die Unumkehrbarkeit (Irreversibilität) des Hirntodes auszudrücken.[6]

"Kein Weg zurück" kann jedoch auch so verstanden werden, dass Hirntote sich im Sterbeprozess befinden. Es gibt da zwar keinen Weg zurück, aber unter gewissen Vorstellungen noch einen Weg auf den Tod zu. Dies ist jedoch irreführend, denn Hirntote sind tot. Was bei Hirntoten noch am Sterben ist, das ist nur deren Körper. Der Mensch ist mit dem Hirntod tot.

Mit dem Hirntod ist der Sterbeprozess des Menschen abgeschlossen.

DSO

Von vielen Menschen wird "DSO" mit "Deutsche Stiftung Organspende" übersetzt. Dies ist falsch. Die DSO ist nicht für die Organspende zuständig, sondern für die Organtransplantation. Die Aufgabe der DSO beginnt nach der Feststellung des Hirntodes und endet mit der Dokumentation der Organtransplantation. Aus diesem Grund heißt "DSO" auch "Deutsche Stiftung Organtransplantation".

Google kannte am 18.6.2016 ungefähr 2.200 Seiten mit "Deutsche Stiftung Organspende" und ungefähr 26.200 Seiten mit "Deutsche Stiftung Organtransplantation".

DSO ist die Abkürzung von "Deutsche Stiftung Organtransplantation".

Hirntod

... wurde für hirntot erklärt

In zahlreichen Medien werden die Patienten "für hirntot erklärt"[7]

Jemanden für tot zu erklären ist immer ein richterlicher Akt. Dies wird immer dann vorgenommen, wenn der Leichnam des Toten verschollen ist, d.h. nicht vorliegt.
Ärzte haben für die Todesfeststellung immer einen Leichnam vorliegen. Daher stellen Ärzte immer den Tod fest, auch den Hirntod.

Es kann zurecht gesagt werden:

Ärzte stellen den Hirntod immer fest.

Einige Kritiker und einige Journalisten erklären Patienten für hirntot.[Anm. 2]

Komatöse, Hirnverletzte, hirntote Patienten, ...

Aus den verschiedensten Gründen werden Hirntote nicht als solche bezeichnet. Einige der z.T. kreativen Wortschöpfungen sind hier gelistet und korrekt beschrieben:

Begriff Beschreibung
Sterbende
[Anm. 3]
Sterbende befinden sich auf dem Weg zum Tod, sind aber noch nicht tot. Hier ist es entscheidend, wie man den Tod definiert. Für Medizin und Justiz ist der Hirntod der Tod des Menschen. Damit sind Hirntote keine Sterbenden, sondern Tote.
Komatöse
[Anm. 4]
Tiefes Koma ist zwar eine Voraussetzung, um eine HTD anzusetzen, aber zwischen Koma und Hirntod gibt es einen weiten und entscheidenden Unterschied: siehe Koma
Hirnverletzte
[Anm. 5]
Das Gehirn von Hirntoten ist nicht nur verletzt, sondern es ist völlig zerstört. In Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm sind die Gehirnzellen abgestorben. Nach Stunden haben sich die abgestorbenen Gehirnzellen mit Flüssigkeit aufgesogen und nach Tagen platzen sie auf. Das Gehirn hat sich aufgelöst.
Hirngeschädigte
[Anm. 6]
Das Gehirn ist bei Hirntoten nicht nur geschädigt, es hat einen Totalschaden (siehe: Hirnverletzte).
hirntote Patienten
[Anm. 7]
Die Rede von "hirntoten Patienten" ist der gleiche Unsinn wie von einem "quadratischem Kreis" oder einem "dreieckigen Quadrat". - Patienten leben. Mit Eintritt des Todes sind die Menschen keine Patienten mehr, sondern Tote.
Hirntodpatienten
[Anm. 8]
Die Rede von "Hirntodpatienten" ist der gleiche Unsinn wie von "hirntoten Patienten" (siehe oben).
Hirntod-Syndrom
[Anm. 9]
Syndrom (gr. = Zusammenlaufen) ist ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischen Symptome ergeben.[8] - Man sagt nicht "Todessyndrom". Warum sollte man dann "Hirntodsyndrom" sagen?
Für "Hirntote" gibt es kein Synonym.

Beiwörter zum Hirntod

Begriff Beschreibung
chronischer Hirntod
[Anm. 10]
Es gibt weder einen "chronischen Tod" noch einen "chronischen Hirntod". Tod ist immer der "endgültige Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen" (Wikipedia: Tod). Für den Tod gibt es keinen chronischen Verlauf. Der Begriff "Chronic Brain Death" scheint von Alan Shewmon kreiert worden zu sein.[9]
dissoziierter Hirntod
[Anm. 11]
Nach dem Fremdwörter-Duden (Mannheim 1974) hat Dissoziation drei Bedeutungen: 1. eine krankhafte Entwicklung, 2. Störung des geordneten Zusammenspiels (z.B. Homöostase) und 3. Zerfall von Molekülen in einfache Bestandteile. Bei Hirntod trifft keines dieser Bedeutungen zu:

zu 1. ist der Hirntod keine Entwicklung, sondern die Endstation "Tod"; zu 2. ist zwar die Homöostase gestört, aber das Gehirn hat keine Störung sondern eine völlige Zerstörung; zu 3. zerlegen sich beim Hirntod keine Moleküle, sondern die Gehirnzellen lösen sich auf.

irreversibler Hirntod[Anm. 12] "Der Hirntod wird definiert als Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Dabei wird durch kontrollierte Beatmung die Herz- und Kreislauffunktion noch künstlich aufrechterhalten." (Richtlinie zur Feststellung des Hirntodes, BÄK 1998) Mit dieser Definition des Hirntodes wird deutlich ausgedrückt, dass Hirntod ein irreversibler Zustand ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, ist der Zustand reversibel, kann es kein Hirntod sein. Damit ist ein "irreversible Hirntod" unsinnig.
reversibler Hirntod[Anm. 13] Hirntod ist nicht reversibel (umkehrbar, heilbar). Die abgestorbenen Gehirnzellen lösen sich binnen weniger Tage auf. Das Gehirn löst sich auf. Eine Heilung oder nur eine Besserung ist reines Wunschdenken.
intravitale Hirntod[Anm. 14] Nach dem Fremdwörter-Duden (Mannheim 1974) bedeutet "intravital" "während des Lebens vorkommend, auftretend". Tod tritt immer während des Lebens auf. Totes (z.B. ein Stein) kann nicht sterben.
eingetretene Hirntod "Das Fortbestehen einer Schwangerschaft widerspricht nicht dem eingetretenen Hirntod der Mutter."[10] Der Hirntod ist immer vor seiner Feststellung eingetreten.
festgestellte Hirntod Der Hirntod wird immer festgestellt, oder es ist kein Hirntod.[Anm. 15]

Dag Moskopp schreibt hierzu: "Beiwörter wie eindeutig oder dergleichen entfallen bei der Feststellung des Hirntodes allein aus formallogischen Gründen. Derjenige, der sie gebraucht, belegt, dass er das Verfahren nicht verstanden hat. Denn wenn der Hirntod nicht eindeutig nach den bestehenden Vorgaben bestimmt wurde, wird das Wort Hirntod nicht verwendet."[11]

"Hirntod" benötigt keine Beiwörter.

Hirntote seien an Herz-Lungen-Maschine angeschlossen

Einige Kritiker und Journalisten schreiben, dass Hirntote an Herz-Lungen-Maschine[12] oder an Herz-Kreislauf-Maschinen angeschlossen seien.[13]

Hirntoten schlägt das Herz selbständig. Dies betonen die Kritiker häufig selbst. Hirntoten ist nur durch den Tod des Hirnstamms - dort sitzt unser Atemzentrum - die Eigenatmung für immer ausgefallen. Daher benötigen Hirntote nur eine künstliche Beatmung, keine Herz-Lungen-Maschine.

Hirntote benötigen nur eine künstliche Beatmung.

Alan Shewmon

Alan Shewmon veröffentlichte im Jahre 1998 eine Studie über 175 Hirntote, die nach Feststellung des Hirntodes intensivmedizinisch weiterbehandelt wurden. Bis zum Zusammenbruch das Blutkreislaufes lagen zwischen einer Woche und 14 Jahren. Alan Shewmon wollte damit beweisen, dass nach Feststellung des Hirntodes der Blutkreislauf nicht binnen einer Woche zusammenbricht, wie einige Mediziner in den USA behaupteten.

Kritiker verweisen gerne auf diese Studie von Alan Shewmon und sagen, dass die Hirntoten zwischen einer Woche und 14 Jahren weitergelebt hätten.[14] Der Begriff "weiterleben" ist hier irreführend. Korrekt müsste es heißen, dass diesen Hirntoten trotz Fortsetzung der intensivmedizinischen Behandlung[Anm. 16] nach einer Woche bis 14 Jahren der Blutkreislauf zusammengebrochen ist.

Bei den 175 von Alan Shewmon zusammengetragenen Hirntoten,

bei denen nach Feststellung des Hirntodes die intensivmedizinische Behandlung fortgesetzt wurde,
brach der Blutkreislauf nach 1 Woche bis 14 Jahren zusammen.

Eigenatmung trotz Hirntod

Vor allem im Zusammenhang mit der Studie von Alan Shewmon wird davon geschrieben, dass die Hirntoten zwischen 1 Woche und 14 Jahren weitergelebt hätten, nachdem bei ihnen die künstliche Beatmung abgeschaltet worden sei.[15]

Die Menschen, die solches von sich geben, zeigen damit, dass sie den Hirntod nicht verstanden haben, denn mit Eintritt des Hirntodes ist die Eigenatmung für immer ausgefallen. Wenn jemand selbständig atmet oder versucht zu atmen, ist dies ein Beweis, dass kein Hirntod vorliegt.

Eigenatmung und Hirntod schließen sich gegenseitig aus.

Null-Linien-EEG sei Kennzeichen für den Hirntod

Sei aus dem Hirntod wieder aufgewacht

Am 9.9.2017 kannte Google mit den Suchbegriffen "hirntot", "Koma" und "aufgewacht" ungefähr [884 Ergebnisse].

Der Hirntod ist gesetzlich definiert als " der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach Verfahrensregeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen". (§§ 3, 6 und 9 TPG

Schon diese gesetzliche(!) Definition von "Hirntod" besagt, dass es endgültig und nicht behebbar ist, andernfalls war es kein Hirntod. Damit kann per Definition niemand aus dem Hirntod aufwachen.

Hirntod pathophysiologisch betrachtet bedeutet:

  1. Der Hirndruck ist so stark angestiegen, dass das Gehirn nicht mehr durchblutet wird.[Anm. 17]
  2. Die noch nicht abgestorbenen Gehirnzellen sterben nun auch noch ab.[Anm. 18]
  3. Es ist kein funktionierendes Gehirn vorhanden.[Anm. 19]
Es ist völlig unmöglich, aus dem Hirntod wieder aufzuwachen.

Es ist jedoch möglich, dass die untersuchenden Ärzte nicht korrekt untersucht haben.[Anm. 20]
Es ist auch möglich, dass Menschen die Aussage der Ärzte falsch verstanden haben.[Anm. 21]

Schwangere Hirntote

Schwangere Hirntote kommen in Deutschland etwa alle 5 Jahre einmal vor. Durch ihre Seltenheit wird von den Medien jede Geburt eines lebenden Kindes aus einer hirntoten Mutter als Sensation gebracht. Gleichzeitig sind wir in der korrekten Bezeichnung des Zustandes von Schwangerschaft und Hirntod sprachlich sehr ungeübt. Daher erfolgen bei dieser Kombination der Themen sprachliche Fehler, über die kaum nachgedacht wird. Damit laufen wir als Gesellschaft Gefahr, dass sich die falschen Ausdrücke in unserer Umgangssprache verfestigen. Um dem entgegen zu wirken, wird dieser Abschnitt intensiver behandelt.

Schwangere Hirntote würden am Leben gehalten

Google kannte am 18.6.2016 ungefähr 4.270 Seiten mit den Suchbegriffen "schwangere Hirntote künstlich am Leben gehalten" [16] und ungefähr 7.410 Seiten mit den Suchbegriffen "schwangere Hirntote künstlich am Leben erhalten".[17]

Bei schwangeren Hirntoten wird nach der Feststellung des Hirntodes die intensivmedizinische Versorgung fortgesetzt, um das Leben des ungeborenen Kindes zu retten. Dabei wird versucht, den Körper in seinen Grundfunktionen (Homöostase) zu halten, damit die Schwangerschaft ungehindert fortgesetzt werden kann. Die schwangere Hirntote bekommt von alle dem nichts mit, da sich ihr Gehirn aufgelöst hat (siehe: Selbstauflösung).

Bei schwangeren Hirntoten wird die intensivmedizinische Versorgung fortgesetzt,

um den Blutkreislauf sicherzustellen
und somit die Geburt eines lebenden Kindes zu ermöglichen.

Schwangere Hirntote ließe man sterben

Wenn bei einer schwangeren Hirntoten das ungeborene Kind gestorben oder entbunden ist, wird die künstliche Beatmung abgeschaltet, es sei denn, dass noch eine Organentnahme möglich ist. Die Medien bezeichnen die intensivmedizinische Behandlung als "nicht sterben lassen"[18] und das Abschalten der künstlichen Beatmung meist als "sterben lassen".[19]

Mit solchen Worten wird nicht ausgedrückt, dass die schwangere Hirntote bereits tot ist, sondern die Vorstellung unterstützt, dass Hirntote sich im Sterbeprozess befinden und damit noch leben. Diese Vorstellung ist ein fataler Irrtum.

Schwangere Hirntote sind tot.

Die intensivmedizinische Weiterbehandlung sichert nur den Blutkreislauf.
Das Abschalten der künstlichen Beatmung führt nur zum Herzstillstand.
Am Zustand "Tod" ändert weder die Weiterbehandlung noch das Ende der Therapie etwas.

(künstliches) Koma

Zuweilen wird angegeben, dass die schwangere Hirntote im Koma[20] oder künstlichen Koma[21] gelegen hätte. Beides ist falsch, insbesondere Letzteres, denn beim künstlichen Koma könnte man den Zustand aufheben und die Komatöse aufwachen lassen.

Hirntod ist wesentlich etwas anderes als Koma.

Es wäre schön, wenn es ein künstliches Komawäre,
denn dann könnte man den Menschen daraus aufwachen lassen,
dies ist jedoch bei Hirntod absolut unmöglich.

TX

Körper-TX

Waleri Spiridonow will zu seinem Kopf einen anderen Körper. Von seinem seit der Geburt kranken Körper hat er genug. Die Streifrage lautet: Handelt es sich hierbei um eine Kopf-TX oder um eine Körper-TX?

Google kannte am 22.9.2017 ungefähr 14 Ergebnisse mit dem Suchstring "'Waleri Spiridonow' Körpertransplantation", aber ungefähr 307 Ergebnisse mit dem Suchstring "'Waleri Spiridonow' Körpertransplantation". Damit sollte die Sache klar sein, aber sachliche Richtigkeit wird nicht per Mehrheit entschieden.

Nach dieser OP wird Waleri Spiridonow aus dieser Operation aufwachen, nicht der hirntote Körperspender. Daher muss es hier korrekter Weise "Körpertransplantation" bzw. "Körper-TX" heißen.

Die Identität des Menschen wird nicht nach Körpermasse entschieden, sondern nach dem Gehirn.

Fazit

Dass es so viele Internetseiten mit falschen Formulierungen gibt, hat verschiedene Ursachen. Hierzu gehören:

  • Das Thema Hirntod ist relativ neu und daher die Menschen im sprachlichen Umgang noch ungeübt.
  • Der pathophysiologische Zustand Hirntod ist schwer zu verstehen. Damit ist seine Tragweite meist nicht klar.
  • Es werden falsche Formulierungen übernommen, weil es bequem ist und man nicht um die richtigen Formulierungen weiß.
Es bedeutet somit eine enorme Kraftanstrengung, der Gesellschaft die korrekte Sprache zu lehren.
Da es kaum in den Schulplan aufgenommen wird, kommt hier der Presse eine absolute Schlüsselrolle zu.
Es ist zu hoffen, dass sich die Presse dieser Aufgabe annimmt und ihr gerecht wird.

Vorbildliche Beispiele

Es gibt einige Internetseiten, die den Artikel des besonders schweren Themas schwangere Hirntote vorbildlich formuliert haben:

Anhang

Anmerkungen

  1. Die Zahl der Störche ging in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zurück, die Zahl der Neugeborenen ebenso. Es müsse daher die Zahl der Störche angehoben werden, damit es in Deutschland mehr Kinder gibt. (Nach einer falschen Vorstellung würde der Storch die Kinder bringen.)
  2. Es gibt einige Kritiker, die erklären Patienten, die nie hirntot waren, für hirntot. Siehe: Lebende Hirntote.
  3. Google kannte am 18.6.2016 etwa 29.000 Fundstellen mit "Hirntote" und "Sterbende".
  4. Google kannte am 18.6.2016 etwa [https://www.google.de/search?q=hirntote+komat%C3%B6se&btnG=Suche&num=30&newwindow=1&hl=de&gbv=1 8.000 Fundstellen mit "Hirntote" und "Komatöse".
  5. Google kannte am 18.6.2016 etwa 3.630 Fundstellen mit "Hirntote" und "Hirnverletzte".
  6. Google kannte am 18.6.2016 etwa [https://www.google.de/search?q=hirntote+hirngesch%C3%A4digte&btnG=Suche&num=30&newwindow=1&hl=de&gbv=1 607 Fundstellen mit "Hirntote" und "Hirngeschädigte".
  7. Google kannte am 18.6.2016 etwa 1.260 Fundstellen.
  8. Google kannte am 18.6.2016 etwa 198 Fundstellen.
  9. Google kannte am 20.6.2016 etwa 518 Fundstellen.
  10. Google kannte am 18.6.2016 21 Fundstellen mit "chronischen Hirntod", 3 Fundstellen mit chronische Hirntod und 12 Fundstellen mit "chronischer Hirntod".
  11. Google kannte am 18.6.2016 ungefähr 1.220 Fundstellen mit "dissoziierter Hirntod", ungefähr 446 Fundstellen mit "dissoziierten Hirntod" und ungefähr 1.320 Fundstellen mit "dissoziierte Hirntod".
    Eine eigene Untersuchung von 77 med. Büchern der Jahre 2000 bis 2015 zeigt, dass es 14 med. Bücher (16,9%) mit dem Ausdruck "dissoziierte Hirntod" gibt.
  12. Google kannte am 27.7.2016 ungefähr 727 Seiten mit "irreversiblen Hirntod", ungefähr 29 Seiten mit "irreversibler Hirntod", ungefähr 14 Seiten mit "irreversiblem Hirntod" und ungefähr 255 Seiten mit "irreversible Hirntod".
    Eine eigene Untersuchung von 77 med. Büchern der Jahre 2000 bis 2015 zeigt, dass es 6 med. Bücher (7,2%) gibt, in denen es "irreversiblen Hirntod" heißt.
  13. Google kannte am 27.7.2016 ungefähr 6 Fundstellen mit "reversible Hirntod" und ungefähr 7 Fundstellen mit "reversiblen Hirntod".
  14. Google kannte am 27.7.2016 ungefähr 30 Seiten mit "intravitaler Hirntod" gibt, ungefähr 23 Seiten mit "intravitalen Hirntod", ungefähr 23 Seiten mit "intravitalem Hirntod" und ungefähr 5 Seiten mit "intravitale Hirntod".
    Eine eigene Untersuchung von 77 med. Büchern der Jahre 2000 bis 2015 zeigt, dass es 10 med. Bücher (12,0%) mit dem Ausdruck "intravitale Hirntod" gibt.
  15. Als Vorstufen sind noch "angenommener Hirntod" und "vermuteter Hirntod" denkbar.
  16. Neben ständiger künstlicher Beatmung und künstlicher Ernährung gehört auch die Ausbalanzierung der Homöostase mit dazu.
  17. Alle evtl. getroffenen Gegenmaßnahmen (z.B. Hypothermie oder Kopfoperation) haben nicht gegriffen. Die Schädigung der Gehirnzellen ist so schwerwiegend, dass es zu diesem großen Hirnödem gekommen ist, das den Hirndruck größer werden ließ, als den Blutdruck. Damit kann das Gehirn nicht mehr durchblutet werden. - Auch wenn in Einzelfällen noch eine geringe Restdurchblutung von kleiner 10% vorhanden ist, so genügt dies nicht zur Versorgung des ganzen Gehirns.
  18. Durch die Nicht-Durchblutung des Gehirns sterben nun auch noch die Gehirnzellen ab, die bislang noch überlebt haben.
  19. Damit sind unwiederbringlich, d.h. für immer erloschen: Kommunikation (sich mitteilen können), Können (gehen, sprechen, singen, musizieren, balancieren, ...)., Wahrnehmung (sehen, hören, riechen, schmecken, tasten), Bewusstsein (denken, planen, erfinden, kreativ etwas erschaffen), Erinnerung (was man erlebt hat), Wissen (was wir gelernt haben), Gefühle (Liebe, Hass, Vertrauen, Angst, Hoffnung, Sorge), Eigenatmung und andere Hirnstammreflexe. Nichts kann auch nur einen Splitter von alledem zurückholen.
  20. Schnell ist aus einem gesprochenen "Ihr Angehöriger ist sicher hirntot" ein "Ihr Angehöriger ist hirntot" gehört.

Einzelnachweise

  1. Alle Stellen wurden recherchiert am 16.6.2016:
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  7. Diese Links wurden aufgerufen am 17.6.2016: Ein besonderes Ereignis erfolgte am 3.3.2013 in München: Ein Auto habe sich aus ungeklärten Gründen überschlagen. Ein Mensch sei bei dem Unfall sofort getötet worden, ein weiterer im Krankenhaus gestorben und ein dritter sei aus dem Wagen geschleudert und „noch am Unfallort für hirntot erklärt“ worden. Es scheint sich hierbei um diesen Unfall gehandelt haben:
  8. Duden: Das Fremdwörterbuch (1974).
  9. http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/33789/organtransplantation?p=all Zugriff am 1.8.2016.
  10. BÄK: Richtlinie zur Feststellung des Hirntodes (1998).
  11. Dag Moskopp: Hirntod. Stuttgart 2015, 57.
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